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Gysi

18.01.2019 12:46
#31 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Exiorat
Aber das ist natürlich eine Frage der Meinung.

Meinungen sind dazu da, gesagt, begründet, verfestigt oder widerlegt zu werden. Also, ran an den Speck, Exiorat!

Exiorat

18.01.2019 10:19
#30 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Aber das ist natürlich eine Frage der Meinung.

Desperado

15.03.2017 14:14
#29 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Gysi im Beitrag #28
Und der negative Rassismus wird den islamischen Religionsfaschismus stark machen. Die Generationen nach uns werden das nicht verstehen.

Wir dürfen nur aus ihrer Denk- und Lebensart erkennen, dass die durchaus tief und gewiss keine hohlköpfigen Wilden waren.

Nein, das werden sie nicht verstehen. Ich kann wenigstens sagen, dass ich meine Stimme dagegen erhoben habe...

Nein, das waren sie ganz gewiss nicht. Das Missing Link hingegen suchen sie immer noch. Ich persönlich glaub, das waren viele...

Gysi

15.03.2017 12:56
#28 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Wenn wir frei und vernünftig gegen den Islam reden könnten, hätte er keine Chance, und auch etliche Moslems würden sich von ihm abwenden. Wenn wir denen aber alle sagen, wie toll und schützenswert doch der Islam sei - warum sollten sie Zweifel an ihm bekommen, wenn doch selbst die Kuffars ihn toll finden! Der religionsfaschistoide Kern des Islam wird von den Ungläubigen gefördert und stark gemacht hier in Europa. Der Rassismus hatte den deutschen Faschismus hervorgebracht. Und der negative Rassismus wird den islamischen Religionsfaschismus stark machen. Die Generationen nach uns werden das nicht verstehen.

Die nordamerikanischen Ureinwohner sind eine andere Geschichte durchgelaufen, und die hat denen auch eine andere Religion gebracht. Aber ich meine nicht, dass die uns eine Lehre sein kann. Die Lehren müssen wir aus unserem offensichtlichen Fehlverhalten selbst schließen. Wir dürfen nur aus ihrer Denk- und Lebensart erkennen, dass die durchaus tief und gewiss keine hohlköpfigen Wilden waren. Das missing link zwischen uns und den Affen... Aber wir - die meisten von uns - haben im Laufe der vielen Jahrzehnte das doch auch gelernt!

Desperado

15.03.2017 12:36
#27 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Gysi im Beitrag #26
So ist aber die Medien-Mainstream in Print und TV! Und die müssen wir ernst nehmen! Gestern hatte sich da einer bei Markus Lanz über den Antiislamismus Geert Wilders empört. Und Lanz pflichtete ihm auch noch bei. Ja, wie kann man denn als Ungläubiger nicht gegen den Islam sein?? Der muss doch einen an der Waffel haben! Da können die Islamkritiker ihre Klarsicht in die Welt hinausschreien - sie werden beharrlich ignoriert. Die gibt es nicht! Maximal als Randerscheinung, als Bedepperte. Ich bin kein Wilders-Fan, ich bin kein National- sondern INTERnationalist! Aber was der zum Islam sagt, ist weitgehend richtig! Und ich habe auch noch nie gehört, dass er sich wie ein Rechtsfascho gebärdet und gegen die Demokratie redet! Immer eher das Gegenteil...

Tja, so gesehen ist die widerwärtige Hetze gegen Islamgegner leider ernst zu nehmen, weil sie der Öffentlichkeit propagandistisch aufgenötigt wird. Auch wenn sie für jeden halbwegs vernunftbegabten Menschen ob ihrer inhaltslosen Polemik nicht ernst genommen werden kann. Die mit Abstand verrückteste Zeit meiner persönlichen Erinnerung, die wir da grade durchleiden müssen, die blanke Idiotie hat das Ruder übernommen und brüllt sämtliche Gegenstimmen nieder. Über Wilders weiß ich zu wenig, für viele Holländer ist er ein Freiheitskämpfer, nun, er selbst nennt sich Rechtspopulist, was mir absolut nicht gefallen mag, aber die von ihm geforderte Vorgehensweise gegen die Islamisierung teile ich widerspruchslos. Die Fähigkeit zu sachlicher Differenzierung ist im Strudel ignoranter Agitation vollständig verloren gegangen, Parolen und Plattitüden ersticken jede noch so fundierte Argumentation. Das ist hochgradig beunruhigend. Faschistoid ohne jeden Zweifel.

