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Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 488 Antworten
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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

13.10.2009 14:19
#351 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Zitat von MennoKlamotto
Ich lehne mich ersteinmal zurück und warte gespannt ob sich eine sachliche Diskussion entwickelt.

Eines vorab: Was verstehst du unter "sachlicher Diskussion"? Ich habe schon so meine Erfahrungen mit den ach so sachlichen Argumenten von Ehemaligen gemacht. Letztendlich wollten sie doch nur eines: Rechtfertigung für ihre Denk- bzw. Handlungsweise.

In Antwort auf:
Darfst du überhaupt mit Ausgeschlossenen reden? Frag doch mal nach bei den Ältesten deiner Versammlung. Die Antwort würde mich interessieren.

Dass was ich dir zu sagen habe, kannst du auch problemlos in der Bibel nachlesen. (Ausserdem solltest du durch den Studium der Bibel ganz genau wissen, was unter Umgang mit Ausgeschlossenen verstanden wird.) Da du aber daran ja nicht mehr interessiert zu sein scheinst, frage ich mich - und das ist ein weiterer Grund für meinen Zweifel an deinem Wunsch nach einer "sachlichen Disskion" - was du hier von mir erwartest. Auf einen lockeren Plausch legst du es hier ja offensichtlich auch nicht dann... Jetzt bin ich mal gespannt...

In Antwort auf:
Warum aber diese Meinung nicht auch vor anderen vertreten?

Um sich zu profilieren? Was sollte das einem nutzen? Warum nicht erst mal beobachten, ob man mit seiner persönlichen Einschätzung richtig liegt? Wer beurteilt das? Dein eigener Verstand oder die Realität, in welcher du dich bewegst?

In Antwort auf:
Wenn ja, dann wirst du doch sicher kein Dienstamt inne haben, oder?

Seit wann muss man das haben?

In Antwort auf:
Das heißt ich oder auch andere "Ehemalige" sind nicht pflichttreu genug? Hätten wir Zweifel unterdrücken sollen nur um an unserem Wort festzuhalten?

Die Frage ist doch: Wem oder was gegenüber ist man pflichttreu? Zweifel sind da um ausgeräumt zu werden, um weiter in der Erkenntnis Gottes zu wachsen. Was war für dich also das Ziel das Zweifels? Wolltest du so Gott näherkommen? Oder fühltest du dich von seinen Grundsätzen zu sehr eingeengt und hast dir Freiheiten eingeräumt, weil dir das so lieber war? Dann mach Nägel mit Köpfen und schieb nicht die Verantwortung für dein Handeln nicht einer Organisation zu, die nach besten, fortschreitenden Verständnis bemüht ist, göttliche Grundsätze zu vertreten. Nur weil du keine Achtung mehr vor diesen Grundsätzen hast, ist die Organisation doch nicht dafür verantwortlich?

Wie sieht es denn jetzt bei dir aus: Hast du keine Zweifel daran, dass deine momentane Auffassung, nach der du immerhin schon handelst, richtig ist? Wenn doch: wie gehst du mit diesen Zweifeln um? Haben sie für dich diegleiche Bedeutung wie die Zweifel, die du zuerst pflegtest? Du weißt ja: Immer wieder prüfen....


In Antwort auf:
Mal angenommen die Legitimation des treuen Sklaven ließe sich durch vernünftige und biblische Argumente auflösen - könntest du dann noch weiter dieser Organisation dienen?



Ein gutes Beispiel für Zirkelschlusslogik! Wäre dem so wie du es annimst, hätte es so eine Organisation auf biblischen Fundament gar nicht geben können, womit sich deine Frage hiermit erübrigt.

In Antwort auf:
Aber du müsstest anerkennen, dass dein kompletter Glaube und alles was du über den Glauben "weißt" von diesem Sklaven bekommen hast.

Und da Gott selbst diesen Sklaven in seiner Position mit dieser Aufgabe betraut und dafür hinreichend befähigt hat, ist das vom biblischen Standpunkt her vollkommen vertretbar, vorrausgesetzt natürlich man anerkennt die Bibel. Wie man es auch dreht und wendet. Die Erkenntnis stammt von Jehova selbst. Entweder man akzeptiert das, oder man lässt es bleiben. Hauptsache, man bringt den Mut auf in beiden Fällen konsequent genug zu sein.

In Antwort auf:
Wohingegen man als ZJ seine Infos lediglich aus dem WT hat.

Ziemlich nebulöse Formulierung: Welche Infos meinst du genau? Was Informationen über die biblische Grundsätze betrifft kann man wohl kaum erwarten, solche in der BILD oder im National Geographic zu erhalten.

Zitat von FSM-Queen
Wenn ihr zwei euch deswegen fetzen wollt, dann unterdrückt bitte euer Wollen hier bzw. tut es in der Streitarena! Büdde!

Keine Sorge. Ich habe in letzter Zeit eh nur noch selten die Zeit für das Forum aktiv Texte zu formulieren; da werde ich den mir verbleibenden Anteil an Zeit nicht auch noch mit sinnlosen Wortstreitereien versauen. Ich lobe deinen präventiven Einsatz für einen ruhigen, sachlichen Dialog.

Zitat von BS
Das von Snooker mit dem "Beibehalten ehemaliger Grundsätze" finde ich erst mal recht schwach.

Mal abgesehen davon, dass du probiblische Argumentation grundsätzlich als recht schwach bewerten musst, frage ich trotzdem aus reinem Interesse: Bist du sicher, dass wir beide dasgleiche meinen, wenn wir von Grundsätzen und deren Ableitungen sprechen?


Ich mach mir nix vor: Diese Diskussion wird höchstwahrscheinlich genauso "sachlich" verlaufen, wie bei all den anderen Experten, die mir schon begegnet sind. Es läuft jedenfalls schon in diese Richtung und das langweilt mich enorm...


In Memory of Soul-Society

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Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Christian Offline



Beiträge: 174

13.10.2009 14:30
#352 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Hallo MennoKlamotto,

du hast geschrieben:

In Antwort auf:
Ich lehne mich ersteinmal zurück und warte...


Während du wartest, könntest du den Text unter http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...message=3109252 lesen. Mich würde interessieren, wie du darüber denkst.

Gruss
Christian

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

13.10.2009 14:45
#353 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...-war-Jesus.html Darunter findet der geneigte Leser die Gegendarstellung.


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MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

13.10.2009 15:46
#354 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

In Antwort auf:

Eines vorab: Was verstehst du unter "sachlicher Diskussion"? Ich habe schon so meine Erfahrungen mit den ach so sachlichen Argumenten von Ehemaligen gemacht. Letztendlich wollten sie doch nur eines: Rechtfertigung für ihre Denk- bzw. Handlungsweise.


Eines vorab: Wenn du schon im vorhinein mir zu unterstellen versuchst, dass ich nur meine Denk- und Handlungsweise rechtfertigen möchte - nun denn! Dann wird auch jegliches Argument an dir abprallen. Ich sage frei heraus, dass die Art Psychoterror die ich erlebt habe, sich nicht mit dem deckt was ich bisher gelernt und gelebt habe. Stichworte wie Nächstenliebe und die Art und Weise wie man versucht jemanden zu beeinflussen haben mich zu dem Entschluss gebracht meinen Glauben zu hinterfragen.

