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Atheismus vs. Religionen  


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 Lagerhalle
kadesch Offline



Beiträge: 2.705

25.02.2008 11:55
Kadesch in Amerika, oder was hat uns Borat verschwiegen. Antworten

dies ist eine kleine Weiterführung des Threads über Patriotismus in den USA.
Ohne den thread ist das verständnis der USA nicht greifbar.


Sehen wir uns mal die Zusammenhänge vorn Patriotismus und Religiösem
Fundamentalismus an.
Gerade wenn ich am Beispiel USA Konservative Prediger wie Billy Graham (den ich selbst
einmal als Gast bei einem religiösen Kongress traf) ansehe, da habe ich mit spontanem
Brechreiz zu kämpfen. Mit einer Mischung aus markigen Reden und rührseligen Geschichten
über Reumütige Sünder und Apelle die ganze Welt mit der Botschaft von Jesus und dem Himmelreich
(und Mickey Mouse und Cola als seine Wahrzeichen) zu evangelisieren, zeigt der gute Billy
wie man Erfolgreich bei Menschenmassen das Gehirn ausschalten kann.
Er ist das Paradebeispiel der Evangelikalen Christen die mit teilweise Abenteuerlichen Konstrukten
die Evolution in Abrede stellen.
Wissenschaft (oder das was man dafür hält) ist nur so lange Nützlich wie man sie vor den eigenen Karren spannen kann.
Geht diese andere Wege ist es Teufelszeug.
Richten wir mal einen Blick auf den typischen amerikanischen evangelikalen Christen.
Er kommt aus der Mittelschicht, ist weiß, hat meist einen College Abschluss, ist verheiratet,
hat zwei bis drei Kinder, schaut gerne Baseball oder american Football, geht Sonntags in die Kirche,
und besucht regelmäßig Prostitierte oder falls er sich nicht traut sieht er heimlich Pornos und spielt
anschliessend "Fünf gegen Willy"
Alkohol wird in geringen Maßen bei Familienfeiern getrunken, oder in größeren Maßen, wenn er sich
unbeobachtet fühlt. Drogen nimmt er höchstens in früher Jugend und wenn dann raucht er Dope aber
ohne es zu Inhalieren. Aus dieser Eigenerfahrung lernt er schnell dass Drogen Teufelswerk sind und man
die Jugend davor schützen muss. Er käme nie auf die Idee Drogen zu nehmen, ausser wenn er dazu
auf einer Party hierzu eingeladen wird (meist sind ja auf solchen Parties viele Juristen oder Richter anwesend,
was dem ganzen einen fast legalen Anstrich gibt.)
Er war in der Army und ist stolz darauf seinem Land gedient zu haben, egal ob in Friedenszeiten,
oder in Kriegszeiten Beispielsweise wie ein amerikanischer Präsident dessen Namen ich nicht nennen möchte,
der die Heimat in der Nationalgarde in Texas gegen den Vietcong verteidigte)
Ich sage nicht dass alle so sind oder dass sogar Prominente Vertreter aus Politik oder Wirtschaft oder
Klerus in solche Dinge verstrickt sind. Ich meine das ganze jetzt rein Hypothetisch mit völlig fiktiven Personen.
Dieser sogenannte evangelikale Christ hält sich für Weltoffen und tolerant und weist auch gerne darauf hin
dass in seiner Religion alle Hautfarben verteten sind. Theoretisch jedenfalls...
Er selbst hat ja nichts gegen Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderem ethnischen Hintergrund,
aber er möchte diesen Leuten nicht zumuten in seiner eigenen Kirchengemeinde unter lauter Weißen
sitzen zu müssen. Den Wunsch dieser Leute unter sich zu bleiben unterstützt er mit Kräften,
so wie er auch gerne mit seinen Freunden nächtens mit weissen Kapuzen um brennende Kreuze herum marschiert.
Menschen mit anderer Hautfarbe würden sich da sicher auch nicht wohlfühlen.
Er zeigt sich tief betroffen über die Umweltzerstörungen und fährt am Wochenende gerne mit seinem
8,8 Liter Pickup Truck mit der Familie ins Grüne. Er engagiert sich für den Erhalt der Regenwälder Amazoniens
und Unterstützt die Vertreibung von Indios die da in den Wäldern herumlungern und am Ende noch
halbnackt herumlaufen. Gegen solche Offen gelebte Sünde muss man ja einschreiten.

