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Dieses Thema hat 53 Antworten
und wurde 4.317 mal aufgerufen
 Jüdische Politik und Kultur
Seiten 1 | 2 | 3
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

16.03.2008 22:29
#26 RE: Radikale Juden Antworten

In Antwort auf:
Dieses Gebiet ist jüdisches Land.

Dieses Gebiet war vielleicht jüdisches Land. Entsprechend gültiger Abkommen ist es das nun nicht mehr. An diese Abkommen hat sich auch Israel zu halten und die wilde Besiedlung zu unterbinden.

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

17.03.2008 07:51
#27 RE: Radikale Juden Antworten

Da stimme ich Spaghettus zu.

In Antwort auf:
Ungeachtet dessen dass dieses Gebiet schon seit je her von Juden besiedelt ist.

Grenzen verändern sich - oder soll jetzt Deutschland Forderungen nach Ostpreusen laut werden lassen, weil da auch seit jeher Deutsche wohnten (und wohnen)?

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.03.2008 10:22
#28 RE: Radikale Juden Antworten

Tja ..solche Abkommen sind leider meist nicht das Papier Wert auf das sie gedruckt sind.
Ausserdem rede ich ja nicht von neugegründeten Siedlungen sondern von den Leuten
die schon seit je her dort wohnen und die dort massiv bedroht werden.
Diese Leute fühlen sich vom Staat Israel im Stich gelassen da sie den Staat
für die Situation verantwortlich machen.
Die radikale Haltung der Leute erklärt sich aus dem Umstand dass dies nun schon die
dritte Generation von Juden ist die in ihrer Heimat unter massiver Gewalt zu Leiden hat.
Sie wohnten (bis auf wenige Ausnahmen )schon lange vor der Staatsgründung Israels
in Hebron.

Was dort geschieht ist vergleichbar mit der Situation der deutschen in Ostpreussen
die nach dem Krieg der Willkür der Polen und Russen ausgesetzt waren.
Nur mit dem Unterschied dass die deutschen in den Völkerrechtlich illegitim
besetzten und annektierten Gebieten völlig ohne Schutz waren!!!!
Aber ich will nicht vom Thema abschweifen.
In Hebron sorgt die Israelische Armee dafür dass sich die dortigen Juden noch (wenn auch eingeschränkt)frei bewegen können.

Sollen diese Leute etwa aus Hebron vertrieben werden nur weil sie Juden sind?
Ich unterstütze keine Ethnischen Säuberungen egal wo auf der Welt.
Es muss eine Lösung gefunden werden mit denen Juden und Araber leben können.
Und es ist auch Müßig der Frage nachzugehen wer angefangen hat.
Wichtig ist die Frage wie man aus der Situation heraus kommt.
Für einen Aussenstehenden ist es immer sehr einfach den Zeigefinger zu erheben.

Es wird nur immer der Eindruck vermittelt als ob die Israelis die Agressoren sind
und die Araber die armen unschuldigen Opfer. Die Realität sieht so aus.
Beide Seiten sind Opfer und Täter zugleich.
Erst wenn eine friedliche Kooexistenz von der beide Seiten profitieren würden
zum Tragen kommt, erst dann wird der Hass aus den Herzen der Menschen verschwinden.

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

17.03.2008 10:41
#29 RE: Radikale Juden Antworten

In Antwort auf:
Es muss eine Lösung gefunden werden mit denen Juden und Araber leben können.

Wie du auch weißt kann man es nie allen recht machen, das war so und wird immer so bleiben. Ja, juden haben das "schon immer" gelebt - Seite an mit Muslimen. Doch heute ist es Fakt - die können sich einfach nicht mehr riechen, wenn die Juden weiterhin auf ihren Siedlungen beharren wird es immer wieder Gewallt geben. Es ist für manche die Heimat, aber manchmal muss man diese verlassen. Meine Großmutter z.B. wurde in Hinterpommern geboren, ihre Familie hatte da auch schon seit jeher gelebt, aber Grenzen ändern sich, das ist nun einmal so.

