Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!"
Für Säkularismus und Religionskritik!


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 200 Antworten
und wurde 7.172 mal aufgerufen
 Judentum
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 9
Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

10.06.2007 23:40
Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Was ist Judentum? Was bedeutet authentisches, orthodoxes, strenggläubiges oder Tora-treues Judentum? Es ist Glaube und zugleich Gewissheit, dass der Schöpfer dem jüdischen Volk am Berg Sinai die Tora enthüllt hat. Die Tora ist in zwei Teile gegliedert: In das geschriebene Gesetz, die Fünf Bücher Moses, und das mündliche Gesetz. Die mündliche Tora wurde viele Generationen hindurch weitergegeben: Von Moses zu Joschua, von Joschua zu den Ältesten, von denen zu den Propheten und sie übergaben sie den Männern der großen Versammlung und jene gaben sie weiter an die Rabbanan und ihre Nachfolger, die sie schließlich in schriftlicher Form in Mischna und Talmud festhielten. Der Talmud umfasst die meisten rabbinischen Kommentare. Vervollständigt wird das ganze selbstverständlich durch die hebräische Bibel, die wir TaNaKH nennen, ein Akronym für Tora, Newiim (die Prophetenbücher) und Khetuwim (die Hagiographen). Tora lässt sich auch als "Lehre" übersetzen, das heißt, dass alles, was sich mit dem Schöpfer und Seiner Schöpfung und den Geheimnissen dieser und der kommenden Welt auseinandersetzt, als Tora bezeichnet werden kann, folglich beispielsweise auch der Heilige Sohar und viele, viele andere Schriften.

Der Judaismus lehrt seit jeher, dass ein Jude an die Tora glauben und seine Religion mit all ihren vielen detaillierten Gesetzen [613 an der Zahl] ausüben muss, ohne auch nur ein Jota von diesen Geboten abzuweichen. Der Judaismus kennt keinen Zwang zur Bekehrung von Nichtjuden. So sind denn auch alle Konvertierungen zum Judentum immer freiwillig erfolgt. Vom Nichtjuden verlangt die Tora, dass die ganze Menschheit an den Einen G-tt glaube und Seine fundamentalen Gesetze der Moral befolge, wie sie ebenfalls in der Tora festgehalten sind. Ein solcher Mensch wird als rechtschaffen angesehen und Anteil an der kommenden Welt haben. Und so lebten die Juden Generationen auf Generationen im Einklang mit dem Gesetz G-ttes, demütig und rein, vertieft in das Studium und Ausüben des Willens des Schöpfers und seinen vielen Geboten in der Tora.

Im Zuge der europäischen Aufklärung wurde jedoch das Fundament der jüdischen Existenz angegriffen. Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Volkes wandten sich viele Juden vom Glauben an die Tora ab. Außerdem entstanden verschiedene Gruppierungen, welche zwar die jüdische Identität erhalten wollten, aber gleichzeitig die Ausrichtung auf den Schöpfer als Mittelpunkt des jüdischen Lebens aufgaben und damit auch den Gehorsam gegenüber der Tora – wie beispielsweise die Reformjuden oder später die konservative Bewegung.

Historisch gesehen ist der Zionismus bloß einer dieser vielen zur letzten Jahrhundertwende aufgekommenen Versuche, eine säkulare (weltliche) jüdische Identität zu schaffen. Doch entgegen anderen Bewegungen war der Zionismus letztendlich sehr erfolgreich. Vielleicht deshalb, weil er auf einzigartige Weise traditionelle Ideen mit einer neuen Ideologie verwob.

Abraham war sowohl der Urvater des jüdischen Volkes wie auch seiner arabischen Vettern. Er wird in der Bibel als "Fürst G-ttes unter uns" bezeichnet (Genesis 23:6). Da der Mensch nicht in Isolation lebt, ist es des wahrhaft religiösen Menschen Ziel, einen Grad an Hingabe zu erreichen, der in anderen Menschen ebenfalls den Wunsch nach G-ttesfurcht weckt. Seit den Tagen Abrahams war dies eine wichtige Aufgabe des jüdischen Volkes. Die Offenbarung am Sinai legte eine enorme Bürde auf die Schultern unseres Volkes. Wir waren dazu aufgerufen, ein "Königreich von Priestern und eine Heilige Nation" zu sein (Exodus 19:6). Durch die Zeitalter hindurch lebten die Juden ein demütiges, heiliges Leben, suchten den Frieden zu allen Menschen und bemühten sich, loyale und kooperative Bürger jener Nationen zu sein, in denen sie lebten – genauso wie es der Allm-chtige von ihnen verlangte.

Gemäß dem traditionellen Tora-Glauben war das Heilige Land ein Geschenk G-ttes an das jüdische Volk, allerdings geknüpft an Bedingungen. Es war ein Ort, wo man G-tt anbeten sollte. Die Bibel prophezeite jedoch, dass die Kinder Jisraels aus ihrem Land verbannt und ins Exil geschickt würden, sollten sie ihre geistige Aufgabe nicht erfüllen. Diese Verbannungsstrafe wird solange andauern, bis es dem Herrn in Seiner Gnade gefällt, der Geschichte, wie wir sie kennen, ein Ende zu bereiten. Dann wird die messianische Ära beginnen, eine Zeit der universalen Bruderschaft und des Friedens. In dieser vom Schöpfer verheißenen Zukunft wird die ganze Menschheit friedvoll und harmonisch Ihn als den Einen G-tt anerkennen und anbeten, mit dem Heiligen Land und der Stadt Jerusalem als Zentrum.

In einem Gebet, das an jedem wichtigen jüdischen Feiertag gesprochen wird, finden wir folgende Worte: "Und unserer Sünden wegen wurden wir aus unserem Land vertrieben und von unserem Boden entfernt. Nicht heraufkommen und vor Dir erscheinen können wir, noch uns vor Dir niederwerfen." Diese Gebete sind nichts neues für jene, die sie geschrieben haben und sie bis heute beten. Seit der Tempelzerstörung glaubte unser Volk die ganze jüdische Geschichte hindurch, dass unsere Verbannung eine g-ttliche Strafe sei. So wagte es auch kein Jude während den Jahrtausenden unseres Exils (Diaspora), die Zerstörung des Tempels durch die Römer auf das Unvermögen der jüdischen Streitmacht zurückzuführen. Vielmehr ging der Tempel physisch verloren, weil das jüdische Volk versagt hatte, nach den geistigen Geboten G-ttes zu leben. Deshalb hat kein Jude – trotz aller Ausgrenzung und Verfolgung – je vorgeschlagen, man solle das Heilige Land mit Waffengewalt zurückerobern. Das Exil war zwar eine physische Tatsache, doch wurde es durch rein geistige Kräfte herbeigeführt und aufrechterhalten.

Aus diesem Grund können und werden nur Kräfte die Diaspora beenden und die versprochene Ära des Friedens und einer weltweiten Bruderschaft einläuten, die von geistiger Natur sind. Sie bestehen aus den grundlegenden Bräuchen unseres Glaubens: Reue, Glaube, das Studium der Tora und gute Taten (Teshuva, Emuna, Bitachon, Limud haTora und Mitzvos). Außerdem bedeutet das schlussendliche Ziel – das Ende des Exils – nicht einen Staat – ein politisches Gebilde, begründet auf der Unterdrückung und Unterwerfung eines anderen Volkes. Im Gegenteil: Dies ist geradezu die Antithese zu jenem Ende der Diaspora, auf das wir hoffen: nämlich eine Spiritualität voller Bruderschaft, Harmonie und weltweitem Dienst an dem Einen G-tt.

Um es mit den Worten von Rabbi Samson Raphael Hirsch zu sagen, einem deutsch-jüdischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts: "Als während der Herrschaft des römischen Kaisers Hadrian sich die von Bar Kochba angeführte Revolution als verhängnisvoller Fehler erwies, wurde klar, dass das jüdische Volk einer grundlegenden Tatsache ständig gedenken muss: Niemals mehr darf das Volk Israel versuchen, sich seine nationale Unabhängigkeit durch eigene Kraft zu erkämpfen; es muss seine Zukunft als Nation ausschließlich in die Hände der g-ttlichen Vorsehung legen. (...) Es ist uns verboten, mit Mitteln nach der Vereinigung und Wiederinbesitznahme des Landes zu trachten, die nicht geistiger Natur sind."

Der Zionismus weist all dies zurück. Er besteht darauf, dass das Exil eine rein materielle Angelegenheit ist, hervorgerufen durch militärische und physische Schwäche. Der Zionismus rief das jüdische Volk dazu auf, sein Exil mit Waffengewalt zu beenden. Er führte Krieg, zuerst gegen die Briten und dann gegen die Palästinenser.

Der Versuch, das Exil mit rein weltlichen Begriffen zu erklären und dementsprechend zu handeln, ist nicht einfach nur eine fehlgeleitete Doktrin oder eine Entstellung der jüdischen Geschichte. Es ist ein Schlag gegen das Herzzentrum des jüdischen Glaubens.

Der Maharal von Prag, ein tschechoslowakischer Rabbi und eine Schlüsselfigur unter den jüdischen Führern des Mittelalters, schrieb, dass ein Jude eher sein Leben aufgeben soll als zu versuchen, das Exil durch die Rückeroberung des Heiligen Landes zu beenden.

Warum war diese Ansicht so fundamental für unser Glaubenssystem? Um es einfach auszudrücken: Wenn man das Exil bloß als Folge von militärischen Auseinandersetzungen betrachtet, so reißt man damit die Seele und das Herz aus dem jüdischen Glauben und verleugnet die g-ttliche Führung allen Geschehens. Wenn wir für uns beanspruchen, den g-ttlichen Plan für unser Exil zu verändern – einem Exil der Strafe, der Reue, der Sühne und der wundersamen Heimkehr wegen – dann beanspruchen wir, dass die Essenz des jüdischen Schicksals grundsätzlich von anderen als rein geistigen Kräften verändert werden kann. G-tt spielt dann keine Rolle mehr im Drama und in der Erfüllung der menschlichen Hoffnungen.

