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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 87 Antworten
und wurde 2.904 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
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SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

25.08.2008 16:28
#51 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Das Recht zu wählen, hat man immer. Es geht ja darum, die Konsequenzen seiner Entscheidung zu tragen...


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.08.2008 16:59
#52 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Snooker
Es geht ja darum, die Konsequenzen seiner Entscheidung zu tragen...

Und dazu braucht es sicher keine Atheisten-Bibel. Die Konsequenzen seines Lebens
tragen die meisten Atheisten auch ganz gut ohne ein solches Teil.

Ich kann mir auch kaum vorstellen das ein Atheist, welcher mal ein bisschen in
der Bibel blättert, gleich zwangschristianisiert wird...

----------------------------------------------------------------------------------------------------
So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

25.08.2008 17:53
#53 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Tao-Ho

Zitat von Snooker
Es geht ja darum, die Konsequenzen seiner Entscheidung zu tragen...

Und dazu braucht es sicher keine Atheisten-Bibel. Die Konsequenzen seines Lebens
tragen die meisten Atheisten auch ganz gut ohne ein solches Teil.
Ich kann mir auch kaum vorstellen das ein Atheist, welcher mal ein bisschen in
der Bibel blättert, gleich zwangschristianisiert wird...


Aber das Dogma von der "Ubüberwindlichen Unkenntnis" ist euch beiden schon ein Begriff, oder ?
Also z.b. die Indianer vor Columbus, die noch nie etwas von Christus gehört haben konnten sind in der Hölle etwas besser daran als die Ketzer die von der Bibel und Jesus irgendwie Kenntnis hatten, oder sich hätten verschaffen können und dennoch ablehnten vor dem Abrahamitischen Gott zu kriechen .
Der zärtlich liebende Jesus, der ja kein Unmensch ist, läss diese Unwissenden Wilden nämlich etwas sanfter bis in alle Ewigkeit foltern als die Ketzer die die Volle Härte der grenzenlosen Liebe Christi zu spüren bekommen .
Also insofern würd ich mir das blättern noch mal überlegen !

Die Notwendigkeit einer sichtbaren Mitgliedschaft in der Kirche ist freilich keine absolute. In besonderen Umständen, zum Beispiel im Fall einer unüberwindlichen Unkenntnis über die Kirche oder wenn es keine Möglichkeit gibt, die sakramentale Taufe zu empfangen, kann die sichtbare Zugehörigkeit zur Kirche durch das Verlangen nach der Kirche ersetzt werden. Dieses Verlangen mag in der sittlichen Bereitschaft, den Willen Gottes treu zu erfüllen, zum Ausdruck kommen.
http://www.kreuz.net/article.520.html
http://www.kathpedia.com/index.php?title=Gewissen
http://books.google.de/books?id=Wb6UfDeE...num=1&ct=result
http://www.stjosef.at/bischof.k.krenn/in...e.htm~mainFrame

Und für den der blättert gelten AB SOFORT die folgenden Dinge :

Direkte Sünden gegen die göttliche Tugend des Glaubens sind Apostasie und Häresie. Apostasie ist der Abfall vom Glauben, das ist die Leugnung der Existenz eines persönlichen Gottes oder der Gottheit Jesu. Häresie ist die Leugnung einer Glaubenswahrheit oder der hartnäckige Zweifel an ihr. Wenn sie sich nach außen kundgibt, ist sie nicht bloß eine Sünde, sondern ein Delikt im Sinne des Kirchenrechts. Der geltende Kodex des Kirchenrechts (CIC 1983) definiert die Häresie im canon 751 auf folgende Weise: "Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte hartnäckige (pertinax) Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder einen hartnäckigen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit." Die Leugnung und der Zweifel sind hartnäckig, wenn man es tut, obwohl man weiß, daß es sich um Glaubenssätze handelt, die die Kirche als göttlich geoffenbart zu glauben vorstellt. Das ist bei allen Dogmen der Fall. Wer hartnäckig ein Dogma leugnet oder anzweifelt, ist laut geltendem Kirchenrecht automatisch exkommuniziert: "Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu" (can 1364 §1; "Tatstrafe" bedeutet, daß die Strafe von selbst durch Begehen des Delikts eintritt, vgl. can 1314).

