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Dieses Thema hat 99 Antworten
und wurde 3.785 mal aufgerufen
 Islamismus/Islam
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

10.06.2009 14:18
#76  Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Ich habe nie ein Büßerhemd getragen;
Auch nicht das post-hitlersche deutsche? Dafür stehst du - wenn auch als Deutscher - auf "der anderen Seite" und prügelst noch ganz schön auf "die Deutschen" herum! => Ich bin gut, ihr seid schlecht!... Warum tust du das denn? Vielleicht fehlt dir jetzt die Zeit, in der du dieses "Büßerhemd" tragen musstest, getragen hast...

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 14:44
#77 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Nein, ganz gewiss nicht; wie Du sagst: Ich verorte mich da auf "der anderen Seite". Wobei ich dieses "Büßerhemd" in gewisser Weise positiv finde; ich fand die Zurcükhaltung bei Themen wie Nation, Patriotismus etc. immer sehr angenehm, während ich den neu erwachten deutschen nationalismus seit der Wiedervereinigung ziemlich zum kotzen finde. Ich prügle daher auch auf Einstellungen herum (bzw kritisieren diese), die sich in meinen Augen positiv auf "die Nation" beziehen; dass da die deutsche ganz weit vorne steht liegt wohl eher an der Herkunft derer, die hier diskutieren, inkl meiner eigenen. Wobei: Ein bischen Provokation ist sicher dabei, dass wäre wohl nicht falsch...


Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

10.06.2009 14:58
#78 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Siehst du, und ich habe mich als Deutscher lange, lange Zeit immer mies und dreckig gefühlt, alles was ausländisch war, war besser, und Kritik gegen die Gülle, die man auch über mich ausschüttete, empfand ich als ungerechtfertigt und hätte mich als Nazi entlarvt... Das haben wir in dieser Wucht, in dieser Schwere nicht zu tragen, das haben wir in der Art nun auch nicht verdient! Aber Stellung nehmen zu unserer Geschichte, auch sowas wie eine Kollektivscham zu empfinden - das halte ich schon für richtig, das muss schon sein. In diese Kollektivscham hast du dich nie eingebunden gefühlt?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 15:34
#79 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
In diese Kollektivscham hast du dich nie eingebunden gefühlt?


Nö, habe ich nicht. Ich bin mir bewußt, dass ich als Deutscher eine gesteigerte Verantwortung dafür habe, dass die Verbrechen der Nazis nicht in Vergssenheit geraten und sich so was nicht wiederholt, zumindest nicht in dem Land, in dem ich lebe. Diese gesteigerte Verantwortung tragen mE alle, die in diesem Land leben, und das ist auch gut und richtig so. Darüber hinaus fühle ich weder Scham noch Schuld; was natürlich auch daran liegen mag, dass ich mich nicht positiv auf Deutschland beziehe. Deutschland bzw "die deutsche Nation" kann jeder so scheiße finden, wie er mag, das hat nichts mit mir zu tun, trifft mich nicht.

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

10.06.2009 16:08
#80 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
Zitat von Reinecke
... dass die Verbrechen der Nazis nicht in Vergssenheit geraten ...
das ist sehr lobenswert, wenn man die heutigen Problem darüber nicht vergißt.
Jetzt ist es amtlich:
http://www.bild.de/BILD/politik/2009/06/...ia-boehmer.html
Was bisher von einigen als Vorurteil abgetan wurde, wird von der Staatsministerin bestätigt.
Die Zahlen sind nach meinem dafürhalten geschönt, auch der Begiff "Zuwandere" ist zu allgemein, dennoch zeigt die Statistik, das Inländerkriminalität, bzw. die Kriminalität von biologisch Deutschen im Verhältniss "belanglos" ist.
Interessant würde ich finden, so eine Statistik in Bezug auf Religionszugehörigkeit zu erstellen.
(Oder allgemeiner gesagt: Idiologiezugehörigkeit, um auch die Anhänger des Nazionalsozialismusses des 3. Reiches mit einzubeziehen, genauso wie die Anhänger des Mohamedanertums zu erfassen)
Ich habe da so eine dumpfe Vermutung, wer den 1. Platz pozentual einnimmt.

>>Zuwanderersind sind die bösen Holländer die die PVV wählen, oder was???>>
Wenn man Kriminalität bekämpfen will, sollte man schon seine Schwerpunkte setzten!
Jetzt ist wenigsten amtlich bekannt, wo die Schwerpunkte des Verbrechens zu suchen sind.

