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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Für Säkularismus und Religionskritik!


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Dieses Thema hat 122 Antworten
und wurde 3.922 mal aufgerufen
 Antireligiöse Politik und Kultur
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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

23.09.2007 16:57
#26 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Und wer zu dem erst gar nicht will, kommt in den Feuersee. Aua-aua, tut doch weh!
Und warum will man nicht zu Gott? Und dass der feuersee den zweiten tod und nicht endlose Qualen bedeutet, ist heir auch schon mehrfach dargelegt worden...


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.127

23.09.2007 19:04
#27 Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Warum solltest Du denn nicht zu Jesus wollen?
Warum sollte ich? Ich will ja auch nicht zu Freddy Müller aus Garmisch-Partenkirchen. Ich kenne ihn nicht. Ein Jesus aus der orientalischen Antike ist schwer in die Moderne zu übersetzen. Einer seines Kalibers wie damals in Israel ist heute nur mit Nelson Mandela, Mahatma Gandhi, Martin Luther King u.a. zu vergleichen. Die Jesus-Worte alleine würden heute gewiss nicht beeindrucken. Erstens braucht man heute schon ein gewisses PR-Tam-Tam, um so richtig bemerkt zu werden und zu beeindrucken. Ein Talent, Menschen zu führen, hatte auch Jesus gebraucht. Ohne Mikrofon kein Gehör.
Und zweitens: Wer heute mit Sprüchen ankommt wie: "Wenn du auf die rechte Wange geschlagen wirst, halte die linke hin! Punkt.", der wird nicht ernst genommen werden! Der müsste seine Streit-Psychologie schon genauer erklären. Denn immer kann dieser Satz auch nicht funktionieren! Eine Bergpredigt alleine kann nicht mehr beeindrucken! Sowas würde heute sofort einer - wenn der Redner Glück hat - hitzigen Debatte unterworfen, und dann käme es auf den Diskussionsstrang und auf eine befriedigende Vertiefung, Differenzierung und Realitätsbewährung an!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.09.2007 06:39
#28 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Hallo Benjamin,

auch wenn mich das Thema nur am Rande interessiert will ich Dir ein paar Dinge schreiben.

In Antwort auf:
Wenn ich doch auch an Gott zweifeln und manchmal verzweifeln kann, und trotzdem Christ bin und bisher auch geblieben bin...?

Das ist eine ganz normale Aussage, denn es ist oft so (das habe ich von einem Buddhisten gelernt) das nur der einen wahren Glauben hat,
der auch zweifeln kann.

In Antwort auf:
Mein Fleischwolf hat den Atheismus ziemlich übel zugerichtet... so daß ich da nen großen Abstand halte... komt mir irgendwe so leer vor...

Halte ich für Falsch, denn auch wenn die Atheisten nicht an Gott glauben heisst das noch lange nicht das sie an NICHTS glauben. Leer ist anders...

Ansonsten kann ich nur berichten was die sog. Atheisten auf dem Philosophicum zum Thema Religionsunterricht sagen:
Ihn abzuschaffen wäre nicht gut. Ihn zu akzeptieren wäre da richtiger. Man sollte nur auf den Inhalt achtgeben (das
Kinder nicht indoktriniert werden)

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Benjamin Offline



Beiträge: 105

24.09.2007 09:06
#29 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

@Tao-Ho:
Wenn ich richtig informiert bin, dann werden die Lehrpläne für den Religionsunterricht ja vom Bundesland herausgegeben, wenn auch in Absprache mit den Kirchen und/oder anderen Religionsgemeinschaften. Indoktriniert wird nicht und darf auch seit der BRD nicht mehr werden. Ob es jetzt nicht trotzdem irgendwo zu Indoktrination kommt oder kam, grad in den Anfangszeiten unserer Republik, sei mal dahingestellt... Vom Ansatz her aber ist der Religionsunterricht dafür nicht konzipiert. Wenn wir nun bessere Kontrollen einführen wollen für den Religionsunterricht, um Indoktrination auch auf jeden Fall ausschließen zu können. Damit hab ich kein Problem. Ähnliches sollte dann für den Ethik/Philosophieunterricht gelten, wo ein radikaler "Ungläubiger" die Kinder vielleicht von ihrem nicht von einer K.d.ö.R vertreten wird... Ich denk auch grad an meinen Biolehrer, der immer wieder davon anfing, wie sinnlos er die Religion hält oder mein Physiklehrer, der Özdem immer wieder dazu überreden wollte, doch ein Glas Sekt zu trinken von wegen: Allah sieht es nicht...
Daß Zweifel zum Glauben gehören ist mir klar. Gysi anscheinend noch nicht ;)

