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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!"
Für Säkularismus und Religionskritik!


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Dieses Thema hat 18 Antworten
und wurde 1.693 mal aufgerufen
 Lagerhalle
Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

09.08.2007 13:06
Auswandern...und dann? antworten

Hallo Ihr Lieben,

mir fällt immer wieder auf, wie gegen die Menschen gewettert wird, die auswandern,
weil sie einfach keine Möglichkeiten haben in ihrem eigenen Land zu überleben.

Da ich auch schon öfters mal meinen "Hauptwohnsitz" ins Ausland verlegt habe, weiss
ich, was so in diesen Menschen vor sich geht. (und ich hatte die Wahl in Frankreich
zu bleiben / und ich hatte immer die Wahl, wann und wohin ich auswandere)

Zuerst will ich mal aus der Sicht eines Menschen die Auswandersituation beschreiben.
Danach könnt ihr evtl. den Standpunkt eines sog. Wirtschaftsflüchtlinges besser verstehen.

Als ich vor gut einer Woche das Auto packte, um mit meinem Liebsten endlich in einem Land
zu leben, musste ich viele Dinge in unserem Haus in Frankreich zurück lassen. Ich habe mich
sehr gefreut nun mit ihm immer zusammen sein zu können. Trotzdem habe ich, als ich meine
Lieblings - DVD wieder ausladen musste (und einige meiner Lieblingsbücher) sehr geweint.
Aber mein kleiner Citroen AX ist nunmal kein Laster.
Es war wie jedes Mal, denn man muss viele liebe Dinge zurück lassen (auch Freunde, Bekannte,
Kollegen, von Verwandten wollen wir erst gar nicht reden). Es bricht einem das Herz, man
fühlt sich irgendwie entwurzelt.

Man sollte nicht meinen, das eine Französin in Österreich Probleme mit der Kultur hat. Gerade
wenn sie Deutsch spricht.
Weit gefehlt, denn bei meinem ersten Lebensmitteleinkauf wurde mir alleine vom Geruch im
Geschäft schlecht. Die Waren waren mir unbekannt (wer bitte weiss schon was Topfen ist, wenn
er gerade aus dem Ausland kommt?) und mir tat der Bauch noch sehr weh von der vorherigen
Mahlzeit. Ich bin ja solch eine kohlehydratreiche Nahrung nicht gewohnt.
An der Kasse der nächste Kulturschock. Da wurde gedrängelt und geschubst, keine Geduld mit
den alten Menschen, die nicht mehr so können, weil sie körperlich schon zu zerbrechlich sind.
Man kommt in Bedrängniss, weil man sich Zeit lässt, evtl. vorher dem alten Menschen geholfen hat.
Mein erster Eindruck hier in Österreich war: "Unfreundlich sind die Menschen hier". Das kann
es doch nicht sein...
Man hat mich schon soweit gebracht, das ich die Österreicher mit den Deutschen in einen Topf
geworfen habe (mit den Worten: "Ihr seid doch Sch***").
Nach dem vierten Tag habe ich in der Badewanne gelegen und habe vor Heimweh geweint. (und ich
bin nicht nah am Wasser gebaut)
Ich vertrage immer noch nicht das Essen hier und bin furchtbar erkältet, weil das Klima
hier nicht ist, wie bei mir an der Atlantikküste.

Nun betrachten wir die oben beschriebene Situation aus der Sicht eines eingewanderten Afrikaners.
(geht auch mit anderen Völkern)

Der Afrikaner kommt nach Europa, weil er in seinem Land keine Chance hat zu überleben. Er gibt,
schweren Herzens, sein Land auf, seine Familie, alles, was er sich dort aufgebaut hat, auf und
muss nun in einem Land leben, wo ihn keiner will. Egal was er vorher gemacht hat, er wird nur
in Hilfsjobs hineingedrängelt, die kein Anderer machen will.
Wie sich ein studierter Mensch wohl fühlt, wenn er als Spülhilfe arbeiten muss, nur weil man
ihm woanders keine Chance gibt? (Ich kenne eine Ärztin, die als Klofrau arbeitet, einen Ing.
der als Maler arbeitet und einen Computertechniker, der sich als Nachtportier durchschlägt)

Dann sind noch die, welche Jugoslavien im Kriege verlassen haben. Die kamen auch nicht freiwillig.
Nun sollen sie in ein Land zurück, was den Kindern fremd geworden ist (die meisten Flüchtlingskinder
sprechen kein Jugoslawisch mehr) und müssen dort unter Sanktionen leiden, weil sie das Vaterland
verraten haben
(sonst wären sie im Krieg da geblieben und hätten gekämpft).
Die können nicht zurück. Ganz einfach.

