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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 25 Antworten
und wurde 1.372 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Seiten 1 | 2
Qtipie Offline




Beiträge: 761

30.01.2009 15:56
Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Hallo,

ich hätte eine Idee für eine kleine Umfrage, und weiß nicht so richtig, wie das funktioniert, vielleicht kann mir da jemand helfen?

Mich würde interessieren, wie sehr die Anhänger bestimmter Überzeugungen von diesen Überzeugungen überzeugt sind. Würden Sie z.B. bereit sein, für Ihre Überzeugungen zu sterben? Von den Christen des Urchristentums und unter den Christenverfolgungen ist das ja bekannt. Und dass radikale extremistische Moslems das bei Selbstmordanschlägen zu praktizieren glauben, auch. Und wie ist es zum Beispiel für Atheisten/Agnostiker? Wenn jemand ein totalitäres Regime in Deutschland aufrichten würde und eine bestimmte Religion ("Die Anbetung des X") zum Staatskult erheben würde, und es jedem Bürger zur Wahl stellt, entweder X anzubeten, oder zu sterben ("humanes" Sterben, man bekommt eine Pille und schläft dann friedlich ein), wieviel Prozent der Christen, Moslems, Atheisten, usw. würden "konvertieren", und X anbeten, und wieviel Prozent würden das ablehnen und die Todes-Pille schlucken?

Es geht sozusagen darum, wie "fest" die Anhänger der verschiedenen Weltanschauungen zu ihren jeweiligen Überzeugungen stehen. Wenn z.B. 100% der Anhänger einer Überzeugung Y (z.B. Y = {Christen, Moslems, Atheisten,..}) sagen würden, wir nehmen lieber die Todes-Pille, dann würde das ja bedeuten, dass es keinen Sinn macht, mit dieser Gruppe über ihre Anschauungen zu diskutieren, weil das ja voraussetzt, dass der Diskusionspartner seine Meinung auch ändern kann. Wenn der Diskussionspartner aber von vornherein seine Meinung nicht ändern würde, was macht dann ein "Dialog" für einen Sinn?

Bin gespannt für eure Meinungen, bzw. darauf, wie man diese Umfrage hier einstellen könnte...

Qtipie Offline




Beiträge: 761

30.01.2009 16:06
#2 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Umfrage könnte so aussehen:

[ ] Ich bin Atheist und würde konvertieren
[ ] Ich bin Atheist und würde nicht konvertieren
[ ] Ich bin Christ und würde konvertieren
[ ] Ich bin Christ und würde nicht konvertieren
[ ] Ich bin Moslem und würde konvertieren
[ ] Ich bin Moslem und würde nicht konvertieren
[ ] Ich bin Anhänger einer anderen Überzeugung und würde konvertieren
[ ] Ich bin Anhänger einer anderen Überzeugung und würde nicht konvertieren

Jeder kann nur eins von den acht Möglichkeiten ankreuzeln.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

30.01.2009 16:14
#3 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

In Antwort auf:
Wenn z.B. 100% der Anhänger einer Überzeugung Y sagen würden, wir nehmen lieber die Todes-Pille, dann würde das ja bedeuten, dass es keinen Sinn macht, mit dieser Gruppe über ihre Anschauungen zu diskutieren, weil das ja voraussetzt, dass der Diskusionspartner seine Meinung auch ändern kann. Wenn der Diskussionspartner aber von vornherein seine Meinung nicht ändern würde, was macht dann ein "Dialog" für einen Sinn?

Das sind aber zwei völlig verschiedene Dinge - auch wenn sich jemand einem äußeren Zwang nicht
beugen würde, kann er ja trotzdem diskussionsbereit sein, und evtl. auch seine Meinung ändern...
Wenn er die Pille schon geschluckt hat, geht das natürlich nicht mehr

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Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Qtipie Offline




Beiträge: 761

30.01.2009 16:20
#4 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
Oder vielleicht so formuliert:

"Macht es Sinn, mit Al-Kaida-Anhängern zu reden?"
"Macht es Sinn, mit Christen zu reden?"
"Macht es Sinn, mit Kreationisten zu reden?"
"Macht es Sinn, mit Intelligent-Design-Anhängern zu reden?"
"Macht es Sinn, mit Atheisten zu reden?"
"Macht es Sinn, mit Moslems zu reden?"

usw.

