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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

Der substanzielle  Dialog
 
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Für Säkularismus und Religionskritik!


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Dieses Thema hat 40 Antworten
und wurde 2.161 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Prometheus Offline




Beiträge: 392

26.12.2005 11:58
Religion als Ethik für Anfänger antworten

Ich denke tatsächlich, dass verbindende Werte für eine funktionierenden sozialen Zumsammenhang nötig sind, frage mich aber, wozu diese religiös, theistisch, übernatürlich begründet sein sollten?! Ich bin Humanist und sehe mich in meinem Denken und Empfinden in der Nähe von Kants "kategorischem Imperativ" und lebe ein "füge niemandem zu, was Du nicht willst, dass man Dir tu".

Der Humanismus plädiert für soziale Werte und menschliche Würde, die nicht von übernatürlichen Entitäten unter Androhung von Sanktionen (z.B. der Bestrafung im Jenseits) dem Menschen aufoktroyiert werden, sondern die als Produkte des gesellschaftlichen Miteinanders entstanden und gewachsen sind. Moralische Werte müssen von jeder Generation auf's neue erarbeitet und erkämpft werden, um sie den jeweiligen Fragestellungen ihrer Zeit angleichen zu können.
Diese Werte existieren immer nur im menschlichen Miteinander und nicht unabhängig von ihnen.

Ohne Frage, fehlt die Antwort auf ein mögliches Jenseits, die vielen Gläubigen ja Hoffnung gibt und Angst nimmt. Aber vielleicht ist ja gerade die Aufgabe jedes einzelnen Menschen, dem Tod ohne positive oder negative Erwartung ins Gesicht sehen zu müssen und daran in seiner letzten Stunde zu wachsen.

Ist im Gegensatz zum Humanismus, die Religion bloß eine Ethik für Anfänger, die entweder zu denkfaul oder zu lethargisch sind?


Zu vieles missriet ihm, diesem Töpfer, der nicht ausgelernt hatte! Dass er aber Rache an seinen Töpfen und Geschöpfen nahm, dafür dass sie ihm schlecht gerieten, - das war eine Sünde wider den guten Geschmack. Friedrich Nitzsche

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.022

23.01.2006 17:31
#2  Religion als Ethik für Anfänger antworten
Es gibt ja die Naturreligionen und die Gesetzesreligionen. Die Naturreligionen vermuten hinter bestimmten verschiedenen Naturerscheinungen jeweils einen Gott, sind also in der Regel polytheistisch. Und die Gesetzesreligionen vermuten hinter dem Recht einen Gott, sind - da es ja nur EIN Recht (für einen Staat) geben soll, monotheistisch. Diese Religionen sind autoritär strukturiert. Der Gläubige wird auf den Rang von "Schafen" gesetzt - Denken ist da also nicht angesagt.
Das Judentum und der Islam sind solche monotheistischen Gesetzesreligionen. Sie waren entstanden zu einer Zeit, als sich neue Gemeinschaften und Staaten aus dem Nichts bilden mussten. Das Christentum spielt in den Entwicklungsprozessen dieser Religionen eine besondere Rolle:
Jesus wollte eigentlich keine neue Religion, er wollte das Judentum nur modifizieren, weil er die ganzen bis in den Alltag hineinreichenden Bestimmungen als zu erdrückend empfand. Er wollte, dass man die Gottesgesetze nicht nur als von oben herab empfinden musste, sondern aus dem Inneren eines jeden Einzelnen kommend: die Nächstenliebe. Er wollte die Gemeinschaftsbildung aus seiner Autoritätsbestimmung befreien und zu einer Herzensangelegenheit machen - er wollte Kollektiv und Individuum harmonisieren! Irgendwie ein Entwicklungsstrang der Demokratie...
Dann kam aber Paulus und machte um die Person Jesus eine neue Religion - eine ERLÖSUNGSreligion! Ich bin der Auffassung, dass Jesus diese Absicht nicht auf dem Schirm hatte! Er wollte nur das Lebensgefühl der unterdrückten Juden vermenschlichen. Dann hatte er bestimmt auch noch was gegen die Römer gehabt. Aber er wollte auch das Judentum revolutionieren => "Mein Reich ist nicht von dieser Welt..." Ich glaube, er meinte damit - weil der Spruch ja an Pontius Pilatus gerichtet war: "Ich will nicht unbedingt den Sturz des römischen Protektorats, ich will eigentlich was anders..."
Na, ist meine Idee.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

24.01.2006 07:59
#3 RE: Religion als Ethik für Anfänger antworten

In Antwort auf:
Ist im Gegensatz zum Humanismus, die Religion bloß eine Ethik für Anfänger, die entweder zu denkfaul oder zu lethargisch sind?

