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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 392 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.07.2007 15:30
#26 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Hallo SnookerRI,

die Parallelen sind aber auch nicht von der Hand zu weisen. (nur eben, dass ich Deine Gläubigkeit verstehen kann)

In Antwort auf:
Problematisch fand ich auch nur Ahrimans Vergleich von Gottesherrschaft mit Menschenherrschaft, bzw. dass er mir unterstellte, gleiche Wertungen zu gebrauchen


Wer der Meinung ist, dass Gott von uns absoluten Gehorsam erwartet - und nur Menschen, die nur ihn anbeten den Hosenboden pampert - der ist in meinen Augen auch nicht viel besser dran, als ein Mensch, der in einer Diktatur leben muss.

Gläubige Menschen sollten mal wieder anfangen Gott als liebevollen Vater zu sehen, als ihn (oder je nach Glaubensgruppe den Teufel) für den Ganzen Knatsch, den wir Menschen hier so veranstalten, verantwortlich zu machen. Ich weiss, dass es mir auch mal dreckig geht, ohne das direkt Gott (oder ein Teufel) Schuld hat. Im Gegenteil hilft mir der Gedanke an Gott gerade in schweren Zeiten weiter. Bin halt ein Menschenkind, was ein bisschen Halt braucht.

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() Tao-Ho

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

24.07.2007 18:28
#27 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Wer der Meinung ist, dass Gott von uns absoluten Gehorsam erwartet - und nur Menschen, die nur ihn anbeten den Hosenboden pampert - der ist in meinen Augen auch nicht viel besser dran, als ein Mensch, der in einer Diktatur leben muss.


Ja, Tao-Ho das mag bestimmt so sein. Wenn man bei Gott an einen Despoten denkt, einen Gehorsam fordernd, der seinen Machterhalt ohne die rechtliche grundlage dazu erzwingt; ja dann kann man es mit dem leben oder besser der Existenz innerhalb einer Diktatur vergleichen. Für mich stellt sich Gott nur eben nicht wie ein rachsüchtiger Diktator dar, sondern wie ein liebender Vater, der Liebe übt und Gerechtigkeit wirkt.

In Antwort auf:
Gläubige Menschen sollten mal wieder anfangen Gott als liebevollen Vater zu sehen, als ihn (oder je nach Glaubensgruppe den Teufel) für den Ganzen Knatsch, den wir Menschen hier so veranstalten, verantwortlich zu machen.
Das sehe ich genauso. Nur bleibt dann die frage offen warum sich der Mensch als ein ungeselliges gesellschaftstier erweist, dass auch zuweilen selbst gegen seinesgleichen mit aller Brutalität vorgeht. Im Laufe der Evolution soll Homo sapiens sapiens gelernt haben, die gesellschaft als einen wichtigen Faktor in seiner persönlichen Entwicklung anzuerkennen. So kann man das hier in diversen threads nachlesen. Warum aber hat es den Anschein, als stürmte der Mensch gegen diese gesellschaft, aus der er seine Kraft bezieht, los und ist auf dem besten Wege sie zu zerstören?

Das sind Fragen, die mir dabei in den Sinn kommen.


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89 ( Gast )
Beiträge:

24.07.2007 19:36
#28 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Ich weiss, dass es mir auch mal dreckig geht, ohne das direkt Gott (oder ein Teufel) Schuld hat.

Mensch muss es sich nicht immer schwer machen im Leben, denn solches ist schwer genug.
Aber so gesehen, ist mir dein Blickwinkel zu einfach, Tao-Ho. Für dich mag er stimmen und das ist ja das wichtigste, aber woran hat Gott denn dann überhaupt noch Schuld? Dient er nur zum Trost und mensch kramt ihn hervor, wenn ihm danach ist, so z.B. in schweren Zeiten zum Halt haben?

Das ist irgendwie, als wenn man in die Abendschule geht und überlegt, welchen Kurs man belegen soll...die "Psychologische Seelenforschung" oder den "Häkel & Kochkurs" und man dann bei den "Anonymen Alkoholikern" landet.......sinnbildlich gesprochen.

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

24.07.2007 20:16
#29 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Dann gibt es kein System, dass auf menschlichen Überlegungen basiert!


Du willst also dem Menschen das Überlegen ab und das Gehorchen angewöhnen....Du machst mir Spass.


In Antwort auf:
Willst du es mir verübeln?


