Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 97 Antworten
und wurde 3.296 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

30.12.2007 13:01
Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Hallo Ihr Lieben,

bei diesem Thema interessiert mich, wie und ob die einzelnen Religionen (nicht nur die 10 Gebote)
mit den Grundgesetzen in Europa übereinstimmen.

Den Anfang habe ich ja bereits in der Müllhalde gemacht.

Wäre auch interessant, ob sich die Sachlage mit einem vorhandenen Laizismus verändert (oder
vielleicht doch nicht).

Bitte, bitte, seid lieb zueinander und nutzt diesen Thread nicht, um auf die einzelnen
Religionen herumzuhacken. Soll nur informativ sein und nicht diskriminierend. Danke

----------------------------------------------------------------------------------------------------
So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

30.12.2007 20:00
#2 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Ich fürchte, du hasst das Thema ein bisschen zu groß aufgemacht. Die Religionen in ganz Europa mit den europäischen Grundgesetzen (heißt das nicht nur bei uns so, weil wir noch keine Verfassung haben?) auf Übereinstimmung zu kontrollieren, wird schwer sein.

Hab heute nicht mehr viel Zeit, aber vielleicht fange ich morgen erst mal mit Deutschland und den 10 Geboten an.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

30.12.2007 22:39
#3 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Dank Dir, BS. Das mein ich ehrlich. Werde mich dann auch mit einklinken, denn nun
habe ich ein bisschen mehr Zeit..

----------------------------------------------------------------------------------------------------
So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

31.12.2007 12:40
#4 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten
In Antwort auf:
B.S. fragte: (heißt das nicht nur bei uns so, weil wir noch keine Verfassung haben?)


Das GG ist die verfassung der Bundesrepublik Deutschland; die Vorstelung, es sei ein kurzfristigese Provisorium, das nur bis zu einer Wiedervereinigung gilt, hat sich als Irrtum herausgestellt. Spätestens mit der deutschen Einheit und der Übernahme des GG durch die neuen Länder ist dies ein Fakt. Nur nebenbei...

EDIT: Fast vergaß ich, das ich ja auch was zum eigentlichen thema schreiben wollte.

Ich halte im Prinzip jede Religion für kompatibel mit dem Grundgesetz (ich beschränk mich mal darauf, hätte auch wenig Ahnung, was die Verfasssung von luxemburg so alles sagt...). Man merke: Jede Religion, nicht jede Form der Religionsausübung. Die Geschichte aller Religionen zeigen, dass Menschen bei der Auslegung ihre Heiligen Lehren ausgesprochen flexibel sind. Also denke ich, man kann jede Lehre so interpretieren, dass die Rechtsordnung gewahrt wird (also niemand gegen seinen Willen und entgegen gesetlichen Vorschriften zu etwas gezwungen wird, oder aus einem hirnrissigen Grund geqält oder getötet wird, oder was man sich noch alles an schlimmen Dingen ausdenken kann). Und dies wäre der einzige Grund, das eine Religion dem GG widerspricht bzw. nicht mit ihm vereinbar ist; immerhin schützt die Religionsausübun als Grundrecht, das nur eingeschränkt werden darf, wenn die Grundrewchte anderer betroffen sind (also z.B. Recht auf körperliche Unversehrtheit, oder auch die negative Religionsfreiheit, also das Recht, keine Religion auszuüben).
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2008 11:25
#5 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Ich bin beim Suchen, weil ich was für ein anderes Forum schreiben wollte, auf diesen alten Thread gestoßen.
Mensch, da hatte ich ja ein Versprechen noch nicht eingelöst. Mach ich jetzt.

@ Reinicke
Es geht nicht um die Vereinbarkeit von Religion mit dem Grundgesetz sondern konkret um die 10 Gebot. Das sind Forderungen wie man sich zu verhalten hat, mit der Strafandrohung der göttlichen Rache. Also wirklich einfach auf Übereinstimmung mit dem GG zu prüfen.

Ich poste jetzt einfach mal, was ich im anderen Forum geschrieben habe. Passt nicht ganz genau hier her, aber das Wesentliche schon.

---------------------------------------------------------

Bevor ich aber in die Detailkritik gehe, möchte ich erst mal meine allgemeine Kritik an der Moral der abrahamitischen Religionen formulieren. Das wird wohl kürzer. smile.gif

Diese Moral beruht voll und ganz auf dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche. Befolgst du sie, wirst du von Gott belohnt, wenn nicht, bestraft. Diesen Ansatz, Moral außerhalb des Menschen zu begründen, halte ich für falsch. Ja selbst überhaupt mehr auf Moral (also klare Regeln für jede Handlung) als auf Ethik (also einen Handlungsrahmen, innerhalb dessen der Mensch bei Wertekonflikten entscheidet) zu setzen.
Ethik sollte allein auf dem Menschen aufgebaut werden. Auf dem, was in ihm ist, auf seiner Natur und seiner Eigenverantwortung. Am besten, denke ich, auf seinem Egoismus.
Nur verstehe ich darunter nicht das erbarmungslose Durchsetzen eigener Interessen, sondern die Erkenntnis, dass es auch mir nur gut geht, wenn es denen um mich herum gut geht. So wächst eine Mitverantwortung zunächst für die Familie und Freunde, dann weiter über das kommunale Umfeld bis hin zum Staat bzw. der Welt als Ganzes. Natürlich etwas abgeschwächt. Mein Weltbild orientiert sich am evolutionären Humanismus.
Soviel zum allgemeinen Teil.

Nun zur Einzelkritik der 10 Gebote.

Schon 1997 wurde in der Augsburger Kirchenzeitung festgestellt, nicht einmal ein Drittel der Priester der anglikanischen Kirche konnte die 10 Gebote hersagen. In der Kurzform, wohlgemerkt.

In der Langform haben wir ja gleich beim ersten so den richtigen Hammer:

Da heißt es zum ersten "Du sollst keinen Gott haben neben mir" ganz knallhart

5.Mose 13

7Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns gehen und andern Göttern dienen! - die du nicht kennst noch deine Väter,8von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien dir nahe oder ferne, von einem Ende der Erde bis an das andere, 9so willige nicht darein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge seiner nicht schonen, und sollst dich seiner nicht erbarmen noch ihn verbergen, 10sondern sollst ihn erwürgen. Deine Hand soll die erste über ihm sein, daß man ihn töte, und darnach die Hand des ganzen Volks.
Die Hand der Zeugen soll die erste sein, ihn zu töten, und darnach die Hand alles Volks, daß du das Böse von dir tust. 11Man soll ihn zu Tode steinigen, denn er hat dich wollen verführen von dem HERRN, deinem Gott, der dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthaus, geführt hat.

Ich glaube, da brauchts keine weitere Diskussion über Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz.

2. Gebot:
Du sollst den Namen des Herrn nicht mißbrauchen.
Da gehts um Fluchen und so. Ist laut Grundgesetz nicht verboten. Das kümmert sich gar nicht drum. Also verstößt diese Forderung selbst gegen das Grundgesetz.
Zeitweilig hieß auch: Du sollst dir kein Bild machen. Ein Verstoß gegen GG Art. 5. Demnach kann jeder seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei äußern.

