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Dieses Thema hat 50 Antworten
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 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
Seiten 1 | 2 | 3
maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

08.12.2008 21:47
Chauvinismus im Buddhismus Antworten

'Buddhas kämpferische Nonne', der Doku-Film, gestern Abend auf arte hat mich ziemlich enttäuscht bzw. vielleicht nicht mal der Film (der selbst auch, besonders das bla, bla des Dalai Lama und die sonstige Selbstdarstellung), was mich aber erschüttert hat, war das Ausmaß des männlichen Chauvinismus im speziell tibetanischen Buddhismus.

Ob nun der Buddhismus als Religion gesehen werden kann oder nicht, sei dahin gestellt, aber es scheint sich wie in jeder anderen Religion, das gleiche Frauenbild zu ergeben, nämlich ein gedemütigtes, klein gehaltenes, missachtetes.
Im Buddhismus, der im Ruf der 'sanften Religion' steht, hat die 'Sanftheit' scheinbar jedoch kein weibliches Antlitz. Das ist schade und es bleiben viele Fragen.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

08.12.2008 23:11
#2 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Hm, nicht in allen buddhistischen Richtungen, maleachi. Nur in den strengen und
will mal sagen fundamentalistischen Richtungen ist das so.

Wirst lachen: Da ist nur an der Oberfläche gekratzt worden. Früher war es noch
schlimmer und es gab Richtungen, wo Frauen als Sexpüppchen missbraucht wurden,
unter dem Deckmantel gewisser Riten, welche die Meister nur mit ihnen durchführen
konnte. qilin hat das, glaube ich, mal erwähnt.

Aber es ändert sich auch dort etwas und immerhin ist der Dalai Lama dort vor Ort
gewesen. Auch er kann nicht alles ändern.

Im Zen ist das von Schule zu Schule auch immer anders. Die eine Schule benutzt
Frauen und die andere Schule akzeptiert sie als vollwertige Mitglieder.

Man muss halt auch dort schauen wo man hingerät. Leider.

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So wie die Lotosblume lieblich und unbefleckt aus dem Schlamm sich erhebt...
() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

09.12.2008 09:18
#3 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Hallo Maleachi,

da hast Du schon weitgehend recht, und mir fällt auf die Schnelle keine Richtung ein,
wo's da keine Probleme gäbe. Mir fällt allerdings auch keine andere Religion ein, wo die
Frauen so aktiv auf ihre Rechte pochen und auf so wenig Widerstand stoßen damit.

Eine Vorkämpferin auf diesem Gebiet ist übrigens eine deutsche 'tibetische' Lehrerin,
Sylvia Wetzel, die schon vor 10 oder 20 Jahren bei einem internationalen Treffen der
buddhistischen LehrerInnen mit einer Geschichte ein Umdenken angestoßen hat -
gerade beim Dalai Lama - finde die leider nicht mehr auf ihrer website, aber vielleicht
kommt sie mir nochmals unter... Hier ein Interview mit ihr im Schweizer Rundfunk.

Die Doku über die 'kämpferische Nonne' hat mir auch etwas schalen Beigeschmack hinterlassen,
aber aus einem anderen Grund - da wurden Personen, etwa diese englische Nonne, als 'Führer'
hingestellt, denen man 'folgt' oder nicht - und das ist zwar eine häufige, aber trotzdem eine
Verirrung im Buddhismus.

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

09.12.2008 12:04
#4 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
da wurden Personen, etwa diese englische Nonne, als 'Führer' hingestellt, denen man
'folgt' oder nicht - und das ist zwar eine häufige, aber trotzdem eine Verirrung im Buddhismus.


Ist mir auch aufgestossen - wollte aber nicht den Finger drauf legen, weil es ohnehin
ein sehr umfangreiches Thema ist. Schweifen wir dabei nicht zu sehr ab? Sollte da nicht
ein eigener Thread aufgemacht werden?

Aber ich mag Dich bitten noch zu posten, lieber qilin, wie das mit den Frauen im tibetanischen
Buddhismus bis noch vor gar nicht allzulanger Zeit war bzgl. diverser sexueller Riten.

Da hast Du mehr Informationen als ich zur Hand. Und heute auch mehr Nerven dazu.

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

09.12.2008 12:53
#5 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
denen man 'folgt' oder nicht

Ähnlich ging es mir auch.
Aber auch im Zusammenhang mit den Bekenntnissen der Frau. Sie wirft sich doch wirklich in den Schmutz, wenn angebliche Autoritäten zugegen sind, sei es nun Rinpoche oder der Dalai Lama. Vielleicht mag das so in der Tradition begründet sein, aber mal von einem normalen Verhalten ausgehend, würde ich sagen, die Frau müsste erst mal von sich selbst aus an Selbstbewusstsein und Selbstwert gewinnen. Irgendwie kam sie mir, trotz ihrer immensen Erfahrungen, sehr liebdienerisch vor.
Und so richtig habe ich auch nicht verstanden, was ihr nun die 12 jahre in einer Höhle im Himalaya gebracht haben, außer der Erkenntnis, dass sie lieber einsam ist, als unter Menschen. Das bin ich auch, aber in eine Höhle musste ich mich für diese Weisheit nicht zurück ziehen.
Aber höchstwahrscheinlich ist dieses Thema dann doch zu komplex und wir kommen wieder in die Richtung der 'Erleuchtung'.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

09.12.2008 13:04
#6 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Sie wirft sich doch wirklich in den Schmutz, wenn angebliche Autoritäten zugegen sind, sei es nun Rinpoche oder der Dalai Lama.

Hat nichts mit der Person selber zu tun und ist auch nicht in den Schmutz werfen.

Ist aber auch ein anderes Thema. Schreibe dazu morgen mal was. Heute geht es nicht
so gut.

Vorab einfach nur so ein Link: Niederwerfungen

Wenn es dem Dalai Lama drauf ankäme, das diese Frau sich in den Schmutz wirft, hätte
er sie nicht so liebevoll in den Arm genommen. Auch im Zen gibt es Niederwerfungen.
Aber auch die haben nichts mit in den Schmutz werfen zu tun: Zen

Ich verhalte mich auch so wie die Dame, wenn ich jemanden begegne, dem ich grossen
Respekt entgegen bringe. Glassman Roshi ist z. B. jemand dem ich so begegnen würde.
Und auch er würde so wie der Dalai Lama reagieren.

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() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

09.12.2008 13:38
#7 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten
Zitat von Tao-Ho
Aber ich mag Dich bitten noch zu posten, lieber qilin, wie das mit den Frauen im tibetanischen
Buddhismus bis noch vor gar nicht allzulanger Zeit war bzgl. diverser sexueller Riten.

Das ist leider erst vor relativ kurzer Zeit thematisiert worden - hauptsächlich durch June Campbells
Buch 'Göttinnen, Dakinis und ganz normale Frauen'. Sie beschreibt darin, wie sie zur 'geheimen
sexuellen Gefährtin' eines sehr berühmten und angesehenen tibetischen Lamas wurde, und zwar
Kalu Rinpoche - mehrere Jahre nach dessen Tod. Hier ist ein Interview mit ihr (auch wenn ich die
Quelle 'Buddhismus Heute', das Blatt der Ole-Nydahl-Jünger, nicht unbedingt schätze )

Dass solche Dinge [immer wieder] geschehen [sind] ist IMHO unbezweifelbar, und weder auf den
tibetischen noch überhaupt auf den Buddhismus beschränkt - dass es aber eine - äh - 'offizielle'
religiöse Begündung dafür gab, ist wohl ziemlich einmalig...

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() qilin


Mit diesem Beitrag wurden folgende Inhalte verknüpft
maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

09.12.2008 19:43
#8 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Zitat von Buddhismus Heute
Tricycle: So wie Kindesmißhandler mit ihren Opfern umgehen: "Wenn du etwas sagst, wird dir was Schlimmes zustoßen".
June Campbell: "Ja, es gibt viele Ähnlichkeiten". Es werden Ängste im religiösen Kontext erzeugt.

Was unterscheidet solche Verhaltensweißen noch von den Dogmen der Katholischen Kirche z.B.?

Und noch eine dumme Frage, der Rinpoche ist derselbe, von dem im Film die Rede war?
In Antwort auf:

Hat nichts mit der Person selber zu tun und ist auch nicht in den Schmutz werfen.


Man kann jemandem sehr, sehr viel Respekt und Bewunderung entgegen bringen und dies auch ausdrücken. Auf Augenhöhe sollte man sich trotzdem bewegen und genau den Eindruck hatte ich nicht. Es war ein mit Tränen der Rührung und Vergötterung in den Augen darniederwerfen.
Glassmann Roshi würde ich sicherlich sehr viel Bewunderung entgegen bringen und die auch artikulieren, aber selbst vor ihm würde ich mich nicht in einer dermaßen demütigen Art hingeben, wie überhaupt keinem Menschen.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

09.12.2008 20:24
#9 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Und noch eine dumme Frage, der Rinpoche ist derselbe, von dem im Film die Rede war?

Nein, das ist ein ganz anderer Rinpoche. Gibt mehrere davon. Hm, ich zeig Dir mal
was ein Rinpoche ist. Vielleicht wird dann einiges klarer: Rinpoche

Ist aber nur eine sehr grobe Beschreibung...

In Antwort auf:
Es war ein mit Tränen der Rührung und Vergötterung in den Augen darniederwerfen.

Sie wahren sehr glücklich das er endlich mal den Arsch ins Kloster bewegt hat.
Nicht mehr und nicht weniger. Ich habe auch schon so bei einem Meister reagiert
ohne mich gedemütigt zu fühlen oder gedemütigt worden zu sein.

Gibt es keinen wo Du auch so reagieren würdest, wenn der plötzlich vor Dir steht
und mit Dir spricht, Dich evtl. sogar väterlich in den Arm nimmt?

Dem Papst geht es auch öfters, das ihm so begegnet wird. Sollte man sich da auch
so aufregen? Immerhin ist im Christentum die Niederwerfung kein Ritual.

Mir würde es nichts ausmachen Glassman Roshi in solch einer Weise begegnen würde.
Aber das sollte jeder selber wissen.

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() Tao-Ho

qilin Offline




Beiträge: 3.552

09.12.2008 21:30
#10 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Mir persönlich sind solche Formen auch suspekt, aber wenn das jemand was bringt, ist's seine Sache.
Bedenklich wird es allerdings dann, wenn ein solches Verhalten direkt oder indirekt verlangt wird -
wenn, wie mir schon mal beschrieben wurde, jedesmal wenn der Meister irgendwo das Wort ergreift,
alle Schüler einmütig mit verklärten Augen und gefalteten Händen dasitzen, find' ich das zum Kotzen.
Ich hab' in den letzten 30 Jahren ein paar recht bekannte 'große Meister' kennengelernt, und keiner
hat sich irgendwie auf sowas kapriziert; sie alle waren ganz normale Menschen...
Als Kontrast - s. hier

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() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

10.12.2008 11:05
#11 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Kein anständiger Meister verlangt sowas. Also ein sich in den Staub werfen
von Seiten der Schüler...

Wenn ich es mache hat es andere Motive und sicher nicht ein mich erniedrigen
wollen vor jemanden. Und Glassman Roshi würde es sicher nicht verlangen.

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() Tao-Ho

Schwester8 Offline

Muslima

Beiträge: 836

13.12.2008 01:28
#12 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Hm, nicht in allen buddhistischen Richtungen, maleachi. Nur in den strengen und
will mal sagen fundamentalistischen Richtungen ist das so.


Sorry, ich habe mal hier reingeschaut und dann diesen beitrag von dir gefunden Tao-Ho und ehrlich gesagt, erkenne ich dich nicht mehr wieder. Wenn man mir als muslimin diese frage hier gestellt hätte, hättest du so eine antwort nicht akzeptiert.

In Antwort auf:
Wirst lachen: Da ist nur an der Oberfläche gekratzt worden. Früher war es noch
schlimmer und es gab Richtungen, wo Frauen als Sexpüppchen missbraucht wurden,
unter dem Deckmantel gewisser Riten, welche die Meister nur mit ihnen durchführen
konnte. qilin hat das, glaube ich, mal erwähnt.


Auf einer muslimischen seite hätte es jetzt gehiessen, sie sind kinderf... für immer und ewig.

In Antwort auf:
Auch er kann nicht alles ändern.


Das stimmt, da gebe ich dir voll recht aber fundis kann man nichts erklären. Auch in anderen religionen nicht und doch stehen sie nicht für die ganze religion.

In Antwort auf:
Im Zen ist das von Schule zu Schule auch immer anders. Die eine Schule benutzt
Frauen und die andere Schule akzeptiert sie als vollwertige Mitglieder.

Man muss halt auch dort schauen wo man hingerät. Leider.


Genau wie im Islam...man kann zum bomben leger werden oder aber auch ein friedlich lebender moslem sein...je nach dem, in welche Moschee man gerät.Leider...


Tao-ho, ich will dich nicht ärgern...aber dein beitrag sieht nicht besser aus als die auf der islamischen seite...Also haben doch alle religionen was gemeinsam...es gibt unter ihnen immer solche und solche und man sollte nie etwas verallgemeinern.Ich hoffe du bist mir jetzt nicht böse, aber dieser beitrag von dir ähnelt so vielen anderen...nur das du diesesmal dort sitzt wo sonst immer andere gesessen haben.

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

13.12.2008 07:41
#13 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Aus dem Grund hatte ich anfangs ja auch die Frage gestellt, was unterscheidet viele Deutungen und Praktiken im traditionellen Buddhismus von denen der, na sagen wir mal, Katholischen Kirche? Ich kann mir vorstellen, das so ein Vergleich in den Augen von Buddhisten natürlich unerhört ist, aber die Vorwürfe sind begründet und da kann man noch so oft von einer sanften Religion sprechen.

Insofern ist der Einwand von Schwester nachvollziehbar und scheinbar haben wirklich alle Religionen einiges gemeinsam, nämlich auf jeden Fall die destruktive Beeinflussung von Menschen in ihrem Sinne, ob es nun gut für den Mesnchen selbst ist, sei egal, Hauptsache die Dogmen werden eingehalten und wenn man an geeigneter hoher Stelle sitzt, kann man dann auch alles so hindeuten, wie es in den eigenen Kram passt und das eigene Wohlbefinden hebt, sei es nun in Form von Sexpüppchen, taufrischen Ministranten, willigen Glaubensknechten oder sonst irgendwem.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

13.12.2008 08:07
#14 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Zitat von Schwester8
Zitat von Tao-Ho
Wirst lachen: Da ist nur an der Oberfläche gekratzt worden. Früher war es noch
schlimmer und es gab Richtungen, wo Frauen als Sexpüppchen missbraucht wurden,
unter dem Deckmantel gewisser Riten, welche die Meister nur mit ihnen durchführen
konnte. qilin hat das, glaube ich, mal erwähnt.
Auf einer muslimischen seite hätte es jetzt gehiessen, sie sind kinderf... für immer und ewig.

Hm - da sehe ich schon einen gewissen Unterschied - Tao-Ho hat von sich aus einen Mißstand im Buddhismus angesprochen
der vorher gar nicht thematisiert worden war, und von mir nähere Informationen angefordert. Bei Muslimen ist mir ein solches
Verhalten noch kaum begegnet. Und der Mißstand wurde nach seinem Bekanntwerden abgestellt und nicht beschönigt. Von
'für immer und ewig' war m.W. auch nirgends die Rede.
Ein nicht ganz unwichtiger Unterschied ist wohl auch, dass die Betroffenen in dem einen Fall erwachsene Frauen waren, die
sich im Prinzip auch verweigern hätten können, im anderen unmündige Kinder, bei denen man davon nicht ausgehen kann.
Dass beide Verhaltensweisen absolut sind, steht trotzdem außer Frage.

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() qilin

qilin Offline




Beiträge: 3.552

13.12.2008 08:34
#15 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten
Hallo Maleachi,
In Antwort auf:
Aus dem Grund hatte ich anfangs ja auch die Frage gestellt, was unterscheidet viele Deutungen und Praktiken im traditionellen Buddhismus von denen der, na sagen wir mal, Katholischen Kirche? Ich kann mir vorstellen, das so ein Vergleich in den Augen von Buddhisten natürlich unerhört ist, aber die Vorwürfe sind begründet und da kann man noch so oft von einer sanften Religion sprechen.

Insofern ist der Einwand von Schwester nachvollziehbar und scheinbar haben wirklich alle Religionen einiges gemeinsam, nämlich auf jeden Fall die destruktive Beeinflussung von Menschen in ihrem Sinne, ob es nun gut für den Mesnchen selbst ist, sei egal, Hauptsache die Dogmen werden eingehalten und wenn man an geeigneter hoher Stelle sitzt, kann man dann auch alles so hindeuten, wie es in den eigenen Kram passt und das eigene Wohlbefinden hebt, sei es nun in Form von Sexpüppchen, taufrischen Ministranten, willigen Glaubensknechten oder sonst irgendwem.

Deine Frage war die nach dem Frauenbild im traditionellen Buddhismus, und da gebe ich Dir völlig recht, der war ebenso misogyn
wie die meisten anderen Religionen. Das ist sicher nicht unerhört, die meisten Buddhisten werden das ohne Weiteres zugeben.
Die Sache mit dem Einhalten von Dogmen und den geeigneten hohen Stellen ist weniger eindeutig - mit Dogmen hat's der
Buddhismus eigentlich wenig, und 'hohe Stellen', die irgendwie die religiösen Verhaltensweisen beeinflussen konnten, gab's im
klassischen Buddhismus gar nicht, und in so extremer Form wie hier angesprochen m.W. nur im Vajrayana.

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() qilin

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

13.12.2008 09:24
#16 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Dazu mag ich mal kurz was schreiben.

Liebe Schwester,

ich mag mich kurz qilin anschliessen. Mir ist von kaum einem Moslem bekannt
das er Wahrheiten so offen anspricht wie ich es hier getan habe.

Das ich Wahrheiten anspreche ist ein guter Schritt dahin, das sich etwas
ändern kann.

Kinder wurden im Buddhismus nicht als Sexsklaven gehalten und auch nicht
zwangsmässig verheiratet. Als man im Buddhismus erkannte, was für Auswüchse
ein Zöllibat hat, wurde das auch erst geändert, nachdem man den Finger
direkt in die Wunde gelegt hat.

Von daher verstehe ich Dich nicht, das Du es nicht gut findest, wenn ich
eine Sache, die offensichtlich nicht gut ist, offen anspreche und damit
was verändern will (wenn es sich noch nicht geändert hat).

Von erwachsenen Frauen sollte man im Allgemeinen annehmen, dass sie anders
agieren können, als ein Kind, was noch viel Abhängiger ist, als ein Mensch,
der sich schon entwickelt hat.

Ausserdem mag ich noch anmerken, das es für ein buddhistisches Kind ist es
nicht lebensgefährlich, wenn es seinen eigenen Lebensweg selber aussucht,
als für ein moslemisches Kind. Wenn in Afghanistan ein Mädchen nein sagt,
läuft es Gefahr getötet zu werden. Oder nicht?

Hängt also auch etwas von den Lebensumständen ab, die für eine erwachsene
Frau in Tibet anders ist, als für ein Kind beispielsweise im Iran.

Vieles ist ja auch Schein. Z. B. in Japan meinen die Leute immer noch, das
die Frauen kleine Patscherl sind. Dem ist nicht so. Die Frau hat die Macht
über das Geld was der Mann nach Hause bringt und er bekommt nur ein
Taschengeld von ihr zugeteilt. Eine japanische Frau ist absoluter Herrscher
in ihrem Reich. Nur nach aussen hin ist sie das Patscherl und jetzt ist
es sogar mittlereweile O.K., wenn auch Frauen den Traditionen ausserhalb
der eigenen vier Wände wieder Gewicht verleihen (mir ist da im Kopf eine
junge Frau, welche die Nachfolge ihres Vaters als grosser Schwertkampfmeister
antritt und überall ist es gern gesehen).

Hallo maleachi,

Buddha selber hatte gewiss ein etwas verzerrtes Bild von Frauen. Er war ein
Kind seiner Zeit. Er war erst einmal ein kleiner verhätschelter Prinz, der
Frauen immer nur als Zeitvertreib serviert bekam.

Aber er hat, als er Buddha wurde, umgedacht und auch Frauen unterrichtet. Sie
waren nicht nur für´s kochen usw. zuständig - sie bekamen einen richtigen
unterricht. Ist zu finden in den Therigata - Lieder der Nonnen. Sehr lesenswert.

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() Tao-Ho

maleachi 89 ( Gast )
Beiträge:

13.12.2008 10:01
#17 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Buddha selber hatte gewiss ein etwas verzerrtes Bild von Frauen.


Das mag sein. Emanzipation ist ebend eine erkämpfte Erscheinung der Neuzeit.
Immerhin hat Buddha auch Frau und Kinder verlassen und Kinder selbst erschienen ihm als Hindernis auf dem Weg zur Erleuchtung.
Schade, gerade durch Kinder kann man zu 'Erleuchtungen' kommen, die man nie und nimmer in asketischen Einsamkeitsübungen findet.

Eine interessante Site zu diesem Thema, sicher kennt ihr die schon, mir kam sie erst vor kurzem unter:
http://www.frauenundbuddhismus.de/lesen/...ff_muetter.html

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

13.12.2008 11:56
#18 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Schade, gerade durch Kinder kann man zu 'Erleuchtungen' kommen, die man nie und nimmer in asketischen Einsamkeitsübungen findet.

Genau das hat Buddha auch erkannt - aber eben erst als er Buddha war.

Kann man leider nicht so sehr in den westlichen Schriften finden. Aber
in den alten Schriften kann man vom Werdegang von Gautama Siddhartha
zum Buddha viel lesen. Auch wie er in vielen Richtungen gesucht hat
EINS zu werden. Er wollte sich ja zuerst von Alter, Krankheit und Tod
lösen. Das war der Grund warum er sich von seiner Frau und seinem Sohn
getrennt hat (der übrigens auch nachher einer seiner Schüler wurde).
Er verließ den Reichtum, um Asket zu werden und hat, halbverhungert,
(in den alten Schriften steht, das er so dünn war, das sein Bauchnabel
schon an die Wirbelsäule anstieß) erkannt, das das nicht der richtige
Weg sein konnte. Zu dieser Erkenntnis kam er durch ein Kind, und durch
ein Kindheitserlebnis kam er schließlich zur Erleuchtung. In den modernen
westlichen Schriften lässt man da viel unter den Tisch fallen, was
eigentlich zum Verständnis beitragen würde...

Man muss in den alten Schriften gut forschen und sieht dann, das diese
Behauptung nicht haltbar ist.

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() Tao-Ho

Schwester8 Offline

Muslima

Beiträge: 836

13.12.2008 12:45
#19 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Genau das meine ich ja...du erwähnst Iran und Afganistan und siehst den ganzen islam dahinter...aber wenn es um deine religion geht kannst du das schlechte als eine gruppe von fundis abtun. Es gibt so viele Muslime die selber entscheiden....Frauen die ihren eigenen weg gehen gibt es zu genüge. Inder Türkei machen sie sogar Politik...

Du schreibst hier das moslems die fehler nicht einsehen...dazu kann ich nur sagen, ich kann mich nicht errinnern das herzimaus oder ich je gesagt hätten wir finden das was in Afganistan mit den Mädels passiert schön. Wir haben selber kritik ausgesprochen...immer und ummer wieder. Aber deiner meinung nach müssen wir den Iran und ähnliche als den vollkommenen islam akzeptieren...die aussage das sind nur fundis, wird bei uns nicht akzeptiert.

Dabei tust du nichts anderes...sonst beschreibst du deinen glauben immer so schön...jetzt lese ich das auch dein glaube nicht fehler frei ist...vieleicht sollte der mensch einfach einsehen...das alles auf dieser welt gutes und schlechtes mit sich bringt. Ohne ausnahme.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

13.12.2008 16:02
#20 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Öhm, Schwester. Die das machen ist ein tibetanischer Zweig und ich gehöre dem
japanischen Zweig an. Das zu vergleichen wäre, als wenn ich zu Dir sagen würde:
"Siehst Du Schwester. In Deinem Sufiglauben ist auch nicht alles so töffte..."
Du bist aber Muslima - keine Sufi. Und selbst zwischen den Moslems gibt es ja
wohl noch Zweige, die sich untereinander unterscheiden. Es gibt einerseits
Es gibt z. B. auch die Ahmadiyya und die Bahai. Gelle? Und Du gehörst einer
Gruppe an die ihre Mädchen nicht beschneidet. Auch wahr?

Informier Dich erst mal bitte, oder frage bitte nach, bevor wieder so ein
Zeugs rauskommt, der nicht stimmt. Bitte - danke.

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() Tao-Ho

Schwester8 Offline

Muslima

Beiträge: 836

14.12.2008 02:28
#21 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

Das stimmt aber es sind doch immer noch buddhisten oder?

Im iran leben fast nur schiiten...ich bin aber keine. Und trotzdem trennst du es nicht wenn du eine ausage machst, erwartes aber von mir das ich es tue wenn es um deine religion geht. Hätte ich dann nicht auch das selbe recht wie du...das man sich informiert, wer was tut und das nicht alle anhänger des islams gleich zu setzen sind!?

Wäre doch nur fair oder nicht?! Ist ja auch egal... Danke ebenfalls...

Schwester8 Offline

Muslima

Beiträge: 836

14.12.2008 03:49
#22 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Informier Dich erst mal bitte, oder frage bitte nach, bevor wieder so ein
Zeugs rauskommt, der nicht stimmt. Bitte - danke.


Hab ich getan...und das kam dabei raus...habe mir alles durchgelesen...aber so toll ging und geht es der Frau aber nicht...

http://www.buddhismuskunde.uni-hamburg.d...8-K11Arokay.pdf

qilin Offline




Beiträge: 3.552

14.12.2008 13:27
#23 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten
Nun, IMHO hat Tao-Ho ja gerade auch nicht behauptet dass es den Frauen so toll ging und
geht
im Buddhismus, sondern eher das Gegenteil - sie hat nur für sich Verehrungsformen
gutgeheißen, die Maleachi weniger gut fand [ich übrigens ebenfalls].

Die "Ätschibätsch - der Buddhismus ist auch nicht besser..."-Schiene stammt von Dir.
Wie realitätsnah eine solche Strategie ist, kann vermutlich JedeR hier selbst beurteilen.
Natürlich kann man zu jeder Richtung irgendwelche kritischen Stimmen finden, wenn man
nur lange genug in der Historie herumkramt - worum es gehen sollte, ist doch eher die
Gegenwart und das, was aus der Geschichte die Gegenwart direkt berührt. Und Beipiele
dazu finden sich ja reichlich in diesem Forum...

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() qilin

Schwester8 Offline

Muslima

Beiträge: 836

14.12.2008 16:48
#24 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten

In Antwort auf:
Die "Ätschibätsch - der Buddhismus ist auch nicht besser..."-Schiene stammt von Dir.


Sorry aber darum ging es mir nicht...

Man kann ja auch sachen falsch verstehen...mir ging es hauptsächlich um verallgemeinerungen, wenn es um andere religionen geht...darauf hin hat Tao-ho gesagt ich soll mich informieren und das kam dabei raus. Ich habe diesen text nicht geschrieben....

Ausserdem sollten niergens frauen schlecht behandelt oder nigrieger gestellt werden. Wenn du glaubst das ich mich daran erfreu dann irrst du.

Mir ging es um etwas völlig anderes.

Tao-Ho Offline

Zennois


Beiträge: 5.365

14.12.2008 18:03
#25 RE: Chauvinismus im Buddhismus Antworten
Du hast sicher nur das gesucht, wo im Buddhismus Frauen in der Jetztzeit gleichberechtigt
sind...

In Antwort auf:
Mir ging es um etwas völlig anderes


Um was ging es Dir dann? Erst ging es darum, das ich offen was ansprach, dann ging es drum
das im Buddhismus Frauen sowieso unter aller Sau behandelt werden usw.

In Japan ist die Situation der Frau schon lange eine andere. Frag gerne qilin dazu. Wir haben
beide Freunde in Japan und dort sind die Frauen der Herr im Haus. Nur ausserhalb des Hauses
werden gewisse Formen gewahrt, die sich auch langsam auflösen.

Übrigens gibt es im Zen mittlereweile auch Frauen, die Männerkloster als Äbtissinnen leiten.
Finde mal dazu was. Gibt genug von. Auch im Osten.

Hier ist mal ne Site dazu, wie sehr die armen Frauen vom Buddhismus unterdrückt werden:
http://www.fwbo.de/fwbo/indien.htm

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() Tao-Ho

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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