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Dieses Thema hat 27 Antworten
und wurde 1.721 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
Seiten 1 | 2
Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.11.2008 14:26
Bobo Roshi und andere Meister Antworten

Hallo Ihr Lieben,

wie versprochen hier nun die Geschichte von Bobo Roshi. Ich
wünsche viel Spass beim lesen und danke qilin dafür, dass er
einen scheinbar unerschöpflichen Vorrat an solchen und anderen
Zen-Geschichten hat.

Die Geschichte von Bobo Roshi
(frei nach Jw. van de Wetering in 'Der leere Spiegel')


In einem japanischen Zen-Kloster lebte ein Mönch, der sich seit Jahren durch
unermüdliche Übung hervortat. Niemals war er nachts über die Klostermauer
geklettert, nie hatte er Wein getrunken, nie ein sesshin [strenges Meditations-
Retreat] ausgelassen, oft saß er morgens vor dem Wecken im zendo [Zen-Halle]
oder ganze Nächte hindurch im Garten...
Er hatte viel Erfahrung gesammelt und war nach einigen Jahren zum jikijitsu
[Mönchsoberer, Aufseher im zendo] ernannt worden - aber er hatte ein
großes Problem: er konnte seinen koan [spirituelle Aufgabe, Rätselfrage]
nicht lösen. Die anderen Mönche lösten im Lauf der Jahre einen koan nach
dem anderen, bekamen inka [Erleuchtungs-, Nachfolgebestätigung] und
verließen das Kloster wieder - er saß jahrein, jahraus mit seinem ersten
koan - und fand keine Lösung. Sobald er zum roshi [Meister] ging
und zu einer Lösung ansetzte, läutete der die Glocke, und der Mönch musste
den dokusan-Raum wieder verlassen...
Als er auf die Vierzig zuging, erfasste ihn die Krise - er zog die Mönchsrobe
aus, schnürte sein Bündel, steckte sein weniges erspartes Geld ein und verließ
stillschweigend das Kloster. Ziellos wanderte er durch die Stadt - seit vielen
Jahren hatte er das Kloster nicht mehr verlassen, und die äußere Welt war ihm
völlig fremd geworden. So geriet er ins übel beleumundete Weidenviertel. Dort
lehnte vor einem kleinen Häuschen eine hübsche junge Frau am Zaun und
sagte etwas zu ihm, das er nicht verstehen konnte. Er fragte sie höflich, ob er
ihr irgendwie behilflich sein könne. Sie lächelte ihn freundlich an, öffnete die
Gartentür, ergriff ihn bei der Hand und führte ihn ins Haus. Dort bewirtete
sie ihn mit Tee und sake [Reiswein], der ihm natürlich heftig zu Kopf stieg.
Dann meinte sie, er sei wohl bei seiner Wanderung staubig geworden und
komplimentierte ihn ins Bad. Dort entkleidete sie ihn, wusch ihn von Kopf
bis
Fuß, wie es Bademägde zu tun pflegen, und setzte sich zu ihm in die Wanne.
Sie unterhielten sich freundlich, wie man's im Familienbad eben tut; nach dem
Bad und nachdem sie ihn abgetrocknet hatte, führte sie ihn jedoch in ein üppig
ausgestattetes Schlafzimmer [was in gesitteten Kreisen einigermaßen unüblich
ist]. Durch den genossenen Alkohol und durch seine jahrelange Enthaltsamkeit
enthemmt, verlor er dort seine Unschuld - und der dabei erreichte Höhepunkt
wurde zum doppelten - in diesem Augenblick erkannte er die Lösung seines
koan, er erlangte satori [große Erleuchtung], und alle Fragen der Welt schienen
ihm plötzlich wie Kinderrätsel. Er sprang auf, warf sich irgendein Stück Stoff
um den Leib und rannte aus dem Haus. Sein Gewand, das Geld und das
Bündel blieben zurück.
Er begann zu arbeiten - zuerst als Gärtner, später als Hafenarbeiter, als LKW-
und Taxifahrer, er mischte sich unter die Bettler in den Städten, lebte in
vollen Zügen, hatte Freundinnen und Freunde - sein Erlebnis vergaß er nie,
und sein satori blieb ihm immer gegenwärtig. Nach Jahren hatte er wieder
Geld erspart und kaufte am Rande von Kyoto ein halbverfallenes Haus.
Dort fanden sich mit der Zeit auch einige Schüler ein, die mit dem normalen
Kloster nichts am Hut hatten. Hier begann nun ein seltsames Klosterleben -
Jeder durfte kommen und gehen, es wurde Alkohol getrunken, Feste gefeiert,
sogar Frauen durften die Mönche besuchen - aber sie mussten sich ihren
Lebensunterhalt selbst verdienen, und Bobo Roshi ['Meister F.ck'], wie
er bald genannt wurde, führte ein eisernes Regiment. In keinem anderen
Kloster wurde so intensiv meditiert, in keinem gab es ein strengeres dokusan
[Einzelgespräch, Prüfung durch den roshi] oder schärfere mondo und hossen
[rituelle religiös/philosophische Streitgespräche] - und in keinem andern
Kloster gab es so Viele, die aufgaben und weggingen.
Bobo Roshi hat nie von jemandem inka erhalten, aber nach einiger Zeit
verstummten alle Zweifel, und er blieb als erleuchteter [wenn auch etwas
exzentrischer] Meister stillschweigend geachtet und anerkannt...

