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Dieses Thema hat 176 Antworten
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 Christentum
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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 635

28.08.2018 15:47
#176 RE: Die Katholische Kirche widerspricht der Bibel antworten

Die Karma-Lehre ist der allzu menschliche Versuch einer Erklärung bzw. untauglichen Rechtfertigung, warum Menschen ohne Verschulden ein schlimmes Schicksal haben. Ein solches ist am stossendsten, sprich ungerechtesten (aus menschlicher Sicht), wenn ein Mensch seit Geburt, also offensichtlich ohne eigenes Verschulden, schwer behindert ist. Die Karma-Lehre sagt nun, dass ein solcher Mensch in einem früheren Leben irgendeine schwere Sünde begangen hat.

Der Schweizer Manuel Bauer, der den Dalai Lama als Photograph begleitet hatte, wollte von ihm irgendeinen Trost wegen seines schwer behinderten Sohnes. Er erzählte Bauer, dass eine Behinderung im tibetischen Buddhismus mit dem Karma erklärt werden könne. Eltern von Kindern wie Yorick hätten in ihrem früheren Leben vielleicht ein Kind getötet und seien nun mit der lebenslangen Pflege eines Kindes betraut. Kein Trost für Manuel Bauer, aber den braucht er auch nicht. Sein Leben mit Yorick, es ist anstrengend, es ist unglaublich, aber es ist ganz bestimmt keine Strafe. Das hat man nach der Lektüre seines Buches verstanden. (Manuel Bauer: «Brief an meinen Sohn», Limmat 2017, 94 S., Fr. 20.–)

Beim behinderten Sohn von Bauer soll also das schlechte Karma der Eltern schuld sein; dafür wird ein Dritter, das Kind, bestraft. Das ist nochmals eine Ungerechtigkeit. Abgesehen davon, dass zwischen unbekannter Missetat der unbekannten Vorfahren der Eltern und Behinderung ihres Kindes wohl kaum eine Äquivalenz besteht. Dies zeigt schon, das die Karma-Lehre als Erklärung Humbug ist. Ich lehne die Karma-Lehre wie auch die Lehre einer Wieder-Geburt ab, auch wenn mir der Buddhismus ansonst sympathisch ist.

Meines Erachtens wird “Seine Heiligkeit”, der Dalai Lama gewaltig überschätzt von einer westlichen Schickeria, welche auf einen weich gespülten verwestlichen Buddhismus abfährt, welcher mit dem tibetischen (heidnischen) Buddhismus wenig zu tun hat. Der in den letzten Jahren zunehmende Hype um den Dalai Lama geht mir auf die Nerven. Wieviel er selber dafür kann, weiss ich nicht. Er macht aus seiner Situation, was er kann. Der Dalai Lama, der durch ein Orakel ab der frühesten Kindheit für sein Amt als religiöses Oberhaupt auserkoren worden ist, ist für das Tibetische Volk quasi der Präsident auf Lebenszeit, ohne Macht und ohne Land, und daher gezwungen, als ein Art Apostel des Friedens zu wirken mit seinen Büchern und Vorträgen.

Auch wenn ich die Karma-Lehre ablehne, glaube ich durchaus, dass eine schlechte Lebensführung einen Einfluss auf das eigene Leben hat. Die richtige Welt- und Selbst-Anschauung kann da einen positiven Einfluss haben.

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RELIGION IST HEILBAR! (Buch von J. Hochstrasser, Ex-Priester)
Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Das Leben ist eine mißliche Sache; ich habe mir vorgesetzt, es damit hinzubringen, über dasselbe nachzudenken (Schopenhauer). - Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde (Nietzsche, Zarathustra).

Reklov Offline




Beiträge: 4.265

28.08.2018 16:48
#177 RE: Die Katholische Kirche widerspricht der Bibel antworten

Zitat
Ein solches ist am stossendsten, sprich ungerechtesten (aus menschlicher Sicht), wenn ein Mensch seit Geburt, also offensichtlich ohne eigenes Verschulden, schwer behindert ist. Die Karma-Lehre sagt nun, dass ein solcher Mensch in einem früheren Leben irgendeine schwere Sünde begangen hat.

seneca,

... soweit mir bekannt ist, wird die "Quittung" immer mit gleicher Münze bezahlt. Hat z.B. jemand während früherer "Erdenrunden" jemanden ertränkt, muss er diese Qual nun auch mal selber erdulden/kennen lernen. Varianten dazu gäbe es ja viele, ohne dass ein anderer aktiv daran beteiligt sein müsste.
Es mag nun einer dazu stehen, wie er will - aber - gerecht ginge es dabei, auch aus menschlicher Sicht, jedenfalls schon zu. (?)

Zitat
Beim behinderten Sohn von Bauer soll also das schlechte Karma der Eltern schuld sein; dafür wird ein Dritter, das Kind, bestraft. Das ist nochmals eine Ungerechtigkeit. Abgesehen davon, dass zwischen unbekannter Missetat der unbekannten Vorfahren der Eltern und Behinderung ihres Kindes wohl kaum eine Äquivalenz besteht.

Dies wäre nun absolut ungerecht und deswegen, auch als Theorie, zu verwerfen!

Zitat
Meines Erachtens wird “Seine Heiligkeit”, der Dalai Lama gewaltig überschätzt von einer westlichen Schickeria, welche auf einen weich gespülten verwestlichen Buddhismus abfährt, welcher mit dem tibetischen (heidnischen) Buddhismus wenig zu tun hat.

Die "westliche Schickeria" fährt auf so manches ab, was ihre Langeweile und Ratlosigkeit übertünchen könnte: Von Alkohol-Kokain-Parties auf ihren Yachten, bis hin zum aufregenden Wochenend-Überlebenskurs im Wald.

Gruß von Reklov

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