Es mag überraschen, daß laut CIC auch schon der freiwillige Zweifel eine Häresie darstellt. Das rührt daher, daß ein solcher Zweifel mit dem Glauben unvereinbar ist. Denn der Glaube besteht in einem Urteil, das der geoffenbarten Wahrheit zustimmt. Die Festigkeit des Urteils muß der Glaubwürdigkeit dessen, der sich für die Wahrheit des Geoffenbarten verbürgt, korrespondieren. Da dies beim christlichen Glauben Gott selbst ist, muß die Festigkeit eine über alles erhabene sein. Beim Zweifel gibt man diese Festigkeit preis, hebt das Urteil auf und läßt es in der Schwebe.

Da die göttliche Tugend der Liebe den Glauben voraussetzt, haben die genannten Sünden mit dem Verlust der Glaubenstugend auch den Verlust der heiligmachenden Gnade zur Folge. Es handelt sich also um Todsünden.

Keine direkte Sünde gegen den Glauben ist seine Verleugnung. Es ist ja möglich, in seinem Herzen den Glauben zu bewahren, während man ihn mit dem Mund leugnet. Es handelt sich aber um eine schwere Sünde gegen die Pflicht, den Glauben zu bekennen. "Mit dem Herzen glaubt man zur Gerechtigkeit, mit dem Munde geschieht das Bekenntnis zum Heil." (Röm 10,10). Die Verleugnung kann ausdrücklich sein - also durch Worte, Zeichen oder Handlungen - oder stillschweigend. Durch Schweigen sündigt man, wenn es situationsbedingt als Zustimmung zu einer glaubensverleugnenden Aussage verstanden werden muß. Die Verheimlichung des Glaubens ist keine Leugnung und kann erlaubt sein, z.B. in Zeiten der physischen oder moralischen Verfolgung. Wenn man unter solchen Umständen von Privatpersonen nach dem Glauben gefragt wird, ist Schweigen oder ausweichendes Antworten erlaubt. Nicht erlaubt ist dies aber, wenn z.B. ein Dritter auf eine einschlägige Frage hin behauptet, unter den Anwesenden sei kein Katholik. Eine Verleugnung des Glaubens liegt auch vor, in die gängige Kritik gegen Papst und Bischöfe einzustimmen, wenn diese Kritik deren Glaubensfestigkeit gilt.
http://www.kath-info.de/glaubensgut.html


euer ergebener

Regens Küchl


maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

25.08.2008 19:41
#54 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Tao-Ho

Ich kann mir auch kaum vorstellen das ein Atheist, welcher mal ein bisschen in
der Bibel blättert, gleich zwangschristianisiert wird...


Das hat ja auch niemand behauptet,... Zwangschristianisierung...wo gibts die? Außer unter Opfern einer Naturkatastrophe, die zum Care-Paket noch ungefragt ein NT dazu bekommen, das sie höchstwahrscheinlich im nächsten Moment zum Hintern abwischen nehmen (was man manchmal nur hoffen kann....), wüsste ich nicht, wo jemand zwangschristianisiert wird.
In Antwort auf:
Die Konsequenzen seines Lebens
tragen die meisten Atheisten auch ganz gut ohne ein solches Teil.


Die Konsequenzen trägt doch jeder Mensch, ob nun mit oder ohne Bibel. Es kommt immer so rüber, als ob die Atheisten die wahren Helden unserer Zeit sind, welche die wirklichen Bedürfnisse einer nüchternen, aufgeklärten Welt, auf den Punkt bringen. Hauptsache man bleibt clean im religiösen Sinne.
Aber der Horizont ist doch vielgestaltiger und weiter und auch viel differenzierter, das weißt du doch auch ganz gut, Tao Ho.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

25.08.2008 19:51
#55 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Snooker
Das Recht zu wählen, hat man immer.

Von wegen. Nicht dann, wenn du deinen Wohnsitz nach Saudi-Arabien verlegst oder auch in den amerikanischen Mittelwesten. Da hst du keine Wahl, welche Religion du angehören willst. Irgendwie wird man dir dort schon beibringen, wo es lang geht.