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

24.11.2008 14:43
#2 RE: Bobo Roshi und andere Meister Antworten

Schöne anregende Geschichte..., danke.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.11.2008 14:45
#3 RE: Bobo Roshi und andere Meister Antworten

Gerne - und nachher noch über Ikkyu und auch anderen Meistern.

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() Tao-Ho

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.11.2008 16:20
#4 Ikkyu Antworten

Und hier ein wunderbarer Link, der ein bisschen was über Ikkyu zeigt:

http://www.prakash-koerperarbeit.de/artikel-ikkyu.htm

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

24.11.2008 16:38
#5 RE: Ikkyu Antworten
Den Text kenne ich fast auswendig..., weil es einer der wenigen im Netz auf deutsch ist, zumindest in solcher Ausführlichkeit, leider.
Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.11.2008 16:39
#6 RE: Ikkyu Antworten

Du kannst auch einen sog. erleuchteten Meister dieser Klasse bekannt
machen, maleachi. Komm und trau Dich. Macht echt spass.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

24.11.2008 16:40
#7 RE: Ikkyu Antworten

Vielleicht ist in diesem Zusammenhang auch die 'Biographie' Ikkyus als Manga von Interesse,
wenn man sich denn für diesen Zugang besonders interessiert...

Zu dem ganzen Thema ist aber doch zu sagen, dass Ikkyu [den ich persönlich sehr schätze]
ein extremer Ausnahmefall war und Bobo Roshi m.W. eine literarische Fiktion ist. Zen-Meister
haben manchmal einen etwas lockereren Umgang mit den religiösen Vorschriften als die
Lehrer strengerer Sekten, es ist aber ganz sicher nicht so, dass sie allgemein Sex und Alkohol
als Lehrmittel verwendeten... (Geht ja auch aus der Geschichte von Bobo Roshi hervor )

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin


Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
Eleasar ( Gast )
Beiträge:

24.11.2008 16:41
#8 RE: Ikkyu Antworten

Ist das jetzt ein Witz?!?

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

24.11.2008 16:42
#9 RE: Ikkyu Antworten
Zitat von Tao-Ho
Komm und trau Dich.
Am Mittwoch-Abend, ja? Ich versuch bloß noch so über die Zeit zu kommen und klare Gedanken an erleuchtete Meister fallen mir im Moment schwer...
maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

24.11.2008 16:49
#10 RE: Ikkyu Antworten

In Antwort auf:
Du kannst auch einen sog. erleuchteten Meister dieser Klasse bekannt
machen, maleachi. Komm und trau Dich. Macht echt spass.