Gysi

15.03.2017 11:14
#26 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Desperado
Er diffamiert auf mitunter hochgradig faschistoide Weise und darf deshalb nicht ernst genommen werden.

So ist aber die Medien-Mainstream in Print und TV! Und die müssen wir ernst nehmen! Gestern hatte sich da einer bei Markus Lanz über den Antiislamismus Geert Wilders empört. Und Lanz pflichtete ihm auch noch bei. Ja, wie kann man denn als Ungläubiger nicht gegen den Islam sein?? Der muss doch einen an der Waffel haben! Da können die Islamkritiker ihre Klarsicht in die Welt hinausschreien - sie werden beharrlich ignoriert. Die gibt es nicht! Maximal als Randerscheinung, als Bedepperte. Ich bin kein Wilders-Fan, ich bin kein National- sondern INTERnationalist! Aber was der zum Islam sagt, ist weitgehend richtig! Und ich habe auch noch nie gehört, dass er sich wie ein Rechtsfascho gebärdet und gegen die Demokratie redet! Immer eher das Gegenteil...

Desperado

15.03.2017 10:58
#25 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Gysi im Beitrag #24
Diese Kritikimmunität öffnet ja auch dem Islam Tor und Tür. Denn der ist die Religion von früher mal Unterdrückten, Gegängelten und Kolonialisierten. Während das Christentum die der Aggressoren ist. Unsere Geschichte ist als unser schlechtes Gewissen in die Political Correctness eingewoben, die uns anleitet, immer hüsch gut zu den Dunklerhäutigen zu sein. Die nordamerikanischen "Natives" tun uns nichts. Das ist wohl eher ein US-Thema. Es ist der Islam, der unsere Demokratie bedroht. Und so sind wir auch gezwungen, unsere Aufmeksamkeit auf die Moslems zu fokussieren. Wir schmeißen alles durcheinander. Wir leben eine fortgesetzten Rassismus, nämlich den negativen Rassismus! Und das ist nicht gut! Den "negativen Rassismus" überwinden wir, indem wir zu unserer Selbstkritik auch wieder offener für die Kritik werden. Und wir sollten uns nachsehen, wenn wir hier und da in Unkenntnis mal wieder falschen Sichtweisen und Vorurteilen folgen. Wir können ja auch die immer wieder korrigieren. Wir müssen uns mehr entspannen! Normalisieren!

Dem kann und will ich nur beipflichten, Gysi.

Auch für die überlebenden Natives war die Unterscheidung in "gute und böse Indianer" auf lange Sicht überaus kontraproduktiv und schädlich, was Cooper natürlich nicht ahnen konnte. Da meine Quellen zum überwiegenden Teil aus der Feder indianischer Autoren sprich Historiker stammen, die mit ihrer Einschätzung der eigenen Vorfahren sehr viel unbefangener und folglich auch kritischer umgehen, habe ich mir diesbezüglich auch nichts vorzuwerfen. Es handelte sich zweifelsohne um Menschen. Ihre Religionsfreiheit war hingegen vorbildlich, unterschiedlichste Glaubensvorstellungen wurden als persönlich erachtet und mit entsprechender Toleranz behandelt, die indianische Religion gab und gibt es nicht, schon gar nicht als Ideologie.

Was nun den Islam betrifft, gilt es ihn von jedweder Volkszugehörigkeit und dessen Kulturkreis zu trennen. Die Kritik am totalitären Absolutismus dieser Religion hat nicht das Geringste mit Rassismus oder Chauvinismus zu tun. Wer dem Islamkritiker derlei zu unterstellen versucht, agiert demagogisch und disqualifiziert sich damit selbst. Er diffamiert auf mitunter hochgradig faschistoide Weise und darf deshalb nicht ernst genommen werden. Er selbst verkörpert den Feind, den er vermeintlich bekämpft. Die Inquisition ist ein sehr gutes Beispiel für derlei geistige Verwirrung und Umnachtung.