_____________________________________
Glaubst du noch oder denkst du schon?

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

25.08.2008 19:55
#56 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Direkte Sünden gegen die göttliche Tugend des Glaubens sind Apostasie und Häresie. Apostasie ist der Abfall vom Glauben, das ist die Leugnung der Existenz eines persönlichen Gottes oder der Gottheit Jesu. Häresie ist die Leugnung einer Glaubenswahrheit oder der hartnäckige Zweifel an ihr. Wenn sie sich nach außen kundgibt, ist sie nicht bloß eine Sünde, sondern ein Delikt im Sinne des Kirchenrechts. Der geltende Kodex des Kirchenrechts (CIC 1983) definiert die Häresie im canon 751 auf folgende Weise: "Häresie nennt man die nach Empfang der Taufe erfolgte hartnäckige (pertinax) Leugnung einer kraft göttlichen und katholischen Glaubens zu glaubenden Wahrheit oder einen hartnäckigen Zweifel an einer solchen Glaubenswahrheit." Die Leugnung und der Zweifel sind hartnäckig, wenn man es tut, obwohl man weiß, daß es sich um Glaubenssätze handelt, die die Kirche als göttlich geoffenbart zu glauben vorstellt. Das ist bei allen Dogmen der Fall. Wer hartnäckig ein Dogma leugnet oder anzweifelt, ist laut geltendem Kirchenrecht automatisch exkommuniziert: "Der Apostat, der Häretiker oder der Schismatiker ziehen sich die Exkommunikation als Tatstrafe zu" (can 1364 §1; "Tatstrafe" bedeutet, daß die Strafe von selbst durch Begehen des Delikts eintritt, vgl. can 1314).

Solche totalitärem Bestimmungen würden wunderbar zu einem stalinistischen Staat oder einem
nationalsozialistischen Staat oder einer ergleichbaren Diktatur passen, haben aber in einer
freiheitlich-demokratischen Rechtsordnung nichts zu suchen.
Die katholische Kirche ist ein lebendes Fosil, ein Tyrannosaurus der einfach nicht aussterben will.

Grüsse
Till

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

25.08.2008 19:59
#57 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Da hst du keine Wahl, welche Religion du angehören willst.
Natürlich! Wählst du eine andere, als die, welche dort "maßgeblich" ist, musst du eben mit den Konsequenzen leben. Diese Folgen ändern aber nichts an der Möglichkeit zu wählen. Es kommt drauf an, was man wählt.


In Memory of Soul-Society

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Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

25.08.2008 20:13
#58 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Ahriman

Von wegen. Nicht dann, wenn du deinen Wohnsitz nach Saudi-Arabien verlegst oder auch in den amerikanischen Mittelwesten. Da hst du keine Wahl, welche Religion du angehören willst. Irgendwie wird man dir dort schon beibringen, wo es lang geht.

Na das ist ein bisschen profan. Immerhin hast du auch die Wahl des Wohnsitzes. Und selbst dann kannst du den Leuten die Tür weisen, wie ich es hier im Schwarzwald in einer erstaunlicherweise nicht katholisch sondern evangelikal geprägten Gegend getan habe.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.08.2008 20:15
#59 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten
In Antwort auf:
Zwangschristianisierung...wo gibts die?

Überall, auch in Deutschland.
Nichts anderes ist es doch, wenn man Kinder tauft.

Oder wenn im Schulgesetz steht: (..) Diesen Auftrag erfüllt die Schule, indem sie den Schülern insbesondere anknüpfend an die christliche Tradition im europäischen Kulturkreis Werte wie Ehrfurcht vor allem Lebendigen, Nächstenliebe, Frieden ....

Dann wäre da auch noch die Zwangschristianiesierung von Angestellten, besonders im gebietsweise völlig in kirchlicher Hand befindlichen sozialem Bereich.

Wenn ich dann so was lese: http://www.iqb-info.de/LAG_Mainz_Kirchen...sgrund_2008.pdf fange ich wieder an zu überlegen, ob ich nicht Graf Öderland II. werde.
Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

25.08.2008 20:20
#60 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Für die überwiegende Mehrzahl der Atheisten (aber sicherlich nicht alle) dürfte Kants Definition der Aufklärung ganz entscheidend sein:
AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

Kants Moralphilosophie andererseits halte ich für eine ziemliche Katastrophe und sie erhält von mir keine Zustimmung.
Ich werde mich also weiterhin meines eigenen Verstandes bedienen und nicht Kant oder sonstwen für mich denken lassen!