@Gysi:
Du schreibst, immer könne rechte Wange-linke Wange nicht funktionieren. Erklär mal: Wann denn nicht?

Bis dann
De Benny

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Abgesehen vom Heiligen Geist, abgesehen vom Glauben an das Evangelium , wird der Mensch sich in der Bibel genauso verirren wie in den Versuchen, die Ethik auf Gewissen, Vernunft, natürliche Ordnung, Nützlichkeit und dergleichen zu begründen.
Edmund Schlink

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

24.09.2007 09:43
#30 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Also ich fürchte der Religionsunterricht ist nicht mehr der den man sich darunter vorstellt. An meinem Gymnasium zB ist der Reli-Unterricht völlig unkirchlich.

Da scheint es wohl aber auch anderes zu geben. Hier mal ein paar Sätze, mit denen bei uns die Religionskundelehrerin in der örtliche Presse für ihren Unterricht geworben hat:"...ie kann man weltanschaulich
neutral über Schuld und Gewissen, Strafe und Vergebung reden? Da muss eigentlich Gott vorkommen. Und wie soll ein
atheistisch geprägter Lehrer authentisch über Gott reden? Der weltanschaulich neutrale Staat kann keine verbindlichen
Werte schaffen...Lust am Leben, Ehrfurcht vor Gott, Dankbarkeit und eine gewisse Demut, das sind Grundhaltungen, die unsere Kinder lernen müssen..." mehr hier

Aber auch bei uns, wo es die Wahl zwischen Religionsunterricht und LER (Lebensgestaltung, Ethik, Religion) gibt, gehen viele Atheisten in den Reliunterricht. Warum? Wegen der christlichen Werte? Ich bin in der Jugendarbeit und habe mit vielen darüber gesprochen. Es gibt im Wesentliche drei Gründe:
1. Der Lehrer ist besser (gibt es in beiden Richtungen)
2. Ist nicht so anstrengend und es gibt keine Klassenarbeiten (Zensuren)
3. Es macht sich später besser auf dem Zeugnis

Besonders der letzte Punkt ist der, der mich so ankotzt. In einem Staat in dem in bestimmten Berufszweigen in überdeutlicher Mehrheit kirchliche Träger die Arbeitgeber sind, ist so eine Einstellung sicher zu verstehen. Damit muss endlich Schluss sein. So, wie sich die Anschauungen in der Bevölkerung wandeln, so muss sich auch die Trägerlandschaft ändern. Weg mit dem lokalen Fastmonopol von Diakonie und Caritas.

In Antwort auf:
Das Bedürfnis jedes Menschen nach Gott...
Auch bei Christen ist halt oft der Wunsch der Vater des Gedankens. Bedürfnisse, die dauerhaft nicht befriedigt werden, führen zu persönlicher Frustration und letztlich psychischen Schäden. Es gab aber schon lange vor der Erfindung der christlichen Religion und auch lange danach noch genügend Menschen, die ein voll erfülltes Leben hatten. Ist sogar das ganze Gegenteil. Das Christentum hat dieses erfüllte Leben nachhaltig behindert. Nee, das Bedürfnis eines jeden Menschen nach Gott gibts nicht.

In Antwort auf:
Und warum will man nicht zu Gott? Und dass der feuersee den zweiten tod und nicht endlose Qualen bedeutet, ist heir auch schon mehrfach dargelegt worden..