Versteht Ihr nun die Auswanderer ein bisschen besser? Es geht ihnen seelisch genauso wie mir in den ersten
Wochen. Ich kann jederzeit in meine Heimat zurück...das können diese Auswanderer nicht sagen.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

09.08.2007 14:55
#2 RE: Auswandern...und dann? antworten
<- Ich fühle mit dir! Ich weis garnicht wie oft ich allein im alter vom 6-15 Jahren umgezogen bin, schon allein im eigenen Land ist es (besonders für ein Kind) grausam, seine gewohnte Umgebung und Freunde zu verlassen. Ich bin also zur Einschulung von Dresden quer durch Deutschland, nach Markelfingen (am Bodensee in BW) gezogen. Die erste Klasse war ja noch ganz schön, aber die zweite (wieder in einen neuen Ort umgezogen) war dann weniger schön, da war ich der "Ossi" ganz toll wenn man schon mit 7 Jahren gesagt bekommt das die Leute einen aufgrund seiner Herkunft "Scheise" finden. Vorurteile also nicht nur bei Ausländern sondern auch Menschen aus anderen Landesteilen.

Und wo ich dann nachher mit 12 nach Spanien gezogen bin (mehr oder weniger freiwillig) habe ich wieder Freunde zurück gelassen. Anderes Land, Klima, Essen und vor allem Sprache. Ohne ein Wort Castellano gleich mal zur Schule gegangen...naja, irgend wie habe ich die Sprache dann doch noch gelernt. Aber auch da musst ich nach einem halben Jahr die Schule wechseln und bin dann wiederum nach einem halben Jahr nochmal 100km weiter in den Süden gezogen, an der Schule wo ich dann war war ich dann der "Giri"(Abfällige Bezeichnung für alles aus den nördlichen Ländern) - Ganz toll! Aber eine Erfahrung habe ich gemacht: Je dümmer ein Mensch um so eher ist er Fremdenfeindlich. (Stimmt immer, egal in welchen Land!)

Na ja, und aufgrund meiner zukünftigen Berufsausbildung (Europasekretär) werde ich wohl auch oft oder dann immer im Ausland wohnen.

@ alle "Rechten" die das lesen:
Fremdenhass in jeder Form zeugt von wenig Wissen und viel Dummheit.(Hört sich plump an, ist aber so.)
kadesch Offline



Beiträge: 2.705

09.08.2007 15:08
#3 RE: Auswandern...und dann? antworten
Na ja ich kann das nachvollziehen.
Ich kann mit den meisten Österreichern (vor allem mit den Wienern) nicht so richtig.
Ist irgendwie nicht mein Ding.
Die meisten die ich kennengelernt habe waren hochnäsig und arrogant.
Sie fühlten sich sozusagen als Elitedeutsche.
Ich sage da nur "Lieber Kinderreicher als Österreicher"

nee war nur ein Witz...aber man muss die eben nehmen wie sie sind...

In meiner Familie haben wir nach meiner letzten Rechnung 12 Nationalitäten.
Fast jeder hat ein Elternteil mit Migrationshintergrund.
Es werde 8 verschiedene Sprachen gesprochen, es sind Katholiken, Protestanten,
Baptisten, Juden, russisch Orthodoxe, griechisch Orthodoxe, Anglikanische darunter....
Und das ganze funktioniert nur weil man den anderen achtet.
Keiner kann etwas für seine Herkunft. Oder für seine Familie.
Warum haben die meisten so große Probleme den anderen so zu akzeptieren wie er ist?

Wenn eine Religion die Menschen dazu bringt andere auszugrenzen und zu diskriminieren,
dann taugt diese nichts.