In Antwort auf:

Dass was ich dir zu sagen habe, kannst du auch problemlos in der Bibel nachlesen. (Ausserdem solltest du durch den Studium der Bibel ganz genau wissen, was unter Umgang mit Ausgeschlossenen verstanden wird.) Da du aber daran ja nicht mehr interessiert zu sein scheinst, frage ich mich - und das ist ein weiterer Grund für meinen Zweifel an deinem Wunsch nach einer "sachlichen Disskion" - was du hier von mir erwartest.


Ist es nicht so, dass Erfahrungen die man macht neue Sichtweisen aufzeigen? Glaub mir, lieber Snooker, ich gehörte zu denen die hinterfragt haben, die nachgedacht haben. Daher nochmal meine Frage, und ich hoffe du weichst ihr nicht aus: Wie wird offiziell mit Ausgeschlossenen umgegangen? Darfst du mit ihnen im echten Leben (nicht Internet) sprechen? Würdest du deinen Glaubensbrüdern gegenüber ins Gesicht sagen, dass du mit Ausgeschlossenen dich unterhälst, also auch über den Glauben sprichst?
Zitat aus dem "Gebt acht"-Buch:

In Antwort auf:
Personen, die die Gemeinschaft verlassen haben, sollten
genauso betrachtet und genauso behandelt werden wie Ausgeschlossene
(w85 15.7. S.30,31).


Weiteres Zitat:

In Antwort auf:
Johannes gibt den Rat, mit Ausgeschlossenen oder mit Personen, die die Gemeinschaft verlassen haben, weder zu reden noch Umgang zu pflegen, um nicht 'an ihren bösen Werken teilzuhaben' (2. Joh. 11). Biblische und geschichtliche Richtlinien darüber, wie Personen, denen die Gemeinschaft entzogen wurde oder die die Gemeinschaft verlassen haben, betrachtet werden sollten, enthält Der Wachtturm vom 15. Dezember 1981 auf
Seite 19 bis 31.


Weiteres Zitat:

In Antwort auf:
Einem engen Verwandten eines Ausgeschlossenen würde normalerweise nicht die Gemeinschaft entzogen, wenn er mit diesem Umgang hat, es sei denn, er pflegt mit ihm geistige Gemeinschaft oder versucht, den verkehrten Lauf des Ausgeschlossenen zu rechtfertigen oder zu entschuldigen.



Gerade das letzte Zitat zeigt mir deutlich, dass wenn man Verwandter eines Ausgeschlossenen ist nicht ausgeschlossen wird - eben weil man Verwandt ist. Was heißt das im Umkehrschluss? Es wird danach gestrebt jemanden auszuschließen, der Kontakt mit einem Ausgeschlossenen hat. Beweis mir bitte das Gegenteil, nimm von mir aus das "Gebt Acht"-Buch zur Hand, denn es enthält viele Richtlinien die dem "normalen" Zeugen Jehovas nicht bekannt sind.

In Antwort auf:

Um sich zu profilieren? Was sollte das einem nutzen? Warum nicht erst mal beobachten, ob man mit seiner persönlichen Einschätzung richtig liegt? Wer beurteilt das? Dein eigener Verstand oder die Realität, in welcher du dich bewegst?


Wer spricht denn von profilieren? Es geht darum Dinge anzusprechen die nicht in Ordnung sind oder die man anderes sehen kann. Ich habe einige kennengelernt die wirklich aufrichtig forschen und beten, jedoch immer im Einklang mit der Gesellschaft. Ich vermute weil viele wissen, dass sie mit einem Auschluss rechnen müssten, wenn sie Offen ihre Meinung vertreten. Denn auch das ist vorgesehen, wenn jemand Meinungen und Lehren vertritt die nicht vom treuen Sklaven als die gerade aktuelle Lehre fungieren. Wie werden Ausgeschlossene dargestellt?

• Sie versuchen, Spaltungen zu verursachen (Jehovas Zeugen -Verkündiger des Königreiches Gottes, S.111).
• Sie sind an unehrlichem Gewinn interessiert und schlecht (WT 15.08.1984, S.31).
• Sie sind Lügner, denn sie veröffentlichen Unwahrheiten (WT 01.07.1994, S.12).
• Man soll sie in biblischem Sinne hassen (WT 01.10.1993, S.19).
• Sie sind stolz und unabhängig, undankbar und vermessen und begehen die Werke des Fleisches (WT 01.11.1980, S.18-22).
• Sie sind hochmütig (WT 15.11.1981, S.28-29).

Ein weiteres Zitat:

In Antwort auf:
"Wie sollten wir uns gegenüber einem Ausgeschlossenen verhalten? Die Bibel hält uns dazu an, „keinen Umgang mehr mit jemandem zu haben, der Bruder genannt wird, wenn er ein Hurer oder ein Habgieriger oder ein Götzendiener oder ein Schmäher oder ein Trunkenbold oder ein Erpresser ist, selbst nicht mit einem solchen zu essen“ (1. Korinther 5:11). Über den, der „nicht in der Lehre des Christus bleibt“, lesen wir: „Nehmt ihn niemals in euer Haus auf, noch entbietet ihm einen Gruß. Denn wer ihm einen Gruß entbietet, hat an seinen bösen Werken teil“ (2. Johannes 9-11). Wir reden mit Ausgeschlossenen nicht über unseren Glauben und haben keinen sozialen Kontakt mit ihnen. Im Wachtturm vom 15. Dezember 1981 hieß es auf Seite 24, dass „ein einfacher Gruß der erste Schritt zu einer Unterhaltung und vielleicht sogar zu einer Freundschaft sein kann. Möchten wir bei einem Ausgeschlossenen diesen ersten Schritt tun?“
Ist es wirklich nötig, den Kontakt völlig abzubrechen? Ja, aus mehreren Gründen. Erstens beweisen wir so unsere Treue gegenüber Gott und seinem Wort. Wir gehorchen Jehova nicht nur, wenn es für uns leicht ist, sondern auch, wenn es uns wirklich schwerfällt. Aus Liebe zu Gott halten wir uns an alle seine Gebote, denn wir erkennen an, dass er gerecht und gut ist und seine Gesetze für jeden nur zum Besten sind (Jesaja 48:17; 1. Johannes 5:3). Zweitens bleibt dadurch der Ruf der Versammlung geschützt sowie der Glaube und die moralische Reinheit von uns selbst und allen anderen in der Versammlung (1. Korinther 5:6, 7). Drittens kann unser entschlossenes Festhalten an biblischen Grundsätzen auch dem Ausgeschlossenen nutzen. Unterstützen wir die Entscheidung des Rechtskomitees, können wir im Herzen eines Ausgeschlossenen, der bis dahin auf die Hilfestellung der Ältesten nicht reagiert hat, vielleicht etwas bewegen. Durch den Verlust lieb gewordener Kontakte zu Freunden und zur Familie kommt er womöglich „zur Besinnung“, sieht den Ernst seines Fehlers ein und kehrt zu Jehova zurück (Lukas 15:17).

