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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 78 Antworten
und wurde 3.888 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.872

11.02.2008 10:56
#51 Friede auf Erden Antworten
In Antwort auf:
Für menschen die deinen Maßstab ansetzen und mit dem was die Demokratie zustandebringt - und vor allem - wie sie zustande kommt - zufrieden sind, mag das ja auch zutreffen. Auch, dass es für dich keinen anderen Ausweg geben kann, ist da doch verständlich.
Der "Ausweg", dem wir entgegengehen, wird das Paradies auf Erden sein! Das erste Paradies. Mehr wirst du nicht verlangen und besseres nicht mal erträumen können! Wir haben die Chance zu diesem "Paradies"! Eine andere Denkart stößt mir nicht bitter auf. Aber deine Alternative finde ich, ehrlich gesagt, schon bedenklich. Es enttäuscht mich, wenn du derart neben den Schienen der Realität fährst. Du hast natürlich alle Freiheit dazu, nicht dass wir uns da falsch verstehen. Aber du hast intellektuell deutlich mehr drauf, als dass du ein Gefangener dieser Köngreich-Theorie sein musst.
In Antwort auf:
Andere Menschen setzen ihr Vertrauen anders ein. Kannst du dir vorstellen, mit Mencehn zusammenzuarbeiten, die deine Sicht der Dinge nicht völlig teilen?
Ja natürlich! Kommt aber drauf an. Mit Nationalisten ist eine internationale Politik allerdings nicht herzustellen. Wieso fragst du? Ich bin Demokrat! Also bin ich für Meinungspluralismus, und Politik muss in allen möglichen (inner- und außerparteilichen) Koalitionen hergestellt werden.
In Antwort auf:
Die Bibel spricht in Jeremia davon, dass es nicht bei dem Erdenmenschen steht, auch nur seinen Schritt zu richten.
Und dass alle Bücher der Bibel Gottesffenbarungen sind - und nicht die Werke bisweilen phantasiebegabter Propheten, Druiden, Schamanen und Historiker, wenn's hochkommt - das steht für dich außer Zweifel? Wirklich?? Warum?
In Antwort auf:
Nicht umsonst sagte Jesus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt!
Die Nächstenliebe ist eine Verhaltensstrategie. Etwas Soziologisches. Damals gab es diesen Begriff nicht. Auch nicht den der Juristerei. Die ganze Geisteswissenschaft gab es noch nicht. Hinter jedem Gesetz, hinter dem Recht und der Moral, die ja immaterielle Kategorien sind, mussten sich die Menschen damals eine immaterelle Vergegenständlichung vorstellen: Gott. Die oberste Autorität. Dass das Recht an sich die oberste Autorität ist, die Solidarität (Nächstenliebe) an sich, das Ziehen an einen Strang, als solche neue Kultur-Qualität in die Autorität erhoben werden muss und soll, war damals eben unvorstellbar. Die Zeit war noch in der Vorstellung gefangen, dass die Könige halbe Gottwesen waren (Pharaonen)! Autorität = göttlich, Gott! So wurde in einer Zeit gedacht, die nur rigide autoritäre Gesellschaftsstrukturen kannte! Und diese Zeit haben wir hinter uns gebracht! Wir brauchen heute keinen Sonnengott, keinen Regengott, weil wir die physikalischen Mechanismen des Wetters und der Sonne erkannt haben. Wir brauchen auch keine sozialen Kategorien in die Göttlichkeit erheben, weil wir in der Antike und noch im Mittelalter Autorität nicht anders durchzusetzen wussten. Und weil wir auch nichts von Geisteswissenschaften wussten. Heute ist der Mensch mündig genug, sein Leben, seine Rechtssprechung und die Durchsetzung des Rechtes, seine Entwicklung und sein Glück selbst zu bestimmen. Er hat die Soziologie seiner gemeinschaftlichen Existenz begriffen! In der Bibel steht von alledem nichts. Diese Erkenntnisentwicklung kam erst später.
In Antwort auf:
Genaugenommen Gysi, ist das schon seit über 90 Jahren der Fall
1914. Aja. Na, dann sag doch einfach, dass Gott ab jetzt durch uns allen wirkt. Und dass das, was wir jetzt an Entwicklung erleben, göttlich ist. Na, nicht alles. Ist Bush jr. göttlich?
In Antwort auf:
Wie kam Hitler an die Macht? Was wurde dann aus der Demokratie? Und jetzt komm mir nicht mit: "Das damalige System war noch nicht ausgereift und noch zu brüchig".
Doch, damit komme ich. Menschen machen nicht alles gleich perfekt. Das kann noch nur Gott. Wir haben gelernt, was für einen Schaden der Natialismus anrichtet, der ja nicht nur deutsche politische Philosophie war, sondern politische Philosiphie in ganz Europa, in der ganzen Welt. Darum der europäische Gedanke nach dem 2. WK, darum der Internationalismus! Wir werden weitere Fehler erkennen, die zu schlimmen Fehlern anwachsen. Und wir werden sie zu beheben lernen. Ich meine die Toleranz gegenüber Religionseiferen, die ihren antidemokratischen Kern leben wollen. Religionen bieten in ihrem Kern Sollbruchstellen des Internationalismus und der Demokratie. Die Eiferer werden auf ihnen herumhacken, und wir werden das zu unterbinden haben.
In Antwort auf:
Es kommt doch stets darauf an, inwieweit man die Argumentation der persönlichen und gegensprüchlichen Seite als stichhaltig betrachtet.
Jeder von uns sollte seine Arumentatiosstränge beizeiten mal analysieren. Wie weit geht deine Religio, deine Rückschließung? Nur bis zur Bibel. Die wird nicht hinterfragt. Und das nennst du konsequente Religio(n)? Du musst, wie jeder für sich auch, mal die Parameter deiner Argumente einer Analyse und somit einer Argumentation unterwerfen.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

