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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
"Je suis Charlie!"
Für Säkularismus und Religionskritik!


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Dieses Thema hat 134 Antworten
und wurde 3.977 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
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Lukrez Offline




Beiträge: 5.513

26.08.2007 23:00
#101 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
Also ich bin froh über den Religionsunterricht in meiner Schulzeit.
Wie anders hätte ich dieses ganze System sonst so schnell durchschauen können?
Ein wunderbares Beispiel ware für mich die Beichte!
Erst wird man gewaltig unter Druck gesetzt um Schuldgefühle zu entwickeln - danach wird man in der Beichte "befreit".
Ich bin also sehr schnell wieder von der Religion losgekommen.

Aber ob ihrs glaubt oder nicht:
Ich hatte als Kind so ein "Pfarrerset" mit Monstranz, Weihrauchfass, Kelch, Hostien - und Messweinbehälter u.s.w. und habe ganz leidenschaftlich damit gespielt.
(Das gabs tatsächlich mal!)
Alle haben gemeint, das aus mir unbedingt ein Pfarrer werden müsste!

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

26.08.2007 23:13
#102 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Alle haben gemeint, das aus mir unbedingt ein Pfarrer werden müsste!

Denk doch nochmal drüber nach - Zersetzung von innen ist efektiever!

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

27.08.2007 06:48
#103 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Zitat von mum 1
Kinder stellen unheimlich früh einen Haufen Fragen die mann ihnen nicht zugetraut hätte. Und selbst die Religion ist da ein Theama.

Meine 4-Jährige kam mit der Frage aus dem Kindergarten: Warum hat Gott die Menschen Lieb? Wo wohnt Gott? Warum kann Gott nicht bei uns schlafen.

Das ist ja gerade das Paradebeispiel dafür, dass das Kind erst durch seien Umwelt von Gott erfahren hat und dann anfängt nachzufragen. Natürlich muss man dann auch darauf antworten. Das "Wie" ist dann halt der persönlichen Einstellung überlassen.
Hätte deine Tochter aber dort nichts von Gott gehört und auch sonst nirgends, könntest du dir vorstellen sie hätte von selbst nach ihm gefragt?

Zitat von Tao Ho
Damit kann ich aber besser leben als ein Atheist, dessen Kind Katholisch wird...
Stimmt, ich hätte enorme Schwierigkeiten, wenn mein Sohn sich dahin entwickelt hätte.
Hat er aber nicht. Er hat durch die relative Gottlosigkeit in der DDR auch im gesamten Kindesalter nicht einmal nach dem Burschen gefragt. Auch später gab es nie ein großes weltanschauliches Gespräch, es ist einfach von allen so gelaufen.
Nun ist er Pastafarianer und seine LAG auch. Na gut, da haben wir schon mal drüber gesprochen.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

27.08.2007 07:12
#104 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
Hallo B.S.,
In Antwort auf:
Stimmt, ich hätte enorme Schwierigkeiten, wenn mein Sohn sich dahin entwickelt hätte.
Hat er aber nicht.

In Antwort auf:
Hätte deine Tochter aber dort nichts von Gott gehört und auch sonst nirgends, könntest du dir vorstellen sie hätte von selbst nach ihm gefragt?
Hat sie aber - und das war ja mein Argument, dass sich in der heutigen Gesellschaft Kinder eben damit auseinandersetzen - auch solche von Atheisten
(vgl. hier.) Mag ja sein dass das in der DDR besser war...
Ob sie - vorausgesetzt das Wort würde niemals nicht ausgeprochen worden sein - nach 'Gott' gefragt hätte oder danach, wer 'das alles gemacht hat',
ist doch sekundär.

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

mum1 Offline

T'ien-shen-mu

Beiträge: 2.323

27.08.2007 07:41
#105 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
--------------------------------------------------------------------------------
Hätte deine Tochter aber dort nichts von Gott gehört und auch sonst nirgends, könntest du dir vorstellen sie hätte von selbst nach ihm gefragt?
------------------------------------------

Nein, in diesem jungen Alter sicher nicht. Zumindest nicht so direkt. Aber Kinder erleben ihre Umwelt, sie hören nicht nur. Als ich im letzten Jahr ´guter Hoffnung` mit meiner jüngsten ging, da kam aber auch so interessante Themen wie: Wie kommt das Baby in deinen Bauch? Das könnte man auch als normale sexuelle Entdeckungsreise (Wo komm ich her, wo geh ich hin) betrachten. Aber diese Fragespielchen enden selbst bei einem so kleinen Kind schon mal dahingehend das geklärt werden soll, wer den jetzt erlaubt hat das das alles so passiert, wie es passiert. Muss man dann sofort Gott ins spiel bringen, fragst du jetzt sicher. Nein nicht nötig, Kinder geben sich mit wesentlich weniger zufrieden.