" Gottes-Liebe-Buch, S. 208 - Jahr: 2008



Warum handelst du nicht so wie der treue Sklave es eigentlich von dir erwartet? Die Frage meine ich bierernst. Weil du es anders siehst? Wenn ja ist es in Ordnung, ich habe während meiner aktiven Zeit selbst viele Dinge anders gesehen. Jedoch habe ich nie die erforderlichen Schlüsse gezogen. Ich habe es damit rechtfertigt, dass Jehova mich versteht, dass es um der "Einheit" willen besser war niemanden damit zum Straucheln zu bringen. Aus Nächstenliebe.

In Antwort auf:

Die Frage ist doch: Wem oder was gegenüber ist man pflichttreu? Zweifel sind da um ausgeräumt zu werden, um weiter in der Erkenntnis Gottes zu wachsen. Was war für dich also das Ziel das Zweifels? Wolltest du so Gott näherkommen? Oder fühltest du dich von seinen Grundsätzen zu sehr eingeengt und hast dir Freiheiten eingeräumt, weil dir das so lieber war? Dann mach Nägel mit Köpfen und schieb nicht die Verantwortung für dein Handeln nicht einer Organisation zu, die nach besten, fortschreitenden Verständnis bemüht ist, göttliche Grundsätze zu vertreten. Nur weil du keine Achtung mehr vor diesen Grundsätzen hast, ist die Organisation doch nicht dafür verantwortlich?



Sicher, Zweifel sind da um ausgeräumt zu werden. Um Gott näher zu kommen. Jetzt nochmal zu meinem angeblichen Zirkelschluss. Stell dir bitte diese Frage und sei ehrlich zu dir: Woran könntest du noch festhalten, wenn der treue und verständige Sklave in der Form nicht existiert? Ich möchte später darauf eingehen, warum ich nicht mehr daran glaube, dass er Gottes Geist oder Segen hat. Ein Punkt hatte ich bereits erwähnt, das war die Art und Weise wie mir zugesetzt worden ist, mit welcher penetranz man mich versucht hat wieder umzustimmen. Ich habe in Situation einen Hirten benötigt, der mir Kraft gibt, so wie es in der Bibel gesagt wird. Ich habe aber das Gegenteil zu spüren bekommen.

Lass uns am besten diesen Punkt abhaken, bevor wir zu den anderen Punkten kommen. Sonst verzetteln wir uns noch .
Danach würde ich gerne deinen Standpunkt zum
- treuen und verständigen Sklaven
- WT-bezogene Quellen

kennenlernen. Ist das okay für dich? Ich bin auch nicht "gegnerisch" im eigentlichen Sinne. Ich bin dankbar für die Erkenntnis die ich als ZJ erkennen durfte, auch wenn vieles davon der Interpretation unterilegt. Ich wäre dankbar gewesen wenn der Sklave das offen zugegeben hätte. Aber dazu später mehr ;-)

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Intelligent Design hat ganz ein anderes Problem: Es gibt sich als Wissenschaft, will aber gar kein Wissen schaffen - die wollen überhaupt nichts herausfinden. Weil sie ja eh schon die Antwort kennen. Ihre Antwort ist immer: Gott. Wer glaubt, die Antwort schon zu kennen, macht keine Wissenschaft - er macht Propaganda."

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.10.2009 16:12
#355 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Zitat von Snooker
Rechtfertigung für ihre Denk- bzw. Handlungsweise.

Ist das nicht absolut das Normale? Solange sie diese Rechtfertigung mit sachlichen Argumenten führen, ist das doch völlig o.k.

In Antwort auf:
Was war für dich also das Ziel das Zweifels?

Zielgerichteter Zweifel? Was soll das sein? Zweifeln bedeutet was Geltendes zu hinterfragen. Wohin die Antworten auf die Fragen führen kann weiß vorher niemand. Zielgerichteten Zweifel gibst deshalb für mich nicht.

In Antwort auf:
Bist du sicher, dass wir beide dasgleiche meinen, wenn wir von Grundsätzen und deren Ableitungen sprechen?


Nein, sicher nicht. Aber ist es Grundsätzen nicht allgemein eigen, dass auch sie wie alles einer Entwicklung unterliegen? Ansonsten wären es für mich keine Grundsätze, sondern Dogmen.

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

13.10.2009 16:15
#356 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Zitat von MennoKlamotto
[quote]
Gehört SnookerRI zu den Zeugen? Hab mal ein wenig recherchiert, es scheint wohl so. Mutig mutig sich hier öffentlich zu unterhalten...
.




Warum mutig. Es ist doch wohl mehr als offensichtlich das Snooker im Auftrag der Zeugen unterwegs ist

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

13.10.2009 17:20
#357 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

*interessiert mitles*

***************************************************
http://dialog2punkt0.xobor.de/

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.475

13.10.2009 17:52
#358 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

In Antwort auf:
Eines vorab: Wenn du schon im vorhinein mir zu unterstellen versuchst, dass ich nur meine Denk- und Handlungsweise rechtfertigen möchte - nun denn! Dann wird auch jegliches Argument an dir abprallen.

Wenn du dir da jetzt schon so sicher bist, kann es ja mit deiner Begründung für deine Handlungsweise nicht weit her sein, oder? Aber wenn ich tatsächlich falsch leigen sollte: So sage uns doch bitte: Was möchtest du durch dein Auftreten hier erreichen? Villeicht beantwortest du mit dieser Antwort auch meine Frage nach deinem Verständnis von "sachlicher Diskussion".

In Antwort auf:
Ich sage frei heraus, dass die Art Psychoterror die ich erlebt habe, sich nicht mit dem deckt was ich bisher gelernt und gelebt habe.

Hast du dir mal die Frage gestellt, warum du das Bemühen deiner Glaubensbrüder als Psychoterror aufgefasst hast? Bist du sicher, dass das, von dem du annimmst, es gelernt und gelebt zu haben, tatsächlich dem entspricht was gelehrt wurde - und daher nicht auf einer Interpretation beruht?


In Antwort auf:
Wie wird offiziell mit Ausgeschlossenen umgegangen? Darfst du mit ihnen im echten Leben (nicht Internet) sprechen? Würdest du deinen Glaubensbrüdern gegenüber ins Gesicht sagen, dass du mit Ausgeschlossenen dich unterhälst, also auch über den Glauben sprichst?

Worauf ziehlt deine Frage wohl ab, wenn du sie schon selbst beantwortest? Meinen Glaubensbrüdern würde ich sagen, dass ich den Lauf, den Ausgeschlossene einschlagen, gemäß der Bibel verurteile, und das auch den Betreffenden gegenüber ganz offen vertrete. Ich suche kein Gespräch mit Ausgeschlossenen, im Sinne eines Kaffekränzchens.

In Antwort auf:
Gerade das letzte Zitat zeigt mir deutlich, dass wenn man Verwandter eines Ausgeschlossenen ist nicht ausgeschlossen wird - eben weil man Verwandt ist. Was heißt das im Umkehrschluss? Es wird danach gestrebt jemanden auszuschließen, der Kontakt mit einem Ausgeschlossenen hat. Beweis mir bitte das Gegenteil, nimm von mir aus das "Gebt Acht"-Buch zur Hand, denn es enthält viele Richtlinien die dem "normalen" Zeugen Jehovas nicht bekannt sind.

