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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 742 mal aufgerufen
 Christentum
maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

26.05.2008 19:28
Christ & Sozialist? Antworten
Ich weiß nicht, wie Gysi das bewertet. Womöglich sieht er seine (od. die vieler) sozialistische Idee diskreditiert.
Wahrscheinlich ist es auch schwer vorstellbar, ein Christentum akzeptieren zu müssen (od. zu können), was jenseits der fundamentalistischen Strömungen verläuft.

Christsein ist ja oftmals schon ein Menetekel, und dann auch noch rot...?

Aber es gibt nichts, was es nicht gibt, und da die Linke ja hier öfters (oder ab und zu) auf die Fresse kriegt, stelle ich das mal in den Raum.

"Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun. (Lukas 23,34)
Das erste Wort: Eine Bitte für die andern: Für die Spötter, für die Mörder, die Befehlsempfänger, die Folterknechte, für die Schuldigen überall. Wer sagt das? Ein Leidender, ein Gefolterter, an Leib und Seele Verletzter. Er war entwürdigt worden. Peitschen, an denen Knochenstücke und Bleiklumpen hingen, hatten
ihn zerschlagen. Einen Lumpenkönig, einen König mit Purpurmantel und Dornenkrone hatte die Soldateska aus ihm gemacht - ein Karneval des Terrors. All das ist der Auftakt für das Spiel mit Menschenleben in der Geschichte, für Vernichtung des Lebens, von der Inquisition bis zur Vernichtung in Gaskammern. Der Mensch vergisst Solidarität mit dem Mitmenschen. Aber am Kreuz das Gebet für die Unmenschen. Wer spricht? Im Sterben macht der Bergprediger sein
Wort wahr: „Betet für eure Verfolger!" Feindesliebe, die nicht totzukriegen ist. Liebe Christi."

http://www.brsd.de/component/option,com_frontpage/Itemid,1/
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

27.05.2008 09:42
#2 Christ & Sozialist? Antworten
Der Marxismus selber ist doch auf dem Boden christlicher Ideen gewachsen. Wir sind hier alle von christlichen Ideen über die Jahrhunderte stark beeinflusst worden. Wäre doch merkwürdig, wenn die Philosophen alle davon unbeeindruckt blieben. Jesus hatte Sorge um jeden Menschen, wenn er sagte: "Was ihr dem Geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan!" Versorgung für alle, keine Not mehr, helft den Kranken - das war seine Idee. Auf diese Idee setzten die Aufklärer aber noch einen drauf: Die Souveränität des Einzelnen, die Gedanken- und Meinungsfreiheit! Erst so wurde der Weg in die Demokratie gebahnt! Jesus sprach den Menschen keine Macht zu, sondern nur die liebende Versorgung. Jesus war ein Versorgungssozialist! Das waren Ostblock-Sozialisten überigens auch. Nur dass es mit der Versorgung nicht so klappte... Und wir Sozialisten hier und heute sind demokratische Sozialisten! Sozialisten, die die Souveränität der Individuen für unabdingbar halten. Christ und Sozialist? Klar geht das zusammen!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

27.05.2008 19:38
#3 RE: Christ & Sozialist? Antworten

In Antwort auf:
Jesus war ein Versorgungssozialist!
Treffende Beschreibung, aber ich meine, er war noch mehr.
Er wieß darauf hin - das Reich Gottes ist mitten unter euch (uns). Und wenn ein Mensch versorgt ist, sei es mit Liebe oder einer (ganz alltäglichen) Perspektive, mit Mut, aber auch Realitätssinn, in die Zukunft zu blicken, dann ist enorm viel gewonnen. Aus dieser Situation können Kräfte erwachsen, die auch auf 's Umfeld ausstrahlen - sprich: Nächstenliebe (worunter ich nicht das blinde und undifferenzierte Hinhalten der anderen Backe verstehen würde). Denn was heißt sozial...?...die Gesellschaft, die Gemeinschaft betreffend...- wohltätig!
Und die Individualität wird in der christlichen Botschaft genauso wenig vergessen, wie im Menschenbild des demokratischen Sozialismus. Denn der Einzelne ist mit seinem Verhalten, seinen Einsichten und Erkenntnissen Teil der Masse.