11.02.2008 18:55
#52 RE: Friede auf Erden Antworten

Hallo Snooker,

ich gehe davon aus, dass wir es auch ohne einen Gott irgendwann geschafft haben, dass
es hier auf dieser Erde friedlich zugehen wird, kein Mensch mehr hungern muss und alle
das gleiche Recht auf Bildung haben werden usw.

Wir brauchen dazu keinen Gott - wir brauchen dazu gesunden Menschenverstand und weniger
Habgier.

Es gab einmal die These (bitte frage mich nicht wann und wo - ich schau mal nach, wenn
ich etwas mehr Zeit habe), dass alles Übel der Welt am Geld liegt. Wenn es nun kein Geld
mehr gibt und sich also keiner mehr auf Kosten anderer Menschen bereichern kann, wird
alles besser und gerechter verteilt werden, die Menschen werden zufriedener usw.

Sicher ist dieses Thema aktueller den je und ich habe heute den aktuellen Wachturm und
den Erwachet mit nach Hause genommen, weil es darin u. A. um die Kriminalität und deren
Ursachen geht. Kriegsgewinnler und Waffenhändler sind ja auch im weitesten Sinne Verbrecher.

Mal schauen, was so drinnen steht und ob es hier passt.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.872

11.02.2008 19:09
#53 Friede auf Erden Antworten
In Antwort auf:
wir brauchen dazu gesunden Menschenverstand und weniger Habgier.
Habgier ist geil! Was wie brauchen ist das Recht auf Habgier für alle! Man kann ja auch Verstand und Glück und Liebe gierig haben wollen. Ich bin für Gier nach Glücklichsein! Und es ist leicht, zu der Einsicht und dem Gefühl zu kommen, dass das Beschenken anderer mit Glück auch dich glücklich macht! "Weniger Habgier" - das klingt mir zu buddhistisch. Mehr Habgier für alle! Das sollte unser Credo sein! Wir sind nicht nur Einzelwesen. Die Individuen selbstbewusst und stark gemacht zu haben, ist das Verdienst der Aufklärung und der Demokratie. Diese Errungenschaft darf nie geschmälert und muss immer gefördert werden! Aber wir sind auch "zoon politikons" (Marx/Aristoteles), Gemeinschaftswesen! Und in dem Gemeinschaftsleben, dem Geben, nicht nur im Nehmen, liegt unser Glück! Mit Zurücknehmen hat das nichts zu tun.

