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Dieses Thema hat 72 Antworten
und wurde 1.922 mal aufgerufen
 Christentum
Seiten 1 | 2 | 3
kadesch Offline



Beiträge: 2.705

25.05.2007 10:07
Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

Jesus aus Sicht eines Psychologen

Tausende von Büchern würden über Jesus geschrieben,
dutzende Filme gedreht und in unzähligen Kirchen über ihn gepredigt.
Nahezu der größte Teil der Menschen kennt Jesus.
Nun gut...kennen ist ein etwas schwammiger Begriff, aber die meisten haben
diesen Namen schon mal gehört und haben auch einen vagen Begriff um wen es
sich dabei handelt.

Etliche christliche Gruppen und Kirchen berufen sich auf Jesus und sogar im
Koran ist Jesus etliche male erwähnt.
Aber wer dieser Jesus wirklich war, und was er im Sinn hatte, darüber gibt es
vermutlich so viele Überzeugungen wie es Menschen gibt die ihn zu kennen Glauben.

Für die einen ist er der Friedefürst der gekommen ist die Welt zu retten, für die anderen
ein Gottgleiches Wesen, und wieder für andere ist er es der uns dereinst im jüngsten
Gericht als Richter gegenüber sitzen wird.
Jesus ist deshalb so interessant, weil das was über ihn geschrieben steht
im höchsten Maße Raum für Interpretationen gibt. Und jede Zeit hat ihr eigenes
Bild von Jesus. Und diese Bild ist im höchsten Maße varierbar.

Mal ist er ein Gottgleiches Wesen, mal ein herumziehender Wander Rabbi,
mal der letzte legitime König von Israel, mal ein Prophet Gottes.
Aber wer war er wirklich?
Unser Fest umrissenes Jesusbild, welches aus der Entfernung betrachtet
wie eine Überlebensgroße Statue wirkt wird um so nebulöser je näher wir uns der
Gestalt Jesu nähern. Es wird immer verschwommener und unklarer.
Und irgendwann, so ging es mir zumindest, musste ich mir eingestehen,
daß ich zwar allerlei Wissen über Jesus aus der Bibel und auch dem Koran
schöpfen konnte, aber mir letztlich eigesthen musste...über den Menschen
Jesus, der sich hinter all den Geschichten verbirgt weiß ich fast nichts.