Nein , verübeln sicher nicht.
Aber es wird immer deutlicher, dass auch deine Relaxtheit gegenüber denen die anderer Meinung sind als du nur daraus resultiert, dass du der Überzeugung bist den einzig wahren Weg gefunden zu haben für den du am Schluss vom Übervater belohnt wirst.
Von ihm der dir den Weg zeigt und dem einzig du verantwortlich bist.
Es ist die Arroganz die in der Überzeugung liegt Gott zu gefallen....besser zu gefallen als andere die andere Wege gehen.


atz



Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

24.07.2007 21:57
#30 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Wir schreiben unserer "Schöpfung" doch auch vor was sie tun darf/muss und was nicht, und es liegt in unserem Ermessen ob es GUT oder SCHLECHT ist und nicht im Ermessen der Maschiene(auch wenn sie selbst entscheiden könnte). Wieso sollte Gott also nicht genauso handeln - ER hat uns geschaffen, also gibt auch ER die Regeln an.


Soweit so gut......
Aber der Mensch erzählt der Maschine nicht , dass er alles nur aus Liebe tut.
Und würdest du, nur weil die Robos nicht richtig funzen deinen Sohn aus dem Fenster schmeissen?

Und ... wenn die Maschine selbst entscheiden könnte dann würdest du dich wundern......

atz

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Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

25.07.2007 02:26
#31 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Zitat von Snooker
Hätten sich die damaligen Menschen auf Gottes Wort verlassen, sich aus den Politischen Systemen rauszuhalten

Wie bitte? Wo steht das denn?
Tatsache ist doch wohl, daß unter dem Strich die Menschen mit der Demokratie besser gefahren sind als mit Königen. Alle Könige haben Kriege geführt und folglich Not und Leid gebracht. Auch der "Himmelskönig" hat Kriege geführt und über Menschen Qual, Kummer, Not und Leid gebracht. Lies mal bei Jesaja nach. Einige Demokratien dagegen stehen durchaus gut da, was das Wohlergehen der Bürger betrifft, allen voran die Schweiz. Und auch die nordischen Länder schneiden da gar nicht schlecht ab.
Ich habe mir vorhin mal das katholische Glaubenbekenntnis durchgelesen (erste flüchtige Lesung als Überblick). Das muß ich mir noch genauer ansehen. ( http://www.padre.at/credo.htm ) Da fand ich den Satz:
In Antwort auf:
Jene aber, die bis zum Ende ihres Lebens die Liebe und das Erbarmen Gottes ablehnten, werden dem Feuer überantwortet, das niemals erlischt.

Es ist also wie bei Hitler: Wer nicht spurt, kommt ins KZ.
Nun ja, wenn es diesen Gott doch geben sollte: Ich lehne seine Liebe und sein Erbarmen keinesfalls ab. Ich lehne Liebe und Erbarmen niemals ab, egal, von wem das kommt! Wenn aber einer kommt und sagt: "Ich liebe dich, wenn du vor mir niederfällst und mir die Schuhe ableckst!" dann trete ich dem in den A.. wenn ich kann. Gott Jehova bezw. Jahwe kennt den Begriff "Menschenwürde" nicht. Der kommt in der Bibel nicht vor. Den haben wir Menschen erfunden. Und ein guter Teil der Menschheit hat im Strafvollzug die Körperstrafen abgeschafft. Wir peitschen, foltern und töten die Strafgefangenen nicht, und nicht einmal "lebenslänglich" ist in jedem Fall lebenslänglich. Snooker, wir Menschen haben eine höhere Ethik als dein Gott, wir haben uns ethisch turmhoch über ihn erhoben! Daß wir uns nicht immer an diese Ethik halten, mindert nicht ihren Wert.
Schopenhauer hat gesagt, die Forderung geliebt zu werden sei die größte Anmaßung.
Im Kleinen Katechismus Martin Luthers steht bei jedem der zehn Gebote stereotyp der Satz: "Wir sollen Gott fürchten und lieben..." Wie kann man jemand lieben, vor dem man Angst hat? Den kann man nur hassen. Wer geliebt werden will, muß liebenswert sein. So, wie mir von Kind an der Christengott geschildert wurde, ist der alles andere als liebenswert und liebenswürdig (der Liebe wert und würdig, geliebt zu werden)!

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Glaubst du noch oder denkst du schon?

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.07.2007 12:02
#32 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Dient er nur zum Trost und mensch kramt ihn hervor, wenn ihm danach ist, so z.B. in schweren Zeiten zum Halt haben?
Nun, Gott dient mir nicht und ich brauche ihn auch nicht unbedingt, um Halt in Notzeiten zu finden. Ich habe ein gutes Verhältnis zu dem, was ich ES nenne, ohne dass ich unbedingt was verlange, oder dieses ES in eine Form pressen will. Es reicht mir aus, dass ich mich auf ES verlassen kann (was auch immer es sein mag / vielleicht auch nur meine Psyche, die mir was vorgaukelt).