Die Frage wäre doch, Prometheus, ob Humanismus und Religion unbedingt wideragieren. Gemäß dem, was du sagst, hieße dies, der Religiöse Mensch ist ein Individuum, welches aus dem reinen Motiv der Angst zu Handlungen bewegt wird, welche die sozialen Werte in der Gesellschaft festigen sollen.

Du sprichst vom "KI", dem ich unumwunden zustimme; obwohl ich ihn für weniger konkret und direkt halte als die GR (Goldene Regel), welche in der Bibel zu finden ist. Ich darf zitieren:

In Antwort auf:
12 Alles daher, was ihr wollt, daß euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun; in der Tat, das ist es, was das GESETZ und die PROPHETEN bedeuten. (Math. 7:12)

Andersherum wird nämlich ein Strick daraus: Wenn ich andere Menschen schlecht behandle, wollte ich ebenso schlecht behandelt werden. Im Allgemeinen will niemand schlecht behandelt werden.

In Antwort auf:
Der Humanismus plädiert für soziale Werte und menschliche Würde, die nicht von übernatürlichen Entitäten unter Androhung von Sanktionen (z.B. der Bestrafung im Jenseits) dem Menschen aufoktroyiert werden, sondern die als Produkte des gesellschaftlichen Miteinanders entstanden und gewachsen sind.

Ich bemittleide solche Menschen schon beinahe, die an solche übernatürlichen "Knastwarte" glauben müssen. Manchmal Prometheus, kann es ganz interessant sein herauszufinden, ob das, was Kriche und Tradition mit dem Glauben gemacht haben, noch der Ausgangssituation entspricht.

Wie beurteilst du den Trend was die Entwicklung des Humanismus anbelangt, regional und global... Ganz so jung ist dieses Prinzip nun auch nicht mehr... Wie weit ist es mit dem Halten für soziale Werte und menschliche Würde...?

spricht es für den Humanismus, andere Denkweisen als denkfaul und lethargisch zu bezeichnen?


De nihilo nihil (lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.022

24.01.2006 08:28
#4 Religion als Ethik für Anfänger antworten

In Antwort auf:
spricht es für den Humanismus, andere Denkweisen als denkfaul und lethargisch zu bezeichnen?
Die Denkfaulheit als Denkfaulheit zu bezeichnen, ist ehrlich - und keine Unterdrückung der Meinungsfreiheit! Weichzeichnungen entsprechen nicht der Realität. Das geistige Aktivsein ist human! Denkfaulheit ist ein Aspekt einer diktatorischen Struktur, mit der man einverstanden ist. Ich bin nicht damit einverstanden! Ich bin dafür, dass ALLE kompetenten Leute an der Erkenntnisarbeit mitmischen. Irrtümer sind erlaubt.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

24.01.2006 08:45
#5 RE: Religion als Ethik für Anfänger antworten

In Antwort auf:
Wie beurteilst du den Trend was die Entwicklung des Humanismus anbelangt, regional und global... Ganz so jung ist dieses Prinzip nun auch nicht mehr... Wie weit ist es mit dem Halten für soziale Werte und menschliche Würde...?

Entwicklung läuft nicht gradlinig. So gibt es immer mal wieder Zeiten, in denen unterschiedliche Werte gerade hoch gehalten werden oder im Niedergang sind. Diese Schwankungen einbegriffen, sehe ich eigentlich schon, dass die Werte des Humanismus ständig mehr Verbreitung finden und die christlichen zurückgehen.

Vielleicht auch deshalb, weil sie die menschliche Würde besonders achten. Ich finde es deutlich würdevoller, die Grundlagen für meine Entscheidungen selbst erarbeiten zu können als vorgegebene Werte ohne Diskussion nachleben zu müssen.


--------------------------------------------------
...was zu bezweifeln ist

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

24.01.2006 09:14
#6 RE: Religion als Ethik für Anfänger antworten

Bliebe es stets so sachlich, wie du es umschreibst Gysi, hätte ich auch kein Problem mit der Formulierung...so sie denn logisch begründet werden kann, was ein weiteres Problem darstellt.