Weil es Kraft und Zeitverschwendung ist, sich dort zu informieren und hinzuwenden, wo es keine Hilfe gibt.
Ja, du hast bereits mehrmals dargelegt, dass für dich der Feuersee den zweiten Tod bedeutet und nicht ewige Qual. Es gibt aber genug andere Gläubige, die das völlig anders sehen. Deine Meinung ist also nichts weiter als eben das. Aber keinesfalls ein anerkannte Tatsache.

In Antwort auf:
Du schreibst, immer könne rechte Wange-linke Wange nicht funktionieren. Erklär mal: Wann denn nicht?

Das haben andere schon viel besser erklärt, als Gysi oder wir es könnten. Lies mal Sir Karl Popper. Sein Credo: Toleranz gegen Intolerante ist das Ende der Toleranz.
Wenn sich die Wangentheorie im Christentum als gängige Praxis durchgesetzt hätte, wäre es schon längst verschwunden.




qilin Offline




Beiträge: 3.552

24.09.2007 09:53
#31 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten
Nun, indoktriniert im eigentlichen Sinn bin ich auch vor 50 Jahren nicht worden, auch wenn das damals noch
vorgekommen sein soll - manche haben sich über den RL lustig gemacht, manche haben sich mehr oder weniger
ernst damit auseinandergesetzt. Heute ist diese Gefahr zweifellos sehr viel geringer.
Grundsätzlich würde ich eine objektive Information in einem nicht religiös gebundenen Unterricht auch vorziehen
- das Problem dabei ist, dass niemand eine objektive Information garantieren kann. Aus diesem ganz pragmatischen
Grund ist mir ein Unterricht lieber, bei dem ganz klar definiert ist welche Richtung der Lehrer vertritt - und bei dem
auch Vertreter anderer Weltanschauungen zu Wort kommen. Das war beim katholischen RL auch hier im 'Heiligen
Land Tirol' bereits vor 20 Jahren der Fall. Eine bessere Lösung wäre wohl, interessierten Schülern die Möglichkeit
zu geben, alle Richtungen hören zu können - damit wäre aber vermutlich sowohl das System als auch die meisten
Schüler überfordert. Den Ethik-, Weltanschauungs- o.ä. Unterricht jemandem zu überlassen der den Standpunkt
steht "Alle indoktrinieren, nur ich nicht" halte ich jedenfalls für wenig sinnvoll - ganz gleichgültig von welcher Seite
er kommt...

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

24.09.2007 10:45
#32 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Ich bin kein gesteigerter Freund des konfessionellen Religionsunterrichts; ich finde es allerdings unerlässlich, das Kinder in der Schule von derExistenz der wichtigen Religionen erfahren, und von der entscheidenden Bedeutung, die das Christentum in unserer Geschichte spielte. Ob das im Religionsunterricht geschieht, oder in einem religionskundlichen Unterricht, der natürlich auch nicht-deistische Weltanschauungen umfassen müsste, ist mir eigentlich ziemlich egal, obwohl ich die Selektierung der Schüler nach Gesinnung gerade in einem Fach, das sich mit Moral und Ethik auseinandersetzt, nicht befürtworten kann.

89 ( Gast )
Beiträge:

24.09.2007 11:47
#33 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Zitat von Reinecke
ich finde es allerdings unerlässlich, das Kinder in der Schule von derExistenz der wichtigen Religionen erfahren, und von der entscheidenden Bedeutung, die das Christentum in unserer Geschichte spielte.
Der Meinung bin ich auch , so lange nicht indoktriniert wird, was aber leider oft geschieht.

Mein Jüngster ist jetzt auf's Gymi gekommen und für Religions-Hausaufgaben bin ich immer zuständig. Und dabei habe ich gemerkt, dass es erfreulicherweise zunehmend um ethisch-allgemeine Belange geht, die natürlich im großem Bogen irgendwann in religiösen Kontext gesetzt werden.

Allerdings bleibt schon irgendwo der Gültigkeitsanspruch der Religion bestehen und wird nicht in Zweifel gezogen, also es gibt keine oder wenige Alternativen dazu, bzw. sie werden nur zweitrangig vermitelt.

Benjamin Offline



Beiträge: 105

24.09.2007 12:07
#34 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Toleranz gegen Intolerante ist das Ende der Toleranz.
Wenn sich die Wangentheorie im Christentum als gängige Praxis durchgesetzt hätte, wäre es schon längst verschwunden.