Es gab in meinem Leben schon unendlich viele Situationen, die niemand mit Logik, Physik und Co. erklären konnte. Ich glaube schon, dass da was ist. Nur sind wir einfach noch zu dumm, um zu begreifen was es ist (vielleicht müssen wir ja auch einfach nur die Gesetze der Physik noch ein paar Mal umschreiben, bevor wir drauf kommen...).

Hm, ich finde es nicht schlimm, dass ich an etwas Glaube. Mir macht es allerdings auch nicht viel aus, wenn einer nicht gläubig ist. Muss man doch selber wissen, denke ich.

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() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2007 12:36
#33 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Mich würde interessieren, woran du merkst, dass du dich auf ES verlassen kannst.
Man merkt doch so was eigentlich nur in Notsituationen und an der dort erfolgenden Hilfe.
Wie merkst du, dass ES dir hilft und nicht einfach ein Zufall?
Warum hat es dir nicht in den Situationen, die es mit Sicherheit auch in deinem Leben gibt, die totatl schief gelaufen sind, geholfen? Ist ES doch nicht ganz so zuverlässig?

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.07.2007 13:05
#34 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Sehr gute Frage, BS. Und eigentlich einfach zu beantworten.

Wenn ich mir ein viel zu teures Paar Schuhe kaufe und am Monatsende mein Geld knapp wird, dann noch eine Rechnung kommt (bin ja eine Frau, also lassen wir es die Telefonrechnung sein ). Dann geht es mir nicht so gut. Wie soll ich dafür Gott verantwortlich machen, bitte?

Mir ist es aber in einer solchen Situation geschehen, dass ich (was für mich ungewöhnlich ist) einen Lottoschein ausgefüllt habe und ich habe gewonnen und konnte sogar noch einen Kurzurlaub in Paris machen. So ist ES zu mir.

Als neulich eine sehr liebe Freundin von mir gestorben ist, bin ich sehr traurig gewesen und musste irgendwie hin in mein kleines Kapellchen, in dem ich immer hingehe, wenn es mir nicht so gut geht (seelisch). Das ist eine Kapelle, die halbverfallen ist, wo niemals jemand anderes ist, als ich und die Madonnastatue, einfach nett, dieses Teil. Als ich hinkam waren zwei Familien dort in der Kirche und die hatten Kinder dabei, die durch die Kirche tobten und herrlich dabei lachten. Meine ganze Trauer war weggewesen (qilin war dabei und auch er kennt schon von mir sehr ungewöhnliche Situationen / er nennt mich dann immer "sein Hexchen") ES ist immer da, irgendwie, und mal streichelt es mir liebevoll über den Kopf, oder schubst mich wieder in Richtung Leben, wenn ich mal müde bin usw.

Darum ist Gott für mich eigentlich eher wie ein liebevoller Vater, als denn ein strafender Despot. Schau, als Dein Kind Fahrradfahren lernte, hast Du es ihm verboten, als es hinfiel und sich die Knie aufschrabbte? Nein, Du hast es fallen lassen, wieder aufgehoben, getröstet und dann wieder aufs Fahrrad gesetzt. So ist es auch mit meinem/deinem/unserem ES. (weiss schon...klingt sehr )

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() Tao-Ho

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

25.07.2007 13:23
#35 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Aber es wird immer deutlicher, dass auch deine Relaxtheit gegenüber denen die anderer Meinung sind als du nur daraus resultiert, dass du der Überzeugung bist den einzig wahren Weg gefunden zu haben für den du am Schluss vom Übervater belohnt wirst.
Von ihm der dir den Weg zeigt und dem einzig du verantwortlich bist.
Es ist die Arroganz die in der Überzeugung liegt Gott zu gefallen....besser zu gefallen als andere die andere Wege gehen.
Es ist schade dass du zu diesem Urteil kommst.

Ob ich den richtigen Weg gefunden habe: Woher soll ich das wissen? Selbst wenn ich ihn schon fand: Woher weiß ich dann dass jeder meiner Schritte richtig ist? Wer hochmütig wird und denkt, er sei was besseres in diesem System - nun er legt sich große Steine in den Weg.

In Antwort auf:
Du willst also dem Menschen das Überlegen ab und das Gehorchen angewöhnen
Was fpür ein interessanter Schluss: Kann man denn nicht gehorchen, gerade weil man überlegt hat? Fährst du 30 in einer 30ger Zone weil der Staat dir das befiehlt oder weil du überlegt hast und zu dem Schluss kamst, dass dort womöglich Gefahren lauern können?


In Memory of Soul-Society

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2007 13:32
#36 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

ad Tao-Ho:

Interessant (und schön, das Du in solchen Situationen einen Trost findest).

