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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 79 Antworten
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 Atheismus/Agnostizismus
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Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

19.06.2009 12:30
Der Bus...mal wieder Antworten

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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

19.06.2009 14:25
#2 Der Bus...mal wieder Antworten

Werbung belebt die Diskussion, und das ist auch gut und richtig so!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

19.06.2009 15:07
#3 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Und da gabs doch tatsächlich welche, die meinte, die Kampagne wäre sinnlos.

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

19.06.2009 18:57
#4 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Das Ziel der Kampagne ist für mich weiterhin sinnlos.
Genauso sinnlos ist in meinen Augen aber auch der Straßengesang irgendwelcher bayerischen Freikirchler, die es ins wohl eher areligiöse Mecklenburg-Vorpommern gezogen hat und die mir heute wieder einmal verkündeten, dass ich überhaupt keine Verantwortung für mein Handeln zu tragen brauche, wenn ich denn nur an Jesus glaube.
Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass mir sowohl die atheistischen Busse als auch die missionierenden Christen egal sind.

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Gysi Online

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19.06.2009 20:00
#5 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Letztendlich läuft es darauf hinaus, dass mir sowohl die atheistischen Busse als auch die missionierenden Christen egal sind.
Und was ist dir nicht egal? Die jüdische Religion? Die gesellschaftliche Kommunikationsdynamik läuft aber nun mal anders ab als in dir. Die Atheisten haben ein Interesse daran, der PR-Macht der Kirchen in dieser Gesellschaft was entgegenzusetzen. Und die Christen sind derart davon aufgescheucht, dass sie mit wenig Gelassenheit darauf reagieren müssen. Ist doch auch o.k. so! Was sich im Innern der Leute tut, muss kommuniziert werden!

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Pamuk Offline

Drachentöter


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19.06.2009 20:07
#6 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Ich begreife weder den Sinn, Menschen zu einem anderen Glauben zu bekehren noch die Motivation, die Leute unbedingt von der Nichtexistenz G'ttes zu überzeugen. Soll doch jeder nach seiner Facon glücklich werden.

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Gysi Online

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19.06.2009 20:18
#7 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Soll doch jeder nach seiner Facon glücklich werden.
Ich glaube nicht, dass Friedrich der Große den Islam begriffen hatte. Er wird auch das Christentum nicht begriffen haben. Wer mit Suggestivpropaganda zu einer Angstreligion erzogen wird, kann damit dahingebracht werden, hierzu auch nichts Vernünftiges erkennen und beitragen zu können. Na, wurscht. Wir Atheisten müssen die Menschen nicht von einer Nichtexistenz Gottes überzeugen. Aber die Kinder dieser Gesellschaft vor einer sinnlosen und im höchsten Maße destruktiven Angst- und Hassprägung zu schützen, das hielte ich schon für angebracht... Von dieser Gefahr habe ich dir schon öfter was gesagt. Aber dass es mir um den Schutz vor dieser geht, scheint bei dir mit VEHEMENZ nicht anzukommen...

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Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

19.06.2009 20:58
#8 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Aber die Kinder dieser Gesellschaft vor einer sinnlosen und im höchsten Maße destruktiven Angst- und Hassprägung zu schützen, das hielte ich schon für angebracht...


Du bist in diesem Punkt wohl zu stark durch deine eigene Kindheit geprägt.
Die wenigsten Kinder und Jugendlichen werden heute noch bewusst religiös erzogen. Einen wirklich gelebten christlichen Glauben gibt es kaum, was allerdings auch kein Problem wäre, wenn man sich auf die Nächstenliebe konzentrieren würde; und eine wirklich jüdische Erziehung gibt es in Deutschland kaum. Viel eher finden viele Jugendliche selbst zum (meist orthodoxen) Glauben zurück. Beim Islam muss man das Thema sicherlich noch einmal extra betrachten.
Auch in der Schule findet keine Angsterziehung statt. Ich hatte zwar Philosophieunterricht, aber habe mich in Freistunden auch gelegentlich mal in den evangelischen Religionsunterricht gesetzt und musste feststellen, dass es dort äußerst locker und frei zugeht. Wenn es um Jesus geht, wird vor allem das Spannungsfeld zwischen Evangelium und historischer Wahrheit untersucht, aber auch die Rolle Jesu in anderen Religionen spielt eine Rolle. Zudem werden allgemeine Themen wie Moral, Beruf und Berufung, aber auch der Nationalsozialismus behandelt. Ich weiß nicht, das Thema "Hölle" interessiert scheinbar wirklich niemanden mehr. Im Unterricht spielt es jedenfalls keine Rolle.

