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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 56 Antworten
und wurde 1.999 mal aufgerufen
 Christentum
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Qtipie Offline




Beiträge: 761

19.02.2009 10:29
#51 RE: Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten
Nein, das ist nicht so. Es ist nicht reines Wunschdenken. Und hoffentlich geht es Ihnen nicht bloss darum, am Ende immer nur Recht haben zu wollen.

Selbst bin ich ev. Christ und glaube daran, dass Jesus auferweckt wurde. Es ist praktisch der einzige Strohhalm, den ich habe. Sonst macht alles keinen Sinn. Ich habe auch im Koran gelesen, und über den Buddhismus, und andere Religionen. Z.B. beim Buddhismus gibt es ja keinen Gott, an den man sich wie ein Kind an den Vater wenden kann (so wie es Jesus ja gesagt hat: "Abba" - lieber Vater). Aber ich denke, dass man leider nicht alles, was in der Bibel steht, für bare Münze nehmen kann - manches, was da steht, widerspricht sich ja auch direkt.

Ich habe mal zwei Semester ev. Theologie des Neuen Testaments im Nebenfach für das Rigorosum studiert und darüber auch erfolgreich eine mündliche Prüfung abgelegt. Und da habe ich gesehen, wie sich die Religionswissenschaftler bemühen, aus dem, was in der Bibel steht, das wirklich Glaubwürdige herauszuschälen. Da gibt es dann ganze Buchreihen von Literatur dazu.

Für mich war es ein wichtiger Punkt, einzusehen, dass Jesus ja festgenommen und gekreuzigt und dann vor dem Volk tot abgenommen wurde. Und damit war für die Jünger alles aus, sie waren geflohen, und zerstreut und voller Angst, dass ihnen das Gleiche wiederfahren könnte. Doch dann traten sie wenig später mit der "absurden" Botschaft der Auferstehung auf, und brachten sich dadurch in große Gefahr, genauso wie nach ihnen die vielen Christen während der Christenverfolgungen. So konnten sie nur tun, wenn sie wirklich von der Lebendigkeit Jesus' und von Gott und dem ewigen Leben nach dem Tod überzeugt waren.

Selbst bin ich davon ebenfalls überzeugt, und auch wegen eigener religiöser Erfahrungen. Ich hoffe, das hilft Ihnen weiter.
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

19.02.2009 10:59
#52 RE: Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten

Danke für diese offenen Zeilen, wenn ich auch über das plötzliche Sie etwas erstaunt bin.

Ich hoffe es ist nicht schlimm, wenn ich gewohnheitsgemäß bei dem in Foren allgemein üblichen Du bleibe.

Es ist mir schon klar, dass die Gottesidee nicht nur in deinem Kopf existiert. Ich verstehe auch voll, dass der Gedanke an einen beschützenden Vater manchem die Stütze geben kann, die er für sein Leben sucht. Die Idee, Gott hätte durch sein aktives Eingreifen aber Atomkriege verhindert finde ich schon recht an den Haaren herbeigezogen. Jedenfalls solange kein Beleg für eben dieses Eingreifen da ist. Der Hinweis, man muss diese "Beweise" nur sehen wollen, ist der übliche Standard und überhaut nicht als Argument in einer Diskussion geeignet. Jedenfalls nicht in einer mit Atheisten. Uns geht es ja gerade nicht um das Glauben, sondern um das Wissen und das logische Denken. Zumindest den meisten von uns. Da ist dann halt einfach festzustellen, für die dir so wichtige Kreuzigung mit anschließender Auferstehung gibts aber auch nicht den kleinsten Hinweis. Ganz im Gegenteil. Es gibt viele Hinweise dass dies im Christentum ursprünglich gar nicht geglaubt und erst viel später eingefügt wurde.
Meinst du eigentlich wirklich Religionswissenschaftler oder meinst du Theologen, die dich mit ihren Büchern so beeindruckt haben. Das sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.

Ich selbst brauche keinen Übervater. Ich und viele andere kommen ganz, ganz prima ohne den zurecht. Wenn ich aber mal einen brauchen sollte, würde ich mir sicher nicht den grausamen Gott Abrahams als Vater suchen. Aber das ist halt Geschmackssache. Auch, was man als grausam empfindet und was als gerecht. Wenn du dich in Abrahams Schoß wohlfühlst, ist das für dich o.k.

