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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 288 Antworten
und wurde 16.189 mal aufgerufen
 Antireligiöse Politik und Kultur
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.01.2008 19:18
#26 RE: Beweise Antworten

In Antwort auf:
Wir bewegen uns nun aber mal in einem Bereich der allein mit wissenschaftlichen Methoden nicht fassbar ist

Wir bewegen uns in einem Bereich, der bisher mit wissenschaftlichen Mitteln überhaupt nicht nachgewiesen werden konnte.
Deshalb ist es so verblüffend, warum Gläubige aller Coleur so überzeugt davon sind, gerade ihr Glaube soll aus der unendlichen Auswahl der richtige sein. Ist doch bei den meisten reiner Zufall, wo sie gelandet sind.

In Antwort auf:
Zumindest als Kleinkind kann man ja nicht bestimmen, was der Wille des Kindes ist. Und ab dem Alter von 14 Jahren darf das Kind/der Jugendliche selbst darüber bestimmen.
Du sprichst Kindern unter 14 Jahren einen eigenen Willen ab? Das ist hart, darauf war ich nicht vorbereitet. Hier gehts doch nicht um Fragen der Religionsmündigkeit.
Gott und Jesus, sicher auch der Heilige Geist heben immer den besonderen Status der Kinder hervor. Warum, wenn sie deren Willen gar nicht akzeptieren?

Kleine Randbermerkung: Ich find es gut, dass du wirklich schreibst, wie du das selbst siehst und nicht nur irgendwelch Zitate bringst, wie leider sonst oft zu beobachten.

Fuente Offline



Beiträge: 78

13.01.2008 19:19
#27 RE: Beweise Antworten

Die Liebesbeziehung einer Mutter zu ihrem Kind besteht auch, ob das Kind will oder nicht.Später kann es selbst entscheiden wie es sich seiner Mutter gegenüber verhalten will, aber einen Säugling fragt man nicht ob es ihm recht ist, dass seine Mutter ihn liebt. Das Kind wird so oder so vom Elternhaus geprägt ob christlich, jüdisch , atheistisch oder sonstwas.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

13.01.2008 19:29
#28 RE: Beweise Antworten

In Antwort auf:
Das Kind wird so oder so vom Elternhaus geprägt ob christlich, jüdisch , atheistisch oder sonstwas.

Nicht, wenn man das Kind gut erzieht. Mein Mann und ich sind Buddhisten, die eine Tochter ist
eher der Kirche zugetan und ein Bub ist Atheist.
Ähm, und ich komme aus einem Elternhaus in dem der Vater Jude war (und Opa versuchte bei jedem Besuch
mir die einzelnen jüdischen Bräuche usw. beizubringen) und Mama war erzkatholisch...

So einfach ist das alles nicht...

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.01.2008 19:46
#29 RE: Beweise Antworten

In Antwort auf:
aber einen Säugling fragt man nicht ob es ihm recht ist

Der ganze Vergleich hinkt natürlich mächtig, denn Mütter gibt es, die kümmern sich um ihr Kind, nehmen es in den Arm und das Kind spürt ihre Wärme, riecht ihren Duft. Jeder Säugling baut ein Verhältnis zu seiner Mutter auf (jedenfalls, wenn diese wie beschrieben handelt) Da läuft doch ganz was anderes als bei imaginären Wesen.

Aber ich sprach gar nicht von Säuglingen, sondern von Kindern. Sagen wir mal 13 Jahre alt. Ein Junge will absolut nicht getauft werden. Die Eltern schleifen ihn aber doch vor das Becken. Wessen Wahl respektiert Gott? Den der Eltern oder den des Kindes?

qilin Offline




Beiträge: 3.552

13.01.2008 20:00
#30 RE: Beweise Antworten

Zitat von Fuente
Die Liebesbeziehung einer Mutter zu ihrem Kind besteht auch, ob das Kind will oder nicht.
Die Liebesbeziehung zur Mutter benötigt auch keine unwiderruflichen Rituale, um wirksam zu sein...