Wenn man den anderen nur als Missionsobjekt betrachtet, oder als in der bösen Welt lebend
und diesen meidet, dann sit das auch nicht ok.

Wenn man sich und seine Religion als etwas besseres ansieht, weil man von dem oder dem abstammt,
oder weil man sich an diese oder jene Verhaltensregeln hält, und andere die das nicht tun gering schätzt.
Dann ist die auch nicht in Ordnung.

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

09.08.2007 15:25
#4 RE: Auswandern...und dann? antworten
In Antwort auf:
Warum haben die meisten so große Probleme den anderen so zu akzeptieren wie er ist?

Das kann ich dir sagen, besonders bei Ausländerhass, ist es schlicht weg Angst - die Leute haben Angst das durch die Ausländer, nehemen wir mal die Türkern, sich für sie etwas fundamental zum schlechteren ändert. Man denke doch mal an den Bau von Moscheen, wie wird da demonstriert? Aber gegen Synagogen sagt keiner was(auser ein paar Hohlköppe)... verstehst du, die Leute haben Angst davor das sich ihr gewohntest Umfeld ändert.
Das ist ein Grund, und der andere ist das GROßE Vorurteil - man hat mal etwas unschönes über dieses und jenes gehört und setzt das natürlich auch gleich auf eine bestimmt Personengruppe gnadenlos und ohne Unterschied um. Dabei kenne die meisten ihre "verurteilten" überhaupt nicht richtig und haben vielleicht nie selbst mit ihnen gesprochen.

Aber das soll jetzt kein Freifahrtschein für Auswärtige sein sich zu verhalten "wie die Säue". Jede Region ist etwas anders und man muss sich auch etwas anpassen (was aber nicht heist das man seine Identität aufgibt).

In Antwort auf:
Wenn man sich und seine Religion als etwas besseres ansieht, weil man von dem oder dem abstammt,
oder weil man sich an diese oder jene Verhaltensregeln hält, und andere die das nicht tun gering schätzt.
Dann ist die auch nicht in Ordnung.

Sehe ich genauso.
89 ( Gast )
Beiträge:

09.08.2007 22:33
#5 RE: Auswandern...und dann? antworten
Es ist schlimm genug, wenn Menschen zu solcher 'Selbstverstümmelung' gezwungen werden, um zu überleben. Die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge sind zum größten Teil nur insofern welche, weil sie nicht mehr 12 km zum nächsten Wasserloch laufen möchten und sie ihr Leben vielleicht nicht nur damit verbringen wollen, für das Essen der kommenden Mahlzeit zu kämpfen.
Jeder hat doch das Recht auf ein einigermaßen menschenwürdiges Leben, jedoch ist der Egoismus grenzenlos (auch in übertragenden Sinne) und die Leute in den relativ wohlhabenden Gegenden der Welt fühlen sich bedroht bzw. sehen ihre erworbenes Eigentum bedroht oder auch nur den Standart ihres derzeitigen Lebens. Außerdem mangelt es ihnen an Flexibilität, was das Einlassen auf neue Erfahrungen betrifft, auf fremde Lebensentwürfe oder ganz einfach andere (vieleicht gefährliche)Lebenserfahrungen. Warum das so ist, weiß ich nicht und es fällt mir auch nicht ein.
Ich persönlich habe diese Erfahrungen in solch krasser Form noch nicht gemacht, wenn man mal vom Umzug innerhalb Deutschlands von Brandenburg nach Baden-Württemberg absieht, was aber schon ein kleiner Kulturschock war (mein Großer wurde auch als Ossi/Zoni etc. in einem Elite-Gymnasium beschimpft, so viel dazu, das Diskriminierung nur von den "Dummen" ausgeht). Das ist aber nicht zu vergleichen mit den Dimensionen, die du hier ansprichst, Tao-Ho.