Jede religiöse Gruppe in der Jesus eine Rolle spielt hat ihr eigenes Bild von ihm
und eigene Dogmen über ihn. Etliche Kirchen berufen sich auf ihn, und in Rom
sitzt sogar sein "Stellvertreter" auf Erden.
Jeder hat sein Bild von Jesus und dieses Bild ist für jeden einzelnen "Wahr"
Ich kenne viele Menschen die fest an Jesus glauben und die ihn in höchsten Tönen
preisen. Auf der einen Seite finde ich es ja schön dass Jesus so vielen Menschen
einen festen Halt und Zuversicht gibt. aber es macht mir auch ein wenig Angst.
Angst nicht vor Jesus, sondern daher rührend daß es Menschen gibt, die ohne
Zweifel mitten im Leben stehen, und völlig realistische Ansichten haben.
Aber im Bereich der Religion sind sie bereit alle ""Wunder" die Jesus laut der
Überlieferung getan haben soll, für real halten. Bereitwillig werden alle möglichen
Dogmen geglaubt und meist auch eingehalten. Zuweilen trägt es oft merkwürdige
Züge, wie beispielsweise Büßerzeremonien in denen sich Menschen selbst geißeln,
oder gar ans Kreuz nageln lassen, oder dass sie Freitags Fisch essen usw..
Ich möchte mich hier nicht in der Tiefe verlieren, und auch das Essen von Fisch soll ja
Gesund sein,...aber das meine ich hier nicht...
Ich möchte nur auf die Manipulation aufmerksam machen, in der sich viele befinden.
Es wurden in der Vergangenheit die aberwitzigsten Erwartungen an Jesus gestellt.
aus Psychologischer sicht kann ich nur vermuten dass Jesus tatsächlich an
sich und seine Mission geglaubt hat. Und dass er seinen Weg bis zum ende gegangen
ist. Und dass auch Zweifel und Hoffnungslosigkeit zuweilen über ihn gekommen
ist. Aber er ist sich selbst treu geblieben, weil er von sich überzeugt war.
Ob er das Kreuz überlebt hat, oder nicht spielt in letzter Konsequenz keine Rolle.
Ob er ein Revoluzzer gegen Rom war oder ob er den jüdischen Thron besteigen wollte,
das alles sind Spekulationen. Und an der Kernaussage von Jesus, der Nächstenliebe
ändert es nichts.
Nehmen wir an er hätte das Kreuz tatsächlich überlebt. Und schieben wir jetzt mal
jede Wundertätigkeit in diesem Punkt beiseite.
Nehmen wir an er wäre wirklich durch einen Kuhhandel mit Pontius Pilatus
irgenwie dem Kreuzestod von der Schippe gesprungen.
Würde damit nicht die Auferstehung, in welche so viele ihre Hoffnung legen,
als Märchen entlarft? Und was wäre wenn Jesus dann eventuell mit 50, 60 oder
70 Jahren irgenwo gestorben ist? Wenn er ein gewöhnlicher Mensch war,
und es keine Auferstehung gab? Und auch klar ist dass er niemals wieder kommt?
Was ist dann?
Wie oft wurde vom unmittelbaren kommen des Messias gepredigt, und wie viele
habe schon in der Erwartung der Wiederkehr Jesus Haus und Hof verkauft und
wie viele sind in der Erwartung der Wiederkehr alt und grau geworden.
Was ist bisher geschehen...Nichts.

Mir ist klar dass ich bei denen die fest an Jesus glauben gegen die Wand rede,
dass sie auch weiterhin am Buchstaben kleben und nicht davon abweichen werden.
Aber ich möchte mal ein kleines Beispiel nenne welches mich teilweise amüsiert
und teilweise sehr nachdenklich macht.
Ich denke jeder hat mal den Namen Harry Potter mitbekommen.
Ich kann mich genau entsinnen wie energisch verschiedene Kirchen gegen diese
Romane Sturm gelaufen sind.
Dieser Romanheld wurde verteufelt und in die Nähe des großen Verderbers und
Antichristen gestellt.
Und spätestens hier sollte man die Notbremse ziehen. Auf der einen Seite
wird ein Romanheld von Kirchen verunglimpft aber auf der anderen Seite dem Gläubigen
abverlangt an "auf dem Wasser wandeln" "Tote Erwecken" "Wasser in Wein verwandeln"
zu glauben.
Ist es nicht eher der Wunsch der Menschen, gegen jede Vernunft, an solche Dinge glauben zu
wollen? Ist es nicht unsere Phantasie die uns dazu brignt an solche Dinge zu Glauben?

