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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 1.247 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
qilin Offline




Beiträge: 3.552

28.06.2007 10:10
Buddhismus & Atheismus antworten

Vor einiger Zeit habe ich in einem anderen Forum diesen Text 'reingesetzt, und bin prompt
von einem 'eifrigen Buddhisten' belehrt worden, dass "Gott und Götter mehr sind als
nur Symbole oder abstrakte Hilfsmittel. Sie sind ebenso real wie wir und werden auch
immer dementsprechend angesehen."
Daraus hat sich dann eine recht interessante, aber
etwas einseitige Diskussion ergeben...

In Antwort auf:
Zusammengefasst stellt man fest, dass die buddhistische Welt voll mit Göttern,
Dämonen und Kult ist. Wie konnte dies aus der doch zunächst klar strukturierten
Lehre Gautama Buddhas geschehen? Ich möchte hier Worte des 14.Dalai Lama
zitieren, die meiner Ansicht nach Buddhismus exakt definiert.
In Antwort auf:
"Im Grunde braucht der Buddhismus diese Abbilder nicht. Der Buddhismus, richtig
verstanden, ist eine Geisteswissenschaft. Er fordert den Menschen auf, sich durch
Selbsterkenntnis selber zu verwirklichen und sich dadurch von den Problemen dieser
Welt freizumachen, vor allem vom Leid. Dieser pure Buddhismus kennt keinen
Schöpfer, er ist essentiell atheistisch. Der wahre Buddhist denkt und glaubt abstrakt.
Er braucht keine Hilfsmittel. Aber der normale Mensch, der Buddhas Lehren aus
Zeitmangel nicht selber studieren und verwirklichen kann, braucht Denkhilfen und
greifbare Symbole, um sich zu orientieren. Das ist das, was Sie Götter nennen und
was viele Menschen im Westen für Götzen halten, die blind angebetet werden.
In Wahrheit handelt es sich dabei nur um konkretisierte Vorstellungen von den
Erscheinungsformen der Teilprinzipien, die das Wesen unseres Universums und
auch uns Menschen ausmacht: Gut und Böse, Schön und Hässlich. Eines bedingt
das andere, alles verändert sich und löst sich schließlich im Nirvana auf. Die
Menschen im Westen nennen es 'Erlöschen' oder 'endlose Ruhe', aber das ist nur
ein unvollkommener Begriff."
(Zitat aus Peter-Hannes Lehmann/Jay Ullal: Tibet - Das stille Drama auf dem Dach der Welt)


Und vor meinem Urlaub wurde in der 'Deutschen Buddhismus-Liste' über die SPIEGEL-Nummer
mit dem 'neuen Atheismus' diskutiert - dieser Ausriss ist vielleicht auch von Interesse hier:
In Antwort auf:
> > Ich möchte hier nicht inhaltliche Fragen zu Theismus, Atheismus,
> > Buddhismus, etc. reflektieren, sondern auf einen Punkt im Verhalten
> > der beteiligten Atheisten, also z.B. Dawkins, hinweisen, und das ist
> > ihre doch sehr offensichtliche Aggressivität. Auch wenn diese
> > Aggression im Denken und Reden als reaktiv und daher gerechtfertigt
> > dargestellt wird, so erscheint sie mir doch als "unheilsam" (in
> > buddhistischer Sprache), als nicht friedfördernd und auch als nicht
> > weisheitsfördernd.
>
> Ganz Deiner Meinung; schon im Spiegel hieß es ja schon sinngemäß, das sei
> eine Art 'missionarischer Atheismus' und da ahnte ich schon woher das kam.
> Kann sein, dass man in USA schon aus Gewohnheit ähnliche Mechanismen
> wie Missionierung als Marketing und geschicktes Mittel zum Zweck ansieht.
> Seriöser fände ich da auch und vor allem im Zusammenhang mit Wissenschaft
> eine gewisse Zurückhaltung und Bescheidenheit. Aber sei's drum.
> Vielleicht kann ich mir auch einfach nicht vorstellen, wie einflussreich
> religiöse Strömungen im engeren Sinne sein können, wie sie das offensichtlich
> in den USA sind. In den USA wird man davon jedenfalls mehr mitkriegen als
> hierzulande, oder? Insofern könnte ich mir die Intensität der 'Kampagne' teils
> als typisch amerikanisch vorstellen und auch als nicht zuletzt kommerziell
> förderlich...
> Als Wissenschaftler verkauft man seine Thesen mit derlei Donnerhall
> natürlich besser als wenn man etwas in 'Science' veröffentlicht...
>
> Ich sehe mich jedenfalls als Atheisten. Als spiritueller Atheist.