Nichts Neues unter der Sonne.

Gysi

15.03.2017 10:23
#24 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Desperado
Die vor allem nach ihrer weitgehenden Vernichtung gepflegte Kritikimmunität ihren Völkern und Kulturen gegenüber ist dem schlechten Gewissen von denkenden Menschen wie etwa James Cooper geschuldet

Diese Kritikimmunität öffnet ja auch dem Islam Tor und Tür. Denn der ist die Religion von früher mal Unterdrückten, Gegängelten und Kolonialisierten. Während das Christentum die der Aggressoren ist. Unsere Geschichte ist als unser schlechtes Gewissen in die Political Correctness eingewoben, die uns anleitet, immer hüsch gut zu den Dunklerhäutigen zu sein. Die nordamerikanischen "Natives" tun uns nichts. Das ist wohl zudem eher ein US-Thema. Es ist der Islam, der unsere Demokratie bedroht. Und so sind wir auch gezwungen, unsere Aufmeksamkeit auf die Moslems zu fokussieren. Wir schmeißen alles durcheinander. Wir leben eine fortgesetzten Rassismus, nämlich den negativen Rassismus! Und das ist nicht gut! Den "negativen Rassismus" überwinden wir, indem wir zu unserer Selbstkritik auch wieder offener für die Kritik werden. Und wir sollten uns nachsehen, wenn wir hier und da in Unkenntnis mal wieder falschen Sichtweisen und Vorurteilen folgen. Wir können ja auch die immer wieder korrigieren. Wir müssen uns mehr entspannen! Normalisieren!

Desperado

15.03.2017 08:32
#23 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Frauen waren Grundbesitzer, die Männer zogen in die Zelte ihrer Frauen und zu deren Sippen, die Abstammung wurde überwiegend matrilinear verfolgt, Frauen hatten die gleichen Rechte, saßen im Rat und waren Mitglied in weiblichen Bünden, waren auch Häuptling, verglichen mit der europäischen Welt überwog die Gleichberechtigung, die Einwanderer staunten über die unabhängig selbstbewussten und intelligenten Frauen der "Rothäute"... man kann das so nicht sagen, und von Steinzeit konnte sowieso keine Rede sein. Die Natives waren schlicht der Beweis einer anderen Lebensweise und alternativen Daseinsbewältigung in kontinentaler Dimension, dass sie deshalb nicht die besseren Menschen waren, sagte ich bereits. Besonders die Engländer nutzten alte Stammesfehden und verschärften sie gezielt, um die Stämme auf ihre Seite zu ziehen im Krieg gegen die Franzosen, die es ebenso machten, die Amerikaner folgten ihrem Beispiel auf dem Fuß. Alkohol wurde als gezieltes Mittel ihrer Demoralisierung und Ausrottung eingesetzt. Und, so unglaublich es klingen mag, aber die Lüge gehörte nicht zu ihren Umgangsformen, ein gegebenes Wort war heilig und dessen Bruch undenkbar, was es den Weißen so leicht machte, sie nach Strich und Faden zu betrügen und über den Tisch zu ziehen.

Die vor allem nach ihrer weitgehenden Vernichtung gepflegte Kritikimmunität ihren Völkern und Kulturen gegenüber ist dem schlechten Gewissen von denkenden Menschen wie etwa James Cooper geschuldet und als Versuch einer Art Wiedergutmachung zu verstehen, zudem entstand der edle Indianer zu einer Zeit, in der seine Verteufelung und Erniedrigung zum "Tier" gesellschaftsfähige Regel und pseudowissenschaftlich fundierte Lehre war, die in ihrer Menschenverachtung noch sehr viel verzerrender und verächtlicher war als obige, mit Verlaub. Erst informieren, dann schreiben, diese Art der Darstellung ist tatsächlich erstunken und erlogen. Tatsächlich machen es sich viele Amerikaner bis heute so leicht, Trump dürfte einer davon sein. Derlei aufrechterhaltene Geschichtsverfälschung und drastische Wahrheitsverdrehung ist mit ein Grund für mein Buch, das, wie man sieht, tatsächlich wichtig ist und offensichtlich notwendig. Die meisten Leute haben schlicht und ergreifend keine Ahnung und basteln sich zusammen, was ihrer jeweiligen Weltsicht entgegenkommt.