Aber das Ganze zeigt doch nur, wie der menschliche Verstand funktioniert: Mit Geschichten. Solchen, die uns helfen z.B.

Du bringst Dich in eine dumme Situation ("Wie dumm, das am Ende des Geldes immer noch soviel Monat übrig ist"; ich kenn das), kurz darauf hast Du Glück im Spiel.

Dir passiert was furchtbares (Todesfall, mein ehrliches Beileid), kurz darauf hast Du ein schönes Erlebnis.

Was sagt Dir, dass es hier eine Kausalität gibt? Das nicht einfach verschiedene, nicht zusammenhängende Dinge passieren, einfach weil Dinge nun mal passieren? Ich als Skeptiker würd ja sagen: purer Zufall. Aber die meisten meiner Mitmenschen sehen das wohl wie Du und konstruieren sich eine nette Geschichte zurecht: Gott, der belohnt, tröstet, aber in anderen Geschichten straft, rächt oder ähnlich häßliches.

Mein Vorschlag: Freu Dich über das Schöne (und über Freunde wie qilin, Respekt), trauere über das Schlimme, aber stell nicht Verbindungen her, für die es nicht den Ansatz eines Nachweises gibt.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

25.07.2007 14:05
#37 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Tatsache ist doch wohl, daß unter dem Strich die Menschen mit der Demokratie besser gefahren sind als mit Königen. Alle Könige haben Kriege geführt und folglich Not und Leid gebracht.
Da schau ich mal nach Amerika und nach Russland und sehe was für tolle Vorzeigedemokratien das sind. Wer glaubt, dass da das Volk abgestimmt hat, der tut mir leid. Haben die doorteigen Herrscher etwa nicht Kummer Leid und Schmerz; Hass und Angst verbreitet? Klar gibt es Demokratien, die sich raushalten, die anderswo ihr Ding drehen. Die Schweizer waren immer neutral... Nur das Nazigeld, dass haben sie auf ihren banken gehortet. Was ist denn das Wohlergehen der Bürger? Von wlechen Bürgern sprichst du denn? Und wieviele musst du ausklammern, damit deine Aussage nicht an Richtigkeit verliert?

In Antwort auf:
Es ist also wie bei Hitler: Wer nicht spurt, kommt ins KZ.
Was meinst du, warum ich das katholishce Glaubensbekenntnis rundweg ablehne?

Ahriman, es gibt nicht nur eine Sorte von gläubigen; es gibt nicht nur die die sich für allheils erfahren halten, und andere entweder belächeln oder argwöhnisch begegnen.

In Antwort auf:
Snooker, wir Menschen haben eine höhere Ethik als dein Gott, wir haben uns ethisch turmhoch über ihn erhoben! Daß wir uns nicht immer an diese Ethik halten, mindert nicht ihren Wert.
Du kennst meinen Gott nicht, Ahriman. Du kennst dein gottesbild was dir durch deine Erziehung bzw. deine spätere Erfahrung mitgeteilt wurde. Dieses Gottesbild hast du abgelehnt. Und was ich BS sagte, sage ich auch dir: Wenn ich mit dem Gottesbild groß geworden wäre, so wollte ich hoffen, ebenfalls Atheist zu sein.

In Antwort auf:
Wie kann man jemand lieben, vor dem man Angst hat? Den kann man nur hassen.
Jawohl Ahriman, genau so ist es. Deshalb ist es auch gut, dass du dein Gottesbild so rigoros ablehnst. Die bibel selbst sagt dazu:

Zitat von 1. Joh.4: 18,19
18 Furcht gibt es nicht in der Liebe, sondern vollkommene Liebe treibt die Furcht aus, weil die Furcht hemmend wirkt. In der Tat, wer sich fürchtet, ist nicht vollkommen gemacht worden in der Liebe. 19 Was uns betrifft, so lieben wir, weil er uns zuerst geliebt hat.


In Antwort auf:
So, wie mir von Kind an der Christengott geschildert wurde, ist der alles andere als liebenswert und liebenswürdig (der Liebe wert und würdig, geliebt zu werden)!
Ganz genau das ist der Punkt. Vielen geht es doch genau wie dir: Jetzt hast du die Wahl: Entweder du glaubst, dass dieses Verständnis, diese traditionelle Weitergabe des Glaubens tatsächlich die Richtige war, oder du hinterfragst das ganze kritisch und horchst nach, ob man dir da nicht doch nur Quark erzählt hat. Diese Entscheidung triffst du jeden Tag.