Was ich aber verwerfe ist ein persönlicher Bezug zum menschen. das heißt ein Mensch wäre - ob einer Denkweise, die einem selbst nicht zusagt - denkfaul oder lethargisch.

Nur weil einem die Meinung des anderen nicht passt, darf man nicht zu solchen schlüssen kommen.



De nihilo nihil (lukrez)

Gysi Offline

Atheist


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24.01.2006 09:32
#7 Religion als Ethik für Anfänger antworten

In Antwort auf:
Nur weil einem die Meinung des anderen nicht passt, darf man nicht zu solchen schlüssen kommen.
Nee, das wäre zu wenig an Argumenten. Aber Religion verbietet das kritische Denken - bei Todesstrafe! Sie diktiert die Denkfaulheit! Wenn Denken so weit führt, dass sie die Religion kippt.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

24.01.2006 09:35
#8 RE: Religion als Ethik für Anfänger antworten

In Antwort auf:
Entwicklung läuft nicht gradlinig. So gibt es immer mal wieder Zeiten, in denen unterschiedliche Werte gerade hoch gehalten werden oder im Niedergang sind. Diese Schwankungen einbegriffen, sehe ich eigentlich schon, dass die Werte des Humanismus ständig mehr Verbreitung finden und die christlichen zurückgehen.

Vielleicht kenne ich auch nur eine andere Definition von Humanismus...Ich nehme jetzt den Gedanken der Toleranz herraus. Hierbei fällt mir auf dass die Entwicklung in diesem Punkt schwer rückläufig ist. Andere Meinungen, ansichten werden immer noch angegriffen und verurteilt - was nicht zu kritisieren ist - aber anstatt es bei den Kontroversen zu belassen, wird einem - wie eh und je - eine einzige meinung als die absolute hingestellt; alles andere sei absurd. Zwar hat eine deutliche Verschiebung was die Bereiche angeht stattgefunden, jedoch quält man sich immer noch mit dem gedanken, dass nur eine meinung richtige sein kann...Die fronten wechseln sozusagen die Seiten, ohne das prinzip zu ändern. Im Westen nichts Neues!

Das ist mir zum Punkt Toleranz aufgefallen...

Ich wage des Weiteren zu bezweifeln dass die momentane politische und wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung - gerade global gesehen - auf humanistischen Grundlagen beruht.
Hoffen wir nur, dass sich das noch bessert.

In Antwort auf:
Vielleicht auch deshalb, weil sie die menschliche Würde besonders achten. Ich finde es deutlich würdevoller, die Grundlagen für meine Entscheidungen selbst erarbeiten zu können als vorgegebene Werte ohne Diskussion nachleben zu müssen.

Wer nicht prüft und fragt ist selber schuld, wenn er falsch liegt. ich finde es sehr bedauerlich, dass der Glaube an einen Gott immer noch als infantil, zurückgeblieben etc eingestuft wird. Das ist zum einen anti-humanistisch, zum anderen sinnfrei!

Ich kann es mir ebenso einfach machen, wenn ich sage: Es gibt keinen Gott! Wenn ich nicht denke und überprüfe so ist diese Aussage gleich bedeutungslos jener Aussage: Es gibt einen Gott! und dies ungeprüft im Raum stehen lasse.

Ich kritisiere dieses: Alle Gläubigen verfolgen eine vorgekaute Ethik, die sie nicht evaluiren können/wollen. Dabei ist es völlig unabhängig ob nun von atheisten oder Theisten die Rede ist.
Mit Pauschalisierungen kommen wir hier keinen Schritt weiter.



De nihilo nihil (lukrez)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

24.01.2006 09:58
#9 RE: Religion als Ethik für Anfänger antworten

In Antwort auf:
Aber Religion verbietet das kritische Denken - bei Todesstrafe! Sie diktiert die Denkfaulheit! Wenn Denken so weit führt, dass sie die Religion kippt.

Lieber Gysi, du kannst auch hier nicht pauschalisieren.

Paulus z.B forderte die nachfolger jesu immer wieder dazu an ihren Glauben zu überprüfen...

In Antwort auf:
Und formt euch nicht mehr nach diesem System der Dinge, sondern werdet durch die Neugestaltung eures Sinnes umgewandelt, damit ihr durch Prüfung feststellen könnt, was der gute und annehmbare und vollkommene Wille Gottes ist. (Römer 12:2)

Prüft immer wieder, ob ihr im Glauben seid, bewährt euch immer wieder. Oder erkennt ihr nicht an, daß Jesus Christus in Gemeinschaft mit euch ist? (2.Kor. 13:5)

Vergewissert euch aller Dinge; haltet an dem fest, was vortrefflich ist! (1.Thess 5:21)


Gysi, urteile selbst, ob man als Christ alles, was gesagt wird so hinnehmen sollte, oder ob man seinen Grips auch bewegen sollte, und zwar beiderseits.

