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Dieses Thema hat 16 Antworten
und wurde 1.021 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
edwardcullen1901 Offline



Beiträge: 2

05.12.2008 20:17
Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
Hallo,

wir haben heute in Religion Gruppenarbeiten zugeteilt bekommen. Die Aufgabenstellung:
"Erläutern Sie die Grundlagen des Glaubens im Christentum! (im Anschluss Zusammenhang mit Sitten,Bräuchen und Entwicklung)

Wie genau darf ich das verstehen? Was sind denn die Glaubensgrundlagen des Christentums? Bibel, Glaubensbekenntnis, etc?
Könnt ihr mir da vllt weiterhelfen???
Vielen Dank schon mal im Vorraus!

P.S.: Wenn das hier nicht hingehört, sry, aber ich hab keinen geeigneteren Platz gefunden.
qilin Offline




Beiträge: 3.552

06.12.2008 09:26
#2 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten


Ich bin ja froh, dass ich mich nicht [mehr] dafür zuständig fühlen muss - selten eine so doofe Aufgabenstellung gehört.
An der Uni-Bibliothek hatten wir fallweise Schüler mit ähnlich globalen Fragen, die Literatur dazu suchten. Was soll
man da raten? "Lesen Sie mal schnell die Bibel und einen Querschnitt durch die Theologie der letzten 2.000 Jahre,
und als Zugabe noch ein wenig Kulturgeschichte und kritische Auseinandersetzungen damit"

Als diese Fragen mal häufiger kamen, haben wir den Leuten gesagt, sie sollten uns den Lehrer herschicken, der solche
Themen vergibt, damit wir uns ein wenig mit ihm unterhalten können - der ist zwar nie aufgetaucht, aber diese Art
von Fragen hörte schlagartig auf...

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 18.864

06.12.2008 09:59
#3 Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
In Antwort auf:
Was sind denn die Glaubensgrundlagen des Christentums?
Ich kann Qilins Kritik nur beipflichten. Dann erwartet der Lehrer wohl mehr die grobschlächtigeren Antworten. Grundlage des Christentums: die Bibel - das Alte und das Neue Testament. Punkt. Aber es gibt differenziertere Antworten. Die jedoch wohl nicht von den Gläubigen voll geteilt werden. Z.B. dass Jesus nie eine neue Religion wollte, er wollte eine jüdische Reformation. Und Paulus möglicherweise auch nicht. Die hat sich erst im Laufe der Jahrhunderte so ergeben. Texte sind erst nach Jesus' Kreuzigung geschrieben und teilweise nachkorrigiert worden. Manches erwiesenermaßen falsch. Die Urchristen waren ein Haufen völlig verschiedender Fraktionen. Und nur Paulus setzte seine Auffassung in der Welt durch, weil nur der die Beziehungen zu Rom (und zu Athen) hatte. Das Thema des angeblichen Kreuztodes Jesus' und der angeblichen Wiederauferstehung war in den römischen Katakomben niemals das Thema der damaligen Christen gewesen! Das Thema wurde offenbar später dazugedichtet.
Hören will dein Lehrer möglicherweise aber nur was von der Wiederauferstehung des "Erlösers". Jesus ist durch Gott für all die Sünden der Menschen geopfert worden. Und wer daran glaubt, ist durch ihn "erlöst" (von der "Erbsünde" des Sterbenmüssens), und darf im Jenseits ewig weiterleben. Diese Idee ist von den Kindsopfern, die damals wohl noch möglich waren, adaptiert. Jesus ist ja das Kind von Gott. Siehe z.B. auch die Geschichte von dem Kindsopfer, das Gott von Abraham verlangte.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

06.12.2008 10:57
#4 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

Vielleicht sollten wir uns hier intern mal hinsetzen und für den Lehrer
was geeignetes schreiben, damit er begreift wie dusselig diese Frage
eigentlich ist?

Oder Du gehst selber zum Lehrer uns fragst ihn worauf er eigentlich
mit dieser Frage will. Wenn man eine Frage nicht versteht ist es
schwer auf sie zu antworten.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

06.12.2008 13:35
#5 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

Naja, einen Ansatzpunkt hätten wir da ja schon:

Die Glaubensgrundlage des [heutigen mainstream-]Christentums ist primär die frühkirchliche Theologie,
speziell die des 2. - 4. Jh., welche die Schriften des heutigen NT zuerst ausgewählt, und dann in ihrem
Sinne interpretiert hat...

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wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

edwardcullen1901 Offline



Beiträge: 2

06.12.2008 14:01
#6 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
tja, also wir haben unsere Lehrerin gefragt: Was genau denn die Glaubensgrundlagen sind; weil wenn wir die falsch haben, baut sich ja der Rest völlig falsch auf. Sie meinte nur, "Tja, wenn sie das nicht wissen, dann sind sie hier im Religionsunterricht aber falsch!" tolle Antowrt >.<

Naja und in der Bibliothek habe ich ein Buch gefunden, da steht im Inhaltsverzeichnis
Christlicher Glaube: Grundlagen, Inhalte, Formen
-> Das Neue Testament
-> Glaubensbekenntnisse, Dogmen
-> Die Kirche
-> Strukturen des Glaubens
-> Gottesdient
-> Der religiöse Kalender
-> Heilige Personen, Heilige Orte
-> Christliche Kunst

Ist das brauchbar?
Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

06.12.2008 14:20
#7 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

Bei der Lehrerin scheint ja alles brauchbar zu sein - solange es nur christlich
genug ist.