In Memory of Soul-Society

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2007 14:24
#38 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

@Tao Ho

Das sind schöne Geschichten. Nur, wie schon Reinecke schreibt, woher leitest du einen Zusammenhang ab?
Vor allem hast du meine Fragen noch nicht beantwortet, nur deine Gefühle bzw. deinen Glauben geschildert.
Nimm dir doch bitte noch mal mein Post vor und geh die Fragen eine nach der anderen durch.
Bestimmt musst du dabei erst mal selbst nachdenken.

Wenn du aber einfach glauben willst, an das was du fühlst aber nicht belegen kannst, dann ist das auch gut. Ich gönn dir das.
Nur können wir dann halt nicht darüber diskutieren.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.07.2007 15:51
#39 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

OHJEMINEEEE, ich wusste, dass ich das nicht so gut verständlich machen kann, weil ich nunmal keine leisen Stimmen im Kopf und Geistergeschichten vorweisen kann...

Aber, ich versuche es noch mal und geh Deine Fragen Satz für Satz durch. Vielleicht kriegen wir es hin.

In Antwort auf:
Mich würde interessieren, woran du merkst, dass du dich auf ES verlassen kannst.


Ich würde mich als sog. "Glückskind" bezeichnen. Mir geschehen auch dumme Dinge, aber mit unglaublich viel Glück. Wie z. B., als ich auf Glatteis mit meinem Opel Corsa unter einen 40ig Tonner rutschte und nicht mal einen Kratzer hatte. (Das Auto aber / der LKW-Fahrer hat gerufen: "ich habe eine Frau getötet..." immer und immer wieder)

Ich hatte wärend dem Unfall keine Angst gehabt, eher das Gefühl, das es gut ausgehen wird. (Jep, Gottvertrauen) und das habe ich nicht immer, dass kannst Du mir glauben.

In Antwort auf:
Man merkt doch so was eigentlich nur in Notsituationen und an der dort erfolgenden Hilfe.


Ich habe mein Gefühl der Liebe zu Gott und ein Gefühl, dass da irgendwas ist auch in sehr schönen Situationen. Nein, ich höre dann keine Stimmen oder seh Engelchen herumflattern. Es ist nur das warme Gefühl, dass da etwas ist, das mir lachend zuschaut. (weiss schon, klingt sehr naiv...ist es ja auch )

In Antwort auf:
Wie merkst du, dass ES dir hilft und nicht einfach ein Zufall?


Es sind einfach zuviele Situationen wie oben mit dem Lasterunfall. Auch Situationen wie z. B. gestern, wo ich mit Qilin nach unserem Wein geschaut habe und im Wein ein kleiner Zaunkönig sass. Ich habe einen unsichtbaren Draht zu Tieren. Ich konnte da so nah ran, das ich ihn hätte berühren dürfen. Ich habe im Stillen den Vogel gefragt, ob er sich mal fotografieren lässt. Dann hat qilin den Vogel aus allernächster Nähe fotografieren dürfen. Qilin machte zwei Fotos und, als der Vogel merkte, dass er keine Fotos mehr machen wollte, ist er dann weggeflogen.

Da ist auch ein Eichhörnchen, was mich immer besucht und eine kleine Warzenkröte, die schon mal bei mir Unterschlupf sucht. (Wir haben von allen Tieren Fotos!!!). Letztes Jahr habe ich einen kleinen Falken gerettet, der sich nur von mir anfassen lies. Die Nachbarn haben mich gerufen, weil ich hier im Dorf als kleine Hexe gelte, die mit Tieren sprechen kann (Blödsinn...). Ich habe ihn zu einem Jäger gebracht, der im Nebendepartement eine Pflegestation kennt, die bereit war den Vogel gesund zu pflegen.

Alle haben dieses Jahr Krankheiten im Garten und nicht mal Tomaten. Ich habe bereits seit über einem Monat von meiner Ernte gegessen (auch grüne Bohnen, Kartoffeln, Mais, Zuchinis und, und, und).

In Antwort auf:
Warum hat es dir nicht in den Situationen, die es mit Sicherheit auch in deinem Leben gibt, die totatl schief gelaufen sind, geholfen?


Weil es manchmal notwendig ist zu leiden um geistig zu wachsen. Wenn ich nicht das durchhätte, was ich durch habe, ich wäre nicht der Mensch, der ich nun bin. Ich bin, durch meine "Leidensgeschichten" in viele Ehrenämter gerutscht und letztendlich in meinem jetzigen Beruf als Altenpflegerin gelandet. (wobei ich im Marketing und als Chefbuchhalterin gearbeitet habe, und ich habe Geld gegen Glück eingetauscht)

In Antwort auf:
Ist ES doch nicht ganz so zuverlässig?