Ich selbst wohn in 'ner Stadt, in der viele Italiener, eine Menge Kroaten, einige Türken, Kambodschaner/Vietnamesen, viele sogenannte Deutsch-Russen, erstaunlich viele Spanier und wenige Schwarzafrikaner leben. Die Stadt hat nur 15 000 Einwohner und da fallen "Fremde" mehr auf, als in Großstädten. Aber eigentlich ist es hier so, das die Menschen zum Großteil integriert sind. Und den sturen, eigenwilligen Schwarzwäldern hätte ich zuvor niemals so viel Toleranz zugetraut, ist aber so.
Die einzigsten Probleme haben die Leute mit Deutsch-Russen, aber das ist ein Problem auf anderer Ebene, denke ich und diese Leutchen verhalten sich wirklich unter aller Sau, besonders die Jugendlichen.

Somit gibt es solche und solche Erfahrungen. Einen Ausweg bzw. einen Weg zu mehr Toleranz und einfacher Mitmenschlichkeit sehe ich auch nicht.
Titan Offline

Ex-Thetan

Beiträge: 1.223

09.08.2007 23:00
#6 RE: Auswandern...und dann? antworten
Einen kleinen Anteil kann Deutschland sicher vertragen und Ausländer die legal einer Arbeit nachgehen können bleiben.
Deutschland kann nicht das Sozialamt der Welt sein. Wir brauchen einen Zuwanderungsstop.
EIngebürgerte Ausländer können bleiben, bei dem Rest muss man von Fall zu Fall entscheiden.
kadesch Offline



Beiträge: 2.705

09.08.2007 23:48
#7 RE: Auswandern...und dann? antworten

sehe ich genau so.
Ich bin nicht gegen Hilfeleistungen Deutschlands.
Nur sie trifft die falschen, wenn wir die Flüchtlinge hier aufnhemen.
Denn das sind nicht die Armen, sondern der Mittelstand der da zu uns kommt.
Die Armen haben nicht das Geld zum fliehen.
Wer bis zu 10.000 Euro für einen Schleuser zahlen kann, der hätte auch mit dem Geld was
vernünftiges anfangen können.

Die Staatengemeinschaft sollte etwas gegen die Überbevölkerung der dritten Welt tun.
Nicht die Nahrungsknappheit ist es, es sind die vielen Menschen die dort die
Wirtschaft zum Kippen bringen.

Glaube ist Aberglaube

Titan Offline

Ex-Thetan

Beiträge: 1.223

09.08.2007 23:52
#8 RE: Auswandern...und dann? antworten

Ich bin eher für Hilfe vor Ort.
Das würde den Leuten mehr helfen, allerdings ist nicht jeder in Deutschland lebende Afrikaner kriminell soweit würde ich nicht gehen.
Aber man sollte schon genauer hinsehen wen man rein lässt und wen nicht.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

10.08.2007 08:26
#9 RE: Auswandern...und dann? antworten

Auweia, super Worte Sleipnir:

In Antwort auf:
Aber man sollte schon genauer hinsehen wen man rein lässt und wen nicht


Klingt so wie dieser Kryptofaschist der gerade die fünfte Republik in Frankreich regiert.
Wir dürfen in Afrika die Sau rauslassen und jederzeit Firmen aufbauen, aber wenn ein Afrikaner kommt
muss natürlich genau geschaut werden, wen wir davon reinlassen. Ist doch krank, wenn ihr mich fragt, denn
es kommen nunmal nur die, welche (durch UNS) keine Chance mehr zum leben haben.

@ kadesch
Sicher treffen die Hilfemassnahmen nur die Falschen... aber nun überlege mal warum das so ist.
Richtig, mit der armen Bevölkerung ist kein Geld zu machen.

Doch, es kommen zumeist nur Arme. Der Mittelstand hat es nicht nötig auszuwandern. Die Armen verkaufen
oftmals ihre Seelen um hierher kommen zu können. Geh bitte mal in die Flüchtlingsheime und rede mit diesen
Menschen. Da tun sich Abgründe auf, die es einem schnell schlecht werden lassen.

Mir ist noch ein Fall im Kopf, wo eine marokkanische Frau alles verkauft hat, um mit ihrem Kind nach
Frankreich zu fliegen. Dort hat sie ihr Kind in einem Schnellrestaurant abgesetzt und ist schnell
wieder zum Flugzeug nach Marokko. Nach langem Suchen fand man diese Frau, die auf der Strasse
bettelte. Diese Dame sagte aus, dass sie ihr Kind nicht mehr ernähren konnte und Frankreich ist doch
so reich, da findet sich eine Familie, wo der Junge doch auch noch eine Ausbildung machen kann.