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Gysi Online

Atheist


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19.06.2009 21:14
#9 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Du bist in diesem Punkt wohl zu stark durch deine eigene Kindheit geprägt.

Ich glaube nicht, dass meine Erfahrungen, Eindrücke und Ableitungen und Handlungen aus ihnen heraus weniger wert sind als deine...
In Antwort auf:
Die wenigsten Kinder und Jugendlichen werden heute noch bewusst religiös erzogen.
Dann wundert's mich, dass 70 % der gebildeten und aufgeklärten Gesellschaft noch an einen Gott glauben. Kirchlich gebunden sind noch mehr.

Ich registriere sehr wohl den Rückgang des christlichen Einflusses - aber zurzeit scheint es wieder einen religiösen Zulauf zu geben. Ich habe in erster Linie Unbehagen in Bezug auf den Zuwachs des Islam hier in Europa. Ich kenne den Kern der Religion, ich sehe ihre Ergebnisse, ich erlebe die Diskussionsqualität der Muslime. Ich erlebe das schlechte Verhältnis der Muslime mit den Deutschen (oder umgekehrt). Ich sage, dass der Islam mitsamt seinem Wunderbuch Koran als Erziehungsfibel in einem Europa der Demokratie, der Streitkultur, der Meinungsfreiheit, der friedlichen Emanzipationsbewegungen und der Menschenrechte nichts verloren hat. Könnte ich in abgeschwächter Form auch von der Bibel behaupten, aber die Christen haben sich den modernen Gegebenheiten aus dem Keim der Aufklärung angepasst. Das sieht man ja u.a. auch daran, wie sehr sich der Religionsunterricht in den letzten 40 Jahren verändert hat. Aber die Bereitschaft zu einer Unterwerfung des Gotteswortes unter das MENSCHENwort vermag ich bei der Mehrzahl der Muslime nicht zu erkennen. Und der Koran gibt die Schlupfmöglichkeit, wie das Neuen Testament eine auf ihre kleine Insel der Theorie der Nächstenliebe hat (in einem Ozean des Hasses, der eher an einen sumerischen König, denn an einen liebenden Gott erinnert), auch nicht her.

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Pamuk Offline

Drachentöter


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19.06.2009 21:54
#10 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Ich glaube nicht, dass meine Erfahrungen, Eindrücke und Ableitungen und Handlungen aus ihnen heraus weniger wert sind als deine...


Das behaupte ich doch auch gar nicht, doch liegt es wohl auf der Hand, dass wir beide zu verschiedenen Generationen gehören und daher unterschiedliche Erfahrungen gemacht haben. Da ich meine Kindheit gerade hinter mir habe, meine ich, besser einschätzen zu können, wie man im 21.Jh. erzogen wird und eine Angstpädagogik ist mir fremd.

Ich denke ganz einfach, dass deine Erfahrungen und die daraus resultierenden Einstellungen und Forderungen der aktuellen Situation ganz einfach nicht entsprechen. Du kennst es vielleicht noch, dass man dir mit der Hölle gedroht hat, dass man dir den Glauben an einen G'tt ganz einfach aufgezwungen hat, doch heute ist das ganz einfach nicht mehr so. Das Problem vieler Atheisten ist, dass stets nur Extrema betrachtet werden, doch die Masse, der Durchschnitt wird ignoriert oder es wird von ihr(der Masse) ein verzerrtes Bild gezeichnet, indem man wie du ganz einfach mit Statistiken um sich wirft, die aufgrund der Zahlen in die eigene Argumentation zu passen scheinen.