Doch, es weiss nur besser als wir selber was gut für uns ist. Man muss nur Vertrauen haben und ein bisschen offen sein. Dann wird alles gut, weil alles gut IST.

Ich habe aber nichts dagegen, wenn man mich belächelt, denn ich weiss, wie verrückt das alles klingt. Über mein Verhältnis mit Gott sage ich selber immer, dass er irgendwie für mich wie ein Vaterersatz ist.

Ich kann aber auch sehr gut verstehen, dass andere Menschen nicht an Gott glauben. Wäre echt fade, wenn jeder die gleiche Meinung hätte. Neee, da bevorzuge ich den offenen Dialog (und den von ihm gegebenen freien Willen *ganzschnellduck*).

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() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2007 16:16
#40 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Du lässt dich also vom Gefühl führen, nicht, oder nur ganz wenig, vom Verstand. Weil du glauben möchtest, erklärst du dir die Dinge, die um dich geschehen so, dass sie in dein Bild passen.
So lässt es sich nicht schlecht leben und das ist sicher auch das Gefühl, wie es viele Gläubige haben.

Aber hat das was mit der Realität zu tun?

Wir, meine Frau und ich, haben irgendwann mal angefangen, so wie du zu sagen: das hat das Spaghettimonster aber prima hinbekommen. Wir haben gemerkt, wenn man mit so einer Einstellung ran geht, findet man haufenweise Sachen, die man wirklich seinem Wirken zuschreiben könnte. Manche wirklich ganz, ganz, ganz eindeutig!
Bei unserer öffentlichen Nudelmesse in Berlin hat es oft geregnet, immer war bewölkt. Nee, nicht immer.

Als wir unser neues Mitglied getauft haben (14 Jahre) ganau da kam die Sonne raus. Anschließend sollte gleich die heilige Messe beginnen. Weil aber gerade die Würste auf dem Grill gut waren, haben wir erst mal gegessen. Schwupp, war die Sonne weg. Nachdem alles verdaut war und ein zwei Bier alle, gings dann mit der Messe los. Wirklich im gleichen Moment kam die Sonne wieder und schien genau bis zu dem Moment, als die Messe vorbei war.
Ganz klar ein monsterliches Zeichen!

Jedenfalls, wenn man sich nur von seinen Gefühlen leiten lassen würde.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.07.2007 16:29
#41 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

neee, ich habe schon Verstand und den nutze ich recht gut...aber, ich kann gut verstehen, wie unglaubwürdig und naiv das für Dich klingt.

Hm, für mich wäre z. B. Dein Wetterproblemchen bei der "Spaghettimonster-Taufe" nur variables Wetter gewesen und mehr nicht.

Nun, wie erklärst Du dann meinen ungewöhnlichen Zugang zu Tieren? Und was war mit meinem Unfall? Wie gesagt, mit Stimmen im Kopf und Geistergeschichten kann ich nicht aufwarten.

Als qilin mich kennen gelernt hat, hat er auch gelächelt. Mittlere Weile hat er (der grosse Agnostiker) schon echt viele Dinge miterlebt, die er mir auch nicht mit seiner tollen Physik erklären kann und auch nicht mit Taoismus. (übrigens ist qilins und mein Steckenpferdchen die Quantenphysik / hat nicht viel mit "Bauchgefühl" zu tun )

In Antwort auf:
Jedenfalls, wenn man sich nur von seinen Gefühlen leiten lassen würde


Trifft echt nicht zu. Auch wenn Du mir die oberen Geschichten nicht glaubst, das kannst Du mir glauben. Denn dazu ist mein Job zu hart und zu kniffelig. Ich bin im Aide à Domicile tätig und bin die Person, die entscheidet ob ich noch ohne Arzt auskomme, oder ich ihn antanzen lassen muss, weil es echt gefährlich wird. Dabei zählen Fakten und nicht ein "Bauchgefühl".

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() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2007 16:54
#42 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten
In Antwort auf:
Hm, für mich wäre z. B. Dein Wetterproblemchen bei der "Spaghettimonster-Taufe" nur variables Wetter gewesen und mehr nicht.

Mehr wars auch nicht, aber wer glauben will sucht sich so seine Beweise.

In Antwort auf:
Nun, wie erklärst Du dann meinen ungewöhnlichen Zugang zu Tieren?
Da ist ganz zweifellos noch einiges, was nicht so recht erklärbar ist. Aber warum kann das nicht in der Psycho oder sonst wo jedes Einzelnen liegen?
Warum muss das unbedingt ein Gottesgeschenk sein? Manche sind empfindsamer, andere suggestiver, ist halt so.

