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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 5 Antworten
und wurde 992 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Atheismusglaube Offline

Mitglied

Beiträge: 2

17.12.2005 16:18
Atheismus + Narzissmus + Positives Menschen-, und Weltbild antworten

Guten Tag.

Ich stelle folgende Fragen in den Raum nachdem ich im aktuellen GEO und wikipedia gelesen habe:

Der Atheismus scheint sich nur gegen einen Gott oder Götter zu wenden, stellt aber selbst nichts eigenes vor. Mir scheinen die Vertreter wie Kant und Feuerbach als solche, die ihren Hass auf theistische Religionen ausleben.

Welche Religionen, Weltanschauungen oder Ideologien haben kein einzelnes ungreifbares Wesen - oder mehrere - als Vorbild und sind trotzdem auf das Wohlfühlen, vieleicht auch die eigene Erweiterung welcher Art auch immer aus ?

Gibt es eine Religion, die auf dem Narzissmus basiert und davon ausgehend eine Vorstellung der 'positiven' Sichtweise anderer Menschen anbietet ?

Bauchtanzkaiser Offline

Mitglied

Beiträge: 206

18.12.2005 06:53
#2 RE: Atheismus + Narzissmus + Positives Menschen-, und Weltbild antworten
Ja, diese Religion gibt es - nennt sich Kommunismus .

Aber im Ernst: Atheisten "hassen" theistische Religionen nicht, und wenn niemand auf Grund seiner Religionszugehörigkeit irgendwelche Ansprüche an den Staat oder die Gesellschaft stellte, die dann auch Andersgläubige betreffen, wenn weiters die religiösen Institutionen nicht mit Bezug auf ihre Vorstellung von "Seele" wichtige Forschungszweige behinderten (z. B. Gentechnik), wenn inter- und manchmal auch intrareligiöse Dispute nicht so häufig in Streit ausarteten, dass es sogar immer wieder Gewaltverbrechen und Kriege daraus entstehen, wäre wohl kaum ein Atheist so eifrig bei Religionsgesprächen dabei. Da es sich aber nicht so verhält, müssen wir halt immer wieder auf die Gefahren des Glaubens hinweisen. Einfach atheistischen Autoren Hass zu unterstellen, geht am Sachverhalt völlig vorbei.

Um deine Frage nun eingehend zu beantworten: ein Beispiel wäre der Universismus, der keine verbindlichen inhaltlichen Dogmen hat und damit auch atheistisch sein kann (und meist auch ist). Dieser hat ein grundlegend positiv-rationales Menschenbild, ohne aber die Emotion abzuwerten, und lässt Raum für Mystisches. Ferner ist mir noch die Church of Virus bekannt, deren Weltbild von der Memetik ausgeht und die ebenfalls sehr rational-aufklärerisch gefärbt ist, wobei vor allem die geistige, ideelle Erweiterung angestrebt wird. Das sind nur zwei Beispiele für postmoderne Religionen, die den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Nun aber eine kleine Gegenfrage: welche theistische Religion ist denn auf das "Wohlfühlen" aus oder bietet denn eine "positive" Sichtweise anderer Menschen oder der Menschen überhaupt an? Die semitisch-monotheistischen Religionen erklären den Menschen prinzipiell zu Verbrechern, die von Gott begnadigt werden müssen, um der Existenz überhaupt würdig zu sein. Die Polytheismen erklären die Welt zur reinen Göttersache, in der die Menschen jeden Tag hoffen müssen, nicht im Zuge interner Zwistigkeiten im Pantheon versehentlich unter die Räder zu kommen oder die Wut eines seiner Mitglieder auf sich zu laden. Der Mensch hat da in etwa den Wert, den ein kleines Insekt oder vielleicht eine Spinne aus der Perspektive des durchschnittlichen Menschen hat. Ich finde das "trotzdem" in deinem vierten Absatz reichlich unangebracht.

