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Dieses Thema hat 154 Antworten
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Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

25.07.2009 16:46
#151 RE: Sekten und seelische Behinderung Antworten

In Antwort auf:
Was verstehst du unter Frieden? Wann ist er für dich erreicht? Ist er erhaltenswert? Wenn ja, wie? Denkst du dass alle Menschen von deiner Auffassung von Frieden profitieren werden?


Ich beantworte die Fragen absatzweise.

Ich verstehe unter Frieden ganz allgemein und wenig romantisch einen Zustand in dem menschliche Konflikte ohne Gewalt, am besten in einem rechtlich klar definierten Rahmen, ausgetragen werden.
Er ist erreicht, sobald diese Bedingung erfüllt ist. Dementsprechend bin ich, wohl im Gegensatz zu dir, eindeutig der Auffassung, dass wir hier in der Bundesrepublik und der Europäischen Union Frieden haben. Ich halte Frieden sicher nicht für einen Zustand, in dem sämtliche Probleme und Ungerechtigkeiten beseitigt sind, noch denke ich, wie schon gesagt, dass ein solcher Zustand jemals erreicht werden kann (jedenfalls nicht ohne die Menschen zu beseitigen, was ich nun nicht gerade begrüßen würde). Weiterhin bin ich der Meinung, dass es eine Unsitte ist, positiv besetzte Begriffe wie Frieden, mit allem Positiven aufzuladen, dass man sich nur denken kann. Nach der Devise, da Frieden etwas sehr Gutes darstellt, kann es darin nichts Ungünstiges geben, somit sind Zustände, die irgendwelche Probleme beinhalten nicht wirklich Frieden u.s.w. Das ist vielleicht für Elfenbeinturmphilosophen interessant, führt aber zu nichts außer Wortklauberei, schon gar nicht zur Behebung der tatsächlichen aktuellen Missstände oder "gesellschaftlichem Fortschritt".
Das ist so allgemein aus meiner Sicht nicht zu bejahen. Prinzipiell bin ich der Auffassung, dass Frieden für die große Mehrheit der Menschen etwas Erstrebenswertes darstellt, daher sollte es wohl mittelfristig stets das Ziel sein. Das heißt aber nicht, dass er immer um jeden Preis erhalten werden muss. Beispielsweise kann die Ordnung auf der er fußt, derart ungerecht oder gar lebensbedrohlich sein, dass es meiner Meinung nach gerechtfertigt wäre ihn zu brechen. Ich denke wir finden in der Geschichte auch zahlreiche Beispiele für Kriege, die wir als gerechtfertigt oder sogar notwendig betrachten können.
Das ist eine Frage, die vermutlich nie ausreichend beantwortet werden kann. Kants "Zum ewigen Frieden" (http://www.textlog.de/kant_frieden.html) ist meiner Meinung nach immer noch eine gute und heute sogar - obwohl das zu seiner Zeit sicher Vielen völlig illusorisch erschien - teilweise umgesetze und praktizierte Handlungsanweisung.
Nein, von bloßen Auffassungen über bestimmte Begriffe profitiert bestenfalls ihr Träger und schon gar nicht die gesamte Menschheit, alles Andere ist wohl eher ein theologisches Konzept. Wenn ich all das was du im Wort "Frieden" unterbringst, in 20 verschiedene Wörter packe, ist damit so oder so erstmal nichts über den Nutzen, den Andere jeweils davon haben, gesagt. Da ich Frieden im Gegensatz zu dir auch nicht als einen abgehobenen, problemlosen, übermenschlichen, unveränderlichen und unerreichbaren Endzustand sondern wie oben definiere, stellt sich die Frage nach dem Profit im Grunde so nicht. Da könntest du genau so gut fragen, ob die gesamte Menschheit von meiner persönlichen Auffassung von Freundschaft, Glaube, Hoffnung oder irgend eines Anderen Abstraktums profitiert.