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Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2009 16:22
#81 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Die Zahlen sind nach meinem dafürhalten geschönt, auch der Begiff "Zuwandere" ist zu allgemein, dennoch zeigt die Statistik, das Inländerkriminalität, bzw. die Kriminalität von biologisch Deutschen im Verhältniss "belanglos" ist.


Unsinn; absolut betrachtet werden die allermeisten Verbrechen von Deutschen begangen; nach der von Dir geposteten Statistik* dürften dass so um die 88 % sein, wenn die zahl der in Dtld lebenden Menschen ohne dt Pass 5 Mio beträgt (Quelle dazu: Wikipedia). Wenn Dir das "belanglos" erscheint ist es ja gut...

Zu der ideologieabhängigen Kriminalitätsstatistik: Wäre evtl spannend, ist praktisch nicht umzusetzen; "Ideologie" ist halt kein objektives Kriterium. (Religion übrigens auch nicht; gemessen wird da wenn überhaupt die Mitgliedschaft in einer religiösen Kirche o.a. Vereinigung; hab ich zumindest so mitgeschnitten.)

' Wobei ich die schon alleine deshalb anzweifel, weil sie in der BILD steht; wenn die schreiben, die Sonne geht im Osten auf, würde ich auch morgens sicherheitshalber nach Westen schauen...

welfen2002 Offline



Beiträge: 2.706

10.06.2009 16:28
#82 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
War mir klar, das das Innenminesterium für Dich falsche Daten an die Presse weiterleitet.
Genauso wie die Schweizer, usw. http://www.blick.ch/news/schweiz/auslaen...rt/artikel45996

Zu der Idiologieabhängigen Kriminalitätsstatisik könnte man einen Verbrecher schon befragen, zu welcher Religion er sich hingezogen fühlt. (Oder meinst Du dass so ein Verbrecher immer Lügt und möglicherweise unwahr z.B. die FSM benennt?)

Zu Unsinn: ich, als auch die Statistik spricht von "prozentualen" Verhältnissen.

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Taqiyya bitte nicht mit Tequila verwechseln, kommt auch nicht aus Mexiko!

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

10.06.2009 20:17
#83 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Wenn ich das höre, dass von einem "Büßerhemd" die Rede ist, dann sehe ich, dass einige nicht begriffen haben, was man von den Deutschen eigentlich erwartet bzw. was für sie selbstverständlich sein sollte.
Niemand sagt "Du bist schuldig Gysi! Und du ebenso Reinecke!", sondern es geht um Verantwortung! Schuld haben Menschen jenseits der 70, 80 und 90. Die folgenden Generationen tragen die Verantwortung, und das doch nicht einmal allein, sondern gemeinsam mit den Nachfahren der Opfer.
Gysi ist nicht Täter und ich bin nicht Opfer, sondern wir sind vereint in der Verantwortung.

________________________
...

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

10.06.2009 20:19
#84 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Gysi ist nicht Täter und ich bin nicht Opfer, sondern wir sind vereint in der Verantwortung.
Dein Wort in unser aller Ohr!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2009 09:21
#85 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Wirklich gut gesagt, Pamuk.

Mal wieder zurück zur Wahl, die nächste kommt ja bald:


"So eine Alternative suchen viele Leute"

Bei der Europawahl brachte es die Piratenpartei in Deutschland auf 0,9 Prozent aller Stimmen. Mitbegründer Andreas Popp traut der Partei im Interview mit SPIEGEL ONLINE mittelfristig mehr zu: Die digitale Bewegung wachse, Themen wie Datenschutz und Bürgerrechte seien im Kommen.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,629533,00.html

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

11.06.2009 09:32
#86 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Soso, du hast also die Piratenpartei gewählt? 0,9 %... Da hätteste ja gleich zu Hause bleiben können. Treten die etwa - oh Schreck! - im September auch an? Ich glaube, dass wir in Deutschland gewichtige P R O B L E M E haben!