Was meinst du Gysi, warum ich hier im Forum aktiv bin? Hätte ich das nötig, wenn ich nicht Prüfen müsste?
Wir alle müssen das tun!

Und Sieh mich an! Ich lebe immer noch und mir geht es gut bei meiner Forschungsarbeit



De nihilo nihil (lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.022

24.01.2006 17:21
#10 ... antworten
Snooker, ich denke, ich prüfe und komme zu Schlüssen. Ich kippe das Christentum, ich kippe Paulus, ich kippe Gott. Ich lasse Jesus stehen. Nicht weil der heilig ist, sondern weil er die Nächstenliebe in die Welt gesetzt hat. Nicht, weil er Gottes Sohn ist, das bin ich Atheist, wenn ER es ist, auch... Bin ich jetzt auf Jesus' Pfaden, bin ich ein Christ?

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

25.01.2006 07:30
#11 RE: ... antworten
In Antwort auf:
Bin ich jetzt auf Jesus' Pfaden, bin ich ein Christ?

Keine Sorge, Gysi, das wirst du schon nicht werden...Man wird keine Christ, nur weil man annimmt, dass Christus hier auf Erden existierte.

In Antwort auf:
ich denke, ich prüfe und komme zu Schlüssen. Ich kippe das Christentum, ich kippe Paulus, ich kippe Gott. Ich lasse Jesus stehen.

Niemand wird dich von deinen Schlüssen und Ergebnissen abbringen können außer du selbst. Sie sind für Außenstehende unantastbar. Du hast gemäß deines Verständnisses von Logik und Vernunft gearbeitet und bist daraufhin zu deinen persönlichen Schlüssen gekommen.

Es bleiben deine Schlüsse und Lösungen. Sie können nicht absolut werden, genausowenig vermag ich oder sonst wer, seinen Schlüssen dieses Attribut zu verleihen..
Gemeinsame Meinungen lassen sich finden und zusammenfassen, jedoch bleiben sie persönliche Wirklichkeit - womöglich ein Teil der absoluten Wahrheit.

Niemand kann dir oder sonst jemanden ernsthaft das Denken abstreiten wollen. Aufgrund unterschiedlicher Schlüsse kann niemandem Denkfaulheit, oder Irrationalität bzw ihre Pendants attestiert werden.

De nihilo nihil (lukrez)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.01.2006 12:49
#12 RE: ... antworten

Eins bleibt doch aber trotz allem richtig. Wer schon fertige Antworten hat, braucht nicht mehr nach Lösungen für seine Fragen zu suchen. Er hat es also nicht nötig, intensiv zu denken und wird es auch nicht tun.

Religion bietet solche fertigen Systeme mit Antworten auf die meisten Fragen. Gläubige brauchen also nicht so intensiv zu denken wie Nichtgläubige. Das ist nun nicht unbedingt Denkfaulheit, aber fehlende Notwendigkeit. Im Ergebnis ist der Unterschied aber nicht so groß.

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...was zu bezweifeln ist

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

25.01.2006 15:06
#13 RE: ... antworten

In Antwort auf:
Wer schon fertige Antworten hat, braucht nicht mehr nach Lösungen für seine Fragen zu suchen. Er hat es also nicht nötig, intensiv zu denken und wird es auch nicht tun.

Dann tut derjenige mir sehr leid, wenn er nicht in der Lage ist, gefundene Antworten auch zu hinterfragen ... Es irrt der Mensch, solang er strebt!


In Antwort auf:
Religion bietet solche fertigen Systeme mit Antworten auf die meisten Fragen. Gläubige brauchen also nicht so intensiv zu denken wie Nichtgläubige. Das ist nun nicht unbedingt Denkfaulheit, aber fehlende Notwendigkeit. Im Ergebnis ist der Unterschied aber nicht so groß.

Dann will ich froh sein, zu den Wenigen zu gehören, die sich der Notwendigkeit des Hinterfragens stets bewusst sind, und alles Mögliche unternehmen um einen noch genauere Erkenntnis zu erlangen...

