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Dieses Thema hat 84 Antworten
und wurde 3.295 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
Seiten 1 | 2 | 3 | 4
Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

21.07.2009 12:31
#26 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
Die Persönlichkeit eines Menschen mag determiniert, austauschbar oder sonstwas sein, aber es gibt keinerlei Alternative zu ihr

Wenn sie austauschbar ist, könnte man sie doch permanent wechseln. Dann gäbe es doch unendlich Alternativen. Die Frage ist m. E. eher, ob es eine Alternative zum Prinzip der Identifikation gibt, aus der dann das Gefühl einer festen Persönlichkeit entsteht.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

21.07.2009 14:50
#27 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Man muss nur seine abendländische Brille abnehmen, dann versteht man, dass Religion (oder allgemeiner: "Spiritualität") nur die konsequente Fortsetzung der Philosophie ist.


Ich - und ich denke Nurgle denkt ebenso - bin sehr zufrieden, mit der "abendländischen" Sicht, denn eine Philosophie, deren Fortführung die Religion ist, war nach meinem Verständnis niemals Philosophie. Wenn die fernöstliche "Philosophie" so gestrickt ist, dann kann sie meinetwegen ins Nirvana fahren - und dort bleiben.

In Antwort auf:
Das "Urbewusstsein" ist reines Gewahrsein, jenseits von Merkmalen, Konzepten und Kategorien, zudem gibt es in diesem Gewahrsein keinen Unterschied zwischen "mir" und "allem anderen", da die Illusion der Dualität überwunden ist.


Das ist aber leider weder Wissenschaft noch (der abendländischen Brile nach) Philosophie. Das ist eine leere Behauptung, daher Religion/Glaube/Spiritualität/Unsinn

In Antwort auf:
Die Frage ist m. E. eher, ob es eine Alternative zum Prinzip der Identifikation gibt, aus der dann das Gefühl einer festen Persönlichkeit entsteht.


Das habe ich gemeint, und NEIN geantwortet.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

22.07.2009 11:00
#28 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
Ich - und ich denke Nurgle denkt ebenso - bin sehr zufrieden, mit der "abendländischen" Sicht, denn eine Philosophie, deren Fortführung die Religion ist, war nach meinem Verständnis niemals Philosophie. Wenn die fernöstliche "Philosophie" so gestrickt ist, dann kann sie meinetwegen ins Nirvana fahren - und dort bleiben.

Vielleicht hätte ich stärker betonen sollen, dass Spiritualität im Sinne der inneren Entwicklung aus "morgenländischer" Sicht die Fortführung der Philosophie ist; diese Entwicklung besteht dann weder darin, sich von "Gurus" ausbeuten zu lassen noch exotische Räuche zu inhalieren, sondern konsequent eine "Brille" nach der anderen abzunehmen.
Zitat von Relix
Das ist aber leider weder Wissenschaft noch (der abendländischen Brile nach) Philosophie. Das ist eine leere Behauptung, daher Religion/Glaube/Spiritualität/Unsinn

Hm, das ist auch eine Frage der Sicht. Meiner Ansicht nach ist das nämlich eine recht brauchbare Arbeitshypothese, schon deshalb, weil sie ohne ein festes, diktatorisches Ego auskommt. Ist diese "Urbewusstseins-Theorie" nicht ein guter Kompromiss zwischen "Ich" und "Nicht-Ich"? Es wird kein Licht im Oberstübchen ausgeknipst (das meintest du wahrscheinlich damit, dass das Bewusstsein immer da ist), in selbigem Oberstübchen residiert aber auch kein breitbeiniger Hausherr namens Ich, sondern eine Menge Geistesfaktoren, von denen aber keines greifbar (im Sinne von fest, ewig, unveränderlich) wäre; nichts, was man "Ich" nennen könnte.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

22.07.2009 11:06
#29 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
sondern konsequent eine "Brille" nach der anderen abzunehmen.


Scheint meiner Meinung nach nur nicht zu funktionieren und praktisch auf etwas ganz anderes hinauszulaufen.

In Antwort auf:
Meiner Ansicht nach ist das nämlich eine recht brauchbare Arbeitshypothese, schon deshalb, weil sie ohne ein festes, diktatorisches Ego auskommt.


Nein. Eine Arbeitshypothese besteht nicht aus nur einem Fakt und einer beliebigen Anzahl an beliebigen Inhalten, die darin vorkommen, "weil sie einem gefallen".