3. Gebot
Du sollst den Feiertag heiligen.
Verstoß gegen GG Art 12 zur freien Arbeitsplatzwahl. Also auch zu solcher, die an Sonn- und Feiertagen Arbeit erfordert.
Auch sonst wird wohl niemand ernsthaft fordern können, dass ich an Feiertagen nichts arbeite, privat im Garten oder im Haushalt.

4. Gebot
Du sollst Vater und Mutter ehren
Davon steht nichts im GG und es gilt wieder, was dort nicht verboten ist, ist zunächst erlaubt. Wer also verbieten will, seine Eltern nicht zu mögen, verstößt damit gegen das GG.
Auch sonst wird wohl niemand verlangen können, das Kinder die von ihren Eltern vernachlässigt, geprügelt, vergewaltigt, auf den Strich geschickt oder sonst mißbraucht wurden trotzdem Vater und Mutter ehren sollen.
Es ist übrigens interessant, dass es in der ganzen Bibel nicht einmal die Aufforderung an die Eltern gibt, ihre Kinder zu ehren. Da wird im Gegenteil dazu aufgefordert, wenn es Kinder von Feinden sind diese an Steinen zu zerschmettern oder wenn es eigene, aber ungehorsame sind, diese zu steinigen.

5. Gebot
Du sollst nicht töten.
Mag erst mal als grundsätzliche Einstellung gelten können. Aber eben nicht als absolutes Gebot.
Im deutschen Recht ist ausdrücklich geregelt, dass in Fällen von Selbstschutz oder Schutz von anderen (Notwehr und Nothilfe) auch getötet werden darf, wenn anders dieser Schutz nicht erreichbar ist.
Auch sonst lohnt es sich darüber nachzudenken, für wen das eigentlich gelten soll. Auch für Tiere? Auch für Feinde? Nee, da spricht die Bibel eine andere Sprache. Alle diese Regeln galten immer nur innerhalb der eigenen Gruppe, also der Juden, später Christen selbst. Nie nach außen.

6. Gebot
Du sollst nicht ehebrechen.
Ist schon ewig nicht mehr strafbar, nicht mehr noch als Scheidungsgrund möglich, da die ja inzwischen ohne Schuldfrage geregelt wird.
Auch sonst ist es wohl reine Theorie zu fordern, dass dort, wo Eheleute sich gegenseitig tolerieren, Seitensprünge zu unterlassen. Oder dort wo Ehen zu ende gehen, wo sie gescheitert sind aber aus gesellschaftlichem Druck oder anderen Gründen nicht gelöst werden können, trotzdem noch sexuelle Treue zu fordern.

7. Du sollst nicht stehlen
Wieder wie beim 5. erst mal nicht falsch. Was aber, wenn z.B. ein Attentat vorbereitet wird und ich im letzten Moment den Zünder aus der Bombe klaue? Mag jetzt etwas konstruiert klingen, aber auch hier sind Ausnahmen denkbar die Stehlen rechtfertigen.

8. Du sollst nicht falsch Zeugnis reden ...
Gelegentlich auch vereinfacht zu: Du sollst nicht lügen.
Außer bei Zeugenaussagen ne ganz sinnlose Forderung. Ohne die kleinen Lügen wäre das tägliche Leben gar nicht auszuhalten. Wenn ich z.B. meinem Nachbarn, der mich gerade genervt hat, statt mit Guten Morgen mit Leck mich am Arsch begrüßen würde. Wenn man nicht die kleinen Komplimente machen würde, die nicht alle ganz ehrlich sind usw.

Aber auch im Großen. Als mich die Stasi verhört hat, sollte ich ganz ehrlich meine Freunde verraten? Oder noch krasser, wenn die Nazis wo geklingelt hatten, wo ein Jude versteckt war und nach dem gefragt haben, sollten die Leute dann ehrlich sagen: Ja, der ist im Keller hinter den Kohlen?

9. Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus
Na, warum denn nicht. Ich möchte gerade eins verkaufen und wäre echt froh, einen Interessenten zu finden. Eine völlig sinnlose Regel.

10. Du sollst nicht begehren deines nächsten Weib, Knecht, Magd, Vieh und alles, was dein nächster hat.
Da finde ich es schon mal ne ganz unverschämte Frechheit, in welches Umfeld hier die Frau gestellt wird. Alles übrige sind doch ganz klar Sachen, die in jeder modernen Wirtschaft ebenso wie bei 9. alles über Geld und Absprachen geregelt wird. Aber so wurde die Frau halt damals gesehen, als eine Art Eigentum.
Knecht und Magd haben das Recht auf freie Arbeitsplatzwahl.
Aber auch die Frau das Recht sich nach einem anderen Mann umzusehen, wenn ihr der eigene nicht mehr der Rechte ist.

Was also bleibt übrig von den so gelobten 10 Geboten. Ich finde, nichts.
Was im Übrigen auch die Statistik belegt. Eine Untersuchen zur Entwicklung der Krimanlität in den führenden Industriestaaten hat klar erwiesen, dort wo Religion die Moral am stärksten prägt, ist die Kriminalität signifikant höher als dort, wo sie weniger gesellschaftliche Bedeutung hat. In den USA z.B. klar höher als in Schweden. Selbst innerhalb der USA lässt sich dieser Trend nachweisen. Auch im Bibelbelt ist die Kriminalität wesentlich höher als in den weniger religiösen Gebieten.

Die 10 Gebote mögen mal Sinn gemacht haben, als sie entstanden sind und für die, die sie gemacht haben: Für nomadisierende Kamel- und Ziegenhirten mit schwacher eigener Kultur in Nachbarschaft von Kulturvölkern. Die hatten schon lange vorher bessere oder ähnliche Regelungen. Da sei mal nur auf den Kodex Hammurapi verwiesen.
Danach waren sie nur noch rückschrittlich und z.B. im Vergleich mit den Lehren der griechischen Philosophen völlig unterlegen. Wenn sie sich später trotzdem durchgesetzt haben, dann nur durch die Macht, die die Kirche dank Konstantin erworben hatte.
Monster sein Dank (ich bin Pastafarianer ) geht es damit mehr und mehr zu Ende.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

14.10.2008 11:45
#6 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Cool, danke schön.

Was mir als erstes ins Auge stach war folgendes (über viele der anderen Punkte haben wir ja
bereits gesprochen):

In Antwort auf:
7Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns gehen und andern Göttern dienen! - die du nicht kennst noch deine Väter,8von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien dir nahe oder ferne, von einem Ende der Erde bis an das andere, 9so willige nicht darein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge seiner nicht schonen, und sollst dich seiner nicht erbarmen noch ihn verbergen, 10sondern sollst ihn erwürgen.