Diese Evangelikalen sind friedliche Leute, die aber das Recht Schusswaffen zu tragen für sich beanspruchen.
Man muss sich ja gegen marodierende Banden verteidigen können, oder gegen unliebsamen Besuch
auf seinem Grundstück. Gut die zahl der erschossenen Brifträger sit geringfügig höher als in Europa
(mit Ausnahme von Albanien), aber wir wollen uns ja nicht in statistischen Spitzfindigkeiten verirren.
Überhaupt sind diese Menschen ja nicht agressiv, sondern eher ängstliche Zeitgenossen.
Sie wissen dass die Welt schlecht ist und dass Ausserhalb ihrer Kirchengemeinde böse Menschen hausen,
die ihnen falls sich die Gelegenheit dazu ergibt etwas schlimmes antun möchten.
Eventueller Schusswaffengebrauch ist reine Notwehr, denn der Dreijährige mit dem
runden Ding das er mit dem Fuß über den Rasen des ihm fremden Grundstücks kickt, könnte ja ein
Terrorist mit islamistischem hintergrund sein. Es kann ja auch kleinwüchsige Terroristen geben, oder?
Man steckt ja nicht drin in den Köpfen der Anderen
Aber der Vorwurf des Rassismus läßt diesen Evangelikalen kalt. Schliesslich ist er ja keiner.
Und dass Menschen in seinem Lande wegen ihrer Hautfarbe oder ihres ethnischen Hintergrunds
diskriminiert werden hält er für absurd. Damit Konfrontiert dass 80% aller Strafäter in Haftanstalten
der USA nicht Weiß sind, hält er für "Linksliberale Propaganda" schliesslich werde jeder Fair behandelt
und hat Recht auf einen fairen Prozeß. Prominente Beispiele "Michael Jackson und O.J. Simpson"
Schliesslich habe man ja auch eine schwarze Aussenministerin ( diese Dame mit dem Charme von Hannibal Lector)
Und gegen Ausländer sei man ja auch nicht schliesslich ist ja ein Mann mit Österreichichem Migrationshintergrund
Gouvernator von Kalifornien.
Daher sind sie alle Felsensfest davon Überzeugt dass sie ihre Heilsbotschaft in alle Welt tragen müssen.
Und wenn auf diesem Kreuzzug ein paar "bad Guys" (meist fiese Orientalen mit struppigen Bärten)
eliminiert werden ist das nicht der Rede wert. Wen juckst wenn ein wenig Blut fliesst.
(das tuts doch beim Rasieren auch manchmal)
Und am Ende wird alles gut. Der Mustapha und der Ali werden gute Evangelikale Christen und man
feiert gemeinsam beim Thanksgiving. Und beim Truthahn Essen macht man eine nette Plauderei über Baseball
mit ihnen.
Wir sehen alles wird gut.


