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Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 57 Antworten
und wurde 3.024 mal aufgerufen
 Christentum
Seiten 1 | 2 | 3
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.01.2006 15:30
#51 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten

In Antwort auf:
Ist es nicht eher so, das wir einen absoluten Werteverfall haben da die christlichen Werte immer mehr aus unserem Kulturkreis verschwinden?

Sehe ich nicht so. Und zwar gleich in zweierlei Hinsicht.

Ersten ist der Werteverfall, den auch ich sehe, nicht die Folge des Rückgangs christlicher Werte, sondern mehrschichtig. Für die Hauptursache halte ich den totalen politischen Umbruch in Europa. Der Osten hat einfach seine alten Werte verloren, und der Westen die Konkurrenz. Bis sich da neue Werte entwickeln, dauert halt eine Weile.

Zweitens sehe ich die christlichen Werte eher auf dem Vormarsch. Gerade im Osten haben doch die Kirchen keine Sekunde versäumt, ihre Claims abzustecken. Aber auch außerhalb der Kirchen tut sich da einiges. Wenn ich z.B. an Xavier Naidoo denke, wird mir fast übel. Vor anderen habe ich Angst wie bisher nur vor den Glatzen, nämlich The Call und Holyrevolution. Lies dir doch das mal durch:

http://www.rbb-online.de/_/arddokumentat...er_3355506.html

Was fehlt sind Vorbilder. Die Politik kann die nicht mehr bieten. Bei der Wirtschaft scheint gesellschaftliche Übereinkunft zu herrschen, moralische Werte gar nicht erst mehr zu erwarten. Da wird total akzeptiert, dass selbst Firmen, die Gewinn machen, sich vor ihrer Verantwortung drücken und Stellen ins Ausland verlagern um noch mehr Gewinn zu machen.

Du wirst jetzt sicher Jesus als Vorbild vorschlagen. Aber da gibt’s einfach zu viele Vorstellungen, wie man ihm am besten nacheifern sollte. Die meisten machen, s.o., eher mehr Angst.

Fakt ist aber, dass die Gesellschaft dabei ist, neue Orientierung und neue Werte zu suchen. Hoffen wir mal, dass dies nicht in die Richtung läuft wie in Gods own country.


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lovejews Offline



Beiträge: 34

23.01.2006 13:09
#52 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten
Hi,
was ich nicht auf die Reihe kriege bei Euren Antworten auf die ich auch im einzelnen eingehe wenn's gewünscht wird, ist der Umstand das Ihr alle eine ähnliche Analyse der Situation habt aber keine Antworten. Es ist vieleicht kindlich und naiv sich auf das Fundament Jesus oder Gottes zu stellen aber es ist zumindest praktikabel. Alles was ich in meinem Leben vorher getestet habe war nicht so das es mich nachhaltig gefestigt hätte oder Bestand hatte. Jesus sagt ja auch werdet wie die Kinder, oder das die Weisheit der Menschen töricht in Gottes Augen ist. Nun ist dies sicherlich eine biblische Argumentation, aber ich erlebe zumindest in meinem Umfeld das Sie bei gemeinsamer Ausrichtung auf diese Werte ein solides miteinander möglich macht.Ich glaube nicht das der Mensch ein Werteraster aus seiner Entwicklung auf die Reihe kriegt, weil das aus meiner Sicht im wiederspruch mit allem steht was in der Entwicklung, auch wenn man sich die geschichtliche Entwicklung anguckt, im wiederspruch steht. These wäre der Mensch lernfähig hätten wir jetzt diese Zustände auf der Erde? Ich glaube solange ich auf konsequente Selbstverwirklichung setze fallen links und rechts von mir die Menschen in den Graben.Zu Vorbildern gäbe es zu Fragen wer wäre den so ein Vorbild?`Ich kenne niemanden der mich nachhaltig in allen Punkten die mich fragen lassen beeindrucken würden. Oder bastelt man sich in Frankensteinmanier ein durchgängig authentisches Vorbild? Mutter Theresa, ein bischen Schröder, Merkel, ein wenig Physiker und ein bischen Philosoph.Das ist für mich auch nicht der burner. Ich halte mich da halt an Gott der dieses durchgängige Vorbild repräsentiert. Da kann ich mich daran orientieren und ausrichten.
Gruß

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

23.01.2006 17:38
#53 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten
Richtig. Und auch für alle unkritischen Menschen die gerne vorgedacht bekommen und nicht selbst denken mächten, ist Gott sicher eine praktikabele Möglichkeit.

Aber auf der Welt leben mehr glückliche Atheisten als Christen. Und es werden immer mehr. Also muss doch wohl auch deren Moral praktikabel sein.

Mich würde schon mal interessieren, was du zu dem von mir gesagten im Einzelnen zu sagen hast. So was ist nämlich die Grundlage von Diskussion. Aber Vorsicht, unter Umständen könnte das zu Erkenntnis führen.