Sehen wir uns doch einmal Jesus selbst an.
Er war nicht der starke Supermann, der Übermensch, der allmächtige.
Er war nur ein Mensch. Mit allen Zweifeln und Sorgen die auch uns innewohnen.
Was er nun wirklich wollte, das wird vielelicht für immer im Dunkeln bleiben.
Und es spielt auch keine wirkliche Rolle.
Der echte Jesus hat mit der überlebensgroßen Figur zu der er im Lauf der Zeit gemacht
wurde nichts zu tun. Das wurde ihm Posthum alles übergestülpt.
Vor einem Menschen der selbstkritisch die Bibel liest und der in Jesus ein Vorbild sieht,
vor dem habe ich Respekt. Denn Nächstenliebe und das Niederreißen von Gesellschaftlichen
Schranken ist auch heute noch ein Thema was uns alle angeht.
Dabei geraten alle anderen Aspekte in den Hintergrund.
Ob er nun über Wasser wandelte oder Tote aufwecken konnte, das spielt keine Rolle.
Den Menschen Frieden zu bringen, Frieden mit sich selbst und mit anderen das ist die Botschaft
die Jesus zu einem der größten Menschen macht. Und wenn wir diese Botschaft umsetzen
würden, dann bedürften wir nicht der Hoffnung in eine Bessere Welt.
Sondern diese bessere Welt hätten wir schon hier und heute.
Und das ist der Große Vorwurf den ich den Kirchen mache.
Sie tun wenig um die Not hier und jetzt zu lindern, sondern vertrösten uns auf eine bessere
Welt..später irgendwann. Ich denke die Botschaft von Jesus war nicht uns in einer besseren Welt
im Jenseits zur Seite zu sitzen, sondern dass wir anfagen sollten heute hier und jetzt
an dieser besseren Welt zu arbeiten.
Dies sehe ich als die eigentliche Botschaft von Jesus an.

Gruß Kadesch

Glaube ist Aberglaube

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.065

25.05.2007 11:58
#2 Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten
Ich bin mir nicht sicher, ob Jesus wirklich die ganze Welt im Auge hatte oder nicht doch "nur" seine kleine israelische und eine Konfliktlösung mit der römischen Besatzungsmacht. Es ist die Sehnsucht der Menschen, aus der Urangst vor dem Tod befreit zu werden, die (den paulinischen) Jesus (als mystische Figur) so groß machten - und damit die dahinterstehende historische Figur gleich mit. Frieden und generelle Konfliktlösungen brauchen wir auch, und vielleicht hat Jesus dazu auch seinen Beitrag geleistet. Andere aber auch und noch viel mehr. "Es werden andere größere Werke tun als ich.", soll Jesus gesagt haben. Recht hatte er. Woodrow Wilson, der die Idee zum Völkerbund, dem Vorläufer der UNO hatte, ist so einer. Abi Lincoln, die philosophischen Aufklärer, die demokratischen Leader, die visionären Philosophen wie Karl Marx, Freiheitskämpfer wie Nelson Mandela und Mahatma Gandhi, die Einzelkämpfer gegen die Armut und für den Frieden und das Glück der Menschen einer sich vereinenden Welt wie John Lennon, Bob Geldof, Bono, Karl-Heinz Böhm usf. Sie alle haben, dank ihrer heute möglichen Medienmacht, mehr geleistet als dieser Jesus von Nazareth. Womit ich seine Leistungen und seine Rolle in der Weltgeschichte nicht schmälern will. Es ist UNSERE Sehnsucht, die uns dazu treibt, diese Dinge zu tun und immer besser zu tun. Einen Gott brauchen wir dazu nicht - im Gegenteil, er ist hinderlich und entfremdet uns unsere wirklichen Ziele. Die Idee "Gott" hat den Menschen insgesamt mehr geschadet als geholfen.

Gysi

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

25.05.2007 13:30
#3 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

@empora

danke für die Links.

@Gysi

ob Jesus nun nur die Juden oder die ganze Wlet als Zielgruppe
hatte, spielt an der Botschaft der Nächstenliebe eigentlich keine Rolle.
Es sit ja Allgemein eine Wünschenswerte Sache.
Und diese Botschaft sehe ich auch nur in einem Jesus in der Rolle des "christus"
Was der Rabbi Jeshua der ja hinter all dem Jesuskult so völlig in den Hintergrund
gedrängt wird, wirklich vor hatte. Das werden wir wohl nie erfahren.

Was ich im Prinzip nur zum ausdruck bringen wolte, ist folgendes:
Egal ob Jesus nur sterblich oder göttlich war.
Es ändert nichts an der Aufforderung zur Nächstenliebe.
Sie sollte im Mittelpunkt stehen, dann wäre uns allen damit geholfen.