In Antwort auf:
Ist diese "Urbewusstseins-Theorie" nicht ein guter Kompromiss zwischen "Ich" und "Nicht-Ich"?


Nein.

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-Anonym

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

22.07.2009 11:32
#30 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
Scheint meiner Meinung nach nur nicht zu funktionieren und praktisch auf etwas ganz anderes hinauszulaufen.

Beurteile den gesamten Buddhismus nicht an einem einzigen seiner Vertreter. Meine Erleuchtung ist noch in Arbeit, die zentrale Spiritualitäts-Dienstleistungstelle sagt aber, es könne nicht mehr lange dauern.

Spaß beiseite.
Zitat von Relix
Nein. Eine Arbeitshypothese besteht nicht aus nur einem Fakt und einer beliebigen Anzahl an beliebigen Inhalten, die darin vorkommen, "weil sie einem gefallen".

Es scheint mir einfach logisch; der mittlere Weg zwischen "Ich bin" und "Ich bin nicht" ist jedenfalls die schlüssigste Theorie, die mir bis dato untergekommen ist. Und weshalb soll sie nun beliebig sein?
Zitat von Relix
Nein.

Was für ein philosophisches Meisterwerk.....diese klare Beweisführung, diese präzise Logik...

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

22.07.2009 12:59
#31 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Beurteile den gesamten Buddhismus nicht an einem einzigen seiner Vertreter. Meine Erleuchtung ist noch in Arbeit, die zentrale Spiritualitäts-Dienstleistungstelle sagt aber, es könne nicht mehr lange dauern.


Es gibt auch noch ein paar andere Vertreter, an denen ich ihn beurteile...

In Antwort auf:
Es scheint mir einfach logisch; der mittlere Weg zwischen "Ich bin" und "Ich bin nicht" ist jedenfalls die schlüssigste Theorie, die mir bis dato untergekommen ist.


Schön für dich. Aber nach wissenschaftlichen Kriterien ist es weder eine These, noch eine Hypothese und schon gar keine Theorie.

In Antwort auf:
Und weshalb soll sie nun beliebig sein?


Weil "sie gefällt mir" kein wirklich relevantes Kriterium ist...

In Antwort auf:
Was für ein philosophisches Meisterwerk.....diese klare Beweisführung, diese präzise Logik...


Kurz und bündig. Du hast gefragt, ob die "Urbewusstseins-"Theorie"" ein guter Kompromiss zwischen "Ich" und "Nicht-Ich" ist und meiner Meinung nach: Nein.
Lege wissenschaftlich relevante Kriterien vor, dann werde ich mich auch genauer äußern.

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

23.07.2009 11:32
#32 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
Es gibt auch noch ein paar andere Vertreter, an denen ich ihn beurteile...

Vertreter, die 2500 Jahre buddhistischer Lehre vertreten können?
Zitat von Relix
Schön für dich. Aber nach wissenschaftlichen Kriterien ist es weder eine These, noch eine Hypothese und schon gar keine Theorie.

Schau, wir wissen folgendes: Man kann noch so lange suchen, das "Ich" hat keinen festen Kern. Ich hoffe, darauf können wir uns einigen? Nur das - von dir selbst angeführte! - grundlegende Bewusstsein ist beständig. Im (Vajrayana-)Buddhismus gilt es als klar und rein; rein von der Illusion der Dualität ("Ich-alles andere"). Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie es sich sonst verhalten könnte, deswegen halte ich die Urbewusstseins-Theorie für eine gute Arbeitshypothese.

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

23.07.2009 12:48
#33 RE: Walter stellt sich vor Antworten

ICH geh jetzt erstmal aufs Klo und dann arbeiten.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

23.07.2009 13:54
#34 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Vertreter, die 2500 Jahre buddhistischer Lehre vertreten können?


An irgendetwas muss man ja die Religion beurteilen können. Und woran sonst?

In Antwort auf:
Im (Vajrayana-)Buddhismus gilt es als klar und rein; rein von der Illusion der Dualität ("Ich-alles andere").


Das Problem ist, dass es für diese Behauptung der "Illusion der Dualität" schlicht und einfach keine Belege gibt. Es gibt keinerlei logischen Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass es kein festes Ich gibt und der Behauptung, dass das Bewusstsein und der Rest der Welt "eins" sind - daher ist auch die Weiterfürung durch eine (ebenfalls beleglose) Urbewusstseins-"Theorie" absurd.