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bandobras Offline



Beiträge: 131

01.02.2006 14:32
#54 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten

In Antwort auf:
Außerdem wüsste ich gerne, woran du festmachst, welche der im Pentateuch niedergeschriebenen Regeln bloß Gesetze für den damaligen Staat Israel waren...

Das fängt schon in 2. Mose 21,1 an: "Dies sind die Rechtsordnungen, die du ihnen vorlegen sollst." die Gesetze ziehen sich dann eine ganze Weile durch.

Jesus hat nicht gesagt, dass das Gesetz immer bestehen bleibt, sondern dass es bestehen bleibt bis es vollständig erfüllt wird.

In Antwort auf:
Aus demselben Grund, aus dem du nicht der Überzeugung bist, Quetzalcoatl Menschenopfer darbringen zu müssen, nur weil du mal etwas über aztekische Mythologie gelesen hast.

Quetzacotl hat mir keine göttlichen Prophezeihungen oder sonst etwas hinterlassen, was mich von ihm überzeugen könnte. Genausowenig, wie das Spaghetti Monster.

In Antwort auf:
Ich wüsste gerne, warum das Christentum den Exklusivitätsanspruch auf die von dir angesprochenen Werte haben sollte.

Weil es ansonsten keinen Grund für die Einhaltung dieser Werte gibt. Der Mensch ist ansonsten ein Zufallsprodukt, eine Laune der Natur, eigentlich nichts.
Wozu Werte? Soll doch dann jeder machen was er will.
Es gibt keinen Grund diese Werte einzuhalten, wenn der Mensch nur eine Materieansammlung ist. Wörter wie Moral, Ehre, Schmerz, Freude verlieren ihre Bedeutung. Einem Menschen geht es schlecht. - Na und? Irgendwo brennt eine Kerze runter, Planeten drehen sich um die Sonne, ein Komet schlägt irgendwo ein. Alles genauso bedeutungslos. Und genau in die Richtung läuft alles. Es gibt zwar auch Nichtchristen, die einen Teil der christlichen Werte vertreten, aber fehlt es denen an einem Fundament dafür. Dazu kommt, dass es immer weniger werden. Alles verfällt ins relative, bedeutungslose.


In Antwort auf:
Und es werden immer mehr.

Das sagt auch die Bibel.

In Antwort auf:
Aber auf der Welt leben mehr glückliche Atheisten als Christen.

Quellenangabe?

Was "The Call" angeht kenn ich mich überhaupt nicht aus. Seltsam...Sobald jemand sagt er sei Christ und dann irgendetwas anstellt heißt es "Scheiß Christen". Wenn ein Flugzeug abstürzt regt sich auch keiner auf "Scheiß Schwerkraft". Da wird die Ursache beim Piloten oder an der Konstruktion der Maschine gesucht.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

01.02.2006 15:18
#55 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten

In Antwort auf:
Weil es ansonsten keinen Grund für die Einhaltung dieser Werte gibt.

Du wirst doch wohl nicht so fundamentalistisch sein und nur die christlichen Werte gelten lassen. Schon lange vorher gab es praktikable Wertevorstellungen und auch lange danach wird es sie noch geben.

In Antwort auf:
Es gibt zwar auch Nichtchristen, die einen Teil der christlichen Werte vertreten, aber fehlt es denen an einem Fundament dafür

Das kann schon sein. Aber umgedreht wird wohl eher ein Schuh draus. Die christlichen Werte haben sich in ihrem praktischen Teil angepasst. Weil die alten Werte nicht so lebenstauglich waren, hat man viel vom Humanismus übernommen.

In Antwort auf:
Sobald jemand sagt er sei Christ und dann irgendetwas anstellt heißt es "Scheiß Christen". Wenn ein Flugzeug abstürzt regt sich auch keiner auf "Scheiß Schwerkraft".

Komischer Vergleich. Die Schwerkraft hat keine Alternative. Christen schon. Zumindest ich sage aber nicht immer, wenn ein Christ Mist gemacht hat, "Scheiß Christen". Das sage ich nur, wenn ein Christ oder sonst wer aus religiöser Motivation heraus Scheiße gemacht hat.

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bandobras Offline



Beiträge: 131

04.02.2006 11:40
#56 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten

In Antwort auf:
Du wirst doch wohl nicht so fundamentalistisch sein und nur die christlichen Werte gelten lassen.

Für mich sind die christlichen Werte die einzig verbindlichen.

In Antwort auf:

Die christlichen Werte haben sich in ihrem praktischen Teil angepasst. Weil die alten Werte nicht so lebenstauglich waren, hat man viel vom Humanismus übernommen.

Davon hätt ich gern mal ne größere Abhandlung.

In Antwort auf:
Die Schwerkraft hat keine Alternative.