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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

11.02.2008 19:13
#54 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
"Weniger Habgier" - das klingt mir zu buddhistisch

Da ich Buddhistin bin...
In Antwort auf:
Mehr Habgier für alle! Das sollte unser Credo sein!

Hm, das halte ich für gefährlich, denn das geht immer auf Kosten
der Schwächeren. Schon jetzt haben es die Schwächsten schwer.

Neid ist aber ein grosser Faktor, wenn es um Kriege geht. (denke ich)

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() Tao-Ho

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.872

11.02.2008 19:16
#55 Friede auf Erden Antworten
In Antwort auf:
Hm, das halte ich für gefährlich, denn das geht immer auf Kosten
der Schwächeren.
Dann hast du mich nicht genau gelesen und nicht verstehen wollen: Ich schrieb: Habgier für alle! Und Rücksicht auf die Habgier der anderen! Der Buddhismus diskreditiert das Bedürfnis an sich. Und davon sollten wir uns lösen!

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maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

11.02.2008 20:35
#56 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Die Individuen selbstbewusst und stark gemacht zu haben, ist das Verdienst der Aufklärung und der Demokratie.
Die Individuen sind so stark und aufgeklärt, das sie gar nicht wissen, wohin vor lauter (von dir propagierten) Gier nach Glück, zumindest im 'aufgeklärten' Westen.
Die Entscheidung fällt schwer zwischen 64 Fernsehprogrammen, denn dieses und andere sinnentleerte Freizeitbeschäftigungen mehr wird zu großen Teilen als das 'Glück' begriffen. Grenzenlose 'Gier', nach was auch immer, (die Zeit muss tot geschlagen werden oder zumindest vermeindlich glücklich) verbracht werden und Differenzierungen werden erst gar nicht mehr zugelassen, da ja die Habgier im Vordergrund steht. Das Wort beinhaltet haben und wollen und Gier...Habgier oder Habsucht ist das übersteigerte, rücksichtslose Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen, und eng verwandt mit dem Geiz, der übertriebenen Sparsamkeit und dem Unwillen zu teilen....wikipedia....

Du verleist natürlich dem Wort einen anderen, übergreifenden Sinn...Lebensfreude, Emotionen, Glück, Wissensdurst, von jeglichem Schatten einer Transzentenz befreit, strahlend, offen für alles....ausser der Vergangenheit, einer grauen Vergangenheit, als der Mensch noch geduckt unter der Knute eines rachsüchtigen Gottes vor sich hinvegetierte und nur auf die Aufklärer gewartet hat, um befreit zu werden und endlich habgierig sein zu können.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

11.02.2008 20:47
#57 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Die Individuen sind so stark und aufgeklärt, das sie gar nicht wissen, wohin vor lauter (von dir propagierten) Gier nach Glück, zumindest im 'aufgeklärten' Westen.
Die Entscheidung fällt schwer zwischen 64 Fernsehprogrammen, denn dieses und andere sinnentleerte Freizeitbeschäftigungen mehr wird zu großen Teilen als das 'Glück' begriffen.

Das hat doch mit Aufklärung überhaupt nichts zu tun.
Fernsehen und sinnleere Freizeitbeschäftigungen sind für die doch lediglich Religionsersatz!
Ich sehe beispielsweise überhaupt nicht fern - und Glück ist nun wirklich nicht das Hauptziel meines Lebens...
Das nimmt man so gelegentlich nebenbei mal mit!
Letztendlich warten aber nur die Christen auf das absolute und ewige Glück - allerdings nicht in diesem Leben, sondern im jenseitigen Leben.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

qilin Offline




Beiträge: 3.552

11.02.2008 21:00
#58 RE: Friede auf Erden Antworten

Zitat von Gysi
Ich schrieb: Habgier für alle! Und Rücksicht auf die Habgier der anderen!
...
Mit Zurücknehmen hat das nichts zu tun.
Wenn ich die Habgier beschränke aus Rücksicht auf die der Anderen,
dann ist das Zurücknehmen. Und wenn Alle ihre Habsucht ausleben
[können], wer nimmt dann Rücksicht auf die noch nicht Geborenen?
Schon jetzt leben wir zum großen Teil auf Kosten der Nachwelt...