Das berühmte Zitat von Marx mit der Religion und dem Opium und dem Volk war damals z.T. sogar berechtigt, trifft aber heute nicht mehr so zu wie in damaligen Zeiten. Heute gibt es genügend andere Opiate, um die Menschen vom Denken und Schlussfolgern abzuhalten. Religion spielt da nicht mehr die erste Geige, aber natürlich in den Augen vieler (oder auch deinen..) eine immer noch zu gewichtige. Ich meine, sie kann eine vorwärtsweißende, progressive und befreiende Rolle spielen.

"Ich weiß der Herr führt der Elenden Sache" (Ps. 140,13) - ist durchaus mit sozialistischen Ideen vereinbar. Natürlich steht im selben Psalm.."bewahre mich Herr vor den Händen der Gottlosen..." aber mit dem Nachsatz.."vor dem Mann der Gewalttaten...", somit eine mehr od. weniger pazifistische Botschaft (unter den vielen kriegerischen... ich weiß).

In Antwort auf:
Christ und Sozialist? Klar geht das zusammen!


Na über diesen 'marxistischen Segen' hab' ich mich aber gefreut, wenn auch Leute aus der eigenen Fraktion, also Christen, meinen, man habe sich mit dem Teufel eingelassen.
Mann kann nicht nur auf das zukünftige Himmelreich warten, hoffen oder verweißen. Hier und heute können winzig kleine Schritte oder auch größere zur Verwirklichung Letzteres getan werden.
Das mag für manche naiv erscheinen, ist aber die einzigste Alternative.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

27.05.2008 20:21
#4 Christ & Sozialist? Antworten
In Antwort auf:
Er wieß darauf hin - das Reich Gottes ist mitten unter euch (uns).
Hatte Jesus selbst nicht prophezeit, dass das Reich Gottes nahe sei? So nahe, dass einige von den damals Lebenden es noch erleben würden? Leicht verrechet, Jesus Christ...
In Antwort auf:
Und wenn ein Mensch versorgt ist, sei es mit Liebe oder einer (ganz alltäglichen) Perspektive, mit Mut, aber auch Realitätssinn, in die Zukunft zu blicken, dann ist enorm viel gewonnen.
Ja, der satte Bauch gewinnt neue Horizonte. Vielleicht war die Nächstenliebe, die ja in unseren Breitengraden als Theorie nun tief verankert war, auch der Boden, auf dem die Aufklärung mit seinem "souveränen Menschen" wachsen konnte. Man weiß es nicht. Jetzt können die Christen natürlich sagen, jaaa, das hatte Jeus auch so gewollt und damals schon gewusst! Geschrieben steht es nirgendwo. Und die Kirche Petri, die Jesus ja noch zu seinen Lebzeiten (angeblich) absegnete, hat ja dieses Wunderwerk der Freiheitsentfaltung nicht vollzogen - das waren die weitgehend atheistischen Aufklärer gewesen. Ein Freund von mir - Christ - sagte: Ja, genau das hat Jesus auch gewollt: Die Kirche spricht nicht Gottes Wort, die Geschichte spräche sein Wort. Und darum sei der Westen dem Osten gegenüber auch überlegen... Aber sind es nicht die Erfindungen, die Freiheit, die Bildung, die Demokratie? Sein Fazit: Alles Gottes Werk. Das Gegenteil beweisen kann ich ihm nicht.
In Antwort auf:
Mann kann nicht nur auf das zukünftige Himmelreich warten, hoffen oder verweißen. Hier und heute können winzig kleine Schritte oder auch größere zur Verwirklichung Letzteres getan werden.
Die protestantischen Christen sind so drauf: Helfen, sich engagieren, um das Himmelreich auf Erden zu errichten. Die sind auch bei den Grünen und den Linken. Nur mir beibt immer der fade Beigeschmack der Religionspille: Tun die das wirklich für uns Mitmenschen? Verlangen sie als Gegenleistung indirekt nicht die Bekehrung? Und tun die das nicht für einen besseren Platz im Himmel? Um Gott zu gefallen... Gegen soziales Engagement kann man nichts haben. Aber ich liebe die Wahrheit. Ich empfinde die Religion als einen Geisteskäfig. Und ich bin für die freie Entfaltung der Verstandeskräfte. Christen sind nicht generell dumm, natürlich nicht. Aber sie könnten noch schlauer sein. Ich habe Religion als seelischen Leidenskäfig erfahren, der mich Jahrzehte belastete. Und ich bin gewiss nicht der einzige, dem es so ergangen ist. Mich hat die rigorose Hinwendung zum Atheismus erst richtige geistige Freiheit gebracht. Das erzähle ich gerne jedem, der es hören will. Und ich bin mir gewiss, dass er vielen anderen auch so geht und gehen könnte.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