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Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

11.06.2009 14:30
#87 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Sehe ich ganz genauso. Sich ausschließlich für einzelne Themen und Forderungen zu engagieren ist gut und ehrenwert aber dafür kann man auch Aktionsbündnissen, Nichtregierungsorganisationen o.ä. beitreten. Politische Parteien ohne gesellschaftliches Gesamtkonzept, die lediglich partikulare Themengebiete bearbeiten bzw. gar nur einzelne Entscheidungen rückgänig machen wollen und sich für Anderes kaum interessieren, sind meiner Meinung nach in ihrer Masse in einem Parlament eher demokratieschädlich. Als historisches Beispiel ist Weimar wohl recht illustrativ. Daher bin ich äußerst froh über die 5% Hürde, die verhindert das diese Gruppen politische Mandate respektive Macht erhalten. Notwendig zwar aber auch ein wenig schade, dass die Wähler solcher Splitterparteien ihre Stimmen de facto verschenken(naja abgesehen mal von einer eventuellen eher mäßigen psychologischen Wirkung auf andere Pareteien). Es ist sicherlich nicht meine Partei aber wenn dir Datenschutz und Bürgerrechte so am Herzen liegen, warum wählst du nicht die FDP? Das ist doch neben dem ewigen Mantra der Steuersenkungen eines ihrer wichtigsten Steckenpferde. Jedenfalls würde eine solche Stimme wenigstens in politische Arbeit resultieren.

Gruss
Väterchen Nurgle

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

11.06.2009 14:37
#88 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Also wählt man nur eine der Parteien, die bereits irgendwo einen Sitz haben? Leute die so wählen halte ich für schädlicher für die Demokratie.

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Galaxy Zoo, where you can help astronomers explore the Universe

Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

11.06.2009 14:47
#89 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Ich würde sagen wenigstens solche, die ein umfassendes politisches Programm für die Gesamtgesellschaft umzusetzen versuchen, was bei der Piratenpartei eindeutig und schon nach eigener Aussage nicht der Fall ist.

http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei#Programm

Gruss
Väterchen Nurgle

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

11.06.2009 15:11
#90 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Was auch überhaupt nicht nötig ist.

Wie es gelingt, spezielle Themen durch Erfolg auch anderen Parteien aufzudrücken, haben die Grünen mit der Ökologie ja vorgemacht.

Aber es stimmt, es gibt wichtigere Themen. Nur keine Partei, die sich in meinem Sinne glaubhaft darum kümmert. Populisten wie Gysi und Lafontaine sind für mich völlig unwählbar, auch wenn dort manches im Parteiprogramm annehmbar ist. Grüne und CDU zu klar religionsfreundlich, FDP zu klar am Mittelstand und der Rest entweder zu extrem oder zu unbedeutend. Das könnte sich bei der Piratenpartei ändern.

Das ist jedenfalls meine Richtlinie für die Bundestagswahl. Bei der Kommunalwahl zählen konkrete Personen.

Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

11.06.2009 15:40
#91 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Wie es gelingt, spezielle Themen durch Erfolg auch anderen Parteien aufzudrücken, haben die Grünen mit der Ökologie ja vorgemacht.


Stimmt aber bei deinem Vergleich übersiehst du glaube ich einen Unterschied: Während "Datenschutz und Bürgerrechte" im Grunde mehr oder weniger die einzigen Themen der Piratenpartei sind, war (und ist) die Ökologie für die Grünen ein zwar ein hervorstechendes aber kein alleinstehendes Thema. Auch du wirst vermutlich zugeben, dass die politisierte, linke studentische Jugend, aus der sich die Grünen zunächst vornehmlich rekrutierten, bei einer breiten Palette von Themen außerordentlich meinungsfreudig war und daher auch als Partei recht schnell fähig und willens war, ebenso zu von der Ökologie relativ unabhängigen Feldern Stellung zu beziehen (Friedenspolitik, Datenschutz, Sozialpolitik, Familienpolitik um nur einige der besonders engagiert vertretenen Themen zu nennen).

Gruss
Väterchen Nurgle

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

11.06.2009 15:59
#92 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten
In Antwort auf:
Populisten wie Gysi und Lafontaine sind für mich völlig unwählbar,
Was? Ach so, den Gregor meinst du... Wenn Populisten für dich unwählbar sind, dann darfst du als Populisten die CDU-, FDP- und besonders die SPD-Politiker nicht unerwähnt lassen. Wie die Lafontaine genüsslich als Populisten diffamieren und immer wieder auf seine vermeintliche Regierungsunfähigkeit zurückkommen, weil der ja 1999 die Brocken hingeschmissen hatte - bei soviel Populismus-Gülle kommt's mir hoch... Warum die Piratenpartei für mich unwählbar ist? =>