Allein die Nächstenliebe ist es schon wert in Jesus einen großen Menschen zu sehen.
Allerdings sollte man auch bedenken dass es nicht Jesus allein war der diesen
Gedanken im Programm hatte.
Aus der jüdischen Theologie sind wesentlich ältere Texte bekannt die diesen Gedanken vorweg nehmen.
Aber diese haben in erster Linie nur auf die Ehtik des jüdischen Volkes stärkeren Einfluss genommen.
Den Gedanken der Nächstenliebe auch ausserhalb des Judentums zu verbreiten dieses verdienst gebührt
Jesus, bzw. Paulus der aus dem Rabbi Jeshua den Jesus Christus gemacht hat.
Ich persönlich, stehe Jesus nicht ablehnend gegenüber.
Ich lehne nur vieles ab was die späteren Kirchen aus Jesus gemacht haben.

Jesus hat die Welt verändert. Und dies vermutlich noch nicht einmal absichtlich.
Er konnte ja nichts dafür dass man seine Person mit allerlei anderen Figuren wie z.B
Mithras vermischte. Wir erinnern uns an die Geschichte vom Kindlein in der Krippe,
und den Hirten vom Felde. Und auch der Strahlenkranz als Attribut sind direkt auf den
Mithraskult zurückzuführen.
Jesus und Maria finden ihre Entsprechung ja bei Isis und dem Horuskind, usw.
Aber für diese auf ihn nach seinem tod übertragenen Attribute kann der echte Jesus
alias Jeschua ja nichts.
Auf ihn wurde nur alles übertragen was die Menschen für Wünsche und Hoffnungen haben.
Was beispielsweise die hinter den Wundern von Jesus wie die Heilung von Besessenen, oder blinden,
oder die auferweckung von Toten usw steckt darüber kann nur spekuliert werden.
Ich vermute dass Jesus eine solide Ausbildung in Medizin hatte und auch mit Methoden der
heutigen Psychologie vertraut war.
auf jedemfall muss er Dinge getan haben die dem normalen volke übernatürlich erschienen.
Daher ist es von der Verehrung dieser Taten bis zum dazuerfinden von weitern Wundertaten
nur ein winziger Schritt.
Jedenfalls kann ich nachvollziehen wie der Schritt vom Rabbi Jeshua zum Erlöser
jesus Christus von statten ging.
Und hinter all diesen wundersamen Attributen geht das Kernthema der Nächstenliebe
irgendwie unter.
sicher haben andere Menschen der Welt temporär vielleicht mehr geschenkt.
Aber retrospektiv mal 2000 jahre betrachtet ist das was Jesus tat (ob wissentlich oder unwissentlich)
eine Tat wie sie nur wenige andere vollbrachten.

Und das schreibe ich an nicht-Christ.

Auch wenn ich nicht an Jesus christus als Erlöser Glaube,
verneige ich mich vor dem Menschen dahinter.

Glaube ist Aberglaube

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.065

25.05.2007 15:38
#4 Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Den Gedanken der Nächstenliebe auch ausserhalb des Judentums zu verbreiten dieses verdienst gebührt Jesus, bzw. Paulus
Die Nächstenliebe ist keine Erfindung des Judentums. In den vedischen Schriften steht auch schon was darüber. Sie ist auch keine "Erfindung", sondern eine Entdeckung. Irgendwann kommt man eben darauf, dass es besser ist, sich einander gutzustellen, statt sich die Köppe einzuschlagen. Liebe ist schöner als Hass. Jesus, Jesus, Jesus... Was ist mit Mahatma Ghandi, Martin Luther King, Immanuel Kant, Sigmund Freud, Alexander Neill und alle alle anderen und auch unbekannte Leute, die ihren Teil zu mehr Verständnis, Fortschritt, Glück und Liebe unter den Menschen beigetragen haben? Ist Jesus der Katalysator ihrer Lebensleistungen? Oder ist es ihre eigene Liebe zu den Menschen selbst? Jesus ist o.k., aber maßlos überschätzt.