Super, denn das ist ein Aufruf zu Mord. Strafbar laut unserer Gesetzbarkeit.
Nicht nur das: Es wird sogar zu einer Art Lynchjustiz aufgefordert:
In Antwort auf:
Deine Hand soll die erste über ihm sein, daß man ihn töte, und darnach die Hand des ganzen Volks.
Die Hand der Zeugen soll die erste sein, ihn zu töten, und darnach die Hand alles Volks, daß du das Böse von dir tust.

Tja, schaut so aus, als wenn Teile der 10 Gebote verboten werden müssten, denn sie sind
gegen das Gesetz. Brauchen tun wir sie eh nicht, denn die Gesetze sind ausreichend,
um ein gutes Miteinander zu regeln. Auch wenn sie nicht vollkommen sind, so sind sie
allemal besser als so ein verstaubter Schmunz.

----------------------------------------------------------------------------------------------------
So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 14:37
#7 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Brauchen tun wir sie eh nicht, denn die Gesetze sind ausreichend,
um ein gutes Miteinander zu regeln. Auch wenn sie nicht vollkommen sind, so sind sie
allemal besser als so ein verstaubter Schmunz.


Wenn sich jeder Mensch einer best. Gesellschaft an die Vielzahl dieser Gesetze halten würde. Offensichtlich aber bewirkt das bloße Aufstellen und Vermitteln von Gesetzen und ihrem Sinn keine propmte Verinnerlichung von Seiten der Bürger. Sonst bräuchte es keine Juristerei. Aber vllt. muss es auch genau so sein, denn andernfalls hätten wir wieder ein paar Tausend Arbeitslose mehr. Ob für die dann auch so ein Rettungspaket geschnürt würde wie aktuell für den Finanzsektor?

Zudem war es noch immer so, dass selbst bei oder gerade aufgrund einer großen Menge von Gesetzen auch stets "Gesetzeslücken", "Grauzonen" vorhanden sind/waren. Zudem hatten und haben immer noch Menschen in Rechtstreitigkeiten unter den folgen von sagen wir mal "fragwürdigen Auslegungen" zu leiden und die Korruptionsmöglichkeiten lassen wir mal zunächst aussen vor. Das sind wohl die Punkte, warum sie nicht vollkommen sind. Eine derartige Glorifizierung der aktuellen Gesetzeslage halte ich angesichts der vielen Unstimmigkeiten nicht für angebracht.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

14.10.2008 16:02
#8 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Wo glorifiziere ich denn? Ich sagte, dass die Gesetzbarkeit nicht vollkommen
ist. Glorifizieren wäre, wenn ich sagen würde, dass die Gesetzbarkeit absolut
nichts zu wünschen übrig liesse usw.

Es ist, nichts desto Trotz, besser, jemanden in den Knast zu werfen, als ihm
wegen z. B. "Anbetung eines falschen Gottes" den Hals umzudrehen und die
Leutz fleissig zur einem Lynchmord anzustiften. So war es ja ürsprünglich
in diesen ach so tollen Geboten (die übrigens von anderen Usern glorifiziert
werden) gemeint gewesen. Lynchmord ist aber, laut der unvollkommenen Gesetzbarkeit,
streng verboten. Eins zu null für unvollkommene Justizia.

----------------------------------------------------------------------------------------------------
So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 16:59
#9 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten
In Antwort auf:
sondern die Erkenntnis, dass es auch mir nur gut geht, wenn es denen um mich herum gut geht. So wächst eine Mitverantwortung zunächst für die Familie und Freunde, dann weiter über das kommunale Umfeld bis hin zum Staat bzw. der Welt als Ganzes.
Soviel zum allgemeinen Teil.
Bis auf die politischen Begrifflichkeiten aus unserer Zeit entspricht eine solche Aussage in etwa der Essenz der zehn Gebote.

Ich bitte zudem zu beachten, dass es bezüglich der zehn Gebote heutzutage eine ganze menge unterschiedlicher Auffassungen und Deutungen gibt. Ich werde nachfolgend einige Punkte aufgreifen. Zuvor sei aber nochmal darauf hingewiesen, dass es bei der Rechtfertigung des Sinnes der zehn Gebote nicht um eine 1:1 Projektion damaliger Auffassungen auf die heutige Zeit geht. Zu dieser Erkenntnis kam man schon vor ca. 2000 Jahren.

In Antwort auf:
Du sollst den Feiertag heiligen.
Verstoß gegen GG Art 12 zur freien Arbeitsplatzwahl. Also auch zu solcher, die an Sonn- und Feiertagen Arbeit erfordert.
Auch sonst wird wohl niemand ernsthaft fordern können, dass ich an Feiertagen nichts arbeite, privat im Garten oder im Haushalt.

Dieses Gebot diente dazu, sich der vielschichtigen geistigen Bedürfnisse, sowohl die eigenen als auch die der Familie, Freunde etc. anzunehmen. Das war an den anderen Tagen an denen für den Lebensunterhalt gesorgt werden musste nicht in dem Maße möglich.

Im Übrigen ist es auch in Deutschland einem Arbeitgeber nicht gestattet, 52 Wochen lang 7 Tage/Woche Arbeit einzufordern. Tätigkeiten die den normalen Tagesablauf entsprachen, wurden durch dieses gesetz nicht geregelt. Es ging um die Erwerbsmäßige Arbeit. Im Laufe der Jahrhunderte wichen die religiösen Führer der damaligen Zeit aber immer mehr vom eigentlichen Sinn dieses Gebotes ab, und verboten dem Volk tatsächlich jede Art von Arbeit. Sie legten sogar eine bestimmte Anzahl von Metern fest, die man am Sabbat gehen dürfe. Auch das Pflücken von einigen Ähren wurde zur "Arbeit" erklärt und verboten. Für diese unsachgemäße Auslegung des Gesetzes wurden sie von Jesus auf anschauliche Weise scharf verurteilt. Es ging also nicht darum - nichts mehr zu arbeiten. Dieses Verständnis entstand erst durch die Korruption seitens der religiösen Führer.

In Antwort auf:
Wer also verbieten will, seine Eltern nicht zu mögen, verstößt damit gegen das GG.
Dieses Gesetz diente dazu, Autoritäten zu akzeptieren. Ehre bringt man zum Beispiel durch Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, eine gute Kommunikation, u.s.w. zum Ausdruck. Dafür brauch man jemanden nicht unbedingt zu mögen, wobei das natürlich hilfreich ist. Allerdings hängt das auch wieder von dem Bemühen der Autorität ab, sich dieses "geliebt" oder "gemocht werden" zu erarbeiten.
Hieran wird auch der ideele Charakter des Gesetzes deutlich, denn Pünktlichkeit, Ehrlichkeit etc werden zwar vom GG nicht eingefordert, erleichtern aber das Miteinander - und darum geht es ja schließlich in den zehn Geboten.