Äh, wenn schon, dann lasst den Glassmann Roshi für mich übrig, ok.? Und vielleicht Ryokan? (war der überhaupt erleuchtet....aber eigentlich schon, wenn er einem Dieb den Mond schenken wollte....)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

24.11.2008 19:46
#11 RE: Ikkyu Antworten

Ich lass Dir beide übrig.

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

25.11.2008 14:25
#12 RE: Ikkyu Antworten

Keine fiktive Figur, wie Bobo Roshi, ist Glassmann Roshi (eigentlich Bernhard Glassmann). Im Gegenteil.
Ein höchst lebendiger und umtriebiger Zen-Meister unserer Tage, noch dazu Amerikaner mit jüdischen Wurzeln. Auf keinen anderen trifft vielleicht das Zitat zu "Der wahre Zen ist das Leben". Für ihn ist Zen nicht 'nur' Zazen (Sitzmeditation) sondern viel mehr, nämlich menschliches Engagement.

Er wurde 1939 in New York in eine deutschstämmige jüdische Familie geboren. Er studierte Flugzeugbau, promovierte in Mathematik, arbeitete anschließend mit im Weltraumprogramm der NASA und hatte während der weltweiten Aufbruchstimmung der Jugend in den 60er Jahren erste Begegnungen mit der Lehre und Praxis des Zen. Später wurde er Schüler des Zenmeisters Taizan Maezumi Roshi.
Bernard Glassman verließ Beruf, Karriere und Haus, wurde als Zenmönch ordiniert und durchlief die klassische Zenschule beider japanischer Traditionen, die Koan-Praxis des Rinzai und die Priesterausbildung des Soto - und er erlangte volles "Erwachen" ("Satori"). Maezumi Roshi ernannte ihn schließlich zu seinem Dharma-Nachfolger und Abt des neu gegründeten Zen-Centers in New York. Tief erfüllt vom Mitgefühl mit allen leidenden Wesen, legte er das Gelübte ab, allen "hungrigen Geistern im ganzen Universum" Nahrung zu geben, konkret in den ärmsten Stadtteilen New Yorks. Er gründete die "Greyston Foundation", eines Hilfswerks für Obdachlose und HIV-Infizierte, gründete die Peaceamker Community, den Zen Peacemaker Orden praktizierte "Street Zen", und ist auch heute aktiver denn je in der Unterstützung weltweiter Friedensarbeit.
Bekannt sind auch seine Auschwitz-Meditationswochen, bei denen ein mal im Jahr Menschen unterschiedlichster Herkunft und Glaubensüberzeugung sich für eine Woche in Auschwitz (auch direkt im Lager)begegnen, meditieren, nachdenken, vergeben, wütend werden, neuen Mut sammeln. Dabei sind jüdische Rabbis und muslimische Muftis, katholische Priester und buddhistische Mönche, auch ganz einfache Menschen ohne Glauben.

Er schrieb unter anderen die Bücher "Anleitungen für den Koch - Lebensentwurf eines Zen-Meisters", "Zeugnis ablegen" und "Das Herz der Vollendung", einen der treffendsten und tiefgründigsten Kommentare zum Herzsutra und Sandokai.
Er lebt in Montague-Massachusetts/USA, wo er auch das "House of One People" gründete.

Es gäbe noch einiges zu erzählen über diesen wunderbaren Mann, aber für den Anfang sollte das erst mal reichen.

Hier noch ein zusammenfassender Link: http://www.wrage.de/kgs/0201glassman.htm



Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.11.2008 14:31
#13 RE: Ikkyu Antworten

Und wer sich mal näher mit diesem Meister befasst hat weiss warum ich
ihn als mein Vorbild erwählt habe.

Klar stehe ich im Buddhismus noch am Anfang (nicht so wie qilin, der
schon seit Jahrzehnten dabei ist), aber wenn ich mal einen Weg wählen
muss im Buddhismus, dann wird es dieser Weg sein.