Wenn du uns aber von der Richtigkeit deines Weges, vom Eingreifen Gottes in heutige Vorgänge überzeugen willst, kannst du das nur mir Argumenten, die wir akzeptieren. Also mit Tatsachenbelegen. Ein Hinweis, nur Gott könne mir den Beweis selbst geben und das würde ich ablehnen, ist da völlig ungeeignet.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.869

19.02.2009 11:18
#53 Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten
In Antwort auf:
Es ist praktisch der einzige Strohhalm, den ich habe. Sonst macht alles keinen Sinn. (...) beim Buddhismus gibt es ja keinen Gott, an den man sich wie ein Kind an den Vater wenden kann (so wie es Jesus ja gesagt hat: "Abba" - lieber Vater).
"Einziger Strohhalm" hört sich dramatisch an. In die Enge getrieben, angstvoll, leidend. Fühlst du dich so? Warum? Wie äußert sich das?
Warum brauchst du einen Vater, der überhaupt gar nicht da ist? Gibt es keine Menschen, an die du dich wenden kannst?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

19.02.2009 12:10
#54 RE: Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten
Zitat von Qtipie
Nein, das ist nicht so. Es ist nicht reines Wunschdenken. Selbst bin ich ev. Christ und glaube daran, dass Jesus auferweckt wurde.
Es ist praktisch der einzige Strohhalm, den ich habe. Sonst macht alles keinen Sinn.



Aha!!!
Nicht "reines Wunschdenken",aber der "einzige Strohhalm" den du hast um dir und deinem Leben einen Sinn zu geben.


Wenn DAS nicht nach Wunschdenken klingt,was dann??
Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

19.02.2009 12:27
#55 RE: Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten
In Antwort auf:
"Quilin, das Eingreifen Gottes war wahrscheinlich notwendig, um den Entscheidungsträgern die Konsequenzen ihres Handelns bewusst zu machen, *bevor* sie den Kopf gedrückt hatten. Denn dafür gab es keinen Präzedenzfall."


Das ist eigentlich interessant, da z.B Atheisten wie Hitchens davor Angst haben, dass gerade der Weltuntergangswahn fundamentalistischer Evangelikaler verbunden mit Atomwaffen zu eben jener Auslöschung der Menschheit führen könnte.

In Antwort auf:
"Doch dann traten sie wenig später mit der "absurden" Botschaft der Auferstehung auf, und brachten sich dadurch in große Gefahr, genauso wie nach ihnen die vielen Christen während der Christenverfolgungen. So konnten sie nur tun, wenn sie wirklich von der Lebendigkeit Jesus' und von Gott und dem ewigen Leben nach dem Tod überzeugt waren."


Also, Sekten gab' es zur damaligen Zeit aber genug. Was so Besonderes war das nicht (genausowenig wie die Auferstehung) - gerade im alten Rom, das eigentlich vergleichsweise tolerant gegenüber solchen Strömungen war, gab es unzählige Sekten und Kulte.(und überzeugt waren die alle!)
Auch in anderen Gebieten, wie später dem persischen Sassanidenreich, wurden die Christen nicht verfolgt und konnten ihre Religion frei ausüben.
(Erst als Rom christlich wurde, sah man die Christen kurzfristig als Paktierer mit dem Feind - und später, als die Christen dann offen provozierten, indem z.B ein Bischof einen zoroastrischen Feuertempel zerstörte und sich weigerte, für den Schaden aufzukommen.)

Dass die Christen gleich von Anfang an verfolgte Märtyrer waren, ist eine ganz schöne Übertreibung. Und wer so offen überall missioniert, darf sich über (aggressiven) Widerstand seitens Mitglieder anderer Religionen eigentlich nicht wundern.

______________________________________________
"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

qilin Offline




Beiträge: 3.552

19.02.2009 14:07
#56 RE: Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten

Wie ich hier schon mal zitiert habe, wird selbst von christlicher Seite inzwischen gelehrt, dass es zwar
fallweise und lokal immer wieder irgendwelche Verfolgungen gab, die aber nur zweimal wirklich gezielt und
auf kaiserliche Anordnung gegen Christen stattfanden - beide zu einer Zeit, als das Christentum schon
relativ gut auch in höheren Ständen vertreten war - Mitte des 3. und Anfang des 4. Jh. Der Grund dafür
war immer der gleiche - die Nicht-Anerkennung des Kaiserkults.
Wirklich breit angelegte, offizielle, grausame und - äh - effiziente Christenverfolgung kenne ich nur eine -
in Japan zu Beginn der Edo-Periode. Und die war nicht primär gegen die christliche Religion gerichtet,
sondern gegen Machtansprüche der christlichen Daimyo [Fürsten]. Manche Details dürften allerdings
selbst die christlichen Ketzer- und Judenverfolgungen an Grausamkeit in den Schatten stellen...
Trotzdem hielten sich 'Untergrund-Christen' 300 Jahre lang bis zur Meiji-Ära, als unter dem Druck der
westlichen Mächte das Christentum wieder legalisiert wurde.

___________________________
Nichts bedarf so sehr der Reform
wie die Meinungen anderer Leute. [Mark Twain]

() qilin

Stelth Offline



Beiträge: 526

20.02.2009 23:14
#57 RE: Umfrage: Wer ist/war Jesus? Antworten

Da sag ich nur, auch wen es grausam war, man hätte es nicht tun dürfen, seine Nase in etwas stecken
wozu man selber noch nicht reif war.

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„Gott wird es verschmerzen können, dass Atheisten seine Existenz leugnen.“
(John Boynton Priestley, 1894–1984, englischer Schriftsteller)

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dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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