Und mir sind Fälle bekannt, wo Familien eines der Kinder in den Sklavenhandel geben (der in Afrika immer
noch existiert / wenn auch kaum einer davon weiss), damit der Rest der Familie ins Ausland kann...
ins gelobte Land.

Und, bitte was willst Du dagegen machen, dass die Afrikaner so viele Kinder bekommen? Kinder sind dort die
Altersvorsorge und von den 10 geborenen Kindern (welche das Alter sichern würden) kommen zumeist nur 4 - 5
Kinder durch bis ins Erwachsenenalter.

@ 89

So etwas kenne ich von Deutschland auch sehr gut. Weil ich zu Hause entweder Französisch oder Russisch
gesprochen habe, kam ich in die Schule ohne ein Wort Deutsch im Gepäck. Wie oft bin ich gequält worden...
Und wie oft habe ich solche Sachen wie Ossi von Kindern gehört (und, dass man die Mauer wieder aufbauen
sollte) deren Eltern studiert sind. Wie der Vater so der Sohn, heisst es nicht umsonst.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

16.08.2007 15:37
#10 RE: Auswandern...und dann? antworten

Zitat:

Klingt so wie dieser Kryptofaschist der gerade die fünfte Republik in Frankreich regiert.

also irgendwie ist mir dieser Mensch etwas suspekt. Ein kleiner Mann mit einem Riesen Ego,
das ist in der Regel nie gut gegangen.

Glaube ist Aberglaube

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

16.08.2007 16:38
#11 RE: Auswandern...und dann? antworten

Aber wo auf der Welt ist man mit Napolenokomplex besser aufgehoben als in Frankreich
In Ungarn hätte er das nie geschafft.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

17.08.2007 08:10
#12 RE: Auswandern...und dann? antworten

Apropos Frankreich. Da habe ich gestern im Auslandjornal etwas gesehen, was ich nur bestätigen kann.

Es kommen, in der Tat, viele schwangere Afrikanerinnen nach Frankreich, um dort ihr Kind zur Welt zu
bringen, damit es eine bessere Zukunft hat. Jeder, der sich über diese Insel informieren will, kann dieses hier tun.

Dort steht wirklich die grösste Geburtsklinik Frankreichs, weil die umliegenden Inseln (die zu Afrika gehören) bitterarm
sind.

Und auch in Frankreich selber (nämlich in den grossen Städten) gibt es bereits grössere Elendsviertel, nur aufgebaut
mit Sperrmüll, Wellblechdächern usw. Kein Strom, kein Wasser usw. Die Menschen dort sind zumeist aus den Ostblock-Ländern
und die sind wirklich glücklich in Frankreich sein zu können, denn in jedem ihrer Herkunftländern ist es noch
schrecklicher, als es jemals in diesen Vierteln sein könnte.

Nun kann sich jeder vorstellen, wie verzweifelt ein Mensch sein muss, um sich zum Auswandern zu entschliessen. Immerhin muss
viel zurückgelassen werden für eine ungewisse Zukunft.

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() Tao-Ho

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.08.2007 12:49
#13 RE: Auswandern...und dann? antworten

kleiner Exkurs:

Man sollte vielleicht auch mal die Frage stellen warum wollen die Leute
dort weg? Bzw warum ist es dort alles so Scheiße?
Gerade in so ländern wie Rumänien und Bulgarien oder Ex Jugoslavien
ist fast alles in Hand von Mafiaösen Strukturen, die sich aus ehemaligen
Kadern der gestürzten Kommunisten befindet.
Nicht läuft dort ohne Bestechungs und Schutzgelder ab.
Die gesamte Verwaltung, Justiz und Polizei ist Korrupt,
usw....
Nach außen hin wird brav Demokratie gespielt und nach innen
überlegen sie Politiker wie sie möglichst viel Geld aus der EU schlagen können.
Es war ein Riesiger Fehler diese Länder jetzt schon in die EU zu lassen.
Genau wie die Polen. Ich kriege schon Pickel wenn ich die beiden Brüder die das Land
regieren schon sehe. Aber die Töne die sie anschlagen finden in Polen eben anklang.
Zumindest bei der breiten ungebildeten Bäuerlichen Schicht in Polen.
Jedes mal wenn ich in Polen bin schlage ich die Hände überm Kopf zusammen.
Die Leut dort raffen echt nicht was es mit der EU auf sich hat, und welche Chance der
EU Binnenmarkt bietet. Statt dess machen sie Propaganda wie Anno 1930 unter
Marschall Pilsudzki. Aber nciht nur gegen uns sondern gegen alle Länder mit denen
sie eine Grenze haben. Die träumen da echt noch von einem Großpolen von der
Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Ich sehe in Polen lediglich den Hebel mit dem
die USA die EU sabotieren.

Glaube ist Aberglaube

Trollinger ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2010 01:14
#14 RE: Auswandern...und dann? antworten

Zitat

Auswandern...und dann?




Bessere Frage: Auswandern - wohin?

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

25.09.2010 07:39
#15 RE: Auswandern...und dann? antworten

Zitat von Trollinger

Zitat
Auswandern...und dann?


Bessere Frage: Auswandern - wohin?



Schweiz.


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

89 ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2010 08:43
#16 RE: Auswandern...und dann? antworten

Zitat von radiogucker
Schweiz.


Das ist gut, da kriegen die Deutschen mal ahnungsweise mit, wie es ist, Immigrant zu sein. Die Schweizer sind nicht begeistert über die "Deutschen", ich wohne ziemlich grenznah und hab' da schon heftige Sachen gehört.

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

25.09.2010 09:09
#17 RE: Auswandern...und dann? antworten

Zitat von 89

Zitat von radiogucker
Schweiz.


Das ist gut, da kriegen die Deutschen mal ahnungsweise mit, wie es ist, Immigrant zu sein. Die Schweizer sind nicht begeistert über die "Deutschen", ich wohne ziemlich grenznah und hab' da schon heftige Sachen gehört.



Merkwürdig, ich habe von 1998-99 in Rickenbach(Thurgau) gewohnz und gearbeitet. Bereits an meinem ersten Tag bekam ich eine Einladung an den Stammtisch (Gasthaus zum Löwen) der "Dorfältesten". Wäre ich nicht berufsbedingt umgezogen, könnte ich mir vorstellen, noch immer da zu leben. Da hat's 'ne Menge Gegend und die Leute sind gut drauf. Ich bin dann nach Graz(Steiermark) und da gings mir genauso.


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

89 ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2010 10:15
#18 RE: Auswandern...und dann? antworten

Zitat von radiogucker

Merkwürdig, ich habe von 1998-99 in Rickenbach(Thurgau) gewohnz

Mag sein, ist wahrscheinlich auch von Fall zu Fall verschieden. Eine gute Freundin ist anfangs der Neunziger rüber und arbeitet als Krankenschwester, macht eine richtig dicke Kohle, aber das durchaus vorhandene diskrete Mobbing der Schweizer macht ihr noch heute zu schaffen.
Jetzt hat sie einen Schweiz-Italiener geheiratet, also einen Einheimischen, und ist auf der Anerkennungsskala gestiegen.

radiogucker Offline

Rustikaler


Beiträge: 2.379

25.09.2010 10:59
#19 RE: Auswandern...und dann? antworten

Ich will solche Fälle nicht abstreiten, aber man sollte daraus keine generellen Vorurteile der Schweizer ableiten. Paar Deppen hat's überall, iss klar.


"Erst kommt das Fressen, dann die Moral." (B.Brecht)
"Der Weg der leider ziemlich zahlreichen proletarischen Hakenkreuzler geht über die Kommunisten, die in Wirklichkeit nur rotlackierte Doppelausgaben der Nationalsozialisten sind. Beiden ist gemeinsam der Hass gegen die Demokratie und die Vorliebe für Gewalt." (Kurt Schumacher, SPD)

 Sprung  
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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Der selbstbestimmte Mensch"

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