Um es noch deutlicher zu sagen: Wer die Tatsache zurückweist, dass die Belohnung und Züchtigung eines jeden Menschen von G-tt kommt, wer nicht glaubt, dass der Allm-chtige ständig über uns wacht und wer damit zufrieden ist, den Grund unserer Züchtigung in militärischer Schwäche zu sehen, macht sich der G-tteslästerung schuldig.

Selbstverständlich ist die Diaspora weit mehr als bloße Strafe. Das jüdische Volk wurde unter die Nationen zerstreut, um durch Wort und Tat von der Existenz des Schöpfers und seinen offenbarten Geboten für alle Menschen zu zeugen. Rabbeinu Bachya, ein saragossischer Bibelkommentator des 12. Jahrhunderts, sagte: "Das jüdische Volk sollte sich unter die Nationen mischen, damit diese Nationen von ihnen den Glauben an die Existenz G-ttes und an Seine Vorsehung lernen können."

Die Juden betrachten sich als das auserwählte Volk G-ttes – was uns Juden manchmal den Vorwurf einbringt, wir würden uns als bessere Menschen betrachten. Doch wir verstehen dies jedoch rein geistig: Unserer Überzeugung nach sind die Juden von G-tt auserwählt, ein moralisches Vorbild zu sein. Rassismus oder Herrenmenschentum haben in dieser Mission keinen Platz.

Rashi, der berühmteste jüdische Kommentator aus dem 11. Jahrhunderts u.Z., erklärt, der Lehm aus dem Adam erschaffen wurde, stamme nicht von einer Stelle sondern von verschiedenen Orten des Erdballs. Deshalb hängt die Menschenwürde nicht vom Geburtsort ab, noch ist sie auf eine bestimmte Region beschränkt. Die Größe oder der Wert eines Menschen wird nicht durch seine äußere Erscheinung bestimmt. Juden glauben, dass Adam nach dem Ebenbilde G-ttes erschaffen wurde und der gemeinsame Vorfahre aller Menschen ist. Zu dieser Zeit in der Menschheitsgeschichte gibt es keinen Raum für privilegierte Leute, die mit anderen machen können, was ihnen gefällt. Das Menschenleben ist heilig und die Menschenrechte dürfen nicht von jenen verneint werden, die sie der "nationalen Sicherheit" wegen oder aus anderen Gründen untergraben wollen. Niemand weiß dies besser als wir Juden, die so oft und für so lange Zeit zweitklassige Bürger waren. Die Zionisten mögen allerdings anderer Meinung sein. Das ist verständlich, denn Judaismus und Zionismus sind alles andere als das Gleiche: Wenn jemand ein guter Jude ist, so kann er kein Zionist sein; wenn jemand ein Zionist ist, so kann er kein guter Jude sein.

Überall in der Welt wurden in den letzten Jahren auf Druck der Zionisten so genannte "Antirassismus-Gesetze" eingeführt, die leider nicht nur dem Schutz von Minderheiten dienen, sondern auch immer wieder als Maulkorb, um Kritik an gewissen Zionisten zu ersticken, die sich gerne hinter einer "jüdischen Rasse" verstecken und so für sich einen Unantastbarkeitsstatus reklamieren wollen. Darüber kann man speziell auch in Deutschland ein Lied singen.

Nun, wer ist ein Jude? Ein Jude ist, wer eine jüdische Mutter hat oder gemäß der Halacha – nach den Kriterien des religiösen Gesetzes – zum Judentum vor einem streng orthodoxen Rabbinergericht konvertiert ist. Allein schon diese Definition schließt Rassismus aus. Abgesehen von den Zionisten waren es nur die Nazis, welche die Juden ständig als eine Rasse betrachteten. Und gerade sie bewiesen die Dummheit und Sinnlosigkeit von Rassismus. Es gab keine Möglichkeit, rassisch nachzuweisen, ob eine Frau Müller oder ein Herr Meyer Juden oder Arier waren. Der einzige Weg, um herauszufinden, ob jemand jüdisch war, bestand darin, die religiöse Zugehörigkeit der Eltern oder Großeltern zu überprüfen. So viel zu diesem Rassen-Unsinn.

Tragischerweise wurden diese einst von allen Juden akzeptierten Wahrheiten über die Vertreibung als g-ttliche Strafe und unsere Mission in der Diaspora durch zwei Ereignisse verdunkelt. Zum einen zog sich das Exil über viele Hundert und schließlich Tausende Jahre hin. Zum andern gaben viele Juden im Zuge der Aufklärung, der Haskala, ihren Glauben an die Tora auf.

Folglich versuchten jene Juden, die das Exil nicht länger als g-ttlichen Willen betrachteten, seine Ursache mit nichts weiterem als der weltlichen Schwäche der Juden zu erklären. Frustriert über die Länge der Diaspora, dämonisierten sie alle Nationen. In ihren Augen würden alle Nichtjuden die Juden für alle Zeiten hassen. Deshalb, so argumentierten sie, müsste das Exil so schnell als möglich auf politischem Weg beendet werden, auch mit Waffengewalt, falls nötig. Die Pseudoreligion des Zionismus war geboren.

Als sich der Zionismus nach Osteuropa auszubreiten begann, wurde er dort von der damaligen rabbinischen Führung aufs Schärfste verurteilt. Die Ablehnung der Rabbiner gründete auf zwei Faktoren: Erstens wies diese Bewegung die traditionelle Haltung gegenüber der Diaspora zurück. Zweitens öffnete der Zionismus einen Weg, über den die Juden ihren Glauben verlassen konnten, da 95 Prozent seiner Führer atheistisch waren. Ja, man trachtete danach, gerade unter der Jugend die religiösen, g-ttesfürchtigen Juden in nicht religiöse, weltliche Juden zu ändern. Leider war man damit erfolgreich. Im Grunde genommen wollten die Zionisten den Judaismus von einem geistigen, g-ttlichen Gebilde in eine weltliche, politische Bewegung transformieren, die sich ihre Ziele – ein Land, Materialismus etc. – gewaltsam erkämpft.

Der Zionismus warf noch ein weiteres, mindestens so wichtiges Problem auf: Die Unterdrückung und Unterwerfung eines Volkes und der Raub seines Landes und seiner Selbstbestimmung bewirkte ein moralisches Dilemma. All dies ist nämlich vom Schöpfer und seiner Tora auf das strengste verboten.

Der zionistischen Ziele wegen war man gezwungen die palästinensischen Bewohner des Landes zu ignorieren. Das war das zweite große Übel des Zionismus. Man versuchte der Welt einzureden, dass Palästina unbewohnt sei und jene wenigen, die dort leben, kaum mehr als Barbaren wären. Man denke nur an den berühmten Slogan "Ein Land ohne Volk für ein Volk ohne Land". Obwohl es in der zionistischen Bewegung vereinzelte Stimmen gab, die gegen diese moralische Blindheit protestierten, so war die Mehrheit fest dazu entschlossen, auf dem eingeschlagenen Weg voranzugehen, ohne Rücksicht auf die arabischen Palästinenser. Als es nicht länger gelang, die arabische Bevölkerung zu ignorieren, versuchte die zionistische Bewegung und später der Staat "Israel", sie als unvernünftige Feinde abzustempeln, die es nicht anders verdienten als militärisch unterworfen zu werden.

So wurden die zwei für das Exil geltende Missionen – zu bereuen und "ein Licht für die Völker" zu sein – von der Ideologie und den Taten des Zionismus zerfleischt.

1948 wurde der Staat "Israel" gegründet. Das jüdische Volk besaß nun angeblich einen sicheren Hafen. Nicht länger sollten Juden das Exil fürchten. Sie waren doch nach Hause gekommen. Und schließlich würde jeder Jude seinen Weg ins neue "jüdische Heimatland" finden. Es lohnt sich, in diesem Zusammenhang zwei Ereignisse aus den Anfängen des Zionismus zu erwähnen: Um 1920 reiste der Oberrabbiner von Jerusalem, Rabbi Josef Chaim Sonnenfeld, persönlich zu König Abdullah von Transjordanien, um ihm die Loyalität der jüdischen Gemeinden zu versichern. Außerdem erläuterte er den wahren jüdischen Standpunkt, der den Zielen des Zionismus diametral entgegengesetzt war. Das zweite Ereignis war 1947. Der damalige Jerusalemer Oberrabbiner Josef Tzvi Duschinsky sandte einen Brief an die Vereinten Nationen nach Lake Placid, worin er festhielt, die Autorität über 60 000 Juden zu haben, die alle verlangten, nicht in den kurz vor der Gründung stehenden Staat "Israel" integriert zu werden. Leider wurden sie nicht beachtet. Diese Oberrabbiner von Jerusalem sollten nicht verwechselt werden mit dem heutigen "Rabbinat" des Staates "Israel". Während die erwähnten Oberrabbiner tatsächlich die Führer des orthodoxen Judentums in Jerusalem, Palästina und der ganzen Welt waren, so ist das Rabbinat des Staates "Israel" mit seinen Rabbis eine Farce, die nichts mit der wahren jüdischen Religion zu tun hat und gewiss nicht das jüdische Volk repräsentieren kann, zumal es auf Betreiben der "Jewish" Agency und der Zionist Organization und mit Unterstützung der Britischen Mandatsverwaltung Palästinas gegen das Jerusalemer Oberrabbinat damals installiert worden ist.

Daneben gibt es auch in "Israel" nach wie vor streng religiöse Gemeinden, welche den zionistischen Staat nicht anerkennen, keine Steuern zahlen, keine öffentlichen Schulen etc. besuchen, keinen Militärdienst leisten und sich nicht einmal der staatlichen Gerichtsbarkeit unterstellen.