In Antwort auf:
Auch sonst wird wohl niemand verlangen können, das Kinder die von ihren Eltern vernachlässigt, geprügelt, vergewaltigt, auf den Strich geschickt oder sonst mißbraucht wurden trotzdem Vater und Mutter ehren sollen.
Ich frage mich, warum hier mit dem gleichen Prinzip, dass an anderer Stelle seitens der Bibelkritiker so heftig abgelehnt wird, gearbeitet wird. Durch ein solches verständnis entstünde der Eindruck, Eltern hätten einen Freifahrtschein alles tun und lassen zu können was sie wollten. Wäre dem so, wie es hier behauptet wird, wäre die Strafe, die die Israeliten unter König Manasse (in dessen Regierungszeit Kinder geschändet und Götzen geopfert wurden)nicht nötig gewesen. Gerade dieses verhalten wurde aber von Gott verurteilt und entsprechend geahndet.


In Antwort auf:
Es ist übrigens interessant, dass es in der ganzen Bibel nicht einmal die Aufforderung an die Eltern gibt, ihre Kinder zu ehren.
Natürlich gibt es diese. Sie sind auch auch schon oft genannt worden. Allerdings scheint man sich damit zufrieden zu geben, die einmal entwickelten Urteile zu pflegen. Da kann man dann wirklich nichts machen. Auf Anhieb fallen mir da 1.Ti. 5:8
und Epheser 6:4 ein. Aber, wie gesagt: Das bringt bei eingefleischten Bibelkritikern nichts, für sie muss die Bibel einfach schlecht sein.

Der Text aus Epheser 6:1 ist zudem ein weiterer Beleg gegen den vermeintlichen Kadavergehorsam, denn nicht umsonst heißt es zusätzlich: ...in Gemeinschaft mit dem Herrn. Forderungen oder Handlungen, die also klar gegen den Willen Gottes sprechen, sind vom Gehorsam bzw. Erdulden der Kinder gegenüber ihren Eltern ausgeschlossen.

In Antwort auf:
Im deutschen Recht ist ausdrücklich geregelt, dass in Fällen von Selbstschutz oder Schutz von anderen (Notwehr und Nothilfe) auch getötet werden darf, wenn anders dieser Schutz nicht erreichbar ist.
Das war auch schon in Israel so. Wurde zum Beispiel zu nächtlicher Std. ein Einbrecher vom Hauseigentümer überrascht und im darauffolgenden Gefecht - so er denn eben nicht floh - getötet, wurde dem Hauseigentümer selbstverständlich keine Strafe auferlegt, da ja der Einbrecher der Agressor war, der sich gegen Gottes Gebot Nr sieben respektive zehn versündigte. (2. Mo. 22:2)

Ist eine Flucht oder Verhandlungen nicht möglich, darf man sich also selbst und natürlich auch das Leben seiner Familie verteidigen. Wenn dabei der Angreifer stirbt, ist man frei von Schuld. So war das aber schon vor mehr als 3000 Jahren geregelt.

In Antwort auf:
Alle diese Regeln galten immer nur innerhalb der eigenen Gruppe, also der Juden, später Christen selbst. Nie nach außen.
Wie oben besprochen - eben nicht. Auch hier wird wieder viel zu oft pauschalisiert. Sinn und Zweck war einmal mehr die innere Motivation hin zu einem soweit wie möglich friedlichen Miteinander zu schulen.

In Antwort auf:
Ist schon ewig nicht mehr strafbar, nicht mehr noch als Scheidungsgrund möglich, da die ja inzwischen ohne Schuldfrage geregelt wird. Auch sonst ist es wohl reine Theorie zu fordern, dass dort, wo Eheleute sich gegenseitig tolerieren, Seitensprünge zu unterlassen. Oder dort wo Ehen zu ende gehen, wo sie gescheitert sind aber aus gesellschaftlichem Druck oder anderen Gründen nicht gelöst werden können, trotzdem noch sexuelle Treue zu fordern.


Sinn dieses Gebotes, welches sich zur zeit der Aufstellung an die Männer richtete war - dass sie ihrer Verantwortung ihre Frauen zu achten, für sie zu sorgen und sie nicht alleine dastehen zu lassen bewusst blieben. Zudem sollte dadurch die Flucht vor Problemem in der Ehe verhindert und stattdessen die Suche nach Lösungen zum Erhalt der Ehe gefördert werden. Vor Probleme zu fliehen hatte und hat eher seltener die Folge, dass diese Probleme auf systematischer Ebene gelöst werden.

In Antwort auf:
Was aber, wenn z.B. ein Attentat vorbereitet wird und ich im letzten Moment den Zünder aus der Bombe klaue? Mag jetzt etwas konstruiert klingen, aber auch hier sind Ausnahmen denkbar die Stehlen rechtfertigen.
na zumindest, wenn es um diese Art von Stehlen geht. Immerhin würdest du durch dein Stehlen, den Diebstahl von Menschenleben durch den Attentäter verhindern. Solche Beispiele kann man gerne und in epischer Breite konstruieren. Sie stehen nicht im Widerspruch zum Bibelwort. Ich denke, hier ging es dann doch eher um das Stehlen von materiellem Besitztum, um sich selbst zu bereichern ohne dafür etwas tun zu wollen. Auf gut Deutsch: Ums Schmarotzen. Und dass tut man nicht, wenn man den Zünder aus einer Bombe verschwinden lässt.

In Antwort auf:
9. Du sollst nicht begehren deines nächsten Haus
Na, warum denn nicht. Ich möchte gerade eins verkaufen und wäre echt froh, einen Interessenten zu finden. Eine völlig sinnlose Regel.
Allerdings und das ist offensichtlich auch nicht die Aussage dieses Teilgebotes (9 u. 10 in dieser Aufzählung gehören eig. zusammengefasst). Im alten Israel wurd ganz tüchtig gekauft: Gemüse, Felder, Häuser, Tiere usw.

Sinn des Gebotes ist es, nicht etwas zu begehren, solange es einem anderen gehört. Das könnte z.B. zum Diebstahl führen oder dazu über Leichen zu gehen, um es an sichzureißen.

In Antwort auf:
Aber so wurde die Frau halt damals gesehen, als eine Art Eigentum.
Noch heute gibt es einen wohlbekannten Schlager, dessen Refrain in etwa so geht: Ich gehör zu dir, wie mein Name an der Tür. Und ich weiß er bleibt hier... Ist übrigens eine Dame, die das singt.
Dass die Frau damals angeblich wie ein Stück Vieh betrachtet wurde, ist eine persönliche Wertung. Darüber ist nichts in der Bibel zu finden. Das Gebot soll vor ungerechtfertigter Gier nach Etwas oder Jemandem warnen, welche/r/s schon vergeben sind.

Auch heute noch ist ein Mann oder eine Frau wenig begeistert, wenn der Partner von jemand anderem angebaggert wird. Kaum einer sagt dann: "Och bedien dich doch einfach. Geht schon klar." Dann wäre es tatsächlich nicht mehr als Besitz.

In Antwort auf:
Außer bei Zeugenaussagen ne ganz sinnlose Forderung. Ohne die kleinen Lügen wäre das tägliche Leben gar nicht auszuhalten. Wenn ich z.B. meinem Nachbarn, der mich gerade genervt hat, statt mit Guten Morgen mit Leck mich am Arsch begrüßen würde. Wenn man nicht die kleinen Komplimente machen würde, die nicht alle ganz ehrlich sind usw.
Hier kommt es doch abermals auf den Zusammenhang an. Ein freundlicher Gruß trotz einer angespannten Atmosphäre hat schon so maches Maß an Gift aus einem zwischenmenschlichen Verhältnis genommen. Und wenn das die Motivation ist, d.h. wenn dieser Akt der Freundlichkeit auch ernstgemeint ist, warum sollte das als kleine Lüge bezeichnet werden?