In Antwort auf:
Dann wundert's mich, dass 70 % der gebildeten und aufgeklärten Gesellschaft noch an einen Gott glauben. Kirchlich gebunden sind noch mehr.


Bildung und Aufklärung müssen kein Gegenpol zum Glauben sein. Beides lässt sich miteinander verbinden und gerade der Glaube sollte auf Verantwortung setzen, was für mich ein wesentlicher Punkt der Idee der Aufklärung war bzw. immer sein wird.
Nun gut, 70% glauben an "einen G'tt". An was für einen G'tt? An einen Schöpferg'tt oder an einen Talismanng'tt? An Jesus oder an "irgendwas aus der Bibel"? An eine höhere Macht, auf die man hofft, wenn es mal nicht so gut läuft?
Der Begriff Glaube ist viel zu wage, um ihn mit einer Statistik zu verknüpfen mit der man argumentieren will. Im Übrigen ist eine Bindung an die Kirche auch nicht zwangsläufig mit einem Glaubensbekenntnis gleichzusetzen, viel mehr ist sie auch ganz einfach eine Gewohnheit oder im besten Falle eine kulturelle Einrichtung.
Und selbst wenn...Warum sollen die Menschen nicht glauben dürfen? Klar, die katholische Kirche ist der letzte Arm des Absolutismus und irgendeine Mischung aus Glaube, Mafia, Geheimgesellschaft und Staat, aber was soll's? Die katholische Kirche arbeitet systematisch daran, sich selbst der Lächerlichkeit preiszugeben und verliert dementsprechend ihre Mitglieder - auch ohne Atheistenbusse. Und wie sieht es mit den Protestanten aus? Wen stören die schon? Die sind doch in der Regel mehrheitstauglich. Gläubig, aber bodentständig, offen und modern. Über Freikirchen will ich nicht reden, denn die gehören zu den Extrema auf die man sich gerne konzentriert, die aber nicht repräsentativ sind.
Da die Menschen in meinem Umfeld hauptsächlich evangelisch sind bzw. in ihren religiösen Vorstellungen, wenn sie denn solche haben, christlich geprägt sind, kann ich dir auch sagen, wie christliche bzw. evangelische Erziehung heute aussieht. Nette Geschichten über die Helden der Bibel und nette Worte von Jesus...wenn überhaupt. An Weihnachten und Ostern bequemt man sich zur Kirche und das war's. Und es ist garantiert nicht die Angst vor einem Ort namens "Hölle", welche die Menschen zur Kirche treibt, denn von deinen 70% wird wohl nicht mal die Hälfte an so einen Unsinn glauben.

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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

20.06.2009 03:31
#11 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Und es ist garantiert nicht die Angst vor einem Ort namens "Hölle", welche die Menschen zur Kirche treibt, denn von deinen 70% wird wohl nicht mal die Hälfte an so einen Unsinn glauben.
Es ist die Angst vor dem Entzug des ewigen Lebens, die die Gläubigen noch bei der religiösen Stange halten.

Der Glaube an eine Hölle ist also "Unsinn". Und so sehen es die Christen in ihrer Mehrzahl nun auch, nachdem die Kirchen (die Freikirchen und anderen Sekten mal ausgenommen) die Gnade hatten, die Bibel und ihre Lehre ein wenig zu entschärfen, weil die gegen die Macht des Humanismus leider nicht mehr ankommen können... Erstaunlich, wie leicht die ehemals Höllengläubigen nun diesen Glauben (zu Recht) als "Unsinn" erkennen - nur weil da so ein Bischof oder Papst oder was weiß ich die Schleusen zum logischen Denken geöffnet hat... Und sofort funktioniert da auch die Realwahrnehmung! Ist das nicht der beste Beweis für die geistige UNTERDRÜCKUNG durch Religion? Ich bin der Auffassung, dass wir selber noch ein paar mehr Schleusen öffnen sollten. Damit das mit der Realwahrnehmung noch besser funktioniert!

Die Christen haben es verstanden, gemäß den gesellschaftlichen Begebenheiten, einen auf Religion light zu machen. Wie hart, im Nachglühen der Aufklärung leben zu müssen...