In der Anfangszeit des modernen Zionismus wurde "Mizrachi" gegründet, eine Gruppe so genannter "religiöser Zionisten", die ihren Glauben mit den politischen Zielen des Zionismus zu kombinieren versuchten. Das führte zu einem ständigen Konflikt zwischen den Geboten des g-ttlichen Gesetzes und den Bedürfnissen des jüdischen Nationalismus. In Wahrheit haben diese religiösen Juden nur als Feigenblatt für den zionistischen Staat gedient, um seine nationalistischen Ansprüche mit religiöser Autorität zu verbrämen. Diesen Dienst haben sich national-religiöse Parteien gut entlohnen lassen, sei es durch finanzielle Zuwendungen oder in der Form von Parlaments- und Kabinettssitzen. Der Chauvinismus dieser religiösen Zionisten übertrifft sogar häufig denjenigen anderer Zionisten, und er war immer in religiöse Begriffe gekleidet – ein erstklassiges Beispiel für den Missbrauch von Religion.

Die Bedenken und Warnungen von so vielen orthodoxen Führern wurden einfach vergessen und eine regelrechte Euphorie erfasste große Teile des weltweiten Judentums. Heute jedoch hat sich der Traum in einen für alle sichtbaren Alptraum verwandelt. Es gibt keinen sicheren Hafen. Der Staat "Israel" ist der gefährlichste Ort auf Erden, wo sich ein Jude aufhalten kann. Kriege folgen auf Kriege. Und der Blutzoll von Juden und Palästinensern steigt unaufhörlich. Sämtliche Friedensbemühungen haben versagt. Künftige Versuche, den "Terrorismus zu bekämpfen" werden zweifellos den Hass der Palästinenser weiter anheizen. Die zionistischen Führer befinden sich in Wahrheit in einer Sackgasse und wissen nicht mehr weiter.

Obwohl es eines der Hauptziele des Zionismus ist, dass möglichst viele Juden aus aller Welt nach in den Götzenstaat einwandern, haben in den letzten Jahren Hunderttausende Israelis das zionistische Paradies verlassen. Diese Juden erkannten, dass der zionistische Staat in Wahrheit nur ein riesiges Ghetto ist. Die Zionisten wenden große finanzielle Mittel auf, um die Juden in der Diaspora zur Immigration zu bewegen. Großzügig unterstützt werden sie hierbei von vielen fundamentalistischen Christen Amerikas, die im modernen Staat die Erfüllung biblischer Prophetie sehen.

Die traditionelle jüdische Sicht über Exil und Erlösung muss aufrecht erhalten werden. Der Gedanke, dass die großen, glorreichen und geistig wunderbaren Prophezeiungen aus den Heiligen Schriften ausgerechnet von jenen erfüllt werden sollen, welche die fundamentalen Lehren der Tora ablehnen, ist bizarr und abstoßend. Der Gedanke, dass unser Volk nicht länger in den Zeiten des Exils lebe, nur weil es Leute wie Theodor Herzl, Chaim Weitzman oder David ben Gurion so beschlossen haben, ist falsch und verabscheuungswürdig.

Das Judentum hat sich all die Jahrhunderte seiner ungewissen Existenz hindurch nach der wahren Erlösung des Messias gesehnt. Seit der Zerstörung des Tempels war der Messias die Quelle unserer Hoffnung und unserer Gebete. Die wahre Erlösung unseres Volkes und der ganzen Menschheit liegt in den Händen des Schöpfers. Deshalb müssen wir erkennen, dass wir uns noch immer im Exil befinden.

Wir wollen nicht länger versuchen, die Sündenlast zu mindern, die uns ins Exil getrieben hat. Wir könnten einer unangebrachten und aggressiven Haltung gegenüber den nichtjüdischen Gastländern zum Opfer fallen, genauso wie es den Zionisten und ihren Handlangern ergangen ist. Ganz im Gegenteil: Das jüdische Volk muss allen Völkern dankbar sein, die es während Generationen aufgenommen und ihm Gastfreundschaft gezeigt haben. Außerdem ist uns aufgetragen, friedliebende und loyale Bürger eines jeden Landes zu sein, in welchem wir leben. Diese Einstellung sollte eigentlich auch dem heutigen Deutschland gegenüber gelten. Nachfolgende Generationen für die Verbrechen ihrer Vorfahren verantwortlich machen zu wollen ist uns von der Tora untersagt, sich in politische Angelegenheiten von Regierungen oder Parteien einzumischen, immer wieder finanzielle Forderungen im Namen unserer Märtyrer zu stellen, fördern alte antijüdische Stereotypen und entsprechen nicht der jüdischen Tradition.

Das jüdische Volk ist nicht dazu erschaffen worden, ein anderes Volk zu unterdrücken, sondern in der Absicht, ein moralisches Vorbild zu sein. Der Wunsch nach Landbesitz, ohne auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen, steht im Widerspruch zur moralischen Mission unserer Nation. Das Wohlwollen zwischen Juden und Nichtjuden muss befördert werden. Die Philosophie des Zionismus ermutigt Juden dazu, über Nichtjuden herrschen zu wollen. Die Folge ist eine endlose Konfrontation mit allen Völkern. Dies ist immer unangebracht, aber ganz besonders zum jetzigen Zeitpunkt.

Es ist geradezu ironisch: Der zionistische Staat wurde angeblich gegründet, um die Juden vor Antisemitismus zu schützen. Und doch ist gerade er die Hauptursache für weltweiten Antisemitismus. Der Zionismus nährt sich aus dem vergossenen Blut von Juden. Deshalb muss davor gewarnt werden, dass durch die Handlungsweise der Zionisten hervorgerufener Zorn auf die Juden im allgemeinen projiziert wird, weil das nicht nur ungerecht, sondern auch noch Wasser auf die zionistischen Mühlen wäre. Die Zionisten befinden sich in einer "Win-Win"-Situation. Wenn sie erhalten, was sie fordern, haben sie gewonnen. Wenn man sich ihren Forderungen nicht beugt, bezichtigen sie die andere Seite, sie würde mit ihrer Haltung den Antisemitismus anheizen – und das bringt den Zionisten wieder die Unterstützung all jener, die keine Antisemiten sein wollen. Das Schlagwort "Antisemitismus" wird von der zionistischen Propaganda sowieso als Rechtfertigung für die Existenz des Staates IL ausgeschlachtet. Die Gründer des Zionismus haben in ihren Büchern offen geschrieben, mit welchen Mitteln sie die Schaffung eines eigenen Staates herbeiführen wollten: Sie wollten den Antisemitismus so lange anheizen und die Sicherheit der Juden in allen Ländern der Welt so stark untergraben, bis diese gezwungen wären, in ihren Staat zu fliehen. Und so kam es auch. Die Zionisten provozierten das deutsche Volk absichtlich und gossen Öl ins Feuer des Nazihasses. Diese Strategie verfolgen die Zionisten bis auf den heutigen Tag. Sie entfachen Antisemitismus und präsentieren sich dann selbst als die vermeintlichen und angeblichen Retter.

Copyright "Leibele"

_____________________________________________________
http://www.nkusa.org
http://www.jewsagainstzionism.com
http://www.jewsnotzionists.org

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2007 08:15
#2 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Donnerwetter, Leibele, du verstehst es deine Ansichten klar und deutlich zu formulieren.
Ein sehr interessantes Posting von dir, vieles kommt mir sehr sympathisch rüber, auch wenn ich als Pastafarianer über manches natürlich anders denke.

Ich bin schon auf die Antwort Swots gespannt. Wobei ich ihn schon ein bisschen bedauere und selbst froh bin, nicht so tiefgründig antworten zu müssen.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

11.06.2007 09:48
#3 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
Hm - soweit ich sehe kursiert der Text mindestens seit 2003 in verschiedenen Zusammenhängen und Versionen im Internet.
Auch wenn ich stark bezweifle dass für irgendjemand 'der einzige Messias ein entsichertes Maschinengewehr' wäre
geht es IMHO um eine rein [inner]religiöse Frage - wird ja auch in jüdischen Foren scheint's recht kontrovers diskutiert...

[vgl. z.B. hier]

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2007 10:16
#4 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
In Antwort auf:
Hm - soweit ich sehe kursiert der Text mindestens seit 2003 in verschiedenen Zusammenhängen und Versionen im Internet.

Oops, habe ich da falsche Lorbeeren verteilt? Wegen des ausdrücklichen Copyrightvermerks war ich mir sicher, es mit einem Eigenbericht Leibeles zu tun zu haben. Große Teile finden sich aber hier wieder. Also doch nur Copy und Paste
kadesch Offline



Beiträge: 2.705

11.06.2007 12:09
#5 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
Ich denke dass Israel kein Land sein sollte sondern ein
Teil im Herzen das jeder Jude in sich tragen sollte.
Alles andere führt nur zu Unfrieden.

Vieles in diesem Bericht hat einen wahren Kern auch wenn es
etwas tendenziell geschrieben wurde.

Glaube ist Aberglaube

qilin Offline




Beiträge: 3.552

11.06.2007 12:19
#6 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
Nun ja - wie schrieb Leibele so richtig
In Antwort auf:
"Das Judentum", wie es von dir wahrscheinlich gemeint ist,
ist kein einheitlicher monolithischer Block und ist in sich sehr "geteilt" und facettenreich

Den 'einzig richtigen' Weg gibt's wohl immer nur bei irgendwelchen Fundamentalisten...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

11.06.2007 13:21
#7 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
In Antwort auf:
Hm - soweit ich sehe kursiert der Text mindestens seit 2003 in verschiedenen Zusammenhängen und Versionen im Internet.