Und Eltern die ihre Kinder religiös prägen wollen - in welche Richtung immer - sind m.E. fehl am Platz

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

13.01.2008 20:16
#31 RE: Beweise Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Aber ich sprach gar nicht von Säuglingen, sondern von Kindern. Sagen wir mal 13 Jahre alt. Ein Junge will absolut nicht getauft werden. Die Eltern schleifen ihn aber doch vor das Becken. Wessen Wahl respektiert Gott? Den der Eltern oder den des Kindes?

Sehr gute Frage, mit der ich mich auch schon beschäftigt habe.
Die Antwort war: Die von Gott, denn das Kind gehört den Eltern.

Grenzt doch echt an Menschenrechtsverletzung.

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() Tao-Ho

Fuente Offline



Beiträge: 78

13.01.2008 20:17
#32 @BruderSpaghettus Antworten

"Du sprichst Kindern unter 14 Jahren einen eigenen Willen ab? Das ist hart, darauf war ich nicht vorbereitet. Hier gehts doch nicht um Fragen der Religionsmündigkeit."

Nein, das tue ich nicht. Geltende staatliche wie kirchliche Gesetze sehen die Religionsmündigkeit aber ab 14 Jahren. Natürlich habe sie einen eigenen Willen, den ich auch respektiere, aber bis dato entscheiden die Eltern.
Wenn ich, so Gott will, 2009 Diakon bzw.2010 Priester werde, würde ich kein Kind taufen, welches zwar unter 14 ist, aber schon bewusst einscheiden kann, wenn es das nicht will, Eltern hin oder her.Die Kindertaufe als gängige Praxis muss ich im Moment noch hinnehmen und ich denke sie auch verantworten zu können, denn es geschiet den Kindern ja nichts schlimmes, nichts was ihnen schadet. Später können sie eh machen was sie wollen.

" Ist doch bei den meisten reiner Zufall, wo sie gelandet sind." Bei mir nicht, ich habe mich bewusst entschieden.
Da man davon ausgehen kann, dass die meisten Menschen zumindest die Anlage zum Vernunftgebrauch besitzen (was nichts über der Nutzung sagt), steht es jedem frei, seine Konditionierung der Kindheit, in Bezug auf Weltanschauung oder Religion, mit Vernunft zu prüfen und ggf. zu korrigieren.Auch wenn für mich Christus der Weg ist, und ich glaube es ist der beste der möglichen Wege (ohne den anderen Wegen ihre Legitimation absprechen zu wollen, auch sie haben Wahres und Gutes, wie die Kirche in Nostra Aetate lehrt), würde ich, wenn zu mir jemand kommt, auch wenn ich dann Priester bin, und er sagt, er kann mit dem Christentum nichts anfangen und kann nicht das glauben was wir glauben, und er will meinetwegen Moslem werden, weil er darin seine Erfüllung findet, ihn nicht davon abhalten. Aber, zuerst, würde ich ihm sagen, lerne das Christentum wirklich kennen, nicht nur den billigen Abklatsch auf Bildzeitungsniveau, den die meisten Leute dafür halten, und wenn du dann immer noch nichts damit anfangen kannst, ok, dann schau dir die Religion oder Weltanschaung deiner Wahl erstmal genau an, ob es wirklich das ist, was du suchst, oder ob es nicht nur ein bequemerer Weg ist.

Das sind ja schreckliche Schachtelsätze geworden, sorry.

Für das von mir gesagte, würde ich von vielen Christen (verbale) Prügel bekommen. Aber auch mit Blick auf die Lehre über das Gewissen in der kath. Moraltheologie und auf die Konzilsdekrete über die Religionsfreiheit, Verhältniss zu anderen Religionen (Nostra aetate) und die Kirche(Lumen gentium) sowie die Verlautbarung Fides et Ratio, kann ich das als katholischer Christ mit gutem Gewissen sagen.

Jeder muss seinem Gewissen folgen, auch wenn das Gewissen manchmal irren kann.Und auch wenn für Manche Vernunft und Glauben einen unüberbrückbaren Wiederspruch bilden, muss ich doch auch mit Vernunft an den Glauben herangehen, was nicht sagt, das Glaube gänzlich mit Vernunft erfassbar wird, es gibt Dinge die nur das Herz verstehen kann, nicht das Hirn. Als Beispiel für ein vernunftgemäßes herangehen an Glaubensfragen sind die Gottesbeweise eines Thomas von Aquin u.a. zu nennen. Auch wenn mir bewusst ist, dass das keine Beweise im naturwissenschaftlichen Sinn sind.