Zitat von SnookerRI
Zitat von Väterchen Nurgle
Ich bemühe mich, mich in deine Glaubensvorstellung hinein zu versetzen und nehme daher an, dass ich richtig liege, wenn ich sage, dass ich die Umsetzung deiner Vorstellung von Frieden als Unterdrückung empfinden würde.

Das ist interessant. Wie redlich deine Bemühungen sind, kann ich kaum beurteilen. Müssten wir aber nicht, wenn du tatsächlich bei meiner Denkweise wärst, zu ein und demselben Schluss kommen? Müssten wir aber nicht, wenn du tatsächlich bei meiner Denkweise wärst, zu ein und demselben Schluss kommen?


Da haben wir mit ziemlicher Sicherheit den Kern des Pudels, was dein Verhalten angeht, Anderen, die dein Königreich Gottes kritisieren, mangelndes Verständnis desselben bzw. deiner Vorstellung davon zu unterstellen. Dieser Kern ist Verblendung. Denn logisch und neutral betrachtet können zwei Personen natürlich eine bestimmte Konzeption gleich gut verstehen und dennoch zu völlig unterschiedlichen Auffassungen darüber gelangen. So ist theoretisch auf jeden Fall möglich, dass mir die Eigenschaften, die du dir für das Königreich Gottes ausmalst, bewusst sind und ich diese dennoch völlig anders beurteile als du. Du magst "Verblendung" als zu hart empfinden aber ich bin mir fast sicher, dass selbst du das bei jeder anderen gesellschaftlichen Konzeption als dem "Königreich Gottes" sofort erkennst. Ich bezweifle z.B., dass du allen Kritikern des Kommunismus unterstellst ihn und seine Eigenschaften nicht richtig verstanden zu haben oder nur von ihrer Vorstellung, der Vorstellung der Befürworter des Kommunismus auszugehen. Vielleicht lehnst du ihn aber auch ab und wirfst nun den Befürwortern vor ihr eigenes Konzept nicht zu verstehen. Dieses Verhalten, würde aber dazu führen, bei jeder Frage, jedem mit einer abweichenden Meinung mangelndes Verständnis für die Frage zu unterstellen. Ich könnte dir z.B. ganz allgemein vorwerfen die Eigenschaften der Demokratie nicht verstanden zu haben und sie nur aus diesem Grund abzulehnen, leider muss ich aber realistischer Weise davon ausgehen, dass du sie sehr wohl begriffen hast und sie dennoch ablehnst. Deine Verblendung besteht daher darin, dass du dir einfach nicht vorstellen magst, dass jemand die Eigenschaften des Königreichs Gottes verstanden hätte und es dennoch ablehnt. Nach dem Motto: Was nicht sein darf, das gibt es auch nicht, obwohl es sebstverständlich sogar ehemalige Zeugen gibt (die haben das natürlich nie wirklich verstanden, nicht wahr?), die dieses Reich nun ablehnen.

In Antwort auf:
Ich weise lediglich darauf hin, dass es zu keiner grundlegenden Verbesserung sondern allesnfalls zur Syptombehandlung kommt.


Wenn man Menschen als eine Krankheit betrachtet, die nur das Göttliche geheilt werden kann, ist dem wohl so.

In Antwort auf:
Das kann ich nicht beurteilen. Ich kann ja noch nicht mal mit Sicherheit sagen, ob das, was du hier erklärst deine ehrliche Meinung ist.


Also ich würde trotz einiger gegenteiliger Erfahrungen sagen, dass es recht sinnvoll ist davon auszugehen, da eine Diskussion sonst einigermaßen schwierig ist.

Zitat von SnookerRI
Nicht Menschen werden dieses Königreich [...] sondern Gott selbst wird es sein.