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

25.08.2008 20:25
#61 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus

Oder wenn im Schulgesetz steht: (..) Diesen Auftrag erfüllt die Schule, indem sie den Schülern insbesondere anknüpfend an die christliche Tradition im europäischen Kulturkreis Werte wie Ehrfurcht vor allem Lebendigen, Nächstenliebe, Frieden ....

Das steht im Schulgesetz? Wusste ich nicht, geb' ich zu. Ehrfurcht vor allem Lebendigen kann man natürlich auch ohne christlichen Hintergrung haben.
Ob man den Nächsten liebt, ist schon eine andere Sache, da werden die Leute aller Konfessionen oder Nichtkonfessionen ihre Probleme haben.
In Antwort auf:
Nichts anderes ist es doch, wenn man Kinder tauft.

Unter 'Zwangschristianisierung' hätte ich dann aber nicht so eine beschauliche Familienfeier verstanden, bei der alle froh sind, aus der Kirche raus zu sein und endlich am gedeckten Tisch zu sitzen, mit viel 'Taufwasser'.

Ahriman Offline



Beiträge: 1.493

25.08.2008 22:00
#62 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Snooker
Natürlich! Wählst du eine andere, als die, welche dort "maßgeblich" ist, musst du eben mit den Konsequenzen leben.

Das hört sich für mich so an:
"Tja, wenn Sie sich nicht taufen lassen wollen - unsere Gemeinde feiert gern mal eine kleines Barbeque. Da können Sie dann schon mal für ihr nächstes Leben trainieren."

_____________________________________
Glaubst du noch oder denkst du schon?

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

25.08.2008 22:20
#63 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Das steht im Schulgesetz? Wusste ich nicht, geb' ich zu.
Das war jetzt aus dem neuem sächsischem, seit 2004 gültigem.

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 6.359

25.08.2008 22:33
#64 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Das hört sich für mich so an:
"Tja, wenn Sie sich nicht taufen lassen wollen - unsere Gemeinde feiert gern mal eine kleines Barbeque. Da können Sie dann schon mal für ihr nächstes Leben trainieren."
Das hört sich für mich schlimm an...


In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

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Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

26.08.2008 07:59
#65 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Das war jetzt aus dem neuem sächsischem, seit 2004 gültigem.
In Meck.-Pomm. od. Brandenburg steht das bestimmt nicht drin, oder....

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

26.08.2008 08:25
#66 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Im Brandenburger hab ich nichts gefunden. Das heißt es vielmehr:

Die Schule wahrt die Freiheit des Gewissens sowie Offenheit und Toleranz gegenüber unterschiedlichen kulturellen, religiösen, weltanschaulichen und politischen Wertvorstellungen, Empfindungen und Überzeugungen. Keine Schülerin und kein Schüler darf einseitig beeinflusst werden.

Später wird dann zwar das Recht der Kirchen auf Durchführung von Reli mit von ihnen bestimmten Lehrkräften festgelegt, aber immerhin kommt dann: Vereinigungen zur gemeinschaftlichen Pflege einer Weltanschauung werden den Religionsgemeinschaften gleichgestellt.
Wir könnten also auch, wenn wir könnten. Aber der HvD macht es schon.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

26.08.2008 08:41
#67 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Hab gerade mal gesucht, ganz toll ist das neue Gesetzt (2006) von NRW:

2) Ehrfurcht vor Gott, Achtung vor der Würde des Menschen und Bereitschaft zum sozialen Handeln zu wecken, ist vornehmstes Ziel der Erziehung.

oder das von BW: ...ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe...

Für mich wirklich legalisierte Zwangschristianisierung.

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

26.08.2008 10:05
#68 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Die Schule wahrt die Freiheit des Gewissens sowie Offenheit und Toleranz gegenüber unterschiedlichen kulturellen, religiösen, weltanschaulichen und politischen Wertvorstellungen, Empfindungen und Überzeugungen. Keine Schülerin und kein Schüler darf einseitig beeinflusst werden.

Das hört sich für meine Begriffe vernünftig an.
In Antwort auf:
oder das von BW: ...ist die Schule insbesondere gehalten, die Schüler in Verantwortung vor Gott, im Geiste christlicher Nächstenliebe...