Oops, habe ich da falsche Lorbeeren verteilt? Wegen des ausdrücklichen Copyrightvermerks war ich mir sicher, es mit einem Eigenbericht Leibeles zu tun zu haben. Große Teile finden sich aber hier wieder. Also doch nur Copy und Paste

Der deutsche Text wurde von mir bearbeitet, deshalb der copyright-Vermerk und ich weiß auch, dass er seit etwa 2003 im Netz u.a. auch auf diversen Foren verfügbar ist, zum Teil von mir selbst dort eingestellt. Doch wollte ich ihn auch diesem Forum nicht vorenthalten. Geschildert wird darin die Position des authentischen und toratreuen Judentums (manche sagen "ultra-orthodoxes" Judentum) zum Zionismus und zum Staat IL. Diskutieren kann man selbstverständlich über alles und man kann selbstredend anderer Meinung sein. Doch ändert dies nichts an der Tatsache, dass in diesem Text die klassische und traditionelle Position des Judentums - wie sie seit fast 2000 Jahren üblich war - in den Grundzügen geschildert wird. Es geht mir schlicht und ergreifend darum, dies auch den Menschen hier nicht vorzuenthalten, nicht zuletzt auch deshalb, um der weithin verbreiteten Ansicht, dass Zionismus und Judaismus identisch seien, entgegen zu treten. Der Zionismus in all seinen Schattierungen nimmt für sich "Vertretungsbefugnisse" in Anspruch, die er einfach nicht besitzt und die wenigstens Menschen wissen davon.

_____________________________________________________
http://www.nkusa.org
http://www.jewsagainstzionism.com
http://www.jewsnotzionists.org

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

11.06.2007 15:10
#8 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

genau richtig!!!!!

"Den Juden" gibt es nicht...
Jedenfalls nicht als "Referenz"

Aber da sieht man eben deutlich dass die Medien
die das Bild von Judentum und Israel verbreiten
eben fest in Zionistischer Hand sind.
Und das Bild das dort über Orthodoxe Juden gezeigt wird ist
ja oft eher eine Karrikatur, dessen.
Da geht einem ja der Hut, bzw die Kippa hoch
Auch wenn ich nicht diesen Weg gehe, habe ich doch Hochachtung vor jedem
der den Weg streng nach der Tora geht.
Ich geb es offen zu, mir wäre dieser Weg zu eingeengt,
und meine Einstellung ist zu Weltlich, bzw Liberal.

Glaube ist Aberglaube

the swot ( Gast )
Beiträge:

11.06.2007 16:13
#9 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
In Antwort auf:
Vom Nichtjuden verlangt die Tora, dass die ganze Menschheit an den Einen G-tt glaube und Seine fundamentalen Gesetze der Moral befolge, wie sie ebenfalls in der Tora festgehalten sind. Ein solcher Mensch wird als rechtschaffen angesehen und Anteil an der kommenden Welt haben


noachidische Gesetz

In Antwort auf:
Und so lebten die Juden Generationen auf Generationen im Einklang mit dem Gesetz G-ttes, demütig und rein, vertieft in das Studium und Ausüben des Willens des Schöpfers und seinen vielen Geboten in der Tora.


Ja es wäre schön wenn dem so gewesen wäre. Wäre es so gewesen hätte G´tt uns wohl nie in alle Welt verstreut. Schon im antiken Israel gab es Probleme beim Einhalten der Mizwot. Ich denke ich brauche nur den Baal-Kult zu erwähnen.

In Antwort auf:
Historisch gesehen ist der Zionismus bloß einer dieser vielen zur letzten Jahrhundertwende aufgekommenen Versuche, eine säkulare (weltliche) jüdische Identität zu schaffen.


Und gerade das ist Unfug. Hast du jemals die Werke von Theodor Herzl gelesen? Oder sagt dir die Gruppe Chowewe Zion etwas? Der Zionismus ist entstanden weil die Juden erkannt haben, dass ihnen die Assimilation nichts bringt. Umso mehr sich der Jude assimilierte umso größer wurde auch der Hass auf ihn. Theodor Herzl, der selbst einer assimilierten Familie entsprang, war zwar nicht religiös doch er kehrte sich aber von der Idee der Assimilation ab und sah sich fortan als Jude. Das Spektrum an Zionisten ist breit. In Deutschland,Österreich etc. waren es vor allem die ursprümglich assimilierten Juden, die erkannten dass sie sich auf ihre Herkunft besinnen müssen und dass man sie in ihrer "Heimat" nie als Einheimische akzeptieren wird.
Dagegen waren es in Osteuropa wirklich sehr viele orthodoxe Juden die ihre Zukunft im Land der Väter sahen. Vielleicht träumten sie noch nicht von der Gründung eines Staates wie ihre westlichen Brüder doch sie erkannten dass unsere Zukunft in Erez Yisrael liegt.

Und warum westlich,weltlicher Staat?
Gucken wir uns doch einfach die Proklamation des Staates Israel an:

[...]im Lichte der Weissagungen der Propheten Israels gegründet sein[...]

In Antwort auf:
Durch die Zeitalter hindurch lebten die Juden ein demütiges, heiliges Leben, suchten den Frieden zu allen Menschen und bemühten sich, loyale und kooperative Bürger jener Nationen zu sein, in denen sie lebten – genauso wie es der Allm-chtige von ihnen verlangte.


Ja sehr toll. Wir haben es versucht richtig. Aber es hat uns nie etwas gebracht.
Und was ihr von euer Sekte Neturei Karta macht ist abartig. Ihr handelt im höchsten Maße gegen das jüdische Volk und nicht die Zionisten. Das beste Beispiel ist doch Moishe Arye Friedmann, der rechtsextremen Zeitungen Interviews gibt und behauptet die Zionisten seien am Holocaust Schuld. Abartig!
http://www.national-zeitung.de/Artikel_02/NZ24_1.html

In Antwort auf:
Gemäß dem traditionellen Tora-Glauben war das Heilige Land ein Geschenk G-ttes an das jüdische Volk, allerdings geknüpft an Bedingungen. Es war ein Ort, wo man G-tt anbeten sollte. Die Bibel prophezeite jedoch, dass die Kinder Jisraels aus ihrem Land verbannt und ins Exil geschickt würden, sollten sie ihre geistige Aufgabe nicht erfüllen. Diese Verbannungsstrafe wird solange andauern, bis es dem Herrn in Seiner Gnade gefällt, der Geschichte, wie wir sie kennen, ein Ende zu bereiten


Mid. Tanchuma zu 2.Moshe:
Wenn Israel am tiefsten gesunken ist, steigt es wieder empor.

Ich denke den Tiefpunkt hatte unser Volk schon erreicht.

In Antwort auf:
mit dem Heiligen Land und der Stadt Jerusalem als Zentrum.


6-Tage Krieg - Eroberung Jerusalems.

In Antwort auf:
Deshalb hat kein Jude – trotz aller Ausgrenzung und Verfolgung – je vorgeschlagen, man solle das Heilige Land mit Waffengewalt zurückerobern.


Jes. 2,4: Und sie werden ihre Schwerter zu Pflügen umschmieden, und ihre Lanzen zu Gartenmessern.

Klappt wunderbar

Nun finden wir in Midrasch und Talmud noch sehr interessante Passagen:

Wer sich im Heiligen Lande niederlässt, den erlöst das Land von all seinen Sünden(Mid. Ssifre zu 5.Moshe)

Immer soll der Sohn Israels im Lande Israel leben, und sei es in einer Stadt mit einer nichtjüdischen Majorität(B.T. Ketubbot 110)

Und ohne Krieg geht es wohl nicht...

Wenn es gilt, das Land Israel zurückzuerobern, darf man die Sabbatgebote übertreten
.(Mid. Jalkut Schimeoni zu 5.Moshe)

In Antwort auf:
Der Zionismus rief das jüdische Volk dazu auf, sein Exil mit Waffengewalt zu beenden. Er führte Krieg, zuerst gegen die Briten und dann gegen die Palästinenser.


Was für eine Verdrehung der Tatsachen. Die Zionisten kauften Land auf und lebten in friedlicher Nachbarschaft mit den Muslimen. Erst durch deren Hinterhältigkeit und die Heuchlerei der Briten musste unser Volk zu den Waffen greifen. Vor allem in Anbetracht des Holocaust.

"Gelobt sei der Herr, der Israel rächt!"

Bis G´tt auch euren Brüdern Ruhe gibt, wie Er sie euch gab; und auch sie das Land in Besitz nehmen, das G´tt ihnen gibt jenseits des Joprdans; dann sollt ihr wiederkehren zu eurem Besitztum, das ich euch gegeben habe.(Moshe,5.Buch 3,20)

In Antwort auf:
Jude eher sein Leben aufgeben soll als zu versuchen, das Exil durch die Rückeroberung des Heiligen Landes zu beenden.


Tja und im Talmud steht man solle sich lieber das Leben nehmen als im Exil zu leben.

In Antwort auf:
Der Zionismus warf noch ein weiteres, mindestens so wichtiges Problem auf: Die Unterdrückung und Unterwerfung eines Volkes und der Raub seines Landes und seiner Selbstbestimmung bewirkte ein moralisches Dilemma. All dies ist nämlich vom Schöpfer und seiner Tora auf das strengste verboten.


Bis G´tt auch euren Brüdern Ruhe gibt, wie Er sie euch gab; und auch sie das Land in Besitz nehmen, das G´tt ihnen gibt jenseits des Joprdans; dann sollt ihr wiederkehren zu eurem Besitztum, das ich euch gegeben habe.(Moshe,5.Buch 3,20)

Entsteht aber ein Schaden daraus, so soll er lassen Seele um Seele, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmahl um Brandmahl, Wunde um Wunde, Strieme um Strieme(Moshe,2.Buch 21,23/24/2)

Lieber Leibele!
Ein altes Sprichwort sagt "Zwei Juden,drei Meinungen"...
Wir sind ein Volk! Man kann als Jude religiös sein oder auch nicht. Man kann den Staat Israel als "weltliches Gebilde" ablehnen oder ihn aber als Heimat unseres Volkes betrachten. Doch was ihr macht ist traurig. Ihr nehmt an der Holocaustkonferenz teil, sagt die Zionisten seien Schuld am Holocaust und ruft zur Zerstörung Israels auf. Es sind doch trotzdem Juden.