(zu reden = über ihre Überzeugungen zu reden)
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

30.01.2009 16:22
#5 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

In Antwort auf:
Von den Christen des Urchristentums und unter den Christenverfolgungen ist das ja bekannt
Ehrlich? Ich bin der Meinung, da gibts gar keine Belege zum Urchristentum. Höchstens Geschichten.

Ansonsten gibt es für mich nur eine vernünftige Regel:

Es gibt viele Sachen, für die es sich lohnt, zu leben. Aber nicht eine, für die es sich lohnt zu sterben.

Statistisch gibt es in allen von dir genannten Gruppen Konvertiten. Mit deiner Umfrage könntest du also nie auf die Gruppen, höchsten auf die Person schließen, wenn da nicht auch noch der Einwand von qilin wäre.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

30.01.2009 16:23
#6 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Und woher wissen die, was du unter Sinn verstehst?

Jeder Missionar wird absolut überzeugt davon sein, dass es für andere Sinn macht, mit ihm zu reden.

qilin Offline




Beiträge: 3.552

30.01.2009 16:25
#7 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

In Antwort auf:
"Macht es Sinn, mit ... zu reden?"

Mit wem macht es denn Deiner Meinung nach keinen Sinn, über dessen Überzeugungen zu reden

___________________________
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() qilin

Qtipie Offline




Beiträge: 761

30.01.2009 16:27
#8 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
Na, aber im Mittel könnten die einzelnen Gruppen sich ja unterscheiden. Vielleicht würde das Ergebnis ja so aussehen:

50% der Atheisten würden "konvertieren".
30% der Moslems würden "konvertieren".
40% der Christen würden "konvertieren".
0% der Al-Kaida-Anhänger würden "konvertieren".

Demnach würde es keinen Sinn machen, mit einem Al-Kaida-Anhänger über weltanschauliche Fragen zu reden. Und es würde am ehesten Sinn machen, mit einem Atheisten darüber zu reden...

BS, dass es die Christenverfolgung gab, wirst Du doch nicht leugnen, oder? Und dass damals Christen wegen ihres Glaubens in den römischen Arenen massenweise umkamen, ist doch bekanntlich ebenso ein historisch von allen möglichen Quellen belegter Fakt, nicht wahr?
Xeres Offline




Beiträge: 2.587

30.01.2009 16:30
#9 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Zitat von Qtipie
Wenn der Diskussionspartner aber von vornherein seine Meinung nicht ändern würde, was macht dann ein "Dialog" für einen Sinn?
Ein Dialog hat mit Sicherheit nicht den alleinigen Sinn, den Diskussionspartner von den eigenen Ansichten zu überzeugen. Das mag auch passieren, aber vornehmlich sehe ich das hier als Möglichkeit, andere Denkweisen besser zu verstehen.

Um auf deine seltsame Fragestellung zurück zu kommen: [X] Ich bin Atheist und würde konvertieren
Was gibt es dümmeres, als wegen seiner Überzeugung sterben zu wollen? Zumal man schlecht einen Widerstand organisieren kann, wenn man tot ist.

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qilin Offline




Beiträge: 3.552

30.01.2009 16:47
#10 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Zitat von Qtipie
BS, dass es die Christenverfolgung gab, wirst Du doch nicht leugnen, oder? Und dass damals Christen wegen ihres Glaubens in den römischen Arenen massenweise umkamen, ist doch bekanntlich ebenso ein historisch von allen möglichen Quellen belegter Fakt, nicht wahr?