Ich brauche dir das Gegenteil gar nicht zu beweisen, da schon die Schlussfolgerung, die du ziehst, im Hinblick auf das Zitat fehl schlägt, vorrausgesetzt, man liest auch den Nebensatz.


In Antwort auf:
Wer spricht denn von profilieren? Es geht darum Dinge anzusprechen die nicht in Ordnung sind oder die man anderes sehen kann. Ich habe einige kennengelernt die wirklich aufrichtig forschen und beten, jedoch immer im Einklang mit der Gesellschaft.

Was an sich ja nicht verkehrt ist: Schließlich hat man auch zur zweiten Tauffrage deutlich mit Ja! geantwortet. Wenn man dazu nicht mehr steht, brauch man sich doch gar keine Gedanken über Glaubeninhalte machen. Dann verlässt man halt die Gemeinschaft und gut ist. Warum das dann aber zuweilen in gravierenden Tobsuchtsanfällen endet, ist und bleibt wohl ein Rätsel.

In Antwort auf:
Ich vermute weil viele wissen, dass sie mit einem Auschluss rechnen müssten, wenn sie Offen ihre Meinung vertreten.

Ja und? Wenn man eine andere Meinung vertreten will, als die, die Bibel vorgibt, dann macht man das eben, und zieht konsequent die Schlussfolgerungen; d.h. man verlässt die Gemeinschaft... Wo ist das Problem? Ob man nun in seinem Herzen die Gemeinschaft schon verlassen hat, oder später den formellen Weg geht, macht glaubentheoretisch letztendlich keinen Unterschied.

In Antwort auf:
Warum handelst du nicht so wie der treue Sklave es eigentlich von dir erwartet? Die Frage meine ich bierernst.

Kannst du dir wirklich sicher sein, dass du mit dieser Meinung richtig liegst? Du interpretierst womöglich, dass ich mit dir über meinen Glauben spreche - aber tue ich das auch tatsächlich? In welchem Rahmen führen wir unsere Unterhaltung? Schätzt du sie als eher gesellig ein oder klar distanziert? Natürlich könnte ich auch schweigen. Vom Ergebnis her macht das sicher keinen Unterschied. Für mich sind dei Erfahrungsberichte von Ausgeschlossenen immer wieder ein Beweis wie tragisch sich die Abkehr von biblischen Grundsätzen auf einen Menschen auswirken kann und das dient mir persönlich als Warnung nicht in diegleiche Falle zu tappen.

In Antwort auf:
Stell dir bitte diese Frage und sei ehrlich zu dir: Woran könntest du noch festhalten, wenn der treue und verständige Sklave in der Form nicht existiert?

Und nocheinmal: Die Frage ergibt keinen Sinn. An etwas, was nicht existiert kann man nicht festhalten. Deiner Meinung nach existiert der treue und verständige Sklave nun mal nicht. Du kannst hinter dieser Meinung stehen und auch ihre Begründung verteidigen. Das heißt aber noch lange nicht, dass deine Einschätzung auch der Wahrheit entspricht.

In Antwort auf:
Ich habe in Situation einen Hirten benötigt, der mir Kraft gibt, so wie es in der Bibel gesagt wird. Ich habe aber das Gegenteil zu spüren bekommen.

Kraft wofür? Ein Hirte gibt Rat aus der Bibel. Das ist die Kraft für das Leben. In dieser Form wird nur dann Rat erteilt, wenn man mit dem was die Bibel lehrt, nicht mehr übereinstimmt. Da du aber die Organisation als solches ablehnst, wozu auch die Hirten gehören, verwundert es nicht wirklich, dass du den Rat, den man dir gab nicht als Hilfe anerkanntest.

Die entscheidene Frage ist also immer wieder: Wie stehe ich zu dem, was die Bibel lehrt?

In Antwort auf:
Lass uns am besten diesen Punkt abhaken, bevor wir zu den anderen Punkten kommen. Sonst verzetteln wir uns noch .
Danach würde ich gerne deinen Standpunkt zum
- treuen und verständigen Sklaven
- WT-bezogene Quellen

Ich würde mich wundern, wenn dabei mehr herauskäme, als fortlaufende Kreisfahrten. Die Fronten sind ja im Grunde geklärt, was mich abermals zu einer Frage führt:
Welche Nutzen hätte es für dich, wenn du meinen Standpunkt erfährst (,den du nebenbei bemerkt kennen müsstest)?


In Memory of Soul-Society

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.10.2009 22:01
#359 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Zitat von Snooker
Welche Nutzen hätte es für dich, wenn du meinen Standpunkt erfährst (,den du nebenbei bemerkt kennen müsstest)?

Aber andere vielleicht noch nicht die der auch interessiert. Selbst für die, die ihn im Prinzip schon kennen könnte sich im Einzelnen noch Neues ergeben.

Also ich wär dafür da noch mal nachzulegen.

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

14.10.2009 08:59
#360 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

In Antwort auf:

Was möchtest du durch dein Auftreten hier erreichen? Villeicht beantwortest du mit dieser Antwort auch meine Frage nach deinem Verständnis von "sachlicher Diskussion".
...
Hast du dir mal die Frage gestellt, warum du das Bemühen deiner Glaubensbrüder als Psychoterror aufgefasst hast? Bist du sicher, dass das, von dem du annimmst, es gelernt und gelebt zu haben, tatsächlich dem entspricht was gelehrt wurde - und daher nicht auf einer Interpretation beruht?



Ich möchte anderen einen Eindruck vermitteln, den ich selbst so erlebt habe. Ich tue im Prinzip nichts anderes als du. Ich äußere meine Meinung. Das Lammfromme Auftreten und die Nächstenliebe gelten nämlich nur, solange man "voller demut" dem Sklaven folgt. Das käme einer Freundschaft gleich die solange existiert, bis einer von beiden eine Ansicht ändert - meist lernt man in der Not seine wahren Freunde kennen Snooker, ich selbste habe Jahrzehnte in einer Versammlung gedient. ich habe Menschen zur "Wahrheit" geführt, ich habe meine Zweifel unterdrückt. All das weil ich glaubte das würde Jehovas Wille wiederspiegeln. Als aktiver habe ich jede Äußerung zum Thema Psychoterror genauso beantwortet, wie du es momentan tust. Ich habe das als subjektive verletzende Interpretation angesehen, die ein Ausgeschlossener nur deswegen von sich gibt um anderen "Angst" zu machen. Ich habe es schlichtweg nicht geglaubt! Ich habe bei mir gedacht "Ja ja, lass ihn mal jammern". Versetze dich doch bitte mal in meine Situation auch wenn dir das schwerfällt. Du lernst im Laufe der Jahre (und hast es auch anderen gelehrt) das die Hirten die Versammlung erbauen. Wenn du dann selbst Zweifel äußerst wird dir Nahe gelegt dein Dienstamt abzugeben. Im Anschluss daran erhälst du ständig Anrufe von verschiedensten Ältesten die dir garnicht zuhören möchten, sondern die lediglich ihre Gedanken abspuhlen und dir überhaupt nicht zuhören. Einwände werden übergangen. In den Gesprächen mit den Ältesten wird ebenfalls Druck ausgeübt, es werden dir Entscheidungen nahegelegt die du nicht vollbringen kannst, wider deinem Gewissen. Du wirst als Glaubensschwach hingestellt, als jemand der Unruhe stiften möchte. Deine Freunde und Mitdiener wenden sich von dir ab, weil intern ja schon gemunkelt wird. Kein einziger Mitbruder meldet sich bei dir und fragt nach deinem Befinden. Früher glaubte ich, dass ein Ausschluss gerechtfertigt sei um denjenigen zum nachdenken anzuregen. De facto heißt das: Entzieh ihm die soziale Grundlage und er wird schon zurückkommen. Hast du dich nie gefragt, warum die meisten Ausgeschlossenen nicht zurückkommen? In meiner Heimatversammlung erinnere ich mich nicht an einen Fall, wo Brüder oder Schwestern zurückkamen. (Im übrigen weiß ich von vielen die danach weder Hurer, Ehebrecher, Gotteslästerer geworden sind. Sie haben einfach nur ihr Leben gelebt, Familien gegründet)

