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Dieses Thema hat 99 Antworten
und wurde 3.781 mal aufgerufen
 Islamismus/Islam
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kadesch Offline



Beiträge: 2.705

09.06.2009 10:03
#51 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Zitat Titus:
Wenn Menschen aus islamischen Länder zu uns kommen wollen, die keine Moslems sind - wunderbar, sofort aufnehmen!
Zitatende.


Tja da kann ich aus eigener Erfahrung sagen dass sich das verhalten von Nichtmuslimen aus
muslimischen Ländern meist nicht oder nur unwesentlich von dem ihrer muslimischen Landsmänner unterscheidet.
Man kann eine Kultur nicht eindeutig nur nach der Religion beurteilen.
In diesen Ländern ist auch Beispielsweise das Christentum durch den Allgegenwärtigen Islam geprägt.
Und auch Sitten und Gebräuche (und Ansichten) sind meist Religionsübergreifend.
Das Problem ist daher nicht in der Religion zu suchen sondern in der Ablehnung unserer Westlichen
Kultur und der nicht akzeptanz einer Integration.
Wobei Integration ein sehr dehnbarer Begriff ist.
Es gibt hier Zulande ja einige Migrantengruppen die sich nicht wirklich integrieren, aber trotzdem nicht negativ
in die Schlagzeilen geraten. zB. Japaner, Italiener, Griechen, Chinesen, Inder.
Auch die Osteuropäer bleiben ja meist unter sich und fallen höchstens mal durch Alkoholkonsum
oder eigentümliche Ansichten zu "Mein und Dein" auf
Auch unter den jüdischen Zuwanderern ist meist keine Echte Integration Wahrnehmbar.
Aber von herummarodierenden jüdischen Jugendbanden hat die Öffentlichkeit noch nichts gehört.
Oder etwa doch? Mir ist da nichts bekannt.
Unsereiner ist doch froh wenn er seine Ruhe hat und seinen Geschäften nachgehen kann.

Glaube ist Aberglaube

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

09.06.2009 10:16
#52 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Auch unter den jüdischen Zuwanderern ist meist keine Echte Integration Wahrnehmbar.
Aber von herummarodierenden jüdischen Jugendbanden hat die Öffentlichkeit noch nichts gehört.
Oder etwa doch? Mir ist da nichts bekannt.


Oh doch, es gibt solche jungen Juden, aber die definieren sich in erster Linie als Russen oder Ukrainer.
Ansonsten sind jüdische Jugendlich hauptsächlich in den Gemeinden aktiv, bleiben daher in gewisser Weise unter sich, haben aber auch kein Problem mit deutschen Mitschülern oder Freunden, während muslimische Jugendliche gern dämlich an der Ecke rumstehen, unter sich bleiben und "stolz" darauf sind "Ausländer zu sein".
So ist es jedenfalls in meiner Stadt(Schwerin).

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kadesch Offline



Beiträge: 2.705

09.06.2009 10:18
#53 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Schwerin ist eine sehr schöne Stadt, da war ich letztes jahr mal für ein paar Tage

Glaube ist Aberglaube

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

09.06.2009 14:10
#54 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

http://www.welt.de/politik/article388870...le_readcomments
Wegen geringer Wahlbeteiligung sollen die Daumenschrauben für Nichtwähler angezogen werden. Ob es der SPD hilft wieder nach vorn zu kommen weiß ich nicht.

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Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

09.06.2009 14:21
#55 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Ich verlange eine Geldstrafe für an den Interessen des Volkes vorbeigehende Politik!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

09.06.2009 14:21
#56 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Was immer auch das noch mit dem Thema Islam zu tun hat...

Aber gut: Eigentlich fände ich eine Wahlpflicht nicht völlig verkehrt; nur traurig...

Sehr begrüßen würde ich eine Möglichkeit, sein Kreuz bei "Alles Scheiße" zu machen (sprich alle Wahlvorschläge zu verwerfen, ohne eine ungültige Stimme abzugeben).

P.S. ad Gysi: Wer so was fordert hat das mit der Demokratie nicht verstanden; was "dem Volk" nutz entscheidet der Wähler, spätestens bei der nächsten Wahl; Objektivieren kann man das nicht.
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

09.06.2009 14:27
#57 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
In Antwort auf:
Wer so was fordert hat das mit der Demokratie nicht verstanden; was "dem Volk" nutz entscheidet der Wähler, spätestens bei der nächsten Wahl; Objektivieren kann man das nicht.
Mein Vorpost war eine Antwort auf das hier =>
Zitat von Welt online
SPD-Politiker fordert Geldstrafe fürs Nichtwählen

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

09.06.2009 14:36
#58 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Wenn man für den SPD-Hansel ne Strafe fordert dann wegen dämlichen Geschäwtzes, nicht wegen Politik (die die SPD auf absehbare Zeit eh nicht mehr machen darf, wenns nach dem "Wählerwillen" geht...).

Ich reagiere halt allergisch auf dieses Mantra "das Interesse des Volkes" (wahlweise auch das des "kleinen Mannes", der "Bevölkerung", "Massen", "Bürger" etc.pp.; ist doch meist pure Ideologie, was dann folgt). Dieses vorgebliche "Interesse" gibt es nicht, sonst bräuchts ja den ganzen parlamentarisch-demokratischen Kram nicht.
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

09.06.2009 14:38
#59 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Reinecke, das mir der Bestrafung habe ich nicht ernst gemeint. Das sollte als Antwort auf die SPD-Forderung an die Nichtwähler verstanden eigentlich ersichtlich sein...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

09.06.2009 15:03
#60 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Dann sry, Gysi. Mag sein, dass ich auf solche Floskeln ein wenig zu allergisch reagiere und ein zwei Quadratmeter übers Ziel hinausschieße...

Titus Offline



Beiträge: 506

09.06.2009 15:39
#61 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Und Titus ist alt genug, um über diesen Einwand milde zu lächeln.


Könnte sein, nur vergeht mir das Lächeln wenn ich feststellen muß, daß unsere jungen Leute allem Anschein nach nicht mehr gewillt sind richtig zu lesen und gegebenenfalls zu antworten oder zu fragen, sondern zum Rundumschlag ausholen und dabei auch noch witzig sein wollen. Satire ist nicht einfach, muß man üben. Und da müssen einige Leute noch ganz schön üben. Und zu fragen bedeutet nicht, daß man dumm ist, sondern daß man sich informieren
möchte. Und um diesen Unterschied zu begreifen kann man auch jung sein... Ich stelle jedenfalls jetzt im etwas vorgerückten Alter fest, daß es sehr viel Dinge gibt, von denen ich gerne etwas mehr wissen möchte. Also frage ich, wen auch immer. Und insofern wird mir langsam klar, was der olle Sokrates meinte, als er sagte "ich weiß, daß ich nichts weiß".

Reinecke wollte wissem, wie alt ich bin:
Also: Mein Führerschein ist ein paar Monate älter, als unser Grundgesetz. Im September 49 lernte ich aus, ein Jahr Lehrzeit bekam ich geschenkt. Und im Jahr 1953 war ich auf meiner ersten dienstlichen Auslandsreise in Istanbul. Da war ich 22. Im gleichen Jahr habe ich geheiratet, die Frau habe ich immernoch. Reichen diese Angaben?

Titus

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Titus Offline



Beiträge: 506

09.06.2009 16:16
#62 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Zitat von kadesch
Zitat Titus:
Wenn Menschen aus islamischen Länder zu uns kommen wollen, die keine Moslems sind - wunderbar, sofort aufnehmen!
Zitatende.
Tja da kann ich aus eigener Erfahrung sagen dass sich das verhalten von Nichtmuslimen aus
muslimischen Ländern meist nicht oder nur unwesentlich von dem ihrer muslimischen Landsmänner unterscheidet.
Man kann eine Kultur nicht eindeutig nur nach der Religion beurteilen.
In diesen Ländern ist auch Beispielsweise das Christentum durch den Allgegenwärtigen Islam geprägt.
Und auch Sitten und Gebräuche (und Ansichten) sind meist Religionsübergreifend...........



Da hatte ich mich unklar ausgedrückt. Es ging mir nur um den Islam als terroristische und faschistoide Religion (wobei der Begriff Religion eigentlich unzutreffend ist), deren Anhänger Gewalt bis zum Mord anwenden, um ihre Ziele durchzusetzen. Ob es dabei nur um "Abtrünnige" oder um "Ungläubige" oder auch nur um Töchter geht, die die Unverschämtheit besitzen sich nicht als Sklavin von ihrem Vater verkaufen zu lassen, sondern ihr eigenes Leben leben zu wollen und die dafür von ihrem lieben und treusorgenden Vater entweder selbst abgeschlachtet werden oder von ihrem Bruder - diese Einmalligkeit des Islams und damit die Unmöglichkeit Moslems irgendwo oder irgendwie zu integrieren wollte ich herausstellen. Sicherlich gibt es mit anderen Immigranten Probleme, da stimme ich voll zu. Nur diese kann man durch die Verbesserung ihrer Lebensumstände integrieren. Daß sie dann noch irgendwie ihre eigenen Bräuche pflegen, dagegen ist sicherlich nichts einzuwenden. Daß das irgendwann abflaut kann man an den Einwanderern im 19. Jahrhundert erkennen, die damals aus Polen kamen. Und das hat heute absolut keine Bedeutung mehr. (Alles etwas verkürzt dargestellt).

Im Zusammenhang mit dem Thema noch eine Bemerkung:
Alles was sich kritisch zur gegenwärtigen Situation in Europa äußert, ist gegen Europa. Es wird nicht differenziert. Europa ja, aber nicht so und schon gar nicht, wenn man die Moslems irgendwie auch noch als positiven Zuwachs begrüßt. Unser Herr Innenminister meinte hierzu" Der Islam ist ein Teil Deutschlands" !! Na, bravo, Herr Schäuble!
Dazu fällt mir nichts mehr ein, bezw. nichts, was man drucken könnte...

Titus

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kadesch Offline



Beiträge: 2.705

10.06.2009 09:08
#63 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

aus dem gleichen Grunde ist auch die Weimarer Republik vor die Hunde gekommen,
weil keiner es gewagt hat gegen Undemokraten vorzugehen.
Und genau so wird die heutige Demokratie in Gefahr gebracht irgendwann abgeschafft
zu werden, weil sich keiner den Nicht Demokratischen Kräften entgegen stellt.

Glaube ist Aberglaube

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

10.06.2009 09:15
#64 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
aus dem gleichen Grunde ist auch die Weimarer Republik vor die Hunde gekommen,
weil keiner es gewagt hat gegen Undemokraten vorzugehen.


Die Weimarer Republik hatte einen undemokratischen Geburtsfehler, indem die SPD-Führung mit den alten Mächten kooperierte und Gegner ausschalten ließ. Die Leute also, die ihre Schuld durch eine Ablehnung von Hitlers Ermächtigungsgesetz später sühnen wollte, können/konnten im Rücknlick nicht vertuschen, dass sie sich von der ersten Minute an mitschuldig gemacht haben.

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kadesch Offline



Beiträge: 2.705

10.06.2009 09:43
#65 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Das ist zwar völlig stimmig, aber darauf wollte ich eigentlich nicht heraus.
Die Weimarer Republik ging nicht gegen die Extremen vor als sie noch die
Kraft dazu gehabt hätte. Und später konnte sie es nicht mehr.
Und genau so wird es dem Staat gehen wenn er nicht gegen heutige Extreme vorgeht.
Ich möchte nicht dass die Demokratie an sich selbst zugrunde geht, weil sie
sich nicht wehrt gegen die Menschen die sich der Demokratie bedienen um eine
Diktatur anzustreben. Egal ob dies eine politische oder religiöse Diktatur handelt.
So lange die Demokraten um die Stimmen der Undemokraten buhlen und nicht
erkennen dass sie sich selbst langfristig das Wasser abgraben, steuern wir auf eine
Katastrophe zu.

Glaube ist Aberglaube

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

10.06.2009 10:02
#66 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Da hast du Recht.
Bedenke aber auch, was es bedeutet hätte, gegen die Antidemokraten vorzugehen - man hätte nahezu gegen das ganze Volk vorgehen müssen, denn die Bevölkerung konnte mit der Idee der Demokratie nichts anfangen, sah in ihr die Ursache für die Niederlage, welche die materiellen und psychischen Nachtritte von Versaille mit sich brachte. Weimar war in meinen Augen ein Netz aus Illusion, Enttäuschung und Nostaligie. Vielleicht waren die Deutschen zu diesem Zeitpunkt noch nicht bereit für die Demokratie. Oder besser gesagt, die äußeren Umstände beförderten eine innere Zersetzung der Gesellschaft und machten es einem schwer, sich mit dem neuen System anzufreunden.
Wie auch immer, ich denke einfach, dass man die Situation und Ausgangslage vor 70 Jahren nicht mit der von heute vergleichen kann.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

10.06.2009 10:11
#67 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Ein Fehler der Weimarer Demokratie war die Zulassung aller Splitterparteien unter 5 %. Ein noch größerer war die Kooperationsunfähigkeit zwischen den Kommunisten und der Sozialdemokratie. Der schwerste Schicksalsschlag war jedoch die kapitalistische Wirtschaftskrise! Der schlimmste euröpäische politische Fehler war der Umfang der Reparationszahlungen aus dem 1. WK. Die Deutschen wollten sehr wohl die Demokratie, nur waren sie von der Praxis enttäuscht. Und die NSDAP ist nie in der Mehrheit gewählt und gewollt worden!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

10.06.2009 10:21
#68 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Und die NSDAP ist nie in der Mehrheit gewählt und gewollt worden!


Und das ist nun nicht richtig.

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 11:27
#69 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Zitat von Gysi
Ein Fehler der Weimarer Demokratie war die Zulassung aller Splitterparteien unter 5 %.


Wieso? Gescheitert ist das Ganze maßgeblich an den Antidemokraten, wie Du sagst, und das waren NSdAP und KPD; die wären nicht an der 5%-Hürde hängen geblieben...

Zitat von Gysi
Der schwerste Schicksalsschlag war jedoch die kapitalistische Wirtschaftskrise!


ME etwas zu einfach; die Weltwirtschaftskrise hat auch andere Länder getroffen. Der falsche Umgang mit der Wirtschaftskrise, die Verelendung Millionen Arbeitsloser etc.pp. hatte verheerende Folgen.

Zitat von Gysi
Die Deutschen wollten sehr wohl die Demokratie, nur waren sie von der Praxis enttäuscht.


Naja, Aussagen über "die Deutschen" sind, genau besehen, nie richtig. In diesem Falle aber, wo (zumindest bei manchen Wahlen) die republikfeindlichen Parteien weit mehr als 50 % der Stimmen bekamen, ist die Aussage mE eindeutig falsch. Ein großer Teil der deutschen Bevölkerung wollte diese Republik nicht, besonders im Beamtenapparat & Militär waren die republikfeindlichen Monarchisten in der Mehrheit.

Zitat von Gysi
Und die NSDAP ist nie in der Mehrheit gewählt und gewollt worden!


Naja, die NSdAP kam alleine auf über 40 % der Stimmen und hatte zusammen mit der monarchistischen, antisemitischen, republikfeindlichen DNVP eine parlamentarische Mehrheit.
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

10.06.2009 12:56
#70 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
In Antwort auf:
ME etwas zu einfach; die Weltwirtschaftskrise hat auch andere Länder getroffen. Der falsche Umgang mit der Wirtschaftskrise, die Verelendung Millionen Arbeitsloser etc.pp. hatte verheerende Folgen.
Ja, stimmt. Und der Faschismus war aber auch kein typisch deutsches Phänomen im 20. Jahrhundert! Er war eine durchaus populäre Alternative zur Demokratie. => Deutschland, Italien, Türkei, Spanien, Argentinien. Und die Rotfaschisten adaptierten dieses Modell beinahe zu 100 %, sie etikettierten es nur anders. So speziell scheiße sind wir Deutschen nun nicht. Die anderen Völker hatten lediglich das relative Glück, nicht einem solch wirklich genialen Volksverführer und neurotisch verdrehten Jesus-Verschnitt wie Hitler aufgesessen gewesen zu sein. Sie hatten auch nicht unter den Reparationszahlungen zu ächzen. Das soll nichts entschuldigen. Aber diese Pauschalbeschuldigungen - wohl zur eigenen bequemen Entlastung - liegen mir nicht.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 13:06
#71 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Aber diese Pauschalbeschuldigungen - wohl zur eigenen bequemen Entlastung - liegen mir nicht.


Wer auch immer hier Pauschalbeschuldigungen ausspricht; ich hab halt was gegen ein pauschales Abstreiten der Schuld, die große Teile der detuschen Bevölkerung auf sich geladen haben. Ich sehe darin nichts weiter als eine nachträgliche persönliche Entlastung: Der Otto-Normal-Deutsche von heute muss sich davon überzeugen, dass auch der Otto-Normal-Deutsche von 1933-45 keine Verantwortung für die Verbrechen des 3. Reiches trägt, sonst müsste man sich am Ende Gedanken über das eigene Verhalten machen. Da ist es viel einfacher, alle Schuld dem Führer zuzuschanzen, oder obskuren "Nazis", die mit der deutschen Bevölkerung nicht das geringste zu tun haben.

Erinnert mich immer an das Theaterstück "Ich bin's nicht, Adolf Hitler ist es gewesen!"