Wenn ich an die Staatsgründung Israels denke kommt immer wieder dieser Psalm in den Gedanken:

Sei mir gnädig, G´tt, sei mir gnädig! Denn auf dich traut meine Seele, und unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis dass das Unglück vorübergehe. Ich liege mit meiner Seele unter den Löwen, die Menschenkinder sind Flammen, ihre Zähne sind Spieße und Pfeile und ihre Zungen scharfe Schwerter. Sie stellen meinem Gang, Netze und drücken meine Seele nieder; sie graben vor mir eine Grube und fallen selbst hinein.
Mein Herz ist bereit, G´tt, mein Herz ist bereit, dass ich singe und lobe.
Wache auf, meine Ehre, wache auf, Psalter und Harfe, mit der Frühe will ich aufwachen!
Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

12.06.2007 00:50
#10 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Zitat von the swot
Ja es wäre schön wenn dem so gewesen wäre. Wäre es so gewesen hätte G´tt uns wohl nie in alle Welt verstreut. Schon im antiken Israel gab es Probleme beim Einhalten der Mizwot. Ich denke ich brauche nur den Baal-Kult zu erwähnen.

Selbstverständlich lebten die Juden demütig und rein und vertieft in das Studium der Tora, gerade nach der Zerstörung des 2. Tempels und dem Beginn der sogenannten Diaspora. Sie stützten sich dabei auf die Schule und die Lehren eines Jochanan Ben Zakkai. Ich hatte nicht von der Zeit vor der Zerstörung des 2. Tempels gesprochen und die g-ttliche Verfügung des Exils ist ja gerade der zentrale Punkt der Auseinandersetzung. Noch einmal: "Unserer Sünden wegen wurden wir aus unserem Land vertrieben" (umipnei chatoeinu goleinu meartzeinu). Doch dass die Zerstreuung auf g-ttlichen Geheiß erfolgte können wir dann zunächst einmal als gemeinsamen Nenner proklamieren. Doch mit der Zerstreuung gingen die 3 Eide (Shalosh Shvuos) einher (Talmud Ketubos 111a), die uns bindend und somit halachisch dazu verpflichten, das Exil bis zur endgültigen Erlösung durch Moshiach ben David zu erdulden und mit keinem selbstgefertigten Mittel den Versuch zu unternehmen, diese zu beschleunigen oder sonstwie zu manipulieren. Insbesondere ist es uns verboten, gegen die Nationen der Welt zu rebellieren, sondern ganz im Gegenteil uns in den Ländern unseres Aufenthaltes als treue Staatsbürger zu verhalten und für das Wohlergehen unserer "Gastnationen" den bestmöglichen Eigenbeitrag zu leisten. Wie formulierte es Rabbiner Samson Raphael Hirsch: "Dies sind die Worte des Briefs, den Jeremia, der Prophet, von Jeruschalajim schickte an die übrigen Ältesten der Vertriebenen und an die Priester, an die Propheten und an das ganze Volk, das Newuchadnezar von Jeruschalajim nach Bawel geführt:

‚Also hat HaSchem Zewaot G-tt Jisraels gesprochen zu allen Vertriebenen, die Ich von Jeruschalajim nach Bawel geführt: Bauet Häuser und lasset euch nieder, und pflanzet Gärten und geniesset ihre Frucht; nehmet Frauen, und zeuget Söhne und Töchter, und nehmet für eure Söhne Frauen und euren Töchter gebet Männer, dass sie Söhne und Töchter gebären, und mehret euch dort und mindert euch nicht; und fördert das Heil der Stadt, dahin Ich euch geführt, und betet für sie zu HaSchem; denn in ihrem Heil soll euch Heil sein‘ (Jeremia 29,1).

Also forderte G-tt vom vertriebenen Jisrael in Bawel, dort sich bürgerlich niederzulassen, als Bürger und Untertan das Heil des Staates zu fördern, für dessen Wohl zu beten, der es doch gewaltsam in seine Mitte aufgenommen hatte; forderte von jedem Jisrael, sein Heil nur im Heil des Staates zu erblicken, und wie für das eigene, für das Heil des Staates zu wirken und zu beten - und doch nur 70 Jahre sollte Jisrael dort weilen! So hat denn G-tt für alle Folgezeit gewiss Jisraels Pflicht gegen die Länder und Staaten festgestellt, die es ja nicht weggeführt haben, sondern in die es eingewandert ist, in denen es auf nicht im voraus begrenzte Zeit zu weilen angewiesen ist, in deren Land jeder den Boden begrüßt, auf dem er zum Leben erwacht, in deren Fürst, Obrigkeit und Staatswirken jeder die Bedingung seiner zeitlichen Wohlfahrt erblickt, und deren Wohl und Weh Jisrael nun schon Jahrtausende herab geteilt hat. G-tt hat festgestellt: in welchem Land Jisrael weile, als Bürger, als Einwohner, als Schützling, dessen Fürst und Obrigkeit als die Seinigen zu verehren und zu lieben, zu dessen Wohl mit jeder möglichen Kraft beizutragen, und gegen Fürst und Land alle die Pflichten zu erfüllen, die ein Untertan dem Fürsten, die ein Bewohner dem Land, die ein Bürger dem Staat schuldet.

Auch als Jisrael sich noch auf einem Boden vereinigt sah, nannten sie sich deshalb "Am", ein Volk, weil ein gemeinsamer Boden sie alle trug; denn einzig unter allen Völkern der Erde war der Landesbesitz und die daraus hervorgehende Staatseinrichtung für Jisrael nicht Ziel, sondern Mittel zur besseren Erfüllung seiner Jisraelpflichten; die Tora war nicht des Staates halber, sondern der Staat der Tora halber da, und nur diese einigte die einzelnen zu einem menschengesellschaftlichen Verein, im Innern zu "Am", eigentlich Gesellschaft, uneigentlich Nation, nach außen zu "Goj", zu einer Körperschaft, Volk. Und auch nachdem, von seinem Boden fern, Jisrael seinen äußeren Staatsverband zerrissen sieht, nennen sich die Zerstreuten Jisraels "Am", eine Nation, nicht im Zurückblick auf einst gemeinschaftlich besessenen Boden, nicht im Hinblick auf die Zukunft, in der uns einst G-tt, wie Sein Wort durch die Propheten uns lehrt, wieder dort vereinigen wird, sondern im Bewusstsein: auch in der Gegenwart gemeinsame Träger einer ewigen Idee, einer ewigen Lebensaufgabe, einer von G-tt gesetzten Lebensbestimmung zu sein, die in Jisrael über dem Staatsleben stand und steht, und die darum den Staatsruin überdauerte. Erfüllt uns Trauer über den Ruin dieses Staates, so trauern wir um die Sünde, die ihn veranlasst hat, beherzigen das Herbe, das uns in der Wanderschaft getroffen hat, als väterlich eine Besserung erzielende Züchtigung, und trauern um das Mangelhafte der Toraerfüllung, das jener Ruin zur Folge hat. Erheben wir in Gebeten und Wünschen unsere Hoffnung auf die Wiedervereinigung im Land, so geschieht es nicht, um dort als Staat unter Staaten zu glänzen, sondern in der Wiedervereinigung und in dem für die Toraerfüllung gelobten und gewährten und wiedergelobten Land Boden zur volleren Erfüllung unseres geistigen Berufs zu finden. Aber eben dieser geistig religiöse Beruf verpflichtet uns: so lange G-tt uns nicht hinruft, da, wo Er uns hingewiesen hat, mit Vaterlandsgefühlen zu leben und zu wirken, Körper-, Vermögens- und Geisteskräfte und alles Edle, das im Jisraelwirken liegt, zu vereinigen, um das Heil der Staaten zu fördern, die uns aufgenommen haben; verpflichtet uns: nur der Trauer, den Wünschen und der Hoffnung den Hinblick aufs ferne Land zu gewähren, durch treue Erfüllung aller Jisraelpflichten die Verwirklichung dieser Hoffnung zu erwarten; aber verbietet uns: durch irgendein äußeres Mittel die Wiedervereinigung oder den Besitz des Landes zu erstreben. - Drei Eide, sprechen die Weisen, erlegte G-tt auf, als Er Jisrael in die Wanderung wies: 1. dass Jisraels Söhne nie die Wiederherstellung ihres Staates durch sich selbst versuchen sollen, 2. dass sie nie den Staaten, die sie aufgenommen haben, untreu werden sollen, 3. dass diese Staaten sie nicht unmäßig unterdrücken sollen (Talmud Ketubot 111a). - Die Erfüllung der ersten beiden Eide bezeugen die Blätter der Geschichte, über die des dritten mögen die Staaten sich selber richten."

Und S.R. Hirsch ist nicht der einzige, der auf die 3 Eide abhebt. ALLE Rabbonim und Gedolim, auch und gerade die Weisen des Talmud, der Rambam in seinem Iggeres Teiman, all unsere Tora-Gelehrten haben die Entstehung des Zionismus auf das Schärfste verurteilt und ihn als das charakterisiert was er ist: Reiner Götzenkult der modernen Art!

Es geht doch nicht darum, dass Juden nicht im Heiligen Land leben dürften. Über all die Jahrtausende lebten Juden dort. Doch keiner von ihnen stülpte den anderen Einwohnern des Landes in arroganter, menschenverachtender und brutaler Weise ein politisches System auf, raubten den Bewohnern ihr Land, errichteten Stacheldrähte, Checkpoints und Mauern. Es waren immer fromme Juden, ausgesuchte Juden, die im Heiligen Land lebten, um dort die Mitzvos erfüllen zu können, die man nur dort erfüllen kann. Keine Masseneinwanderung, um einen weltlichen oder "religiösen" Staat zu errichten, keine Unterdrückung anderer Menschen und Nationalitäten, keine Fahne, kein Militär und all das Klimbim, das alle Völker haben. Das ist nicht unsere Sache, nicht unsere Aufgabe, wir haben einen völlig anderen Job. Diese Juden, die über all die Zeiten in Palästina lebten, suchten den Frieden und gute nachbarschaftliche Beziehungen zu den Einwohnern des Landes. Gerade weil es das Heilige Land ist! Kein Rambam, nicht der Heilige ARI, noch Joseph Karo, nicht der Ramban, kein einziger unserer wirklichen Führer hat jemals dazu aufgerufen, dass die Massen mit Waffengewalt ins Heilige Land eindringen sollen und die einheimische Bevölkerung zu unterdrücken hätte. Nicht ein einziges Mal während fast 2000 Jahren Exil hat einer unserer Gelehrten und Weisen dazu aufgerufen.
In Antwort auf:
Und gerade das ist Unfug. Hast du jemals die Werke von Theodor Herzl gelesen?