De nihilo nihil (lukrez)

Prometheus Offline




Beiträge: 392

25.01.2006 17:05
#14 RE: ... antworten

@SnookerRI

Jeder (kritische) Gläubige, sollte sich als erstes ganz unabhängig von Glaubensinhalten und frommen Sprüchen fragen, warum er einen wachenden und lenkenden (Gott-)Vater benötigt und welches Bedürfnis dadurch befriedigt wird. Die Psychologie ist kein zu unterschätzender Ratgeber in Glaubensfragen.


"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen." (Friedrich Nietzsche)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

25.01.2006 22:41
#15 RE: ... antworten

In Antwort auf:
Jeder (kritische) Gläubige, sollte sich als erstes ganz unabhängig von Glaubensinhalten und frommen Sprüchen fragen, warum er einen wachenden und lenkenden (Gott-)Vater benötigt und welches Bedürfnis dadurch befriedigt wird. Die Psychologie ist kein zu unterschätzender Ratgeber in Glaubensfragen.

Vollkommen richtig!
Demzufolge fordere ich auch für die Andersgläubigen eine Selbstkritik, warum sie einen wachenden und lenkenden Gott nicht brauchen sowie ob - und wenn wie - ein bedürfnis anders befriedigt wird ... Stichwort: Ersatzgott/Ersatzreligion...

De nihilo nihil (lukrez)

Prometheus Offline




Beiträge: 392

26.01.2006 16:50
#16 RE: ... antworten

Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mit mir beim Entwickeln von Standpunkten ins Gericht gehe..

Was meine Sicht auf die Religion angeht, habe ich sie bereits in meinen Thread unter den "Vorstellungen" gepostet, der Gott des AT ist für mich ein furchtbar herrschsüchtiger, gnadenloser Tyrann, ein launisches und unberechenbares Kind, sein Gebaren (unter anderem die Inszenierung der Hinrichtung seines vermeintlichen Sohnes) innerhalb des NT nichts anderes als der Versuch einer Rehabilitation und Neuinstallation seiner Herrschaft. Wie kann man so jemandem anbeten wollen?

Selbst wenn ich bereit wäre, eine Autorität über den Menschen anzuerkennen, der zornige, Unterwerfung fordernde alte Herr der Bibel und des Koran wären meiner Meinung nach die schlechteste aller Möglichkeiten.
Wäre ich einer der Autoren des AT, hätte diese fiktionale Schöpfung, genannt "Gott", die Menschen dazu aufgerufen, vom Baum der Erkenntnis zu essen und ihnen zugerufen, "Geht nun und wachst. Ihr braucht mich nicht mehr! Ihr braucht keine Hirten, weil ihr keine Schafe seid!".

Was die Gläubigen von den Atheisten trennt, ist der religiöse Weichzeichner, der der Existenz Sinn gibt und dem Tod die Härte nimmt. Aber vielleicht ist ja gerade der Sinn der Existenz (wenn es überhaupt einen gibt!), zu lernen, die individuelle Endlichkeit zu ertragen und dennoch ethisch zu handeln, ohne dafür irgendeine jenseitige Belohnung ("ein kleines Leckerchen vom großen alten Herrchen") zu erwarten.
Was die Atheisten von den Gläubigen trennt, ist das Fehlen eines Bedürfnisses danach, dienen zu wollen, Regeln diktiert zu bekommen und sich zu unterwerfen.
In diesem Sinne sind der Humanismus und das Christentum meilenweit auseinander.
Die Entwicklung des Humanismus in (die meiner Meinung nach gute und wichtige!) Richtung Transhumanismus zeigt sehr deutlich, wie unterschiedlich die Ansätze zwischen uns und den Religiösen sind.

Auch die ethischen Vorstellungen sind zum großen Teil konträr, so ist dem Humanismus z.B. nichts wichtiger als die (individuelle!) menschliche Würde und die freie Entscheidung, so gibt es für uns auch z.B. das Recht auf Selbsttötung. Wenn man schon nicht entscheiden kann, ob man geboren werden will, sollte man zumindest das Datum seines Abschieds selbst bestimmen dürfen.
Dies ist eigentlich allen großen Religionen ein Gräuel, weil es letztendlich bedeutet, dass man sich unabhängig und frei macht von möglichen göttlichen Plänen.



"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen." (Friedrich Nietzsche)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

26.01.2006 22:14
#17 RE: ... antworten
In Antwort auf:
Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mit mir beim Entwickeln von Standpunkten ins Gericht gehe..