Aber wir redeten vom Islam. Da gibt es keine durch eine Aufklärung schwer gerupfte Religion, da ist der Islam noch die spiritistische Größe, die im Original mit der Brutalität des frühen Mittelalters eins zu eins in die Herzen der Kinder gehievt wird. Da ist nix mit Religion light... (Der Islam hat überigens auch so etwas wie eine Aufklärungsphase erfahren, so um 800/900 herum, aber die hatte sich leider nicht durchgesetzt. Wohl, weil es den Buchdruck da noch nicht gab.)

Aber wenn die Entschärfung der Religion durch die Aufklärung so klasse ist, Pamuk - ich nehme an, dass du sie auch richtig findest - warum ist dann die Religion, die in ihrer Originalwirkung so unendlich grausam ist, überhaupt verteidigungswert? Denke mal an Martin Luther, der irgendwie auch der Schutzpatron aller fundamentalistischen evangelischen Kirchen oder Sekten z.B. auch in Amerika ist, der ist mit seinem Judenhass wirklich der geistige Brandstifter und Wegbereiter des Holocaust. All diese Denkart kommt aus einem Bibelglauben im Original! Und einen Koran-Glauben im Original - den ziehen jetzt deine von dir so protektionierten Muslime durch. Ich rede nicht von allen, ich rede aber von Massen, wenn nicht von der Mehrheit. Von Millionen, die z.B. gestern in Teheran den Amerikanern und den Juden "den Tod" gewünscht haben! Auch hier in Europa haben viele erst in diesem Jahr den Israelis "den Tod" gewünscht. Du hörst das nicht, das geht sooo an dir vorbei! Weil du mal eine nette muslimische Freundin hattest. Ich kann deine Differenzierungsbemühungen verstehen. Ich hätte sie bisweilen von dir auch gegenüber uns Deutsche gewünscht... Aber das Ergebnis deiner Differenzierungsbemühungen ist verliebtheitsverzerrte Blindheit. Irgendwann müssen sich die rosa Nebelschwaden doch mal heben... Und ich wünsche den Muslimen - und auch uns! - eine Fortsetzung der islamischen Aufklärung. Da gibt es ein paar Leutchen, die Hoffnung machen - Muslime, Ex-Muslime. Die übrigens auch die westliche Intelligenz mit ihren schmerzhaften Weichzeichnungen des Koran (den sie mehrheitlich gewiss nie gelesen hat...) kritisieren. Das ist dann eine Kritik (die der Ex-Muslime), die Autorität gewinnen kann! Und die der muslimischen Feministinnen. Das sind die Leute, die dem Islam die Zähne ziehen werden, und aus dem urzeitlichen Säbelzahntiger wird dann ein streunendes Wildkätzchen werden, so wie die Christen schon an furchtbarer Bedeutung abgenommen haben und - trotz dieser derzeitigen Wiederaufbelebung - immer weiter an Bedeutung abnehmen werden. Ich setze auf eine muslimische Aufklärungswelle in den islamisch dominierten Regionen! Sie wird kommen, bin ich sehr von überzeugt. Und ich freue mich darauf!

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Pamuk Offline

Drachentöter


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21.06.2009 15:42
#12 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Aber wir redeten vom Islam.


Nein, eben das taten wir nicht, denn ich sprach extra davon, dass ich nicht über Extreme sprechen will, da sich Atheisten viel zu sehr auf diese festbeißen, damit ein Zerrbild erstellen und die eigentliche Diskussion, die für die Gesellschaft relevant sein könnten, verfehlen. Daher schrieb ich, dass man den Islam bei dieser Diskussion sondiert betrachten müsste. Zum Einen weil er einen vollkommen anderen Hintergrund als das Christentum mit sich bringt und zum Anderen, weil bei ihm die extremen Tendenzen aus versch. Gründen viel häufiger zum Tragen kommen.
Uns geht es hier aber um die Rolle der Religion innerhalb unserer Gesellschaft und ob man sie wirklich bekämpfen muss oder was auch immer...und letztendlich ist diese Gesellschaft christlich und im gewissen Maße jüdisch geprägt, so dass man sich doch eher auf christliches Leben in Deutschland beziehen und konzentrieren sollte und dieses entspricht nicht mehr deinen Erfahrungen und Einschätzungen.
Die Hinterhofmoscheen sind ein vollkommen anderes Thema und werden in genügend anderen Threads breitgelatscht.