Wenn das Unfug sein sollte, schau dich um! Der Zionismus hat dem Judentum Millionen von Seelen genommen, die noch nicht einmal im Ansatz ein jüdisches Leben führen. Was schrieb Herzl denn z.B. in seinem Tagebuch? "Approximately two years ago, I wanted to solve the Jewish problem, in Austria at any rate, with the aid of the Catholic leaders there. I sought an audience with the Pope in order to tell him: "Help us against anti-Semitism,
and I will generate a mass movement of Jews to convert to Christianity freely and proudly. The leaders of the movement - particularly myself - will remain Jews, and as Jews they will call for the acceptance of the dominant religion. On Sunday at noon, the conversion will be carried out with a festive procession and the ringing of bells. Not in shame, as individuals have done in the past, but with pride. The fact that the leaders will preserve their Jewishness and remain outside while they lead the masses to the church doors will lend distinction to the entire matter and invest it with a sense of
great sincerity. We courageous ones would have to be an interim generation. We would
still maintain our ancestral faith, but we would baptize our young children before they reach the age of independent decision, a time when conversion to Christianity becomes either a frightening experience or a stepping-stone to a higher station."

Er wollte das "jüdische Problem lösen" noch lange bevor andere auf diese Idee kamen.
In Antwort auf:
Der Zionismus ist entstanden weil die Juden erkannt haben, dass ihnen die Assimilation nichts bringt.

Wie kann man auf solch einen schmalen Pfad kommen? "Die Juden" hätten erkannt? Eine kleine Sekte von völlig assimilierten Burschenschaftern, christianisierten Heidenjuden (ein Ausdruck von Nathan Birnbaum sel.A.) und mit den Wurzeln des Judentums absolut nicht verbundenen Häretikern hatten "den Juden" den Krieg erklärt! Das gesamte orthodoxe Judentum, alle chassidischen und auch nicht-chassidischen Bewegungen vor allem aus dem osteuropäischen Raum und dem Yishuv in Eretz Jisrael standen den Zionisten wie ein Bollwerk entgegen. Du solltest dich besser informieren! Sie sahen voraus, was geschehen wird und verteidigten die Grundlagen und Prinzipien unserer Religion und damit unseres Volkes!
In Antwort auf:
Umso mehr sich der Jude assimilierte umso größer wurde auch der Hass auf ihn. Theodor Herzl, der selbst einer assimilierten Familie entsprang, war zwar nicht religiös doch er kehrte sich aber von der Idee der Assimilation ab und sah sich fortan als Jude. Das Spektrum an Zionisten ist breit. In Deutschland,Österreich etc. waren es vor allem die ursprümglich assimilierten Juden, die erkannten dass sie sich auf ihre Herkunft besinnen müssen und dass man sie in ihrer "Heimat" nie als Einheimische akzeptieren wird.
Dagegen waren es in Osteuropa wirklich sehr viele orthodoxe Juden die ihre Zukunft im Land der Väter sahen. Vielleicht träumten sie noch nicht von der Gründung eines Staates wie ihre westlichen Brüder doch sie erkannten dass unsere Zukunft in Erez Yisrael liegt.
Und warum westlich,weltlicher Staat?

Was du da schreibt ist aus dem zionistischen Märchenbuch. Die zionistische Bewegung stülpte den Juden einen nationalistischen Charakter über, ein Gedanke, der dem Judentum abgrundtief fremd ist. "Unser Volk ist nur ein Volk aufgrund unserer Tora". Das Zionistentum trachtete und trachtet danach, dem Judentum seinen historisch-religiösen Charakter, seinen Glauben an G-tt und seine Verbindung zur Tora und seinen Glauben an die Erlösung durch Moshiach zu nehmen und ihm stattdessen eine nationalistische Ideologie aufzudrängen, eine "neue Nation" zu schaffen, wie Gurion es selbst formulierte. Und dies mit allem was dazugehört: Staat, Armee, Flagge, Nationalsymbole, Nationalhymne, Macht und Unterdrückung. Wie formulierte es doch der Lubavitscher Rabbi Shalom Dov Ber Shneerson sel. A. so treffsicher: "Jene, die den Zionisten behilflich sind, werden am Tage des Gerichts dafür bezahlen, weil sie die Massen zur Sünde zwingen. Deshalb soll jeder, der auf der Seite von G-tt und Seiner Tora ist, sich nicht mit Übeltätern zusammentun und sich ihnen nicht anschließen. Im Gegenteil, sie sollten ihnen so oft wie möglich gegenüberstehen."
In Antwort auf:
Und was ihr von euer Sekte Neturei Karta macht ist abartig. Ihr handelt im höchsten Maße gegen das jüdische Volk und nicht die Zionisten. Das beste Beispiel ist doch Moishe Arye Friedmann, der rechtsextremen Zeitungen Interviews gibt und behauptet die Zionisten seien am Holocaust Schuld. Abartig!

Starke Worte, doch leider nur Luft. Du hast noch viel zu lernen! Avraham Avinu und sein Anhang waren eine "Sekte", Moshe Rabbeinu war ein "Sektenführer", Joseph HaTzaddik war ganz allein, Mordechai HaYehudi ebenso, Rebbe Nachman und auch der erste Lubavitscher Rebbe, Shneur von Liadi, wurden verfolgt und gedemütigt, nur weil sie wahres Judentum vertraten und verkörperten. Vorwürfe dieser Art können mich nicht treffen. Darüber hinaus sollte man mit jedem reden, der einem zuhören will, ob Atheist, Kommunist, Anarchist, Nationalist, Faschist, Antifaschist, Zionist, Christ, Moslem, Buddhist, Globalisierungsgegner oder -befürworter. Ich habe diesbezüglich keinerlei Berührungsängste. Warum denn auch? Die Tora verlangt nicht von mir, dass ich Menschen und Völker nach ihren politischen Vorlieben zu beurteilen habe. Mir geht es aber darum, Vorurteile und Klischees über das Judentum, die vor allem durch das Zionistentum geschürt werden, abzubauen und zum wahren Kern vorzustoßen. Und über die schon sehr lang anhaltenden internationalen Verbindungen rechts-zionistischer Kreise mit faschistischen Bewegungen muss ich doch einen Zionisten nicht erst in Kenntnis setzen, oder?
In Antwort auf:
Nun finden wir in Midrasch und Talmud noch sehr interessante Passagen: Wer sich im Heiligen Lande niederlässt, den erlöst das Land von all seinen Sünden (Mid. Ssifre zu 5.Moshe)

Was du hier machst erinnert mich in etwa an jene, die gerne sogenannte Talmud-Zitate veröffentlichen, den Zusammenhang weglassen und aus jenem herausreißen. Sich im Land niederzulassen ist - wie bereits weiter oben von mir geschildert - doch überhaupt nicht das Problem, wobei ich gerne eine genauere Quellenangabe hätte als die von dir erwähnte (Midrash "Ssifre"??? kenne ich nicht, bitte genauer und wenn möglich mit Seitenangabe). Doch dem Satz als solchem steht überhaupt nichts entgegen, denn die Schreiber solcher Zeilen gingen doch logischerweise immer davon aus, dass es sich bei der Niederlassung um fromme Juden handelt und nicht um Millionen von goyischen Massen.
In Antwort auf:
Immer soll der Sohn Israels im Lande Israel leben, und sei es in einer Stadt mit einer nichtjüdischen Majorität (B.T. Ketubbot 110)

Dieser Text ist wesentlich länger und darüber hinaus kommentiert und auch hier handelt es sich um den "Sohn Israels", das heißt um jenen, der sich so gebiert wie Jaacov Avinu, also um wahre Juden und nicht um solche, die keinerlei spirituelle Verbindung mit dem Heiligen Land haben. Der Lubavitscher Rabbi Yosef Yitzchok Shneerson sel. A. schreibt in Mishmeres Chomoseinu Jisro, 20. Shvat 5716/1956): "Loyale Juden fragen sich: Was haben die Zionisten mit dem Heiligen Land zu tun?"
In Antwort auf:
Wenn es gilt, das Land Israel zurückzuerobern, darf man die Sabbatgebote übertreten (Mid. Jalkut Schimeoni zu 5.Moshe)

In meinem Bücherschrank steht der Midrash komplett. Gib mir bitte die genaue Seitenzahl, damit ich diesen Satz im Zusammenhang nachrecherchieren kann. Es sind immerhin 2 Bände.
In Antwort auf:
Die Zionisten kauften Land auf und lebten in friedlicher Nachbarschaft mit den Muslimen. Erst durch deren Hinterhältigkeit und die Heuchlerei der Briten musste unser Volk zu den Waffen greifen. Vor allem in Anbetracht des Holocaust.

Dass die Zionisten Land kauften, ist eine Teilwahrheit. Doch das weiß eigentlich jeder, dass das genau nicht so war. Die Zionisten konnten nicht in "friedlicher Nachbarschaft" leben, weil sie als Eindringlinge und Besatzer empfunden wurden. Der "alte Yishuv" jedoch, etwa 60.000 orthodoxe und strenggläubige palästinensiche Juden, lebten mit ihren muslimischen Vettern in friedlicher Nachbarschaft und beide sträubten sich gegen die zionistische Okkupation des Heiligen Landes.
In Antwort auf:
Tja und im Talmud steht man solle sich lieber das Leben nehmen als im Exil zu leben.

