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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 1.607 mal aufgerufen
Hinduismus, Buddhismus und Taoismus  
qilin

Beiträge: 3.552


28.06.2007 11:24
RE: Buddhismus & Atheismus Antworten
Nun, der Buddha hat (jedenfalls soweit man dem Palikanon Glauben schenken darf - und auf dem ist ja fast
alles aufgebaut was wir über ihn wissen) recht häufig über Götter gesprochen, sie aber nicht verehrt oder
ihre Verehrung empfohlen. IMHO hat er damit einfach die damaligen Vorstellungen als Grundlage für seine
'Verkündigung' verwendet (wie auch mit der 'Reinkarnation'). Upaya - 'nützliches Hilfsmittel' - nennt man
diese Methode im Buddhismus. In manchen seiner Reden hat er die Götter auch kräftig ironisiert, wenn nicht
sogar lächerlich gemacht... Metaphysische Fragen hat er meist rundheraus abgelehnt zu beantworten, weil
die Antwort irrelevant sei [vgl. das Pfeilgleichnis] - man könnte ihn vielleicht eher als Agnostiker bezeichnen.

500 Jahre lang, also bis Anfang unserer Zeitrechnung, war jede Abbildung des Buddha absolut verpönt,
die ersten Bilder und Statuen stammen aus der (stark vom Griechentum beeinflussten) baktrischen Kultur.
Bis dahin wurde er als Person symbolisiert durch einen Fußabruck, einen Sonnenschirm o.ä...
Dazu, ob er das wirklich gewollt hätte, gibt's einen Vergleich von dem bekannten Religionswissenschaftler
Frederic Spiegelberg in 'Die lebenden Weltreligionen':
In Antwort auf:
Es gibt da eine Geschichte von einer merkwürdigen Gruppe von Menschen, die sich um einen Mann scharten,
der Atheist und Agnostiker war, eine in Indien außerordentlich seltene Geistesverfassung. Er war ein Mensch,
der mit dem ganzen Korpus religiöser Übung, die zur Entartung der unmittelbaren Erkenntnis von Wahrheit führt,
aufräumen wollte. Er zog Jünger an, die sich an jedem Sonntag um ihn zu versammeln pflegten, während er zu
ihnen von seinen Prinzipien sprach. Mit der Zeit versammelten die Jünger sich, um auf das Erscheinen des
Meisters zu warten, denn sie kamen gern zusammen und sangen, ehe er kam. Schließlich wurde ein Gebäude
zum Schutze der Jünger errichtet und dem Agnostiker ein Zimmer darin eingeräumt. Nach seinem Tod wurde
es bei seinen Anhängern Regel, sich vor seinem leeren Zimmer zu verbeugen, ehe man die Halle betrat.
Auf einem besonderen Tisch wurde sein Bild in einem goldenen Rahmen aufgestellt, und Kinder legten Blumen
und Weihrauch dort nieder. In wenigen Jahren war eine Religion um diesen Mann gewachsen, der zu Lebzeiten
an nichts dergleichen geglaubt, ja, der seinen Anhängern vielmehr gesagt hatte, derartige Praktiken seien
in sich schlecht. Dies sei ein bescheidenes Gleichnis für die Entwicklung jeden Glaubens. Wenn wir zur
Betrachtung der verschiedenen Verzweigungen der historischen Entwicklung des Buddhismus kommen,
werden wir sehen, wie genau dieses Gleichnis ist.

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin


Themen Überblick
Betreff Absender Datum
Buddhismus & Atheismus qilin28.06.2007 10:10
RE: Buddhismus & Atheismus Ronnie7728.06.2007 10:32
RE: Buddhismus & Atheismus Tao-Ho28.06.2007 10:39
RE: Buddhismus & Atheismus qilin28.06.2007 11:24
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