Das "glaube" ich schon, und schätze diese Eigenschaft und Vorgehensweise sehr.

In Antwort auf:
der Gott des AT ist für mich ein furchtbar herrschsüchtiger, gnadenloser Tyrann, ein launisches und unberechenbares Kind, sein Gebaren (unter anderem die Inszenierung der Hinrichtung seines vermeintlichen Sohnes) innerhalb des NT nichts anderes als der Versuch einer Rehabilitation und Neuinstallation seiner Herrschaft. Wie kann man so jemandem anbeten wollen?

Genau diese Frage stellte ich mir vor ungefähr 5 jahren auch. Also forschte ich nach, ob das überlieferte, in der gesellschaft manifestierte, und von der Obrigkeit der kirchen proklamierte Gottesbild der Logik entspricht. Gerade bezüglich dieses Punktes fielen und fallen mir im Rahmen meines Studiums erhebliche Mängel auf, die ich durch das Nachforschen für mich persönlich berichtigen konnte.

Denn dieses ist klar und vernünftig: Einen Gott, wie ihn sich die meisten vorstellen, darf es nicht geben können. Damit wären wir auch schon bei den Verfechtern dieses Gottesbildes und ihren Zielen, der Institution einer Religion, gegründet auf Angst vor ewiger Bestrafung in einer Hölle (wenn die Forderungen nicht eigehalten würden). Daran kann ich nicht glauben wollen.

Prometheus, es gibt nicht nur Unterschiede zwischen Atheisten und Gläuben, sondern auch Unterschiede innerhalb beider lager und diese nicht zu knapp. Wie oft hab ich schon mit "Junge-Erde-Kreationisten" um eine vernünftige Sicht gefochten...Von Einigkeit ist man da mitunter um Meilen entfernt. Wollten wir dieses Ziel anstreben stünde uns sehr viel Arbeit ins haus, vor der sich eine große menge scheuen...---> Warum selbst denken, wenn schon gedacht wurde?

Mein persönliches ziel in diesem und anderen Foren besteht darin, gefundene Ansichten auf den prüfstand zu stellen und sie von allen Seiten zu durchleuchten. Das sollte ich wahrscheinlich als präambel oder signatur benutzen, um Missverständnisse und Vorurteile der marke: Festgefahrener Gläubiger sucht Befriedigung seines schwachen Egos in der Missionierung seiner persönlichen ansichten, zu vermeiden...

De nihilo nihil (lukrez)

Prometheus Offline




Beiträge: 392

27.01.2006 05:16
#18 RE: ... antworten

Zitat von SnookerRI

Genau diese Frage stellte ich mir vor ungefähr 5 jahren auch. Also forschte ich nach, ob das überlieferte, in der gesellschaft manifestierte, und von der Obrigkeit der kirchen proklamierte Gottesbild der Logik entspricht. Gerade bezüglich dieses Punktes fielen und fallen mir im Rahmen meines Studiums erhebliche Mängel auf, die ich durch das Nachforschen für mich persönlich berichtigen konnte.

Gehen wir wieder auf den Kern zurück, warum brauchst Du einen Gott? Was daran macht Dir das Leben erträglicher?


"Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen." (Friedrich Nietzsche)

SnookerRI Offline

Soul-Societist


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27.01.2006 07:35
#19 RE: ... antworten

In Antwort auf:
Gehen wir wieder auf den Kern zurück, warum brauchst Du einen Gott? Was daran macht Dir das Leben erträglicher?

Beide Fragen lassen sich gut im Zusammenhang beantworten.

Ich hab mich dazu entschieden, da mir dadurch essenzielle Fragen wie: Woher kommt der Mensch?, Warum existieren wir?, Wie ist er entstanden?, Wo geht er hin?, Was ist der Sinn dieses Lebens?, Werden alle Dinge so weiter gehen wie bisher?, Ist mit dem jetzigen leben alles vorbei?, zutreffend und zu meiner persönlichen Zufriedenheit beantwortet wurden. Eine dieser fragen, oder alle Fragen wird man sich im laufe seines lebens stellen und nach Antworten suchen.

Dazu setzte ich einiges in bewegung... ich studierte die Schriften, prüfte die Bibel auf ihre Genauigkeit und setzte mich, wie schon gesagt, auch mit atheistischen Gedanken auseinander, um einen möglichst großen Komplex abzudecken. Zuerst musste mir aber klar werden, dass das von krichen vertretene Bild eines Angstgottes nicht der Vernunft entsprechen konnte. Ich wollte an einen solchen Gott nicht glauben.