In Antwort auf:
Ehrlich gesagt kann ich mir nicht vorstellen, wie es sich sonst verhalten könnte


Fantastische Begründung...

In Antwort auf:
ICH geh jetzt erstmal aufs Klo und dann arbeiten.


Ich hab Ferien! HAHAHAHAHA!!!

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

23.07.2009 22:07
#35 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
Ich hab Ferien! HAHAHAHAHA!!!


ICH bin wieder da.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

24.07.2009 01:35
#36 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
ICH bin wieder da.


Ich war nie weg.

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

24.07.2009 06:05
#37 RE: Walter stellt sich vor Antworten

ICH .....komme!!

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

24.07.2009 11:24
#38 RE: Walter stellt sich vor Antworten

also ich kann mit dem Buddhismus nichts anfangen.
Und wenn wir mal ehrlich sind hat der Buddhismus auch nichts
Weltbewegendes Bewirkt.
Gerade Prinzipen wie Selbstbeherrschung, Karma, Wiedergeburt
stehen im krassen Widerspruch zu dem was im fernöstlichen Raum tatsächlich gelebt wird.
Diese Tugenden sind nur das Opium mit welchem das einfache Volk ruhig gestellt werden soll
analog zu dem was man in christlichen Kreisen macht, in dem man alles auf eine zukünftige
Bessere Welt vertröstet.
In keinem Teil der Welt werden Menschen schlimmer Ausgebeutet und Unterdrückt wie
in Indien, China, usw.
Was bringt einem die schönste Religion, wenn sich die Menschen in deren Macht es stehen würde etwas zum
Besseren zu verändern nicht nach ihr leben.

Glaube ist Aberglaube

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

24.07.2009 12:04
#39 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
An irgendetwas muss man ja die Religion beurteilen können. Und woran sonst?

Wenn man sie an ihren Früchten beurteilt, was prinzipiell richtig ist, dann an allen ihren Früchten. Als Buddhist bekommt man auch keinen Heiligenschein anmontiert. Die Rezeption des Buddhismus liegt, wie bei allen Religionen, in der Hand des Einzelnen; man kann sie nutzen, um ein besserer Mensch zu werden, oder, im Extremfall, als Rechtfertigung, um anderen Menschen den Schädel einzuschlagen (ist im Buddhismus auch schon passiert). Außerdem gibt es, grade im Westen, einige sehr fragwürdige Organisationen, die sich selbst als buddhistisch bezeichnen, deren Authentizität aber vor allem unter Buddhisten stark umstritten ist.
Zitat von Relix
Das Problem ist, dass es für diese Behauptung der "Illusion der Dualität" schlicht und einfach keine Belege gibt. Es gibt keinerlei logischen Zusammenhang zwischen der Tatsache, dass es kein festes Ich gibt und der Behauptung, dass das Bewusstsein und der Rest der Welt "eins" sind - daher ist auch die Weiterfürung durch eine (ebenfalls beleglose) Urbewusstseins-"Theorie" absurd.

Durch die Erkenntnis der Tatsache, dass das "Ich" nicht inhärent existiert, nähert man sich dem, was im Buddhismus Non-Dualität genannt wird, aber an. Wenn man keinen krassen Unterschied zwischen sich und dem Rest der Welt macht, fällt es leichter, die größeren Zusammenhänge zu sehen; dass alle Phänomene aufgrund ihrer wechelseitigen Abhängigkeit voneinander miteinander in Verbindung stehen. Die Aussage, dass alles Eins sei, stimmt im Prinzip, ist aber irreführend, weil man sich dieses "Eins" erstent als Brei vorstellt und zweitens als Gegensatz zur "Zwei", also als in sich geschlossenes System, das nur im Gegensatz zu allem anderen steht, was es möglicherweise auch noch gibt. Die Quantenphysik hat sich der Non-Dualität angenährt (ich will nicht behaupten, sie hätte sie bewiesen); jedenfalls hat sie laut Astrophysiker Thrin Xuan Thuan herausgefunden, dass die Realität unteilbar ist.
In Antwort auf:

Fantastische Begründung...


Wenn du eine bessere Theorie hast, schieß los.