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.242

11.02.2008 21:48
#59 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Aber deine Alternative finde ich, ehrlich gesagt, schon bedenklich. Es enttäuscht mich, wenn du derart neben den Schienen der Realität fährst.
Mich enttäuscht es, dass du nur deinen Blickwinkel auf die realität zulässt, und alles andere daneben ist. Das hast du doch gar nicht nötig.

In Antwort auf:
Aber du hast intellektuell deutlich mehr drauf, als dass du ein Gefangener dieser Köngreich-Theorie sein musst.
Dir erscheintd as natürlich wie ein Gefängnis, weil es deinen Erfahrungen und Empfindungen zuwider läuft. Das bedeutet doch noch lange nicht, dass es das für mich auch sein muss.

Dass du meine Alternative für bedenklich hälst ist doch schon vor vornherein klar gewesen...also mir zumindest

In Antwort auf:
Wieso fragst du? Ich bin Demokrat! Also bin ich für Meinungspluralismus,
Gut! Aber warum musst du dann anderen vorwerfen, neben der Realität zu fahren? Damit sprichst du ihnen doch zumindest indirekt die Wirksamkeit ihrer Argumentation ab... Das hatte mich grade schon etwas gewundert.
In Antwort auf:

das steht für dich außer Zweifel? Wirklich?? Warum?
Na das habe ich doch schon in anderen Threads zu ausführlich erklärt. Primär soll es in diesem Forum ja auch gar nicht darum gehen (wird zumindest oft so angemahnt), sondern darum, was aus dieser Stellung zu den Schriften an gesellschaftlichen Effekten herumkommt.

In Antwort auf:
Die Nächstenliebe ist eine Verhaltensstrategie. Etwas Soziologisches. Damals gab es diesen Begriff nicht. Auch nicht den der Juristerei. Die ganze Geisteswissenschaft gab es noch nicht. Hinter jedem Gesetz, hinter dem Recht und der Moral, die ja immaterielle Kategorien sind, mussten sich die Menschen damals eine immaterelle Vergegenständlichung vorstellen: Gott. Die oberste Autorität. Dass das Recht an sich die oberste Autorität ist, die Solidarität (Nächstenliebe) an sich, das Ziehen an einen Strang, als solche neue Kultur-Qualität in die Autorität erhoben werden muss und soll, war damals eben unvorstellbar. Die Zeit war noch in der Vorstellung gefangen, dass die Könige halbe Gottwesen waren (Pharaonen)! Autorität = göttlich, Gott! So wurde in einer Zeit gedacht, die nur rigide autoritäre Gesellschaftsstrukturen kannte! Und diese Zeit haben wir hinter uns gebracht! Wir brauchen heute keinen Sonnengott, keinen Regengott, weil wir die physikalischen Mechanismen des Wetters und der Sonne erkannt haben. Wir brauchen auch keine sozialen Kategorien in die Göttlichkeit erheben, weil wir in der Antike und noch im Mittelalter Autorität nicht anders durchzusetzen wussten. Und weil wir auch nichts von Geisteswissenschaften wussten. Heute ist der Mensch mündig genug, sein Leben, seine Rechtssprechung und die Durchsetzung des Rechtes, seine Entwicklung und sein Glück selbst zu bestimmen. Er hat die Soziologie seiner gemeinschaftlichen Existenz begriffen! In der Bibel steht von alledem nichts. Diese Erkenntnisentwicklung kam erst später.

Mir ging es jetzt eigentlich schlicht um die biblische Stellung zu Gottesherrschaft und Menschenherrschaft, aber gut. Du wirst mir den Zusammenhang noch näher erklären.

In Antwort auf:
Die Zeit war noch in der Vorstellung gefangen, dass die Könige halbe Gottwesen waren (Pharaonen)! Autorität = göttlich, Gott!