Zitat von SnookerRI
Allerdings werden nur wenige mit diesem Frieden einig gehe


Jedenfalls bin ich mir sicher, dass falls es dieses Reich jemals geben sollte die "Wenigen"
genau das erzählen werden aber warum arbeitest du dann deiner eigenen Aussage nach dafür, dass es Wirklichkeit wird? Warum versuchst du uns davon zu überzeugen? Da es so oder so nur "nur wenige mit diesem Frieden einig" gehen werden, ist es doch vollkommen irrelevant ob Gysi, Stan, Relix und ich wie der Großteil der Menschen dagegen sein werden. Aber vermutlich geht es dir darum, uns vor der verdienten und selbstgewählten Todesstrafe zu schützen, falls wir es wagen sollten aufzubegehren...

Zitat von SnookerRI
Er weiß ja genau, dass seine Rebellion zu Unfrieden, Gewalt, Leid und Tod führen wird.


Zitat von SnookerRI
Wer sich wider besseres Wissen gegen Gott auflehnt wird demnach sterben wollen.


Zitat von SnookerRI
Wie ich bereits erwähnte, wird jeder Mensch, die persönliche Gelegenheit bekommen, eigenständig und eigenverantwortlich die Entscheidung für oder gegen das Leben zu treffe


In Antwort auf:
In Antwort auf:
Würdest du ein solches Werkzeug sein, wenn Gott dich auserwählte sein Königreich und den Frieden zu verteidigen, damit sich die Krankheiten des Unfriedens, der Gewalt und nicht zuletzt des Unglaubens nicht wiederholen?
Aus der Biebel lässt sich nicht schließen, dass ein solcher Aufruf nach Errichtung des Königreiches hier auf Erden erschallen wird. Sie legt den Schluss nahe, dass eine Verteidigung oder Aufrechterhaltung des Königreiches nicht durch Waffengewalt sondern durch das Ausleben göttlicher Grundsätze wie Liebe und Demut herbeigeführt wird.


Wie sollte die Bibel auch wissen, wie ich mich entscheiden werde? Du sprichst doch immer von der Willensfreiheit. Was nun wenn ich (und mit mir vielleicht viele Andere) mich trotz des tugendhaften Lebens der "Wenigen" entscheide in meinem Unglauben zu verharren und Gott wie sein Reich abzulehnen und diese Idee verbreiten mit dem Ziel sein Reich dadurch zu vernichten, dass sich die Menschen dagegen auflehnen. Du sprachst davon, dass diese "Rebellion" "Konsequenzen" nach ziehen müsste, davon dass es "Hohn" und "Arroganz" wäre diese Konsequenz abzulehnen, davon ich ja sterben wollte, wenn ich aufbegehrte. Aber was tust du, wenn mich Gott nicht für mein Verbrechen tötet und ich die Menschen dazu bringe sich von seinem Reich und dem Christentum abzuwenden und über Letztere wie ihn selbst zu spotten?

Gruss
Väterchen Nurgle

SnookerRI Offline

Soul-Societist


Beiträge: 8.325

09.08.2009 10:43
#152 RE: Sekten und seelische Behinderung Antworten

So nach den zwei Wochen Action auf der Arbeit habe ich nun erstmal wieder etwas mehr Zeit.

Hallo Väterchen_Nurgle... Vorab möchte ich dir danken, dass du deine Ansicht über Frieden gründlich geschildert hast. Ein paar Anmerkungen sind mir dazu gekommen und ich bitte dich, sie nicht als Angriff auf deine Person zu werten. Ich hasse diese Art von Missverständnissen und möchte nicht unnötig Ziet darauf verwenden müssen, diese wieder auszuräumen.