Oh jetzt bin ich wohl etwas vom Thema abgeirrt, immer diese weitschweifigen Theologen, sorry.

" Gott und Jesus, sicher auch der Heilige Geist heben immer den besonderen Status der Kinder hervor. Warum, wenn sie deren Willen gar nicht akzeptieren?"

Im normalen Taufalter kann man sicher noch nicht von einem Willen in Bezug auf diese Dinge reden.Ja, die Kinder haben bei Jesus einen besonderen Status, gegen den Willen seiner Jünger lässt er die scheinbar unmündigen zu sich kommen, darin sehe ich aber keinen Wiederspuch zur Taufpraxis.

Gruß Fuente

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.01.2008 22:05
#33 RE: @BruderSpaghettus Antworten

In Antwort auf:
" Ist doch bei den meisten reiner Zufall, wo sie gelandet sind." Bei mir nicht, ich habe mich bewusst entschieden.

Da hab ich mich vielleicht unkonkret ausgedrückt. Mir ging es nicht darum, seine geerbte Religion oder Kultur in Frage zu stellen, sondern dass es auf Grund des Kulturkreises in dem man zufällig geboren wird doch schon eindeutige Vorgaben für die Entscheidung gibt (Falls sie einem nicht schon abgenommen wurde, bevor man sich überhaupt gegen Indoktrination zur Wehr setzen konnte).

Aber eine Antwort bist du mir noch schuldig: Für welchen Willen entscheidet sich Gott in meinem obigen Beispiel?

qilin Offline




Beiträge: 3.552

14.01.2008 09:00
#34 RE: @BruderSpaghettus Antworten
Hallo Fuente -

auch wenn ich Deinen Zugang verstehe, scheint es mir doch mit Religionsfreiheit
nicht
übereinzustimmen, Säuglingen ein 'unauslöschliches Siegel' aufzudrücken -
selbst wenn diese selbst es später mal evtl. nicht mehr ernstzunehmen brauchen.
Bis dorthin kann schon genügend Schaden angerichtet worden sein...
Ich kenne liberale und vernünftige Religionslehrer, ich kenne aber auch andere -
und wenn meine Tochter mir erzählt, dass in der Pflichtschule im RU ungetaufte
Kinder als 'Teufelsbrut' und 'Anwärter für die Hölle' angesprochen wurden,
dann wird ebendiese Taufe als Druckmittel benützt, um unmündige Kinder
'bei der Stange zu halten'. Und das ist Gegenwart, nicht 'finsteres Mittelalter'
Dieses, bzw. eine 'Proselytenmacherei um jeden Preis' gibt's ja nicht nur bei
Kindern - wenn ich z.B. in einem anderen Forum von einer Jüdin lese
In Antwort auf:
Als durch eigene Weiterbildung für Führungsaufgaben prädestinierte Mitarbeiterin im
sozialen Bereich hatte sie Schwierigkeiten eine geeignete Arbeitsstelle zu finden,
weil die Kirche einziger Arbeitgeber in dem Bereich weit und breit war, staatlich
gesponsored. Dann bewarb sie sich, wurde sofort zur Vorstellung eingeladen
(man war verwundert über soviel Qualifikation; dass sie Jüdin sei, kein Problem...)
und bekam sogleich eine Stellenzusage...
Nach einigen Tagen sollte sie nochmals vorstellig werden für Unterzeichnung des
Arbeitsvertrags und bekam eine Verpflichtungserklärung vorgelegt, sich innerhalb von
3 Jahren taufen zu lassen. Das sei so üblich, auch bei muslimischen Bewerberinnen...
Natürlich entspricht diese Vorgangsweise nicht unbedingt der christlichen Theorie
(und wohl auch nicht den gesetzlichen Auflagen) - aber so wird's eben [manchmal]
gehandhabt - und dass Nichtkatholiken da von 'Zwangstaufe' reden, ist ihnen wohl
nicht zu verdenken