Ohne Umwelteinflüsse dauerts eben nur etwas länger bis sie Fragen.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 07:52
#106 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Guten Morgen,

In Antwort auf:
Hätte deine Tochter aber dort nichts von Gott gehört und auch sonst nirgends, könntest du dir vorstellen sie hätte von selbst nach ihm gefragt?

Ich weiss nicht wie es bei der Tochter von mum1 ist, aber bei Eva bin ich mir sehr sicher das sie gefragt hätte, denn sie ist ein sehr offenes und neugieriges
Menschenkind.

Und, lieber BS. Ist Dir mal aufgegangen das auch Naturvölker die noch nie was mit der sog. zivilisierten Welt zu tun hatten eine Religion entwickelt hatten und
die war dann auch mit Gott bzw. mit Göttern. Naturrelitionen können was sehr wundervolles sein. Das weiss jeder der sich schon mal ein bisschen damit beschäftigt
hat.

Lustig finde ich es auch das alle Atheisten Imanuel Kant als berühmtestes Beispiel nennen (und nicht mal wissen das dieser ein Agnostiker war / neinneinnein, er war
def. kein Atheist).
Und hier mal eine kleine Statistik, die zeigt das in der ach so aufgeklärten Welt immer noch Menschen in der Überzahl sind, die an Gott glauben:

Islam (1,313 Milliarden)
Römisch-Katholische Kirche (1,119 Milliarden)
Hinduismus (870 Millionen)
Nichtreligiös (769 Millionen)
Unabhängige Christliche Kirchen (427 Millionen)
Traditionelle Chinesische Religionen (405 Millionen)
Protestantische Kirchen (376 Millionen)
Orthodoxe Kirchen (220 Millionen)
Anglikanische Christen (80 Millionen)
Buddhismus (379 Millionen)
Sikhismus (25 Millionen)
Judentum (15 Millionen)
Ethnoreligionen (256 Millionen)
Atheismus (152 Millionen)
Afrikanische Religionen (100 Millionen)
Neue Religionen (108 Millionen)
Stand Mitte 2005, Weltbevölkerung: 6,454 Milliarden.

In Antwort auf:
Stimmt, ich hätte enorme Schwierigkeiten, wenn mein Sohn sich dahin entwickelt hätte.

Jup, dachte ich mir, denn fast jeder Atheist denkt so wie Du. Ist schon komisch das eine dumme Katholikin,
die ja eigentlich dogmatisch ihren Glauben verteidigen soll, toleranter ist als die Menschen, die immer
damit angeben wie aufgeklärt sie sind und wie intolerant die Kirchen doch sind.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

27.08.2007 08:07
#107 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Klar ist es so, dass heutzutage auch schon Kinder auf "Gott" stoßen. In meinen Augen leider, in anderen Gott sei Dank. Es wird in der Tendenz auch eher zunehmen. Sieht ja so aus, als ob weltweit in diesen Fragen starkt polarisiert wird.
Meine Frage war eher theoretisch. Es ging darum, ob wir Atheisten Kinder auch beeinflussen, nicht an Gott zu glauben. Ich wollte da nur meine Meinung untermauern, nicht wir müssen Kindern Gott ausreden, sondern der muss ihnen eingeredet werden.

In Antwort auf:
Ob sie - vorausgesetzt das Wort würde niemals nicht ausgeprochen worden sein - nach 'Gott' gefragt hätte oder danach, wer 'das alles gemacht hat', ist doch sekundär.

Das sehe ich nicht so. Bei der Frage nach "Gott" wäre bereits eine "höhere Instanz" vorausgesetzt, alles gemacht haben kann auch die Evolution. Diese Frage wäre also orientierungsoffen, die nach Gott bereits festgelegt.

Das eine Untersuchung der Kirchen zum Religionsunterricht mit dem Resultat schließt: "Atheisten begeistert vom Religionsunterricht" kann nun wirklich niemand verwundern. Hier soll doch einfach nur ermittelt werden, wie Kinder und Jugendliche noch besser zu indoktrinieren sind. Denn das wird immer fein verschwiegen: Der ganz offizielle Auftrag des Religionsunterrichts ist die Mission. Leider gehen viele Eltern davon aus, im Religionsunterricht würden wertfrei einzelne Religionen verglichen. Aber dir gings ja mehr um den Nachweis, dass es nicht möglich ist zu leben ohne irgendwie mit irgendwelchen Göttern konfrontiert zu werden. Ja, ist so.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 08:26
#108 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Es ging darum, ob wir Atheisten Kinder auch beeinflussen, nicht an Gott zu glauben.