Toleranz gegen Intolerante ist eben nicht das Ende der Toleranz, sondern der Anfang. Natürlich bringt es die Intoleranten erst mal nach vorne, aber die machen sich auch selbst kaputt. Und überhaupt: Wo gibt's denn heute toleranz? Außerdem heißt Toleranz gegen Intolerante nicht, sich ihnen unterzuordnen. Und dann sollte man Toleranz an sich noch mal definieren, weil ich mir im Moment gar nicht sicher bin, was genau wir hier verhandeln.

Die Wangentheorie hat sich eben nicht durchgesetzt. Genausowenig wie das Christentum. Aber: Das ist alles in Arbeit, mach Dir mal keine Sorgen. Die Welt steht seit wie vielen Milliarden Jahren? Und das Christentum ist grad mal knapp 2000 Jahre alt. Da geht noch was. Wir sind grad mal knapp über den Anfang hinaus...

Das Christentum wäre aber gerade nicht verschwunden, wenn sich die Wangentheorie durchgesetzt hätte. In der Anfangszeit gab es ein enormes Wachstum des Christentums, und das, obwohl sie die Wangentheorie befolgten, befolgen mußten. Jedenfalls eher, als heutzutage, wo das Christentum zumindest in den westlichen Ländern eine gewisse Macht hat. Die den Löwen vorgeworfenen hatten nicht die Alternative, die andere Wange vorzuenthalten. Und trotzdem wuchs das Christentum! Mir ist auch nichts bekannt von christlichen Aufständen gegen die römischen Machthaber. Komisch, nicht?

Bis dann
De Benny

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Edmund Schlink

89 ( Gast )
Beiträge:

24.09.2007 12:13
#35 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Dies wiederrum hat hier nichts mit dem Thema zu tun.
Eine Verteitigung des Christentums (und seiner Jungfräulichkeit)war hier nicht angesagt, sondern der Religionsunterricht.

Wenn du schon darauf bestehst, bei den jeweiligen Themen zu bleiben, dann tu das auch.

Benjamin Offline



Beiträge: 105

24.09.2007 12:14
#36 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Allerdings bleibt schon irgendwo der Gültigkeitsanspruch der Religion bestehen und wird nicht in Zweifel gezogen, also es gibt keine oder wenige Alternativen dazu, bzw. sie werden nur zweitrangig vermitelt.


Ich glaube nicht, daß es Ziel des konfessionellen Religionsunterricht sein sollte, Zweifel zu nähren. Das haben die anderen Fächer zu leisten, indem beispielsweise in Biologie natürlich Darwins Theorie unterrichtet wird, indem in Politik und Sozialkunde natürlich unsere heutige politische und soziale Situation gelehrt wird und indem in Geschichte natürlich darauf eingegangen wird, daß es verschiedene Sichtweisen gibt.

Wenn der Junge aber grad ins Gymnasium kam, dann ist er wohl in der 5. Klasse. Da ist noch Zeit. Der Zweifel oder die anderen Anschauungen kamen bei mir vor allem in der Oberstufe dran. Die Weltreligionen kamen in der 9. Klasse. Wohl, damit wir sie dran hatten, bevor jemand mit Hauptschulabschluß das Gymnasium verläßt...

Bis dann
De Benny

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Edmund Schlink

89 ( Gast )
Beiträge:

24.09.2007 12:16
#37 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

OK, jetzt bist du ja wieder dabei..

Allerdings wären genährte Zweifel nicht das schlechteste, ob es nun Sinn dieses Unterrichts ist, oder nicht.