Interessant wäre z.B. auch die Situation am Essenstisch: (Wurde auch schonmal zum thema Notlüge angeführt) Wenn der Koch oder die Köchin fragt, wie es denn geschmeckt habe und man das Essen gerade mit viel Mühe heruntergewürgt hat: Muss man dann sagen: "Boar weißt du, das hat megascheiße geschmeckt. Ich hab ja schon viel erlebt, aber das ist der Gipfel!"? Muss man das so rüberbringen? Kann man nicht ebenso gut sagen: Vielen Dank für die Mühe; für meinen Geschmack war es allerdings zu.... Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich. Das weiß jeder Koch einzuschätzen.

Dazu gibt es im Übrigen auch einen Fall in der Bibel... Sara gab sich - vor Pharao stehend, als Abrahams Schwester aus (obwohl sie ja bekanntlich seine Frau war) um das Leben ihres Mannes zu schützen. Damals war es bei Herrschern nämlich durchaus üblich, schöne Frauen von ihrem Ehebund durch Ermordung des Gatten zu lösen, um sie dann selbst zu ehelichen.

Oder als Dawid einen Geistesverwirrten miemte, um sein leben zu schützen, als er sich in den händen seiner Feinde befand.

Oder als Rahab aus Jericho die Söldner der Stadt anflunkerte, um das Leben der israelitischen Kundschafter zu schützen...

In Antwort auf:
Aber auch im Großen. Als mich die Stasi verhört hat, sollte ich ganz ehrlich meine Freunde verraten? Oder noch krasser, wenn die Nazis wo geklingelt hatten, wo ein Jude versteckt war und nach dem gefragt haben, sollten die Leute dann ehrlich sagen: Ja, der ist im Keller hinter den Kohlen?
Es sind Fälle bekannt, wo Menschen in solchen Situationen einfach geschwiegen haben. Muss man denn überhaupt etwas sagen? Weder für den Juden noch für einen selbst wäre das in dieser Situation brauchbar gewesen. Wer nonverbal und verbal nichts sagt, kann auch nicht lügen. oder doch? Wie wollte man ihm denn eine Lüge im Wort nachweisen?

In Antwort auf:
Was also bleibt übrig von den so gelobten 10 Geboten. Ich finde, nichts.
Nee, wenn man diese Auffassung der zehn Gebote vertritt bleibt tatsächlich nicht viel übrig... Es kommt schon mehr auf den zusammenhang an, in welchen Situationen die Gebote auf welche Weise einsetzen. Das macht zwar mehr Mühe - lohnt sich aber.

Was die ersten drei gebot im allgemeinen betrifft so ist das zu bemerken, was ich schon eingangs erwähnte: Sie wurden einem Volk gegeben, welches sich zu Gott bekannte, und auch seine Form der Anbetung akzeptierte.
Kein Wunder also, dass diese Gebote in einem Staat, wo Gott keine Rolle spielt, wenig Zuspruch finden.

Was für das heutige Leben zählen mag, sind die Grundsätze, die in diesen Geboten zum Ausdruck kommen. Fokussiert man sich auf diese und behält die Zeit, die Kultur und den Adressaten bei seinem Studium im Sinn lassen sich sehr wohl sehr wertvolle, für ein friedenstiftendes Miteinander nützliche Sichtweisen erarbeiten.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 17:08
#10 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Glorifizieren wäre, wenn ich sagen würde, dass die Gesetzbarkeit absolut
nichts zu wünschen übrig liesse usw.

Deswegen sprach ich ja von einer deratigen Glorifizierung und meinte deine Aussage: ... allemal besser... Ich wusste, dass du darauf anspringen würdest

In Antwort auf:
Es ist, nichts desto Trotz, besser, jemanden in den Knast zu werfen, als ihm
wegen z. B. "Anbetung eines falschen Gottes" den Hals umzudrehen und die
Leutz fleissig zur einem Lynchmord anzustiften.
Blöd nur, dass die Anbetung anderer Götter leider viel zu oft mit Praktiken wie Kinderschändung und Menschenopfer einherging. Dieses harte Urteil hatte ja seine Begründung... Knast? Schön und Gut aber bisher war es selbst heute immer noch möglich aus einem Knast auszubrechen. Selbst aus Alcatraz ist dies mehrere Male gelungen. Wolltest du für jedes Menschenleben, welches derjenige dann in seiner religiösen Verwirrung tötet, die Verantwortung übernehmen?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

14.10.2008 17:55
#11 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Dieses Gesetz diente dazu, Autoritäten zu akzeptieren... Hieran wird auch der ideele Charakter des Gesetzes deutlich, denn Pünktlichkeit, Ehrlichkeit etc werden zwar vom GG nicht eingefordert, erleichtern aber das Miteinander

Was hat das jetzt mit Eltern und ihr Verhältnis zu ihren Kindern zu tun? So ganz
verstehe ich da den Zusammenhang nicht, wenn ich ehrlich bin.

Bruder Spaghettus ging es ja darum, dass Kinder, die von ihren Eltern nicht gut
behandelt werden niemals dazu gezwungen werden dürfen (laut Gesetzeslage) ihre
Eltern lieben zu müssen. Laut Bibel müssen die Kinder gehorchen und müssen
ihre Eltern, egal wie scheisse die sich verhalten, lieben. Nicht so doll, wenn
man mich fragt. Was passiert aber, wenn Eltern ihre Kinder ständig misshandeln
und alles im Namen Gottes, um aus dem Kind einen sog. anständigen Christenmenschen
zu machen und das Kind hat die Nase voll? Was ist, wenn das Kind den Eltern sagt,
dass diese es sonstwo lecken können?

Zitat von Markus 7, Vers 10
Denn Mose hat gesagt: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren," und "Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben."

Klasse Einstellung... Da ist ein misshandeltes Kind was sich wehrt und soll also
des Todes sterben...

In Antwort auf:
Das war auch schon in Israel so. Wurde zum Beispiel zu nächtlicher Std. ein Einbrecher vom Hauseigentümer überrascht und im darauffolgenden Gefecht - so er denn eben nicht floh - getötet, wurde dem Hauseigentümer selbstverständlich keine Strafe auferlegt, da ja der Einbrecher der Agressor war, der sich gegen Gottes Gebot Nr sieben respektive zehn versündigte.

Cool, also hebt der Bruch eines Gebotes den Bruch eines anderen Gebotes auf?
Wie steht es dann mit dem Gebot oben? Darf ein Kind seine Eltern verfluchen
oder muss es immer und zwangsläufig des Todes sterben?