Dass es im Römischen Reich Christenverfolgungen gab, dürfte unbestritten sein.
Über ihre Heftigkeit und ihren Umfang gehen die Historiker und die offizielle Darstellung
der Kirchen weit auseinander. Ich kann mich erinnern, mal etwas von einer Gesamtzahl
zwischen 1.500 und 4.500 Opfern gelesen zu haben - das sind zwar viele Menschen,
aber für den Zeitraum von 300 Jahren und das Gebiet des ganzen römischen Imperiums
kann man wohl kaum von 'massenweisen' Tötungen reden...

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() qilin

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

30.01.2009 16:53
#11 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

In Antwort auf:
BS, dass es die Christenverfolgung gab, wirst Du doch nicht leugnen, oder? Und dass damals Christen wegen ihres Glaubens in den römischen Arenen massenweise umkamen, ist doch bekanntlich ebenso ein historisch von allen möglichen Quellen belegter Fakt, nicht wahr?

Ersteres ja, zweites nein.
Bring doch mal bitte deine vielen historischen Quellen für die in Arenen massenweise umgekommenen Christen. Mit Zahlen.#
Aber bitte nicht aus Hollywood.

Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

30.01.2009 16:54
#12 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Zitat von Qtipie

BS, dass es die Christenverfolgung gab, wirst Du doch nicht leugnen, oder? Und dass damals Christen wegen ihres Glaubens in den römischen Arenen massenweise umkamen, ist doch bekanntlich ebenso ein historisch von allen möglichen Quellen belegter Fakt, nicht wahr?

Hi.
Ich bin zwar weder B.S. noch hege Ich eine übermässige Sympathie für diesen Irrgläubigen Atheismus, aber das wovon du sprichst haben die Christen den Rechtgläubigen angetan
http://www.ysee.gr/html/de/lov.html
Das folgende ist nur die Spitze der Christlichen Eisbergtorte. Bitte anklick3en und weiterlesen
Heidenverfolgung im römischen Reich

Die folgende Auflistung christlicher Grausamkeiten gegen hellenische Heiden im römischen Reich hat der griechische Heide und Buchautor Vlassis Rassias zusammengestellt. Sie soll keinen Hass gegen das Christentum schüren, sondern wurde hier vor allem aufgenommen, um ein Vorurteil zu widerlegen, das von Christen immer wieder geäußert wird: nämlich, dass sich das hellenische Heidentum "überlebt", die religiösen Bedürfnisse der Menschen nicht mehr befriedigt und im Volk keinen Rückhalt mehr gehabt hätte. Griechen und Römer – und alle anderen Völker im Imperium Romanum – hätten sich von ihren Göttern abgewandt und begierig nach der neuen Lehre gegriffen.
Die immer wieder erneuerten kaiserlichen Edikte gegen heidnische Religionsausübung, von oben angeordneten Tempelzerstörungen und blutrünstigen Verfolgungen über Jahrhunderte hinweg beweisen das Gegenteil. Sie zeigen, dass die Einführung des Christentums ein politisches Diktat der imperialen Machthaber gegen den Willen und Widerstand der Bevölkerung war, die trotz aller Verbote, Zerstörungen und Massenmorde an Tausenden Menschen beharrlich an ihren Göttern festhielt. Das hellenische Heidentum ist nicht ausgestorben – es wurde brutal ausgerottet.


4. Jahrhundert - Erster Teil

324
Kaiser Konstantin erklärt das Christentum zur einzigen offiziellen Religion des römischen Reiches. In Dydima, Kleinasien, lässt er das Orakel Apollons schließen und die heidnischen Priester zu Tode foltern. Er vertreibt außerdem alle Heiden vom Berg Athos und zerstört dort alle hellenischen Tempel.

326
Kaiser Konstantin zerstört auf Anweisung seiner Mutter Helena den Tempel des Asklepios in Aigeai, Kilikien, und zahlreiche Tempel der Aphrodite in Jerusalem, Aphaka, Mambra, Phönizien, Baalbek usw.

330
Kaiser Konstantin raubt die Schätze und Statuen der heidnischen Tempel Griechenlands, um damit seine neue Hauptstadt Nova Roma (Konstantinopel) zu schmücken.