Ja, das machen die Atheisten sehr, sehr gerne. Wobei ich besonders fein finde, dass das Kind eines
Atheisten von den Eltern so wie es hier ausschaut für ein naives Dummerle gehalten wird (und seine
Sorgen und Glaubensnöten werden nicht ernst genommen).

Wenn meine Tochter auch Atheistin wird, wie ihr Bruder (sie hat zwei Brüder) dann bekommt sie auch
eine so schöne Feier, wie zu ihrer Firmung. Ist doch ein wichtiges Ereignis in ihrem Leben und ein
wichtiger Schritt für sie ist es auch. Wie soll ich da als Mutter (wenn es auch nur die Stiefmutter
ist) böse sein, wenn das Kind selbstständig seinen Weg geht?

Schade das Atheisten zu einem solchen Schritt nicht fähig sind. Das ist in meinen Augen ein Armutszeugnis
an die angebliche Aufgeklärtheit eines Atheisten (die sich ja immer als so weltoffen bezeichnen).

In Antwort auf:
wie Kinder und Jugendliche noch besser zu indoktrinieren sind.

Wie man an Deinem Sohn sieht machen doch die Atheisten das Gleiche in Grün. Nur dass das Kind mehr oder
weniger lieb über den Kopf gestreichelt bekommt, mit den Worten wie dumm es doch ist zu glauben.
(und damit, wie dumm das Kind doch ist, WENN es glaubt...) Auch nicht viel besser, wenn Du mich fragst.

In Antwort auf:
Aber dir gings ja mehr um den Nachweis, dass es nicht möglich ist zu leben ohne irgendwie mit irgendwelchen Göttern konfrontiert zu werden. Ja, ist so.

Nein, auch das ist nicht richtig. Mir geht es hier nur darum zu zeigen das ihr Atheisten auch nur eine dogmatische Religion seid, die der Welt ihren Glauben fleissig
missioniert. Ihr seid nicht besser oder schlechter als die Kirchen gegen die ihr so wettert (obwohl ihr ja soooo aufgeklärt und weltoffen seid...).

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() Tao-Ho

Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

27.08.2007 09:43
#109 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
Zitat von Tao-Ho
Woher willst Du die Erkenntniss haben, das Gott wirklich nicht existiert?



Immer wieder dasselbe Spiel.

Unter dieser Voraussetzung, kann ich mir die wildesten Fantasiengestalten ausmalen welche irgendwo im Universum umherschweben. Wenn mich also ein Kind fragt, gibt es einen rosaroten Drachen, der sich furzend im All bewegt und Sterne frisst… was sage ich dann, möglich wäre es ??? Alles und Nichts wäre möglich aber die „Erkenntnis“ produziert nur gute Gestalten, liebende Götter, die da über unseren Köpfen schweben.
In Antwort auf:
Hier ist die Bibel, der Koran, die Thora, das Dianetik-Buch, das Buch
"Existiert Gott" von Küng, Bücher über den Taoismus, Buddhismus, Hinduismus usw.

Sehr ausgewogene Auswahl, aber warum nicht die Mythen der Aborigines und ihrer Traumwelt oder sonstige Naturreligionen, die möglicherweise nicht dem Chliché des liebenden Schöpfers entsprechten? Vielleicht existiert ja auch der Decapitator (Henker), welcher von den Moche (Peru) verehrt wurde und der ständig Menschenblut forderte. Hier endet dann gewöhnlich die Toleranz der Gläubigen, obwohl man genau gleich argumentieren könnte. Woher die Erkenntnis, dass der nicht existiert? Gleichzeitig aber wird verboten Menschenblut zu opfern? Also wird Kollege Decapitator von der Erkenntnis einfach ausgeschlossen.
In Antwort auf:
die war dann auch mit Gott bzw. mit Göttern. Naturrelitionen können was sehr wundervolles sein. Das weiss jeder der sich schon mal ein bisschen damit beschäftigt

Genau, vor allem wenn man zuerst nach obigem Muster vorselektiert…

In Antwort auf:
Schade das Atheisten zu einem solchen Schritt nicht fähig sind.

Was zu beweisen wäre!

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*Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen. Der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt. (Johann Heinrich Pestalozzi 1746-1827)*

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 10:17
#110 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Immer wieder dasselbe Spiel.