In Antwort auf:
dadurch die Flucht vor Problemem in der Ehe verhindert und stattdessen die Suche nach Lösungen zum Erhalt der Ehe gefördert werden

Es ist oftmals besser eine schlechte Ehe zu beenden, als an ihr festzuhalten. Oder
soll Deiner Meinung nach eine geprügelte Ehefrau bei ihrem alkoholkranken Ehemann
bleiben, obwohl sie die Chance hätte mit Mr. Right durchzubrennen?

Wenn trotz des scheiterns der Ehe noch von dem Partner verlangt wird sexuell da zu sein
ist das Vergewaltigung und die ist laut Gesetz auch strafbar.

In Antwort auf:
wenn es um diese Art von Stehlen geht

Nicht nur dann. Was ist z. B. wenn ich jemanden den Autoschlüssel klaue, damit er nicht
besoffen mit dem Auto fahren kann? Gibt ne Menge an Beispielen wo stehlen echt klasse ist.


In Antwort auf:
Sinn des Gebotes ist es, nicht etwas zu begehren, solange es einem anderen gehört

Bruder Spaghettus will sein Haus verkaufen. Wenn es von niemanden begehrt wird, wie
bitte soll er es dann loswerden? Der Tod einer jeden gesunden Marktwirtschaft, würde ich
mal sagen.

Nun, ich halte es wie BS. Mir ist das Gesetz lieber als diese verstaubten und wegen
Veralterung teilweise unbrauchbaren Gebote.

----------------------------------------------------------------------------------------------------
So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

14.10.2008 18:17
#12 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Zitat von Snooker
In Antwort auf:
Es ist, nichts desto Trotz, besser, jemanden in den Knast zu werfen, als ihm wegen z. B. "Anbetung eines falschen Gottes" den Hals umzudrehen und die Leutz fleissig zur einem Lynchmord anzustiften.
Blöd nur, dass die Anbetung anderer Götter leider viel zu oft mit Praktiken wie Kinderschändung und Menschenopfer einherging. Dieses harte Urteil hatte ja seine Begründung... Knast? Schön und Gut aber bisher war es selbst heute immer noch möglich aus einem Knast auszubrechen. Selbst aus Alcatraz ist dies mehrere Male gelungen. Wolltest du für jedes Menschenleben, welches derjenige dann in seiner religiösen Verwirrung tötet, die Verantwortung übernehmen?

Moment - einmal war auch damals die 'Anbetung anderer Götter' nicht notwendig und immer mit 'Kinderschändung und Menschenopfer' verbunden,
das Gebot ist aber ganz allgemein gehalten; und zweitens tust Du hier, was Du oben schon abgelehnt hast, nämlich eine 1:1 Projektion damaliger
Auffassungen auf die heutige Zeit - heute verlangt m.W. keine Religion Menschenopfer und Kinderschändung... Also braucht man auch Anhänger
der Rastafari nicht nach Alcatraz zu verfrachten und muss sich auch nicht überlegen, ob sie dort evtl. ausbrechen könnten - und schon gar nicht
irgendwen zur Lynchjustiz aufstacheln...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 18:52
#13 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Was hat das jetzt mit Eltern und ihr Verhältnis zu ihren Kindern zu tun? So ganz
verstehe ich da den Zusammenhang nicht, wenn ich ehrlich bin.


Offensichtlich... sonst kämst du wohl kaum zu deinen folgenden Aussagen...

In Antwort auf:
Laut Bibel müssen die Kinder gehorchen und müssen
ihre Eltern, egal wie scheisse die sich verhalten, lieben. Nicht so doll, wenn
man mich fragt.


Zitat von SnookerRI
Das bringt bei eingefleischten Bibelkritikern nichts, für sie muss die Bibel einfach schlecht sein.


Leider bestätigt sich hier einmal mehr meine Befürchtung... Dabei hatte ich noch im letzten Beitrag mit Bezug auf die ersten vier Verse des 6. Kapitels des Epheserbriefes folgendes geschrieben:

Zitat von SnookerRI
Der Text aus Epheser 6:1 ist zudem ein weiterer Beleg gegen den vermeintlichen Kadavergehorsam, denn nicht umsonst heißt es zusätzlich: ...in Gemeinschaft mit dem Herrn. Forderungen oder Handlungen, die also klar gegen den Willen Gottes sprechen, sind vom Gehorsam bzw. Erdulden der Kinder gegenüber ihren Eltern ausgeschlossen.


Ich weiß nicht wie man deutlicher zum Ausdruck bringen könnte, dass Eltern ihre Kinder auf keinen Fall anschreien, oder schlagen oder sonst wie misshandeln dürfen und dennoch gehorsam von ihren Kindern dieserhalb fordern können. Anschreien und Schlagen sind gemäß den Worten aus Vers vier wider den Willen Gottes.

Betrachte deine weiteren Kritikpunkte mit ruhigem Gemüt nochmal. Du musst ja nicht sofort darauf antworten. Mir ist es lieber, wenn zwischen den Antworten ein, zwei Tage liegen, als wenn in der nachfolgenden Diskussion nur noch Missverständnisse und Vorurteile bewegt werden (müssen).

Wie dem auch sei: Leider ist hier für mich schon wieder der Punkt erreicht, wo eine Fortführung dieses Diskussionsstranges wenig Brauchbares hervorbringt . Es war wohl noch nicht der richtige Zeitpunkt um eine Wiederaufnahme der inhaltlichen Diskussion zu starten Hoffentlich wird dies in nächster Zeit möglich sein. ich werde es weiter versuchen.

Jetzt warte ich mal ab, ob und wie BS sich dazu äußert.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 18:56
#14 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Also braucht man auch Anhänger
der Rastafari nicht nach Alcatraz zu verfrachten und muss sich auch nicht überlegen, ob sie dort evtl. ausbrechen könnten - und schon gar nicht
irgendwen zur Lynchjustiz aufstacheln...
Was doch auch entsprechend der veränderten Zeit und kulturellen prägung nicht mehr gemacht wird. Ich sagte doch abschließend, dass man gerade Zeit, Kultur und Adressat berücksichtigen sollte...damit es eben nicht zu einer 1:1 Projektion kommt.

Es scheint, als schreibe ich hier doch nur für die Gäste und nicht für die eigentlich angesprochenen Diskussionspartner. Das ist eine tragische Entwicklung


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

14.10.2008 19:40
#15 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Zitat von Snooker
In Antwort auf:
--------------------------------------------------------------------------------
Es ist übrigens interessant, dass es in der ganzen Bibel nicht einmal die Aufforderung an die Eltern gibt, ihre Kinder zu ehren.
--------------------------------------------------------------------------------

Natürlich gibt es diese. Sie sind auch auch schon oft genannt worden. Allerdings scheint man sich damit zufrieden zu geben, die einmal entwickelten Urteile zu pflegen. Da kann man dann wirklich nichts machen. Auf Anhieb fallen mir da 1.Ti. 5:8
und Epheser 6:4 ein.


Das war mir ja auch schon mal aufgefallen vorige Woche.

Nur Snooker, bei den Stellen die du anführst für ein Liebesgebot oder Ehrgebot der Eltern gegenüber ihren Kindern muss man schon sehr viel hineinlesen.