Mit dem erworbenen verständnis kann ich verstehen, wohin die Weltverhältnisse steuern und warum das so ist. Auch kann ich der Überzeugung sein, dass die Ungerechtigkeit und das faustrecht nicht ewig herrschen werden. Leider ist es bisher so: Aller guten Ansätze und Zielsetzungen menschlicher Entwicklung zum Trotz, ist das Ergebnis schlicht ernüchternd. Die Philosophie ging soweit zu behaupten, dass jeder Krieg ein großer Schritt in die richtige Richtung ist, da wieder ein System gescheitert sei und nun endlich von neuem begonnen werden könnte. Es gibt Menschen, die einen Krieg zur Verbesserung der lebensverhältnisse (Nulljahr, neue Währung etc) ebenso fordern, wie es Leute gibt, die die Hungernot in Afrika für notwendig halten, damit es nicht zur Überbevölkerung kommt. Meiner Erfahrung nach ist diese Entwicklung leider nicht rückläufig. Es häufen sich die Gespräche in denen diese Einstellung offenbart wird... Und wenn dann noch mit der Evo argumentiert wird, kommt man wirklich ins nachdenken

Zudem brauche auch keine Angst vor einem postirdischen Leben als kleiner, dicker Engel zu haben, noch muss ich mich vor ewiger Seelenpein fürchten, oder für den Spießrutenlauf des Fegefeuers trainieren.

Letztlich wurde mir dadurch die Hoffnung gegeben in einem wirklichen Leben all das tun zu können, was ich in diesem Leben nicht werde machen können... zum Beispiel die gesamte Kapazität des hirns nutzen. Man munkelt ja immer noch was von 4 - 5/6 brachliegenden Potentials.

Zudem - aber es sei hier ein Exkurs - hilft mir das Wissen um einen Gott, ethisch korrekt zu handeln, wobei das moralische Handeln unabhängig davon ist, ob man an Gott glaubt oder nicht. Mir hilfts aber...

Letzlich, Prometheus, ist eine Glaube oder "Nicht-Glaube" die persönliche Entscheidung eines jeden Einzelnen... Jeder wird das für sich logisch beantworten können...

So wie deine Hoffnungen auf dem transhumanismus harren, hoffe ich auf Gott... Wer wollte sagen, was logischer ist?



De nihilo nihil (lukrez)

Gysi Offline

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27.01.2006 08:28
#20 Ewiges Leben ohne Gott antworten
Ich glaube, Snooker, mangels der logischen Beschaffenheit des Christengottes hast du dir ganz einfach aus dem vorgegebenen Material, mit dem du nicht zufrieden warst, einen neuen Gott geschnitzt.
Ich glaube, die erste Triebfeder, die dich zu einem Gott treibt, ist die Angst vor dem Tod und der eingegebene Glaube, dass nur ein Gott dich von dieser Angst befreien kann.
Ich kann dir nur sagen, dass ich ALLE deine "essenziellen Fragen", zu deren Beantwortung du die Religion und Gott für nötig hältst, auch ohne sie beantworten kann.

Gysi
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SnookerRI Offline

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27.01.2006 09:10
#21 RE: Ewiges Leben ohne Gott antworten

In Antwort auf:
Ich glaube, Snooker, mangels der logischen Beschaffenheit des Christengottes hast du dir ganz einfach aus dem vorgegebenen Material, mit dem du nicht zufrieden warst, einen neuen Gott geschnitzt.

Das kannst du gerne so sehen. Wenn die Notwendigkeit besteht, aufgrund besseres Wissen etwas eigenes auf die Beine zu stellen, ist das fast schon verpflichtend. Wie sonst kämen neue Erkenntnisse zustande, indem man sich über Sachverhalte gedanken machte? Etwas nachzukauen ist nicht mein Stil. "Ganz einfach" wäre es gewesen, der plumpen Meinung zu folgen, die die mehrheit vertretet, ohne jemals selbst zu denken. Kann man auch und wäre "ganz einfach" inkonsequent

In Antwort auf:
Ich glaube, die erste Triebfeder, die dich zu einem Gott treibt, ist die Angst vor dem Tod und der eingegebene Glaube, dass nur ein Gott dich von dieser Angst befreien kann.