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

25.11.2008 14:47
#14 RE: Ikkyu Antworten
Hab' ich ebend noch gefunden. Es gibt auch einen Doku-Film über Glassmann mit Namen "Anweisungen für den Koch", wusste ich auch noch nicht und scheint relativ neu zu sein.
http://www.lp-muc.com/assets/pdfs/press_ITTC_de.pdf

Das ist auch auf jeden Fall das nächste Buch, was ich von ihm kaufe, nicht weil es auch ums kochen geht..., sondern noch ein anderer Hintergrund vorhanden ist.
qilin Offline




Beiträge: 3.552

25.11.2008 15:19
#15 RE: Ikkyu Antworten

Glassmann Roshi kenne ich nicht persönlich, aber mit einem seiner ältesten Schüler habe ich mich
ein wenig 'zusammengerauft', AnShin Thomas - es ist acht oder neun Jahre her dass ich ihn zum
ersten Mal getroffen habe - er hat einen völlig anderen Zugang als ich (schließlich sind meine
Gewalt-Erfahrungen als professioneller Bücherwurm relativ begrenzt ), aber wir haben uns gut
verstanden und schätzen einander.

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.11.2008 15:39
#16 RE: Ikkyu Antworten

Wo wir schon mal bei den Meistern sind, die nicht nur sitzen...

Maleachi, kennst Du schon den Film "How to cook your life"?
Wäre der Zugang zum Buddhismus für Dich...

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

25.11.2008 15:43
#17 RE: Ikkyu Antworten

In Antwort auf:
"How to cook your life"?

ÄÄhhh.....neee...? Oder doch? Erzähl mal.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

25.11.2008 16:14
#18 RE: Ikkyu Antworten

Ich erzähl nicht - ich zeig einfach. Hier ist ein sehr lieber und
deutscher Link zum Film: http://www.how-to-cook-your-life.de/der-film/

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

26.11.2008 20:32
#19 RE: Ikkyu Antworten

Danke. Kochen mit Hintergrund, genau mein Ding.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.11.2008 07:58
#20 RE: Ikkyu Antworten

Dachte ich mir. Dogen hat übrigens bei seinen Anweisungen an einen Koch
(im Zenkloster) gesagt: Wenn Du den Reis wäscht, dann wasche den Reis.
Wenn Du die Mohrrübe schneidest, dann schneide die Mohrrübe.

Wenn die Leute manchmal wüssten wieviel Nirvana in der eigenen Küche
steckt, wären die Kloster nicht so übervoll. Selbst spülen ist fein.

Ist so: Wenn Du jeden Tag denkst, dass Du ja noch was kochen MUSST,
so als Nahrungsbeschaffung, dann kann das echt zum Stress ausarten.
Macht keinen grossen Spass. Aber, wenn Du schon beim einkaufen daran
denkst, was man alles feines machen kann und mit Achtsamkeit auswählst,
damit alles nicht zu teuer wird und trotzdem fein, wenn Du dann noch
die Zutaten mit Achtsamkeit behandelst, dann kannst Du auch mit
Genuss essen.

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

27.11.2008 20:09
#21 RE: Ikkyu Antworten

In Antwort auf:
Wenn Du die Mohrrübe schneidest, dann schneide die Mohrrübe.

Jep, im O'Halloran-Buch wird auch beschrieben, wie in Klöstern ja mitunter recht aufwendig, liebevoll, gestaltete Speisen kreiert werden, aber letztendlich nichts weggeschmissen wird. Der abgeschnittene Zipfel von der Möhre kommt später kleingeschnippelt in den Gemüsereis für 's Abendessen und so weiter......
Zumal mir der Anspruch gefällt, es ist alles Nahrungsaufnahme, selbst mal nicht so schmeckende Sachen gehen einen kurzen Weg über die Zunge und dienen unserer Ernährung, nicht mehr und nicht weniger.