1. Tim. 5,8:
"Wenn aber jemand die Seinen, besonders seine Hausgenossen, nicht versorgt, hat er den Glauben verleugnet und ist schlimmer als ein Heide."

und Eph. 6,4:
"Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern erzieht sie in der Zucht und Ermahnung des Herrn."

Da ist beim besten Willen keine "Liebeserklärung" zu finden. Das man seine Kinder nicht zur Weißglut bringt, sollte klar sein. Nur sollte die Zuwendung über das nichtreizen schon hinausgehen. Manchmal denke ich auch, mit Liebe zu den Kindern ist in der Bibel wirklich die Ermahnung zur "Zucht vor den Herrn" gemeint, da man annehmen muss, den Kindern kann nichts liebevolleres wie ein inniges Verhältnis zum Gott ihrer Eltern passieren.

Mir kann man nun nicht ein vernichtend kritisches Verhältnis zur Bibel unterstellen, teilweis im Gegenteil, aber nach solchen Stellen eindeutiger inniger Zuwendung von Eltern zu ihren Kindern habe ich auch umsonst gesucht, vielleicht kannst du mir da weiterhelfen.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 19:53
#16 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Da ist beim besten Willen keine "Liebeserklärung" zu finden.
Die wäre für Bibelkritiker sehr wahrscheinlich selbst dann nicht vorhanden, wenn dort wortwörtlich stünde: "Ihr Eltern, liebt eure Kinder."

Was ist denn die Zucht und die ernste Ermahnung Gottes: Womit versorgt man denn seine Kinder? Mit Nahrung, Obdach, Kleidung Anleitung und Rat fürs Leben; man ist ihnen ein Ruhepol vor dem Stress mit Schulkollegen oder dergleichen, die Schulter, an die sie sich anlehnen können, solche, die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder ganz individuell eingehen. Der Begriff "für jemanden sorgen" schließt das alles doch ein.

In Antwort auf:
Das man seine Kinder nicht zur Weißglut bringt, sollte klar sein. Nur sollte die Zuwendung über das nichtreizen schon hinausgehen.
Das tut sie auch. Ich kann aber aus meiner Sicht auch nur immer wieder auf die bedeutung der Begriffe und ihren Zusammenhang hinweisen. Wie man dann als Einzelner damit umgeht und die Angelegenheit bewertet: Darauf habe ich keinen Einfluss - s. o. Bemerkung.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

14.10.2008 19:55
#17 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Aber das ist hier doch ein Streit um des Kaisers Bart, solange 1)Hier nicht festgestellt wird welche Version der 10 Gebote zur Debatte steht. Dazu folgendes :
http://www.christus-kommt-bald.de/019870...e11f/index.html
http://members.surfeu.at/veitschegger/texte/10gebote.htm
2)Europäische Grundgesetze gibt es nicht! Ich vermute mal ganz wild die Buddhistin meint wohl EU-Grundgesetze
Oh - Ich lese gerade die gesamten 485 Seiten EU-Vertrag gelten als EU-Grundgesetz.
http://www.welt.de/print-welt/article662...rundgesetz.html
SOLL ICH DEN JETZT ETWA SCHNELL LESEN, UND MIT DER MARTIN LUTHER-AUSLEGUNG DER 10 GEBOTE VERGLEICHEN ?
Hm-oder ist Übereinstimmung mit den Verschiedenen Grundgesetzen in den Verschiedenen Europäischen Ländern gemeint ? Noch verwirrender! Auf jeden Fall halte Ich die bis jetzt laufende Diskussion für von allen Teilen recht subjektiv und rechthaberisch geführt ! Listet erst mal auf WAS ihr jetzt genau mit WAS vergleichen wollt um darin Übereinstimmungen zu suchen. Wenn ETWAS ETWAS ANDEREM nicht wiederspricht sehe Ich THEORETISCH keinen Wiederspruch.


euer ergebener

Regens Küchl

qilin Offline




Beiträge: 3.552

14.10.2008 20:20
#18 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

Zitat von Snooker
Es scheint, als schreibe ich hier doch nur für die Gäste und nicht für die eigentlich angesprochenen Diskussionspartner. Das ist eine tragische Entwicklung

Du lenkst ab - ich bezog mich auf Deine Aussage
In Antwort auf:
Dieses harte Urteil hatte ja seine Begründung... Knast? Schön und Gut aber bisher war es selbst heute immer noch möglich aus einem Knast auszubrechen. Selbst aus Alcatraz ist dies mehrere Male gelungen. Wolltest du für jedes Menschenleben, welches derjenige dann in seiner religiösen Verwirrung tötet, die Verantwortung übernehmen?


Zitat von Snooker
Der Text aus Epheser 6:1 ist zudem ein weiterer Beleg gegen den vermeintlichen Kadavergehorsam, denn nicht umsonst heißt es zusätzlich: ...in Gemeinschaft mit dem Herrn. Forderungen oder Handlungen, die also klar gegen den Willen Gottes sprechen, sind vom Gehorsam bzw. Erdulden der Kinder gegenüber ihren Eltern ausgeschlossen.
Zitat von Eph
6,1 Ihr Kinder, gehorcht euren Eltern im Herrn! Denn das ist recht. [filii oboedite parentibus vestris in Domino hoc enim est iustum] 2 "Ehre deinen Vater und deine Mutter" - das ist das erste Gebot mit Verheißung -, 3 "damit es dir wohlgehe und du lange lebst auf der Erde." 4 Und ihr Väter, reizt eure Kinder nicht zum Zorn, sondern zieht sie auf in der Zucht und Ermahnung des Herrn!

Von einem Beleg sehe ich hier gar nichts - bestenfalls eine Deutung, die Deine Meinung stützen soll. Was hier steht ist, dass der Vater die Kinder nicht zum Zorn reizen soll -
denn Zorn ist ja auch schon wieder sündhaft - sondern sie in Zucht und Ermahnung des Herrn aufziehen. Nicht so mein Geschmack, der Text ist ja immerhin 2.000 Jahre alt -
aber darunter kann man wohl so ziemlich Alles verstehen. Von einem Verweigerungsrecht der Kinder steht hier nicht mal andeutungsweise was
Da jetzt wieder die alte Platte aufzulegen von den Bibelkritikern, die ja dem Zwang unterliegen, Alles schlecht finden zu müssen - nö, passt nicht so ganz.

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

14.10.2008 20:22
#19 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Die wäre für Bibelkritiker sehr wahrscheinlich selbst dann nicht vorhanden, wenn dort wortwörtlich stünde: "Ihr Eltern, liebt eure Kinder."

Das wäre ein unbestreitbar eindeutiges Statement. Aber eine solches gibt es nicht wahrscheinlich. Vieles wird in der Bibel beim Namen genannt, einiges sogar sehr eindeutig, auch in den 10 Geboten. Die Verhältnisse zwischen Mann und Frau scheinen geregelt, die zwischen Vieh und Mensch scheinbar auch, ebenfalls der Standpunkt, den die Kinder gegenüber ihren Eltern einnehmen sollen, nur die rückwärtige Beziehung der Eltern zu den Kindern ist verklausiliert und soll aus 'Begriffen' rausgelsen werden.