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

28.06.2007 10:32
#2 RE: Buddhismus & Atheismus antworten

Buddha war ein Atheist.
Gab es eigentlich schon zu seinen Lebzeiten die Buddhastatuen, oder wurden diese erst nach ein paar hundert Jahren errichtet?
Beim Buddhismus spielte sich das selbe ab, wie bei den anderen Religionen.
Nach Buddhas Tod kamen Rituale, Gebete, Opfergaben dazu.
Ob Buddha das wirklich gewollt hätte weiß man nicht.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

28.06.2007 10:39
#3 RE: Buddhismus & Atheismus antworten

Hallo lieber Ronnie77,

In Antwort auf:
Buddha war ein Atheist.


Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Es ist ja so, dass auch Buddha an "etwas" glaubte, was ich persönlich immer "ES" nenne. Ob es für ihn "Gott" war, oder nicht, können wir leider nicht mit Gewissheit sagen, denn wir kennen nur die Überlieferungen.

Aber, ich bin mir zumindest sicher, dass es Buddha nicht so recht gewesen wäre, wenn er gewusst hätte, dass man letztendlich versucht einen Gott aus ihm zu machen.

Bis dann

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

28.06.2007 11:24
#4 RE: Buddhismus & Atheismus antworten
Nun, der Buddha hat (jedenfalls soweit man dem Palikanon Glauben schenken darf - und auf dem ist ja fast
alles aufgebaut was wir über ihn wissen) recht häufig über Götter gesprochen, sie aber nicht verehrt oder
ihre Verehrung empfohlen. IMHO hat er damit einfach die damaligen Vorstellungen als Grundlage für seine
'Verkündigung' verwendet (wie auch mit der 'Reinkarnation'). Upaya - 'nützliches Hilfsmittel' - nennt man
diese Methode im Buddhismus. In manchen seiner Reden hat er die Götter auch kräftig ironisiert, wenn nicht
sogar lächerlich gemacht... Metaphysische Fragen hat er meist rundheraus abgelehnt zu beantworten, weil
die Antwort irrelevant sei [vgl. das Pfeilgleichnis] - man könnte ihn vielleicht eher als Agnostiker bezeichnen.

500 Jahre lang, also bis Anfang unserer Zeitrechnung, war jede Abbildung des Buddha absolut verpönt,
die ersten Bilder und Statuen stammen aus der (stark vom Griechentum beeinflussten) baktrischen Kultur.
Bis dahin wurde er als Person symbolisiert durch einen Fußabruck, einen Sonnenschirm o.ä...
Dazu, ob er das wirklich gewollt hätte, gibt's einen Vergleich von dem bekannten Religionswissenschaftler
Frederic Spiegelberg in 'Die lebenden Weltreligionen':
In Antwort auf:
Es gibt da eine Geschichte von einer merkwürdigen Gruppe von Menschen, die sich um einen Mann scharten,
der Atheist und Agnostiker war, eine in Indien außerordentlich seltene Geistesverfassung. Er war ein Mensch,
der mit dem ganzen Korpus religiöser Übung, die zur Entartung der unmittelbaren Erkenntnis von Wahrheit führt,
aufräumen wollte. Er zog Jünger an, die sich an jedem Sonntag um ihn zu versammeln pflegten, während er zu
ihnen von seinen Prinzipien sprach. Mit der Zeit versammelten die Jünger sich, um auf das Erscheinen des
Meisters zu warten, denn sie kamen gern zusammen und sangen, ehe er kam. Schließlich wurde ein Gebäude
zum Schutze der Jünger errichtet und dem Agnostiker ein Zimmer darin eingeräumt. Nach seinem Tod wurde
es bei seinen Anhängern Regel, sich vor seinem leeren Zimmer zu verbeugen, ehe man die Halle betrat.
Auf einem besonderen Tisch wurde sein Bild in einem goldenen Rahmen aufgestellt, und Kinder legten Blumen
und Weihrauch dort nieder. In wenigen Jahren war eine Religion um diesen Mann gewachsen, der zu Lebzeiten
an nichts dergleichen geglaubt, ja, der seinen Anhängern vielmehr gesagt hatte, derartige Praktiken seien
in sich schlecht. Dies sei ein bescheidenes Gleichnis für die Entwicklung jeden Glaubens. Wenn wir zur
Betrachtung der verschiedenen Verzweigungen der historischen Entwicklung des Buddhismus kommen,
werden wir sehen, wie genau dieses Gleichnis ist.

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() qilin

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