335
Kaiser Konstantin lässt zahlreiche heidnische Tempel in Kleinasien und Palästina schließen und ordnet die Hinrichtung durch Kreuzigung für "alle Magier und Wahrsager" an. Märtyrertod des neoplatonischen Philosophen Sopatros.

341
Kaiser Flavius Julius Constantius verfolgt "alle Wahrsager und die Hellenisten." Zahlreiche heidnische Hellenen werden verhaftet oder hingerichtet.

346
Neuerliche großangelegte Verfolgungen gegen die Heiden in Konstantinopel. Verbannung des berühmten Redners Libanios als "Magier".

353
Ein Edikt des Constantius ordnet die Todesstrafe für alle Arten von religiöser Verehrung durch Opfer und "Idole" an.

354
Ein neuerliches Edikt ordnet die Schließung aller heidnischen Tempel an. Manche von ihnen werden entweiht und in Bordelle oder Spielhallen umgewandelt. Hinrichtungen heidnischer Priester.

354
Ein weiteres Edikt des Constantius befiehlt die Zerstörung heidnischer Tempel und die Hinrichtung aller "Götzenanbeter". Erstmals werden in verschiedenen Städten des Reiches Bibliotheken niedergebrannt. Die ersten Kalkwerke werden in der Nähe der geschlossenen heidnischen Tempel eingerichtet. Ein Großteil der heiligen Bauwerke der Heiden wird zu Kalk verarbeitet.

357
Constantius stellt alle Methoden der Weissagung (ausgenommen Astrologie) unter Strafe.

359
In Skythopolis, Syrien, organisieren die Christen die ersten Todeslager zur Folterung und Hinrichtung der inhaftierten Heiden aus dem ganzen Reich.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

30.01.2009 18:33
#13 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
In Antwort auf:
Na, aber im Mittel könnten die einzelnen Gruppen sich ja unterscheiden. Vielleicht würde das Ergebnis ja so aussehen:

50% der Atheisten würden "konvertieren".
30% der Moslems würden "konvertieren".
40% der Christen würden "konvertieren".
0% der Al-Kaida-Anhänger würden "konvertieren".


Unsinn. Es würden wohl eher 99% der Atheisten konvertieren. Gläubige mögen ja um ihr ewiges Seelenheil fürchten, aber Atheisten?
Die Gedanken eines Menschen kann man immer noch nicht kontrollieren, also offiziell konvertieren und geheim weiter Atheist bleiben dürfte wohl kaum einem sein Leben bedeuten.
Haben Atheisten über Jahrtausende so praktiziert.
(Das eine Prozent der Atheisten lasse ich für die frei, die gerade schwer depressiv und von Selbstmordgedanken geplagt sind - die könnten die Chance des "sanften Entschlafens" wahrnehmen.)
Für eine gute Sache sterben, bitte, kann man sich noch einreden lassen, aber bloß um offiziell die eigene Überzeugung behalten zu können - das ist schlichtweg verrückt.
Wenn man etwas damit bewegen würde, meinetwegen - aber so, völlig sinnlos?
Auf gläubiger Seite kann ich mich daher nicht anmaßen, einzuschätzen, wie viele es sein würden. Wohl hoffentlich nicht mehr als im einstelligen Bereich. (und nicht deine Irrsinnszahlen!)
Wie viel das Ganze über Dialogbereitschaft aussagt, weiß ich nicht, aber die, die den Tod vorziehen würden, würde ich persönlich wohl kaum vermissen.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

01.02.2009 10:12
#14 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
Zitat von Bruder Spaghettus
Es gibt viele Sachen, für die es sich lohnt, zu leben. Aber nicht eine, für die es sich lohnt zu sterben.