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Fuente Offline



Beiträge: 78

14.01.2008 14:17
#35 RE: @BruderSpaghettus Antworten

"Nach einigen Tagen sollte sie nochmals vorstellig werden für Unterzeichnung des
Arbeitsvertrags und bekam eine Verpflichtungserklärung vorgelegt, sich innerhalb von
3 Jahren taufen zu lassen. Das sei so üblich, auch bei muslimischen Bewerberinnen... "

Ich kann mir vorstellen, dass es so eine Praxis in einigen Generalvikariaten gibt, ich kenne vergleichbares bei in unehelicher Lebensgemeinschaft lebenden kirchlichen Mitarbeitern.Gleichwohl ist sie zu verurteilen.
1. Aufgrund staatlicher Gesetzgebung, in Fällen der Lebensführung hat die Kirche sich da aber juristisch aus der Affäre gezogen.Hier liegt die SAche aber wohl etwas anders. Trotzdem wird es schwierig sein da etwas zu erreichen.
2. Aufgrund kirchlicher Lehre in den Konzilsdekreten. Diese Praxis ist unvereinbar mit der Lehre der Kirche, nur leider liegen zwischen der großen Theologie und der Praxis vor Ort manchmal Welten.Wenn ich in der Position wäre und man würde mir nach drei Jahren deswegen kündigen, würde ich einVerfahren vor einem kirchlichen Arbeitsgericht anstrengen und mir einen Kirchenrechtler als Beistand nehmen.Da sehe ich eher Chancen, die Kirche mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Desweiteren würde ich mich, mit Argumentation auf den CIC (Kirchenrecht) und die Konzilsdekrete an den Generalvikar und den Diözesanbischof wenden. Bei kirchlichen Gerichtsverfahren gibt es auch noch eine Apellationsebene bei den kirchlichen Gerichten des Erzbistums (dem ein Bistum in gewissen Dingen untersteht).
Es ist zu verstehen das eine Diözese für manche Positionen nur Katholiken einstellen kann. Aber eine Taufe, also eine Gewissensentscheidung, sollte man von niemanden verlangen, der es nicht selbst will. Das ist unerträglich.

Zur Taufe von unter 14-jährigen, aber zum Vernunftgebrauch gelangten, gegen deren ausdrücklichen Willen, ist folgendes zu sagen:

1.Lehre der Kirche:
Das 4. Konzil von Toledo (633 n.Chr.)verbietet definitiv die Taufe gegen den ausdrücklichen Willen des Betreffenden. Auch wenn es Priester, gerade in der Missionierung die im Rahmen der Kolonialisation Südamerikas stattfand,gab die das taten, so ist das eine Verfehlung dieser Leute gegen kirchliches Recht und auch der Lehre Jesu. Die Kirche hat das nie gebilligt.Es geschah auf diesem Gebiet viel Unrecht, diese Dinge fanden z.T im rechtsfreien Raum der Kolonien statt. In anderen Fällen des Fehlverhaltens von Geistlichen gegen das Menschenrecht, wie z.B. der Kreuzzug 1202-1204 gegen Konstantinopel, wurden die Beteiligten, Geistliche wie Laien exkommuniziert.
Zurück zur Taufe:
Zur Gültigkeit der Taufe sind (nach kath Verständniss) nur Form und Materie notwendig, nicht Willensbekundung.
Ich betone zur Gültigkeit!Nicht zur Erlaubtheit!Die Zwangstaufe ist Verboten und wird verurteilt.Dazu gibt es sicher auch neuere Lehrmeinungen, die das deutlicher machen, nur habe ich im Monent nicht die Zeit um mich intensiv mit dem Thema zu befassen.Daher erkärt das 4.Konzil von Toledo diese Taufen für gültig, wenn es auch die Art der Taufe verurteilt und verbietet.Da der Grundsatz von Form und Materie bei heute gilt, hat sich in Fragen der Gültigkeit nichts verändert.
2. Pastorale Praxis
Es ist heute undenkbar, jemanden, auch ein Kind, das seinen Willen artikulieren kann, gegen seinen Willen zu taufen.Das kann ich aus meinen Erfahrungen bestätigen. Selbst in einem Fall den ich selbst erlebt habe, als ein vierjähriges Kind,sicher nicht aus bewusster Stellungnahme für oder gegen den christlichen Glauben, in der Osternachtsmesse, sich gegen Taufe wehrte, wurde die Taufe aufgeschoben.[Es gibt in der kath.Lehre keine Ablehnung der Taufe, sie kann vom Priester nur aufgeschoben werden, was nicht heisst das sie dann später stattfinden muss, sondern, dass wenn sich die Bedingungen verändert haben, die Taufe erfolgen KANN]
In dem Fall hatte das Kind sicher Angst, die Dunkelheit in der Kirche im ersten Teil der Osternacht, Übermüdung, viele Menschen und da kommt so ein böser Onkel der einen nass machen will.In dem Fall gab esspäter noch ein Gespräch mit der Familie und dem Kind, wobei ich nicht weiss wie es ausgegangen ist.