Wie soll man Objektiv einen Fall eines Ausgeschlossenen prüfen, wenn nur Älteste die Informationen dazu erhalten, was innerhalb des Komitees an Informationen zu Tage traten? Daher auch meine Frage ob du selbst ein Dienstamt inne hast und einen Einblick in solche Gespräche hast.

Hast du nie Zweifel an irgendwelchen Äußerungen des Sklaven gehabt? Daran, dass Frauen in den Versammlungen schweigen sollen? Texte die auf der einen Seite Zeitgeschichtlich betrachtet werden, wohingegen andere überhaupt nicht Zeitgeschichtlich hinterfragt werden? Wer entscheidet das? Die Bibel legt sich doch letzendlich selbst aus, bzw. jeder interpretiert das, was er glauben möchte. Das ist als Zeuge Jehovas auch nicht anders als bei einem Neuapostolen, Baptisten oder Mennoniten.

In Antwort auf:

Worauf ziehlt deine Frage wohl ab, wenn du sie schon selbst beantwortest?


Die Frage ziehlt darauf ab, ob du deinen Glaubensbrüdern, Freunden oder Verwandten offen sagen würdest, dass du in einem Internetforum mit Ausgeschlossenen kommunizierst. Mal abgesehen davon, dass ich mich bekenne, gibt es hier doch zahlreiche User, bei denen man nicht weiß ob sie einmal Jehova dienten. Sag mir doch wie du es mit Ausgeschlossenen hälst? Siehst du in Ihnen den verlorenen Sohn, Schafe die momentan schwach geworden sind? Brüder, die Hilfe und Zuspruch benötigen? Menschen die ebenso der Nächstenliebe bedürfen oder wenigstens unter dem Punkt "seine Feinde lieben" fallen? Oder siehst du in Ihnen nur Menschen die vom Satan weggezogen wurden? Wenn ja, wieso kannst du auf der anderen Seite das Verhalten der Ältesten, ohne das du weißt was wirklich passiert ist (ich schrieb es ja erst in diesem Post) vorab schon widersprechen? Das zeigt mir unmissverständlich wie sehr deine Denkweise der Idiologie folgt (nicht wertend gemeint). Was nicht sein darf, darf einfach nicht sein!

In Antwort auf:

Schließlich hat man auch zur zweiten Tauffrage deutlich mit Ja! geantwortet.
....
Warum das dann aber zuweilen in gravierenden Tobsuchtsanfällen endet, ist und bleibt wohl ein Rätsel.


Was bedeutet das genau? Bedeutet es, dass man nach der Taufe die Fähigkeit zu prüfen verliert, weil man einmal JA gesagt hat? Wie Bruder Spaghettos richtigerweise schrieb. Der Glaube "stagniert" dadurch. Darf man danach nie wieder Dinge in Frage stellen? Ich habe mir mal die Mühe gemacht zu schauen, in welchen Diskussionen du dich einklingst. In Lehrfragen habe ich den Eindruck läßt du ebenfalls gewisse Spielräume innerhalb der Lehre. Ich denke du bist jemand der nicht alles starr und dogmatisch sieht sondern der nachdenkt. Das finde ich prinzipiell sehr gut :) Aber nur bis zu dem Punkt, an dem es selbst nicht weh tut. Du kennst viele Bibelübersetzungen, du liest quer. Läßt du dann auch andere Schlüsse als die gelehrte Lehrmeinung zu? Bzw. kommst du auch zu anderen Schlüssen?
Empfindest du meine Aussagen als "gravierende Tobsuchstsanfälle"?

In Antwort auf:

Wenn man eine andere Meinung vertreten will, als die, die Bibel vorgibt, dann macht man das eben, und zieht konsequent die Schlussfolgerungen; d.h. man verlässt die Gemeinschaft... Wo ist das Problem?


Was nun, wenn die Meinung die man vertritt mit der Bibel begründet werden kann? Ändert sich dadurch deine Ansicht zu der Sache?

In Antwort auf:

Kannst du dir wirklich sicher sein, dass du mit dieser Meinung richtig liegst? Du interpretierst womöglich, dass ich mit dir über meinen Glauben spreche - aber tue ich das auch tatsächlich? In welchem Rahmen führen wir unsere Unterhaltung? Schätzt du sie als eher gesellig ein oder klar distanziert?
...
Deiner Meinung nach existiert der treue und verständige Sklave nun mal nicht...
Das heißt aber noch lange nicht, dass deine Einschätzung auch der Wahrheit entspricht.


Nein, es wäre vermessen zu behaupten ich hätte die alleinige Wahrheit. Nur gibt es berechtigte Zweifel die man auch anhören muss. Kommt man dann zu dem Schluss, dass seine geglaubte "Wahrheit" nicht der Wahrheit entspricht, sollte oder muss man konsequenterweise diese ändern. Es nützt einem da nichts den Zweifel zu ignorieren, den es steht und fällt mit seinem Herrn. Daher nochmal die Frage: Wenn dieser Sklave nicht existiert, und bitte frage dich das unter Gebet, was bleibt von deinem Glauben übrig?

In Antwort auf:

Wie stehe ich zu dem, was die Bibel lehrt?


Ich glaube schon das die Bibel Gottes Wort ist. Ich denke jedoch, dass wenn einem eine solche Behandlung wiederfahren ist man prinzipiell aufgeschlossener für andere Bibelübersetzungen wird. Man ist bereit "Grundlehren" in Frage zu stellen und siehe da: Sie lassen sich auch ganz anders erklären und sind mitunter viel einleuchtender als das was man bisher glaubte. Der Maßstab ist die Bibel und nicht jemand der einem die Interpretation vorgibt!

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Intelligent Design hat ganz ein anderes Problem: Es gibt sich als Wissenschaft, will aber gar kein Wissen schaffen - die wollen überhaupt nichts herausfinden. Weil sie ja eh schon die Antwort kennen. Ihre Antwort ist immer: Gott. Wer glaubt, die Antwort schon zu kennen, macht keine Wissenschaft - er macht Propaganda."