1. Zu wenig Prozente
2. Zu marginale Themen
3. Wir brauchen Parteien, die einen angemessene Wirtschaftspolitik machen wollen!
4. Und wir bräuchten eigentlich eine Partei, die den zunehmenden religiösen Einfluss in der Gesellschaft - allen voran den des Islams - ernst nimmt und - entsprechend dem ignorierten Volksbedürfnis - darauf reagiert!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

11.06.2009 17:58
#93 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Daher bin ich äußerst froh über die 5% Hürde, die verhindert das diese Gruppen politische Mandate respektive Macht erhalten. Notwendig zwar aber auch ein wenig schade, dass die Wähler solcher Splitterparteien ihre Stimmen de facto verschenken(naja abgesehen mal von einer eventuellen eher mäßigen psychologischen Wirkung auf andere Pareteien).


Wenn ich so etwas lese, wird mir schlecht. Die 5-prozent-Hürde ist eine demokratiepolitische Frechheit. Allein, dass es möglich ist, dass die Stimme von Bürgern "verschenkt" sein kann, ist eine gigantische Frechheit und nicht mit einer Demokratie vereinbar, so wie ich sie verstehe.

Wenn ich mir die Mühe gemacht hätte, zu wählen, dann sicher eine der kleinen Partei wie z.B die Piratenpartei.
Gerade bei größeren Parteien sehe ich immer nur: 1 - 2 Themen, mit denen ich mit der Parteilinie übereinstimme (wenn überhaupt) und 15 Themen, mit denen ich auf absolutem Kriegsfuß mit der jeweiligen Partei stehe. Ich kann so eine Partei nicht wählen, ohne das Gefühl zu haben, meine Seele zu verkaufen.
Ich freue mich gerade über Parteien, die nur ein Anliegen haben. Wenn ich diesem Anliegen zustimmen kann, kann ich sie nämlich getrost wählen, ohne ein schlechtes Gewissen wegen den sonstigen Parteilinien haben zu müssen.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

11.06.2009 19:51
#94 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Demokratiefähigkeit erweist sich in der Möglichkeit, eine Partei zu wählen, die vielleicht nicht in allen Punkten, aber - gegenüber den anderen - in den meisten Punkten dir Zustimmung abgewinnen kann. => Die Fähigkeit, sich Gruppen anzuschließen, die du im Uneinssein mit dir tolerieren kannst. Das Problem ist halt, dass du nicht der Einzige auf diesem Planeten bist.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

11.06.2009 22:09
#95 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Demokratiefähigkeit erweist sich in der Möglichkeit, eine Partei zu wählen, die vielleicht nicht in allen Punkten, aber - gegenüber den anderen - in den meisten Punkten dir Zustimmung abgewinnen kann.


Gibt's nicht. Zumindest keine mit irgendeiner Bedeutung.

In Antwort auf:
Das Problem ist halt, dass du nicht der Einzige auf diesem Planeten bist.


Das Problem ist, dass ich nicht der Einzige auf diesem Planeten bin, der etwas zu sagen haben will.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

12.06.2009 03:19
#96 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Die 5-prozent-Hürde ist eine demokratiepolitische Frechheit.


Das kann man wohl so sehen, nur sollte man auch nicht vergessen das diese Beschränkung das Ergebnis eines (schmerzlichen) historischen Lernprozesses ist und das derzeitige Modell verhältnismäßig erfolgreich dabei war ein soziales, wohlhabendes und demokratisches Land aufzubauen, während das von dir Favorisierte aus meiner Sicht einen klaren Beitrag zum Scheitern der Weimarer Republik geleistet hat. Es gibt nun einmal leider ein gewisses Spanungsfeld zwischen einer idealdemokratischen Vorstellung und funktionsfähigen und vor allem stabilen Demokratie, jedenfalls meiner Meinung nach.

In Antwort auf:
Ich freue mich gerade über Parteien, die nur ein Anliegen haben. Wenn ich diesem Anliegen zustimmen kann, kann ich sie nämlich getrost wählen, ohne ein schlechtes Gewissen wegen den sonstigen Parteilinien haben zu müssen.