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.03.2008 10:53
#30 RE: Radikale Juden Antworten
weisst du ..die meisten Juden wurden schon mal aus der Gegend vertrieben.
Das war vor knapp 2000 Jahren von den Römern.
Ich bin in jeden Fall für eine friedliche Verständigung mit den Arabern.

Tja wenn es von jedem so einfach hingenommen wird dass sich Grenzen ändern,...
warum hat die Welt denn dann Hitler so bekämpft?
Man hätte ja akzeptieren können dass er die Grenzen einfach verschiebt und manche
Staaten einfach auflöst, wie er es mit Österreich und Tschechien getan hat.
Das war Unrecht, genau wie die Vertreibung der Deutschen aus Ostpreussen und Pommern und Schlesien
Unrecht war.
Ich bin dagegen dass Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden.
Auf der einen Seite machen die Politiker wegen den Ethnischen Säuberungen auf dem Balkan
große Wellen, aber wenn es ihnen in den Kram passt dann ist es OK?

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

17.03.2008 11:17
#31 RE: Radikale Juden Antworten

Nein, nicht. Aber es ist nun einmal so dass diese Siedlungen nicht zum heutigen israelischen Staatsgebiet gehören, es ist ungerecht, ohne Frage, aber der Vergleich mit Hitler war doch ein bisschen daneben, oder willst du einen Eroberungskrieg mit dem Einhalten von Staatsgrenzen gleichsetzen?
Es sind israelische Siedlungen, unter israelische Flagge, die Bewohner zählen diese Gebiete zu Israel, für mich liegt das Unrecht klar auf der Seite der Siedler.

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.03.2008 12:49
#32 RE: Radikale Juden Antworten

ich sprach auch nicht von den Siedlern die neue Siedlungen errichten sondern von den
jüdischen Bewohnern von Hebron.
Das mit den neuen Siedlungen finde ich auch nicht ok.

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

17.03.2008 13:05
#33 RE: Radikale Juden Antworten

Von denen habe ich auch nicht gesprochen.

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.03.2008 15:02
#34 RE: Radikale Juden Antworten
Na ja ..zugegebenermaßen
es gibt einige jüdische Gruppen die gerne ein Erez Israel wiedererrichten möchten.
Das Problem gerade für mich als Historiker ist ..dass es diese Großreich Israel
in der propagierten Form vermutlich nicht gegeben hat.
Zumindest fehlt dafür jegliche archäologische Evidenz.

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

17.03.2008 15:10
#35 RE: Radikale Juden Antworten

Oooooh, armer kleiner Jude, hatu kein Großreich gehabt. *Streichel*

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.03.2008 15:57
#36 RE: Radikale Juden Antworten

@Christian D

*dir ne virtuelle Kopfnuss gebe

nee mal spass beiseite...
mittlerweile ist in der archäologischen Fakultät eine Ernüchterungswelle eingetreten.
Die jüdische Geschichte ist erst grob übern Daumen ab der Zeit von König Ahab archäologisch Fassbar.
Was mich nicht verwundert schliesslich vertrete ich den STandpunkt dass die gesamte Chronologie
des Orients eher auf frommen Wünschen als auf echten Fakten basiert

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

17.03.2008 16:03
#37 RE: Radikale Juden Antworten

Geht man in "jüdischen Kreisen" eigentlich nur von der Thora aus, oder gibt es da noch andere relevante Schriften auf die sich die Leute beziehen? (Also Großkönigreich und so...)

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

17.03.2008 21:08
#38 RE: Radikale Juden Antworten

lies mal den Talmud

Glaube ist Aberglaube

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 08:32
#39 RE: Radikale Juden Antworten

Tolle Antwort - das ist genau so als wenn ich etwas einen Moslem frage und der sagt: Lies den Koran.