Gysi

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

25.05.2007 19:28
#5 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

Der Mensch ist ein Herdentier, man sieht ja auch bei anderen Primaten, dass sie sich nicht gegenseitig den Schädel einschlagen.
Die "Nächstenliebe" ist etwas selbstverständliches, auch wenn es mit "Liebe" etwas drastisch ausgedrückt ist(aber so läuft das mit Publicity nun mal), besser wäre "Respekt" oder "Achtung".
So wie man aber (genetisch bedingt) Bekannte und Verwandte achtet (einige Menschen haben sich von dem Verhalten wohl entfernt), so hat man immer Feinde und Menschen, die einem einfach egal sind.

Diese Menschen zu lieben ist praktisch unmöglich, sooft es auch immer (angeblich) von einem Jesus gepredigt wird. Einen Feind kann man höchstens ein wenig "respektieren", doch auch nur wenn die Feindschaft nicht zu stark ausgeprägt ist.
Die "Nächstenliebe" ist nicht schwer, dass ist gesellschaftliche Pflicht: ansonsten würde Anarchie herrschen.

Es ist nichts Besonderes oder Großartiges, auch wenn es so hochstilisiert wird.
Viel besonderer (oder merkwürdiger) ist meiner Meinung nach die "Feindesliebe", die vollkommen abseits der Realität ist. Tausend Mal gepredigt, aber nie zustande gekommen.

Ob Jesus selbst seinen "Feinden die andere Backe hingehalten hat" und für seine "pazifistische Botschaft" gestorben ist, zweifle ich stark an.(wieviel Gehalt hätten die vorherigen Äusserungen, wenn Jesus sein Schwert zieht und auf die Römer los geht, was er vielleicht getan hat)
Selbst wenn, erreicht hat er damit nichts, nada, die Menschen haben weiter im Krieg gelebt, so wie es heute tun und schon immer getan haben.
Viel mehr bewundere ich da Sokrates, der (auch) für seine persönliche Einstellung in den Tod gegangen ist, aber nicht mytisch bis zur Göttlichkeit erhöht wurde.
(Vielleicht wurde die Geschicht ja von da ein wenig abgekupfert)

Da sieht man, wohin das Ganze führt: Wäre Jesus nicht von kreativ begabten Menschen zum Gott gemacht worden, hätte man seine Botschaft maximal als philosophische Ansicht abgetan und kaum Einer würde sich näher für ihn und sein "Werk" interessieren.

Armer Sokrates.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

89 ( Gast )
Beiträge:

25.05.2007 19:59
#6 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

Zitat von kadesch

Auch wenn ich nicht an Jesus christus als Erlöser Glaube,
verneige ich mich vor dem Menschen dahinter.


Die Botschaft von Jesus, so sie denn so wahr genommen wird wie in der Bibel, ist ziemlich simpel, naiv und verbrämtes Wunschdenken. Die Nächstenliebe eigentlich nur mit gesunder Sozialkompetenz zu übersetzen. Und diese "menschliche" Botschaft wurde durch den gnadenlosen Hype des paranoiden Paulus zur Revolution aufgebauscht.

Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

27.05.2007 17:56
#7 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

Ich schließe mich der Meinung an, dass der wirkliche Jesus "verfälscht" wurde.
Die christlichen Gelehrten scheinen alles unternommen zu haben, um aus Jesus eine "brauchbare"
Ikone zu machen.
Statt den Frieden in die Welt zu bringen kamen Krieg und Zerstörung.
Warum sucht denn niemand den Frieden bei sich selbst?
Wenn jeder seinen inneren Frieden findet, dann braucht man außerhalb keine Kriege führen.
Ja die Erfindung Gott und die ganzen Kirchen haben nichts für den Frieden getan.
Sie haben der Menschheit mehr geschadet.