28.05.2008 20:27
#5 RE: Christ & Sozialist? Antworten

In Antwort auf:
Leicht verrechet, Jesus Christ...
Vielleicht war er kein Mathe-Genie und vielleicht war er nicht nur Gottes Sohn, sondern auch ein Mensch?
In Antwort auf:
Ja, der satte Bauch gewinnt neue Horizonte.
Was hat denn ein intellektuell oder überhaupt 'satter Bauch' mit der Nächstenliebe zu tun? Die Nächstenliebe, aus der ursprünglich heraus sozialistische Ideen entstehen konnten, muss nicht satt sein.
Aufklärung entsteht doch nicht aus einem satten Gefühl heraus, sondern aus dem Gegenteil, dem Hunger nach Wissen oder Erkenntnis und der richtigen Einordnung der Lebenserfahrungen des Einzelnen.
In Antwort auf:
Ein Freund von mir - Christ - sagte: Ja, genau das hat Jesus auch gewollt: Die Kirche spricht nicht Gottes Wort, die Geschichte spräche sein Wort
Ohne ihm zu nahe treten zu wollen, macht es sich dein Freund damit vielleicht etwas zu leicht.
Das die Kirche nicht Gottes Wort verkündet, damit würde ich konform gehen, aber eine Überlegenheit einer Region über die andere, das kann ich nicht ganz so nachvollziehen.
Natürlich ist für einen Gläubigen sein Gott das Alpha und das Omega, aber die von dir erwähnten Erfindungen, oder eine Freiheit und die Bildung und Demokratie sind Errungenschaften der Menschen - mit Gottes Hilfe - ob sie es nun wahr haben wollen, oder nicht. Es kommt ebend auf den Standpunkt an.
In Antwort auf:
Sein Fazit: Alles Gottes Werk. Das Gegenteil beweisen kann ich ihm nicht.
Natürlich kannst du 's ihm nicht beweisen, genauso wenig, wie ich dir die Existenz Gottes nahe bringen, oder geschweige denn beweisen könnte.
In Antwort auf:
Die protestantischen Christen sind so drauf: Helfen, sich engagieren, um das Himmelreich auf Erden zu errichten. Die sind auch bei den Grünen und den Linken.
Die sind mir dann aber immer noch lieber als die selbstverliebten Katholiken, die nur mit sich selbst und ihren ganz speziellen, typisch katholischen Heil beschäftigt sind.
Vor kurzem rief eine über 70jährige weinend bei dem Unsender 'Radio Horeb' an und fragte, ob sie denn jetzt noch in den Himmel kommt, nachdem sie eine Knie-OP hatte und bei den Gottesdiensten, oder auch so, nicht mehr knien kann. Das nenne ich Gift der Religionen, eine Blindgläubigkeit, ohne auch nur den Verstand oder sonstwas einzusetzen. Im Grunde tat mir dann die Frau leid, obwohl ich erst mal lachen musste....
In Antwort auf:
Nur mir beibt immer der fade Beigeschmack der Religionspille: Tun die das wirklich für uns Mitmenschen? Verlangen sie als Gegenleistung indirekt nicht die Bekehrung? Und tun die das nicht für einen besseren Platz im Himmel? Um Gott zu gefallen...
Von welch edlem Menschenbild gehst du denn aus? Sie machen es, um Gott zu gefallen? Ich kann nur für mich sprechen, sicher tun das viele (od. auch die übergroße Mehrheit) mit Hintergedanken und bei einem selbst schleichen sich solche Gedanken auch ein, aber ist ein Atheist denn frei von eigennützigen Gedankengängen? Wieso sollte ein Gläubiger (als Mensch, der er ist) nicht weiter denken und schlussfolgern?
Der Mensch ist, denke ich, als eigennütziges Wesen angelegt. Die Reserven, sein es nun intellektuelle oder körperliche, verwendet er auf seine Umwelt, falls er nicht ganz schräg drauf ist, und das unabhängig von seinem Glauben oder Nichtglauben.
In Antwort auf:
Ich empfinde die Religion als einen Geisteskäfig.
Na ich weiß nicht. Ob dein christlicher Freund konfessionell gebunden ist, weiß ich nicht, wohl eher nicht. Ich bin es auch nicht und vielleicht kannst du uns 2 als lebendes Gegenbeispiel nehmen. Sitzt er denn in 'nem Käfig? Mache ich auf dich den Eindruck, als ob ich in 'nen Käfig sitze? Bloß weil ich gewisse Ansichten vertrete? Dann sitzen aber die meisten in so 'nem Narrenkäfig, weil sie ein eigenes Weltbild vertreten.
In Antwort auf:
Christen sind nicht generell dumm, natürlich nicht. Aber sie könnten noch schlauer sein.
Dawkins lässt grüßen....
In Antwort auf:
Ich habe Religion als seelischen Leidenskäfig erfahren, der mich Jahrzehte belastete.
Das ist der Punkt. Du scheinst traumatische Erlebnisse im Zusammenhang mit der Religion gehabt zu haben und schlussfolgerst logischerweise daraus deine Erkenntnisse und Einsichten. Und die vertrittst du vehement und rigoros, um viele vor deinen Erfahrungen zu bewahren. Hast du aber schon mal daran gedacht, das manche vielleicht gar nicht bewahrt werden wollen, sondern einen sehr schlichten Weg der 'Erkenntnis' (event. der Gottes...) gehen möchten, ohne gleich den Verstand zu verlieren oder auszuschalten oder auf Knien herum zu rutschen, was eh' Quatsch ist, da Gott auf Augenhöhe mit uns verkehrt.

Was den Leidenskäfig betrifft, den habe ich die ersten 16 Lebensjahre als 'atheistischen Käfig' empfunden und erfahren in einem straighten oder auch knallharten real-sozialistischem Elternhaus.
Vielleicht haben wir ja die gleiche Traumata - nur auf entgegengesetzten Seiten.

(Apropos...was hat das Ganze noch mit Christentum und Sozialismus zu tun....?)
In Antwort auf:
Aber ich liebe die Wahrheit.
Wer tut das nicht? Aber welche Wahrheit? Deine? Meine? Die der Zeugen Jehovas? Bhagwans Wahrheit? Marx's, Trotzkis, Hildegard von Bingens Wahrheit?
Erkenntnisse und Wahrheiten sind so divers und vielfältig, wie es Menschen gibt. Deshalb regt mich auch der Anspruch von der atheistischen Seite etwas auf, sie haben des Pudels Kern.
Nicht mal in irgendwelchen vermeindlich heiligen Büchern steht die Wahrheit. Jeder muss seine eigene Wahrheit erkunden.
Für dich ist es, es kann keinen Gott geben, und Leute, die einen solchen annehmen, sind geistige Krüppel, in einem Käfig sitzend, eingeschränkt (geistig, wie viell. auch körperlich...siehe knien....) und diese werden zeitlebens von deinem Licht der Aufklärung abgeschnitten sein.
Meine Wahrheit ist, Gott hat selbst deine ureigenste Lebenshaltung einkalkuliert. Er brauch auch dich, so vermessen es klingt.

Und der sozialistischen Idee ist kein Abbruch getan, wenn so 'n paar Gläubige mit Hand anlegen - eventuell kann mit dem Bau des Himmelreichs begonnen werden - ohne Ansehen der Person oder Glaubensüberzeugung.

Große Worte, ich weiß, aber eigentlich meine ich es ganz profan.




Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

28.05.2008 21:01
#6 Christ & Sozialist? Antworten
In Antwort auf:
Vielleicht war er kein Mathe-Genie und vielleicht war er nicht nur Gottes Sohn, sondern auch ein Mensch?
Na, von dem Sohnemann des Chefs aller Existenz hätte man aber schon eine genauere Prognose erwarten dürfen... Wenn nicht, braucht man auf das andere auch nicht viel geben. Er war eben genauso in religiösen Fabulesken gefangen, wie die anderen seiner Zeitgenossen auch.
In Antwort auf:
Was hat denn ein intellektuell oder überhaupt 'satter Bauch' mit der Nächstenliebe zu tun? Die Nächstenliebe, aus der ursprünglich heraus sozialistische Ideen entstehen konnten, muss nicht satt sein.
Nee, die dürfen am besten auch gar nicht satt sein. Wer satt ist, den kann man ja nicht abfüttern. Wie soll man an Satten christlichen Dienst tun? Sattsein ist antichristlich, Hilfe!
In Antwort auf:
Aufklärung entsteht doch nicht aus einem satten Gefühl heraus, sondern aus dem Gegenteil, dem Hunger nach Wissen oder Erkenntnis und der richtigen Einordnung der Lebenserfahrungen des Einzelnen.
Das meinte ich doch: Ist der Magen voll, bemerkt man unter Umständen, dass die Birne hohl ist. Oder die Freiheit fehlt.
In Antwort auf:
Ohne ihm zu nahe treten zu wollen, macht es sich dein Freund damit vielleicht etwas zu leicht. Das die Kirche nicht Gottes Wort verkündet, damit würde ich konform gehen, aber eine Überlegenheit einer Region über die andere, das kann ich nicht ganz so nachvollziehen.
Trete ihm ruhig nahe, trete ihm auf die Füße - der braucht das! Ich finde seine Denke ebenso absurd! Die ganzen Aggressionskriege, die Kolonisationen, die Ausrottung der Indianer durch die christlich dominierten Staaten - all das ist Menschenwerk. Aber die guten Sachen wie die Erfindungen, die Demokratie, die Menschenrechte - all das das ist Gottes Werk. Und Gott bevorzugt nun mal die Christen... Bleibt mir die Spucke bei weg...
In Antwort auf:
aber ist ein Atheist denn frei von eigennützigen Gedankengängen?
Natürlich nicht! Der leugnet sie aber auch nicht. Und wenn es um nötige Hilfe geht, dann guckt er nicht erst in die Bibel, sondern schaut nach, was denn die beste Hilfe ist. Und der denkt nicht an eine himmlische Belohnung. Der weiß: Ich tue das für die Menschen! Und nicht für Gott, resp. meinen Platz im Himmel. Ich habe christliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft oft als gekünstelt, unangemessen und übertrieben erlebt. Die ist durch die Religionserziehung ihrem sozialen Reflex entfremdet. Schade, schade ist das, sehr schade!
In Antwort auf:
Sitzt er denn in 'nem Käfig? Mache ich auf dich den Eindruck, als ob ich in 'nen Käfig sitze?
Für mich war die Religionserziehung und die spätere -verhaftung eine Leidensgeschichte! Das ändert sich nicht, weil ihr das für euch anders empfindet! Was meinen Freund betrifft: Er braucht einen höheren Halt. Meint er. Er sucht ihn, weil ihm innen drin etwas fehlt. Und das ist meiner bestimmten Meinung nach nicht Gott...
In Antwort auf:
Wer tut das nicht? Aber welche Wahrheit?
Erstens gibt es nur eine Wahrheit. Aber die hat verschiedene Facetten. Und es ist die Wahrheit, die glücklich macht! Die Religion hatte mich nicht glücklich gemacht.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

29.05.2008 19:15
#7 RE: Christ & Sozialist? Antworten

In Antwort auf:
Die Religion hatte mich nicht glücklich gemacht.
Das wissen wir und so viele andere fahren auch nicht darauf ab, alles bekannt und Threads, wo die Unzulänglichkeit der Religionen oder dem Christentum im speziellen nachgewiesen werden soll, gibt es auch zu Hauf.
Ich hatte eigentlich einen anderen Ansatz hier. Aber lassen wir das mal.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

29.05.2008 19:25
#8 Christ & Sozialist? Antworten

In Antwort auf:
Ich hatte eigentlich einen anderen Ansatz hier. Aber lassen wir das mal.
Nee, was für einen Ansatz denn? Jetzt hast du mich neugierig gemacht.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

29.05.2008 19:30
#9 RE: Christ & Sozialist? Antworten
Zitat von Gysi
Nee, was für einen Ansatz denn? Jetzt hast du mich neugierig gemacht.
Den Ansatz von Christ und Sozialist, oder wurde das hier schon so oft behandelt? Im Moment ist man doch mehr dabei, die Zeugen vor der Altersarmut zu retten, oder sehe ich das falsch?
Aber diese Frage bzw. deinen Standpunkt hast du ja in der ersten Antwort kundgetan, also kann ich mich auch nicht beschweren, alles gut...
Fuente Offline