3. Teil


Als ich das Flugzeug betrat geisterten ja alle möglichen Klischees die man gegen die Vettern aus Übersee
so Landläufig hegt und die gerne als "Antiamerikanismus" bezeichnet werden, in meinem Kopf herum.
Die Bordkarte die man genötigt wird auszufüllen (ob man Drogen oder Waffen einzuführen gedenkt, ob man
HIV positiv sei oder Lippenherpes hat, usw.) war ja schnell ausgefüllt und ich half sogar meinem Nachbarn
der vermutlich aus dem nahen Osten stammend der weiten Weg über den Atlantik ins gelobte Land führte.
Ich achtete allerdings darauf auf seinem Blatt keine mir zuordenbaren Fingerabdrücke zu hinterlasen.
Der Teufel ist ja ein Eichhörnchen und man hat schon Pferde Wiederkäuen sehen.
Als ich den Zoll hinter mir gelassen hatte wurde mir bewusst dass ich mich doch ein wenig der allgemeinen
Paranoia über die scharfen Kontrollen die hier in Deutschland von der Boulevard Presse so Hochthematisiert wurden
habe verunsichern lassen. Es war also völlig unnötig dass ich mir die Rosette mit Vaseline eingeschmiert habe,
aus Angst dass die Zöllner eine Rectal Untersuchung auf eventuell eingeführte Drogen usw. vornehmen würden.
Wäre da nicht dieses flutschige Gefühl bei jedem Schritt, ich hätte fast über mich selbst lachen können.
Da stand ich nun mit meinem Koffer, dem Handgepäck und meiner nörgelnden Frau vor dem Haupteingang.
Wäre ich nicht von Freunden (ja ich habe Freunde in den USA!!! Aber gehen sie nicht damit Hausieren!!! )
abgeholt worden, ich würde vermutlich jetzt noch auf dem Parkplatz herumirren und den Mietwagen suchen.
Ich hatte mich ja schon als Einheimischer getarnt. Ein Hawaaii Hemd und eine Baseballcap mit NY.
Die Leute schauten mich etwas seltsam an. Ein Flughafenbediensteter fragte mich ob ich mich verirrt hätte, denn
die innerkontinentalen Flüge nach Fort Lauderdale seien nicht hier zu finden.
Ich bedankte mich bei ihm und habe mich dann während meine Olle das Gepäck gegen die Taxifahrer verteidigte,
auf der Toilette schleunigst umgezogen. Leider war mein einziges T-Shirt mit der Aufschrift versehen
"All my Folks went to Hawaaii and the only Gift for me was this Bloody T-shirt"
Aber was solls, oder "what shalls" wie der Einheimische sagt.
Ich machte gute Miene zum bösen Spiel. Schliesslich laufen bei uns genug Amis rum
mit "I Survived Heidelberg" T-Shirts. Um die Tarnung perfekt zu machen kaute ich Kaugummi.
In ländlichen Gebieten kann man auch Kautabak nehmen.
Was mich in NY etwas irritierte waren die Menschenmassen. Die Strassen waren schwarz vor Menschen,
ich meine jetzt Menschen im universellen Sinn, und nicht schwarze Menschen, obwohl es davon auch jede Menge
gibt.
Nach endlosen Wanderungen durch den urbanen Dschungel fand ich völlig erschöft eine Starbucks Filiale.
Ich war erfreut, dass es diese Ladenkette sogar in den USA gibt. Der Kaffee war trinkbar, hätte aber ein
wenig heisser sein dürfen, und widerlegte das Gerücht dass man in den USA nur Kaffee in der Konsistenz von
Pipi bekommt. Gut,...von der Tempertur her könnte es fast hinkommen, aber man konnte ihn trinken.
Es war zwar kein Dallmeyer Prodomo aber durchaus Trinkbar. Der Preis allerdings war ziemlich happig,
aber meinen Scherz ob ich jetzt Eigentümer des Ladens bin, verstand die Kassiererin nicht.
Vermutlich kann sie kein Englisch.
Apropos Englisch:
Ich lege jedem USA Besucher Nahe neben dem Englisch Wörterbuch auch ein spanisches mitzunehmen.
Diese alte europäische Kultursprache ist ja mittlerweile die heimliche Staatssprache.
Enlisch benutzen in naher Zukunft nur noch die oberen Zehntausend oder die Politiker.
Ich sehe eine Ähnliche Entwicklung wie in Indien mit Sanskrit. Das spricht auch keine Sau,
aber es ist nicht Tot zu kriegen.
Alsbald verliessen wir NY, denn einen weiteren Tag durch Schuhgeschäfte zu pilgern hätte mich in einen Amokläufer
verwandelt, die es hierzulande ja häufig gibt. Alle paar Wochen hört man ja von solchen Massakern bevorzugt an
den Schulen und Hochschulen. Vermutlich würde das bei uns ähnlich sein wenn man nicht fast überall den Numerus Clausus
abgeschafft hätte. Aber verlassen wir das rutschige Parkett des amerikanischen Bildungswesens.
Leider schaffte ich es nicht Ground Zero zu besuchen. Aber meinen vorschalg auf die neuen Twin Towers Boden - Luft
Raketen zu installieren fanden die meisten etwas Geschmacklos. ALso mit Humor haben es die Leutchen in NY nicht so dolle.





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