Menschen können es nicht. Und die Angst vor dem Tod dürfte nicht Wenigen vorbehalten sein... Warum sonst forschten die Mediziner nach dem Gendefekt der die zellregeneration zu einem bestimmten zeitpunkt stoppt? Wer wollte denn schon sterben, den Freitodgedanken hier vorerst ausgeklammert?

Die ertse triebfeder war dies trotzdem nicht. Diesen Rang nimmt die Hoffnung auf ein wirkliches Leben ein...

In Antwort auf:
Ich kann dir nur sagen, dass ich ALLE deine "essenziellen Fragen", zu deren Beantwortung du die Religion und Gott für nötig hältst, auch ohne sie beantworten kann.

Das müsstest du mir nicht mal sagen, denn ich kenne die Antworten des Atheismus auf diese Fragen; schließlich beschäftigte ich mich eingehend damit. Die Frage war, ob man mit und durch diese Antworten leben könnte; ob man dadurch zufrieden stellenden Aufschluss über das Sein bekommt oder nicht. Du und viele andere menschen, sind der offenkundige Beweis, dass es auch möglich ist, befriedigende Antworten ohne Gott zu erhalten ... Es ist aber wie mit der Nahrung: Der eine mag Kartoffeln, der andere mag Nudeln...
Und hier Gysi, wird es zu einer für andere möglicherweise unbegreifbaren persönlichen Entscheidung.


oder

De nihilo nihil (lukrez)

Gysi Offline

Atheist


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27.01.2006 09:20
#22 Ewiges Leben ohne Gott antworten

Lieber Snooker, BEIDE leckeren Gerichte haben die Eigenschaft, dass sie REAL sind...

Gysi
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SnookerRI Offline

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27.01.2006 09:42
#23 RE: Ewiges Leben ohne Gott antworten

Das stimmt zweifelsohne! Bezogen aber auf unsere Diskussion stehen wir vor folgendem Problem: Ich kann die Existenz eines Gottes nicht für dich schlüssig nachweisen, ebenso wenig kannst du mir die nichtexistenz nachweisen...

Lassen wir doch der Wissenschaft freien Lauf.. Du weißt selbst zu welchen spektakulären Umwälzungen neue Erkenntnisse geführt haben... Die Erde war seit ihrer Entstehung eine Kugel, nicht erst nachdem der mensch es im 20. Jahrhundert für alle Menschen eindeutig nachwies... So wie schon in der neuzeit vermutungen existierten, dass die Erde eine Kugel und nicht der Mittelpunkt des Universums ist, und es Vertreter dafür und dagegen gab, so ist es auch heute mit der Existenz Gottes. Warum sollte es unmöglich sein, dass Gott existiert bzw. dass er nicht existiert?

Wir sollten nicht versuchen Eisen zu schmieden, ohne das nötige Werkzeug und Wissen dafür zu haben.



De nihilo nihil (lukrez)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.022

27.01.2006 09:58
#24  Ewiges Leben ohne Gott antworten

In Antwort auf:
Warum sollte es unmöglich sein, dass Gott existiert bzw. dass er nicht existiert?

Wir sollten nicht versuchen Eisen zu schmieden, ohne das nötige Werkzeug und Wissen dafür zu haben.


An Gott oder Götter haben die Erkenntniswesen namens "Menschen" mangels Erkenntnis immer gerne geglaubt. Weil sie damit der Natur ihr eigenes Bild gaben: ein Geist, der schöpft. Erst immer mehr Erkenntnis brachte die Menschen mehr von Gott weg, DAS ist der Prozess, in dem die Menschheit sich derzeit befindet. Nach dem heutigen Kenntnistand nach Gott zu forschen, bedeutet, Beweise dafür ranzukarren, dass die Erde eine Scheibe ist!

Gysi
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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 5.438

27.01.2006 10:18
#25 RE: Ewiges Leben ohne Gott antworten

In Antwort auf:
DAS ist der Prozess, in dem die Menschheit sich derzeit befindet. Nach dem heutigen Kenntnistand nach Gott zu forschen, bedeutet, Beweise dafür ranzukarren, dass die Erde eine Scheibe ist!

Richtig Gysi, das ist der momentane Stand der Wissenschaft und Technik...

Gestern war es so ... heute sehen wir es anders... und morgen werden wir vielleicht "wissen", wie es wirklich ist. Vermutungswissen ist nicht der Weisheit letzter Schluss..

Deswegen mein Tenor: Lassen wir die Wissenschaft nur arbeiten

De nihilo nihil (lukrez)

Seiten 1 | 2
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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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