In Antwort auf:
Ich verstehe unter Frieden ganz allgemein und wenig romantisch einen Zustand in dem menschliche Konflikte ohne Gewalt, am besten in einem rechtlich klar definierten Rahmen, ausgetragen werden.
Er ist erreicht, sobald diese Bedingung erfüllt ist. Dementsprechend bin ich, wohl im Gegensatz zu dir, eindeutig der Auffassung, dass wir hier in der Bundesrepublik und der Europäischen Union Frieden haben.
Das ist interessant. Wo siehst du denn diesen klar definierten rechtlichen Rahmen? Ist die Vielzahl der Gesetze und ihre verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten, ihre Unzulänglichkeit und die daraus resultierenden Schlupflöcher, Grauzonen und Fehlurteile ein Beleg für den klar definierten rechtlichen Rahmen? Was ist mit der Korruption in diesem Zweig? Gibt es die gar nicht? Gewalt ist ein vielseitiger Begriff. Man kann auch durch Verdrehung der Tatsachen Gewalt ausüben.

In Antwort auf:
Ich halte Frieden sicher nicht für einen Zustand, in dem sämtliche Probleme und Ungerechtigkeiten beseitigt sind, noch denke ich, wie schon gesagt, dass ein solcher Zustand jemals erreicht werden kann (jedenfalls nicht ohne die Menschen zu beseitigen, was ich nun nicht gerade begrüßen würde).
Ich akzeptiere deine Ansicht über "Frieden", weise aber nochmals darauf hin, dass es bei der biblischen Ansicht nicht darum geht, einfach Menschen zu beseitigen, sondern nur dei Schlechtigkeit an sich - die Motivation andere in irgendeiner Weise ob verbal oder tätlich zu übervorteilen. Menschen die daraufhin weiterhin Schlechtes treiben wollen, werden wie alle anderen auch mit den Konsequenzen ihrer Handlungsweise konfrontiert.

In Antwort auf:
Weiterhin bin ich der Meinung, dass es eine Unsitte ist, positiv besetzte Begriffe wie Frieden, mit allem Positiven aufzuladen, dass man sich nur denken kann. Nach der Devise, da Frieden etwas sehr Gutes darstellt, kann es darin nichts Ungünstiges geben, somit sind Zustände, die irgendwelche Probleme beinhalten nicht wirklich Frieden u.s.w. Das ist vielleicht für Elfenbeinturmphilosophen interessant, führt aber zu nichts außer Wortklauberei, schon gar nicht zur Behebung der tatsächlichen aktuellen Missstände oder "gesellschaftlichem Fortschritt".
Warum sollte es denn dann überhaupt noch um die Behebung tatsächlicher Missstände gehen wenn sie doch deiner Meinung nach den Freiden ohnehin nicht antasten und generell zum Leben in einer Gemeinschaft dazugehören? In letzter Konsequenz hieße das doch: "Däumchen drehen, es wird sowieso immer Missstände geben, das gehört zum Leben dazu; ein wenig Symptombehandlung hier und da. Man kann sich auch Frieden schaffen, indem man Unfrieden einfach Frieden nennt.


In Antwort auf:
Das heißt aber nicht, dass er immer um jeden Preis erhalten werden muss. Beispielsweise kann die Ordnung auf der er fußt, derart ungerecht oder gar lebensbedrohlich sein, dass es meiner Meinung nach gerechtfertigt wäre ihn zu brechen.

War es dann überhaupt Frieden? Frieden, der auf Ungerechtigkeit fußt? Eine durchaus interessante Ideologie, die mir doch sehr widersprüchlich erscheint, was wohl in unserer unterschiedlichen Auffassung über Frieden begründet liegt.

In Antwort auf:
Ich denke wir finden in der Geschichte auch zahlreiche Beispiele für Kriege, die wir als gerechtfertigt oder sogar notwendig betrachten können.
Kannst du das den unschuldigen zivilen Opfern dieser Kriege auch so sagen? War deren Tod notwendig? Krieg führt ja bekanntermaßen zu Tod und Zerstörung. Es hat noch keinen Krieg gegeben, bei dem nur Soldaten bzw. deren Verantwortliche ums Leben kamen. Die meisten Kriege und Militärschläge zielen grade auf die Vernichtung der Zivilbevölkerung ab, wenn ich mal an Dresden, Splitterbomben, und Granaten, die wie Spielzeug aussehen, erinnern darf -.- . Ist das deiner Meinung nach wirklich eine mögliche, ja zuweilen notwendige Alternative, um eine ungerechte Grundlage eines sog. Frieden zu brechen? Das ist wirklich ein beeindruckendes Zeugnis für die Herrscherqualitäten der Menschen. "Wir schaffen Frieden durch Krieg"