Perquestavolta

14.03.2017 22:23
#22 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Ob der rote Steinzeitmensch der bessere war als alle andern, wage ich zu bezweifeln. Überhaupt neigte der Mensch immer schon dazu, peinliche und weniger rühmliche Begebenheiten in seiner Eigenbiografie als großartige Leistung von heldenhafter Notwendigkeit und besondes klägliches Versagen, als Entscheidung weisester Erkenntnis zu verzieren, wenn denn schon überhaupt darüber geredet werden muss. Nein, ich glaub wirklich nicht, dass Indianer die besseren und friedlicheren Menschen waren, oder gar weniger eitel. Sicher waren sie besser an die Einzugsgebiete ihres Lebensraumes angepasst... Und da sie mindesten eine genau so hohe Kindersterblichkeitsrate hatten, wie alle anderen Steinzeitmenschen zu ihrer Zeit auch, haben sie notgedrungen enger zusammenhalten (Kooperation) müssen, um gegen die Unberechenbarkeiten der Natur zu bestehen.

Wären sie tatsächlich so edel und selbstlos tugendhaft gewesen, wie sie von romantischen Geschichtsverklärern immer hochgehalten werden, dann wären sie sicher nicht so leicht vom weißen Mann zu kaufen gewesen.. der ihnen für 2 Musketen und 3 Flaschen Feuerwasser hunderte Hektar Lebensraum auf einmal abnahm und dazu auch noch ein oder 2 Frauen geschenkt bekam.... Das war nur möglich, weil ihre Stämme sich untereinander, nie leiden konnten. Sich gegenseitig die Frauen, Ponnys, und sogar die Kinder klauten.. Kindersklaven waren bei den roten Steinzeitmenschen mindestens genauso beliebt, wie bei allen anderen Steinzeitmenschen auch. Besonders die ohne "Pimmel"! Frauen wurden in der Steinzeit nicht besonders alt und sahen meist älter aus, als sie tatsächlich waren, wenn sie denn überhaupt etwas älter wurden. Frauen waren zudem auch die wichtigsten Arbeitstiere, die das Leder der der Zelte und die Tierhäute der Kleidung weich zu kauen hatten und ohnehin immer in der Nähe ihre Kinder zu belieben hatten, um auch das Feuer zu hüten. Sicher gab es bei all dem auch Ausnahmen.. aber die große Mär des edlen und weisen Apatchenhäuptling ist mindesten genauso erstunken und erlogen wie der Mythos des edlen Rittertums.

Gysi

14.03.2017 15:42
#21 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Tja - was lese ich daraus? Gerechtigkeitsbestreben über die Staatsdomäne hinweg. Das hat was mit "evolutionärem Humanismus" zu tun, der unter dem Namen Julian Huxley ins Leben (Charta der Menschenrechte) gerufen wurde. Der Kolonialismus hat seine Wurzeln in unserer Geschichte und auch den (monotheistischen) Religionen. HEUTE fühlen wir den Rassismus und stoßen ihn ab! Das ist eine Entwicklung, die sich erfreulicherweise durch die Breite unserer Gesellschaften vollzogen hat! Trotz reaktionärer Strömungen wie Höcke oder von mir aus auch Trump. Wilders und Le Pen würde ich nicht dazu zählen - aber das wäre ein anderes Thema. Aber den Rassismus und die tieferen geschichtlichen Zusammenhänge der Geschichte und der Religionen lese ich als dein Thema aus dem FEDERHUT heraus. Ich kann nur sagen: Großartig! Wenn auch insgesamt schwer verdaulich. Und - dem wirst du mir zustimmen: Man muss es nicht lesen, um ein besserer Mensch zu werden... Wir sind schon besser geworden als die Nationalisten und Rassisten des 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts! Ansonsten gilt für den FEDERHUT das, was für andere Literatur auch gilt: Wer sich von ihm/ihr erfassen lässt, der lese! Sowas wie ein Karl May für Intellektuelle... (nein - Spaß.)