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2009 12:42
#361 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Täusch ich mich oder verliert Snooker gerade an Souveränität?!

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

14.10.2009 12:58
#362 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

In Antwort auf:

Täusch ich mich oder verliert Snooker gerade an Souveränität?!


Sowas liegt mir jedenfalls fern. Ich halte ihn für einen würdigen Diskussionspartner.

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Intelligent Design hat ganz ein anderes Problem: Es gibt sich als Wissenschaft, will aber gar kein Wissen schaffen - die wollen überhaupt nichts herausfinden. Weil sie ja eh schon die Antwort kennen. Ihre Antwort ist immer: Gott. Wer glaubt, die Antwort schon zu kennen, macht keine Wissenschaft - er macht Propaganda."

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2009 13:59
#363 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Wer ist den eigentlich dieser "Sklave", dem mam bedingungslos zu folgen hat?

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

14.10.2009 14:51
#364 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Bidde sehr...

In Antwort auf:

TREUER UND VERSTÄNDIGER SKLAVE.
In seine Antwort auf die Frage der Apostel bezüglich seiner künftigen Gegenwart und des Abschlusses des bestehenden Systems der Dinge flocht Jesus Christus ein Gleichnis ein, das von einem „treuen und verständigen Sklaven“ und einem „übelgesinnten Sklaven“ handelt. Der Herr des treuen Sklaven setzte ihn über seine Hausknechte oder Hausdiener ein, um ihnen ihre Speise zu geben. Wenn es sich bei der Rückkehr seines Herrn (offensichtlich von irgendeiner Reise) zeigen sollte, daß sich der Sklave bewährte, würde er belohnt werden, indem ihn sein Herr über seine ganze Habe setzen würde (Mat 24:3, 45-51).
In dem Parallelgleichnis in Lukas 12:42-48 wird der Sklave „Verwalter“ genannt, womit ein Hausverwalter gemeint ist, jemand, der über Diener gesetzt ist, obgleich er selbst ein Diener ist. Solch eine Stellung hatte in alter Zeit häufig ein treuer Sklave inne. (Vgl. 1Mo 24:2; auch den Fall von Joseph in 1Mo 39:1-6.) In Jesu Gleichnis wird dem Verwalter zuerst nur die Aufgabe übertragen, den Speisevorrat zu verwalten und rechtzeitig an die Dienerschaft des Herrn auszuteilen; wegen seiner Treue und Verständigkeit bei der Ausführung dieses Dienstes wird sein Aufgabenbereich später erweitert, und er erhält die Aufsicht über die ganze Habe des Herrn. Was die Kenntlichmachung des „Herrn“ (gr.: kýrios) betrifft, hatte Jesus bereits gezeigt, daß er gegenüber seinen Jüngern diese Stellung einnahm, und sie redeten ihn gelegentlich mit „Herr“ an (Mat 10:24, 25; 18:21; 24:42; Joh 13:6, 13). Es bleibt die Frage, wen der treue und verständige Sklave oder Verwalter darstellt und was das Austeilen der Speise an die Hausknechte veranschaulicht.
Bibelkommentatoren betrachten das Gleichnis häufig als eine allgemeine Ermahnung an jeden, der eine verantwortungsvolle Stellung in der Christenversammlung bekleidet. Die Voraussetzung der Treue beim Erfüllen verantwortungsvoller Aufgaben trifft zweifellos auf solche Personen zu. (Vgl. Mat 25:14-30; Tit 1:7-9.) Doch es ist natürlich klar, daß nicht jede dieser Personen zur gleichen Zeit, nämlich bei der Ankunft des Herrn, über die „ganze“ Habe des Herrn gesetzt werden kann. Dies erfordert jedoch nicht, daß der „Sklave“ nur eine bestimmte Person mit so großen Vorrechten darstellt. Die Bibel enthält Beispiele für den Gebrauch eines Hauptwortes in der Einzahl, das sich auf eine Gruppe von Personen bezieht, zum Beispiel, als Jehova zu der israelitischen Nation, als Gruppe gesehen, spricht und sagt: „Ihr seid meine Zeugen [Mehrzahl], . . . ja mein Knecht [Einzahl], den ich erwählt habe“ (Jes 43:10). Aus der Bibel geht hervor, daß der „Antichrist“ eine Klasse ist, bestehend aus einzelnen Antichristen; desgleichen könnte sich das Bild des untreuen „übelgesinnten Sklaven“ auf eine Gruppe von Personen beziehen (1Jo 2:18; 2Jo 7).
Diejenigen, die die Christenversammlung bilden, werden vom Apostel Paulus als „Hausgenossen Gottes“ bezeichnet (Eph 2:19; 1Ti 3:15); er zeigt auch, daß ‘treues Verwalten’ einschließt, diesen Hausgenossen die biblischen Wahrheiten auszuteilen, von denen sich diejenigen, die gläubig werden, ‘ernähren’ würden (1Ko 3:2, 5; 4:1, 2; vgl. Mat 4:4). Dies ist zwar die Hauptverantwortung derer, die als Hirten der Herde eingesetzt worden sind (1Pe 5:1-3), doch der Apostel Petrus macht deutlich, daß das Verwalten der göttlichen Wahrheiten eigentlich allen „Auserwählten“, allen Geistgesalbten der Christenversammlung, übertragen wurde (1Pe 1:1, 2; 4:10, 11). Somit sollte die ganze Versammlung von gesalbten Christen gemeinsam als Verwalter dienen und diese Wahrheiten austeilen. Gleichzeitig wären die einzelnen Glieder, aus denen sich dieser Leib zusammensetzt, oder die „Hausknechte“, die das „Haus“ Gottes bilden (Mat 24:45; Heb 3:6; Eph 2:19), auch Empfänger der ausgeteilten „Speise“ (Heb 5:11-14; vgl. 1Ko 12:12, 19-27). Die Treue bis zur verheißenen „Ankunft“ des Herrn würde größere Verantwortung zur Folge haben (Mat 24:46, 47; Luk 12:43, 44).



Quelle: Einsichtenbuch der Zeugen Jehovas

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2009 15:19
#365 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Danke.

Verstehe ich da richtig, dann ist der "treue Sklave" bei den ZJ so was wie die Gesamtheit der fest im Glauben verankerten, ähnlich wie bei den Muslimen die Umma?

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

14.10.2009 15:30
#366 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Nein, der treue Sklave ist im Prinzip ein kleines Gremium von Geistgesalbten die über die Lehre entscheiden und die "Speise zur rechten Zeit" verantwortlich sind. Sie sorgen für den WT und Erwachet und anderen Publikationen. Sie entscheiden wenn sich etwas im Ablauf ändert z.b. die Abschaffung der bisher "dritten" Zusammenkunft zugunsten eines persönlichen Familienstudiums.

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2009 21:04
#367 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Manchmal will ich gar nicht glauben,was sich hier alles abspielt.

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

15.10.2009 01:46
#368 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Klingt für mich auch total unlogisch, aber so erfahre ich wenigstens mal was Neues.