Bist du dir sicher, dass das keine Milchmädchenrechnung ist? Das eine Partei nur zu einem oder wenigen Themen einen programmatischen Bezug hat, heißt doch nicht das sie bei den Anderen, zu denen sie vorher keine Stellung bezogen hat - wenn sie denn politische Mandate erringen könnte - nicht auch Verantwortung zu tragen hätte und es heißt noch viel weniger, dass die größere Anzahl der Themen, auf die die Partei im Vorfeld keine Antwort gibt, nicht bearbeitet werden müssen. In einem System in dem Splitterparteien wie die Piratenpartei nicht nur protestbehafteter Stimmschrott sondern tatsächlich dominierende politische Kräfte wären, müssten doch auch irgendwie Mehrheiten organisiert werden. Aber wie soll das auch nur halbwegs transparent geschehen, wenn man als Bürger das Abstimmungsverhalten einer jeweiligen Partei nur in 10 von 1000 Fällen (und das wäre bei der Piratenpartei wohl eher konservativ geschätzt) einigermaßen vorraussagen kann? Die restlichen 990 Entscheidungen sind für den Wähler dann eine Wundertüte. Beim Verzicht auf größere politische Linien, die auch ein gewisses Potenzial in der Bevölkerung abbilden, wäre der Bürger bei zukünftigen Wahlen gezwungen sich das Verhalten der für ihn wählbaren Fraktionen bei jeder einzelnen Abstimmung anzusehen. Da ein Fraktionszwang bei fehlendem politischem Programm zu einem Thema kaum begründet werden kann, müsste vermutlich sogar auf das jeweilige Verhalten der konkreten, einzelnen Abgeordneten geschaut werden, jedenfalls wenn die Wahl einigermaßen vernünftig getroffen werden sollte. Verzeih mir aber ich ich halte das für einen absurd hohen und völlig unrealistischen Aufwand. Die größeren Parteien sind daher aus meiner Sicht sinvolle, geradezu notwendige Vereinfachungen und Bündelungen politischer Interessen, die wie Gysi schon sagt, den für die Demokratie unerlässlichen Willen zum Kompromiss, fordern, der im Übrigen auch von diesen Splitterparteien im Parlament an den Tag gelegt werden müsste, wenn sie jede für sich dort jemals irgendetwas erreichen wollten. Ohne gewisse Einschränkungen bei eigenen Standpunkten kannst du glaube ich demokratisch herzlich wenig wenig bewegen.

Gruss
Väterchen Nurgle

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.880

12.06.2009 08:50
#97 Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Das Problem ist, dass ich nicht der Einzige auf diesem Planeten bin, der etwas zu sagen haben will.
Das sollst du ja auch! Dann wähle aber eine Partei, die auch Politik zu den wichtigsten Feldern machen will. => Wirtschaft, Soziales, Bildung, Verteidigung (nicht nur militärische), Außenpolitik. Wenn du die Piraten wählst, ist nur dein Wille zum Datenschutz bekundet. Den Rest bestimmen die anderen, ohne dich.

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

12.06.2009 12:59
#98 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

Zitat von VN
In einem System in dem Splitterparteien wie die Piratenpartei nicht nur protestbehafteter Stimmschrott sondern tatsächlich dominierende politische Kräfte wären, müssten doch auch irgendwie Mehrheiten organisiert werden. Aber wie soll das auch nur halbwegs transparent geschehen, wenn man als Bürger das Abstimmungsverhalten einer jeweiligen Partei nur in 10 von 1000 Fällen (und das wäre bei der Piratenpartei wohl eher konservativ geschätzt) einigermaßen vorraussagen kann?
Genau in diesem Abstimmungsverhalten sehe ich die große Problematik. Einzenlentscheidungen von Abgeordneten sind nicht möglich, alles wird der Parteidisziplin geopfert. Parteiübergreifende Arbeit ist absolut selten. Sicher auch mit einer der Gründe, weshalb Vorhersagen schon das Ende des Parteiensystems sehen.

Für ich sind allein meine persönlichen Ansichten in Bezug auf die der wählbaren Angebote sowie die Glaubwürdigkeit der Vertreter dieser Angebote maßgebend.

Da fehlt es bei allen großen Parteien ganz stark. Fast durch die Bank satte unglaubwürdige und viel mehr am Mandat als an Inhalten interessierte Berufspolitiker.

