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Dieses Thema hat 8 Antworten
und wurde 965 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
exzel Offline



Beiträge: 20

26.03.2008 23:29
Reichtum im Buddhismus Antworten

Hallo zusammen,

hab' vor kurzem ein Buch über ZEN gelesen. Darin werden auch die vier edlen Wahrheiten erläutert und eine Beschreibung des Tagesablauf eines ZEN-Praktizierenden. Es wird ein sehr einfaches Leben geschildert ohne Karriere, äußeren Reichtum etc. Aber wie ist dies nun genau? Angenommen man hat durch ZEN (oder einer anderen Form des Buddhismus) zum inneren Glück gefunden. Ist dann äußerer Reichtum etc. verboten?

Gruß

qilin Offline




Beiträge: 3.552

27.03.2008 08:24
#2 RE: Reichtum im Buddhismus Antworten

Hallo Exzel,

im Buddhismus geht's weniger um Glück als um Leidfreiheit durch 'Nichtanhaften' -
und wenn ich am Reichtum (oder eben an der Armut) nicht hafte, sollte ich auch
kein Problem haben damit. Was Du gelesen hast, ist vermutlich der Tagesablauf
eines Mönchs im Zen-Kloster oder bei einem sesshin, einem Meditationsretreat.
Sowas macht man ein- oder mehrmals im Jahr, aber sonst sind auch Zen-Übende
'ganz normal' Und es gibt durchaus auch auch Zennies die Geld haben...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

exzel Offline



Beiträge: 20

28.03.2008 20:09
#3 Danke für die Antwort! Antworten

Hallo nochmal,

hab' gestern einen ZEN-Praktizierenden getroffen und ihm die selbe Frage gestellt. Er meinte ebenfalls, dass es vollkommen erlaubt sei Reich im ZEN zu leben.

Gruß

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

29.03.2008 07:55
#4 RE: Danke für die Antwort! Antworten

Wundert mich nicht. Das einzige was beachtet werden sollte (für einen Zennie) ist:
Hänge nicht so sehr an Deinem Reichtum - teile ihn mit den Anderen.

Man kann ja eh nichts mit ins Grab nehmen, gelle?

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

29.03.2008 20:48
#5 RE: Danke für die Antwort! Antworten

In Antwort auf:

Hänge nicht so sehr an Deinem Reichtum - teile ihn mit den Anderen.


Warum sollte viel Geld schlecht sein?
Ja klar Geld ist nicht alles im Leben.
Es wird ja in vielen Religionen (besonders im Buddhismus) behauptet, dass Menschen mit sehr viel Geld innerlich leer bleiben.
Soll man nun zum Meditierenden Buddhisten werden und statt mit Geld sich mit Glauben überhäufen?
es ist mir unverständlich auf Geld zu verzichten, weil es unsere Zivilisation hervorgebracht hat.
Geld ist doch eine gute Erfindung!

Teilen ist etwas Schönes, man sieht, dass sich andere Menschen über die eigenen Gaben freuen.
Aber alles kann man nicht teilen, man muss doch auch einen Teil behalten um überhaupt in unserer Gesellschaft leben zu können.
Menschen, die auf Geld und Besiz völlig verzichten, wie bei den Yogis, Meistern, Asketen
sind doch auf Spenden angewiesen.
Sie müssen von der Gesellschaft durchgefüttert werden.
Wie könnten sie sonst überhaupt leben?

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

30.03.2008 10:15
#6 RE: Danke für die Antwort! Antworten
Hallo Ronnie77,

In Antwort auf:
Warum sollte viel Geld schlecht sein?

Wer sagt denn das viel Geld schlecht ist? Ich finde Geld auch gut.
In Antwort auf:
Soll man nun zum Meditierenden Buddhisten werden und statt mit Geld sich mit Glauben überhäufen?

Nö, nur wenn Du das für Dich richtig findest.
In Antwort auf:
Aber alles kann man nicht teilen, man muss doch auch einen Teil behalten um überhaupt in unserer Gesellschaft leben zu können.

Buddha gab dazu auch den Ratschlag mit Vernunft zu teilen. Soll heissen: Wenn ich nur einen
kleinen Betrag im Monat habe, der mit übrigbleibt, sollte ich mit Vernunft schauen, was
ich damit mache. Wenn ich keine Rücklagen habe gibt Buddha den Rat erst einmal eine kleine
Rücklage zu bilden und erst dann und mit Vernunft zu spenden.