Was wiederum nichts anderes war, als die vetrgötterung von Menscehn, bzw. ihren Ideologien. Aus der Bibel konnte man das nicht ableiten... Warum wohl nicht? Weil es bei dem Glauben an Gott um wesentlich mehr geht, als nur Unerklärliches in letzter Instanz erklärbar zu machen. Dieser biblische Glaube lässt sich nicht mit wissenschaftlicher Unkenntnis oder genereller Rückständigkeit vergleichen; das genaue Gegenteil ist der Fall. Bestimmte Gottesvorstellungen, wie die Vergötterung von Menschen, Naturereignissen und ähnlichem fallen natürlich in das Muster. Das heißt aber sicherlich nicht, dass das auf jedes Verständnis zutrifft. Wir wissen heutzutage immerhin auch, dass Verallgemeinerungen selten zur Klärung eines Umstandes sorgen.

In Antwort auf:
1914. Aja. Na, dann sag doch einfach, dass Gott ab jetzt durch uns allen wirkt. Und dass das, was wir jetzt an Entwicklung erleben, göttlich ist. Na, nicht alles.

Wieso sollte ich? Es ging dir ja offensichtlich nur um die apokalyptischen reiter, die in der tat schon unterwegs sind. Das heißt aber nicht, dass Gottes Vorsatz schon vollendet ist... Aber intererssant ist deine Anspiellung allemal... Jetzt suchen schon Atheisten nach der göttlichen Fügung für ihr Handeln, um auch die letzten, unseligen Gläubigen zu überzeugen

In Antwort auf:
Religionen bieten in ihrem Kern Sollbruchstellen des Internationalismus und der Demokratie.

Du gestehst religionen eine solche Macht zu? Immerhin bedeutet das doch, dass es solche Sollbruchstellen gibt, wenn man auf ihnen herumhacken kann. Und dass diese nicht von religionen verursacht werden.
Außerdem eifern militante religiöse Antidemokraten in die falsche Richtung, denn auch sie werden nicht das perfekte System aufbauen können. Die Frage ist ja: Welche von menschen ausgeübte Alternative gäbe es zur Demokratie, die vergleichbaren Nutzen für die menschen bringen könnte?

In Antwort auf:
Jeder von uns sollte seine Arumentatiosstränge beizeiten mal analysieren. Wie weit geht deine Religio, deine Rückschließung? Nur bis zur Bibel. Die wird nicht hinterfragt. Und das nennst du konsequente Religio(n)? Du musst, wie jeder für sich auch, mal die Parameter deiner Argumente einer Analyse und somit einer Argumentation unterwerfen.


Was tu ich denn hier grade? Wozu regst du mich denn gerade an? Denkst du ich hab nur Spass und rede nur mal so mit dir, weil ich nichts besseres zu tun habe, oder um mir mal meine hässliche, schwarze christen-seele aus dem leib zu schreiben? Nee, im Ernst Gysi, ich betrachte unsere Unterhaltung schon als einen Teil der von dir geforderten Analyse, sonst bräuchte ich mich doch gar nicht mit dir zu unterhalten und diese Diskussion wäre nach - na max. zwei Beiträgen - für mich erledigt gewesen.

Wie du es ja selbst sagst, bedeutet eine Analyse ja nicht, dass man die Grundlage seiner Überlegungen sofort verwirft. Das Gegenteil kann ebenso eintreffen, dass die Überzeugung noch verstärkt wird.
Schau mal Gysi. Du wirst immer Atheist bleiben. Egal was passiert. Trotzdem muss ich dir nicht unterstellen, du würdest deine Rückschlüsse nicht hinterfragen. Für dich findet der Atheismus als einzige Wahrhaftigkeit mit allen Konsequenzen jeden tag Bestätigung. Wie in meinem Fall der christliche Theismus.
Das, was wir beide hier betreiben ist eine Art der Überprüfung auf höchster Instanz, indem wir uns jemanden, der uns völlig gegenteilige Ansichten vertritt, im Dialog stellen.
Auch das ist eine hohe menschliche Leistung.


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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.242

11.02.2008 22:05
#60 RE: Friede auf Erden Antworten

Hallo Tao-Ho,

In Antwort auf:
ich gehe davon aus, dass wir es auch ohne einen Gott irgendwann geschafft haben, dass
es hier auf dieser Erde friedlich zugehen wird, kein Mensch mehr hungern muss und alle
das gleiche Recht auf Bildung haben werden usw.

