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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 80 Antworten
und wurde 2.723 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 09:31
Atheismus als Religion antworten

Salam!

Also ich bin zu der Überzeugung gelangt, daß Atheismus in einer organisierten Struktur dasselbe ist, wie das, was man Religion nennt.

Meinungen?

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

29.06.2008 09:52
#2 RE: Atheismus als Religion antworten
Hallo Andreas,

das Thema hatten wir hier schon ein paarmal - da müssten wir zuerst mal halbwegs definieren was das genau ist, 'was man Religion nennt' -
und dann würde sich der Satz auch nur auf die Strukturen selbst beziehen - der Inhalt ist ja wohl schwer vergleichbar. Jedenfalls wird m.W.
in keiner Form des Atheismus 'kein Gott' auf derselbe Art und Weise verehrt wie 'Gott' in den Abrahamsreligionen...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 09:58
#3 RE: Atheismus als Religion antworten

Hallo Qilin!

Sorry, wollte keine ollen kamellen aufwärmen.

Ich meinte, daß organisierter Athesmus durchaus Glaubensdogmen und Absolutheitsanspruch kennt - notwendigerweise sind alle Religionen falsch, was nicht beweisbar ist - siehe FSM-Argumentation.

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

29.06.2008 10:10
#4 RE: Atheismus als Religion antworten
Hallo Andreas,

ja, das kann man durchaus so sehen denke ich, nur - Dogma und Absolutheitsanspruch gibts nicht nur, und
auch nicht bei allen Religionen, es ist von daher also nicht unbedingt ein hinreichendes Kennzeichen für diese.

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 10:17
#5 RE: Atheismus als Religion antworten

Man könnte auch sagen, daß Atheisten "glauben".

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.189

29.06.2008 10:35
#6  Atheismus als Religion antworten
In Antwort auf:
Man könnte auch sagen, daß Atheisten "glauben".
Wir Atheisten glauben, dass es keinen Gott gibt. Wir können es nicht beweisen. Man kann eben nicht beweisen, dass es etwas nicht gibt. Also glauben wir. Aber wir extrapolieren unseren "Glauben" aus den Informationen, die uns und allen anderen zugänglich sind. Wir lesen die Bibel, aber uns fallen die eklatanten Widersprüche auf. Wir picken nicht nur die Rosinen auf. Außerdem lesen wir sie im Kontext der Geschichte. Wir glauben an die Wirklichkeit. Der Glaube ist mit ZWEIFEL gepaart, und deshalb zweifeln wir. Der Zweifel ist der Weg der Erkenntnis. Der religionsbekennende Gottgläubige lehnt den Zweifel ab. Der Glaube ist ihm heilig, und der Zweifel wird hingegen eher als Teufelseinflüsterung gesehen. Das ist der Unterschied zwischen Atheisten und den religiösen Gläubigen.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 10:54
#7 RE: Atheismus als Religion antworten

Es mag sicherlich zutreffen, daß Gläubige Zweifel als satanische Einflüsterung sehen - ich halte es für menschlich da wäre eher interessant wieso man zweifelt! Laut Koran hatte ja z.B. auch Abraham Zweifel - Gott wirft ihm jedoch nicht vor, daß dies satanische Einflüsterungen seien - von daher halte ich Deine Aussage für stak christlich eingefärbt.
Ferner bezweifle ich doch stark, daß Atheisten alles nutzen, was ihnen zugänglich ist. Will ich auch gar nicht verurteilen, aber es stimmt einfach nicht. Wieviele Atheisten haben schon Listen mit Widersprüchen im Koran einfach kopiert ohne überhaupt im Koran nachgelesen zu haben? Doch schon mehrere - ein Verhalten, daß man bei vielen anderen Gläubigen auch finden kann: so lange es die eigene Meinung widergibt wird es ungeprüft übernommen.
"Wir glauben an die Wirklichkeit" - an welche? Die des Hindus wird ja nicht gemeint sein.