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http://dialog2punkt0.xobor.de/

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

15.10.2009 07:52
#369 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

In Antwort auf:

Klingt für mich auch total unlogisch, aber so erfahre ich wenigstens mal was Neues.


Man wird immer wieder ermuntert zu beten, zu studieren und natürlich zu Predige und dann klingt das für dich irgendwann absolut einleuchtend. Mich würde wirklich interessieren wieviele Artikel in den letzten Jahren sich nur um das Predigen und Verkündigen drehte. Das Verkündigen gilt meiner Meinung nach inzwischen als Hauptkriterium dafür, dass man ein "wahrer" Christ ist. Nicht umsonst wird der Pionier (70 Stunden Einsatz) - und Hilfspionierdienst (50 Stunden Einsatz /monat) so in den Vordergrund gerückt immer unter dem Deckmantel "Die Zeit drängt".

Du merkst garnicht wie jeglicher Zweifel ausgemerzt wird und der Glaube nur noch mit dem Verstand nicht mehr mit dem Herzen gelebt wird. Der Glaube als Zeuge Jehovas ist ein Glaube voller Regeln, Bestimmungen und immer dem erhobenen Zeigefinger "Aber du tust das doch für Jehova!" während man es eigentlich nur deshalb tut, weil man glaubt man würde es für Gott tun. Man vertraut dem treuen Sklaven so sehr, dass man garnicht merkt, dass er sich nur hinter Jehova versteckt, damit man glaubt man tut es für ihn. Das wird dann auch noch so erklärt:
"Denn darin besteht die Liebe zu Gott, daß wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer" 1. Johannes 5:3

Gebote halten = Gott lieben! Kein Wunder bei einer Religion bei der Verstand über jegliche Gefühle gesetzt wird und im Zweifel Gefühle unterdrückt werden müssen weil man es als Zeuge sonst nicht mehr aushält.


Ich frage mich ganz ernsthaft: Wieso konnte ich so lange die Augen davor verschließen? Ich hielt mich immer für einen nachdenklichen, intelligenten Menschen. Trotzdem war ich blind. Blind für die Realität. Ich stehe momentan "ohne Wahrheit" da, aber das ist wohl normal. Als Zeuge Jehovas gibt es nur Schwarz oder Weiß. Richtig oder Falsch. Es gab Brüder die auch da Nuancen zuließen, diese aber nicht öffentlich propagierten. Mir tut es wirklich um die Menschen leid die diese Erfahrung nicht gemacht haben.

Eines habe ich auch immer verurteilt. Wir wurden angehalten immer wieder zu den Menschen in unserem Gebiet zu gehen, da sich ihre Umstände ändern könnten. In unserer Literatur hieß es dann:

In Antwort auf:

Warum suchen wir immer wieder die Menschen auf, denen die gute Botschaft nicht zusagt? Ein Grund ist, dass sich ihre persönlichen Umstände und ihre Haltung durchaus ändern können. Vielleicht ist seit unserem letzten Besuch der eine oder andere ernsthaft erkrankt, hat die Arbeit verloren oder beklagt den Tod eines nahestehenden Menschen. (Lies Prediger 9:11.) Die Weltereignisse könnten manchen veranlassen, ernsthaft über seine Zukunft nachzudenken. Solche Entwicklungen mögen jemand, der früher apathisch — oder sogar gegnerisch — war, empfänglich reagieren lassen


WT 2008 15.01.

Genau genommen heißt das: Suche Menschen die momentan in einer psychisch labilen Verfassung sind, denn mal ehrlich: Wie fühlt man sich bei einem Tod eines Freundes oder beim Verlust der Arbeit? Aber das sieht ein Zeuge Jehovas in der Regel nicht, er glaubt das er dann empfänglicher ist für Gott, weil er ja vorher nur auf sich vertraut hat. Hat er das aber wirklich? Das Urteil steht mir doch garnicht zu.



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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

15.10.2009 08:16
#370 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Sehr interessant was du beschreibst. Danke für die Einblicke.

In einem kann ich dir aber nicht folgen. Für mich sind die ZJ nicht die, die in ihrer Religion voll auf den Verstand setzen, sondern voll auf Gruppenzwang und Gehorsam. Verstand kann ich in dem, was du beschreibst, wenig erkennen. Auch der treibende Grund für viele, dem treuen Sklaven auch weiterhin zu folgen ist wohl kaum Verstand, sondern Angst. Entweder vor tatsächlichen direkten Folgen (Kontaktverluste usw.) oder vor eingebildeten späteren (Strafe Gottes).

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

15.10.2009 08:38
#371 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Als Außenstehender gebe ich dir recht. Bist du jedoch aktiv dabei glaubst du daran, dass der Verstand das Maß der Dinge ist. Genauso wie die Vernunft! Du merkst nicht das Gruppenzwang oder Gehorsam die vorrangigen Gründe sind. Du glaubst , dass es Gottes Wille ist, dass er wirklich möchte, dass du so oder so handelst. Der treue Sklave verlangt nur in regelmäßigen Abständen innerhalb der Literatur einen Gehorsam der ohne Zweifel akzeptiert werden muss. Das häufigste Argument was ich in solchen Zusammenkünften gehört habe, (durch Kommentare der Mitbrüder) lautete dann auch:"Von wem wüssten wir sonst die Wahrheiten die wir in der Bibel kennengelernt haben? Deswegen müssen wir dem Sklaven weiterhin treu folgen, 'ungeachtet wohin es geht'[Off. 14]" Das in dem Text in Offenbarung vom Lamm gesprochen wird, stört dabei die wenigsten.

Kurze Ergänzung:
Als aktiver Zeuge hat man keine Angst vor dem treuen Sklaven. Er ist ja ein "prophet" ähnlich wie Moses die Israeliten führte. Diese Parallelen werden immer wieder durchgekaut bis man glaubt, dass heute einfach jemand sagen muss wo es lang geht - natürlich mit der Zustimmung Gottes. Quasi ein Vertreter Gottes auf Erden, das was "wir" immer dem Papst spöttisch vorwarfen besitzen wir selbst - nur unbestimmter, eben nicht durch Namen greifbar!

Du hälst dich für absolut vernünftig. In gewisser Weise erhaben, denn du verstehst was andere nicht verstanden haben. Auf jede Frage gibt es eine Antwort - das ist doch was! Das dabei die Antworten häufig zurechtgelegt werden merkst du nicht. Ich erinnere mich an einen WT-Artikel, der noch garnicht so lange her ist. Dort wurde ein Kapitel in Psalm besprochen. Jeder Vers wurde auf Jesus angewandt. Einige Verse wurden bei der Vers für Vers Betrachtung jedoch ausgelassen. Wenn man diese gelesen hat, weiß man auch warum. Denn diese Verse passten nicht zu Jesus. Es wurde von Kindern gesprochen oder das der Schreiber dieses Psalms schwach im Glauben war (sinngemäß, hab den genauen Wortlaut nicht vor Augen). Solche Texte passten nicht zu Jesus, der Rest aber schon. Und genau das ist die Art und Weise wie "Wahrheit" sich zurechtgelegt wird. Der Rest wurde zu 100% auf Jesus angewandt - was nicht passte ignorierte man.