In Antwort auf:
der ist mit seinem Judenhass wirklich der geistige Brandstifter und Wegbereiter des Holocaust.


Luther stand ganz einfach in der Tradition des christlichen Judenhasses. Er hat damit nichts Neues erfunden und kann wirklich nicht als der Wegbereiter des Holocaust gelten. Der Holocaust ist ein Resultat des Zusammenfließens des uralten Antijudaismus und der "aufgeklärten" Wissenschaft des 19./20. Jh.

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Gysi Online

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21.06.2009 16:42
#13 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Luther stand ganz einfach in der Tradition des christlichen Judenhasses. Er hat damit nichts Neues erfunden und kann wirklich nicht als der Wegbereiter des Holocaust gelten.
Luther war und ist ein sehr berühmter Mann. Und als solcher hat er Einfluss auf die Gedanken, Meinungen und Handlungen der ihm Nachgeborenen.
In Antwort auf:
Der Holocaust ist ein Resultat des Zusammenfließens des uralten Antijudaismus und der "aufgeklärten" Wissenschaft des 19./20. Jh.
Der aufgeklärten Wissenschaft. Also der Aufklärung? Die Aufklärung hat Schuld am Holocaust, nicht die christliche Hetze gegen die "Christus-Mörder"? Das musst du mir schon näher erklären.

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Pamuk Offline

Drachentöter


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21.06.2009 17:24
#14 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Also der Aufklärung? Die Aufklärung hat Schuld am Holocaust, nicht die christliche Hetze gegen die "Christus-Mörder"?


Ich schrieb:
"Der Holocaust ist ein Resultat des Zusammenfließens des uralten Antijudaismus und der "aufgeklärten" Wissenschaft des 19./20. Jh."

Der christliche Antijudaismus, die religiöse Ablehnung der Juden, geriet im 19.Jh. ziemlich weit in den Hintergrund und war lediglich nur noch der ideoligische Ursprung des nun auftretenden rassischen Antisemitismus, der sich scheinbar wissenschaftlichen Argumenten bediente. Daher setzte ich aufgeklärt auch in Anführungsstriche.

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Gysi Online

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21.06.2009 17:29
#15 Der Bus...mal wieder Antworten

Ach so. So eine Art Vulgär-Darwinismus, der letztendlich die religiösen Ressentiments unterfütterte. Es hilft nichts - ich sehe in diesem ganzen Zusammenspiel immer noch die Giftschlange der Religion... Ich sehe nichts, weshalb man sie verteidigen sollte.

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Pamuk Offline

Drachentöter


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21.06.2009 17:55
#16 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Klar, weil man immer nur das sieht, was man sehen will.
Wie stehst du eigentlich zur Rolle der Kirche in der DDR

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Gysi Online

Atheist


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21.06.2009 18:15
#17 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Wie stehst du eigentlich zur Rolle der Kirche in der DDR
Peinlich. Für die Kirche. Wer Gott an seiner Seite weiß, reißt seinen Mund auf gegen das Unrecht am Volk. Den schreckt nicht Bautzen. Aber die Gottesmänner waren eben ganz normale Schisser. So wie die anderen auch. Sie arrangierten sich mit den Begebenheiten und richteten sich ein auf ein tausendjähriges "sozialistisches" Reich... Und predigten Religionsmüll, der die Menschen maximal auf ein besseres Jenseits vertröstete. Während die Oberen ihren polit-religiösen Müll produzierten. Was für eine Alternative gegen ihn...

Zu der Rolle der Kirche während der 89er-Revolution wird dir BS mehr sagen können.