Wo steht das denn? In welchem Zusammenhang und warum - wie bereits mehrfach erwähnt - hat sich dann der Rambam zum Beispiel nicht das Leben genommen? Wie gesagt, man muss etwas mehr an Substanz mitbringen, um nicht in das gleiche Horn zu blasen, wie so manch andere "Talmud-Zitierer" mit eindeutigen Absichten.
In Antwort auf:
Lieber Leibele!
Ein altes Sprichwort sagt "Zwei Juden,drei Meinungen"...

Jo! Es gibt aber nur eine Halacha, speziell in dieser Frage sowieso.
In Antwort auf:
Wir sind ein Volk! Man kann als Jude religiös sein oder auch nicht.

Man kann als Jude alles mögliche sein: Kommunist, Zionist, säkular, Faschist, Buddhist usw. usf. Doch dann gehört man nicht mehr zum Volk. Auch das ist Halacha. Man hat - ich habe den Rambam in dieser Beziehung bereits zitiert - und er ist nicht die einzige halachische Authorität, die darauf abhebt, dass man dann keinen Anteil mehr an der kommenden Welt hat und dies ist wiederum in Übereinstimmung mit allen Weisen so, die ärgste Strafe für einen Juden. Wir sind nicht ein Volk in dem Sinne, wie man es dir eingeredet hat - das ist national-zionistisches Gesülze und entbehrt jeder Grundlage.
In Antwort auf:
Man kann den Staat Israel als "weltliches Gebilde" ablehnen oder ihn aber als Heimat unseres Volkes betrachten. Doch was ihr macht ist traurig. Ihr nehmt an der Holocaustkonferenz teil, sagt die Zionisten seien Schuld am Holocaust und ruft zur Zerstörung Israels auf. Es sind doch trotzdem Juden.

Der Staat "Israel" ist gegen die Tora gerichtet, ob er weltlich oder religiös geprägt ist, spielt dabei keine Rolle. Es darf ihn nicht geben. Der Staat hat nichts mit dem Land zu tun, das uns Juden heilig ist und das wir lieben und vom Zionismus regelrecht geschändet wurde. Gerade wir verteidigen das spirituelle Konzept des Heiligen Landes, von Eretz Jisrael, und der Gedanke daran, dass Zehntausende Juden und Nichtjuden aufgrund von unzähligen Kriegen und Konflikten ihr Leben lassen mussten, Millionen von Juden vom Wege der Tora abewichen sind und der Hass auf Juden weltweit gewachsen ist, bestärkt uns auf diesem Wege, zumal wir wissen, dass wir in bester Gesellschaft mit allen unseren "geistigen Führern" von Jochanan Ben Zakkai bis Elchonon Wasserman bis zum Satmarer Rebbe sind. Nicht ein einziger Gelehrter wird sich finden lassen, der den Zionismus verteidigt hätte.

Niemand ruft zur Zerstörung "Israels" auf. Das ist auch solch eine zionistische Propagandalüge. Rav Shach sel.A., wie viele andere auch, - und dem schließe ich mich an - beteten und beten für die friedliche Auflösung dieses Staates, als Voraussetzung dafür, dass Moshiach ben David bald und in unseren Tagen kommen möge. Amen!

Im Iran leben noch ungefähr 30.000 Juden, eine der ältesten jüdischen Gemeinden der Welt. Diese Juden dürfen kein Spielball sein für zionistische Machtinteressen und Kriegspläne, zumal diese Gemeinde sich weiterhin als iranisch-patriotische Gemeinde versteht. Und noch einmal: Ich würde mit jedem reden, wenn auch nur der Funke einer Hoffnung bestünde, dass Kriegstreiben und vor allem die Gefahr eines nächsten Weltkrieges dadurch vermindert werden könnte. Juden wollen keinen Krieg mit dem Iran, nur Zionisten sind daran interessiert und genau auf diesen Unterschied kommt es an und den gilt es zu vermitteln.

_____________________________________________________
http://www.nkusa.org
http://www.jewsagainstzionism.com
http://www.jewsnotzionists.org

the swot ( Gast )
Beiträge:

13.06.2007 20:59
#11 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Bevor ich dir Seitenangaben gebe und auf deine "Argumente" eingehe erklärst du mir bitte erst warum du behauptest du hättest Copyrights für diesen Test!
Schließlich ist er hier zu finden!

Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

13.06.2007 21:30
#12 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Zitat von the swot
Bevor ich dir Seitenangaben gebe und auf deine "Argumente" eingehe erklärst du mir bitte erst warum du behauptest du hättest Copyrights für diesen Test!
Schließlich ist er hier zu finden!

Wenn du den Strang ein klitzekleines Stück weiter nach oben verfolgst, wirst du feststellen, dass ich diese Frage bereits beantwortet habe. Der Text ist nicht nur auf der Neturei Karta Homepage zu finden, sondern wie ein anderer User vollkommen zu Recht behauptet hat, auch auf diversen anderen Foren und dort zum Teil wenigstens von mir eingestellt. Wo er sonst noch überall zu finden ist, entzieht sich meiner Kenntnis und auch meiner Kontrolle und deshalb habe ich ganz bewusst diesen Copyright-Vermerk angefügt, weil die deutsche Fassung dieses Textes als auch die überarbeitete Version von mir stammt. Ganz einfach! Im übrigen - und das füge ich hier deutlich an - sind die Inhalte dieses Textes nicht meine "Argumente", sondern die der Tora und unserer Rabbonim und Gedolim. Aber das können wir dann gerne der Reihe nach aufschlüsseln!

_____________________________________________________
http://www.nkusa.org
http://www.jewsagainstzionism.com
http://www.jewsnotzionists.org

the swot ( Gast )
Beiträge:

13.06.2007 21:42
#13 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Die deutsche Übersetzung auf der Seite von Neturei Karta stammt also von dir?

Leibele Offline

Yehudi - Lo Zioini


Beiträge: 64

13.06.2007 21:58
#14 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Zitat von the swot
Die deutsche Übersetzung auf der Seite von Neturei Karta stammt also von dir?


Wenn du es jetzt zum 3. Mal lesen willst: Ja, ein großer Teil des Textes, der sich dort befindet, wurde von mir ins Deutsche übertragen.

_____________________________________________________
http://www.nkusa.org
http://www.jewsagainstzionism.com
http://www.jewsnotzionists.org

the swot ( Gast )
Beiträge:

13.06.2007 21:59
#15 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Gut dann bleibt mir wohl nichts anderes übrig als dir das zu glauben.

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

15.06.2007 17:02
#16 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
Um es mal ganz hart zu sagen, die Wegbereiter des Zionismus
haben doch teilweise völlig unrealistische Vorstellungen gehabt.
Sie dachten sie müssten einfach nur nach Palästina fahren und könnten dort
einen jüdischen Staat gründen. Aber der Gedanke dass dort schon andere Menschen leben,
ist den Wenigsten gekommen.
Irgendwie schienen sie den quasi Rechtfreien Raum nach dem Ende des Osmanischen Reichs
und der Übernahme der Verwaltung durch die allierten Mandatsmächte als Freibrief
gesehen zu haben eine Utopie durch zu setzen.
Die ersten die in den 20'er Jahren kamen, kauften sich Land von den Arabern,
errichteten Siedlungen und lebten friedlich mit den Arabern und den ansässigen
Juden Seite an Seite. So lange sie mit den "Einheimimischen" GEschäfte machten,
und jeder den anderen in Ruhe ließ, ging das auch gut.
Aber im Lauf der Zeit kamen durch Massenhaften Zuzug von weiteren europäischen Juden
zu Konflikten. Auch mit den einheimischen Juden, welche die Europäer die teilweise ein
serh weltliches Leben führten, und deren zum teil stark sozialistisch geprägten
Kibbuz mit starker Skepsis gegenüber traten.
Das wird in der Diskussion gerne übersehen dass die Zionisten teilweise sogar den Ortsansässigen Juden,
welche nicht in der Diaspora, sondern in Palästina lebten, nicht geheuer waren, und egal ob Jude oder nicht,
Welten zwischen ihnen lagen.
Die Folge war dass es zu ernsten Konflikten kam.
Die Briten spielten dabei nie mit offenen karten, und versuchten immer die einen gegen die anderen
auszuspielen. Aber noch war es ein Zustand den man noch hääte zum besseren wenden können.
Dann kam der Zweite Weltkrieg und die Shoah.
Und plötzlich waren hundertausende von Juden durch die Kriegswirren ihrer Heimat und ihrer gesamten Habe
beraubt.
Wohin nun mit ihnen?
Vor und während des Krieges sträubten sich alle möglichen Länder, (mittellose) jüdische Flüchtlinge
aufzunehmen. Und auch jetzt war die zahl die beispielsweise in die USA oder nach Kanada oder Südamerika
auswandern durften sehr stark limitiert.
Also ging ein großer Strom von Menschen auf die Reise in das Land von dem Zionistische Gutmenschen
in höchten Tönen schwärmten...nach Palästina....
Dort vor Ort kam die große Ernüchterung....
Für die Zivilisationsgewohnten europäischen Juden muss es ein Schock gewesen sein.
Die Zustände waren katastrophal, es gab kaum Unterkünfte, kaum Arbeit, keine echte Infrastruktur.
Mit jeder Schiffsladung von einwanderern die ins Land kamen, wurden die Araber nervöser.
Es folgten Siedlungsgründungen auf Gebieten die man einfach besetzte, und die antwort waren
Gewaltakte durch die Araber die sich mit der Situation völlig übervordert fühlten.
Die alte Struktur des Osmanischen Reichs war erst wenige jahre zuvor zerstört worden,
und durch die Briten und Franzosen ( Franzosen im Irak) ersetzt worden.
diese dachten natürlich erst mal nur an ihre eigenen Interessen.
Dass da ein Exodus von hunderttausenden von Menschen ankam, das war nie bedacht worden.
Den Rest kennen wir ja zur Genüge....
Terror, Staatgründung, Krieg, und Opfer auf allen Seiten.
Den vorwurf mache ich in erster Linie den Zionisten die sich blauäugig auf dieses
Abenteuer eingelassen haben, egal wie gut ihre Motive auch waren.
Den zweiten Vorwurf mache ich den Engländern. Die dann das Land verließen als man sie am nötigsten gebracuht hätte.
Und am meisten Leid tun mir die Ansässigen Juden die seit jeh her dort lebten, und in friedlicher
Nachbarschaft mit den ebenfalls Ortsansässigen Arabern lebten.
Seitdem haben sie unter einen Konflikt zu leiden den sie nie wollten,
und nun leben sie in einem Staat, der ihnen eine völlig westlich geprägte Kultur beschieden hat.
Eine Kultur die sie ablehnen, weil es eben keine jüdische Kultur ist, sondern ein Sephardisch/Aschkenasischer
Flickenteppich....