Ich kenne keinen Priester, der ein Kind, das seinen Willen äußern kann, gegen dessen Willen taufen würde.

Gruß Fuente

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2008 14:22
#36 RE: Beweise Antworten
In Antwort auf:
qilin schrieb: Eine 'Liebesbeziehung' mit jemandem einzugehen der seiner Sinne nicht mächtig ist, ist m.E. Vergewaltigung bzw. Missbrauch...
Einen solchen kann man allerdings nicht rückgängig machen - dafür steht er auch im menschlichen Bereich unter Strafe


Was heißt "Liebe"? Die Liebesbeziehung zwischen einem Kind und seinen Eltern ist ja auch nicht in dem Sinne freiwillig...

Aber ich bin sehr froh, dass meine Eltern mir da die Wahl ließen und eher weniger indoktrinierten... oder sie habens getan, ohne dass ich es merkte, immerhin sind die auch mehr oder minder Atheisten...
Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

14.01.2008 14:24
#37 RE: @BruderSpaghettus Antworten

In Antwort auf:
1.Lehre der Kirche:
Das 4. Konzil von Toledo (633 n.Chr.)verbietet definitiv die Taufe gegen den ausdrücklichen Willen des Betreffenden.

Leider kann sich ein Kleinkind mit ca. einem Lebensjahr nicht so
gut gegen eine Taufe wehren.
In Antwort auf:
2. Pastorale Praxis
Es ist heute undenkbar, jemanden, auch ein Kind, das seinen Willen artikulieren kann, gegen seinen Willen zu taufen.

Hm, mir sind einige Pfarrer bekannt, die auch heute noch Kinder
im unmündigen Alter taufen, ob sie wollen oder nicht, denn wie
schon gesagt: Ein Kleinkind kann sich nicht äussern.

Oder gilt es schon, wenn das Balg sich die Lunge bei der Zeremonie
aus dem Halse brüllt?

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() Tao-Ho

Fuente Offline



Beiträge: 78

14.01.2008 14:32
#38 Taufe Antworten

"Hm, mir sind einige Pfarrer bekannt, die auch heute noch Kinder
im unmündigen Alter taufen, ob sie wollen oder nicht, denn wie
schon gesagt: Ein Kleinkind kann sich nicht äussern.

Oder gilt es schon, wenn das Balg sich die Lunge bei der Zeremonie
aus dem Halse brüllt?"

Kinder im unmündigen Alter zu taufen, die ihren Willen nicht kund tun können, wenn die Eltern das wünschen, war ja nicht die Frage, das ist aus kath.Sicht ok. Es g ing um die, die ihren Willen äußern können. Schreien tun Kleinkinder wegen jedem Pfurz der ihnen quer liegt, das ist keine Willensbekundung in engeren Sinn.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

14.01.2008 16:31
#39 RE: Taufe Antworten

Hallo,

eigentlich ging es schon darum, dass jemand ohne seinen Willen als Baby
getauft wurde.

Zitat von Shylock
Seit vier Jahren kämpft ein Slowake vor Gericht darum, nicht mehr Christ sein zu müssen. Dabei genügt ihm aber nicht ein von einer staatlichen Institution bestätigter Kirchenaustritt, sondern er will seine Taufe aufheben lassen.

Diese habe ihn gegen seinen Willen zum Christen gemacht, argumentierte der inzwischen 51-Jährige am Mittwoch in slowakischen Zeitungen. Er sei als Baby ohne eigene Entscheidungsfähigkeit getauft worden.