OPA Offline



Beiträge: 385

18.12.2005 16:54
#3 RE: Atheismus + Narzissmus + Positives Menschen-, und Weltbild antworten

In Antwort auf:
Atheisten "hassen" theistische Religionen nicht

Doch, würde jeden Gläubigen gerne töten. Darf ich vom Gesetz her aber nicht. Schade.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.127

18.12.2005 17:07
#4 Atheismus + Narzissmus + Positives Menschen-, und Weltbild antworten
Ach, OPA, dein überspitzter Hass geht mit ebenso auf den Zeiger, wie den Hass aus den heiligen Schriften auf Gnadenslehren umzubürsten! Ich halte die Gläubigen für Verführte, und ich halte es für unsere Aufgabe, mit der Luft der Wahrhaftigkeit die Religions-Oberstübchen zu erfrischen! Was hier abgeschafft werden sollte, das ist die Droge der Suggestiv-Lehre, was hier "getötet" werden soll, das ist die lebenslange Lüge, die die Entfaltung eines glücklichen Lebens unterdrückt!

Ich bin für authentische Meinungen. Daher ist es o.k., dass du sagst, was du da sagst. Dass du dazu bemerkst, das hier nicht zu dürfen, weil die Gesetze es dir verbieten, rettet dich gerade so eben davor, mit solchen Posts von mir gelöscht zu werden! Du respektierst dieses Verbot. Das hast du auch zu tun, um in diesem Forum als Mitdiskutant zu bestehen!

Gysi
__________________
Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

Atheismusglaube Offline

Mitglied

Beiträge: 2

18.12.2005 22:23
#5 RE: Atheismus + Narzissmus + Positives Menschen-, und Weltbild antworten

In Antwort auf:
Einfach atheistischen Autoren Hass zu unterstellen, geht am Sachverhalt völlig vorbei.
Kant und Feuerbach sind in der Kritik, nicht irgendein Atheist. Der Sachverhalt wird damit sehr gut getroffen, schließlich richtet sich der Atheismus gegen die Gottheit an sich, und die Theistische Religion schafft etwas eigenes. Einfach gesagt: So wie die Gespräche von Frauen(vgl. Atheisten) und Männern(vgl. Theisten). Frauen regen sich untereinander über Männer auf während Männer zusammen etwas schaffen, erreichen und selbst vorankommen.

Die Church of Virus hat/ist an sich eine spannende Theorie. Dort steht das, was ich in vielen Ratgebern finden kann: Hinterfrage, was du denkst, sei rational etc.. In welchen Büchern/Quellen hast du ausreichend Material über den Universismus und die CoV bekommen und welche zeigen dir, daß es mehr postmoderne Religionen gibt ?

In Antwort auf:
Nun aber eine kleine Gegenfrage: welche theistische Religion ist denn auf das "Wohlfühlen" aus oder bietet denn eine "positive" Sichtweise anderer Menschen oder der Menschen überhaupt an?
Ich gebe dir einen differentiell kleinen Bestandteil einer theistischen Religion: "Es gibt jemand, der dir hilft und der für dich da ist, wenn niemand anders dir hilft. Du bist nicht alleine." Wer sich seine Religion aussucht, dem wird so geholfen wie er es braucht. Manche fühlen sich mit Schmerzen wohl und das ist nach einer Konditionierung dieser Menschen durchaus nachzuvollziehen.

Ich habe noch eine zweite Frage gestellt: Gibt es eine Religion, die auf dem Narzißmus basiert und davon ausgehend eine Vorstellung der 'positiven' Sichtweise anderer Menschen anbietet ?

Hast du dich mit dem Universismus darauf bezogen ? Wenn ja, inwiefern verbindet sich der Narzißmus damit ?

Bauchtanzkaiser Offline

Mitglied

Beiträge: 206

19.12.2005 20:38
#6 RE: Atheismus + Narzissmus + Positives Menschen-, und Weltbild antworten

In Antwort auf:
Kant und Feuerbach sind in der Kritik, nicht irgendein Atheist. Der Sachverhalt wird damit sehr gut getroffen, schließlich richtet sich der Atheismus gegen die Gottheit an sich, und die Theistische Religion schafft etwas eigenes. Einfach gesagt: So wie die Gespräche von Frauen(vgl. Atheisten) und Männern(vgl. Theisten). Frauen regen sich untereinander über Männer auf während Männer zusammen etwas schaffen, erreichen und selbst vorankommen.

Meines Wissens hat Kant niemals die Existenz eines Gottes bestritten, sondern ihm nur gewisse Eigenschaften abgesprochen. Ich habe den guten Immi aber lange nicht mehr im Original gelesen, lasse mich also gern eines besseren belehren, wenn ich mich da irre. Feuerbach habe ich leider noch nie wirklich im Original lesen können (nur auszugsweise), aber soweit ich ihn kenne, hat er sich doch bloß auf psychologischer Ebene geäußert und ein diesseitsbezogenes Leben und Streben gefordert. Auch hier gilt: für weitere Informationen, insbesondere Zitate als Nachweise für den unterstellten Hass, wäre ich sehr dankbar.