Das man seine Gefühle zu unterdrücken hat (im Zweifel) ist eine weitere Masche. Der Lieblingsbibeltext, der immer wieder dafür verwandt wurde lautete: "Das Herz ist verräterischer als sonst irgend etwas und ist heillos. Wer kann es kennen? " Jeremia 17:9
Mit diesem Argument wurde einem klargemacht, das Gefühle zu unterdrücken sind, denn sie kommen ja aus dem Herzen. Immer wenn man anderer Meinung war sollte man auf sein Herz achten - Gefühle somit ignorieren. Genau aus diesem Grund sagt einem auch das "Bauchgefühl" irgendwann nicht mehr "HALT". Man lernt ja es zu unterdrücken.

Die wenigsten innerhalb der "Wahrheit" waren Menschen denen es im Leben schon gut ging und die sich deswegen dafür entschieden. Einen Großteil der Leute hatte psychische Probleme, Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe die Jehova ja jetzt ausfüllte, weil er sie "zur Wahrheit zog". Jehova war also immer dafür verantwortlich wenn was gut lief und man selbst war immer Schuld wenn was schief lief. Das man somit immer weiter Minderwertigkeitskomplexe nährt und Psychischkranke sich zu einem Gott hingezogen fühlen ist doch da selbstverständlich. Wie gesagt, ein Teil hatte psychische Probleme - entweder vorher in der Kennenlern-Phase oder spätestens innerhalb der "Wahrheit". Ein weiterer Teil bestand aus Leuten die in der "Welt" alles mitgenommen haben. Unmoralisches Leben, ständig Party, Drogen. (Stichwort: Schwarz - Weiß). Die bekamen auf einmal einen Sinn im Leben. Verständlich wenn das Leben vorher ihrer Ansicht nach recht sinnentleert war! Es gab auch sehr viele liebe Menschen innerhalb der Organisation, das möchte ich an dieser Stelle nochmal erwähnen!

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

15.10.2009 08:55
#372 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Eines habe ich auch immer verurteilt. Wir wurden angehalten immer wieder zu den Menschen in unserem Gebiet zu gehen, da sich ihre Umstände ändern könnten. In unserer Literatur hieß es dann:


In Antwort auf:
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Warum suchen wir immer wieder die Menschen auf, denen die gute Botschaft nicht zusagt? Ein Grund ist, dass sich ihre persönlichen Umstände und ihre Haltung durchaus ändern können. Vielleicht ist seit unserem letzten Besuch der eine oder andere ernsthaft erkrankt, hat die Arbeit verloren oder beklagt den Tod eines nahestehenden Menschen. (Lies Prediger 9:11.) Die Weltereignisse könnten manchen veranlassen, ernsthaft über seine Zukunft nachzudenken. Solche Entwicklungen mögen jemand, der früher apathisch — oder sogar gegnerisch — war, empfänglich reagieren lassen

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WT 2008 15.01.

Genau genommen heißt das: Suche Menschen die momentan in einer psychisch labilen Verfassung sind, denn mal ehrlich: Wie fühlt man sich bei einem Tod eines Freundes oder beim Verlust der Arbeit? Aber das sieht ein Zeuge Jehovas in der Regel nicht, er glaubt das er dann empfänglicher ist für Gott, weil er ja vorher nur auf sich vertraut hat. Hat er das aber wirklich? Das Urteil steht mir doch garnicht zu.

So isses

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.127

15.10.2009 09:09
#373  Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Zitat von MennoKlamotto
Einen Großteil der Leute hatte psychische Probleme, Depressionen, Minderwertigkeitskomplexe die Jehova ja jetzt ausfüllte, weil er sie "zur Wahrheit zog". Jehova war also immer dafür verantwortlich wenn was gut lief und man selbst war immer Schuld wenn was schief lief. Das man somit immer weiter Minderwertigkeitskomplexe nährt und Psychischkranke sich zu einem Gott hingezogen fühlen ist doch da selbstverständlich. Wie gesagt, ein Teil hatte psychische Probleme

Das ist eines der Aquirierungs-Motive, das noch viel deutlicher in das Bewusstsein der Menschen muss! => Die "Mühseligen und Beladenen" werden gezielt angesprochen, denn die sind für irrelae Heilsversprechungen besonders labil. Und werden mit dem Religions-Angebot von einer vielleicht wirksamen Psychotherapie, Gesprächstherapie usf. abgebracht! Der Außenstehende, der das alles sehenden Auges als "Religion" durchwinkt, begeht in diesen Fällen unterlassene Hilfeleistung! Das bezieht sich nicht nur auf die Zeugen Jehovas, das bezieht sich auf die Religion allgemein.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

15.10.2009 09:49
#374 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

In Antwort auf:
Suche Menschen die momentan in einer psychisch labilen Verfassung sind


Eben eines der typischen Mittel, um sich Leute zu "krallen" :(

In Antwort auf:
Genau aus diesem Grund sagt einem auch das "Bauchgefühl" irgendwann nicht mehr "HALT". Man lernt ja es zu unterdrücken.


Und damit ist es vermutlich extrem schwer, auszusteigen und zu merken, was da eigentlich geschieht - habe ich das richtig verstanden?

In Antwort auf:
Der Außenstehende, der das alles sehenden Auges als "Religion" durchwinkt, begeht in diesen Fällen unterlassene Hilfeleistung!


Dito, Gysi!!!!

Ich muss da einfach an ein Mädchen denken, sie ist ca. 15 jetzt und ihre ganze Familie sind Zeugen - für ein Projekt habe ich sie mal dazu befragt was sie davon hält, dass die ZJ jetzt offiziell als Religion anerkannt wurden.
In Zusammenhang mit dem was ich lese erinnere ich mich, wie die Kinderaugen geleuchtet haben und sie sagte: Wir sind deswegen sehr stolz...
Das tut mir einfach in der Seele weh...

Und eine Frage: Sind im Film "Delphinsommer" die Zeugen gemeint?

Genannt wird es zwar "Die Kirche des Herrn", aber das ist vermutlich verschlüsselt und steht für jemand anders.
Den ganzen Film kann man sich Stück für Stück hier zusammenflicken:
http://www.youtube.com/results?search_qu...aq=1&oq=Delphin

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http://dialog2punkt0.xobor.de/

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

15.10.2009 09:52
#375 RE: Ich war ein Zeuge Jehova! antworten

Man muss Religion ja nicht konsequenterweise ablehnen, Gysi. Ich kann nur von mir sprechen. Ich weiß nicht wozu mich meine jetzige Situation führt. Mir ist aber auch klar, dass es auch Menschen gibt die ihr Glück und ihre Zufriedenheit innerhalb solcher "Heilsversprechen" finden. Und das ist nicht mal verwerflich, solange diese Religion einem nicht unzumutbare Regeln aufbürdet. Manche Menschen sind einfach nicht fähig sich ein Leben ohne Gott vorzustellen. Das hat nichts mit fehlender Intelligenz oder Intellekt zu tun. Die Umstände jedes einzelnen sind einfach individuell, deshalb reagiert auch jeder individuell darauf. Wenn die 65 Jährige Omi gerne weiter an ihre Kirche glauben möchte und sie damit glücklich ist, so what?

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