Casmiel Offline

Diabolist


Beiträge: 712

24.09.2007 12:22
#38 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:

Aber auch bei uns, wo es die Wahl zwischen Religionsunterricht und LER (Lebensgestaltung, Ethik, Religion) gibt, gehen viele Atheisten in den Reliunterricht. Warum? Wegen der christlichen Werte? Ich bin in der Jugendarbeit und habe mit vielen darüber gesprochen. Es gibt im Wesentliche drei Gründe:
1. Der Lehrer ist besser (gibt es in beiden Richtungen)
2. Ist nicht so anstrengend und es gibt keine Klassenarbeiten (Zensuren)
3. Es macht sich später besser auf dem Zeugnis


Ich bin gewissermaßen noch Jugendlicher "aus erster Hand" und bei mir sind die Gründe ähnlich, bis auf den letzten Punkt, weil Philosophie eigentlich ein gesellschaftlich sehr anerkanntes und geachtetes Fach ist. Es ist halt schade dass die Religionslehrer machen können was sie wollen (ausser in der Oberstufe -> Zentralabi), es gib zwar auch ein Curriculum für die Mittelstufe und Erprobungsstufe aber da haben die Religionslehrer meiner Meinung nach zu viel Freiheit. Der Reli - Unterricht ist etwas, was schon straffer gespannt werden sollte, weg von Christentum und den Institutionen, hin zur Weltoffenheit. Aber ich fürchte halt das ist Wunschdenken. Wie unsere gegensätzlichen Beobachtungen schon gezeigt haben fallen die Reaktionen auf den Reli-Unterricht sehr gemischt aus (auch wenn ich glaube dass es bei vielen Jugendlichen der Coolness-Faktor ist der sie davon abhält was anderes zu sagen als "ist easy"). Klassenarbeiten gibt es übrigens auch nicht in Philosophie und anderen geisteswissenschaftlichen Fächern, in der Oberstufe kann man dann später frei wählen in welchem Fach man Klausuren schreiben möchte.

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Erleuchtung erlangt man nicht, indem man sich dem Licht hingibt, sondern indem man die Dunkelheit ergründet (C.G. Jung)

Benjamin Offline



Beiträge: 105

24.09.2007 12:28
#39 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Sicher, aber soll man den Kindern gleich am Anfang, am Besten in der ersten Klasse erst mal ne gehörige Portion Zweifel verpassen? Dann kann man sich den Rest sparen, dann verlängert man lieber den Kunstunterricht und nimmt christliche Kunst nochmal separat dran, und den Rest behandelt man in Geschichte. Das wäre dann die Information über die Religion.

Der Religionsunterricht wie ich ihn verstehe hat aber das Ziel, die Religion zu lehren, Werte zu vermitteln. Kritik ist in Ordnung, die kommt mit zunehmender Pubertät meist von den Schülern selbst, wenn sie nicht allzu gelangweilt sind.

Nach dem zweiten Weltkrieg hat der Staat gesagt: Wir als Staat können keine Werte vorschreiben, das geht schief, haben wir grad gesehen. Also haben die Glaubensgemeinschaften das Recht bekommen, selbst die Werte zu lehren. Dieses Recht hat jede Körperschaft öffentlichen Rechts, wenn ich Recht informiert bin.

Der Religionsunterricht ist eine Selbstbeschneidung des Staates, um nicht wieder aus den Fugenn zu geraten. Daß gerade die von vielen heute verteufelten Kirchen nun den Unterricht mitbestimmen, mag zwar negativ aufgenommen werden, aber mir kommt es so vor, als ob viele nicht wissen, von was sie reden.

Die Kirche war zumindest in der Lage, flächendeckend für die Unterrichtsversorgung zu sorgen. Wer sonst sollte das hinbekommen?

Und noch eine kritische Anfrage: Im anderen Thema hatten wir es ja von der DDR, wobei sich rausstellte, daß viele hier Diskutierenden aus den östlichen Ländern abzüglich Bayern kommen. Gab es in der DDR einen Religionsunterricht? Habt Ihr selbst einen Unterricht erlebt? Oder beschränkt sich Eure Kritik nur auf nachplappern? Nur so als Denkanregung, nicht um beantwortet zu werden. Geht mich auch nix an.

Bis dann
De Benny

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Edmund Schlink

89 ( Gast )
Beiträge:

24.09.2007 12:37
#40 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Was sollen wir nachplappern, vom wem, wieso und warum?

Auch wenn's dich nicht interessiert, Reli-Unterricht gab's nicht. Dafür musste man in die 'Junge Gemeinde' gehen.