Beiträge: 78

02.06.2008 06:29
#10 RE: Christ & Sozialist? Antworten
Ich denke es ist möglich beides zu sein. Siehe auch:
http://archiv2007.sozialisten.de/partei/...isten/index.htm
Auch wenn ich nicht der Linkspartei angehöre,so versuche ich doch den Spagat Christ und Links zu sein.
Und in der Tat gibt es viele Gemeinsamenkeiten, so wenn es um soziale Gerechtigkeit geht.
"Der Marxismus selber ist doch auf dem Boden christlicher Ideen gewachsen. Wir sind hier alle von christlichen Ideen über die Jahrhunderte stark beeinflusst worden."

Nun Feuerbach, von dem Marx ja nun auch übernommen hat, war nicht gerade ein Förderer der Religion.
Und wenn Lenin in "Über die Religion" schreibt:

"Die Religion ist eine Form des geistigen Jochs, das überall und allenthalben auf den durch ewige Arbeit für andere, durch ein Leben in Elend und Verlassenheit niedergedrückten Volksmassen lastet. Die Ohnmacht des Ausgebeuteten im Kampf gegen die Ausbeuter läßt ebenso unvermeidlich den Glauben an ein besseres Leben im Jenseits aufkommen, wie die Ohnmacht des Wilden im Kampf gegen die Naturgewalten den Götter-, Teufel-, Wunderglauben usw. aufkommen ließ. Wer sein Leben lang schafft und darbt, den lehrt die Religion Demut und Geduld im irdischen Leben und vertröstet ihn auf den himmlischen Lohn. Wer aber von fremder Hände Arbeit lebt, den lehrt die Religion Wohltätigkeit hienieden; sie bietet ihm eine wohlfeile Rechtfertigung für sein Ausbeuterdasein und verkauft zu billigen Preisen Eintrittskarten zur himmlischen Seligkeit. Die Religion ist das Opium für das Volk. Die Religion ist eine Art geistigen Fusels, in dem die Sklaven des Kapitals ihr Menschenantlitz, ihren Anspruch auf ein auch nur halbwegs menschenwürdiges Dasein ersäufen."
- so ist das auch nicht gerade eine gute Basis für eine Partnerschaft mit dem christlichen Glauben. Gewiss gibt es berechtigte Kritikpunkte an der Religion, vor allem wenn sie so wäre, wie sie hier dargestellt wird. Aber in dieser Verdammung der Religion wird nicht differenziert, hier wird einseitig draufgeschaut und plattgemacht.Wenn der gute Lenin, als Fortführer und Weiterentwickler des Marxismus, mal gelesen hätte was die kath. Kirche 1892 zu den selben Problem- der Ausbeutung - einige Jahre vor dem Erscheinen seines Werkes - bereits lehrt, dann hätte er gesehen das wir im Prinzip am selben Strang ziehen, nur die Methoden andere sind:

In Rerum Novarum 2 heißt es: "Indessen, es liegt nun einmal zutage, und es wird von allen Seiten anerkannt, daß geholfen werden muß, und zwar, daß baldige ernste Hilfe nottut, weil Unzählige ein wahrhaft gedrücktes und unwürdiges Dasein führen. In der Umwälzung des vorigen Jahrhunderts, wurden die alten Genossenschaften der arbeitenden Klassen zerstört, keine neuen Einrichtungen traten zum Ersatz ein, das öffentliche und staatliche Leben entkleidete sich zudem mehr und mehr der christlichen Sitte und Anschauung, und so geschah es, daß die Arbeiter allmählich der Herzlosigkeit reicher Besitzer und der ungezügelten Habgier der Konkurrenz isoliert und schutzlos überantwortet wurden. Ein gieriger Wucher kam hinzu, um das Übel zu vergrößern, und wenn auch die Kirche zum öfteren dem Wucher das Urteil gesprochen, fährt dennoch Habgier und Gewinnsucht fort, denselben unter einer andern Maske auszuüben. Produktion und Handel sind fast zum Monopol von wenigen geworden, und so konnten wenige übermäßig Reiche einer Masse von Besitzlosen ein nahezu sklavisches Joch auflegen."



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