In Antwort auf:
Und was war mit meinem Unfall?
Was soll da gewesen sein? Viele Leute überleben Unfälle die extrem aussehen, oft auch ohne jeden körperlichen Schaden. Andere sterben bei Lächerlichkeiten. Gottes Wille? Wenn ja, nach welchen Kriterien wählt er aus?

Ich glaub dir deine oberen Geschichten alle. Ich ziehe nur andere Schlüsse als du.
Lukrez Offline




Beiträge: 5.548

25.07.2007 21:08
#43 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Ich habe auch einen besonderen Zugang zu Tieren und Pflanzen.
Liegt aber nur an meiner unaufdringlichen Art, Geduld, genauer Beobachtung und ruhiger Bewegungsweise.
"ES" treibt uns zwar voran - allerdings ohne höheren Zweck und Ziel.
Der sog. Schutzengel ist bloß reiner Zufall - viele sterben auch bei geradezu lächerlichen Unfällen!

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

qilin Offline




Beiträge: 3.552

25.07.2007 21:38
#44 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten
Nachdem ich da ja am Rande angesprochen worden bin - ich ziehe oft überhaupt keine Schlüsse
aus den Dingen, die mir so begegnen. Es ist einfach Vieles nicht erklärbar - Punkt. Ob man sich
nun an ein Bild Gottes hängt [und das Bild ist ja immer eines, das wir uns machen] oder an die
Vermutung, dass sich diese Dinge irgendwann mal 'natürlich erklären' lassen - welchen Nährwert
hat das letztendlich für unser tatsächliches Leben Ich versuche zu prüfen, ob eine bestimmte
Vorstellung geeignet ist, mit dem Leben besser fertig zu werden - dabei aber nie aus dem Auge
zu verlieren, dass es sich dabei um eine Vorstellung handelt, die 'Landkarte' einer Wirklichkeit,
welche uns unmittelbar eben nicht zugänglich ist...

In Antwort auf:
Der sog. Schutzengel ist bloß reiner Zufall
Der sog. Schutzengel ist ebenfalls eine fromme Vorstellung, die in der christlichen Theologie keinen
Platz hat - trotzdem kann ich so beiläufig sagen, dass ich in meinem Leben schon etliche davon
verschlissen habe - die mussten wohl in ein himmlisches Erholungsheim eingewiesen werden...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

25.07.2007 22:18
#45 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Ob ich den richtigen Weg gefunden habe: Woher soll ich das wissen? Selbst wenn ich ihn schon fand: Woher weiß ich dann dass jeder meiner Schritte richtig ist? Wer hochmütig wird und denkt, er sei was besseres in diesem System - nun er legt sich große Steine in den Weg.


Wie bitte ?
Gott ist dein Weg.
Das geht aus Deinen Posts nun ja zweifelsfrei hervor.
Und an der Existenz Gottes gibt es für Dich sicher keine Zweifel.
Das ist quasi die Hauptstrasse der Gläubigen, auf der man nicht mehr viel falsch machen kann.
Der Glaube ist die halbe Miete, das ist bei euch sicher so wie bei allen anderen unabhängig vom differenzierten Gottesbild.

In Antwort auf:
Was fpür ein interessanter Schluss: Kann man denn nicht gehorchen, gerade weil man überlegt hat? Fährst du 30 in einer 30ger Zone weil der Staat dir das befiehlt oder weil du überlegt hast und zu dem Schluss kamst, dass dort womöglich Gefahren lauern können?


Der Vergleich hinkt.
Natürlich kann ich blind gehorchen...ich kann aber auch vorher darüber nachdenken ob das was ich tun soll sinnvoll ist.....aus MEINER Sicht.
Wenn mir der Staat also befiehlt, dass ich vor einer Schule 20 kmh fahren soll dann werde ich das sicherlich tun....+- 5kmh oder so.
Wenn der Staat befiehlt, dass ich braunes , weisses und grünes Glas in verschiedene Container packen soll obwohl er es hinterher doch wieder auf einen grossen Haufen kippt, dann kann er mich mal.

Wie ist das bei dir und deinem Gott?
Du sagst , dass du versuchst ihn zu verstehen und seinen Weg zu erkennen.
Du liest etwas und denkst darüber nach.....
Wenn du nun zu dem Schluss kommst dass es nicht sinnvoll ist was Gott dir befiehlt.... was dann?
Liest du dann die Stelle so oft bis es dir sinnvoll erscheint oder lehnst du es ab zu gehorchen?