Ausgenommen vlt. die Familie........100% agree
Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

01.02.2009 10:28
#15 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Was Für so eine bescheuerte Fernsehserie würdest du den Löffel abgeben
http://de.wikipedia.org/wiki/Die_liebe_Familie
http://wien.orf.at/stories/178917/
Übrigens war es eine Lüge (die im Vorspann eingeblendet wurde "Unser Stehgreifspiel" und jetzt sogar im Wickie steht) es sei ein Stehgreifspiel gewesen. Das war reine PropagandalügeEs wurde von Anfang an Folge für Folge, Wort für Wort nach festem Drehbuchtext gedreht

Qtipie Offline




Beiträge: 761

02.02.2009 09:50
#16 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
Mh, BS, dann empfehle ich mal hier nachzulesen (sofern Du wiki als Quelle anerkennst).

http://de.wikipedia.org/wiki/Christenverfolgung

http://de.wikipedia.org/wiki/Christenver...l;mischen_Reich


BS, wenn Du einem unverbesserlichen Nazi beweisen müsstest, dass während des Holocaust mehr als 6 Mio Juden umgekommen sind, würdest Du Dich darauf überhaupt einlassen, und wie würdest Du, wenn, dann vorgehen?
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.02.2009 10:19
#17 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
Du hast Recht, Wiki als Quelle stehe ich wirklich eher kritisch gegenüber und nehme sie nur als Hinweis, aber nicht als Beweis.
Ein Artikel, der trotz des inzwischen recht eindeutigen Nachweises über die Verfälschung Neros diesen noch althergebracht darstellt, verdient nun wirklich kein Vertrauen.

Aber ich vermute, du hast mich einfach falsch verstanden. Ich habe die Christenverfolgung überhaupt nicht abgestritten. Ich bezweifle nur ganz stark deine Behauptung
In Antwort auf:
dass damals Christen wegen ihres Glaubens in den römischen Arenen massenweise umkamen, ist doch bekanntlich ebenso ein historisch von allen möglichen Quellen belegter Fakt, nicht wahr?


Deshalb ist auch dein Vergleich völlig unpassend. Einmal wegen der Größenordnung ansich und zweitens, weil ich ja nicht grundsätzlich anzweifle, sondern nur den speziellen "massenweisen" Tod in Arenen. Da ist vieles, von dieser Ausschmückung bis hin zu den Zahlen, wohl einfach geschickte christliche Propaganda. Siehe Nero.

Deshalb noch mal meine Bitte
In Antwort auf:
Bring doch mal bitte deine vielen historischen Quellen für die in Arenen massenweise umgekommenen Christen.
qilin Offline




Beiträge: 3.552

02.02.2009 10:30
#18 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Zitat von Basiswissen Christentum
Zusammenfassung:

Das Schema der 10 Verfolgungen kann so nicht gelten.
„Christenverfolgungen“ sind bis zur Decischen Verfolgung immer vom Umfang her begrenzt und von
örtlichen Bedingungen und dem jeweiligen Statthalter abhängig, meistens gehen sie vom Volk aus!
Die Voraussetzung für diese Ausschreitungen war ein latentes Misstrauen bei der Bevölkerung
gegenüber den Christen aufgrund ihrer zurückgezogenen Lebensweise etc.
Von „Verfolgung“ kann man eigentlich nur bei Valerian und Diokletian sprechen, die mit konkreten
Erlassen gezielt gegen Christen vorgehen.
Quelle

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wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Qtipie Offline




Beiträge: 761

02.02.2009 10:40
#19 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
BS, akzeptierst du dann vielleicht den römischen Geschichtsschreiber Tacitus? Und kannst du Latein? Tac. Ann. XV, 44 - schreibt expilzit von "einer großen Menge".

qilin, bloß wegen ihrer "zurückgezogenen Lebensweise" wäre kein ausreichender Grund gewesen, die Edikte der entsprechenden Kaiser beinhalten ja auch den Grund: Christen sind Staatsfeinde, weil sie den Staatskult ablehnen und sich nicht beugen und den Göttern opfern wollen, und zwar unter keinen Umständen. Auch schon der Fakt, dass es Edikte gab, bedeutet ja, dass es mehr als nur ein oder zwei Christen gab, sonst hätte man die "einfach so" umgebracht. Sondern, dass es ein richtiges, ernstes Problem war, weil es massenweise Christen gab, die wegen ihrer Menge dem Staat gefährlich wurden.
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.02.2009 11:03
#20 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
In Antwort auf:
BS, akzeptierst du dann vielleicht den römischen Geschichtsschreiber Tacitus?

Bei Tacitus wurde schon mehrfach nachgewiesen, dass er nicht historisch genau berichtet. Bei den alten Germanen z.B.
Und nein, ich kann kein Latein. Da müsstest du schon konkret übersetzen. Wobei mir der Ausdruck "eine große Menge" aber eh zu subjektiv ist. Mir kommt er jedenfalls schon sehr viel kleiner vor, als dein "massenweise"
qilin Offline




Beiträge: 3.552

02.02.2009 11:46
#21 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
Wer hat denn bezweifelt, dass es mehr als 1 oder 2 Christen gab? Das Toleranzedikt
wurde ja nicht veröffentlicht weil die Verfolgung den Menschenrechten widersprach,
sondern weil es inzwischen schon so viele gab, dass man sie nicht mehr als Sekte
abstempeln konnte - und gefährlich wurden sie dem Staat auch dann nicht...
Aber wie schon einmal angemerkt - nach den vorliegenden Quellen gab es bei den -
zweifellos stattgefundenen - Christenverfolgungen im Lauf von 300 Jahren und im
gesamten römischen Reich 1.500 bis 4.500 Tote, d.h. zwischen 5 und 15 pro Jahr.
'Massenweise in der Arena umgekommen' halte ich also jedenfalls für Propaganda
und maßlose Übertreibung.
Die von mir verlinkte Quelle ist übrigens Basiswissen Christentum

Aber wie BS schon mehrmals sagte - bring' doch einfach mal Deine Quellen

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() qilin

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.02.2009 11:58
#22 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Ich hab gegoogelt und folgendes,wie ich finde, sehr interessante gefunden:

Christen hegen noch heute eine starke Abneigung gegen Nero, da sie ihn für den ersten Christenverfolger halten. Sueton und Tacitus lieferten ihnen da auch die passenden Belege. Allerdings haben die christlichen Historiker dabei den Hintergrund dieser beiden Autoren nicht beachtet. Sueton war ein Sammler von Skandalgeschichten, deren Wahrheitsgehalt recht fraglich ist. Tacitus gehörte der Klasse von Senatoren und Großgrundbesitzern an, die Nero politisch bekämpfte. Man kann Tacitus' Ausführungen also als Propaganda ansehen.

Weiter geht es mit recht vertrauenswürdigen, weil auf konkrete Untersuchungen verweisenden, Aussagen zur Geschichtsverfälschung um Nero:
http://de.answers.yahoo.com/question/ind...12043200AAq6553

Qtipie Offline




Beiträge: 761

02.02.2009 14:39
#23 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Ok, dann ersetzt in meinen obigen Beiträgen "massenweise" durch "eine große Menge". Jetzt fehlt bloss noch, dass Tacitus ein Christ war. Mal ehrlich - keine Ahnung von Physik haben, aber Newton, den größten Physiker seiner Zeit totreden oder madig machen wollen ("ist ja jetzt seit Einstein eh alles übbaholt"), wie käme euch denn DAS vor?

Übrigens, das mit den 1500 Christen, verteilt über 300 Jahre, hab ich auch schon oft gelesen, und DAS glaubt ihr? Bloss 1500 - naja, das wäre ja dann nicht so schlimm. Da habt ihr ja ein hübsches Bild von den lieben Römern, und das ohne allen Lateinunterricht. Die Römer haben übrigens auch mal locker 2000-3000 Aufständige AUF EINMAL gekreuzigt, wenn es "nötig" war, wie man in römischen und nicht-römischen Quellen lesen kann (wenn man kann).

Und dann gab es nicht nur im juten alten Rom Christenverfolgungen. Z.B. bei den Christenverfolgungen ca. 1900 in der Türkei kamen z.B. schätzungsweise 1 Mio Christen um (Wiki). Naja, frage mich gerade, wozu ich das eigentlich hier rein tippe. Waren doch eh nur Christen, was. Na, immerhin hat es mir gebracht, dass ich jetzt vielleicht kaum annähernd fühle, wie verletzend es für die heutigen Juden sein muss, wie manche lieben Zeitgenossen heutzutage über den Holocaust denken und reden.

Regens Küchl ( Gast )
Beiträge:

02.02.2009 15:04
#24 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten

Dazu kommt :

Es ist Höchtwahrscheinlich dass die Christen selbst den Brand von Rom gelegt haben, aus Hass weil sich die Römer nicht missionieren liessen und den Christen offen sagten WOHIN sich diese ihre "Frohe Botschaft" stecken dürfen. Dafür gibt es jede Menge Indizien

Danach mussten sich die Christen einen Sündenbock suchen oder sie wären durch diese Christliche Untat furchtbar im Ansehen geschädigt gewesen. Indem sie die Lügen über eine Täterschaft des römischen Cäsar hegten, pflegten und kultivierend verbreiteten konnten sie für sich bis heute die perfekte Lügenpropaganda schaffen. Und als die ersten Christlichen Cäsaren das Christentum dem Volk als Zwangsreligion verordneten wurde dem Volk befohlen an Neros Schuld zu glauben, sowie heute dem Volk befohlen wird an den Holocaust zu glauben. Was braucht es Beweise wenn die Obrigkeit den Glauben an eine Geschichtsversion vorschreibt

"Christenverfolgung" ist jedenfalls ein Propagandawort und beschreibt höchstens die gesunde Reaktion von Völkern auf den verschlingenden störenden Ausschliesslichkeitsanspruch der Christlichen Religion und den unerbittlichen Missionierungswahn ohne Ende und Ehre.
Heute wird wieder Christlich gemault es gäbe "Schreckliche Christenverfolgungen" in Indien.
Aber was sollen die Hindus denn sonst tun als sich gegen die Missionare zu wehren. Sie sehen ja schon allein an der Weltgeschichte dass Christliche Missionierung jedem Volk stets nur Tod und Verderben brachte Genauso wie es die gesunden Römer schon zur Zeit der ersten Christen Überblickten und erahnten

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

02.02.2009 15:36
#25 RE: Für die eigenen Überzeugungen sterben? antworten
In Antwort auf:
Übrigens, das mit den 1500 Christen, verteilt über 300 Jahre, hab ich auch schon oft gelesen, und DAS glaubt ihr? Bloss 1500 - naja, das wäre ja dann nicht so schlimm. Da habt ihr ja ein hübsches Bild von den lieben Römern, und das ohne allen Lateinunterricht. Die Römer haben übrigens auch mal locker 2000-3000 Aufständige AUF EINMAL gekreuzigt, wenn es "nötig" war, wie man in römischen und nicht-römischen Quellen lesen kann (wenn man kann).


Das waren aber keine Christen. Ob das auch alles "Märtyrer" waren

Dass sich das Mitleid mit den armen, Christen, die zu diesen Zeiten verfolgt wurden, in Grenzen hält, kann ja wohl jeder Mensch verstehen.
Nicht nur, dass es praktisch fast jeder Minderheit früher (und auch vielerorts leider noch heute) so gegangen ist und damit nichts Besonderes darstellt, nein - als die Christen dann nicht mehr die Minderheit, sondern die Mehrheit waren, haben sie das tausendfache angerichtet, was die heidnischen Römer ihnen angetan haben - dadurch hat das Christentum irgendwie sein Mitleid verspielt.
Verglichen mit den Gräueltaten im christlichen Mittelalter war das alte Rom zivilisiert und friedlich.

Wer Mitleid haben will, der soll es mit denen haben, die es verdienen und derer gibt und gab es genug!

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-Anonym

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