Wundere dich aber nicht, wenn ich so schnell nicht antworte: morgen gehts für 3 Wochen in den sonigen Süden.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

24.07.2009 12:22
#40 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Wenn man sie an ihren Früchten beurteilt, was prinzipiell richtig ist, dann an allen ihren Früchten.


Tolle Aussage. Soll ich jetzt vielleicht alle Millionen Buddhisten persönlich interviewen, bevor ich das Recht habe, mir eine Meinung zu bilden?

In Antwort auf:
Die Rezeption des Buddhismus liegt, wie bei allen Religionen, in der Hand des Einzelnen; man kann sie nutzen, um ein besserer Mensch zu werden, oder, im Extremfall, als Rechtfertigung, um anderen Menschen den Schädel einzuschlagen (ist im Buddhismus auch schon passiert).


Es fängt ja schon mal an, dass ich Religionen grundsätzlich als völlig schädlich betrachte und dabei noch konsequent ausschließe, dass sie sowohl für das Individuum als auch für die Gemeinschaft einen wirklich postiven Effekt haben können. Dementsprechend bin ich natürlich vorbelastet, den Buddhismus nicht unbedingt postitiv zu sehen.

In Antwort auf:
Durch die Erkenntnis der Tatsache, dass das "Ich" nicht inhärent existiert, nähert man sich dem, was im Buddhismus Non-Dualität genannt wird, aber an.


Nein, tut man nicht. Du magst es tun, aber zu meinen, es müsste jedem Anderen auch so gehen, ist Unsinn. Das Bewusstsein existiert wie gesagt inhärent und aus der Tatsache, dass die Persönlickeit eines Menschen nicht fest und unveränderbar ist, folgt kein Bisschen, dass "Ich" und der "Rest" "eins" sind.

In Antwort auf:
Wenn man keinen krassen Unterschied zwischen sich und dem Rest der Welt macht, fällt es leichter, die größeren Zusammenhänge zu sehen; dass alle Phänomene aufgrund ihrer wechelseitigen Abhängigkeit voneinander miteinander in Verbindung stehen.


Mir egal, ob es irgendwem leichter fällt. Solange ich keine Belege sehe (oder überhaupt Argumente), kann ich es nicht glauben...

In Antwort auf:
Wundere dich aber nicht, wenn ich so schnell nicht antworte: morgen gehts für 3 Wochen in den sonigen Süden.


Viel Spaß. (Sonne - igitt!)

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

24.07.2009 12:26
#41 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von kadesch
also ich kann mit dem Buddhismus nichts anfangen.

Verlang ja auch keiner von dir.
Zitat von kadesch
Und wenn wir mal ehrlich sind hat der Buddhismus auch nichts
Weltbewegendes Bewirkt.
Gerade Prinzipen wie Selbstbeherrschung, Karma, Wiedergeburt
stehen im krassen Widerspruch zu dem was im fernöstlichen Raum tatsächlich gelebt wird.

Das ist nun aber stark pauschalisierend.
Zitat von kadesch

In keinem Teil der Welt werden Menschen schlimmer Ausgebeutet und Unterdrückt wie
in Indien, China, usw.

Ob Inder und Chinesen schlimmer unterdrückt werden als z. B. Bürger mancher afrikanischer Staaten, kann aber nicht als Grundlage für ein Werturteil über die dort vorherrschenden Religionen an sich dienen. Es kann allenfalls bestätigen, was sich überall und zu allen Zeiten gezeigt hat: dass Religion und Politik sich auf Dauer nicht vertragen.

Ich hab mal "Der Herr ist kein Hirte" angelesen, so ein Anti-Religions-Buch. Dort wurden im Kapitel "Es gibt keinen `fernöstlichen´ Ausweg" ganze zwei Beispiele genannt, die die mindere Qualität asiatischer Spiritualität (nicht gegenüber der westlichen, sondern quasi an sich) zeigen sollten: Osho und den japanisch-buddhistischen Klerus zur Zeii den Zweiten Weltkriegs, der den Krieg befürwortet hat. Über Oshos Eskapaden sind sich, denke ich, alle einig; der japanische Klerus zeigt nur, dass Geistliche nicht per se Heilige sind und, wie ich oben sagte, Religion und Politik besser nicht vermengt werden sollten. Osho kann nun aber als Einzelfigur beileibe nicht für 5000 Jahre indisch-vedischer Spiritualität stehen, der japanische Klerus nicht für 2500 Jahre buddhistischer. In der Geschichte der Religionen hat es immer wieder herausragende Individuen gegeben, die die verkrusteten religiösen Verhältnisse ihrer Zeit aufgebrochen haben und Leute wie die, die den Krieg verteidigten, den vor Reichtum und Macht trägen Klerus also kritisiert und bloßgestellt haben. Ich denke da zum Beispiel an Ikkyū Sōjun und Drukpa Künleg, falls jemand die Namen mal gehört hat.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

24.07.2009 12:49
#42 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
Tolle Aussage. Soll ich jetzt vielleicht alle Millionen Buddhisten persönlich interviewen, bevor ich das Recht habe, mir eine Meinung zu bilden?