Und was ist wenn Zweifel aufkommen ob die Existenz Gottes selbst sinnvoll ist?
Oder hast du solche Zweifel nicht ?


atz

Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2007 23:05
#46 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

@qilin

Worin siehst du denn den wesentlichen Unterschied zwischen Vermutung und Vorstellung?

qilin Offline




Beiträge: 3.552

26.07.2007 08:47
#47 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Worin siehst du denn den wesentlichen Unterschied zwischen Vermutung und Vorstellung?
Hmm - eine gute Frage

Also ganz allgemein würde ich sagen, eine Vermutung geht weiter als eine Vorstellung -
in ihr liegt ein möglicher Wahrheitsanspruch: wenn ich vermute, dass der Gipfel der
Zugspitze heute mit Schnee bedeckt ist, dann gibt es da eine gewisse Wahrscheinlichkeit;
ich kann mir aber auch vorstellen, dass er bedeckt ist mit Vanillezucker - vermuten
würde ich es allerdings nicht

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

26.07.2007 09:50
#48 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

Ja, dann hast du oben Recht: Ich vermute. Darin ist aber nicht nur ein gewisser Wahrscheinlichkeitsanspruch enthalten, sondern natürlich genau so auch ein Zweifel.
Momentan kann ich mir noch gar nicht vorstellen, dass jemand erfolgreich durchs Leben kommt wenn er darauf verzichtet Schlüsse aus dem zu ziehen, was um ihn herum so passiert. Auch bei religiösen Fragen. Das hat Nährwert für das tägliche Leben, aber ganz kräftig. Es ist doch ein Riesenunterschied ob ich alles auf etwas Höheres zurückführe (was in den allermeisten Fällen mit Einhaltung von auch das tägliche Leben beeinflussenden Regeln verbunden ist), oder ob ich die Regeln meines Alltagsleben selbst entwickle (und damit viel problemloser akzeptiere). Das macht, zumindest bei genug eigener Stärke die auf den "Halt", den das Höhere sicher bieten kann, verzichten kann.
Mir ist dann wieder ziemlich unwichtig, ob ich das, was ich wahrnehme nur ein Teil der Wirklichkeit ist, eine selbst erschaffene Wirklichkeit oder was auch immer. Was ich nicht wahrnehme hat keinen Einfluss auf mein Wohlbefinden, warum sollte es mit interessieren?

Einig scheinen wir aber darin zu sein, unser Ziel ist eben dieses Wohlbefinden im Jetzt. Vielleicht bist du noch mehr auf den Moment abgestellt. Das hab ich noch nicht so drauf, ich denke schon auch vor. Bin damit aber auch zufrieden. Vielleicht liegt das, neben der kulturellen Entwicklung, ja auch in den Genen, wie sich jeder wohler fühlt.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

26.07.2007 12:17
#49 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Als neulich eine sehr liebe Freundin von mir gestorben ist, bin ich sehr traurig gewesen und musste irgendwie hin in mein kleines Kapellchen, in dem ich immer hingehe, wenn es mir nicht so gut geht (seelisch). Das ist eine Kapelle, die halbverfallen ist, wo niemals jemand anderes ist, als ich und die Madonnastatue, einfach nett, dieses Teil. Als ich hinkam waren zwei Familien dort in der Kirche und die hatten Kinder dabei, die durch die Kirche tobten und herrlich dabei lachten. Meine ganze Trauer war weggewesen

Rührend, dieser Kinderglaube.
Es ist schon wieder einige Jahre her, als ich einen Ausflug nach Salzburg machte. Unterwegs regnete es ab und zu, und in Salzburg war der Himmel schwer bedeckt. Da kam ich dann auch in das Kirchlein auf dem Petersfriedhof, ich war wie meist allein da drin. Da ließ ich einen kräftigen Afterwind sausen, der schön widerhallte, und sagte dazu: "Das, Lieber Gott, ist für das beschissene Sonntagswetter!" Was soll ich euch sagen, als ich rauskam aus dem Kirchlein schien die Sonne! Und den ganzen Tag über hatte ich schönes Wetter. Am Abend dann, der Zug hatte gerade die Salzach überquert, fing es wieder an zu regnen.
Ich schwöre, diese Geschichte ist wahr. Und Gott kann es ja auch:
1. Buch Mose:
8/1 ...und Gott ließ einen Wind über die Erde fahren, da sanken die Wasser.
Psalmen:
147/18 ...Er läßt seinen Wind wehen - es rieseln die Wasser.
4. Buch Mose:
11/31 Und ein Wind ging von dem HERRN aus


_____________________________________
Glaubst du noch oder denkst du schon?

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

26.07.2007 12:47
#50 RE: Wozu ist ein Gott für mich nützlich? antworten

In Antwort auf:
Rührend, dieser Kinderglaube.


Gell, ist doch nett was für blöde Menschen es gibt...
Ich brauche Gott nicht und liebe ihn trotzdem. Wie dumm das doch ist.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

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