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Pamuk Offline

Drachentöter


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21.06.2009 18:32
#18 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Hast du es irgendwie mit der Geschichtsverdrehung?
Es war die evangelische Kirche, die der Opposition in der DDR ein Forum und Schutz bot!

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Gysi Online

Atheist


Beiträge: 17.387

21.06.2009 18:39
#19 Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Es war die evangelische Kirche, die der Opposition in der DDR ein Forum und Schutz bot!
Na, immerhin. Ich kann daran nicht Heldenhaftes, keinen Gottesbeistand und keinen besonderen Mut erkennen. Den haben die Leute aufgebracht, die ihre Klappen aufgerissen und auf der Straße ihre Freiheit und machmal ihr Leben riskiert haben. Der gewaltige Schutzpatron dieser Revolution, der die Demonstranten beflügelte, war nicht Gott, sondern der hieß Gorbatschow und ist seines Zeichens, nebenbei bemerkt, ein Atheist. 40 Jahre mit Gott im Himmel tat sich nichts in der DDR. Dann kam er. SO läuft das mit der großen Gruppendynamik in der Realität!

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.06.2009 19:51
#20 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Zitat von Pamuk
Das Ziel der Kampagne ist für mich weiterhin sinnlos

Was war denn deiner Meinung nach das Ziel?

Zitat von Pamuk
Es war die evangelische Kirche, die der Opposition in der DDR ein Forum und Schutz bot!

Sagt einer, der nichts, aber auch gar nichts von der DDR selbst miterlebt hat. Du bist es, der hier auf die in Geschichtsfälschung seit Jahrhunderten geübte Kirche reingefallen ist. Die evangelische Kirche war so was von staatstreu, da gabs nicht die mindeste Opposition. Wenn dort welche Opposition gemacht haben, waren das einzelne Kirchediener, die dafür regelmäßíg eins von ihrer Kirche auf den Deckel bekommen haben. Mit diesen Leuten, die die Kirche früher gemaßregelt hat wo es nur möglich war, schmückt sie sich heute und baut das völlig an den Haaren herbeigezogene Geschichtsbild von einer Kirche auf, die Hort der Opposition und Quelle der Wende gewesen wäre.

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

21.06.2009 20:10
#21 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

In Antwort auf:
Sagt einer, der nichts, aber auch gar nichts von der DDR selbst miterlebt hat


Und das ist nun ein wirklich unschlagbares Argument, um sich ja keiner ernstahften Diskussion stellen zu müssen
Ich hoffe du bedenkst, dass du dich somit auch nicht zum Nationalsozialismus oder sonst einem Thema äußern darfst, wenn du die Zeit nicht miterlebt hast

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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.06.2009 21:58
#22 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Ich hoffe du bedenkst, dass ich auch andere Argumente hatte, die du jetzt aber geflissentlich übergehst.

Äußern darf man sich zu allem. Auch zu dem, was man nicht selbst erlebt hat. Aber dann sollte man diese Äußerungen mit Argumenten belegen, und nicht einfach irgendwelche Parolen postulieren.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

22.06.2009 11:56
#23 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Antisemitismus

Zitat von Gysi
Ach so. So eine Art Vulgär-Darwinismus, der letztendlich die religiösen Ressentiments unterfütterte. Es hilft nichts - ich sehe in diesem ganzen Zusammenspiel immer noch die Giftschlange der Religion...


Nö, eigentlich ist der "moderne" Antisemitismus nicht mehr religiös begründet, auch wenn er natürlich auf dem mittelalterlichen, religiös motivierten Antijudaismus aufbaut. Wird zumindest allgemein so rezipiert.

Zitat von Wiki
Moderne“ Antisemiten betrachten Juden pseudowissenschaftlich als geschlossene Abstammungseinheit mit erblichen negativen Eigenschaften, die diese daher durch keine Assimilation, weder christliche Taufe noch „bürgerliche Verbesserung“, ablegen könnten.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Antisemitismus_(bis_1945)

Zitat von Der Spiegel
Insbesondere die Übertragung der evolutionstheoretischen Konzepte C. Darwins auf gesellschaftliche Verhältnisse im Sozialdarwinismus begünstigte rassistische Theorien, die im Zeitalter des Imperialismus die Überzeugung von der Überlegenheit der weißen „Rasse“ naturwissenschaftlich zu legitimieren suchten.