Ist es doch bei Euch auch... da tut sich offensichtlich keiner was.

In Antwort auf:
Wenn mich also ein Kind fragt, gibt es einen rosaroten Drachen, der sich furzend im All bewegt und Sterne frisst… was sage ich dann, möglich wäre es ???

Was spricht dagegen wenn Du dann mit dem Kind übers Universum sprichst? Muss ja nicht unbedingt über die Theorie der schwarzen Löcher sein oder über die Rotverschiebung.
Um hier mal einigen Atheisten einen Ratschlag zu geben: Versucht in einer solchen Situation einfach mal dem Kind zu sagen das man es nicht weiss, weil das Universum
einfach zu gross ist und die Menschen forschen was denn alles so oben herumschwirrt. Wenn es fleissig in der Schule ist und brav lernt kann es später mal studieren und
dann selber herausfinden ob und wie dieses Drachenvieh existiert.

In Antwort auf:
Sehr ausgewogene Auswahl, aber warum nicht die Mythen der Aborigines und ihrer Traumwelt oder sonstige Naturreligionen, die möglicherweise nicht dem Chliché des liebenden Schöpfers entsprechten?

Ähm, tschuldigung aber in dieser unserer Bibliothek befinden sich auch Bücher über Naturreligionen wie z. B. die Aborigines und ihrer Traumwelt, Mystiker wie Angelus und Meister Eckhard kommen hier bei uns genau so zu Wort, wie atheistische Autoren. UND: Sollte sich meine Tochter einmal für die peruanische Rekuay Kultur interessieren wird ihr auch das nicht vorenthalten.
Ist echt lustig zu sehen wie gut andere Menschen über unsere Bibliothek und deren Inhalt bescheid wissen. Kleines P.S. In Frankreich haben wir auch Bücher, nicht nur hier. Mein Mann und ich wir sind bekennende Bibliomane (und noch schlimmere Leseratten) und nicht einmal wir haben jedes Buch im Kopf welches wir besitzen, was übrigens schon zu gelächter geführt hat, wenn wir mal ein Buch als interessant fanden, dieses Buch bestellten und beim einräumen festgestellt haben, das wir dieses Buch schon besitzen.

In Antwort auf:
Genau, vor allem wenn man zuerst nach obigem Muster vorselektiert…

Oh, dann bin ich nicht nur naiv (weil Gläubig), dann bin ich auch hinterhältig (weil ich meinem Kind datenmaterial vorenthalte)? Fein das wir mal drüber geredet haben.

In Antwort auf:
Was zu beweisen wäre!

Dann mag ich an dieser Stelle alle Atheisten hier im Forum gerne dazu einladen sich mal dazu zu äussern wie ihre Reaktionen wären. wenn das Kind zum Glauben (egal welcher Art) übertreten würde.
BS war wenigstens so ehrlich zu sagen das er ein Problem damit hätte. Hut ab.

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() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

27.08.2007 10:38
#111 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
Hallo B.S.,
In Antwort auf:
Das sehe ich nicht so. Bei der Frage nach "Gott" wäre bereits eine "höhere Instanz" vorausgesetzt, alles gemacht haben kann auch die Evolution. Diese Frage wäre also orientierungsoffen, die nach Gott bereits festgelegt.
Diese 'höhere Instanz' entspricht aber dem kindlichen Auffassungsvermögen eher als 'die Evolution', unter der sich ein Kind im
Vor- und Volksschulalter wohl wenig vorstellen kann - deswegen wird sich daran kaum viel ändern - mir will eher scheinen, dass,
genügend Offenheit und kritische Intelligenz vorausgesetzt, auch ein religiös beeinflusster Mensch mal anfängt, religiöse Bilder
zu hinterfragen (sieht man ja auch hier) - während auch ein Mensch, der nie mit Religion konfrontiert wurde, mal irgendwelchen
fundamentalistischen Rattenfängern auf den Leim gehen kann - auch die 'Bekehrungsberichte' auf den enstpr. Websites sind ja
nicht alle erfunden...