PS.: Ich freue mich, dass das Forum zu den "ploytheistischen Urreligionen" endlich mal eine Beachtung gefunden hat! Das hatte ich erst so vor zwei Jahren - auf Anregung Lukrez' - eingerichtet.

PPS.: Festzustellen ist aber leider auch, dass der Anti-Rassismus der schärfer ausgelegten Political Correctness eine freie Behandlung von Menschen anderer Rassen und Religionen weitgehend lähmt und sie mit Kritikimmunität umwickelt! Das ist negativer Rassismus und der gleiche Mist wie der Rassismus selbst!

Desperado

14.03.2017 11:53
#20 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Gysi im Beitrag #19
Den Vergleich der Religionen? Eine Werbung für den naturnahen (also realistischen) Animismus? Ging es dir darum, das Aggressionspotenzial des Christentums herauszustellen, das die Charaktere der Siedler prägte oder verstärkte?

Naja, da hast du ja aus dem Verschwindenden, was ich hier eingestellt habe, so einige Beweggründe herausgelesen. Wobei ich die Frage nach der Henne und dem Ei selbst nicht immer beantworten kann, manches ergab sich auch einfach beim Studieren meiner Bücher und der Übertragung in den "Slang" des Erzählers. Es finden sich unter anderem etliche Zitate sogenannter Christenmenschen darin, vom Journalisten bis zum Präsidenten, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Eine Hinterfragung gegenwärtiger Medien und ihrer "Informationspolitik" ist unumgänglich. Was wäre wenn... die Mechanismen unserer heutigen Zeit grundsätzlich dieselben geblieben wären? Der Vergleich mit Vergangenem regt immer zum Nachdenken über Gegenwärtiges an.

Auch zum Vergleich mit noch früherer Vergangenheit. War zum Beispiel die imperialistische Denk- und Vorgehensweise des Römischen Imperiums im Wesentlichen nicht äquivalent und adäquat? Hier die überlegenen Kulturträger und -bringer und dort die wilden und blutrünstigen Barbaren? Die es entweder zu zivilisieren gilt oder auszurotten? Vor dem Hintergrund der europäischen Geschichte erscheint die systematische Ausrottung der Natives geradezu traditionell. Auch die der Aborigines Australiens usw., kurzum der Kolonialismus in jedweder Ausprägung und Gestalt. Kommt massive Einwanderung und der damit einhergehende Anspruch auf Landgewinn hinzu, wird das Ganze mörderisch. In der Regel war das der Genozid an den indigenen "Eingeborenen" von Anfang an, sowohl ideologisch als auch religiös fundiert, das namenlose Massenmorden wurde mit der gewissenlosen Selbstverständlichkeit einer überlegenen Rasse konsequent und zielgerichtet durchgeführt. Der rote Mann hat dieses fruchtbare Land nicht verdient, das er nicht urbar zu machen versteht oder schlimmer noch gewillt ist. Also darf er vertrieben und erschlagen werden, und zwar im ausdrücklichen Auftrag des Gottes der Christenheit, der seinem bevorzugten Volk dieses auf lästerlich widerbiblische Weise ungenutzte Land geschenkt(!) hat. Diese Überzeugung war noch im Neunzehnten Jahrhundert vorherrschend. So lange ist das noch nicht her. Wieviel davon steckt noch in den Köpfen des heutigen Menschen, wo lässt es sich immer noch beobachten? Was erklärt sich daraus, bis heute?

Ob man jetzt einen Wälzer zu dieser Erkenntnis braucht... nun, auf wie viele Seiten kommt Harry Potter im Ganzen? Das ist der Freiheit des Autors überlassen, und bei aller Überwindung, die mich Manches gekostet hat auf Grund bloßer Wiedergabe von unsäglich Schrecklichem, hat mir das Schreiben ja auch sehr viel Spaß gemacht. Die Gestalt des Desperado entwickelte im Laufe der Monate und Jahre eine Eigendynamik, die ich ihr anfangs selbst nicht zugetraut hätte. Manchmal diktierte mir der schillernde Bursche die Kapitel regelrecht, er nahm mich mit auf seinen Ritt und nicht umgekehrt. So soll das auch sein. In vielen historischen Romanen irren moderne Menschen durch eine rätselhafte und erschreckende Welt, der Desperado kannte keine andere und erst recht keine zukünftige, sein Denken ist bei aller Kritikfähigkeit immer wieder antiquiert und überholt. Manchmal sogar tendenziell reaktionär, zumindest aus heutiger Sicht, doch nur so lässt sich Authentizität erreichen, ein Kind seiner Zeit eben, geprägt von seiner Umwelt, der Rest wird dem Leser überlassen.