Ich bezweifle nicht, daß es Unterschiede zwischen religiösen und areligiösen Menschen gibt, aber die Struktur ist doch dieselbe: ich glaube irgendetwas und setze mich dafür ein (schreibe ein Buch, eine Hompegae, ein Forum, Demonstriere). Wäre alles ganz normal. "Religiös" wird es, wenn ich meine Überzeugung nicht beweisen kann. Dies ist in meinen Augen die entscheidende Gemeinsamkeit. Das führt dann übrigens auch zu Krieg und Feindschaft: Kreuzzüge, Nazi-Deutschland (Hitler glaubte an die Herrenrasse und das ihm einer abgeht, wenn ihm jemand auf den Bauch scheißt), islamische Expansion, Diskussionsforen, Privatleben. Überall zieht sich die Spur des "Glaubens".

Deswegen denke ich, daß eben dieses "herauskehren" des Atheismus ziemlich identisch mit jeder anderen Religion ist - man kann natürlich auch alle möglichen Ideologien dazuzählen - die lassen sich ja auch nicht wirklich beweisen.

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2008 11:58
#8 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
siehe FSM-Argumentation

Da würde mich mal genauer interessieren, was du da meinst.

Ansonsten gibt es "den Atheismus" nicht. Erst recht habe ich noch nie was vor organisiertem Atheismus gehört. Welche Organisation meinst du denn?

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 12:18
#9 RE: Atheismus als Religion antworten

FSM baut doch darauf auf, daß man es nicht wiederlegen kann und man so jeden Unsinn "religiös" begründen kann. Daher die Schlußfolgerung, daß Atheisten somit auch nicht darlegen können eine andere Religion sei notwenidgerweise falsch.

Und natürlich gibt es den Atheismus nicht - sowenig wie den Islam, das Christentum, etc.

http://ibka.org/
http://de.wikipedia.org/wiki/Internation...n_und_Atheisten

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.189

29.06.2008 14:01
#10 Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Deswegen denke ich, daß eben dieses "herauskehren" des Atheismus ziemlich identisch mit jeder anderen Religion ist
Kein Atheist auf der Welt verdammt den Gottgläubigen und Andersdenkenden zu fürchterlichsten Folterstrafen, an denen er nicht mal sterben kann. Damit er auch richtig schön leidet. Für den Frevel, anders zu denken als man selbst.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

kereng Offline




Beiträge: 310

29.06.2008 14:29
#11 RE: Atheismus als Religion antworten

Zwischen Glauben und Glauben gibt es einen Unterschied.
An Gott glauben bedeutet, daraus Sicherheit zu gewinnen, oder: Vertrauen, Sinn, Lebensinhalt.
Glauben, dass es keinen Gott gibt, bedeutet einfach nur, der Meinung zu sein, dass es ihn nicht gibt. Das reicht schwerlich für eine Religion aus.
Es gibt noch eine dritte Bedeutung von glauben: wenn der Fan oder Trainer dem Sportler zuruft: "Ich habe immer an dich geglaubt."

Ist es eine irrationale Entscheidung, nicht an Gott zu glauben?
Man kann ja schließlich nicht beweisen, dass es ihn nicht gibt.
Wenn man zwei Dinge weder beweisen noch widerlegen kann, kann man ihnen stattdessen Wahrscheinlichkeiten zuordnen, indem man Hinweis und Argumente bewertet. Die Wahrscheinlichkeit für Gott ist viel geringer als die gegen Gott.

Es wird jeden Tag hell. Deshalb glaube ich, dass es auch morgen hell wird, obwohl ich es nicht beweisen kann.
Die Hinweise auf eine Existens Gottes sind nicht besser als die für das Spaghettimonster. Also glaube ich, dass es keinen Gott gibt, allein aus Beobachtung und Überlegung, nicht wegen quasi religiöser Dogmen.

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 15:01
#12 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Kein Atheist auf der Welt verdammt den Gottgläubigen und Andersdenkenden zu fürchterlichsten Folterstrafen, an denen er nicht mal sterben kann. Damit er auch richtig schön leidet. Für den Frevel, anders zu denken als man selbst.


Findest Du nicht, daß Du da ein bißchen auf "Gutmensch" machst? Gerade im Internet habe ich bei etlichen Personen, die von sich behaupten Atheisten zu sein festgestellt, daß sie keinen Deut besser sind als ihre Kontrahenten: da wird beleidigt und versucht zu verletzen, wo es nur geht.

Welcher Gläubige hat z.B. Dich explizit verdammt und wieso?

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Qtipie Offline




Beiträge: 761

29.06.2008 15:05
#13 RE: Atheismus als Religion antworten

Zitat von Gysi
[quote]Man kann eben nicht beweisen, dass es etwas nicht gibt.