Sorge und Versorgung kann natürlich aus Liebe geschehen, aber wenn ich immer die Begriffe in eine Richtung definieren will, welche in den Kontext passt, dann ist wie mit vielen dehnbaren Sachen, sie sind beliebig und interpredierbar.
Es gibt auch äußerst reichhaltig versorgte Familien, denen vor lauter Versorgung die Seele platzt, weil kein Platz mehr ist für die wirklich wichitgen Sachen wie Zuneigung, Verständnis, Toleranz und vielleicht sogar Liebe.
Und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies in der genannten Bibelstelle gemeint ist.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2008 21:09
#20 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Bis auf die politischen Begrifflichkeiten aus unserer Zeit entspricht eine solche Aussage in etwa der Essenz der zehn Gebote.

Das ist aber nicht mehr als deine Meinung. Die gestehe ich dir zu. Mehr nicht.

In Antwort auf:
Die wäre für Bibelkritiker sehr wahrscheinlich selbst dann nicht vorhanden, wenn dort wortwörtlich stünde: "Ihr Eltern, liebt eure Kinder."

Das ist wohl eher ein Nachweis, was Bibelliebhabern so alles möglich ist, auch in die letzte Zeile noch hineinzudeuten.
Exegese auf Spitzenniveau, die jeden Satz nahezu beliebig macht.

Was ich auch für deine Deutung der einzelnen Gebote in Anspruch nehmen möchte.

Das Thema war hier ansonsten die Übereinstimmung der 10 Gebote mit dem Grundgesetz. Die gibts nun mal nicht.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 21:49
#21 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Das ist wohl eher ein Nachweis, was Bibelliebhabern so alles möglich ist, auch in die letzte Zeile noch hineinzudeuten.
Exegese auf Spitzenniveau, die jeden Satz nahezu beliebig macht.

Von Beliebigkeit kann ja kaum die rede sein. Sonst wäre aus theologischer Sicht ja alles gleich gültig. Ist es aber anscheinend doch nicht...

In Antwort auf:
Das Thema war hier ansonsten die Übereinstimmung der 10 Gebote mit dem Grundgesetz. Die gibts nun mal nicht.




Das ist aber nicht mehr als deine Meinung. Die gestehe ich dir zu. Mehr nicht.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 21:58
#22 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Das wäre ein unbestreitbar eindeutiges Statement.
Unbestreitbar eindeutig für dich womöglich. Aber ob Kritiker anderen Schlages das ebenso sähen, wage ich zu bezweifeln, und dieser Zweifel kommt nicht von ungefähr...

In Antwort auf:
nur die rückwärtige Beziehung der Eltern zu den Kindern ist verklausiliert und soll aus 'Begriffen' rausgelsen werden.
Gut, du magst das so sehen. Ich sehe es anders und habe das Warum erklärt. Damit bleibt es voerst bei der Meinungsverschiedenheit...

In Antwort auf:
denen vor lauter Versorgung die Seele platzt, weil kein Platz mehr ist für die wirklich wichitgen Sachen wie Zuneigung, Verständnis, Toleranz und vielleicht sogar Liebe.
Gerade letzteres führte ich ja ganz bewusst im Zusammenhang mit Fürsorge an. Sorge um jemandem ist nämlich mitnichten auf das Versorgen mit materiellen Gütern beschränkt.

Auch das hätte eigentlich schon deutlich hervortreten sollen.

In Antwort auf:
Und das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dies in der genannten Bibelstelle gemeint ist.


Meinetwegen. Über deine Art der Urteilsbildung kann und will ich nicht urteilen. Ich wehre mich nur dagegen, wenn mir eine bestimmte Sicht der Dinge als maßgeblich und unumstößlich dargereicht wird. So wie der Vorwurf, der von BS kam. Wenn Gläubige auf dieser Argumentationsschiene fahren, wird schnell versucht, ihnen daraus einen Strick zu drehen.
Das kann es doch nicht sein - oder?


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

14.10.2008 22:07
#23 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Von Beliebigkeit kann ja kaum die rede sein. Sonst wäre aus theologischer Sicht ja alles gleich gültig. Ist es aber anscheinend doch nicht...

Nur deshalb nicht, weil du wohl die Möglichkeit, die theologische Sicht verbietet einfach die Erkenntnis eben dieser Beliebigkeit, nicht zulässt.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 22:09
#24 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten

In Antwort auf:
Du lenkst ab - ich bezog mich auf Deine Aussage
Inwiefern lenke ich denn ab? Habe ich nicht ausdrücklich in der Vergangenheitsform geschrieben? ich verstehe deinen Einwand nicht...

In Antwort auf:
Von einem Beleg sehe ich hier gar nichts - bestenfalls eine Deutung, die Deine Meinung stützen soll.
Nee - ist klar, dass du das nicht so siehst. Natürlich treffen da unsere Ansichten mal wieder aufeinander.

Auch, dass das nicht so dein Geschmack ist, ist klar; qilin, das weiß ich. Ich würde es gerade deshalb begrüßen, wenn wir wir mal auf der sachlichen Ebene bleiben könnten und persönliche Geschmäcker und Vorlieben aussen vor ließen.

Was dann übrig bleibt, sind Meinungen, die gemäß der Natur der Sache unterschiedlich sind. Jede Seitte bringt Argumente, warum ihre Meinung ihrer Ansicht nach korrekt ist. Wenn wir das schaffen würden, ohne uns ständig vorzuwerfen: "Nee, das mag ich aber nicht", dann wäre dem Dialog schon sehr geholfen...

Wofür reden wir eigentlich noch wenn sich gesamte Diskussionsstränge auf das Bewerten von persönlichen Wunschvorstellungen reduzieren? Lasst uns doch mal die Wirkung der einzelnen Positionen erarbeiten.

Dass qilin, BS, Frank und ich mit unterschiedlichen Motiven an die Sache herangehen, wird dem hoffentlich nicht im Wege stehen.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.948

14.10.2008 22:14
#25 RE: Die 10 Gebote und das deutsche Recht antworten
In Antwort auf:
Nur deshalb nicht, weil du wohl die Möglichkeit, die theologische Sicht verbietet einfach die Erkenntnis eben dieser Beliebigkeit, nicht zulässt.


Na kommt das denn von ungefähr? Schneide ich mir das etwa aus dem Finger... Begründe ich meine Ansichten zur vermeintlich beliebigen Interprettierbarkeit der Texte nicht mit Verweis auf den Kontext? Wie das von dir und den anderen wiederum bewertet wird, ist ja dann wieder Sache des persönlichen Beurteilungsschemas. Und das unterscheidet sich eben von meiner. Deshalb kommt ihr zu anderen Sichtweisen als ich.

Ich habe den Eindruck, als wolle man hier mit Gewalt eine Einigung erzielen, obwohl das kaum möglich sein wird.


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Seiten 1 | 2 | 3 | 4
 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor