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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 43 Antworten
und wurde 1.627 mal aufgerufen
 Christliche Kultur und Politik
Seiten 1 | 2
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 13:06
Christentum und Finanzierung Antworten
Da wir hier http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...erunser-12.html auf Finanzierungsfragen gekommen sind möchte ich die verlinkten Listen mal durchgehen; ich bin der Meinung, einige der dort aufgeführten Punkte sind nicht oder nur eingeschränkt haltbar, wenn es um eine finanzielle Bevorteiligung der Kirchen hierzulande geht.

Ich sage nicht, dass diese Bevorteiligung nicht besteht; einige Punkte sind da erschreckend eindeutig. Aber eben nicht alle, die hier http://www.spart-euch-die-kirche.de/ und hier http://forum.mysnip.de/read.php?26542,153122 aufgeührt werden.

Absetzbarkeit der Kirchensteuer:
Stellt erst mal einen Vorteil dar, den sonst keine Organisation genießt; wenn man das allerdings abschaffen würde, könnten die Beiträge der Kirchen wie andere Spenden/Beiträge abgesetzt werden, wie die gemeinnützige Vereine zB. Da es da eine Abzugsbeschränkung gibt wären es vielleicht nicht mehr die angegebenen 3,5 Mrd. €, aber ein großer Teil würde dennoch nicht beim Finazamt landen, und zwar aus Gründen, die für alle Organisationen gleichermaßen gelten.

Befeiung von Kapitalertragsteuer und Umsatzsteuer
Weiß hierzu jemand mehr? Ich finde weder im Umsatzsteuer- noch im Einkommensteuergesetz bei den Paragraphen, die sich mit dem Kapitalertragsteuerabzug beschäftigen, einen Passus, der sich auf Religion oder Kirche bezieht.

Staatlicher Kirchensteuereinzug
Ist `ne Katastrophe, keine Frage; allerdings sollte der Staat das mE weiter machen und die 1 Mrd. kassieren... (Das ist nicht wirklich ernst gemeint, die Überschneidung der Kompetenzen inkl Datenschutzprobleme etc. führen dazu, dass ich hier für eine Abschaffung plädieren würde.)

Denkmalpflege
Ist eine statliche Aufgabe, und die Kirchen sind nun mal Eigentümer wertvoller Kunstschätze & erhaltenswerter Gebäude. Man könnte mal wieder den Enteignungsgedanken aufwerfen, aber diese Kulturschätze nicht zu erhalten ist die falsche Lösung. Die Summe 0,04 Mrd. (=40 Mio.) € erscheint mir sehr niedrig; wahrscheinlich verstecken sich weitere Staatszuschüsse für den Unterhalt von Kirchengebäuden in andern Posten, zB den Zahlungen der Kommunen.

[b]Allgemein "Steuerfreiheit"[/quote]
Weder Vereine (e.V.) noch Gewerkschaften oder Parteien zahlen Steuern, abseits von wirtschaftlichen Veranstaltungen. Ist das bei Kirchen anders? Wäre mir neu, aber man lernt ja nie aus.

Bsp: Ein Fußballverein zahlt keine Steuern (in diesem Fall Körperschaftsteuer) für seine Vereinstätigkeit. Nicht für die eingenommenen Beiträge (solange die fürs Trainig und Platzbenutzung etc. ist), nicht für veranstaltete Turniere. Was anderes ist es mit dem Kartenverkauf im Stadion (glaub ich...) und ganz sicher mit der Vereinsgaststätte, die ein normaler Geschäftsbetrieb ist.

Ist das bei den großen Kirchen anders? Das Kloster dürfte mE steuerfrei wirtschaften, die Klosterbrauerei inkl angeschlossener Gaststätte nicht.
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 13:40
#2 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
Mit öffentlichen Geldern werden unter anderem extra bezahlt oder subventioniert:

Militär-, Anstalts- und Polizeiseelsorge, Kirchentage, Denkmalpflege, Religionsunterricht, kirchliche Kindertagesstätten, Kirchen-Bibliotheken und Konfessionsschulen. In zahlreichen Bundesländern werden zudem Bischöfe und Pfarrer wie Beamte vom Staat besoldet. Der Staat verzichtet außerdem auf 20 Milliarden Einnahmen, indem er den Kirchen steuerliche Privilegien einräumt. Zudem kostet die Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer mittlerweile rund 6,8 Milliarden pro Jahr.

http://www.carstenfrerk.de/finanzen.htm

Carsten Frerk informierte die Zuhörer, dass die Kirchen aus eigenen Mitteln nur wenig für den sozialen Bereich leisten. Das zeigt sich vor allem an der Bezahlung der hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter. Hier trägt die Kirche nur 16,2 % der Kosten insgesamt. Sämtliche Mitarbeiter der Diakonie und Caritas werden vom Staat und der Öffentlichkeit finanziert....Als benennbare Zahlungen an die Kirchen durch den Staat, wobei Frerk auch die "negativen Zahlungen", den Einnahmeverzicht, aufführt, kommt der Autor auf die stattliche Summe von über 39 Milliarden Mark im Jahr. Dabei macht der staatliche Einnahmeverzicht durch Vergünstigungen der Kirchen vor allem im Steuerrecht und Gerichtswesen immerhin ca. 20 Milliarden Mark aus. Als verfassungswidrig kritisierte Frerk die Zahlungen der Länder nach dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803. Hier wurde bereits von der Weimarer Verfassung - und so auch ins Grundgesetz übernommen - die Ablösung dieser Rechtstitel gefordert.

http://ibka.org/artikel/rundbriefe02/kirchenfinanzen.html
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 13:49
#3 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
In Antwort auf:
Zudem kostet die Abzugsfähigkeit der Kirchensteuer mittlerweile rund 6,8 Milliarden pro Jahr.


Zur der habe ich schon was gesagt; auch wenn es die Abzugsfähigkeit der KiSt nicht gäbe wäre ein großer Teil dieser Summe für den Staat über den ganz normalen Spendenabzug verloren.

In Antwort auf:
Der Staat verzichtet außerdem auf 20 Milliarden Einnahmen, indem er den Kirchen steuerliche Privilegien einräumt.


Welche denn?

In Antwort auf:
(...) Konfessionsschulen (...)


jede private Schule in diesem Land wird zum guten Teil vom Staat finaziert; das liegt einfach daran, dass die Schulbildung Aufgabe des Staates ist und daher auch vom Staat finaziert werden muss. Bei anderen privaten Schulen (zB Waldorffschulen) ist es mWn so, dassder Staat dem Schulträger praktisch das Geld überweist, dass sonst an einer staatlichen Schule für das Kind aufgewandt werden müsste. Ist das bei privaten konfessionellen Schulen anders? Wenn nicht kann ich hier keine Bevorzugung der Religion sehen, sondern nur eine konsequente Umsetzung der Tatsache, das der Staat für (Schul-) Bildung und Erziehung mitverantwortlich ist (sich dafür für verantworltich erklärt hat), und gleichzeitig überhaupt "Ersatzschulen" zulässt, also privat organisierte Alternativen zum staatlichen Schulsystem.

P.S. & EDIT: Ein entscheidender Satz aus obigem Link (http://ibka.org/artikel/rundbriefe02/kirchenfinanzen.html):

Nach diesem Prinzip räumt der Staat den freien Trägern der Wohlfahrtspflege - in der Realität vor allem den kirchlichen Trägern - einen Vorrang im Sozial- und Jugendbereich ein, bevor er selbst tätig wird.

Das Subsidiaritätsprinzip mag tatsächlich eine solche Wirkung haben; der Staat greift im Sozial- oder Bildungsbereich auf nicht-staatliche Träger zurück und finanziert diese dann zu guten Teilen. Kann man kritisch sehen; aber eine prinzipielle Bevorzugung von Religionen sehe ich eigentlich nicht; es gibt ja auch andere, nicht-religiöse Träger, die den gleichen Bedingungen unterliegen.

Dass es auf eine praktische Bevorzugung hinausläuft (weil die Kirchen traditionell im sozialen Bereich sehr stark engagiert sind, oder religiöse Träger vor nicht-religiösen bevorzugt werden) mag sein, dem will ich nicht widersprechen
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 14:23
#4 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
Ich habe das Buch von Carsten Frerk nicht, kann dir also keine näheren Angaben machen. Allerdings treffe ich ihn am WE, vielleicht ist da Zeit, das mal anzusprechen. Auf jeden Fall ist sein Buch auch keine Erhebung über "bevorzugte" Kirchenfinanzierung, sondern über Kirchenfinanzen allgemein.

In jedem Bereich abgleichen zu wollen, in wie weit Kirchen bevorzugt werden, ist sicher schwierig. Ich denke auch die meisten Aufstellungen wollen überhaupt nicht auf eine Bevorzugung oder ungerechtfertigten Unterstützung der Kirchen abstellen, sondern einfach nur darauf, was die Kirchen den Staat kosten. Meist sind da die Sozialeinrichtungen gar nicht mit erfasst, weil die halt, wie andere Träger auch, bezuschusst werden. Da aber Vergaben von Trägerschaften und auch deren Finanzierung weitestgehend in den Jugendhilfeausschüssen beschlossen werden, dort wieder die Kirchen und nochmals die kirchlichen Träger wie Diakonie und Caritas "geborene" Mitglieder sind, haben sie auf jeden Fall schon mal ne bevorzugte Position.

Ein paar von den "ungerechtfertigten" Rechten für Kirchen finden sich seht kurz zusammengefasst in den Forderungen der gbs zur Trennung von Staat und Religion
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 14:34
#5 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Ich denke auch die meisten Aufstellungen wollen überhaupt nicht auf eine Bevorzugung oder ungerechtfertigten Unterstützung der Kirchen abstellen, sondern einfach nur darauf, was die Kirchen den Staat kosten.


Leider werden sie aber oft so genutz, zumindest nehme ich das so wahr. Und da macht es sich mE schlecht, wenn die Hälfte der Zahlen entweder gar nicht stimmen oder keine Bevorzugung der Kirchen darstellen, sondern in unserem Staats- und Steuersystem angelegt sind und für alle gelten.

Dass die Krichen in der Praxis ganz erheblich von diesen Regelungen profitieren ist mE offensichtlich; aber ob das eine Bevorzugung von religiösen vor nicht-religiösen Organisationen ist wird sich erst herausstellen, wenn eine es atheistische Organisation mit zig Millionen Mitgliedern, umfangreichen sozialen Einrichtungen, Schulen, Altenheimen etc.pp. gibt...

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 14:56
#6 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Nein, den völlig unabhängig von den Finanzen hat die Kirche so eine Reihe von Sonderregelungen die auch schon von der Anlage her gar nicht für andere Vereinigungen gedacht sind, dass die Bevorzugung völlig außer Zweifel steht.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 15:06
#7 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Warum argumentierst Du dann mit den (teilweise mE nicht vorhandenen) finaziellen Bevorzugungen? Weils so einfacher ist, oder weil heutzutage eh nur noch das Geld zählt?

An welche anderen denkst Du konkret?

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 15:14
#8 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
Du hast das Thema gestartet, ich bin darauf eingegangen.
Welche Bevorzugungen ich sonst meine, kannst du den von mir oben verlinkten Forderungen der GBS entnehmen.
Alle dort aufgeführten Vorteile und Sonderregelungen halte ich für unberechtigt.
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

21.04.2009 17:11
#9 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Warum argumentierst Du dann mit den (teilweise mE nicht vorhandenen) finaziellen Bevorzugungen?


In Antwort auf:
Du hast das Thema gestartet, ich bin darauf eingegangen.


Ich hab das Thema unter anderem gestartet, weil auf meinen Einwurf im ursprünglichen Thread (im ersten Post verlinkt), der große Einfluss der Kirchen sei v.a. ihrer schlichten Größe geschuldet, Du diese Listen gepostet hast. Bei der Beschäftigung sind mir einige Fragen durch den Kopf gegangen bzw wollte ich an einigen Stellen Widerspruch formulieren.

Zu den anderen Bevorzugungen: Danke, dem Link bin ich blöderweise nicht sofort nachgegangen.

Naja, im "schlimmsten" Falle könnten wir uns immer noch über die Tendenzbetriebsregelung für kirchliche Sozialeinrichtungen aufregen, die wird uns wohl (leider) noch einige Zeit erhalten bleiben... ;)

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

21.04.2009 18:58
#10 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Es erschreckt mich, dass ich als eingetragenes Mitglied einer jüdischen Gemeinde (die mir gegen meinen Jahresbeitrag Schutz bei antisemitischen Ausschreitungen und ein kostengünstiges Begräbnis im Todesfall sichert, das Geld lohnt sich *G*) mit meinen Steuern eine Kirche zu bezahlen habe, der ich nicht angehöre. Ich glaube, die Mehrheit aller EW Deutschlands(egal, ob jüdisch, muslimisch, buddhistisch, atheistisch oder was weiß ich) würde mir zustimmen. Abgesehen von der Kirchensteuer wird dem einfachen Bürger noch mehr Geld aus der Tasche gezogen, als er ausgeben will und, das ist das Schlimme, vor diesen Beiträgen wusste ich es nicht einmal :(

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http://dialog2punkt0.xobor.de/

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 09:44
#11 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

@ FSMQueen of damned: Nun ja, auch die jüdischen gemeinden werden vom Staat unterstützt. Wirklich beschweren können sich nur die, die gar keiner solchen Organisation angehören.

Wobei ich diese Kritik (so verkürzt, wie ich sie gerade sehe, ich bitte um Korrektur, wenn ich am Ziel vorbei schieße) allgemein für... schwierig halte. Staatliche Subventionen werden immer aus Steuermittel bestritten, also "von allen" bezahlt, während idR nur eine Minderheit davon profitiert.

Kunst & Kultur bspw. (Oper, viele Theater, Museen etc.pp.) werden ganz erheblich vom Staat finanziert. Mein Interesse für diese Dinge ist eher gering. Muss ich mich jetzt aufregen?

Ich will damit nicht jeglich Subvention für sakrosankt erklären, aber das einfache: "Ich zahl dafür, obwohl es mir nichts bringt/ich damit nichts zu tun habe", greift mE zu kurz.

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

22.04.2009 10:08
#12 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

So gesehen... Ich liebe Opern, Theater, Museeen und war erst vor Kurzem in "Faust(Margarete)" drin... Da käme mir also die Subvention doch mit zu Gute, dir jedoch nicht.
Vielleicht bin ich einfach noch zu jung, um hier die Zusammenhänge sofort zu sehen.

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http://dialog2punkt0.xobor.de/

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 11:08
#13 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Kunst & Kultur bspw. (Oper, viele Theater, Museen etc.pp.) werden ganz erheblich vom Staat finanziert. Mein Interesse für diese Dinge ist eher gering. Muss ich mich jetzt aufregen?
Nein, denn du hast die Möglichkeit daran teilzuhaben, ohne irgend ein Bekenntnis ablegen zu müssen oder irgendwo Mitglied zu werden.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 11:53
#14 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Und?

BTW, so manche kirchliche Dienstleistung könntest Du auch ohne Taufe oder Kirchenmitgliedschaft wahr nehmen, genauso wie auch kulturelle Veranstaltungen gesponsert werden, an denen ich nicht so einfach teilnehmen kann, zB mangels Mitgliedschaft im entsprechenden Verein.

Eine genaue Abgrenzung ist mE schwierig bis unmöglich.

Wie gesagt, ich sehe die Subventionierung zB der Religionen durchaus kritisch, fand aber das gebrachte Argument zu simpel.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 13:36
#15 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
Ich finde die Abgrenzung nicht schwierig.

Die läuft ganz einfach da, wo ein Verein/Kirche für das eigene Dasein gefördert wird oder für für alle offene Veranstaltungen.
Vereine wie Kirchen dürfen Spenden sammeln und diese dann, wenn die Vereine gemeinnützig sind, bei beiden von der Steuer abgesetzt werden. Dass die Kirche aber Steuern und nicht nur Beiträge erheben darf, ist ungerechtfertigt. Sehr interessant dazu: http://www.steuerzahler.de/forum/viewtop...icID=826&page=1


Das Funktionäre von Vereinen komplett(oder auch nur teilweise) vom Staat bezahlt werden, habe ich noch nicht gehört. Kirchliche Würdenträger, vom Bischof bis zum Diakon schon. Aus unser aller Steuergeld.

Das bei Vereinen die komplette Weiterbildung der Funktionäre bezahlt wird, habe ich noch nicht gehört. Vom Religionsunterricht bis zum Theologiestudium bei der Kirche schon.

Vereine müssen, um Gemeinnützigkeit zu bekommen, bzw. zu behalten, ihre Finanzen offen und Rechenschaft über die Verwendung legen.
Von Kirchen habe ich so etwas noch nicht gehört. Da gibts weder Rechenschafts- noch Offenlegung.

Normale Betriebe müssen Umsatzsteuer zahlen, Kirchenbetriebe nicht.

Jeder Verein ist komplett dem Recht des Staates unterstellt. Bei Kirchen gibt es Ausnahmen.

Ich bin sicher, ich habe hier nicht mal alles erwischt, wo die Kirche extrem bevorteilt wird. Aber ich finde, es reicht schon.
Hier noch was aus Panorama:
http://daserste.ndr.de/panorama/media/erste7862.html
Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 13:42
#16 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Wir müssen nicht wieder die gesdamt Latte an Bevorzugungen durchgehen, darum ging es mir nicht. Sondern um Argumente, die mE sehr kurzsichtig sind, wie sie oben genannt wurden.

Noch einmal: Nur weil Steuergelder für Dinge verwandt werden, die nicht alle Steuerzahler nutzen, müssen sie noch nicht ungerechtfertigt sein. Nur weil Steuergelder für Dinge verwandt werden, die nicht alle nutzen können oder mangels Bekenntnis nutzen wollen, auch nicht.

In Antwort auf:
Normale Betriebe müssen Umsatzsteuer zahlen, Kirchenbetriebe nicht.


Hierzu hätte ich immer noch gerne einen Beleg; mein Umsatzsteuergesetz sagt da einfach was anderes.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 13:53
#17 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Nur weil Steuergelder für Dinge verwandt werden, die nicht alle Steuerzahler nutzen, müssen sie noch nicht ungerechtfertigt sein.
Ja, das ist richtig.
In Antwort auf:
Nur weil Steuergelder für Dinge verwandt werden, die nicht alle nutzen können oder mangels Bekenntnis nutzen wollen, auch nicht.
Nein, das ist falsch.

Schreibe ich mit Absicht so. Ohne jede Begründung. Weil du genau so absolut und ohne jede Begründung postuliert hast.
Wenn du Argumente für deine Meinung bringst, werde ich auch darauf eingehen.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 13:58
#18 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Hierzu hätte ich immer noch gerne einen Beleg; mein Umsatzsteuergesetz sagt da einfach was anderes.
Hatte ich ganz vergessen. Ich vertraue da einfach dem Bund der Steuerzahler. Den entsprechenden Link hatte ich gesetzt. Brauchst nur noch den Beitrag lesen:

...für die Befreiung der Umsatzsteuer für kirchliche Unternehmen
...

Es ist für den Steuerzahler nicht nachvollziehbar, wenn Kirchenunternehmen so gut wie völlig von den Steuern befreit sind, anderseits aber die von der >Gemeinnützigen Institution Kirche< hier in Deutschland erwirtschafteten Gewinne ungestraft ins Ausland, z.B. in den Vatikanstaat – transferieren können.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 15:22
#19 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
In Antwort auf:
Ja, das ist richtig.
(...)
Nein, das ist falsch.


Deine Meinung; meine Meinung ist anders.

Ich halte Deinen Ansatz für durchaus legitim, teile ihn aber nicht (zumindest prinzipiell). Ich halte es auch für durchaus legitim, gegen die Subventionierung von Opern, Theatern etc. zu sein mit dem Argument "Davon habe ich nichts, also sollen meine Steuern anders verwandt werden." Auch diesen teile ich allerdings nicht.

Ich wollte mit meinem Post in erster Linie zum Nachdenken anregen und darauf hinweisen, dass das "Es nützt mir nicht"-Argument nur bedingt stichhaltig ist.

In Antwort auf:
zitat Reineckes: Kunst & Kultur bspw. (Oper, viele Theater, Museen etc.pp.) werden ganz erheblich vom Staat finanziert. Mein Interesse für diese Dinge ist eher gering. Muss ich mich jetzt aufregen?]

B.S.: Antwort: Nein, denn du hast die Möglichkeit daran teilzuhaben, ohne irgend ein Bekenntnis ablegen zu müssen oder irgendwo Mitglied zu werden.


Ein wirkliches Argument ist das für mich auch nicht; ich war in meinem Leben in mehr Gottesdiensten u.ä. kirchlichen Veranstaltungen als in der Oper. Wie ich die Steuermittel des Staates einsetzen würde, welche Verwendung ich begrüße und welche nicht, ist meine Entscheidung und nicht an so simplen Dingen festzumachen.

(Und auf mich wirkt es... naja, ich mag es nicht, wenn offensichtlich rhetorisch gemeinte Fragen mit einem "So musst Du das sehen" beantwortet werden, aber das nur nebenbei.)
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 17:23
#20 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Ich wollte mit meinem Post in erster Linie zum Nachdenken anregen und darauf hinweisen, dass das "Es nützt mir nicht"-Argument nur bedingt stichhaltig ist.
Das sehe ich genau so. Deshalb habe ich ja ein anderes gebracht. Nämlich das, ob ich ohne weitere Verpflichtungen daran teilnehmen könnte.
Das ist bei der Kirche nun mal anders als bei den von dir als Vergleich angeführten Theatern oder Opern. Dort sind alle gleich. Bei kirchlichen Veranstaltungen,in kirchlichen Einrichtungen und Betrieben nun aber mal nicht.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 18:32
#21 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

In Antwort auf:
Das sehe ich genau so. Deshalb habe ich ja ein anderes gebracht. Nämlich das, ob ich ohne weitere Verpflichtungen daran teilnehmen könnte.


Okay, ich hab's verstanden. Ich hab drüber nachgedacht, und als alleiniges Kriterium reicht es mir nicht. Auch wenn das an Organisationen geht, in denen ich nicht Mitglied bin und nicht Mitglied sein will, kann ich die Subvention immer noch richtig oder zumnidest nicht grundsätzlich falsch finden. Mir erschließt sich nur bedingt, was das eine mit dem anderen zu tun.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 19:27
#22 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Hat halt jeder so seine eigenen Grenzen.