Doch, man kann z.B. mathematisch beweisen, dass es in drei Dimensionen keinen Antiknoten geben kann (d.h. einen Knoten, der sich mit seinem entsprechenden Gegenstück aufheben würde, wenn die beiden sich entlang eines Seils treffen würden). Man kann also beweisen, dass es etwas nicht gibt. Zum Beispiel den Antiknoten, im R³.

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 15:11
#14 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Zwischen Glauben und Glauben gibt es einen Unterschied.
An Gott glauben bedeutet, daraus Sicherheit zu gewinnen, oder: Vertrauen, Sinn, Lebensinhalt.
Glauben, dass es keinen Gott gibt, bedeutet einfach nur, der Meinung zu sein, dass es ihn nicht gibt. Das reicht schwerlich für eine Religion aus.
Es gibt noch eine dritte Bedeutung von glauben: wenn der Fan oder Trainer dem Sportler zuruft: "Ich habe immer an dich geglaubt."


Ich denke, daß Du da etwas sehr vereinfachst. Sicherlich gibt es den Gläbigen, der den Glauben als Stütze benötigt, aber es gibt auch andere Gläubige, die Gott als Tatsache annehmen, ohne dadurch einen direkten positiven Sinn zu sehen. Der Atheist? Der sieht explizit dennoch einen Sinn in seinem Leben - kann man auf Diesseits oder Jenseits anwenden - wobei wir ja von der Struktur weggehen. Du redest ja von der Bedeutung des Glaubens an sich - ich rede mehr von dem Ablauf. Oder willst Du sagen, daß Du als Atheist ein sinnloses Leben führst? Ich war auch mal Atheist bevor ich Muslim wurde, sinnlos fand ich mein Leben jedoch nicht.

In Antwort auf:
Ist es eine irrationale Entscheidung, nicht an Gott zu glauben?
Man kann ja schließlich nicht beweisen, dass es ihn nicht gibt.
Wenn man zwei Dinge weder beweisen noch widerlegen kann, kann man ihnen stattdessen Wahrscheinlichkeiten zuordnen, indem man Hinweis und Argumente bewertet. Die Wahrscheinlichkeit für Gott ist viel geringer als die gegen Gott.


Ich halte es für irraional mit Wahrscheinlichkeiten hausieren zu gehen, denn was sind denn die Kriterien, die etwas wahrscheinlich machen, wenn nicht persönliche Meinungen? Dawkins hat ja z.B. auch über die Wahrscheinlichkeit versucht nachzuweisen, daß der Herr dessen Namen ich grad vergessen habe mit seiner Wahrscheinlichkeit für Gott daneben liegt.

Aber erklär mir mal, wieso Du gerade Gott für unwahrscheinlich hältst?

In Antwort auf:
Es wird jeden Tag hell. Deshalb glaube ich, dass es auch morgen hell wird, obwohl ich es nicht beweisen kann.


Das hinkt jetzt aber sehr: mittels astronomischer Berchnungen kann ich Dir sagen wann es hell wird. Ich denke, daß das schon bissel was anderes ist.

In Antwort auf:
Die Hinweise auf eine Existens Gottes sind nicht besser als die für das Spaghettimonster. Also glaube ich, dass es keinen Gott gibt, allein aus Beobachtung und Überlegung, nicht wegen quasi religiöser Dogmen.


Das lustige daran ist, daß ich als Muslim dasselbe sagen kann. Ich kann sagen: daß Spaghettimonster ist eher unwahrscheinlich, und daß Gott existiert ist wahrscheinlich - auf Grund meiner Beobachtungen - bei engstirnigen Menschen werden solche Beobachtungen irgendwann gerne Dogmen. Ich sehe bei Atheisten da keine Ausnahme.

Wa salam


Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 15:14
#15 RE: Atheismus als Religion antworten

Wenn wir ganz streng sind, dann können wir nichts beweisen, was nicht mathematisch ist. Wir könne uns auf subjektive Wahrheiten wie Farben oder so einigen, jedoch nicht feststellen ob es objektiv wirklich so ist, da wir nicht annhemen können, daß wir alles Perspektiven erfaßt haben.