In Antwort auf:
Da ich Frieden im Gegensatz zu dir auch nicht als einen abgehobenen, problemlosen, übermenschlichen, unveränderlichen und unerreichbaren Endzustand sondern wie oben definiere, stellt sich die Frage nach dem Profit im Grunde so nicht.
Du hälst meine Definition von Frieden für unerreichbar, während ich die deine - gerade was den Punkt gerechtfertigte und notwendige Kriege betrifft - als menschenfeindlich betrachte. Soweit so klar. Und ich bin beruhigt, wegen deiner Antwort auf meine Frage.

In Antwort auf:
Dieser Kern ist Verblendung. Denn logisch und neutral betrachtet können zwei Personen natürlich eine bestimmte Konzeption gleich gut verstehen und dennoch zu völlig unterschiedlichen Auffassungen darüber gelangen.
Natürlich kann das sein. Darum ging es aber gar nicht. Es ging um die Denkweiseund die Beurteilung des "gleichverstandenen" Konzeptes, welche sich aufgrund der Denkweise ergibt. Du hast behauptet, du bemühtest dich, meine Glaubensvorstellung nachzuvollziehen. Die Formulierung allein legt den Schluss nahe, dass das wohl nicht mit Leichtigkeit zu schaffen ist. Es geht eben um viel mehr als ein Konzept gleich gut zu verstehen. Es geht um die Beurteilung und um Handlungsmaxime daraus. Du kommst aufgrund deiner Beurteilung zu völlig anderen Ansätzen wie ich durch meine Beurteilung, und das obwohl wir hier mal unterstellen, ein Konzept gleich gut verstanden zu haben. Im weiteren Verlauf deines Beitrages kommst du interessanterweise ja zu dem gleichen Schluss.
Mit Verblendung hat das also weniger zu tun.

In Antwort auf:
Deine Verblendung besteht daher darin, dass du dir einfach nicht vorstellen magst, dass jemand die Eigenschaften des Königreichs Gottes verstanden hätte und es dennoch ablehnt. Nach dem Motto: Was nicht sein darf, das gibt es auch nicht, obwohl es sebstverständlich sogar ehemalige Zeugen gibt (die haben das natürlich nie wirklich verstanden, nicht wahr?), die dieses Reich nun ablehnen.


Das Gegenteil ist der Fall. Wenn jemand behauptet, er hätte die Eigenschaften des Königreiches verstanden, kann ich das zwar auf die Glaubwürdigkeit hin hinterfragen, letztlich lasse ich das aber als seine Behauptung stehen. Ob er sie tatsächlich verstanden hat, kann man von außen nur sehr schwer beurteilen. Allerdings ist das auch müßig, da ja jeder für seine Überzeugung Rechenschaft ablegen wird. Ich habe also ständig mit Menschen Kontakt, die behaupten, sie lehnten das Königreich Gottes aufgrund seiner Eigenschaften ab. Bei manchen zweifele ich da mehr bei anderen weniger, da ich mir des Umstandes bewusst bin, dass es wirklich Menschen gibt, die eher leid und Tod sehen wollen, als Gerechtigkeit und echten Frieden. Hinzu kommt, dass sich Auffassungen auch verändern können, was bei den ehemaligen Vertretern des Königreiches zu beobachten ist. Wenn man einmal für Freiden einsteht, bedeutet das ja noch lange nicht, dass man das zeit seines Lebens tut.

In Antwort auf:
Wenn man Menschen als eine Krankheit betrachtet, die nur das Göttliche geheilt werden kann, ist dem wohl so.

Unberechtigte Unterstellungen bringen uns doch nicht weiter, Nurgle. Nicht der Mensch ist die Krankheit, sondern die Neigung des Menschen zur Verursachung von Leid. Ich frage mich, wie oft ich das noch gebetsmühlenartig wiederholen muss, bis es auch tatsächlich mal akzeptiert wird.

In Antwort auf:
aber warum arbeitest du dann deiner eigenen Aussage nach dafür, dass es Wirklichkeit wird?
Weil mir das Wohl aller Menschen am herzen liegt - nicht nur das einer elitären Gruppe, die sich ihren sog. Frieden auf den Rücken der Unterdrückten erkauft hat.

In Antwort auf:
Warum versuchst du uns davon zu überzeugen?
Ich verscuhe lediglich zu informieren und selbst Information zu erhalten. Überzeugungsarbeit muss schon jeder eingenständig und persönlich leisten.

In Antwort auf:
Aber was tust du, wenn mich Gott nicht für mein Verbrechen tötet und ich die Menschen dazu bringe sich von seinem Reich und dem Christentum abzuwenden und über Letztere wie ihn selbst zu spotten?
Da sich dann wieder Gewalt, Terror, und Tod ausbreiteten, wäre ich wohl eines ihrer ersten Opfer und hätte somit nicht mehr viel zu tun.



____________________________________________
In Memory of Soul-Society

Wohl gibt es zwei Arten von Freunden und es sind diese: Käufliche und Unbezahlbare

Wo Wahrheit ist, ist Bescheidenheit (K.H.Deschner)

Wir wissen nur so viel, wie wir fragen (Wessel Gansfort, 1419-1489)

Väterchen_Nurgle Offline




Beiträge: 168

25.08.2009 17:39
#153 RE: Sekten und seelische Behinderung Antworten

Zitat von SnookerRI
Wo siehst du denn diesen klar definierten rechtlichen Rahmen? Ist die Vielzahl der Gesetze und ihre verschiedenen Interpretationsmöglichkeiten, ihre Unzulänglichkeit und die daraus resultierenden Schlupflöcher, Grauzonen und Fehlurteile ein Beleg für den klar definierten rechtlichen Rahmen?


Falls man nicht daran glauben mag, dass die Menschen irgendwann einfach von einer übernatürlichen Wesenheit in einen Zustand der perfekten Harmonie versetzt werden, muss man sich mit relativen Lösungen zufrieden geben. Das mag zunächst ernüchternd wirken, hat aber wohl zumindest mehr gebracht als die Gebete vergangener Generationen zu deinem Gott, er möge sie doch endlich aus ihrem Elend erlösen. Ich meine, dass wenn wir uns unseren Rechtsstaat anschauen, die europäische Union, den Wohlstand, den hier selbst die Schwachen genießen und die politischen Mitwirkungsmöglichketen, den Grad an Zivilisation in unserer Gesellschaft und das mit dem Zustand vor nur wenigen Jahrhunderten vergleicht, kommt man glaube ich nicht umhin zuzugeben, dass menschliche Arbeit sehr wohl zu gravierenden Verbesserungen imstande ist und das hängt nicht nur mit dem Fortschreiten der Forschung zusammen. Hast du dir schon einmal das Rechtswesen im Heiligen Römischen Reich zur frühen Neuzeit angesehen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass viele Menschen von damals, könnten sie über den heutigen Rechtsstaat urteilen, der für dich ein Ausbund von Korruption, Ungerechtigkeit und Unsicherheit ist, in ihm fast das Paradies sehen würden, von den Lebensumständen ganz zu schweigen. Nur ist keine dieser Segnungen über uns gekommen, weil die Menschen fromm genug für ein paar Geschenke von Jesus waren, sondern weil sie für relative Lösungen ihrer konkreten Probleme gearbeitet haben, statt sich auf das Gefasel von Endzeitpredigern zu verlassen (oder glaubst du, dass die Zeugen das als erste erfunden haben?), das Weltenende stehe unmitelbar bevor und sie sollten für ihre ach so schrecklichen Sünden Buße tun, wenn sie das "Königreich Gottes" noch erblicken wollten.