Aber der Pilot. Er muss ja nicht xtausend meter hoch fliegen.
Wenn ein Nazi Ausländer aufkloppt sind doch auch nicht alle Deutschen scheiß Nazis.
Ein Christ hat keine religiösen Motive um Mist zu bauen. Und wenn doch, dann kommen die von überall her, aber nicht aus der Bibel.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

04.02.2006 12:01
#57 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten

In Antwort auf:
Für mich sind die christlichen Werte die einzig verbindlichen.

Das ist mir schon klar.

Aber bist du in der Lage zu akzeptieren das andere nach andren Werten leben und diese Werte durchaus auch ihr Berechtigung haben können?

In Antwort auf:
Davon hätt ich gern mal ne größere Abhandlung.

Sicher stimmts du mit mir darüber überein, das Toleranz ein ganz wesentliches Merkmal des Humanismus ist. Dies Toleranz hat die Kirche aber vom antiken Humanismus übernommen.

Siehe dazu auch: http://www.jurawelt.com/aufsaetze/rechtsp/6246

Dort heißt es u.a.: Das Menschenbild des antiken Humanismus (Stoa, Cicero, Seneca) schloß bereits ein Mindestmaß von Toleranz ein, eine relative Religionsfreiheit für unterworfene Völker in den antiken Reichen (Alexander der Große, das römische Reich). Von der Staatsreligion abweichende religiöse Bekenntnisse wurden geduldet, wenn die abhängigen Völker die Oberhoheit des Reiches und - in Rom - die Verehrung des Kaisers als Gott anerkannten. Da die Christen nur den einen Gott, den Erlöser aller Menschen, verkündeten und den Kaiserkult verweigerten, wurden sie, bis zur Bekehrung Konstantins, als Feinde des Reiches in periodischen Schüben grausam verfolgt.

Vielleicht nicht zuletzt aufgrund dieser Erfahrungen lehrte der Kirchenvater Tertullian (um 200), daß niemand gegen seinen Willen zum Glauben gezwungen werden dürfe und jeder das natürliche Recht habe, zu verehren, was er für richtig halte.

Humanistische Werte gab es also schon lange vor den christlichen. Schon rein logisch ist es gar nicht möglich, dass eine frühere Lehre Werte einer späteren übernommen hat. Es geht nun mal nur umgedreht.

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lovejews Offline



Beiträge: 34

04.02.2006 14:03
#58 RE: Buchempfehlung für den angehenden Ketzer antworten
Hi,
mir geht es auch so das ich auf dem Fundament Jesu stehe allerdings nicht auf einem "Werteraster Bibel", das wie ein Handbuch für gute Werte zu lesen ist sondern in Beziehung zu dem lebendigen Gott.Natürlich halte ich für mich die Bibel als das Wort Gottes. Ich glaube das die Worte der Bibel erst durch die Offenbarung des Heiligen Geistes lebendig werden und sich somit den persönlichen Situationen in denen man steht offenbaren. Die Gesetze des alten Bundes sind für das Volk Israel geschrieben worden um Ihnen vor Augen zu führen das Sie trotz aller erdenklicher Mühe diese Einzuhalten nicht einhaltbar sind. Erst durch Jesus sind wir vom Fluch des Gesetzes erlöst und somit unter Gnade.Ich glaube das die sich die ständig verändernden Werteraster die dem Zeitgeist entspringen nur offenbaren wie fehlbar und verlogen wir doch im Grunde sind.Heutzutage ist doch der größte Makel der einem anhaften kann "Intolerant zu sein". Dabei wird mit solch einer Intoleranz toleranz eingefordert wenn es um die eigenen Belange geht das ich kotzen könnte. Ich denke das viele Menschen die mich umgeben Profilos sind weil Sie sich warum auch immer nicht trauen zu Ihren Werten zu stehen. Hat man welche die auch für andere wahrnehmbar sind , dann wird immer wieder versucht diese auf ein tumbes gleichmaß zurückzustutzen damit wir uns alle wieder vermeintlich wohl fühlen können. Das ist mir so doof. Jesus hat von sich gesagt das es keinen Weg zu Gott gibt den durch Ihn. Das ist seine Aussage und die werdet Ihr sicher als absolut Intolerant outen können aber sie steht da. Er hat bei aller Liebe zu jeden einzelnen Menschen für die er aus meiner Sicht auch gestorben ist niemals kompromisse gemacht an Stellen die Existenziell sind. In diesem Sinne halte ich es mit meinem Glauben. Gott liebt die Sünder aber nicht Ihr tun. Und er weis dieses strikt zu trennen. Dieses ist und nun nahezu unmöglich weil wir oft durch Handlungen,Ausagen oder was auch immer von Menschen so abgetörnt sind das es uns im Traum nicht einfallen würde diese Person die unser Missfallen erweckt hat dennoch vorbeltlos zu lieben
Gruß

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