Auch wir sind Kinder unserer Zeit, und Vieles, was uns selbstverständlich, ja progressiv erscheint, wird bei den Menschen der Zukunft ungläubiges Kopfschütteln hervorrufen. Auch dieser Aspekt ist fester Bestandteil meines Buches. Eine Zeitreise allein genügt nicht, es gilt, Alles nach der damaligen Zeit Kommende vollkommen vergessen zu haben. Gar nicht so einfach, mitunter schlicht unmöglich. Im Großen und Ganzen aber ist es mir geglückt, eben weil der Desperado irgendwann die Zügel führte. Vielleicht wäre es mir sogar schwerer gefallen, als gebürtiger Amerikaner mit dieser mitunter sarkastischen Unbefangenheit an die Materie heranzugehen. Ich gehe davon aus, ein hemmungslos schonungsloses Buch wie den Federhut konnte nur ein Europäer schreiben (vielleicht sogar nur ein Deutscher mit ähnlich schuldbeladener Vergangenheit, aber das sei dahingestellt).

Meine Mutter erzählte mir hundertmal die Geschichte, in der sie mich noch im Vorkindergartenalter fragte, was ich denn einmal werden wolle. Meine Antwort kam so schnell wie bestimmt: "Indianer". Aber ich hätte doch eine weiße Haut, gab sie zu bedenken, die würden doch sofort merken, dass ich keiner von ihnen bin. "Dann mal ich mich einfach an", erwiderte ich unbeirrt. Diese kleine Anekdote nur, weil du mich nach dem Anfang meines Interesses für Indianer gefragt hast. Selber kann ich mich nicht mehr dran erinnern. Im Fasching war ich denn auch der "Kleine Bär". Von dem gibt's immerhin ein Foto.

Gysi

14.03.2017 09:49
#19 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Desperado
Es handelt sich um die Wiedergabe von Tatsachen. (...) Du müsstest das Buch wirklich lesen, um zu sehen, dass es um keine Abrechnung geht

Ich habe das gelesen, was du hier reingebracht hast - und alle deine Beiträge dazu. Das vermittelt mir schon den Eindruck, dass es dir um eine Abrechnung geht. Hat der nordamerikanische Siedler ja auch verdient. Der Siedler aus dem 19. Jahrhundert. Und jetzt haben wir das 21. Ich verstehe deine Motivlage nicht. Und die musst du doch gehabt haben! Den Vergleich der Religionen? Eine Werbung für den naturnahen (also realistischen) Animismus? Ging es dir darum, das Aggressionspotenzial des Christentums herauszustellen, das die Charaktere der Siedler prägte oder verstärkte?

Muss ich wirklich alle 3.400 Seiten lesen, um dich zu verstehen? Nach meiner Erfahrung ist eine Unterhaltung mit dem Autoren oder dem Träger einer Idee die effektivere Form der Kenntnisgewinnung. Ist doch schon in der Schule so gewesen, dass der Schweiger nichts mitkriegt oder nur wenig. Und der Fragesteller durch seine Wachheit entschieden mehr. Mir geht es um das WESEN, das Wesentliche. Um den Kern, die Botschaft, dein Motiv. Und jetzt sag nicht, dass das alles nicht vorhanden ist, nur das Bedürfnis, die Wahrheit zu erzählen... Dieses Bedürfnis steht nie alleine da! Nie ohne Botschaft und Motiv. Und die Wahrheit nie ohne Kern!

Desperado

13.03.2017 20:43
#18 RE: Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Gysi im Beitrag #17
Warum interessierst du dich so für die "Indianer"?