Und ich halte es nicht für O. K., wenn Eltern ihre Kinder im Babyalter taufen
lassen.
Zitat von Fuente
Schreien tun Kleinkinder wegen jedem Pfurz der ihnen quer liegt, das ist keine Willensbekundung in engeren Sinn.

Doch, wenn kleine Kinder schreien ist das eine Willensbekundung. Auch, wenn wir
nicht verstehen, was das Kind mit dem Weinen sagen will, so kann Dir jede Mutter
und hoffentlich auch jeder Vater bestätigen, dass jedes Weinen eines Kindes anders
ist und man am Weinen schon erkennen kann, was evtl. los ist.

Kleine Kinder schon als Babys zu zwingen einer Glaubensgemeinschaft anzugehören ist
für mich so, wie eine Zwangskonversion.

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() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.01.2008 20:53
#40 RE: Taufe Antworten

Ich selbst wurde mit 7 Jahren getauft. Ich wollte das absolut nicht, nicht mal aus Glaubensgründen, sondern weil das etwas war, was mir völlig fremd war. Nach der nötigen elterlichen "Überzeugungsarbeit" bin ich dann halt doch brav zu den Pflichtstunden Christenlehre gegangen und hab natürlich auch vor dem Wasserbecken still gehalten. Nicht weil ich wollte, sondern weil ich gehorsam zu sein hatte.

Sag mir, wessen Wille gälte bei deinem Gott (denn ich wurde dem evanglischem geopfert)? Meiner, der das alles gar nicht wollte, oder der meiner Eltern, die mich gefügig gemacht hatten? Hat er mir dieses ominöse Prägesiegel verpasst?

qilin Offline




Beiträge: 3.552

15.01.2008 07:23
#41 RE: Taufe Antworten

Zitat von Fuente
Ich kann mir vorstellen, dass es so eine Praxis in einigen Generalvikariaten gibt,
ich kenne vergleichbares bei in unehelicher Lebensgemeinschaft lebenden
kirchlichen Mitarbeitern.Gleichwohl ist sie zu verurteilen.
Das ist ganz meine Meinung - aber Du schreibst auch
In Antwort auf:
Zu Gültigkeit der Taufe bedarf es Form und Materie(nach kath.Verständnis)also
als Form die trinitarische Taufformel und als Materie Wasser. Aber auch hier gilt,
die Taufe kann nicht rückgängig gemacht werden.Es geht nicht um Papiere
sondern um Begnung von Mensch und Gott im Sakrament, als Akt der
Heilsbeziehung zu Gott.
Wie wäre das nun in diesem Fall? Wäre eine Taufe, die unter (finanziellem) Druck erfolgt,
gültig oder nicht?

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wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

15.01.2008 08:51
#42 RE: Taufe Antworten

Mich würde da auch eine klare Antwort von Seiten Fuentes sehr interessieren,
denn bis jetzt wurde diese Frage nur von mir beantwortet und ich bin nun mal
keine angehende Pfarrerin...

Zitat von qilin
Wie wäre das nun in diesem Fall? Wäre eine Taufe, die unter (finanziellem) Druck erfolgt,
gültig oder nicht?

Laut meiner Aussage gilt dieses Prägesiegel auch im Falle Bruder Spaghettus, denn er wurde getauft und
hat sich nicht gewehrt. Er ist somit getauft auf Lebenszeit, so wie der Slowake, der sich vor Gericht
seine Aufhebung dieses Siegels wünscht.

Aber, ich lasse mich da gerne von Fuente eines Besseren belehren. Leider hat auch er mir schon einige
Fragen nicht beantwortet. Schade, denn er ist nun wirklich jemand, der gut und fair und gerne diskutiert.

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() Tao-Ho

Fuente Offline



Beiträge: 78

15.01.2008 14:04
#43 RE: Taufe Antworten
Es gibt die klare Regel , wenn die Taufe gültig gespendet wurde, d.h. Form (trinitarische Taufformel) und Materie (Wasser/eintauchen oder übergießen)gibt es das unauslöschliche Prägemal.Der Spender muss zudem die Intention haben, taufen zu wollen und nicht mit dem Kleinen planschen zu spielen. Wer der Spender ist, Priester, Diakon, Großmutter oder Moslem ist irrelevant wenn er die rechte Intention hat.