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Qtipie Offline




Beiträge: 761

29.06.2008 15:17
#16 RE: Atheismus als Religion antworten

1. Kannst Du beweisen, dass Du Du selbst bist?
2. Kannst Du widerlegen, dass Du bist?

1. Nö, Du sagst eben einfach (wie alle anderen 60 Mrd Menschen): Ich bin. Und fertig.
2. Nö, geht nich.

Wenn man ehrlich ist, dann würden sich die ganzen Gottesbeweise und -widerlegungen auf einen Schlag erledigen. Weil man selbst nichts mathematisch über sich beweisen kann.

andreas Offline



Beiträge: 146

29.06.2008 15:44
#17 RE: Atheismus als Religion antworten

Hab ich das eben nicht gesagt?

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.189

29.06.2008 16:50
#18 Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Man kann also beweisen, dass es etwas nicht gibt. Zum Beispiel den Antiknoten, im R³.
Gut, hast recht. Der Atheist kann trotzdem nicht beweisen, dass es keinen Gott gibt. Er glaubt es aber. Aufgrund der Wahrscheinlichkeiten, die die Erfahrung hergibt, wie Kereng sehr gut beschrieben hat.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2008 19:32
#19 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Doch, man kann z.B. mathematisch beweisen, dass es in drei Dimensionen keinen Antiknoten geben kann (d.h. einen Knoten, der sich mit seinem entsprechenden Gegenstück aufheben würde, wenn die beiden sich entlang eines Seils treffen würden). Man kann also beweisen, dass es etwas nicht gibt. Zum Beispiel den Antiknoten, im R³.

Das zählt nicht. Denn das ist einfach eine Folge der Definition und kein Beweis. Nichtexistenz ist nicht beweisbar.
Wer behauptet, etwas existiert hat deshalb nach wie vor den Beweis anzutreten für die Existenz dessen, was er behauptet.
Jedenfalls wenn er Wert darauf legt, dass andere diese Existenz anerkennen sollen.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

29.06.2008 19:55
#20 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
FSM baut doch darauf auf, daß man es nicht wiederlegen kann und man so jeden Unsinn "religiös" begründen kann. Daher die Schlußfolgerung, daß Atheisten somit auch nicht darlegen können eine andere Religion sei notwenidgerweise falsch.

Nee, FSM ist lediglich eine Antwort auf das Ansinnen, jeglichen Unsinn im Biounterricht als Theorie gleichberechtigt zum Darwinismus zu unterrichten. Ansonsten fordert FSM zwingend dazu auf, keine Dogmen anzuerkennen sondern an allem zu zweifeln und zu hinterfragen.

Ich erkenne auch nicht, wieso sich aus der Tatsache, dass man jeden Unsinn religiös begründen kann eine Unmöglichkeit ergeben soll, ggf. diesen Unsinn als solchen zu beweisen.

In Antwort auf:
Und natürlich gibt es den Atheismus nicht - sowenig wie den Islam, das Christentum, etc.

Da vergleichst du nicht mal Äpfel mit Birnen, sondern Melonen mit Haselnüssen.
Atheisten haben, außer der Tatsache, dass es für sie keinen Gott gibt, nichts aber auch gar nichts sonst als zwingende gemeinschaftliche Voraussetzung. Sie definieren sich also lediglich durch Abwesenheit von Göttern. Ansonsten können sie von Kommunisten bis Faschisten, von Anarchisten bis Buddhisten einfach alles sein.
Islam, Christentum und andere definieren sich über eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten, über jede Menge Dogmen, über Institutionen und Zeremonien. Das ist wirklich was völlig anderes.

Die Behauptung, auch Atheisten wären nur Gläubige und Atheismus Religion soll in der Regel nur versucht werden, sich in der Diskussion nicht auf wissenschaftliche Argumente einzulassen sonder lediglich mit Glaubenssätzen zu "diskutieren".

http://ibka.org/

Die kannte ich auch. Weil die aber, siehe ihr Satzungziel, trotz ihres Namens nicht eine "atheistische Lehre" verkünden sondern ganz pragmatische Zwecke verfolgen, sehe ich die nicht als atheistische Organisation in dem Sinne, wie du es gemeint hattest.

kereng Offline




Beiträge: 310

29.06.2008 22:06
#21 RE: Atheismus als Religion antworten

Zitat von andreas
Du redest ja von der Bedeutung des Glaubens an sich - ich rede mehr von dem Ablauf. Oder willst Du sagen, daß Du als Atheist ein sinnloses Leben führst?
Ich bin genervt von Sprüchen wie "Du glaubst doch an die Evolution, also hast du auch einen Glauben". Ich meine, dass hier Wortbedeutungen vermischt werden. Auch für "Sinn" müsste man erstmal die Bedeutung festlegen. Viele Muslime behaupten ja, dass der Sinn des Lebens wäre, eine gute Startposition fürs Jenseits zu bekommen. Sie entnehmen dem Koran, dass sie auf der Erde sind, um geprüft zu werden. Einen Sinn mit der Bedeutung "Ziel" oder "Zweck" sehe ich in meinem Leben nicht.