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 08:40
#40 RE: Radikale Juden Antworten

Zitat von Christian D!
Tolle Antwort - das ist genau so als wenn ich etwas einen Moslem frage und der sagt: Lies den Koran.
Na mehr wie Tipps kann er doch nicht geben, was soll er machen, dir die jüdischen Weisheiten vorkauen oder 'ne private Einführung in relevante Schriften?
Da ist wohl schon jeder selbst gefordert, sich zu orientieren und die Antwort mit dem Talmud war genau passend.
Musst ja nicht den ganzen lesen (für 298,- €...), ich habe auch nur so eine grobschlächtige Einführung für sagenhafte 5,-€ )

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 08:42
#41 RE: Radikale Juden Antworten

In Antwort auf:
was soll er machen

Mir eine richtige Antwort geben wäre schon ganz nett.

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 08:47
#42 RE: Radikale Juden Antworten

In Antwort auf:

Mir eine richtige Antwort geben wäre schon ganz nett.
Ich will ja nicht drauf rumreiten, aber was verstehst 'n unter 'ner richtigen Antwort? Du hast nach relevanten Schriften gefragt und kadesch hat den Talmud genannt, hm...
Ist aber auch egal...

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 09:34
#43 RE: Radikale Juden Antworten

Ich kann ja noch einmal meine Frage wiederholen:

In Antwort auf:
Geht man in "jüdischen Kreisen" eigentlich nur von der Thora aus, oder gibt es da noch andere relevante Schriften auf die sich die Leute beziehen?

Wenn es nur um die Thora ginge hätte ein einfaches JA/NEIN gereicht, es kann ja auch sein dass es irgendwelche historischen Dokumente gibt auf die sich manche Juden berufen (außer der Thora). Das wollte ich wissen.

Aber anscheinend stützt sich alles nur auf die Thora.

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

18.03.2008 09:53
#44 RE: Radikale Juden Antworten

In Antwort auf:
Aber anscheinend stützt sich alles nur auf die Thora.
So viel wie ich weiß, ist der Talmud eine Abkürzung für den vollen Ausdruck 'Talmud Thora', das Studium der Tora. Er bezeichnet entweder das bloße Studium der Thora als Tätigkeit oder das Ergebnis dieser Tätigkeit.
Eigentlich umfasst der Begriff die gesamte Literatur, die von den Lehrern der ersten drei Perioden der talmudischen Epoche, den früheren Ältesten, den Tannaiten und Amoräern herrührt.
Wird dir vielleicht jetzt auch nicht viel weiter helfen, kadesch ist da sicher Experte.
Ich weiß nur, das die ältesten Schriften aus einer zweiten Periode stammen und sich vornehmlich mit Gesetztesbestimmungen befassen. Und die wichtigste und umfangreichste ist da wohl die 'Mischna'.

Aber das ist ebend alles im Talmud aufgelistet.

großer kadesch, oh hilf.....

qilin Offline




Beiträge: 3.552

18.03.2008 10:04
#45 RE: Radikale Juden Antworten

In Antwort auf:
Aber anscheinend stützt sich alles nur auf die Thora.
Nun, die Torah sind ja 'nur' die fünf Bücher Mose - da wäre außerdem noch der Rest des Tanach
['Altes Testament'] - aus dem lässt sich auch viel Historie 'rauslesen. Ob die Angaben dort auch
historisch verifizierbar sind, ist natürlich eine andere Sache...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

18.03.2008 13:14
#46 RE: Radikale Juden Antworten

Der Talmud ist eine "Erklärung" der Mischna.
Die Mischna besteht aus folgenden Teilen:

G'tt gab Moische nicht nur die geschriebene Thora, sondern auch die 'mündliche Lehre'.
Die Mischna ist die Sammlung der mündlichen Lehre.
sie besteht aus:
Seraim - Saat
Moed - Festzeiten
Naschim - Ehe und Famileinrecht
Nesikin - Beschädigungen;Zivil und Strafrecht
Kodaschim - Heilige Dinge - Tempel und Opferriten
Toharot - Reinheitsgebote

Der Talmud besteht aus der Mischna und der Gemara, sowie weitere Kommentare zu diesen Themen.