Da hatte ich nichts anderes erwartet. Es ist ein konservatives Land, welches immer wieder mal den Staub von den Werteartikeln pustet um sich seiner ideelen 'Größe' bewusst zu bleiben.
Zwangschristianisierung ist es insofern nicht, weil diese 'Wertevorstellungen' weitesgehend ignoriert werden (können...), zumindest heutzutage und was ich aus dem Erleben und den Erfahrungen meiner beiden Jungs mitbekommen habe, die ja nun diesem System ausgesetzt sind.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

26.08.2008 10:32
#69 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Zwangschristianisierung ist es insofern nicht, weil diese 'Wertevorstellungen' weitesgehend ignoriert werden (können...),

Wenn Du ein Kind von klein auf an immer und immer wieder diesen Lehrstoff
vermittelst wird es hängen bleiben.

Erinnert mich an eine Begebenheit in einem katholischen Kindergarten, wo moslemischen
Kindern z. B. beigebracht wurde vor dem Essen zu Gott zu beten, brav AMEN zu sagen und
sich auf die richtige Art und Weise zu bekreuzigen, damit der liebe Gott und Jesus sich
freuen.

In den Schulen wurde auch meine Tochter derart mit diesen Werten gefüttert, dass sie
eine Zeit lang echt erzkatholisch war. Wenn wir nun nichts dagegen unternommen hätten,
so nach dem Motto: "Ist ja nur ne Phase." mag ich mir nicht ausmalen, was aus dem Kind
geworden wäre.

Da nicht von einer Zwangschristianisierung zu sprechen halte ich nicht für richtig.

Auch wenn sich ein Erwachsener evtl. dagegen wehren kann, so ist dieses einem Kind nicht
so leicht möglich. Oder kennst Du einen 9jährigen, der seinem Religionslehrer offen sagt,
das er die Bibel für unwahr hält und der Christengott ist eh nur ein Hirngespinnst?
Vor allen Dingen wer von den Beiden hat die bessere Argumentation in dieser Situation und
wer kann da wohl wen überzeugen, dass seine Meinung richtig ist?

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

Christian D! ( Gast )
Beiträge:

26.08.2008 12:59
#70 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Wenn Du ein Kind von klein auf an immer und immer wieder diesen Lehrstoff
vermittelst wird es hängen bleiben.

Dem stimme ich zu, es ist erwießen das die Dinge die man einem Kind bis zum 7. Lebensjahr beibringt das Kind entscheidnet prägen. Das gilt aber auch für alles andere - auch den Atheismus. Wie also die Kinder erziehen ohne dass ihnen die Überzeugung der Eltern aufgezwungen wird? (Egal in welcher Hinsicht.)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

26.08.2008 13:30
#71 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Wie also die Kinder erziehen ohne dass ihnen die Überzeugung der Eltern aufgezwungen wird? (Egal in welcher Hinsicht.)
Das andere als die Eltern die Entwicklung der Kinder bestimmen sollen, halte ich für falsch.
Darum gehts hier aber auch nicht. Eher darum, dass durch Gruppenzwang oder Schlimmeres auf die Kinder die Eltern die halt nicht so erziehen können wie sie wollen.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.337

26.08.2008 13:32
#72 Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Wie also die Kinder erziehen ohne dass ihnen die Überzeugung der Eltern aufgezwungen wird? (Egal in welcher Hinsicht.)
Mit Orientierungen, die Optionen offenlassen. Also wissenschaftlich geprägte Orientierungen und nicht religiöse. Ohne Gehirnwäsche, also ohne Angst.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

qilin Offline




Beiträge: 3.552

26.08.2008 13:50
#73 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Christian D!
Wie also die Kinder erziehen ohne dass ihnen die Überzeugung der Eltern aufgezwungen wird?

Gute Frage... Da müss[t]en die Eltern [bzw. die Lehrer] tatsächlich über ihren Schatten springen und
die Kinder dazu erziehen, nicht einfach zu glauben was man ihnen sagt, sondern kritisch zu hinterfragen -
etwas, zu dem viele Erwachsene ja selbst gar nicht in der Lage sind...
Darum halte ich's für die 'zweitbeste' Methode, Kinder zu ermutigen, sich selbst an verschiedenen Quellen
schlau zu machen und mit Anderen darüber zu reden. So lernen sie (einiges Selbstbewusstsein vorausgesetzt)
dass es differierende und konkurrierende 'Wahrheiten' gibt, und sie lernen, sich damit auseinanderzusetzen.
Damit habe ich selbst als Kind recht gute Erfahrungen gemacht, und die Schüler meiner Ex-Frau, die als
katholische Religionslehrerin immer wieder Muslimkinder im Religionsunterricht sitzen hatte, ebenfalls...