Meine Erfahrungen mit dem Unterricht beziehe ich aus der Praxis, da ich einen 17jährigen Sohn habe und einen, wie erwähnt, der in der 5. Klasse ist.

Also, nix mit nachplappern........und ein Altbundesbürger hat somit nicht die Wahrheit in Bezug auf Reli gepachtet.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

24.09.2007 13:30
#41 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Zitat von Tao-ho
Ansonsten kann ich nur berichten was die sog. Atheisten auf dem Philosophicum zum Thema Religionsunterricht sagen:
Ihn abzuschaffen wäre nicht gut. Ihn zu akzeptieren wäre da richtiger. Man sollte nur auf den Inhalt achtgeben (das
Kinder nicht indoktriniert werden)
Das kann ich z.T. bestätigen - Winfried Schröder meinte in seinem schon erwähnten Vortrag zu diesem Punkt, dass Religionen
zwar tendenziell die Moral stabilisieren würden, andererseits aber ein erhebliches Gewqaltpotential besäßen - man müsse die
Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägen...

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wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.127

24.09.2007 13:40
#42 Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Winfried Schröder meinte in seinem schon erwähnten Vortrag zu diesem Punkt, dass Religionen
zwar tendenziell die Moral stabilisieren würden, andererseits aber ein erhebliches Gewqaltpotential besäßen - man müsse die Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abwägen...
Es geht also darum, inwieweit Gottglaube nützlich ist und nicht darum, ob Gott überhaupt existiert? Ob die Moral auf einem existierenden oder nichtexistierenden Fuß steht, also auf einem Trugbild aufgebaut ist, ist egal??

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Tao-Ho Offline

Zennois


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24.09.2007 13:49
#43 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Ob die Moral auf einem existierenden oder nichtexistierenden Fuß steht, also auf einem Trugbild aufgebaut ist, ist egal??

Genau so ist es gemeint. Man soll die Vor- und Nachteile abwägen... alles andere ist Nebensache. Ähm, ich hoffe Du weisst das
Winfried Schröder ein Atheist ist?

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() Tao-Ho

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.127

24.09.2007 13:53
#44 Petition gegen Religionsunterricht antworten
In Antwort auf:
Ähm, ich hoffe Du weisst das Winfried Schröder ein Atheist ist?
Nö, das wusste ich nicht. Ich finde es trotzdem sehr bedenklich, die Menschen um die Wahrhaftigkeit ihres Kulturbodens zu betrügen! Auf Lüge kann sich auf Dauer nichts Gutes aufbauen!

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Casmiel Offline

Diabolist


Beiträge: 712

24.09.2007 13:55
#45 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

Da Teile ich die Meinung von Gysi allerdings, mit so einer "Mittel zum Zweck" Einstellung kommen wir nicht weit

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Tao-Ho Offline

Zennois


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24.09.2007 14:09
#46 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
die Menschen um die Wahrhaftigkeit ihres Kulturbodens zu betrügen!

... und genau das hat er nicht gemacht! Winfried Schröder (der übrigens gute Bücher
schreibt) hat lediglich das Thema Moral sehr nüchtern und neutral betrachtet.
Er ist wissenschaftlich an die Sache herangegangen. Was ist daran verwerflich?

Zum Thema Religionsunterricht ist selbst z. B. der Vollblutatheist Jan Philipp Reemtsma
sehr tolerant, lieber Gysi. ( ich habe ein Gespräch mit einem Kollegen belauscht...)
Ist er darum, in Deinen Augen, ein schlechterer Atheist, oder gar ein Verräter?

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Gysi Offline

Atheist


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24.09.2007 14:20
#47 Petition gegen Religionsunterricht antworten
In Antwort auf:
Ist er darum, in Deinen Augen, ein schlechterer Atheist, oder gar ein Verräter?
Es gibt keine "schlechten" Atheisten, und der Atheismus ist nicht zu "verraten". Du kannst deine Aufrichtigkeit und die Liebe zur Wahrheit verraten! Aber wer auf den Output eines Kulturbodens schielt, der gemäß seiner Erkenntnis erlogen sein muss, der treibt ein wirklich übles Spiel! Den eines atheistischen Menschenfischers... Was die Menschheit von seinen spirituellen Leadern (Philosophen eingeschlossen) erwarten dürfen sollte, das ist Aufrichtigkeit!