In Antwort auf:
Aber erklär mir mal, wieso Du gerade Gott für unwahrscheinlich hältst?
In Antwort auf:
Es wird jeden Tag hell. Deshalb glaube ich, dass es auch morgen hell wird, obwohl ich es nicht beweisen kann.
Das hinkt jetzt aber sehr: mittels astronomischer Berchnungen kann ich Dir sagen wann es hell wird. Ich denke, daß das schon bissel was anderes ist.

Aus der Tatsache, dass die Naturgesetze bislang immer galten, folgt nicht, dass sie auch morgen noch gelten. Oder kannst du das beweisen?

Aus der Tatsache, dass ich noch keinen Hinweis für Gott gesehen habe, sondern nur Behauptungen in alten Büchern, folgt nicht, dass es Gott nicht gibt. Aber er ist eine überflüssige Hypothese, und es lässt sich nachvollziehen, wie Menschen zu Gottesvorstellungen gekommen sind.

In Antwort auf:
daß Gott existiert ist wahrscheinlich - auf Grund meiner Beobachtungen -
Welche Beobachtungen sind das?
Viele Theisten wollen die Evolution und die Urknalltheorie widerlegen, damit die Welt oder das Leben Hinweise auf Gott sind. Du etwa auch?

Qtipie Offline




Beiträge: 761

30.06.2008 08:47
#22 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Das zählt nicht. Denn das ist einfach eine Folge der Definition und kein Beweis. Nichtexistenz ist nicht beweisbar.


Nein, nein: Wenn Du es noch nicht wüßtest, das mit dem Beweis, dann wäre es doch prinzipiell denkbar: "Ja, so ein Antiknoten, das ist ein Knoten, der sich mit dem entsprechenden Knoten aufhebt, wenn die beiden sich auf einem Seil treffen."

Erst nach einem seitenlangen mathematischen Beweis wird klar, dass es dieses "vorstellbare" im R³ nicht gibt, nicht geben kann. Das zählt also sehr wohl. Es ist ein Beispiel, wo etwas Vorstellbares widerlegt wurde. Sonst würden die Knotenknüpfer und Knotenknüpferinnen heute noch nach einem Antiknoten suchen und knüpfen und aufknüpfen und knüpfen und aufknüpfen und knüpfen usw.

andreas Offline



Beiträge: 146

30.06.2008 08:48
#23 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Nee, FSM ist lediglich eine Antwort auf das Ansinnen, jeglichen Unsinn im Biounterricht als Theorie gleichberechtigt zum Darwinismus zu unterrichten. Ansonsten fordert FSM zwingend dazu auf, keine Dogmen anzuerkennen sondern an allem zu zweifeln und zu hinterfragen.



Und wo liegt da nun der gravierende Unterschied zu dem, was ich schrieb?


In Antwort auf:
Ich erkenne auch nicht, wieso sich aus der Tatsache, dass man jeden Unsinn religiös begründen kann eine Unmöglichkeit ergeben soll, ggf. diesen Unsinn als solchen zu beweisen.


Das habe ich auch nicht gesagt.

In Antwort auf:
Da vergleichst du nicht mal Äpfel mit Birnen, sondern Melonen mit Haselnüssen.
Atheisten haben, außer der Tatsache, dass es für sie keinen Gott gibt, nichts aber auch gar nichts sonst als zwingende gemeinschaftliche Voraussetzung. Sie definieren sich also lediglich durch Abwesenheit von Göttern. Ansonsten können sie von Kommunisten bis Faschisten, von Anarchisten bis Buddhisten einfach alles sein.
Islam, Christentum und andere definieren sich über eine Vielzahl von Gemeinsamkeiten, über jede Menge Dogmen, über Institutionen und Zeremonien. Das ist wirklich was völlig anderes.