Das ist bei kleineren Parteien fast immer anders. Da geht es noch darum, wirklich was durchzusetzen. Wenn dann noch die Inhalte stimmen, wie bei den Piraten, ist das nun mal die Alternative No 1 für mich. Völlig in Ordnung, wenn du was anderes denkst. Völlig daneben, wenn du meine Entscheidung als falsch darstellen oder überhaupt irgendwie werten willst. Die geht dich einfach nichts an.

Die war, für mich gesehen, die einzige Möglichkeit, überhaupt wählen zu gehen. Und gottgefällig war sie für mich als Pastafarianer zudem auch noch.

Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

13.06.2009 15:14
#99 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Völlig in Ordnung, wenn du was anderes denkst. Völlig daneben, wenn du meine Entscheidung als falsch darstellen oder überhaupt irgendwie werten willst. Die geht dich einfach nichts an.


Ich gebe dir völlig recht, wenn du sagst, dass es nicht in Ordnung wäre, dich für deine Wahlentscheidung persönlich anzugreifen (z.B. dir mangelnde Intelligenz, Verantwortungslosigkeit o.ä. zu unterstellen), wenn du dir meine Posts nochmal durchliest, wirst du hoffentlich fairerweise zugeben, dass ich derartiges auch nicht geschrieben habe.

Was ich in der Tat gemacht habe, ist eine solche Entscheidung allgemein sachlich zu hinterfragen und - das will ich zugeben - vielleicht auch ein wenig zu kritisieren. Allerdings finde ich es schon etwas merkwürdig, dass gerade du auf einmal das Kritisieren und Hinterfragen von Überzeugungen und Entscheidungen zum Tabu erklären willst. Sonst bist du doch damit, soweit ich mitbekommen habe, selbst recht schnell bei der Hand, was auch völlig in Ordnung ist. Nur wäre es sehr freundlich, wenn du Anderen das gleiche Recht einräumen würdest, übrigens jenen Anderen, denen du bei gleicher Haltung häufig die Kompensation eines Mangels an Argumenten nachsagst. Das es sich dabei um eine politische Überzeugung handelt, halte ich übrigens in einem Subforum mit dem Titel "Politik und Gesellschaft", für wenig entscheidend, insbesondere dann, wenn das schon das Threadthema danach fragt, was man wählt. Sonst ist die Kritik an einer anderen Meinung für dich doch auch normaler Bestandteil einer Diskussion, warum sollte das bei einer solchen anders laufen, zumal wenn sie einigermaßen höflich und sachlich vorgetragen wird und es auch eher um allgemeine Grundsätze als um tagespolitische Streitigkeiten geht?

Ich finde, dass sowohl die Konzeption des Forums als auch dieses speziellen Themas die Aussage "das geht dich nichts an" schon etwas fragwürdig erscheinen lassen. Vor allem dann, wenn man sich nochmal anschaut, wie dir deine Stellungnahme zum Thema, die mich nun nichts mehr angehen soll, förmlich abgepresst werden musste:

Zitat von Bruder Spaghettus
"So eine Alternative suchen viele Leute"

Bei der Europawahl brachte es die Piratenpartei in Deutschland auf 0,9 Prozent aller Stimmen. Mitbegründer Andreas Popp traut der Partei im Interview mit SPIEGEL ONLINE mittelfristig mehr zu: Die digitale Bewegung wachse, Themen wie Datenschutz und Bürgerrechte seien im Kommen.
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,629533,00.html


Das ist natürlich eine vollkommen neutrale und unparteiische Information und keineswegs ein bischen Wahlwerbung für die von dir favorisierte Partei.

Entschuldige bitte, wenn es mit angesichts dessen schwer fällt, deinen letzten Satz aus deinem letzten Post ernst zu nehmen.

Gruss
Väterchen Nurgle







Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

14.06.2009 01:49
#100 RE: Was wählt der Islamkritiker zur Europawahl? Antworten

In Antwort auf:
Das sollst du ja auch! Dann wähle aber eine Partei, die auch Politik zu den wichtigsten Feldern machen will. => Wirtschaft, Soziales, Bildung, Verteidigung (nicht nur militärische), Außenpolitik. Wenn du die Piraten wählst, ist nur dein Wille zum Datenschutz bekundet. Den Rest bestimmen die anderen, ohne dich.


Das sollen sie ruhig. Ich hab' ja sowieso keine Möglichkeit, relevant mitzubestimmen, da es schlicht und einfach niemanden gibt, der sonst meine Positionen vertreten würde...

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-Anonym

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