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qilin Offline




Beiträge: 3.552

24.09.2007 15:11
#48 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten
In Antwort auf:
Ich finde es trotzdem sehr bedenklich, die Menschen um die Wahrhaftigkeit ihres Kulturbodens zu betrügen! Auf Lüge kann sich auf Dauer nichts Gutes aufbauen!
Es gibt offenbar auch Atheisten, die Religion nicht a priori für 'Lüge' und 'unwahrhaftig' halten, sondern der Meinung sind
dass sie 'nur' ein Irrtum ist
In Antwort auf:
Es gibt keine "schlechten" Atheisten, und der Atheismus ist nicht zu "verraten". Du kannst deine Aufrichtigkeit und die Liebe zur Wahrheit verraten! Aber wer auf den Output eines Kulturbodens schielt, der gemäß seiner Erkenntnis erlogen sein muss, der treibt ein wirklich übles Spiel! Den eines atheistischen Menschenfischers... Was die Menschheit von seinen spirituellen Leadern (Philosophen eingeschlossen) erwarten dürfen sollte, das ist Aufrichtigkeit!
Ist dann also ein Religiöser, der dafür ist, Kindern auch Atheismus nahezubringen, unaufrichtig und treibt ein übles Spiel?
Irgendwie erinnert der dictus doch an moralische Verurteilung...

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.127

24.09.2007 16:15
#49  Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Ist dann also ein Religiöser, der dafür ist, Kindern auch Atheismus nahezubringen, unaufrichtig und treibt ein übles Spiel?
Will ein Religiöser den Kindern den Atheismus wirklich nahebringen - oder nur über ihn informieren? Um sie liberal zu erziehen? Damit sie hinterher wirklich frei(er) entscheiden können. Das ist was anderes, als einen Gott um des bloßen Outpus Willen einzukalkulieren und vorzugaukeln. Auch hier geht es nicht darum, die Gläubigen einer Lüge zu bezichtigen - statt lediglich eines Irrtums. Die bezichtige ich auch nicht. Ich bezichtige den Atheisten eines üblen Spiels mit einer Lüge, wenn der Gott als Schöpfer der Ethik üm des kurzfristigen und scheinbaren Erfolges willen zustimmend lehren lässt!

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qilin Offline




Beiträge: 3.552

24.09.2007 16:56
#50 RE: Petition gegen Religionsunterricht antworten

In Antwort auf:
Will ein Religiöser den Kindern den Atheismus wirklich nahebringen - oder nur über ihn informieren? Um sie liberal zu erziehen? Damit sie hinterher wirklich frei(er) entscheiden können. Auch hier geht es nicht darum, die Gläubigen einer Lüge zu bezichtigen - statt lediglich eines Irrtums. Die bezichtige ich auch nicht.
Wenn Du schreibst
In Antwort auf:
wer auf den Output eines Kulturbodens schielt, der gemäß seiner Erkenntnis erlogen sein muss
dann tust Du aber genau das...
In Antwort auf:
Ich bezichtige den Atheisten eines üblen Spiels mit einer Lüge, wenn der Gott als Schöpfer der Ethik üm des kurzfristigen und scheinbaren Erfolges willen zustimmend lehren lässt!Das ist was anderes, als einen Gott um des bloßen Outpus Willen einzukalkulieren und vorzugaukeln.
Ich würde mich sehr wundern wenn das irgendein Atheist oder sonst ein vernünftiger Mensch vorhätte...

Will ein Atheist den Kindern den Glauben wirklich nahebringen - oder nur über ihn informieren?
Um sie liberal zu erziehen? Damit sie hinterher wirklich frei(er) entscheiden können?
Wenn ich die threads hier richtig erinnere ist es doch Dein Anliegen, den bloßen Begriff von Religion und
'Gott' möglichst schnell in Vergessenheit geraten zu lassen - Du bist also nicht mal an der Information
darüber interessiert, aber stellst solche Forderungen an den 'Gegner'?

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() qilin

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