Das betrifft die Gültigkeit. Zulässig ist es nur, wenn bei Kindern die Eltern zustimmen und ab 14 jährige bekunden die Taufe empfangen zu wollen.Zulässiger Spender ist im Regelfall (keine Notsituation)Bischof, Priester , Diakon.
In Spaghettus Fall konnte ja der Priester nicht erkennen das er die Taufe nicht empfangen wollte. Da liegt es an den Eltern. Wenn ich Kinder hätte, und die noch nicht getauft wären, würde ich mit denen erst mal über das Thema reden, um was es da geht und wenn sie dann immer noch nicht wollen, dann würde ich warten.

Wenn du noch weitere Fragen hast, die ich übersehen habe, bitte stelle sie nochmal, sorry.
Übrigens Danke für das Kompliment, hört man gerne.

Gruß Fuente
qilin Offline




Beiträge: 3.552

15.01.2008 14:51
#44 RE: Taufe Antworten

Hallo Fuente,

d.h. also dass auch eine unter Täuschung, Zwang oder Gewalt 'gespendete' Taufe gültig ist,
wenn sie nur in der 'richtigen Form und Absicht und mit echtem Wasser' durchgeführt wird -
weil nach der Bekundung, nicht aber der tatsächlichen Absicht des 'Täuflings' gefragt wird
Die Sache scheint mir immer fragwürdiger zu werden...

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() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

15.01.2008 16:00
#45 RE: Taufe Antworten

Nun, qilin. Das hatte ich aber schon ein paar Postings vorher schon einmal gesagt.
Auch die Taufe von Bruder Spaghettus ist nach Gottes Ansicht gültig und er steckt
in der gleichen Situation wie der Slowake, der gegen dieses Stigma kämpft.

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() Tao-Ho

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.216

15.01.2008 17:09
#46 RE: Taufe Antworten

In Antwort auf:
Auch die Taufe von Bruder Spaghettus ist nach Gottes Ansicht gültig und er steckt
Wurde BS denn als Erwachsener getauft? Nur eine Taufe, die auf persönlicher biblischer Erkenntnis gegründet ist, ist nach Gottes Ansicht gültig. Wie man als Baby Erkenntnis über biblische lehren haben könnte, ist mir schleierhaft


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Tao-Ho Offline

Zennois


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15.01.2008 17:19
#47 RE: Taufe Antworten

In Antwort auf:
Nur eine Taufe, die auf persönlicher biblischer Erkenntnis gegründet ist, ist nach Gottes Ansicht gültig

Da ist Fuente anderer Ansicht. BS ist, so wie er es postete, als 7jähriger getauft worden und auch sonst ist alles
so, wie es hätte sein sollen. Damit hat er laut Kirche das christliche Gütesiegel unsichtbar am Körper kleben.

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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.216

15.01.2008 17:25
#48 RE: Taufe Antworten

In Antwort auf:
Da ist Fuente anderer Ansicht.
Könnten wir ja ausdiskutieren... obwohhl ich die Argumentation pro kindertaufe schon kenne...

In Antwort auf:
Damit hat er laut Kirche das christliche Gütesiegel unsichtbar am Körper kleben.
Genau! Darauf kams mir an.


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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

15.01.2008 18:09
#49 RE: Taufe Antworten

In Antwort auf:
Genau! Darauf kams mir an

Zwei dumme und ein Gedanke...
Bin mal gespannt, wie es weitergeht.

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15.01.2008 20:06
#50 RE: Taufe Antworten
Zitat von Fuentes
In Spaghettus Fall konnte ja der Priester nicht erkennen das er die Taufe nicht empfangen wollte.

Gott doch aber ganz sicher. Nach dessen Entscheidung hatte ich gefragt, welchen Willen akzeptiert er? Den meinen oder den meiner Eltern?

Der Hinweis auf die notwendige Voraussetzungen bei Taufen greift hier nicht. Gott ist doch wohl nicht an die Entscheidungen seines Bodenpersonals gebunden. Wo wäre da seine Allmacht?
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