Ich möchte jetzt nicht bis ins Detail gehen...
daher hier ein Link:

http://www.talmud.de/Talmud.htm

Glaube ist Aberglaube

jazz Offline



Beiträge: 198

29.06.2008 02:20
#47 RE: Radikale Juden Antworten
zit. BS
"Schon an der Errichtung Israel war doch zionistischer Terror maßgeblich beteiligt. Damals wirklich von eher weltliche Juden ausgeübt. "


Ja, als Antwort auf den arabischen Terror und die Unfähigkeit der Briten!


(Das Verhandlungsangebot der Einwanderer und später des Staates Israel an die Palästinenser
über die von der UN beschlossene Zweistaatenlösung zu verhandeln blieb bislang leider ohne Erfolg !
Das Angebot zum Verhandeln blieb und bleibt allerdings bestehen.)

Ich gestatte mir hier noch einmal einige hist. Tatsachen zu wiederholen, deren Hervorhebung offensichtlich nichts an Aktualität einbüßten ...



Das Attentat auf das brit. Oberkommando in Palestina (im Südflügel des Hotels King David) durch Begin Etzel-gruppe (auch Irgun genannt)

fand am 22.Juli 1946 statt.

Daraufhin distanzierte sich die Haganah von Begins Etzel-Gruppe, und kündigte das eben, im Früjahr 1945 geschlossene Bündnis - jüdischer Wiederstand -

da die Haganah Anschläge auf die Infrastruktur der Briten als "geeigneter" betrachtete ..

nur kurz zur Erinnerung:
auf Grund mehrerer Angriffe auf jüdische Siedlungen, gründet sich 1920 die Haganah (h. für Verteidigung).
1921 besetzte der Urgroßvater des heutigen jordanischen Königs Hussein, der Emir Abdullah, die östlichen Teile des brit. Mandatsgebietes.
Seine Armee plündert die Dörfer der jüdischen Einwanderer und ermordet deren Bewohner.
Daraufhin bauen die Siedler ihre Dörfer zu so. Wehrdörfern um.

Nur zur Erinnerung, bzgl. der Einwanderungsbewegung: allein die Einwohnerzahl Tel Avivs wuchs zw. 1921-25 von 3600 auf über 40000.

Mitte der zwanziger Jahre ruft der Großmufti von Jerusalem zur "Gegenwehr" gegen die Einwanderer auf.
1928/29 kommt es zu Auschreitung gegen orthodoxe Juden, an der Klagemauer und im jüdischen Viertel Jerusalems, Orthodoxe, die sich nicht einmal als Zionisten verstanden und verstehen. 1929 kommt es zu einem Massaker an den Orthodoxen Juden.
Mitte der 30 er Jahre kommt es zur Spaltung der Haganah, Etzel (od. Irgun) gründet sich, sie wollen Gegegnterror, aber es gibt noch keine Anschläge gegen die Briten, wohl aber die Verteidigung der Siedlungen gegen die arabischen Angreifer.
Die breite Mehrheit der jüdischen Einwanderer wünscht sich allerdings Zurückhaltung und Verhandlungen

Zw. 1931-35 verdoppelt sich die Zahl der jüdischen Einwanderer im Mandatsgebiet.
(Eine Abstimmung mit den Füßen)
Landkäufe erzürnen die Araber.

1936 gründet sich das oberste arabisch Komittee, die "Geburtsstunde" der Palestinenser.
1937, die Briten stellen den Peel Plan zur Schaffung zweier Staaten vor - einem jüdischen und einem Palestinensischen.
Die Einwanderungs Bewegung wird reglementiert bis 1942 auf 75000 rglementiert.
Der OAK (arab. Komitee) verstärkt die Anschläge auf die brit. Mandatsmacht, (Attentate auf Eisenbahnen u. militär Stützpunkte, Munitionslager)
es sterben viele Briten.
zwischen 1936-39 werden hunderte Araber von den Briten hingerichtet, trotzdem hören die Anschläge seitens der OAK nich auf.