Ich habe einmal einen Vortrag über die Geschichte von der Erweckung des Lazarus gehört:
Als Lazarus erkrankte wurde nach Jesus geschickt, als dieser zu Lazarus kam, war er bereits 4 Tage tot.
Er lag bereits bestattet in einer Höhle, davor wurde ein Stein gelegt, wegen dem Verwesungsgeruch.
Jesus trat vor die Höhle und rief: "Lazarus komm heraus"!
Da kam er wirklich aus der Höhle gekrochen

Alle Priester und Gelehrten haben die Geschichte so interpretiert als hätte Jesus Lazarus von den Toten erweckt.
Ja, so etwas kann auch ich glauben, aber nur, wenn ich es selbst sehe
Die Bedeutung dieser Geschichte liegt darin, dass jeder Mensch aus seiner dunklen Höhle hervorkriechen
muss!
Jesus kann dir nur den Weg zeigen, aber den musst du schon selber gehen.

Von der ganzen Dreifaltigkeit ist nur Jesus war, aber auch nur ein paar Prozent.


Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

27.05.2007 18:16
#8 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Jesus kann dir nur den Weg zeigen, aber den musst du schon selber gehen.


Und was ist der Weg? Die nötige Sozialkompetenz hab' ich schon, Feindesliebe bringt eh kein atmendes Wesen zustande und was soll ich mit dem Rest?

Mir ein Kreuzchen basteln und davor beten?

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-Anonym

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

27.05.2007 23:14
#9 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

Nein. Befolge die Gebote Gottes und glaube an Jesus Christus, musst du natürlich nicht...

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

27.05.2007 23:21
#10 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

@ Ronnie 77

In Antwort auf:
Ja die Erfindung Gott und die ganzen Kirchen haben nichts für den Frieden getan.
Sie haben der Menschheit mehr geschadet.


Stimmt wären wir doch bei den alten Griechen geblieben, den ihr Atheismus war auch viel besser als irgend eine Religion...

In Antwort auf:
Alle Priester und Gelehrten haben die Geschichte so interpretiert als hätte Jesus Lazarus von den Toten erweckt.
Ja, so etwas kann auch ich glauben, aber nur, wenn ich es selbst sehe
Die Bedeutung dieser Geschichte liegt darin, dass jeder Mensch aus seiner dunklen Höhle hervorkriechen
muss!
Jesus kann dir nur den Weg zeigen, aber den musst du schon selber gehen.


Ne ne, das ist schon so zu verstehen wie es da steht, hier musst du nicht um drei Ecken denken wie bei manchen Lehren Jesu.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.05.2007 09:07
#11 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Nein. Befolge die Gebote Gottes und glaube an Jesus Christus, musst du natürlich nicht...


Hab' ich nicht gesagt, dass ich schon die nötiger Sozialkompetenz hab?
Die liegt jedem gesunden Menschen (genetisch) im Blut, manche glauben halt, sie brauchen zehn Gebote und einen Messias um sie einzuhalten und andere nicht.

In Antwort auf:
Stimmt wären wir doch bei den alten Griechen geblieben, den ihr Atheismus war auch viel besser als irgend eine Religion...


Kapier ich nicht...erstens waren die alten Griechen keine Atheisten und wenn, dann waren es Philosophen und auf die kann man echt stolz sein!

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Christian D! ( Gast )
Beiträge:

28.05.2007 12:13
#12 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten
Der Atheismus war unter den Griechen sehr verbreitet.

In Antwort auf:
Die liegt jedem gesunden Menschen (genetisch) im Blut, manche glauben halt, sie brauchen zehn Gebote und einen Messias um sie einzuhalten und andere nicht.

Na dann laufen aber sehr viele kranke Menschen da drausen rum...
Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.05.2007 13:46
#13 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Der Atheismus war unter den Griechen sehr verbreitet.