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

10.06.2009 13:21
#72 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
In Antwort auf:
Wer auch immer hier Pauschalbeschuldigungen ausspricht; ich hab halt was gegen ein pauschales Abstreiten der Schuld, die große Teile der detuschen Bevölkerung auf sich geladen haben.
Ich gebe zu, dass ich mich als Determinist mit dem Begriff der "Schuld" etwas schwer tue. Ich würde eher von einem eklatanten Versagen der menschlichen Verantwortung für die Menschen reden. Sprich: Die Verhältnisse haben einfach nicht richtig funktioniert: => Die Nationalismen in Europa, die in autoritären Erziehungsstrukturen verhafteten Menschen, der Kapitalismus, der die Arbeitsplätze wegfraß. Daraus haben wir gelernt: => Demokratie, soziale Marktwirtschaft (immerhin!), antiautoritäre und emanzipatorische Bewegungen, Anti-Nationalismus, sprich: Europa. Das alles sind die richtigen Antworten auf diese Ära der antihumanistischen Orgie, dessen Brennpunkt Deutschland war. Die "Schuld" ist wirklich nicht nur bei "den Deutschen" zu suchen. "Schuldig" haben sich da - bis hin zurück zu Luther! - viele gemacht!

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 13:41
#73 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Daraus haben wir gelernt.


Diesmal integriere ich mich ja gerne in dieses "wir"... muss aber feststellen, dass... naja, wir wollen mal nicht übertreiben... dass zumindest eine große Minderheit der deutschen Bevölkerung immer noch aus diesem "wir" herausfällt. Es gibt genug Menschen, die haben aus der Geschichte leider gar nichts gelernt...

In Antwort auf:
Die "Schuld" ist wirklich nicht nur bei "den Deutschen" zu suchen. "Schuldig" haben sich da - bis hin zurück zu Luther! - viele gemacht!


Die Frage, die sich mir stellt: Warum dieser Abwehrreflex, wenn man auf die Schuld/Verantwortung/wiemandasauchimmernennenwill großer Teile der deutschen Bevölkerung hinweist? Dass es auch andere Menschen in anderen Ländern gab, die nicht unbedingt einen Preis für Humanität verdienen (Vorsichtig ausgedrückt), hat damit doch erst mal gar nichts zu tun.

Naja, das man für die Verbrechen 2.Wk. und Holocaust v.a. Deutsche verantwortlich macht ist eigentlich naheliegend.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.862

10.06.2009 13:54
#74  Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Es gibt genug Menschen, die haben aus der Geschichte leider gar nichts gelernt...

Jeder Nazi, jeder Hitler-Fan und Holocaust-Verleugner ist einer zu viel! Aber sind "wir Deutschen" nationalistisch, so wie damals noch? Guck dir die Franzosen an - ganz schön nationalistisch... Die Türken - auau... Die Amis sowieso. Ich meine, dass gerade wir Deutschen - insgesamt gesehen - des 21. Jahrhunderts unsere Hausaufgaben gemacht haben und eine Versetzung in den demokratischen und humanistischen Kanon der Weltgemeinschaft als eine der ersten Völker verdient haben!
In Antwort auf:
Die Frage, die sich mir stellt: Warum dieser Abwehrreflex, wenn man auf die Schuld/Verantwortung/wiemandasauchimmernennenwill großer Teile der deutschen Bevölkerung hinweist?
Diese "Abwehrreflex" war doch über Jahrzehnte außer Kraft gesetzt, und wir haben von allen Völkern der Welt schwer auf die Fresse gekriegt! Wir haben unsere "Schuld" angenommen und aufgearbeitet, und wir können uns es jetzt - zwei Generationen danach - auch mal leisten, das Büßerhemd auszuziehen und uns wie normale Menschen zu fühlen!

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 14:06
#75 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Wir haben unsere "Schuld" angenommen und aufgearbeitet, und wir können uns es jetzt - zwei Generationen danach - auch mal leisten, das Büßerhemd auszuziehen und uns wie normale Menschen zu fühlen!


Ich habe nie ein Büßerhemd getragen; ich halte prinzipiell wenig bis nichts von Nation(alismus) und dem großen, ethnisch definierten "wir"; dass heute auch im Land der Richter und Henker der Nationalismus föhliche urtstände feiert finde ich eher negativ. Und bevor das kommt: Ich sehe auch den Nationalismus in anderen Ländern nicht positiv, aber es gab da den Bibel-Spruch mit dem Splitter und dem Balken, den find ich (nicht nur) bei dem Thema treffend..

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