1936/39 die arabische Rebellion gegen die Einwanderer und die Briten
-u.a. werden Briten vor der christl. Erlöserkirche von Al Kassam Kämpfern erschossen
- 1936 ermorden Anhänger der al Kassam Brigaden 2 jüdische Siedler,
daraufhin ermorden Etzel (Irgun) Anhänger 2 Araber, bei Tel Aviv (immer gesehen vor den Einwanderungswellen aus Europa)

daraufhin kommt es zu Massakern an den Einwanderern im ganzen MAndatsgebiet und von Seiten der Araber auch gegen die Briten.

Ab 1941 (die Vernichtung der Juden war beschlossen, die Einwanderungszahlen für Palestina reglementiert)
richten sich erste Anschläge gegen die Infrastruktur der
Briten seitens der Etzel und seitens der Haganah - ohne mir bekannten Personenschaden.

und nach dem Ende des 2ten WK will Haganah verhandeln, nachdem Festfahren dieser Verhandlungen schließen sich Haganah Lechi und Etzel
zum jüdischen Wiederstand zusammen, mit unterschiedlichen Wegen des Terrors

am 22. Juli 1946 kommt es zum ersten großen Anschlag der Etzel Gruppe auf das Hotel King David mit über 90 Toten, die Begins Etzel Gruppe zu verantworten hat.


es gab ein Attentat vor King David am 6.11.44 erschossen zwei "Stern" Mitglieder in Kairo Lord Moyne in Kairo, beide Attentäter

wurden am Tatort gefasst und später hingerichtet


welche weiteren Terrorakte der "Zionisten" waren an der Gründung Israels noch maßgeblich beteiligt ?

Wurden die Vereinten Nationen durch Anschläge auf die Infrastruktur des Mandatsgebietes derart erpreßbar ?

Oder war letzten Endes nicht doch der demokratische Willensbildungsprozeß, der Vereinten Nationen ausschlaggebend für die Gründung Israels ?

Angesichts der Überlebenden der Shoa, die vor der Küste Israels hin und her dümpelten oder auf Zypern wieder in Lagern warteten ...
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2008 07:46
#48 RE: Radikale Juden Antworten
In Antwort auf:
welche weiteren Terrorakte der "Zionisten" waren an der Gründung Israels noch maßgeblich beteiligt ?

Reicht doch schon völlig aus um meine Darstellung zu stützen: Auch die Juden haben sich des Terrors bedient. Es ist also nichts Neues, wenn auch Israel heute Staatsterror praktiziert.

In Antwort auf:
(Eine Abstimmung mit den Füßen)
Das zeigt, dass dein Bericht doch parteiisch ist (nehme ich dir nicht übel). Für alle Nichtjuden ist das wohl eher schleichende Besetzung, ähnlich wie jetzt von den radikalen Siedlern.

Hier noch mal ein Post von Fenris aus dem du auch entnehmen kannst, dass es deutlich mehr terroristische jüdische Aktivitäten gab, als du bisher wohl angenommen hast.


"29. bis 31. August 1897
Erster Zionistenkongress in Basel, der die Schaffung einer gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in dem damals unter osmanischer Herrschaft stehenden Palästina fordert.

Unter der Führung Theodor Herzls zog die Organisation Gebiete in Ostafrika und Argentinien als Stätte für einen jüdischen Nationalstaat in Erwägung, doch entschied sie sich schließlich unter Berufung auf die uralten jüdischen Verbindungen zum heiligen Land für Palästina.

2. November 1917
Die Britische Regierung sichert den politischen Zionisten ihre Unterstützung bei der Schaffung einer "jüdischen Heimstätte" in Palästina zu (Balfour Deklaration).