Wie gesagt, kann ich gut verstehen. Mit euren, bzw. deine Erfahrungen ist das definitiv eine ernstzunehmende, folgerichtige Schlussfolgerung.

In Antwort auf:
wir brauchen dazu gesunden Menschenverstand und weniger
Habgier.
Du hast Recht! Was ist mit der Instanz, die dieses denken fördert? Wie wird das ablaufen? Worin kann man heute diese Erkenntnis festmachen?

In Antwort auf:
Es gab einmal die These (bitte frage mich nicht wann und wo - ich schau mal nach, wenn
ich etwas mehr Zeit habe), dass alles Übel der Welt am Geld liegt. Wenn es nun kein Geld
mehr gibt und sich also keiner mehr auf Kosten anderer Menschen bereichern kann, wird
alles besser und gerechter verteilt werden, die Menschen werden zufriedener usw.


Yap, auch da trifft die These, bzw. du den Punkt. Mal abgesehen davon, dass man auch Waren oder Besitz wie Geld behandeln kann. Die Frage ist, inwieweit da noch ein umdenken zustande kommen kann. Denn Geld besitzt nun mal einen sehr hohen Stellenwert in der Politik und Wirtschaft.
Es muss also damit gerechnet werden, dass die Abschaffung des Geldes einen Zusammenbruch aller darauf basierenden Wirtschaftssysteme zur Folge hat. Und was daraus resultiert, will ich lieber nicht näher erläutern; brauch ich auch nicht, denn es dürfte jedem klar sein...





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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

11.02.2008 22:17
#61 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Es muss also damit gerechnet werden, dass die Abschaffung des Geldes einen Zusammenbruch aller darauf basierenden Wirtschaftssysteme zur Folge hat. Und was daraus resultiert, will ich lieber nicht näher erläutern; brauch ich auch nicht, denn es dürfte jedem klar sein...

Und wie wird das dann in deinem "Himmlischen Jerusalem"?
Gibt es dort Geld?
Muss man da arbeiten, oder wachsen einem die Früchte und gebratenen Fasanen u.s.w. in das Maul hinein?
Also ich halte nix von Paradiesesträumen - ob weltlich oder religiös!
Weder hier, noch im Jenseits, wird es jemals ein paradiesisches Leben geben!

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(Lukrez)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.242

11.02.2008 22:38
#62 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Weder hier, noch im Jenseits, wird es jemals ein paradiesisches Leben geben!
Auf jeden Fall keines, wie du es dir vorstellst.


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Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

12.02.2008 06:20
#63 RE: Friede auf Erden Antworten

Hallo Lukrez,

ich will Dir schnell meine (zugegeben kindliche) Vorstellung vom Begriff "Paradies" erklären.
Für mich wäre es schon ein Paradies, wenn kein Kind mehr vor Hunger sterben müsste oder weil
es an Impfstoffen fehlt usw. Keine Frau sollte mehr Angst haben müssen von Soldaten vergewaltigt
zu werden und sie würden gleiches Geld und gleiche Anerkennung für ihre Arbeit bekommen.

Fein wäre auch, wenn die sog. Nurhausfrauen die Achtung bekämen, die ihnen zusteht. Es ist
nicht leicht in der heutigen Zeit Kinder anständig zu erziehen und der Haushalt ist wirklich
schwere Arbeit, wenn Kinder da sind. Nicht jede Frau hat so einen Engel wie ich zu Hause, der
auch mal das Bügeleisen schwingt und kocht, wenn ich zu müde bin.

Alte Menschen sollten nicht um wichtige OP´s betteln müssen. Schon oft habe ich leider erleben
müssen wie einem Menschen, nur weil er zu alt war, eine OP nicht gegeben wurde, weil es sich
bei dem eh nicht mehr lohnt.

In Antwort auf:
Weder hier, noch im Jenseits, wird es jemals ein paradiesisches Leben geben!

Doch, irgendwann wird kein Kind mehr vor Hunger sterben müssen. Die Menschheit ist auf
einem guten Weg in ein Paradies. Es wird nur noch seine Zeit dauern.