In meinen Augen ist das nur der Versuch, den Atheismus an sich unangreifbar zu machen. Kann man gut vergleichen mit christlicher Bibelexegese: "Das ist ein Fehler in der Bibel!" - "Nein, das ist ein Symbol!" - "Da hat ein Atheist Mist gebaut!" - "Ne, der war Kommunist!". Somit entzieht man sich jeglicher möglichen Kritik.
Auf der anderen Seite wird versucht z.B. jeden Christen pers e über das Christentum zu definieren. Da kommt dann Kritik wie z.b: "Kriminalgeschichte des Christentums", was sugeriert, daß jeder, der da Mist gebaut hat zwingend notwendig Christ ist und nur Christ und immer Christ und noch dazu ein guter. Ebenso wie man es heute mit Terrorismus versucht und dann den Umkehrschluß macht: da sprengen sich Moslems in die Luft, ergo ist der Islam so und so böse. Aber ein Christ oder Muslim ist auch nicht nur dies, sondern kann auch Kommunist, Faschist, Nationalist, Hippie, etc. sein.

In Antwort auf:
Die Behauptung, auch Atheisten wären nur Gläubige und Atheismus Religion soll in der Regel nur versucht werden, sich in der Diskussion nicht auf wissenschaftliche Argumente einzulassen sonder lediglich mit Glaubenssätzen zu "diskutieren".


Ich hatte noch nie die EHre mit nem Atheisten über was wissenschaftliches zu diskutieren, sondern nur über Glaubensmeinungen. Schau Dir doch mal Diskussionen über Philologie an: da kommt z.B. der Herr Luxenberg und schreibt seine Meinung, nämlich, daß der Koran ja syro-aramäisch sei und eine Komposition aus frühchristlichen Strophenliedern und schwupp, schon kriegst es landauf landab um die Ohren gehauen: So wars und nicht anders! Nur leider ist das kein gesichertes wissenschaftliches Wissen,sondern nur eine These und nicht mal eine neue. Lüling hat derlei ebenfalls schon mal dargelegt, was übrigens nicht wirklich verifiziert, weil weitestgehend ignoriert wurde. Ist das nun Deine Sichtweise von wissenschaftlicher Diskussion? Doch wohl auch eher nicht. Genau so laufen aber - zumindest im Internet - Diskussionen ab. Und jetzt erklär mir mal, wo Du da auf wissenschaftlicher Ebene eine mögliche Diskussion siehst.

In Antwort auf:
Die kannte ich auch. Weil die aber, siehe ihr Satzungziel, trotz ihres Namens nicht eine "atheistische Lehre" verkünden sondern ganz pragmatische Zwecke verfolgen, sehe ich die nicht als atheistische Organisation in dem Sinne, wie du es gemeint hattest.


Ist das dann nicht so wie die IGMG, die trotzdem vom Verfassungsschutz beobachtet werden? Ich will damit sagen, daß man nicht notwendigerweise eine "Lehre" auf den Fahnen stehen haben muß, um eine solche zu haben.

Wa salam

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andreas Offline



Beiträge: 146

30.06.2008 09:02
#24 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Ich bin genervt von Sprüchen wie "Du glaubst doch an die Evolution, also hast du auch einen Glauben".


Ich bin auch genervt von Religionskritik auf Basis von vermutungen. Das ist nicht schlimm. Das ist menschlich.

In Antwort auf:
Ich meine, dass hier Wortbedeutungen vermischt werden.


Wieso?

In Antwort auf:
Auch für "Sinn" müsste man erstmal die Bedeutung festlegen. Viele Muslime behaupten ja, dass der Sinn des Lebens wäre, eine gute Startposition fürs Jenseits zu bekommen. Sie entnehmen dem Koran, dass sie auf der Erde sind, um geprüft zu werden. Einen Sinn mit der Bedeutung "Ziel" oder "Zweck" sehe ich in meinem Leben nicht.


Klingt für mich so, als ob Du mit allen Mitteln versuchst etwas trennendes zu finden. Da akzeptierst Du gar lieber keinen Sinn zu haben? Zum einen finde ich das traurig - wieso bringst Du Dich denn nicht um, wenn Du keinen Sinn siehst?

In Antwort auf:

Aus der Tatsache, dass die Naturgesetze bislang immer galten, folgt nicht, dass sie auch morgen noch gelten. Oder kannst du das beweisen?


