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Dieses Thema hat 13 Antworten
und wurde 662 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

13.06.2009 07:41
Naturalistisches Weltethos Antworten

Religiöse Autoritäten behaupten gerne, dass die von ihrem jeweiligen Gott angeblich vorgegebene Moralität eine für jeden Menschen gültige Grundlage sein könne, jede Sekte hat praktisch ihr eigenes, kleines “Projekt Weltethos”. Warum das nicht funktionieren kann und warum eine naturalistisch fundierte Ethik eine geeignetere Grundlage für ein “Weltethos” ist, versucht Andreas Müller im folgenden zu erläutern:

http://feuerbringer.com/2009/06/12/das-n...sche-weltethos/

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

13.06.2009 14:12
#2 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

WAs ihn zeit seines Lebens beschäftigte, so sagte Kant, ist der gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Ist das naturalistisch zu verstehen oder religiös?
Wie ist überhaupt ein naturalistischer Ethos zu erklären?
Da der Ethos eine Funktion des Bewußtseins ist, Bewußtsein aber eine bio-elektrische Funktion des Gehirns, müßte der Ethos irgendwie in der lebenden Zelle angelegt sein.
Nun ist in der Natur aber nirgendwo ein Ethos zu erkennen, erst die Kultur hat diesen Begriff ja erschaffen.
Und so könnte man bestenfalls von einem kulturellen Weltethos sprechen, aus dem alles religiöse, daß die Kulturen seit einigen tausend Jahren prägte, entfernt werden müßte.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

13.06.2009 19:14
#3 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

In Antwort auf:
Nun ist in der Natur aber nirgendwo ein Ethos zu erkennen, erst die Kultur hat diesen Begriff ja erschaffen.
Stimmt. Nicht die Tiere haben Ethos, das sind die Menschen. Nicht Gott hat ihn denen gegeben, das war die Bedürftigkeit der menschenspezifischen Natur, die Kultur verlangt! Und die Ethik ist ein Teil dieser Kultur, die die Menschen sich anlegen mussten, um zu existieren.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Stelth Offline



Beiträge: 526

14.06.2009 20:39
#4 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Die natürlichen(Physischen) Bedürfnisse des Menschen unterscheiden sich nicht
von denen der Tiere. Da wären: sich satt essen, sexuell befriedigt sein, und ausschlafen.
Das ist quasi der Instinkt nach überleben.

Doch jetzt herzugehen und zu sagen das die Wissenschaft(nichts gegen sie)etwas grosses
geleistet hat um diese naturalistische Ethik zu bestätigen, halte ich für überzogen.
Zumal es sich hier um einen Versuch handelt, die Evolutionstheorie auf Philosophisch/Psychologischen
ebene zu rechtfertigen. Man sollte aber nicht vergessen das auch Wissenschaftler Menschen sind,
die ihre Vorstellungen zu bestätigen versuchen.

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„Gott wird es verschmerzen können, dass Atheisten seine Existenz leugnen.“
(John Boynton Priestley, 1894–1984, englischer Schriftsteller)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

15.06.2009 07:43
#5 Naturalistisches Weltethos Antworten

In Antwort auf:
Doch jetzt herzugehen und zu sagen das die Wissenschaft(nichts gegen sie)etwas grosses geleistet hat um diese naturalistische Ethik zu bestätigen, halte ich für überzogen.
Die Ethik ist durch die Erfahrung der Menschen über viele Generationen gewachsen, hat eine naturalistische Basis und hat sich mit der Zeit mit den Gesellschaftsformen und der Breitenbildung auch verbessert. Die Menschen waren es, die sich die Gedanken gemacht haben, nicht Gott. Diese Gedanken sind zuerst in die Religionen eingegangen, dann in die Philosophie.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Stelth Offline



Beiträge: 526

15.06.2009 09:42
#6 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Nicht umsonst nennen wir uns Homo sapiens.

Doch es gibt/gab auch andere Kulturen, die im Einklang mit der Natur
leben und doch ganz andere Werte vertreten, was ihre Mitmenschen
betrifft.
In Südamerika gab es(ob es sie immer noch gibt weis ich nicht mehr)Stämme
von Indios, für die Verrat so etwas war wie für uns Treue.
Sie fraßen sich gegenseitig regelrecht auf.