In Antwort auf:
Das eine Untersuchung der Kirchen zum Religionsunterricht mit dem Resultat schließt: "Atheisten begeistert vom Religionsunterricht" kann nun wirklich niemand verwundern. Hier soll doch einfach nur ermittelt werden, wie Kinder und Jugendliche noch besser zu indoktrinieren sind. Denn das wird immer fein verschwiegen: Der ganz offizielle Auftrag des Religionsunterrichts ist die Mission. Leider gehen viele Eltern davon aus, im Religionsunterricht würden wertfrei einzelne Religionen verglichen.
Nun, solche Eltern müssten wohl sehr blauäugig sein. Ich denke, dass die meisten sehr wohl wissen, dass ihre Kinder dort
entsprechend beeinflusst werden - und das entweder wollen oder aus irgendeinem Grund in Kauf nehmen. Der RU ist sogar
in der Realität häufig offener als es diesen Erwartungen entspricht - ich bin, als ich noch in einer buddhistischen Gruppe
aktiv war, öfters mal von katholischen Vereinen, und von Religionslehrern zu Vorträgen im Rahmen des RU eingeladen worden
- ebenso wie Vertreter der Muslime - und daraus haben sich auch öfters mal längerdauernde Kontakte ergeben. Dass eine
Untersuchung, nur deshalb weil sie ein Theologe angestellt hat, 'nur der Indoktrinierung dienen kann', scheint mir doch etwas
- hm - voreingenommen

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wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.065

27.08.2007 10:40
#112 Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Dann mag ich an dieser Stelle alle Atheisten hier im Forum gerne dazu einladen sich mal dazu zu äussern wie ihre Reaktionen wären.
Ich würde das als einen vorübergehenden pubertären Protest gegen mich einstufen. Wenn der dauerhafter Natur wäre, wüsste ich, dass in der Vater-Kind-Beziehung eine ernsthafte Störung vorläge. Um sein/ihr geistiges Bekenntnis würde ich mich gar nicht kümmern, sondern um das, was ich falsch gemacht habe oder was da schiefgelaufen ist.

Gysi

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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 10:49
#113 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
Danke für die ehrliche Antwort. Da stellt sich mir nur noch die Frage, warum denn was falsch gelaufen ist in der Erziehung, wenn ein Kind
selbstständig den Weg wählt, den es gehen mag? Genau das sollte doch das Ergebnis einer guten Erziehung sein.
Wenn das Kind später mal an Gott glaubt ist das in meinen Augen nicht schlimm. Neee, da gibt es schlimmeres.
Und wenn meine Tochter mal auf mich zukommt und sagt, das sie nicht an Gott glaubt, ist das für mich kein Erziehungsfehler, sondern ein
Zeichen, dass sie sich entschieden hat. Nicht mehr und nicht weniger.

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() Tao-Ho

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.065

27.08.2007 11:11
#114 Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
In Antwort auf:
Und wenn meine Tochter mal auf mich zukommt und sagt, das sie nicht an Gott glaubt, ist das für mich kein Erziehungsfehler, sondern ein Zeichen, dass sie sich entschieden hat. Nicht mehr und nicht weniger.
Ja gut. Ich gehe nun mal davon aus, dass man an einen Gott antiker orientalischer Prägung á la Christentum ohne Indoktrination in der Kindheitsphase nicht glauben kann. Wer ein stabiles Seelenleben hat, glaubt (ohne Indoktrination) an sich und nicht an einen Gott. Ich würde nach psychischen Störungen suchen - is' nu' ma' so. Möglich, dass ich dann gar keine finde, auch keinen verdrängten Protest gegen den bösen Papa - es gibt Dinge, die man nicht so ohne Weiteres einzusehen vermag.

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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 11:25
#115 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
In Antwort auf:
Wer ein stabiles Seelenleben hat, glaubt (ohne Indoktrination) an sich und nicht an einen Gott. Ich würde nach psychischen Störungen suchen - is' nu' ma' so.

Cool, dann bin ich also nicht nur naiv, dann bin ich auch psychisch Gestört. Danke für die Blumen... Dir ist sicherlich klar, lieber Gysi, das man als Christ heutzutage
ein starkes Nervenkostüm haben muss, weil man von Nichtgläubigen ständig beschimpft wird? Um das aushalten zu können, ohne sein Selbstvertrauen einbüssen zu müssen, braucht es schon eine stabile geistige Gesundheit. (klar: Humor gehört auch dazu).

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() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

27.08.2007 11:36
#116 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Zitat von qilin
Dass eine Untersuchung, nur deshalb weil sie ein Theologe angestellt hat, 'nur der Indoktrinierung dienen kann', scheint mir doch etwas - hm - voreingenommen

Das habe ich nicht behauptet. Es ging um den Auftraggeber:
"In den Klassenstufen 5/6 ist das Interesse der Jungen an diesem Fach am größten und sie sind kirchenrelevanten Themen gegenüber aufgeschlossener eingestellt", sagt Wermke und schlägt der Kirche vor, "gerade in diesem Alter verstärkt anzusetzen, um die Kinder für die Kirche und ihre Themen zu gewinnen".