Auf jedem Fall ist die Utopie Israel in meinen Augen gescheitert.
Das Israel das heute Existiert hat in dieser form keiner gewollt, da bin ich sicher.

Gruß Kadesch

Glaube ist Aberglaube

Arturo Offline



Beiträge: 88

28.09.2007 21:22
#17 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Leibele:
"JEWS ARE NOT ZIONISTS! ZIONISTS ARE NOT JEWS"

>> Hallo Leibele, hallo Leute !
So darf man das auf gar keinen Fall stehen lassen ! Ein Jude ist man dann, wenn man eine jüdische Mutter hat oder zum Judentum konvertiert ist ( Gijur )....

Du politisierst den Begriff Jude !

Gruß
Arturo

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

28.09.2007 21:53
#18 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Zitat von Arturo
Ein Jude ist man dann, wenn man eine jüdische Mutter hat oder zum Judentum konvertiert ist
und was sind denn Halbjuden?

-------------------------------------------------
Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

Arturo Offline



Beiträge: 88

28.09.2007 22:23
#19 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Halbjuden ?? Das ist ein künstlicher Begriff. Halbjuden gibt es nicht !!
Arturo

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

28.09.2007 22:39
#20 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

In Deutschland kannst glauben was du willst.
Auch täglich was anderes, daraus ergibt es sich, das eine Blutlinie vollkommen abwägig der Religionsfreiheit ist. (Glauben muß man schon selber!)

-------------------------------------------------
Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

qilin Offline




Beiträge: 3.552

30.09.2007 07:58
#21 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

'Blutlinie' und 'Halbjude' sind Begriffe aus der Vererbung, und an ihnen haftet ein reichlich schlechter Geruch...
Religiös gibt es Halbjuden ebensowenig oder -soviel wie Halbchristen, Halbmuslime - oder Halbatheisten

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

30.09.2007 14:41
#22 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Das in der Tat...
Dieser Begriff ist ja auch ein Wortschöpfung des dritten Reiches.

Das Problem ist doch genereller Natur: Wer ist denn nun Jude?
Darüber werden wir hier vermutlich keinen Konsens finden.
der religiöse Jude wird darauf besthen dass nur der von einer jüdischen Mutter gebore
oder zum Judentum konvertierte ein Jude ist.
Andere definieren es nur über die Blutlinie usw.

Glaube ist Aberglaube

Arturo Offline



Beiträge: 88

03.10.2007 20:38
#23 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten
Kadesch : "und nun leben sie in einem Staat, der ihnen eine völlig westlich geprägte Kultur beschieden hat.
Eine Kultur die sie ablehnen, weil es eben keine jüdische Kultur ist, sondern ein Sephardisch/Aschkenasischer
Flickenteppich...."

>> Hallo Kadesch

Generell stimme ich dir zu. Man sollte jedoch bedenken, das es in Israel nicht nur westlich geprägte Strukturen gibt !
Du mußt wissen, das viele eingewanderte europäische Juden ihre religiöse Kultur verloren haben. Die Schuld dafür haben aber nicht sie sondern die Europäer ! Juden mußten in der Vergangenheit (fast) immer ihre Religion verbergen.

Auch durch die Industrialisierung und den Bildungsstand enwickelte sich unter vielen von ihnen eine Art Atheismus. Juden sind keine Übermenschen und neigen auch dazu ( wie auch andere Namenschristen od. viele Muslime ) ihre althergebrachte Religion/Tradition usw zu überdenken und sich mehr der modernen Philosophie/Politik zu widmen.

Der, wie du so schön sagst "Sephardisch/Aschkenasischer Flickenteppich" verschmilzt immer mehr zu einem "Nussach" bzw. zu einer einheitlichen jüdischen Herkunft.

Diese Verschmelzung wird irgendwann vollkommen, je länger Israel existiert ! Du kannst von polnisch-deutschen-russischen Juden nicht verlangen, das sie innerhalb weniger Jahre jüdisch-orientalisch werden. Das braucht seine Zeit.

Deine anti-israelische Haltung ist mir ein Rätsel !

Arturo
kadesch Offline



Beiträge: 2.705

03.10.2007 22:22
#24 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten



Generell stimme ich dir zu. Man sollte jedoch bedenken, das es in Israel nicht nur westlich geprägte Strukturen gibt !
Du mußt wissen, das viele eingewanderte europäische Juden ihre religiöse Kultur verloren haben. Die Schuld dafür haben aber nicht sie sondern die Europäer ! Juden mußten in der Vergangenheit (fast) immer ihre Religion verbergen.


das mag vielleicht zu Zeiten der Reconqista in Spanien zugetroffen haben, als die Sephardischen Juden Spanien und Portugal verlassen mussten.
Aber spätestens seit der Zeit der Aufklärung waren die Juden (ausser in Russland/Polen) bis zur Nazizeit keiner gezielten
Verfolgung ausgesetzt.
Viele haben ihr Judentum verborgenweil sie sich dadurch eine größere Akzeptanz durch die übrige Bevölkerung
erhofften. Aber gerade in der zeit nach dem 30'jährigen Krieg erlebte ja die Zeit der "Stetl - Bewohner"
ihre Blütezeit. Und jüdische Kaufleute und Bankiers stiegen sogar bis in den Adel auf.
Daher kann ich deiner These der "verborgenen Religion" nicht ganz folgen.



Auch durch die Industrialisierung und den Bildungsstand enwickelte sich unter vielen von ihnen eine Art Atheismus. Juden sind keine Übermenschen und neigen auch dazu ( wie auch andere Namenschristen od. viele Muslime ) ihre althergebrachte Religion/Tradition usw zu überdenken und sich mehr der modernen Philosophie/Politik zu widmen.


Der Atheismus ist eine Folge der Aufklärung der ja nicht nur Christen sondern ALLE Bevölkerungsgruppen erfasste.
Und der Abfall von der Religiösität egal ob jüdisch oder christlich erfolgte meist in Zeiten in denen es
den Menschen gut ging. Um es mal Überspitzt zu sagen "ein voller Bauch hat weniger Gottesfurcht als ein leerer"
Das kann man ja heute noch gut nachverfolgen. Die meisten Kneipen sind besser besucht als die Kirchen oder Synagogen.
Eine Hinwendung zur Religion erfolgt bei vielen erst in Zeiten in denen es nicht mehr so rosig aussieht.


Der, wie du so schön sagst "Sephardisch/Aschkenasischer Flickenteppich" verschmilzt immer mehr zu einem "Nussach" bzw. zu einer einheitlichen jüdischen Herkunft.
Diese Verschmelzung wird irgendwann vollkommen, je länger Israel existiert ! Du kannst von polnisch-deutschen-russischen Juden nicht verlangen, das sie innerhalb weniger Jahre jüdisch-orientalisch werden. Das braucht seine Zeit.

Ich behaupte mal dass es bald so sein wird dass der letzte Rest des Ursprünglichen Judentums in Israel
durch eine Mischung aller dieser Elemente ausgetilgt sein wird. Diese Mischung hat doch schon weitestgehend ihre
jüdischen Wurzeln verlohren. Und was soll bitteschön ein Judenstaat ohne religiöse Wurzeln, oder besser ausgedrückt
ein Judenstaat ohne Juden (im engsten religiösen Sinn gemeint)
Und polnisch - deutsch - russische usw. Juden werden niemals zu orientalischen Juden werden.
Die meisten Israelis (vor allem die jüngeren )die ich kenne haben mit dem Glauben nichts am Hut
Für sie ist Jom Kippur, Pessach usw. genau so besetzt wie hierzulande Weihnachten oder Ostern.
Geh doch mal in die größeren Städte in Israel und sieh dir die Jugendszene an...da ist das ganze jahr über Purim.

Vieleicht bin ich ja ein total verblödeter Nostalgiker, aber mit einem Judenstaat hat das ganze
nicht viel zu tun. Das ist jetzt meine persönliche Meinung, von der ich nicht erwarte dass sie jemand teilen muss.



Deine anti-israelische Haltung ist mir ein Rätsel !



ich bin nicht anti-israelistisch, ich sehe den Staat nur nicht durch die rosarote Brille wie viele andere dies tun.
Was ich mir wünsche ist ein Israel in dem man ohne eine Galil MP über der Schulter herumlaufen kann.
In dem man als Jude leben kann, in dem man in einen Bus einsteigen kann ohne Angst zu haben dass er
in die Luft fliegt. Ich möchte nur eines.....Frieden!!!!!
Und der wird nicht durch Gewalt erzwungen werden können, sondern muss aus dem Herzen kommen.

Glaube ist Aberglaube

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

04.10.2007 06:17
#25 RE: Der Zionismus hat das Herz des Judentums attackiert antworten

Zitat von Arturo
Die Schuld dafür haben aber nicht sie sondern die Europäer !
Das ist uns schon klar. An allem Guten für die Juden sind sie selbst schuld, höchstens noch Gott. An allem Schlechtem die Europäer.

Möge der Herr uns Frevlern vergeben.

Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | ... 9
 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Der selbstbestimmte Mensch"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor