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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 1.833 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

28.10.2007 16:00
Glaube und Wissen antworten



Wie steht ihr dazu?

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...

Nieselpriem ( Gast )
Beiträge:

28.10.2007 17:17
#2 RE: Glaube und Wissen antworten

Kann ich grundsätzlich akzeptieren. Nur gibt es einen gewaltigen Widerspruch zwischen Religion und Wissenschaft. Die Wissenschaft geht zwar immer erst vom Glauben aus, beharrt aber nicht darauf, wie es die Religion tut. Wenn sich in der Wissenschaft etwas als falsch erweist, wird es verworfen und ein neues Konzept muss her. Passiert das in der Religion, wird dieser widerlegte Glaube umso vehementer verteidigt und propagiert. Und das ist doch eine gewaltige Lücke im Grundprinzip.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

28.10.2007 17:34
#3 RE: Glaube und Wissen antworten

Entweder wird hier mit den unterschiedlichen Begriffen des Glaubens sehr luschig gearbeitet, oder das ganze ist einfach Blödsinn.
"Bevor ein Forscher weiß, muss er glauben" ist jedenfalls völlig daneben. Vor allem, wenn oben unter Glauben extra noch (Religion) steht und somit die Bedeutung von Glauben eigentlich in eine Richtung festgelegt ist.

Ein Forscher muss nicht glauben, er muss vermuten, annehmen oder so. Glauben höchstens in dem Sinne, der ähnliches bedeutet.

kereng Offline




Beiträge: 310

29.10.2007 20:05
#4 RE: Glaube und Wissen antworten

Den Kritikpunkten meiner Vorposter möchte ich noch hinzufügen, dass der Kategorische Imperativ nicht zur Annahme der Gottesidee führt.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.548

01.11.2007 18:32
#5 RE: Glaube und Wissen antworten

Das ist alles reinster "gelehrter" Blödsinn...
Sind wir etwa bei Kant stehengeblieben?
Manche sind wohl selbst nicht über Platon und Aristoteles hinausgekommen.
Wenn sie überhaupt erst dorthin gekommen sind...

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

manni Offline




Beiträge: 23

09.03.2008 10:28
#6 RE: Glaube und Wissen antworten

Wenn es also um Wissen zu tun ist, so ist wenigstens so viel sicher und ausgemacht, daß uns dieses, [hinsichtlich Moral und Religion], niemals zu Teil werden könne. [?677]HYPERLINK "/Philosophie/K/Kant-W+Bd.+4-0678.png"[678?] </Philosophie/K/Kant-W+Bd.+4-0677.png>
[...]
Das Fürwahrhalten, oder die subjektive Gültigkeit des Urteils, in Beziehung auf die Überzeugung (welche zugleich objektiv gilt), hat folgende drei Stufen: Meinen, Glauben und Wissen. Meinen ist ein mit Bewußtsein sowohl subjektiv, als objektiv unzureichendes Fürwahrhalten. Ist das letztere nur subjektiv zureichend und wird zugleich für objektiv unzureichend gehalten, so heißt es Glauben. Endlich heißt das sowohl subjektiv als objektiv zureichende Fürwahrhalten das Wissen. Die subjektive Zulänglichkeit heißt Überzeugung (für mich selbst), die objektive Gewißheit (für jedermann). Ich werde mich bei der Erläuterung so faßlicher Begriffe nicht aufhalten.
Ich darf mich niemals unterwinden, zu meinen, ohne wenigstens etwas zu wissen, vermittelst dessen das an sich bloß problematische Urteil eine Verknüpfung mit Wahrheit bekommt, die, ob sie gleich nicht vollständig, doch mehr als willkürliche Erdichtung ist. Das Gesetz einer solchen Verknüpfung muß überdem gewiß sein. Denn, wenn ich in Ansehung dessen auch nichts als Meinung habe, so ist alles nur Spiel der Einbildung, ohne die mindeste Beziehung auf Wahrheit. In Urteilen aus reiner Vernunft ist es gar nicht erlaubt, zu meinen. Denn, weil sie nicht auf Erfahrungsgründe gestützt werden, sondern alles a priori erkannt werden soll, wo alles notwendig ist, so erfodert das Prinzip der Verknüpfung Allgemeinheit und Notwendigkeit, mithin völlige Gewißheit, widrigenfalls gar keine Leitung auf Wahrheit angetroffen wird. Daher ist es ungereimt, in der reinen Mathematik zu meinen; man muß wissen, oder sich alles Urteilens enthalten. Eben so ist es mit den Grundsätzen der Sittlichkeit bewandt, da man nicht auf bloße Meinung, daß etwas erlaubt sei, eine Handlung wagen darf, sondern dieses wissen muß.
Im transzendentalen Gebrauche der Vernunft ist dagegen Meinen freilich zu wenig, aber Wissen auch zu viel. In bloß spekulativer Absicht können wir also hier gar nicht urteilen; weil subjektive Gründe des Fürwahrhaltens, wie die, so das Glauben bewirken können, bei spekulativen Fragen keinen Beifall verdienen, da sie sich frei von aller empirischen [?689]HYPERLINK "/Philosophie/K/Kant-W+Bd.+4-0690.png"[690?] </Philosophie/K/Kant-W+Bd.+4-0689.png> Beihülfe nicht halten, noch in gleichem Maße andern mitteilen lassen.
Es kann aber überall bloß in praktischer Beziehung das theoretisch unzureichende Fürwahrhalten Glauben genannt werden.

[...]
Ist das aber alles, wird man sagen, was reine Vernunft ausrichtet, indem sie über die Grenzen der Erfahrung hinaus Aussichten eröffnet? nichts mehr, als zwei Glaubensartikel [Gott und die Unsterblichkeit]? so viel hätte auch wohl der gemeine Verstand, ohne darüber die Philosophen zu Rate zu ziehen, ausrichten können!
Ich will hier nicht das Verdienst rühmen, das Philosophie durch die mühsame Bestrebung ihrer Kritik um die menschliche Vernunft habe, gesetzt, es sollte auch beim Ausgange bloß negativ befunden werden; denn davon wird in dem folgenden Abschnitte noch etwas vorkommen. Aber verlangt ihr denn, daß ein Erkenntnis, welches alle Menschen angeht, den gemeinen Verstand übersteigen, und euch nur von Philosophen entdeckt werden solle? Eben das, was ihr tadelt, ist die beste Bestätigung von der Richtigkeit der bisherigen Behauptungen, da es das, was man anfangs nicht vorhersehen konnte, entdeckt, nämlich, daß die Natur, in dem, was Menschen ohne Unterschied angelegen ist, keiner parteiischen Austeilung ihrer Gaben zu beschuldigen sei, und die höchste Philosophie in Ansehung der wesentlichen Zwecke der menschlichen Natur es nicht weiter bringen könne, als die Leitung, welche sie auch dem gemeinsten Verstande hat angedeihen lassen. [?695] </Philosophie/K/Kant-W+Bd.+4-0695.png>


Quelle:
Immanuel Kant: Werke in zwölf Bänden. Band 4, Frankfurt am Main 1977, S. 687-695.
Permalink:
http://www.zeno.org/Philosophie/M/Kant,+...sen+und+Glauben


manni

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