Zitat von Snooker
Warum sollte es denn dann überhaupt noch um die Behebung tatsächlicher Missstände gehen wenn sie doch deiner Meinung nach den Freiden ohnehin nicht antasten und generell zum Leben in einer Gemeinschaft dazugehören? In letzter Konsequenz hieße das doch: "Däumchen drehen, es wird sowieso immer Missstände geben, das gehört zum Leben dazu; ein wenig Symptombehandlung hier und da.


Nun wie gesagt: Das was du " Symptombehandlung" und "Däumchen drehen" nennst, hat den Menschheit bisher eine ganze Menge mehr gebracht, als das Imitieren von frömmelnden Weltenbrandpropheten. Ich bezweifle, dass das in Zukunft anders sein wird.

Zitat von SnookerRI
War es dann überhaupt Frieden? Frieden, der auf Ungerechtigkeit fußt? Eine durchaus interessante Ideologie, die mir doch sehr widersprüchlich erscheint


Warum? Ich schätze, offen gesagt, meine Definition von "Frieden" ist alltagstauglicher und passender als deine, wenn auch weniger romantisch. Ist dir schon aufgefallen, dass deine Defintion so abgehoben von der Realität ist, dass danach aller Wahrscheinlichkeit nach kein Mensch jemals behaupten durfte im Frieden zu leben? Das trifft nicht wirklich, das was der Großteil der Menschheit meint, wenn er dieses Wort gebraucht.
Für dich bezeichnet "Frieden" einen perfekten Endzustand, in dem Menschen neben allen Sorgen auch noch ein paar ihrer natürlichen Eigenschaften los wären, und alles Andere ist im Grunde Zeitverschwendung, weil "Symptombehandlung". Für mich ist Frieden eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für nachhaltige Zufriedenheit der Menschen.


Zitat von SnookerRI
In Antwort auf:
Ich denke wir finden in der Geschichte auch zahlreiche Beispiele für Kriege, die wir als gerechtfertigt oder sogar notwendig betrachten können.
Kannst du das den unschuldigen zivilen Opfern dieser Kriege auch so sagen? War deren Tod notwendig? Krieg führt ja bekanntermaßen zu Tod und Zerstörung. Es hat noch keinen Krieg gegeben, bei dem nur Soldaten bzw. deren Verantwortliche ums Leben kamen. Die meisten Kriege und Militärschläge zielen grade auf die Vernichtung der Zivilbevölkerung ab, wenn ich mal an Dresden, Splitterbomben, und Granaten, die wie Spielzeug aussehen, erinnern darf -.- . Ist das deiner Meinung nach wirklich eine mögliche, ja zuweilen notwendige Alternative, um eine ungerechte Grundlage eines sog. Frieden zu brechen? Das ist wirklich ein beeindruckendes Zeugnis für die Herrscherqualitäten der Menschen. "Wir schaffen Frieden durch Krieg"


Wo du schon Dresden ansprichst: Über die Notwendigkeit jeder einzelnen Militäroperation und den Tod jedes einzelnen Zivilisten kann man sich sicherlich streiten aber was hättest du denn grundsätzlich anstelle der Alliierten getan? Hättest du wie es das NT fordert, den Faschisten auch die andere Wange hingehalten? Ob das den Völkern der Welt gutgetan hätte, wage ich schon abseits von milde gesagt wenig demokratischen Machtausübungskonstruktionen allein mit einem kurzen Seitenblick auf die Vernichtungslager zu bezweifeln.
Also: Ja, ich meine das ist das eine zuweilen nicht nur mögliche, sondern notwendige Alternative. Ich betrachte, den von dir ins Spiel gebrachten 2. Weltkrieg, geradezu als ein Paradebeispiel dafür, dass "Appeasement" nicht immer die beste Option ist.