Wie gesagt: Die griechische Philosophie war ein Lichtblick in der menschlichen Geschichte, größer als alle Religionen zusammen.

In Antwort auf:
Na dann laufen aber sehr viele kranke Menschen da drausen rum...


Wieso? Natürlich mal abgesehen von den unsinnigen Geboten, wie dem Verbot der anderen Götter und Götzenanbetung, werden die zehn Gebote ziemlich eingehalten.
Vieles daran ist halt einfach nicht mehr zeitgemäß, doch das soziale Miteinander hat sich nicht aus der Religion gebildet, sondern die Religion aus dem sozialen Miteinander. Damals war es halt üblich, wenn man gesellschaftliche Regeln aufstellte, gleich sagen zu müssen, dass sie direkt von "Gott" kommen, um ihnen Relevanz zu geben.
Selbst wenn einige ein gestörtes soziales Verhalten haben, so haben es die meisten nicht, das sieht man daran, dass unser Staat noch existiert und nicht Anarchie herrscht.


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Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

28.05.2007 16:38
#14 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

@Christian D

In Antwort auf:

Ne ne, das ist schon so zu verstehen wie es da steht, hier musst du nicht um drei Ecken denken wie bei manchen Lehren Jesu.


Glauben können wohl nur Blinde
Aber was bringt es einem daran zu Glauben, dass Jesus Lazarus erweckt hat.
Ein Gläubiger ist kein Erwachter.
Knallköpfchen, die sagen: "das ist halt unser Glaube", sind halt Schafe oder Papageien.
Aber das akzeptiere ich.
Meine Religionslehrerin komponierte sogar ein Lied und nannte es "Papageienlied"

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

28.05.2007 17:34
#15 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Glauben können wohl nur Blinde

Gut das du mir das sagtst, deswegen ist alles immer so dunkel...

In Antwort auf:
Aber was bringt es einem daran zu Glauben, dass Jesus Lazarus erweckt hat.

Das müsstest selbst du wissen; es soll ein Beweis seiner göttlichkeit sein.

In Antwort auf:
Ein Gläubiger ist kein Erwachter.


Tolle Weisheit! Hier ist meine: ein Atheist schläft nicht mal, er liegt im Koma.

In Antwort auf:
Knallköpfchen, die sagen: "das ist halt unser Glaube", sind halt Schafe oder Papageien.
Aber das akzeptiere ich.

Mein Lieblingsspruch ist: Ich glaube an nichts was ich nicht sehen kann...

Relix Offline

Wertekiller


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28.05.2007 19:20
#16 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

Zu Fragen des Glaubens(der wie Wissen behandelt wird) kann ich nur sagen:
"Ich weiß, dass ich nichts weiß."

Mehr ist schon zuviel gesagt.

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89 ( Gast )
Beiträge:

28.05.2007 19:32
#17 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
"Wahre Weisheit kommt von innen - nur bei Manchen, da habe ich den Eindruck, sie kommt aus der Flasche.


........und manchmal ist es nicht die schlechteste, die daraus kommt, sagt dir ein alter C. Bukowski-Fan.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.05.2007 19:48
#18 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
........und manchmal ist es nicht die schlechteste, die daraus kommt, sagt dir ein alter C. Bukowski-Fan.


Hab' ich auch schon festgestellt...

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

28.05.2007 19:50
#19 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Glauben können wohl nur Blinde
Aber was bringt es einem daran zu Glauben, dass Jesus Lazarus erweckt hat.
Ein Gläubiger ist kein Erwachter.
Knallköpfchen, die sagen: "das ist halt unser Glaube", sind halt Schafe oder Papageien.
Aber das akzeptiere ich.
Meine Religionslehrerin komponierte sogar ein Lied und nannte es "Papageienlied"


Ok fassen wir Zusammen, wir - die Gläubigen - sind also mindestens blind und im geistigen Dämmerzustand. Naja, es ist wohl doch eher das, was DU glaubst...