Die Resultate des Projekts, das durch die Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands gefördert wurde..."

Zitat von Tao Ho
Ist schon komisch das eine dumme Katholikin, die ja eigentlich dogmatisch ihren Glauben verteidigen soll, toleranter ist als die Menschen, die immer damit angeben wie aufgeklärt sie sind und wie intolerant die Kirchen doch sind.


Mensch, was ist bloß los mit dir?
Niemand hat dich hier je irgendwo als dumme Katholikin hingestellt. Da solltest du einfach etwas mehr Selbstbewusstsein aufbringen. Interessant immerhin, dass du dich mal wieder als Katholikin siehst, vor kurzem hast du das noch abgestritten.
Schade ist auf jeden Fall, dass deine gesamte "Argumentation" nur noch auf der Gefühlsebene läuft und ziemlich persönlich wird. So macht das Diskutieren keinen Sinn und auch keinen Spaß. Mir jedenfalls nicht.
Deshalb lasse ich´s jetzt auch sein.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.065

27.08.2007 12:05
#117 Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Cool, dann bin ich also nicht nur naiv, dann bin ich auch psychisch Gestört.
Och, damit bist du doch einer von Vielen - völlig unauffällig... Nein, im Ernst => Dass die Religionen diese Macht noch heute, auch über etliche intellektuell Ausgerichtete - haben, liegt an ihrem Zugriff auf die Kinderseelen. Die Kinderjahre sind die entscheidenden Prägejahre. An die Kinder kommst du auch ohne intellektuelle Überzeugungskraft ran - da braucht der Pastor nur loszulabern. Und wenn die Eltern und die ganze Sippschaft das auch noch abnicken - dann sitzt das drin. Damit ist gewiss noch keine psychische Störung angerichtet. Doch auch du hast aus diesen autoritär geprägten Strukturen der dir beigebrachten Religion deinen Kampf geführt, der von gesundem Ego und Realitätssehnsucht zeugt. Und das ist gewiss nicht der Kampf einer psychisch Gestörten. Ich bin von einem Kind (als mein Kind) mit einer atheistischen Prägungsgrundlage ausgegangen - und das ist ein Unterschied!

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Fenris Offline

Freidenker

Beiträge: 1.345

27.08.2007 12:49
#118 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Versucht in einer solchen Situation einfach mal dem Kind zu sagen das man es nicht weiss,

Genau, dass ist die Antwort auf alle Fragen, bezüglich was es denn so gibt da Draussen. Damit habe ich keine Probleme, im Gegenteil, ist genau mein Credo, wir wissen es nicht, Punkt!

Was aber die Gläubigen aus dieser simplen Erkenntnis machen, dass lässt manchmal schon Zweifel aufkommen.
In Antwort auf:
Oh, dann bin ich nicht nur naiv (weil Gläubig), dann bin ich auch hinterhältig

Weiss ich nicht, von meiner Seite kamen keine solchen Kommentare!

Ansonsten gut ausgewichen.


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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 13:24
#119 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

@ BS,

schade, aber es ist ein freies Land und ich zwinge Dich nicht mit mir zu diskutieren. Aber: Was ist los mit Dir? Du bist sonst nicht so empfindsam und ich habe Dich eigentlich als offenen Menschen kennen gelernt. Ein Erbsenzähler warst Du doch noch nie gewesen.

@ Gysi

In Antwort auf:
Dass die Religionen diese Macht noch heute, auch über etliche intellektuell Ausgerichtete - haben, liegt an ihrem Zugriff auf die Kinderseelen. Die Kinderjahre sind die entscheidenden Prägejahre. An die Kinder kommst du auch ohne intellektuelle Überzeugungskraft ran - da braucht der Pastor nur loszulabern. Und wenn die Eltern und die ganze Sippschaft das auch noch abnicken - dann sitzt das drin.

Richtig, jede Glaubensrichtung hat Macht über Kinderseelen. Und jede Eltern versuchen ihrem Kind ihren Glauben (oder auch Nichtglauben) nahezubringen.

@ Fenris

In Antwort auf:
Weiss ich nicht, von meiner Seite kamen keine solchen Kommentare!

LOL, na da bist Du aber gut ausgewichen, mein Lieber...