Ich habe selbst 15 Jahre lang eine freien Träger der Jugendhilfe geleitet. Dort war es, um Förderung zu bekommen, immer mit das wichtigste Kriterium, dass an unseren Angeboten jeder teilnehmen durfte. Für die Gemeinnützigkeit selbst war es Voraussetzung, dass die Mitglieder nicht begünstigt werden durften.

Deshalb sind für mich halt diese Grenzen völlig normal.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 20:10
#23 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Unter dem Aspekt (bestimmte Veranstaltung, konkurrierende Träger) kann ich das schon wieder viel besser verstehen; ich denke, da wären wir uns wohl in den meisten Fällen einig.

Es ging aber ganz allgemein um die Subventionierung der Kirchen. Da fallen bspw auch die Kirchengebäude und andere Kulturschätze im Besitz der Kirche rein, und deren Subventionierung finde ich im Grunde richtig. Von diesen Kirchengebäuden haben wir mE alle was, und sie stehen im Großen und Ganzen allen offen (oder sind, im evangelischen Falle, meist für alle verschlossen...); und auch wenn ich nie wieder eine Kirche von Innen sehen will (ist nicht so), es wäre ähnlich wie mit der Operngeschichte. Auch gibt es nun mal Sozialeinrichtungen dr Kirchen, die sich an alle wenden; ich denke hier v.a. an Sachen wie Obdachlosenheime, Suppenküchen, Bahnhofsmission etc; mWn bleibt da niemand vor der Tür, weil er kein kreuz trägt.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.04.2009 21:22
#24 RE: Christentum und Finanzierung Antworten

Du wirfst hier einiges durcheinander.

Die Obdachlosenheime und sonstige Sozialeinrichtungen sind in den meisten Aufstellungen gar nicht enthalten. Auch dort verstehe ich aber nicht, warum der Staat die zu 90 -100% bezalt, die Kirchen aber die Regeln festlegen bzw. Sonderregelungen genießen, wie z.B. Entscheidung bei der Aufnahme teilweise nach KOnfession, Auswahl bei den Arbeitskräften nach der Konfession usw.

Sicher ist nicht jede finanzielle Leistung des Staates an die Kirche ungerecht, mir fällt nur nicht ein, welche nicht. Denn, wie gesagt, die Leistungen für Sozialeinrichtungen sind ein extra Gebiet. Warum ich aber den Bischof, seinen Fahrer usw. bezahlen muss, ist mir völlig schleierhaft.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

23.04.2009 16:01
#25 RE: Christentum und Finanzierung Antworten
In Antwort auf:
Sicher ist nicht jede finanzielle Leistung des Staates an die Kirche ungerecht, mir fällt nur nicht ein, welche nicht.


Wie gesagt, zB der gebäudeunterhalt, zumindest in Teilen.

In Antwort auf:
Warum ich aber den Bischof, seinen Fahrer usw. bezahlen muss, ist mir völlig schleierhaft.


Sicher, wer das versteht hatte wohl eine göttliche Offenbarung; oder findet es einfach nur gut, seinen Chauffeur nicht selber zu entlohnen... ;)

Nochmal zu Umsatzsteuer:

Hab ich immer noch nichts gefunden; keine Ahnung, worauf die da hinauswollen. Nur in zwei Nummern wird irgendwie der kirchliche Spendenabzug erähnt, aber das sind mE solche Exoten, da kann ers niemals um die genannten Summen gehen.

Allerdings fiel es mir da wie Schuppen von den Augen, dass allein dieser Spendenabzug scheinbar eine enorme kirchliche Bevorzugung ist: Begünstigt werden im deutschen Steuerrecht Spenden für gemeinnützige, wohltätige, wissenschaftliche und kirchliche Zwecke. MWn haben es Vereine ja nicht so leicht, als gemeinnützig anerkannt zu werden, um Spendenquittungen ausstellen zu dürfen. Demgegenüber sind mWn jedwede Spenden an kirchliche Organisationen als Spenden abzugsfähig, egal ob allgemeinnützig, wohltätig oder sonstwas.
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