So gelangte man 1915 zu einem Abkommen zwischen dem Emir von Mekka, der als Sprecher der Araber auftrat, und dem britischen Hohen Kommissar in Ägypten, Sir Henry McMahon, der für die Briten verhandelte. Der Emir forderte die Anerkennung der Unabhängigkeit aller arabischen Gebiete des osmanisehen Reichs, einschließlich Palästinas, McMahon jedoch versuchte, Palästina dadurch auszuschließen, daß er sich unklar darüber ausdrückte, wie weit die betreffenden Gebiete reichten. Der Emir wies McMahons Versuch zurück. Die Kontroverse setzte sich bis 1939 fort, als die britische Regierung einräumte, daß "sie 1917 nicht das Recht hatte, über Palästina zu verfügen".

Mit dieser Deklaration „versprach eine Nation feierlich einer zweiten Nation das Land einer dritten Nation" (Arthur Koestler, jüdischer Schriftsteller).

der zionistische Führer Dr. Chaim Waizmann schrieb nur zehn Jahre später:

"Die Balfour-Deklaration von 1917 ist auf Luft gebaut... in diesen vergangenen zehn Jahren dachte ich jedes Mal beim Aufschlagen der Zeitung: Von wo wird der nächste Schlag kommen? Ich zitterte bei dem Gedanken, daß mich die britische Regierung zur Rede stellen und fragen würde: 'Sagen Sie, was ist eigentlich diese zionistische Organisation? Wo sind denn Ihre Zionisten?' .... Denn sie wußte, daß die Juden gegen uns waren; wir standen allein auf einer kleinen Insel, eine winzige Gruppe von Juden mit einer fremden Vergangenheit."


24. April 1920
Konferenz der Alliierten in San Remo überträgt Großbritannien das Mandat für Palästina.

DAS PALÄSTINA-MANDAT

Als Bestandteil des Palästina-Mandats erhielt die Balfour-Deklaration eine internationale Dimension. Das Mandatskonzept selbst war ein Kompromiss zwischen dem herrschenden Kolonialsystem und dem Prinzip der Selbstbestimmung der Völker - einem Prinzip, das besonders von Präsident Woodrow Wilson vertreten wurde. Nach dem Sieg Großbritanniens und seiner Verbündeten im Ersten Weltkrieg stellte das Mandatssystem des Völkerbundes viele der ehemaligen Kolonien und Untertanen des Osmanischen und dem Deutschen Reich sowie von Österreich-Ungarn beherrschten Völker unter die Vormundschaft einzelner Siegermächte. Das erklärte Ziel dieser Mandate war, die betreffenden Völker nach und nach zur Unabhängigkeit zu führen.

Es gab drei Kategorien von Mandaten mit unterschiedlicher Rangstufe, die sich danach richteten, wie die Siegermächte die politische Reife des betreffenden Volkes einstuften. Alle ehemaligen arabischen Gebiete des Osmanischen Reichs, einschließlich Palästinas, wurden Mandate der Kategorie A. Dies war die fortgeschrittenste Kategorie, und die Völkerbundssatzung beschrieb Mandate der Kategorie A als Territorien, "deren Existenz als unabhängige Nationen schon provisorisch anerkannt werden kann", während ihnen auf ihrem Wege zur Unabhängigkeit noch "verwaltungsmäßige Hilfe und Beratung" gewährt würde. Syrien und der Libanon wurden unter französisches Mandat gestellt, Palästina und Transjordanien unter britisches Mandat. Gemäß den Bestimmungen der Völkerbundssatzung über die Unabhängigkeit von Mandatsgebieten erlangten die zwei französischen Mandate ihre Unabhängigkeit noch vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges; der Libanon wurde im November 1943 unabhängig, gefolgt von Syrien im Januar 1944. Jordanien erreichte die Unabhängigkeit 1946. Palästina jedoch wurde zum Konfliktgebiet.
Die Satzung des Völkerbunds sah vor, daß die Wünsche der betroffenen Bevölkerung ein wesentlicher Gesichtspunkt bei der Wahl des Mandatsträgers sein sollten. Im Falle Palästinas wurde dies jedoch ignoriert.