Hallo Snooker,

sicher ist mir bewusst, dass ohne Geld erst mal unser System zusammenbrechen würde. Auch das
stand in dieser Hypothese und der Verfasser wies drauf hin, dass alles vorsichtig passieren
sollte, um dieses zu vermeiden.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.872

12.02.2008 10:02
#64 Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Wenn ich die Habgier beschränke aus Rücksicht auf die der Anderen,
dann ist das Zurücknehmen. Und wenn Alle ihre Habsucht ausleben
[können], wer nimmt dann Rücksicht auf die noch nicht Geborenen?
Schon jetzt leben wir zum großen Teil auf Kosten der Nachwelt...
Den Begriff "Habgier" habe ich in dem Kontext dieser Diskussion hier rhetorisch eingesetzt. Naürlich bin ich gegen die Habgier. Aber ich bin ebenso dagegen, die Bedürfnisse, und auch die materiellen Bedürfnisse, generell als Lebensentwertung zu diskreditieren! Darum ging es mir!

Wer sich seine 64 sinnentleerten Fernnsehprogramme täglich reinziehen muss, sollte nicht den Fernsehprogrammen die Schuld an seiner eigenen Sinnentleerung geben. Von den 64 Programmen gibt es täglich 2 - 3 Stunden aus 2 - 3 Programmen, die man sich anhören und ansehen kann. Muss man aber nicht. Aber wer mit einer Alles-Scheiße!-Haltung durch das Leben läuft, ist blind für die Sinnobjekte, mit denen die Straßen des Lebens vollgepflastert sind! Wer so alles-scheiße-mäßig denkt, ist an seinem Sinnentleertsein selber schuld.

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qilin Offline




Beiträge: 3.552

12.02.2008 12:56
#65 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Naürlich bin ich gegen die Habgier. Aber ich bin ebenso dagegen, die Bedürfnisse, und auch die materiellen Bedürfnisse, generell als Lebensentwertung zu diskreditieren!
Da hab' ich kein Problem mit, stimme ich gern zu... Und auch ein
gewisser Luxus ist nicht zu verachten - sonst hätte ich kein Motorrad

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() qilin

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

12.02.2008 21:36
#66 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Doch, irgendwann wird kein Kind mehr vor Hunger sterben müssen. Die Menschheit ist auf
einem guten Weg in ein Paradies. Es wird nur noch seine Zeit dauern.

Das sind doch Wunschträume der Frühaufklärung und sonst nichts!
Selbst in Deutschland verhungern Kinder.
Den Himmel auf Erden schaffen...
Hat mit der Realität leider absolut nichts zu tun - das tritt dann ein, wenn die Menschheit ausgestorben ist und ihren Platz auf diesem Planeten geräumt hat!
Ich halte dieses Denken sogar für sehr gefährlich.
Momentan muss die Menschheit sogar erstmal um ihr Überleben kämpfen und gerade die Energieproblematik wird mit Sicherheit noch zu enormen Hungersnöten auf diesem Planeten führen!

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(Lukrez)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


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12.02.2008 22:06
#67 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Momentan muss die Menschheit sogar erstmal um ihr Überleben kämpfen und gerade die Energieproblematik wird mit Sicherheit noch zu enormen Hungersnöten auf diesem Planeten führen!
Hat sich das was verselbstständigt und kann der Mensch es nicht mehr aufhalten?

Du hast ja schon eine interessante Lösung parat, die ja schon einer Bankrotterklärung an menschliche Bemühungen gleichkommt...

Lass dat ma´ nich den Gysi hören...


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Lukrez Offline




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12.02.2008 22:12
#68 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Hat sich das was verselbstständigt und kann der Mensch es nicht mehr aufhalten?

Ja - seid fruchtbar und mehret euch!
Die Erfüllung von Gottes Auftrag...

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(Lukrez)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.242

12.02.2008 22:37
#69 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
Ja - seid fruchtbar und mehret euch!
Die Erfüllung von Gottes Auftrag...


Grade sprachst du noch von der Energieproblematik...jetzt ist es also doch wieder Gott schuld.. Wie üblich und noch dazu so bequem...