Aber mache aus dem "Weißen Mann" nicht das ewige Schwein.

Weil ich "ausgerottet" wurde? Kann ich nicht mehr so genau sagen, zu lange her.

Aber das tu ich doch gar nicht. Da müsste ich zuallererst bei uns Deutschen anfangen. Es handelt sich um die Wiedergabe von Tatsachen. Der Erzähler selbst ist doch weiß, und er versäumt nicht, immer wieder Ausnahmen von der Regel hervorzuheben. Du müsstest das Buch wirklich lesen, um zu sehen, dass es um keine Abrechnung geht (wofür auch?) und erst recht um keine "Hasspropaganda". Es war eben ganz genau so und nicht anders, da lässt sich die Wahrheit schon allein deshalb nicht verfehlen, weil es die Wahrheit ist. Ob und inwieweit dieser finstere Teil der jüngeren Geschichte, der leider allzu gerne beschönigt und verharmlost wird, ins direkte Gegenteil verkehrt oder einfach nur totgeschwiegen, und zwar bis heute, mit den Menschen der Gegenwart zu tun hat, möge jeder für sich selbst entscheiden. Der Erzähler kann sich die Frage höchstens theoretisch stellen, weil er die Zukunft nicht kennt.

Ich persönlich wüsste nicht, warum ich sie mir überhaupt stellen sollte. Ich bin ja noch nicht einmal Amerikaner.

Gysi

13.03.2017 19:20
#17 Himmelsfrau der Algonquin Diesen Beitrag zitieren

Zitat von Desperado
Die edle Rothaut gibt es nicht, schon gar nicht im Federhut.

Na, dann treffen wir uns ja. Aber du beschreibst eine progressive Kindererziehung unter den nordamerikanischen Ureinwohnern, fast antiautoritäre Gesellschaftsstrukturen - alles intakt und gut gereift. Kriege? Ungerechtigkeiten? Du mühst dich schon, die "Indianer" möglichst gut darzustellen. Mir fehlt die Kritik. Die gehört zur menschlichen Realdarstellung dazu.

Warum interessierst du dich so für die "Indianer"? Du selber bist ja keiner. Ist deine Reihe eine große Abrechnung gegen die "Weißen" an deren Statt? Traust du denen selber sowas nicht zu?

Immer wieder musst du darauf hinweisen, wie scheiße der "Weiße" - und wie vorteilhaft das Sozialverhalten der Ureinwohner war. Bei mir rennst du mit dem Lehr-Ergebnis offene Türen ein! ABER - unsere Verbrechen sind Vergangenheit, und Folgegenerationen zeigen, wie man sein Leben - und vor allem sein Gemeinschaftsleben - besser wuppt! Verbrecher musst du moralisch niederringen. Aber WIR - heute! - sind keine Verbrecher mehr! Dass aus einer Zeitepoche schlimmer Schweine bessere Menschen erwachsen können, sollte nicht unerwähnt bleiben! Manchmal brauchen wir auch mal was Aufbauendes und nicht nur die tribunalen Allgemeinurteile gegen das, was manche unserer Ururururväter verbrochen haben.

Du machst wunderbare Geschichtsschreibung. Aber ich finde es nicht in Ordnung, wenn der "Weiße Mann" durch sie mal wieder um einen halben Meter in den Boden gerammt wird. Wir müssen mit unserer Geschichte leben. Aber mache aus dem "Weißen Mann" nicht das ewige Schwein. Damit ist niemandem geholfen. Weil - auch lediglich subtile - Hasspropaganda nicht die Wahrheit trifft! Der Faden der Geschichte hat viele Opfer. Aber auch viele Lernende. Über die darf man auch mal was schreiben...

Wir Euroäer, wir Deutschen, Kinder von Christen und wir Männer - in Personalunion - haben wirklich die Arschkarte der Geschichte gezogen bekommen! Wir haben keine Chance auf einen Schutz durch die Political Correctness - auf uns darf der Ascheregen der Geschichte von Massenmördern, Rassisten, Unterdrückern und Chauvinisten ohne Grenzen niederrauschen - und wir haben dann auch noch "DANKE!" zu sagen...

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