Sonderausschuß der Vereinten Nationen für Palästina United Nations Special Committee on Palestine (UNSCOP)

Im Bericht des Sonderausschusses wird dazu festgestellt:
"...zur Zeit der Schaffung der 'A'-Mandate wurde es (das Prinzip der Selbstbestimmung) auf Palästina nicht angewandt, offensichtlich wegen der Absicht, dort die Gründung der jüdischen nationalen Heimstätte möglich zu machen. Man kann sogar soweit gehen zu sagen, daß die jüdische nationale Heimstätte und das Palästinamandat, das eine Kategorie für sich darstellte, diesem Prinzip zuwiderliefen".

1936 bis 1939
Widerstand der Palästinenser gegen die britische Mandatspolitik und die zionistische Kolonisation erreicht einen Höhepunkt.

1937 entsandte Großbritannien eine Königliche Kommission unter Leitung von Lord Peel, die über die Aufstände berichten sollte. Die Kommission kam zu dem Ergebnis, daß die Gründe für die ersten Aufstände und schließlich die offene Rebellion eine Kombination des Wunsches der palästinensischen Araber nach nationaler Unabhängigkeit sowie "ihres Hasses und ihrer Abscheu gegen die Errichtung einer nationalen jüdischen Heimstätte" in ihrem Land sei. Weiterhin stellte die Kommission fest, daß "...die gewaltsame Umwandlung Palästinas in einen jüdischen Staat gegen den Willen der Araber... eindeutig gegen den Geist und den Sinn des Mandatssystems verstoßen würde. Sie würde bedeuten, daß man die nationale Selbstbestimmung verweigert habe, solange die Araber die Mehrheit in Palästina bildeten, und erst dann einräumen würde, wenn die Juden in der Mehrheit seien...".

Zwischen 1936 und 1939 konzentrierten sich die zionistischen Terroraktionen vor allem auf arabische Ziele. In diesen Jahren kamen etwa 170 Palästinenser bei jüdischen Angriffen gegen Märkte, Cafes, Häuser und Verkehrsmittel um. Diese Zahl bezieht sich nicht auf die Opfer von Straßenkämpfen. Die Zahl der Verletzten war doppelt so hoch. Ab 1944 wurden auch die Briten zur Zielscheibe. In diesem Jahr wurden mehrere Mordversuche gegen britische Hochkommissare unternommen.

Im November wurde ein britischer Staatssekretär im Nahen Osten, Lord Moyne, in Kairo umgebracht Die Organisation (Stern-Gruppe) erklärte, Lord Moyne habe gegen zionistische Interessen gehandelt.

Daraufhin erklärte der eifrigste Freund der Zionisten, Winston Churchill: "Wenn unsere Träume für den Zionismus sich im Pistolenrauch von Mördern auflösen sollten, und wenn unsere Mühen für die Zukunft des Zionismus nur eine neue, den Nazis ebenbürtige Bande von Gangstern hervorbringen sollten, dann müssen ich und meinesgleichen unseren so beharrlich vertretenen Standpunkt gründlich revidieren .

Ab 1942 häuften sich die Anschlage der Irgun und der Stern-Bande gegen britische Kommissare und Polizisten. Bis 1947 waren etwa 200 Briten durch Sprengstoffanschläge und bewaffnete Angriffe getötet worden.
1946 sprengte die Irgun in Zusammenarbeit mit der Haganah und der Jewish Agency einen Flügel des King-David-Hotels in Jerusalem in die Luft. Dort war die zivile Verwaltung der britischen Mandatsregierung untergebracht. Die Angestellten waren zum Teil Palästinenser, es waren aber auch Juden darunter. Da die Explosion zu einem Zeitpunkt erfolgte, als gerade viele Menschen dort verkehrten, wurden fast 100 Menschen unter den Trümmern begraben. Auch palästinensische Verwaltungsstellen wurden getroffen, besonders aber arabische und britische Banken.