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

26.08.2008 16:11
#74 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

Zitat von Tao-Ho

In Antwort auf:

Zwangschristianisierung ist es insofern nicht, weil diese 'Wertevorstellungen' weitesgehend ignoriert werden (können...),


Da nicht von einer Zwangschristianisierung zu sprechen halte ich nicht für richtig.
Auch wenn sich ein Erwachsener evtl. dagegen wehren kann, so ist dieses einem Kind nicht
so leicht möglich. Oder kennst Du einen 9jährigen, der seinem Religionslehrer offen sagt,
das er die Bibel für unwahr hält und der Christengott ist eh nur ein Hirngespinnst?
Vor allen Dingen wer von den Beiden hat die bessere Argumentation in dieser Situation und
wer kann da wohl wen überzeugen, dass seine Meinung richtig ist?


Also erst mal differenzieren : Wenn ein Kind ansatzweise autoritär erzogen wird werden ihm von den Erziehungsberechtigten wohl auch die religiösen Angelegenheiten\Pflichten autoritär nahegelegt. Ein Kind das das Gebet oder den Kirchgang verweigert wird dann mit Disziplinarmassnahmen wie Schlägen, Arrest, Essensentzug zur Verehrung des Jüdischen Gottes gezwungen. Das Kind hat auch niemanden der ihm gegen diese Elterliche Nötigung beisteht. Es muss die Suggerierung des Christlichen Irrglaubens hinnehmen, sich davon prägen lassen aus reinem Selbsterhaltungstrieb. (Ein Kind spürt Instinktiv dass Schläge und Essensentzug es schwer beschädigen können!)
Aber auch bei nicht derart autoritären Massnahmen können Elter ein Kind mit "Liebesentzug" erpressen, was bei einem Kind der Grösste Zwang von allen sein kann. Wenn Mami sagt : "Geh mit zur Kirche sonst bist du ein böses Kind UND ICH HAB DICH NICHT MEHR LIEB!"
Oder auch wenn die Eltern ohne es direkt zu sagen, das Kind bei Gebetsverweigerung Elterliche Kälte spüren lassen.

Jetzt zur Frage ob es heute noch Zwangschristianisierung an Erwachsenenen gibt : SELBSTVERSTÄNDLICH !
Insbesondere in der dritten Welt bei einfachen Völkern.
Ich schau mir immer gern die Berichte über fremde Länder\Völker im Arte um 18 Uhr herum an. Daraus zwei Beispiele :

In Borneo werden die Naturvölker regelmässig von den Behörden heimgesucht und schikaniert ENTWEDER ZUM CHRISTENTUM ODER ZUM ISLAM ZU KONVERTIEREN. Wer das ablehnt wird als Aufrührerischer Wiederborst betrachtet und behandelt .
Scheinbar geht es um die Eingliederung in eine Monotheistische Grossskirche zu besseren Kontrolle dieser Stämme.

In Afrika werden Eingeborene die von Christlichen Missionaren mit der grässlichen Christlichen Taufe heimgesucht wurden, nun schikaniert ihren Kindern nur Christliche Namen zu geben. Es ist dort aber Brauch die Kinder nach Flüssen und Landstrichen zu benennen die diese einmal von den Eltern erben werden. Nach dortigem Brauch können die KInder ohne diese Namensgebung besagte Liegenschaften nicht erben.


euer ergebener

Regens Küchl

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

26.08.2008 16:28
#75 RE: Warum gibt es keine Atheismus-Bibel? Antworten

In Antwort auf:
Ein Kind das das Gebet oder den Kirchgang verweigert wird dann mit Disziplinarmassnahmen wie Schlägen, Arrest, Essensentzug zur Verehrung des Jüdischen Gottes gezwungen.
...In welchem Jahrhundert leben wir denn? Jeder der seine Kinder mit solchen Mitteln zu "erziehen" gedenkt ist - gleich welche Gründe vorgeschoben werden - absolut nicht in der Lage dazu.

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dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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