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Tao-Ho Offline

Zennois


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13.02.2008 06:45
#70 RE: Friede auf Erden Antworten

Hallo Lukrez,

warum meinst Du habe ich selber meine Vorstellung vom Paradies kindlich genannt?
Mir ist durchaus bewusst wie naiv diese Vorstellung ist, aber sie erleichtert
mir meinen Alltag sehr, denn ich sehe viel Leiden und viel Schlimmes und muss
es mir ein bisschen erträglicher machen, um noch die zwanzig Jahre bis zur Rente
durchhalten zu können ohne zu verhärmen.

Zitat von Lukrez
Momentan muss die Menschheit sogar erstmal um ihr Überleben kämpfen und gerade die Energieproblematik wird mit Sicherheit noch zu enormen Hungersnöten auf diesem Planeten führen!

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Gysi Offline

Atheist


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13.02.2008 14:38
#71 Friede auf Erden Antworten
An Lukrez, Tao-Ho und Snooker,

was ist falsch an meiner Einschätzung, dass die Menschen schlau genug sind, ihre Lebensumstände Schritt für Schritt zu verbessern? Auch dir, Lukrez, empfehle ich, wie ich das schon Snooker sagte, die Geschichte der Menschheit dir anzuschauen, und besonders die letzten Jahrhunderte. Da hat sich doch einiges Erfreuliche getan, oder? "Lenin lehrt zum Glück: Zwei Schritte vor, ein'n zurück..." Wolf Biermann schrieb diese Zeilen. Ich bin kein Lenin-Fan, keine Bange. Aber dieser Reimsatz ist nicht schlecht. Schaut nicht nur auf die Rückschritte. Müsste die Menschheit doch schon fünfmal tot sein, wenn man dem glaubt, was ihr da so sagt. Snooker und Lukrez meine ich, Tao-Ho, dich nicht.

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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

13.02.2008 20:14
#72 RE: Friede auf Erden Antworten

In Antwort auf:
was ist falsch an meiner Einschätzung, dass die Menschen schlau genug sind, ihre Lebensumstände Schritt für Schritt zu verbessern?

Ganz einfach:
Für jeden Schritt vorwärts müssen wir einen extrem hohen Preis zahlen.
Und dieser Preis wird nun bald unbzahlbar sein!
Leute - wir gehen keinem Paradies entgegen - ihr habt lediglich einen naiven Glauben daran als Religionsersatz!
Nix gegen Technik - aber unser naiver Technik - und Fortschrittsglaube wird uns das Genick brechen.
In Antwort auf:
...die letzten Jahrhunderte. Da hat sich doch einiges Erfreuliche getan, oder?

Allerdings - aber um welchen Preis? Wir stehen doch zweifelsohne am Abgrund!

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.02.2008 20:45
#73 RE: Friede auf Erden Antworten

Mit Sicherheit. Und das seit einigen tausend Jahren.

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

13.02.2008 20:51
#74 RE: Friede auf Erden Antworten
Der Mensch ist ein Sisyphus. Und dieses so bewunderns- wie bedauernswerte Geschöpf muß lichte Momente haben, Augenblicke, in denen ihm der Verdacht kommt, daß das Leiden vielleicht gar nicht zu minimieren, sondern nur umzuverteilen ist und daß jeder, der hier etwas fortnimmt, es dort zurückzuerstatten hat.
Und noch ein Satz von Horstmann dazu:
Die einzige Möglichkeit, die Lebenserwartung wilder Tiere sprunghaft zu steigern, ist der Zoo. Im Gegensatz zu ihnen haben wir uns unsere Freigehege selbst gebaut und nennen sie Städte. Die Spiegelbildlichkeit der beiden künstlichen Habitate ist erschreckend. Selbstredend wollen wir das nicht wahrhaben. Statt dessen tun wir so, als könnte man aus derselben Flasche Schnaps plötzlich die doppelte Anzahl von Gläsern abfüllen, ohne das Destillat zwischenzeitlich zu verwässern.

Wenn ich mir so täglich die Massen von Joggern anschaue, so ist das für mich eine eindringliche Demonstration, in welch armseliger Gesellschaft wir inzwischen leben.
Das ist nicht besser als ein Hamsterrad!
Was ist da Fortschritt?

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(Lukrez)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.02.2008 21:01
#75 RE: Friede auf Erden Antworten

Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen. Albert Camus / Der Mythos von Sisyphos

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