Nimm erst mal das Buch und schau ob Du da was passendes findest. Dieser Lehrerin
scheint es wohl eher aufs nachplappern ankommen, denn des eigenen Denkens...

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() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

06.12.2008 16:14
#8 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
Hm - aus ihrer Antwort lässt sich natürlich vermuten was sie will, aber schlecht mit Sicherheit sagen
wie sie auf gegenteilige Meinungen reagieren würde - zumindest für einen Außenstehenden. Da musst
Du selbst abschätzen, ob es vernünftig ist, das was sie hören will zu hinterfragen - und wie weit...
An sich dürfte ein Lehrer abweichende Meinungen nicht durch schlechte Benotung bestrafen - aber
das durchzufechten, wenn er's nicht selbst einsieht, ist schwierig...

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wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 18.864

06.12.2008 17:04
#9 Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
In Antwort auf:
Was genau denn die Glaubensgrundlagen sind; weil wenn wir die falsch haben, baut sich ja der Rest völlig falsch auf.
Was ist, wenn die Glaubensgrundlagen - gemessen an den naturalistischen und historischen REALITÄTEN - falsch sind? Einen Unterricht, der nicht auf diesen Realitäten aufbaut und sie sogar vehement ignoriert, würde ich bekämpfen! Sich mit Mitschülern und Mitschülerinnen zusammentun, Minimalforderungen aufstellen, ab zum Direx! Brief an den Bildungsminister!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

06.12.2008 17:35
#10 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
Dafür wäre es aber relativ leicht, auf die Antwort "Tja, wenn sie das nicht wissen, dann sind sie hier im Religionsunterricht aber falsch!" hin mit Ja zu antworten und sich abzumelden.

O.K., hilft dir hier nicht weiter, edwardcullen1901. Vielleicht aber der Tipp, dich mal bei älteren Schülern zu erkundigen, was bei denen damals bei dieser Lehrerin abging. Meist sind Lehrer auch eher faul und denken sich nicht laufend neue Arbeiten aus. Vielleicht bekommst du nicht nur einen Hinweis in der Sache, die qilin angesprochen hat, sondern auch gleich konkrete Tipps für deine Arbeit.

Ich würde ketzerisch sagen, die wichtigste Glaubensgrundlage ist das unhinterfragte Akzeptieren von Dogmen.
Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

06.12.2008 17:48
#11 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
Bis Wann musst du den Aufsatz denn abgeben und wie umfangreich soll er sein

Guck jedenfalls mal hier auf die Wickie-Artikel von "Christ" und "Christentum":
http://de.wikipedia.org/wiki/Christ
http://de.wikipedia.org/wiki/Christentum

Für weitreichenderes Wissen über Christliches empfele Ich nachher diese Site:
http://www.freie-christen.com/reichtum_d...t_blutgeld.html
Besonders pervers und grausam: Jeden Handgriff bei den brutalen Foltern und auch das Essen der Folterknechte mussten das Opfer oder seine Angehörigen bezahlen. Es gab eine Preisliste für alle Foltern. Hier ein Beispiel aus Darmstadt: 25)
Einen Lebenden zu vierteilen 15 kr.
Den Scheiterhaufen aufrichten, Die Asche des Verbrannten in fließendes Wasser werfen 30 kr.
Eine Hexe lebend verbrennen 14 kr.
Eine Person mit dem Schwert töten 10 kr.
Einen Menschen henken 18 kr.
Einen Körper ziehen 5 kr.
Ohren und Nase abschneiden 5 kr.
In den Bock spannen 8 kr.
Ein Streich mit der Spitzrute 1 kr.
Für Schnüre zum Bockspannen Aufziehen und die Gewichte anhängen, die Beinschrauben anlegen 30 kr.
Des Ortes verweisen 1 kr.
Das durch Raubmord vorwiegend Frauen gestohlene Geld und Gut kam direkt oder auf Umwegen der Kirche zugute. Mittel aus Hexen-Raubmord wurden verwendet z. B. beim neuen Schlossbau der Mainzer Erzbischöfe oder für die Kirchen in Goßmannsdorf und Gerbrunn. 13) S. 136
Auch Schloss Johannisberg in Aschaffenburg wurde durch Blutgeld erbaut.
Nicht vergessen: Dieses durch Raubmord erbeutete Blutgeld ist auch heute noch Teil des - durch Zins und Zinseszins zu Milliarden angewachsenen - Vermögens der Kirchen.
http://www.theologe.de/theologe18.htm
http://www.theologe.de/LInquisition.htm


euer ergebener

Regens Küchl
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2008 12:29
#12 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

In Antwort auf:
Jeden Handgriff bei den brutalen Foltern und auch das Essen der Folterknechte mussten das Opfer oder seine Angehörigen bezahlen.


Was jetzt weder ne christliche Glaubensgrundlage ist, noch irgendwie typisch für das Christentum. Historisch betrachtet war das immer so, solange offiziell gefoltert wurde; sogar in diesem unseren Lande (BRD) trägt der Delinquent, so er denn verurteilt wird, alle Kosten des Verfahrens. Das würde auch die Daumenschrauben einschließen, wenn man die heut noch verwenden dürfte. Und wenn man noch etwas in die Zukunft schäubelt...

Wieder mal eine grandios-widerliche Geschichte ausgegraben, R.K.,... die aber mit Deiner Aussage, wie furchtbar Religion sei, mE kein Stück zu tun hat...

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2008 12:37
#13 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

In Antwort auf:
sogar in diesem unseren Lande (BRD) trägt der Delinquent, so er denn verurteilt wird, alle Kosten des Verfahrens.

Meistens, das Gericht kann aber auch Ausnahmen beschließen.
Die Daumenschrauben sind wären aber auf keinen Fall Teil des Verfahrens, sonder ggf. Teil des Vollzugs.
Wenn den bei uns jeder selbst bezahlen müsste, wären nach der Entlassung alle in privater Insolvenz.
Nee, da liegst du daneben.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2008 12:47
#14 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
In Antwort auf:
Die Daumenschrauben sind wären aber auf keinen Fall Teil des Verfahrens, sonder ggf. Teil des Vollzugs.


Vollzug ist die dem Urteil folgende Sanktion, also zB Knast. Der ist teuer, und wohl von keinem zu bezahlen.

Aber Folter hat nichts mit dem Vollzug zu tun:

In Antwort auf:
Sie (die Folter) entwickelte sich bis zum Ende des Mittelalters als Mittel des Strafverfahrensrechts (...)


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Folter#Deutschland

Folter wurde im Mittelalter benutzt, um ein Geständnis zu erreichen, ohne das es nach mittelalterlicher Prozeßordnung keine Verurteilung geben durfte; das galt mWn auch für Inquisitionsprozesse. Mit der Strafe selber hatte Folter nichts zu tun.

Daumenschrauben gehören damit in den Bereich des Verfahrens, wie eine Befragung des Angeklagten vor Gericht. Und die Kosten für den befragenden Staatsanwalt und die Person, die das ganze protokolliert, trägt idR doch auch der Verurteilte, oder nicht?
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2008 14:32
#15 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

In Antwort auf:
Vollzug ist die dem Urteil folgende Sanktion, also zB Knast

Richtig. Und alles, was RK oben aufgezählt hat, gehört zum Verzug. Du hast das alles in "Daumenschrauben" zusammengefasst.
Auf diese Zusammenfassung habe ich geantwortet.

In Antwort auf:
Und die Kosten für den befragenden Staatsanwalt und die Person, die das ganze protokolliert, trägt idR doch auch der Verurteilte, oder nicht?

Wie ich bereits geschrieben habe, in der Regel ja. Aber das Gericht kann Ausnahmen beschließen.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2008 15:09
#16 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten

Die Unterscheidung zwischen Vollzgu und Verfahren hast Du aufgemacht. Diese Deine Aussage

In Antwort auf:
Die Daumenschrauben wären aber auf keinen Fall Teil des Verfahrens, sonder ggf. Teil des Vollzugs.


war schlicht falsch. Darauf habe ich geantwortet. Wenn man schon den besserwisser markiert sollte man das nicht mit falschen Thesen tun...

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

07.12.2008 15:19
#17 RE: Vortrag - Glaubensgrundlagen Antworten
Richtig. Hab ich aufgemacht.

Ich habe doch gerade erklärt, dass die von dir eingebrachten "Daumenschrauben", ein Begriff der bei RK gar nicht vorkommt, für mich die Zusammenfassung aller der von RK verwandten Beispiele war. Also

In Antwort auf:
Einen Lebenden zu vierteilen 15 kr.
Den Scheiterhaufen aufrichten, Die Asche des Verbrannten in fließendes Wasser werfen 30 kr.
Eine Hexe lebend verbrennen 14 kr.
Eine Person mit dem Schwert töten 10 kr.
Einen Menschen henken 18 kr.
Einen Körper ziehen 5 kr.
Ohren und Nase abschneiden 5 kr.
In den Bock spannen 8 kr.
Ein Streich mit der Spitzrute 1 kr.
Für Schnüre zum Bockspannen Aufziehen und die Gewichte anhängen, die Beinschrauben anlegen 30 kr.
Des Ortes verweisen 1 kr.


Darauf bezog sich doch dein Post eindeutig. Darum geht die Diskussion. Das aber sind alles Vollzugsmaßnahmen.

Ich sehe das deshalb nicht so, dass ich falsch geantwortet habe, sondern du einfach für deine Zusammenfassung einen unglücklichen Begriff gewählt hast.

Schade finde ich, wenn du Hinweise zu Fehlern in deinen Beiträgen als Besserwisserei empfindest.
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