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Relix Offline

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Beiträge: 3.480

28.05.2007 19:58
#20 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten
In Antwort auf:
Ok fassen wir Zusammen, wir - die Gläubigen - sind also mindestens blind und im geistigen Dämmerzustand. Naja, es ist wohl doch eher das, was DU glaubst...


Der Blindheit würde ich nicht unbedingt zustimmen und der Geistige Dämmerzustand trifft meiner Meinung nach nur auf Religiöse zu.

Ich würde Glaube einfach als gnadenlose Selbstüberschätzung definieren.

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Christian D! ( Gast )
Beiträge:

28.05.2007 21:01
#21 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten
Selbstüberschätzung wohl kaum... eine (auch)christliche Tugend ist Demut
SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

28.05.2007 21:16
#22 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Selbstüberschätzung wohl kaum... eine (auch)christliche Tugend ist Demut

Das ist sehr richtig. Und doch denkt längst nicht jeder Gläubige so. Tatsächlich kann Glauben eine Art "Elite-Denken" schüren, wenn man von sich und seiner meinung so vereinnahmt ist, dass andere meinungen und ihre träger unterdrückt werden. Insofern ist Relix rechtzugeben. Dass dies aber auf alle Gläubigen zutrifft, wage ich zu bezweifeln; und Pauschalisierungen dürften es einfacher machen, aber nicht richtiger!


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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

28.05.2007 22:43
#23 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Dass dies aber auf alle Gläubigen zutrifft, wage ich zu bezweifeln; und Pauschalisierungen dürften es einfacher machen, aber nicht richtiger!


Sehe ich genau so. Womit wir wieder beim alten Thema wären, nicht die Theorie ist entscheidend sondern die Praxis.
Oder anders gesagt, gesellschaftlich nützliches Handeln ist weniger von der Weltanschauung abhängig, sondern mehr von der Person.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

11.06.2007 21:32
#24 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Aus der dumpfen Angst heraus nicht zu begreifen was vorgeht, muss die Welt der Bigotten statisch sein und es auch auf ewig bleiben. Konzepte wie die flache Erde als Zentrum des göttlichen Universums oder eine Sonne die sich um die Erde dreht, waren und sind dem größten Einfaltspinsel verständlich. Man brauchte sich nicht mit gekrümmten Räumen, relativer Zeit, Rotlichtverschiebung, fremden Sprachen, C-14 Datierungen, Dendrologie und Aminosäuren abmühen. Das ist doch alles Mumpitz, wozu also überhaupt denken?. Wissenschaft ist kompliziert, erfordert ein hohes Fachwissen und Jahre Erfahrung mit den Fakten und eine ganz spezifische Denkweise, die bereit ist alles in Frage zu stellen.
Kannst du das wirklich für alle Theisten behaupten? Muss jeder Wissenschaftler Atheist sein?

In Antwort auf:
Diese Menschen haben Millionen Mitmenschen zum Segen ihres Gottes in Kriege getrieben, auf Scheiterhaufen verbrannt, gefoltert, beraubt, bestohlen und betrogen. Und sie werden es wieder tun. Genau so sehr wie sie blind und fanatisch sind, genau so wenig sind sie belehrbar bzw. willens sich in ihrem Handeln den gesellschaftlichen Mehrheiten und Vorgaben zu beugen.

Wie wärs mal mit einer Alternative? Rumkeifen können wir alle.


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the swot ( Gast )
Beiträge:

11.06.2007 21:38
#25 RE: Die Botschaft Jesu aus Sicht eines Psychologen antworten

In Antwort auf:
Muss jeder Wissenschaftler Atheist sein?


Naja es gibt doch recht viele Naturwissenschaftlicher die selbst sagen, dass sie an G´tt glauben. Die anderen belächeln sie deswegen...

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