Womit wir wieder da wären, daß man eben nichts beweisen kann. Gar nichts!
Jedoch interessant, daß Du hier eine religiöse Argumentation benutzt. Ich werde - so Gott will - später mehr schreiben; wenn DU verstehst, was ich meine?

In Antwort auf:
Aus der Tatsache, dass ich noch keinen Hinweis für Gott gesehen habe, sondern nur Behauptungen in alten Büchern, folgt nicht, dass es Gott nicht gibt. Aber er ist eine überflüssige Hypothese, und es lässt sich nachvollziehen, wie Menschen zu Gottesvorstellungen gekommen sind.


Daß diese Hypothese überflüssig sei ist eine Hypothese, die nicht annährend voneiner areligiösen Person belegt werden kann. Das wäre so, als ob ne Person, die noch nie Cola getrunken hat sagt, Cola hätte keinen Geschmack. Und auch das Nachvollziehen, wie Menschen zu Gottesvorstellungen gekommen sind ist eine These. Die Gegenthese findest Du z.B. bei Küng in dem Buch "Existiert Gotte" - Da wird die Sache nämlcih genau umgekehrt dargestellt.

In Antwort auf:
Welche Beobachtungen sind das?


Wie alle Beobachtungen subjektive und daher natürlich nicht allgemeingültig. Was hast Du davon, daß ich Gott in meinem Leben aktiv erlebe? Am Ende meiner Atheistenlaufbahn bereits aktiv erlebte? Code 19 finde ich moment da auch sehr interessant. Deswegen halte ich Gott für Wahrscheinlich. Auch weil Menschen Gerechtigkeit brauchen und eine objektive Gerechtigkeit nur durch ein objektives mächtigeres Wesen gegeben werden kann. Das sind so meine Beobachtungen.
Was sind denn nun Deine?

In Antwort auf:
Viele Theisten wollen die Evolution und die Urknalltheorie widerlegen, damit die Welt oder das Leben Hinweise auf Gott sind. Du etwa auch?

Man kann ebensogut Urknall und Evolution als Hinweis auf Gott sehen, was ich nicht tue, da beides Theorien sind. Da gibt es insofern auch nix zu widerlegen, höchstens die Annahme derlei wüde Gott widerlegen, was es aber nicht tut.

Wa salam

Es gibt keinen Zwang im Glauben. Der richtige Weg ist nun klar erkennbar geworden gegenüber dem unrichtigen. Wer nun an die Götzen nicht glaubt, an Allah aber glaubt, der hat gewiss den sichersten Halt ergriffen, bei dem es kein Zerreißen gibt. Und Allah ist Allhörend, Allwissend.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

30.06.2008 12:30
#25 RE: Atheismus als Religion antworten

In Antwort auf:
Und wo liegt da nun der gravierende Unterschied zu dem, was ich schrieb?


Selber denken macht klug.

In Antwort auf:
Das habe ich auch nicht gesagt.

siehe
In Antwort auf:
Daher die Schlußfolgerung, daß Atheisten somit auch nicht darlegen können eine andere Religion sei notwenidgerweise falsch.


In Antwort auf:
In meinen Augen ist das...
Die Augen alleine reichen halt nicht. Und in der Kriminalgeschichte des Christentums geht es nun mal um das Christentum, und nicht um einzelne Christen.

In Antwort auf:
Aber ein Christ oder Muslim ist auch nicht nur dies, sondern kann auch Kommunist, Faschist, Nationalist, Hippie, etc. sein.
Selbstverständlich. Die Zusammenarbeit vieler Moslem mit den Nazis z.B. ist altbekannt. Mit Kommunisten schon weniger, aber sicher gabs auch das.

Was du aber wirklich einfach akzeptieren musst ist, Christen und Muslime haben je für sich eine Mengen gemeinsamer Werte die sich aus ihrem jeweiligen Glauben heraus bedingen. Das ist bei Atheisten nun mal nicht der Fall. Da gibt es nur eins: keine Götter. Da gibt es keinen gemeinsam Lehre, nicht mal einen gemeinsamen Wertekanon. Das beides zwingende Voraussetzung für Religion ist, jedenfalls so wie wir christliche bzw. islamische Religion verstehen, wirst du doch nicht ernsthaft bestreiten wollen.

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