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Casmiel Offline

Diabolist


Beiträge: 712

27.08.2007 13:43
#120 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten
Ich persönlich finde dass es gut ist, dass man sich auch schon als jüngerer Mensch mit der Frage des Glaubens beschäftigt. Das habe ich auch getan und meine Mutter sowie meine Großeltern waren apostolisch, jetzt bin ich Diabolist. Heutzutage ist es nicht möglich (das war es auch damals noch nicht) um religiöses Gedankengut herumzukommen. Selbst den kleinsten stellt sich die Frage "Wo komme ich her?" Und dann kommen sie entweder zu den Eltern oder stellen selbst "Nachforschungen" (natürlich im kleinen Rahmen) an. Man muss halt akzeptieren dass man den Religionen überall ausgeetzt ist, ausser du lässt dein Kind 18 Jahre lang nicht aus seinem Zimmer und verbrennst alle religiösen Bücher und zerschmetterst deinen PC und Fernseher. Solange man sein Kind nicht zu einer Überzeugung zwingt und gezielt in sie hineinprescht finde ich es völlig OK wenn das Kind sich mit seiner Weltvorstellung beschäftigt - und da gehört der Glaube oder Nichtglaube halt dazu. Spätestens im Bio-Unterricht (den man mit 12 Jahren schon hat). Ich glaube nicht dass sich verantwortungsbewusste Eltern erlauben würden ihr Kind maßgeblich in ein religiöses Muster zu drängen. Das kann ich mir grade bei Menschen mit so vielseitigen Ansichten wie z.B Tao-Ho nicht vorstellen. Was nicht ausschließt dass es leider sehr sehr viele Eltern doch tun

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Erleuchtung erlangt man nicht, indem man sich dem Licht hingibt, sondern indem man die Dunkelheit ergründet (C.G. Jung)

qilin Offline




Beiträge: 3.552

27.08.2007 13:50
#121 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Hallo B.S.,

In Antwort auf:
Das habe ich nicht behauptet. Es ging um den Auftraggeber:
"In den Klassenstufen 5/6 ist das Interesse der Jungen an diesem Fach am größten und sie sind kirchenrelevanten Themen gegenüber aufgeschlossener eingestellt", sagt Wermke und schlägt der Kirche vor, "gerade in diesem Alter verstärkt anzusetzen, um die Kinder für die Kirche und ihre Themen zu gewinnen".Die Resultate des Projekts, das durch die Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirchen Deutschlands gefördert wurde..."

Und wenn ein Projekt durch die Giordano-Bruno-Stiftung gefördert wurde, dann sind die Resultate automatisch
atheistische Propaganda...
Ich erinnere da an den schon mal verlinkten Artikel im Journal of Religion & Society, der ja wohl alles Andere ist
als Propaganda und Indoktrinierung...
Natürlich wird ein Theologe aus den Ergebnissen seiner Untersuchung Vorschläge ableiten, um seinen Standpunkt
zu verbreiten, aber diese selbst zu manipulieren, um zu möglichst 'günstigen' Ergebnissen zu kommen - das würde
weniger auf Perfidie als auf satte Dummheit hindeuten (ein instabiles Seelenleben, psychische Störungen o.ä. )
Der Titel "Atheisten begeisterter beim [nicht begeistert vom] Religionsunterricht" stammt ja auch nicht aus der
Untersuchung selbst, sondern aus einer Meldung darüber. Hier ein Zitat aus der Arbeit:
In Antwort auf:
Ungetaufte Schüler haben eine anspruchsvollere Haltung gegenüber dem Religionsunterricht: Sie
gehen zwar lieber als die getauften zum Religionsunterricht, wahren aber gegenüber einer weiteren
Teilnahme ihre ‚Entscheidungsfreiheit’: Wenn ihnen der Unterricht nicht so gut gefällt, wechseln sie
zum Ethikunterricht. Anders die Einstellung der getauften Schüler, die auch dann im Religionsunterricht
bleiben, wenn sie nicht so gern zu ihm gehen. Ob hier bspw. der Elternwille der getauften Schüler
oder auch ein konfessionelles Zusammengehörigkeitsgefühl eine besondere Bedeutung spielt, wäre
noch näher zu untersuchen.
[http://www.uni-jena.de/data/unijena_/fac...e_ru_wermke.pdf]
Die Sache mit der Untersuchung war allerdings für mich eher eine zusätzliche Illustration, dass es heute notwendig -
und auch vernünftig - ist, sich mit Religion auseinanderzusetzen, und weniger, mit der Möglichkeit zu spielen,
dass man das nicht müsste, wenn davon nichts bekannt wäre...

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

89 ( Gast )
Beiträge:

27.08.2007 14:41
#122 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Zitat von Tao-Ho
Ist schon komisch das eine dumme Katholikin,
die ja eigentlich dogmatisch ihren Glauben verteidigen soll, toleranter ist als die Menschen, die immer
damit angeben wie aufgeklärt sie sind und wie intolerant die Kirchen doch sind.
Ob das unbedingt was mit Toleranz zu tun hat, wenn das eigene Kind möglicherweise einen Weg geht, den du als völlig falsch erachtest?