Sicher ist es so das die Mönche auf die Spenden angewiesen sind, aber es gilt als Ehre und
Verbesserung des Karma, wenn man dem Mönchen etwas gibt (wobei es sich eh zumeist um Essen
handelt, welches sie übrigens nicht ergreifen dürfen - sie müssen warten bis man es ihnen
in die Bettelschalen legt).

Was meistens als "lebe in Demut und Armut" gesehen wird ist der sog. Pali-Kanon der für
ordinierte Theravada-Mönche gilt.

Für alle anderen Buddhisten gilt die Regel: Guck wo du bleibst, lebe anständig aber ruhig
gut und schau drauf das du dir dein Karma nicht versaust.

(Karma ist aber eine andere Sache und wir können dazu noch mal nen Thread eröffnen, wenn Du
magst)
In Antwort auf:
Wie könnten sie sonst überhaupt leben?

OOOPS, überlesen...

Es gibt zwei verschiedene Arten von Mönchen. Die einen leben in den Klöstern und sind auf
Spenden angewiesen - wobei sie den Menschen dort auch helfen (zumeist Medizinisch).
Die andere Art Mönche leben in den Wäldern in kleinen und selber zusammengezimmerten
Hütten und bauen sich ihr Essen selber an und leben von dem, was ihnen die Natur freiwillig
gibt (nö, kein Fleisch).

In einigen Ländern gilt übrigens bis heute ein Mann nicht als richtiger Mann, wenn er nicht
für einige Monate in ein Kloster gegangen ist, um dort als Laie zu leben. Gilt für Theravadi
insbesondere.

Wenn noch Fragen sind, frag ruhig. Bin ja froh das mal wieder was im Buddhismusteil los ist.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

30.03.2008 11:00
#7 RE: Danke für die Antwort! Antworten
In Antwort auf:
Es wird ja in vielen Religionen (besonders im Buddhismus) behauptet, dass Menschen mit sehr viel Geld innerlich leer bleiben.
Soll man nun zum Meditierenden Buddhisten werden und statt mit Geld sich mit Glauben überhäufen?
Glauben ist im Buddhismus nicht gefragt, sondern eigene Erfahrung. Und wo wird im Buddhismus etwas behauptet von innerer
Leere bei Reichen? Vimalakirti, die Hauptperson des gleichnamigen Sutra, soll sagenhafte Reichtümer besessen haben...


In Antwort auf:
Teilen ist etwas Schönes, man sieht, dass sich andere Menschen über die eigenen Gaben freuen.
Aber alles kann man nicht teilen, man muss doch auch einen Teil behalten um überhaupt in unserer Gesellschaft leben zu können.
Teilen heißt ja - na eben teilen - also Anderen was abgeben, aber nicht Alles...

P.S. Es gibt noch eine dritte Art von Mönchen, besonders hier im Westen - die sind zwar ordiniert, gehen aber einer ganz normalen
Arbeit nach und sind häufig auch verheiratet.

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() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

30.03.2008 14:21
#8 RE: Danke für die Antwort! Antworten

Was mir dazu noch einfällt ist ein deutscher Abt, der ein japanisches Kloster leitet.
Die leben nicht vom betteln und er hat Frau und Kinder. Guck einfach bitte mal hier.
"Zen ist die größte Lüge aller Zeiten" von Sawaki Kôdô Rôshi ist auch mal ein sehr
lohnendes Büchlein und dort auszugsweise zu lesen.

Der Mönch, welcher das Felsentor aufgebaut hat ist auch nicht arm und er hat auch Frau
und Kinder und setzt sich sehr für Tiere ein, ohne aber militant zu sein.

Er sagt immer, dass es schon O.K. ist, wenn jemand ein Tier isst, dieses Tier
sollte nur anständig gehalten und ohne qualen geschlachtet worden sein.
(Er ist übrigens strenger Vegetarier und im dortigen Restaurant gibt es nur
vegetarische Kost)

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() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

29.04.2008 16:25
#9 RE: Reichtum im Buddhismus Antworten
Hier noch eine Rezension zu einem Buch, das anscheinend in diese Richtung geht -
der Autor war aber scheint's weniger Buddhist als Anhänger von Bhagwan/Osho,
hat sich selbst auch in dieser Richtung betätigt, muss aber mit seinen Wünschen
vom Reich-werden wenig Erfolg gehabt haben - seine websites sind nicht mehr
aktiv, und von ihm hört man auch nichts mehr... (Oder er hat's nicht mehr nötig
Bücher zu schreiben )

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() qilin

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