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„Gott wird es verschmerzen können, dass Atheisten seine Existenz leugnen.“
(John Boynton Priestley, 1894–1984, englischer Schriftsteller)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.06.2009 11:59
#7 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Was wir heut als Ethik bezeichnen, nannten die Alten Griechen Tugend.
Schon Sokrates stelle die Frage, gibt es Tugend "an sich", oder beruht sie auf Übereinkunft.
Haben wir eine Tugend durch Geburt oder durch Erziehung?
Im erstern Fall produziert die lebende Zelle irgendwie Tugend,
im zweiteren vermittelt uns die Kultur Tugend.
Im ersteren bestimmt das Sein die Tugend, im zweiteren das Bewußtsein, das aber wiederum, lt. phil. Materialismus, vom Sein bestimmt wird.
Naturalistische Prozesse verändern in sehr langen Zeiträumen.
Kulturelle Prozsse verändern dagegen unglaublich schnell, da sie vom Bewußtsein getragen sind.
Aus meiner Sicht gibt es keine naturalistische Ethik.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

15.06.2009 12:26
#8 Naturalistisches Weltethos Antworten

In Antwort auf:
Aus meiner Sicht gibt es keine naturalistische Ethik.
Was für eine denn? Eine göttliche? Ethik ist ein Kulturprodukt. Aber sie bedient Menschen mit naturellen Bedürfnissen. Daher muss eine sinngebende Ethik auch naturalistisch sein!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

15.06.2009 14:26
#9 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Ähh, ich vermute, es ging nicht um "Es gibt keine Ethik.", sondern um "Es gibt nicht eine naturalisitsche Ethik." Auch ich kann mir nicht vorstelen, dass sich die diversen ethischen Vorstelungen, die es so auf der Welt gibt, vereinheitlichen lassen, zumindest nicht vor dem Jahr 5000...

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.06.2009 15:07
#10 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Zitat von Stelth
Nicht umsonst nennen wir uns Homo sapiens.
Doch es gibt/gab auch andere Kulturen, die im Einklang mit der Natur
leben und doch ganz andere Werte vertreten, was ihre Mitmenschen
betrifft.
In Südamerika gab es(ob es sie immer noch gibt weis ich nicht mehr)Stämme
von Indios, für die Verrat so etwas war wie für uns Treue.
Sie fraßen sich gegenseitig regelrecht auf.


Nun ja, sie hatten eben keine naturalistische sondern eine kannibalistische Ethik.
Hauptsache, es hat geschmeckt.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 18.850

15.06.2009 15:59
#11 Naturalistisches Weltethos Antworten

In Antwort auf:
Nun ja, sie hatten eben keine naturalistische sondern eine kannibalistische Ethik. Hauptsache, es hat geschmeckt.
Nein, sie hatten keine naturalistische Ethik, sie hatten gar keine Ethik. Oder die Ethik hieß: Friss deine Feinde auf, statt sie einfach nur abzumurksen - ist ökonomischer. Was ist Ethik? Ein Kollektivgewissen. Ein harmonisiertes Verhalten, das das Gemeinschaftsleben leichter, vertrauenswürdiger, stärker, gemeinschaftlicher und liebenswerter macht.

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

15.06.2009 17:17
#12 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Zitat von Gysi
In Antwort auf:
Nun ja, sie hatten eben keine naturalistische sondern eine kannibalistische Ethik. Hauptsache, es hat geschmeckt.
Nein, sie hatten keine naturalistische Ethik, sie hatten gar keine Ethik. Oder die Ethik hieß: Friss deine Feinde auf, statt sie einfach nur abzumurksen - ist ökonomischer. Was ist Ethik? Ein Kollektivgewissen. Ein harmonisiertes Verhalten, das das Gemeinschaftsleben leichter, vertrauenswürdiger, stärker, gemeinschaftlicher und liebenswerter macht.


Alle Menschen haben eine Ethik, einen allgemeinen Verhaltenskodex.
Freilich haben nicht alle Menschen die unsere, die wir wesentlich an Kants kategorischen Imperativ festmachen, der Sinngemäß bereits im Neuen Testament steht.
Der Grund liegt wohl darin, daß Ethik eben nicht wie die Verdaung angeboren ist.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

15.06.2009 19:45
#13 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

In Antwort auf:
...Kants kategorischen Imperativ festmachen, der Sinngemäß bereits im Neuen Testament steht.

Das stimmt so nicht. Im NT steht lediglich die "Goldene Regel". Kants kategorischer Imperativ ist eine deutliche Weiterentwicklung. Warum beide heute untauglich sind, habe ich hier schon mehrfach versucht zu erklären.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

16.06.2009 17:51
#14 RE: Naturalistisches Weltethos Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
In Antwort auf:
...Kants kategorischen Imperativ festmachen, der Sinngemäß bereits im Neuen Testament steht.

Das stimmt so nicht. Im NT steht lediglich die "Goldene Regel". Kants kategorischer Imperativ ist eine deutliche Weiterentwicklung. Warum beide heute untauglich sind, habe ich hier schon mehrfach versucht zu erklären.


Ich sagte "sinngemäß" Bruder, und nicht authentisch,
und untauglich waren sie schon immer, eine Software, die für das Betriebssysthem Mensch nicht kompatibel ist.
Sie läßt sich massenwirksam nicht installieren.

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