Dein Anliegen im Rezepte-Thread mit dem Resterverwerten ist auch meins und ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach solchen praktischen Hinweisen. Gerade die Asiaten sind da Spitze und ich werde mich da jetzt (da die Anspannung erst mal vorbei ist) mal dahinter klemmen und nachforschen.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

27.11.2008 20:20
#22 RE: Ikkyu Antworten

In Antwort auf:
Dein Anliegen im Rezepte-Thread mit dem Resterverwerten ist auch meins und ich bin schon seit einiger Zeit auf der Suche nach solchen praktischen Hinweisen

Das machen wir dann gemeinsam, denn ich hasse es Lebensmittel wegzuwerfen, wo es doch
noch gute Sachen zum Essen werden können.

Machen wir auf Zennie-Art und kochen was feines draus.

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

29.11.2008 10:26
#23 RE: Ikkyu Antworten

Zen-Meister Ryokan

(1758 - 1831)


„Der Wind bringt mir genug abgefallene Blätter, um ein Feuer zu machen.“


Einen Gruß vom japanischen Zen-Meister Ryokan.


Er lebte nach seiner Ausbildung in einem Zen-Tempel ein einfaches, entbehrungsreiches, aber sehr freies Leben als buddhistischer Bettelmönch und Einsiedler.
Schon zu seinen Lebzeiten galt er als außergewöhnlicher Dichter und Kalligraph und war gleichermaßen bekannt für seine Bescheidenheit und Menschenliebe wie für sein unangepasstes und exzentrisches Verhalten. Mehrfach bat man ihn, als Abt einem buddhistischen Kloster vorzustehen, aber er lehnte stets ab und bestand darauf, den von Buddha gewiesenen Weg des Bettelmönchs zu gehen. Manche seiner Zeitgenossen sahen in ihm einen Heiligen, manche einen großen Dichter, manche auch nur einen sonderlichen und etwas verrückten Zen-Mönch. Er hinterließ etwa 1800 Gedichte.
Seine Freundin Teishin, eine junge buddhistische Nonne, sammelte seine in alle Winde verstreuten Gedichte.


Tautropfen auf einem Lotusblatt:

Als ich jung war und ein lebenslustiger Bursche,

Habe ich mich in der Stadt herumgetrieben,

Stolz trug ich eine Jacke aus weichster Daune

Und ritt ein prächtiges, kastanienbraunes Pferd.

Tagsüber galoppierte ich durch die Stadt,

Und abends betrank ich mich

unter Pflaumenblüten am Fluß.

Nie habe ich ans Heimkehren gedacht

Und endete dann gewöhnlich im Freudenhaus,

mit einem großen Lächeln im Gesicht.

Wenn jemand

nach meinem Wohnsitz fragt,

Antworte ich:

„Am östlichen Rand

Der Milchstraße“.


Wir begegnen einander, nur um uns zu trennen,

Wir kommen und gehen, wie die weißen Wolken,

Wir hinterlassen Spuren, die sind so schwach,

Kaum eine Menschenseele bemerkt sie.

Mein Tagewerk: mit den Dorfkindern spielen.


((Texte, Gedichte und Bilder sind alle entnommen aus dem Buch: Meister Ryokan; Alle Dinge sind im Herzen; Herder spektrum; ISBN: 978 3 451 05718 2)

qilin Offline




Beiträge: 3.552

29.11.2008 14:03
#24 RE: Ikkyu Antworten

Hallo Maleachi,

freut mich dass das Buch (und Ryokan) Dir gefällt - das hat ein lieber Freund,
Munish, übersetzt, und die Einführung dazu geschrieben

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() qilin

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

29.11.2008 14:20
#25 RE: Ikkyu Antworten
Ja, wie sich manchmal so alles findet. Auf der von dir verlinkten Seite habe ich jetzt (unter Koans) einen Querverweis zu Pablo Neruda gefunden. Ein anderer großer Held von mir...gehört aber nicht hier her.
Aber interessante Site.
Seiten 1 | 2
 Sprung  
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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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