Quelle: http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument...mus&top=Lexikon

"Moderner" Antisemitismus kommt vollständig ohne jeglichen religiösen Bezüge aus; alles andere ist (offenbar nicht nur) in meinen Augen eine klare Fehlanalyse.


Kirche in der DDR

"Die Kirche" mag in ihrer gesamtheit bzw in ihren Führungsstrukturen keine Oppositionsgruppe gewesen sein; die Gegnerschaft zum Staat DDR lässt sich aber auch nicht "auf ein paar Einzelpersonen" reduzieren.

Diverse Gruppen (ob als Teil der Kirche oder nicht) nutzten bspw kirchliche Freiräume; ohne diese Freiräume hätte es die DDR-Opposition in der Vorwendezeit es wesentlich schwerer gehabt.

Zitat von Wiki
Die Bewegung Kirche von Unten (KvU) war eine oppositionelle evangelische Gruppierung in der DDR.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kirche_von_Unten_(DDR)

Zitat von Wiki
Insbesondere in den 1980er Jahren bot die Kirche unterschiedlichsten Gruppen einen sonst nicht vorhandenen Freiraum. In den Kirchen oder unter ihrem Dach entstanden Friedens- und Ökologiearbeitskreise, Frauengruppen und Gruppen, die sich für eine Demokratisierung der Gesellschaft einsetzten. Selbst so kirchenferne Gruppen wie Punks wurden in einzelnen Kirchengemeinden aufgenommen und spielten ihre Konzerte in Kirchen, da sie sonst keine Räume dafür fanden.


Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Christen_und_Kirche_in_der_DDR

Anmerkung: Die Wikipedia-Zitate sollen der Beleg sein, dass es diese Sichtweise offenbar gibt, dass sie für irgend wen legitim ist; eindeutige "So war es"-Beweise wird es bei solchen Aussagen, die stark vom Blickwinkel bzw Einschätzungsfragen abhängen, wohl kaum geben können...


Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.06.2009 12:11
#24 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Zitat von Reinecke
Die Wikipedia-Zitate sollen der Beleg sein, dass es diese Sichtweise offenbar gibt, dass sie für irgend wen legitim ist;...

Hab ich ja gesagt. Die Kirche betreibt hier in geübter, jahrhundertelang erprobter Weise Geschichtsfälschung.
Wenn dich Einzelheiten dazu interessieren, ich war selbst Teil dieser Szene, der "die Kirche" angeblich irgendwelche Freiräume verschafft hat. Meine Erfahrungen in dieser Richtung hatte ich hier bereits ausführlich geschildert.

Im Übrigen ist die "Kirche von unten" der DDR ja gerade der Beleg dafür, dass die Amtskirche kläglich als Opposition versagt hat. Hätte sie das nicht, hätte sich die Kirche von unten ja gar nicht bilden brauchen.

Die sich übrigens in erster Linie als Opposition zur Amtskirche, nicht zum Staat, gesehen hat und sich hauptsächlich mit religiösen Themen beschäftigt hat. Über Umweltproblematik kam es dann erst auch zur Gesellschafts- bzw. Staatskritik. Außerhalb der Amtskirche!

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

22.06.2009 12:22
#25 RE: Der Bus...mal wieder Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Zitat von Reinecke
Die Wikipedia-Zitate sollen der Beleg sein, dass es diese Sichtweise offenbar gibt, dass sie für irgend wen legitim ist;...

Hab ich ja gesagt. Die Kirche betreibt hier in geübter, jahrhundertelang erprobter Weise Geschichtsfälschung.
Wenn dich Einzelheiten dazu interessieren, ich war selbst Teil dieser Szene, der "die Kirche" angeblich irgendwelche Freiräume verschafft hat. Meine Erfahrungen in dieser Richtung hatte ich hier bereits ausführlich geschildert.


Mal Off Topic..aus welcher Ecke der ehemaligen DDR kommst du??

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