Die Analogie mit Mann und Frau geht auf zweierlei Weise in die Hose: erstens sind Männer und Frauen falsch porträtiert und zweitens träfe das Gesagte auch dann nicht zu, wenn die Geschlechter richtig getroffen wären. Ad 1: Männer beschweren sich untereinander auch schon mal über Frauen und Frauen sind ebenso wie Männer in der Lage, gemeinsam etwas zu schaffen (vielleicht sogar noch besser, denn Frauen werden ja oft die besseren kommunikativen Fähigkeiten unterstellt). Ad 2: Atheisten regen sich nicht über Religion auf (ok, manche tun's, aber es ist kein prinzipielles Merkmal des Atheismus und kann damit nicht generell allen Atheisten unterstellt werden), sondern üben, wenn sie sich überhaupt noch damit beschäftigen, rationale Kritik an theistischen Denkkonzepten. Du musst außerdem zwischen positivem und negativem Atheismus unterscheiden: während sich der positive direkt gegen die Idee eines Gottes wendet und die Möglichkeit kategorisch ausschließt, ist der negative Atheismus lediglich ein nicht-Glaube, kein "Glaube, dass nicht". Weiters sehe ich nicht, dass Theisten als solche zusammen irgendetwas schaffen außer einer groben Missachtung des Ockhamschen Rasiermessers. Aber da magst du gern anderer Ansicht sein, darum geht's hier ja auch eigentlich nicht.

In Antwort auf:
Die Church of Virus hat/ist an sich eine spannende Theorie. Dort steht das, was ich in vielen Ratgebern finden kann: Hinterfrage, was du denkst, sei rational etc.. In welchen Büchern/Quellen hast du ausreichend Material über den Universismus und die CoV bekommen und welche zeigen dir, daß es mehr postmoderne Religionen gibt ?

Ich kenne die Church of Virus und den Universismus nur über deren Websites, in die ich mich ein wenig eingelesen habe. Viel weiß ich darüber auch nicht, ich kenne nur die grundlegenden Ideen. Hier die Links für weitere Informationen: http://www.churchofvirus.org/ http://universist.org/

Woher ich weiß, dass es mehr postmoderne Religionen gibt, weiß ich nicht mehr. Wahrscheinlich auch über's Web. Die meisten von ihnen sind eh Parodien auf theistische Religionen, so wie die Kirche des IPU (invisible pink unicorn) oder der Pastafarianismus. Es gibt aber auch Mischformen zwischen Parodie und Philosophie wie zum Beispiel den Diskordianismus oder die Church of SubGenius. Über diese wie jene weiß ich aber nur sehr wenig, da musst du jemand anderen fragen. Sorry.

In Antwort auf:
Ich gebe dir einen differentiell kleinen Bestandteil einer theistischen Religion: "Es gibt jemand, der dir hilft und der für dich da ist, wenn niemand anders dir hilft. Du bist nicht alleine."

Das leistet der unsichtbare Freund eines Kleinkindes auch, und das ohne den ganzen Ballast von Schuld, Sühne, Gottgefälligkeit etc., den man so in den theistischen Religionen findet.

In Antwort auf:
Wer sich seine Religion aussucht, dem wird so geholfen wie er es braucht. Manche fühlen sich mit Schmerzen wohl und das ist nach einer Konditionierung dieser Menschen durchaus nachzuvollziehen.

Ob man das nun als "Hilfe" ansehen soll, wenn ein System genau nur die Probleme, die es selbst schafft, scheinbar löst, ist fraglich. Aber du hast Recht, das muss jeder selbst entscheiden. Für sich persönlich und sonst für keinen.

Deine zweite Frage kann ich dir nicht beantworten, ich kenne jedenfalls keine Religion, die auf deine Beschreibung zutrifft.

Nebenbei: entschuldige, wenn mein erster Beitrag ein wenig schwammig und/oder unfreudlich daherkommt. Ich war zu dem Zeitpunkt recht müde und hätte es im Vollbesitz meiner geistigen Kräfte sicherlich etwas anders formuliert. Aber lassen wir den Konjunktiv stecken.

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