Um vielleicht mal kurz von der Religion weg zukommen...was tust du, wenn deine Kinder z.B. ins rechte Lager abgleiten und scheinbar völlig verbohrt nicht mit sich reden lassen und dann dasitzen mit ihrem kahlrasierten Schädel und der Baseballkeule in der Ecke. Wie geht man damit tolerant um?
Mir ist es mit meinen Söhnen nicht so gegangen aber einem Freund, der einen sozial-engagierten Beruf hatte, praktisch nur für andere unterwegs war und der liebevollste Vater war, den man sich denken kann.
Ich wäre, ehrlich gesagt, ratlos...

Eventuell ist das auch zu krass, diese Sache mit Religionsfragen zu vergleichen, aber in gewisser Hinsicht sind es die selben Probleme.
Mann kann auch durch Religion eine Matschbirne bekommen, genau wie in anderen Lebensentwürfen.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

27.08.2007 14:56
#123 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

Hallo 89,

In Antwort auf:
Eventuell ist das auch zu krass, diese Sache mit Religionsfragen zu vergleichen
Muss gar nicht sein - aber denk' doch mal anders 'rum - die Eltern sind fanatische Anhänger irgendeiner obskuren Sekte
(ohne Anspielung auf eine bestimmte... ) und völlig überzeugt davon, dass ihr armes Kind ewiglich im tiefsten
Höllenabgrund schmort, wenn es die einzig wahre Lehre auch nur anzweifelt... Zweifellos eine noch heftigere Vorstellung
als die des 'skinhead'-Sohnes... - Da wäre doch Toleranz sicherlich angesagt

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.08.2007 14:59
#124 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Ob das unbedingt was mit Toleranz zu tun hat, wenn das eigene Kind möglicherweise einen Weg geht, den du als völlig falsch erachtest?

Ich denke schon dass das eine Frage von Toleranz ist. Wenn mein Kind sich dafür entscheidet Atheistin zu werden kann ich nichts schlimmes finden.
Nur weil ich an Gott glaube kann ich doch nicht verlangen das mein Kind auch an Gott glaubt, nur weil ich das gerade mal für richig halte.

In Antwort auf:
Mann kann auch durch Religion eine Matschbirne bekommen, genau wie in anderen Lebensentwürfen.

Das ist absolut richtig und ich wäre auch sehr ratlos wenn eines der Kinder auf einmal mit Baseballschlägern duch die Gegend laufen würde.
Nur, es ist doch auch nicht richtig, wenn ich z. B. Ärztin wäre ich mein Kind dazu zwingen würde auch Ärztin zu werden. Und dabei sind die
allgemeinen Argumente bei einer solchen Diskussion etwas dicker als bei Religionsfragen, würde ich meinen.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

89 ( Gast )
Beiträge:

27.08.2007 15:02
#125 RE: Hat "Gott" nur einmal "geschöpft"? antworten

In Antwort auf:
Dann mag ich an dieser Stelle alle Atheisten hier im Forum gerne dazu einladen sich mal dazu zu äussern wie ihre Reaktionen wären. wenn das Kind zum Glauben (egal welcher Art) übertreten würde.

Natürlich würde man nach den Gründen forschen, denn zumindest reden kann mensch immer. Die Ursachen könnten aber so vielschichtig sein, dass ich mich ebenfalls fragen würde: was ist schief gelaufen? Für deinen Nachwuchs scheint die Sache ja ok. zu sein und man könnte ja sagen, in Ordnung, wenn er glücklich ist, bin ich es auch. Aber so einfach ist es, glaube ich, nicht.

Aber letztendlich würde ich mich mit dem gewählten Glauben auseinandersetzen, hinterfragen und ihn dann entweder in sein Unglück rennen lassen, oder seine Seeligkeit bewundern oder beneiden oder ausblenden. Ich habe keine Wahl.

Und selbst das kann mir sogar noch bevorstehen, da mein 17jähriger mehr oder weniger regelmäßig zu sogenannten Jesus-House-Veranstaltungen geht, eine locker-flockige fundamentalistisch angehauchte Missionsreihe für Jugendliche.
Tja, was soll ich tun? Er ist mir körperlich überlegen..und sieht auch noch besser..ich habe also keine Chance...und nur die leise Hoffnung, das er die Predigten über Nächstenliebe da ernst nimmt...

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