Zitat von SnookerRI
Ich habe also ständig mit Menschen Kontakt, die behaupten, sie lehnten das Königreich Gottes aufgrund seiner Eigenschaften ab. Bei manchen zweifele ich da mehr bei anderen weniger, da ich mir des Umstandes bewusst bin, dass es wirklich Menschen gibt, die eher leid und Tod sehen wollen, als Gerechtigkeit und echten Frieden.


Das ist aber nett Snooker.

Also kann jemand, der dein Königreich Gottes hypothetisch hinreichend gut verstanden hat und es dennoch ablehnt, nur ein Sadist sein. Meiner Meinung bist du damit, was die Verblendung angeht, nun nicht wirklich aus dem Schneider.

Um mein eigenes Beispiel fortzuführen: Der Kommunist gesteht den Nichtkommunisten nun zu, dass sie den Kommunismus zwar theoretisch gesehen verstehen und ablehnen können, sie dann aber zumindest "eher leid und Tod sehen wollen" und "Gerechtigkeit und Frieden ablehnen". Kann nicht anders sein. Schließlich ist der Kommunismus per Definition gerecht und gut.

So kommst du zu der Unterstellung die ehemaligen Zeugen, könnten nicht für den Frieden einstehen. Sicher, es kann sein, dass sie nicht mehr für das kämpfen, was du und eine winzige Minderheit der Menschheit als Frieden bezeichnen.

Zitat von SnookerRI
Hinzu kommt, dass sich Auffassungen auch verändern können, was bei den ehemaligen Vertretern des Königreiches zu beobachten ist. Wenn man einmal für Freiden einsteht, bedeutet das ja noch lange nicht, dass man das zeit seines Lebens tut


Zitat von SnookerRI
Da sich dann wieder Gewalt, Terror, und Tod ausbreiteten, wäre ich wohl eines ihrer ersten Opfer und hätte somit nicht mehr viel zu tun.


Fühlst du du dich im Moment so bedroht, dass du um dein Leben fürchtest? Habe ich gesagt, dass der hypothetische Versuch das ebenso hypothtische Königreich Gottes abzuschaffen zu einer Art archaischen, blutrünstigen, primitven Stammesgesellschaft führen soll? Ich hatte schon eher eine Demokratie wie die BRD im Sinn.


Gruss
Väterchen Nurgle

Volker Offline



Beiträge: 151

22.05.2014 23:17
#154 RE: Sekten und seelische Behinderung Antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #3
Die meisten denken doch immer noch, dass Religion für die Ethikbildung wichig sei.


Die schlimmsten Feinde der Religion sind nicht die Atheisten, sondern diejenigen, die die Religion für nichtreligiöse Zwecke missbrauchen. Dazu gehören auch die, die sie zur Ethikbildung einsetzen.

Volker Offline



Beiträge: 151

22.05.2014 23:47
#155 RE: Sekten und seelische Behinderung Antworten

Zitat von Gast im Beitrag #132
Ich will hier keinen neuen Streit über die Evolution vom Zaun brechen. Darüber wurde hier nun wirklich zur genüge diskutiert. Allerdings sollten sich Evolutionisten ihrer Sache nicht zu sicher sein, und immer offen für neue Erkenntnisse sein.



Man sollte nicht den Fehler begehen, die Diskussion zwischen Evolutionisten und Kreationisten für religiös relevant zu halten.
Die Aussage "Ich glaube, dass Gott mich erschaffen hat..." (Luthers Kleiner Katechismus) widerspricht nicht der Aussage "Ich wurde von zwei minderjährigen Idioten gezeugt, die zu blöd waren, ein Kondom zu benutzen".

Ebensowenig widerspricht die Aussage, dass alle rezenten und ausgestorbenen Arten von Lebewesen von Gott geschaffen wurden, der Aussage, dass sie durch Evolution entstanden sind.

Wissenschaftliche Wahrheit und religiöse Wahrheit liegen in verschiedenen Dimensionen.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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