Im Januar 1947 erklärte die Irgun Großbritannien den Krieg und verübte 17 Anschläge in Tel Aviv. Großbritannien antwortete mit einem Ultimatum an die Jewish Agency.

Nachdem die UNO am 29.11.1947 die Teilung des ehemaligen britischen Mandatsgebietes Palästina (britisch seit 1918, zuvor Randprovinz des Ottomanischen Imperiums) beschlossen hatte, zogen die Briten ab.

Die britische Historikerin Elizabeth Monroe kommt in ihrer Studie Britain's Moment in the Middle East zum Schluß, daß „die Balfour Deklaration einer der größten Fehle in unserer imperialen Geschichte" war."
jazz Offline



Beiträge: 198

29.06.2008 11:12
#49 RE: Radikale Juden Antworten

Ich finde nichts widersprüchliches im Beitrag von Fenris, im Gegenteil;

Anschläge im Mandatsgebiet werden von mir nicht geleugnet.

Die Annahme allerdings Israel wurde "erbombt" oder Terrorakte waren maßgeblich an der Gründung beteiligt, ist nicht nur parteiisch,

sie negiert darüber hinaus die Debatten der Vereinten Nationen über die Notwendigkeit der Staatsgründung und impliziert selbige wurde von den Zionisten

erpreßt - (ein altes Vorurteil der vermeintlichen Macht der kleinen jüdischen Gemeinde, hier vertreten durch die Zionisten !) - zudem, negiert diese "Annahme" das die

Vereinten Nationen auf das Elend einer Bevölkerungsgruppe reagierten ! Und auf eine Abstimmung mit den Füßen !

Im Übrigen: wie immer wird vergessen, dass die Vereinten Nationen eine Zweistaatenlösung vorsahen, und es die Araber waren, die diese nicht akzeptierten und mit Krieg

antworteten, ohne die Vereinten Nationen gäbe es keinen potentiellen palästinensischen Staat.

Zudem: auf Kassam Raketen mit Gewalt zu reagieren steht oftmals nicht in den Relationen und Wut ist kein guter Ratgeber - wie wahr ... aber wie soll ein demokratischer

Staat auf die ewigen Attentate, die ewigen Bombardements reagieren ... nach hiesiger Meinung ?

Mehr als Angebote zum Verhandeln ? Die andere Wange hinhalten ? Es ist ein alte jüdische Geschichte Gewalt ertragen zu müssen ...

Wie wäre es mit der umgekehrten Forderung ?

Die Hamas und Hizbollah und ihre Fans hören einfach mal auf zu ballern und gucken mal wies am Verhandlungstisch aussieht - die Einsicht Menschenleben zu schützen

sollte streng Gläubigen doch gut zu Gesichte stehen ... oder ?



die Vereinten Nationen waren nicht erpreßbar

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

29.06.2008 13:36
#50 RE: Radikale Juden Antworten

Man darf aber eines nicht aus den Augen verlieren.
Mit religiösen Fundamentalisten KANN man nicht diskutieren.
Ihre Ansichten stehen nicht zur Diskussion und sie sind auch nicht bereit von
ihnen abzuweichen. Auf beiden Seiten!!!!
Eine Verständigung wäre längst erfolgt wenn es nicht auf beiden Seiten Hardliner gäbe die
kategorisch jedes Zugeständnis ablehnt. Und jeder zaghafte Versuch Frieden zu schaffen
wird sofort beendet wenn irgendwo eine Bombe hoch geht.
Es bedarf also nur eines Wirrkopfes um die Anstrengungen von Tausenden zunichte zu machen.
Und derzeit sehe ich keine echte Perspektive.
Wer soll denn in einem Palästinenserstaat regieren?
Freie Wahlen abhalten und schaun was passiert?
So wie die Radikalen Israel bekämpfen so bekämpfen sie sich gegenseitig.
Es ist depremierend :-(

Glaube ist Aberglaube

Seiten 1 | 2 | 3
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