Jedenfalls ist es unsinnig, den gesamten Buddhismus anhand einiger weniger seiner Anhänger zu beurteilen. Das würde bedeuten, automatisch davon auszugehen, dass diese das gesamte Potential des Buddhismus ausgeschöpft haben oder zuminsdest auf einem guten Weg dahin sind und eben nicht eine zweifelhafte Rezeption des Buddhismus vefolgen, wie es leider eben manchmal der Fall ist.
Zitat von Relix

Nein, tut man nicht. Du magst es tun, aber zu meinen, es müsste jedem Anderen auch so gehen, ist Unsinn.

...

Mir egal, ob es irgendwem leichter fällt. Solange ich keine Belege sehe (oder überhaupt Argumente), kann ich es nicht glauben...

Ein Beispiel. Die westliche Zivilasition hat die Umwelt aufgrund von Egoismus und Gier zugrunde gerichtet, man wollte (und will) ganz schnell ganz viel für sich selbst. Viele Naturvölker haben das Wissen um die wechelseitige Abhängigkeit der Phänomene bewahrt; sie (das ist pauschalisierend, aber bei vielen Naturvölkern scheint es dieses "ganzheitliche" Gedankengut zu geben) denken nicht nur an sich, sondern an den ganzen Planeten und an alle seine Bewohner, weil das eine ohne das andere nicht existieren kann. In diesen Völkern ist zudem oft die Ansicht verbreitet, dass, um es vereinfacht auszudrücken, alles eins im Sinne von "einig", nicht voneinander getrennt, ist. Heutzutage weiß der Westen das mit der gegenseitigen Abhängigkeit der Lebewesen natürlich auch (ökologisches Gleichgewicht), aber er handelt nicht danach. Warum nicht? Egoismus!
Das meinte ich: Wenn man seinen eigenen Egoismus zurückstellt, sieht man die größeren Zusammenhänge. Dass du darauf nicht kommst, konnte ich ja nicht wissen.

Und ich hatte dir doch Belege geliefert. Wenn man Thrin Xuan Thuan trauen kann, ist an meinen Aussagen also was dran.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

24.07.2009 13:01
#43 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Ein Beispiel. Die westliche Zivilasition hat die Umwelt aufgrund von Egoismus und Gier zugrunde gerichtet, man wollte (und will) ganz schnell ganz viel für sich selbst.


1) Ist es unsinnig, ein Gedankenmodell damit zu begründen, dass ein anderes Gedankenmodell falsch ist. Das Gegenteil von etwas Falschem ist noch lange nicht richtig. (In der Regel sogar genau gleich falsch.)
2) Hat das nichts spezifisch mit Egoismus zu tun. Es ist diese absurde Modeerscheinung, die meint, den Egoismus für alles Schlechte verantwortlich machen zu müssen - leider ist das völliger Quatsch - denn jeder Mensch, handelt einzig und allein, immer, aus reinstem, absolutuen Egoismus. Das ist die Natur des Menschen, das ist die Natur des Lebens.
Lediglich die praktische Umsetzung dieses Egoismus variiert. Wer das leugnet, der kann nur gigantisch weit von "Weisheit" und "Erleuchtung" entfernt sein.

In Antwort auf:
Und ich hatte dir doch Belege geliefert. Wenn man Thrin Xuan Thuan trauen kann, ist an meinen Aussagen also was dran.


Du weißt nicht wirklich, wie das funktioniert, oder? Du kannst nicht sagen, der und die hat, glaube ich mal, was gesagt, was mit meinem Weltbild im Einklang steht. So funktioniert das nicht - das überzeugt niemanden. Ich kenne diese Person nicht, und selbst wenn man ihr trauen kann, heißt es nicht, dass sie sich nicht irrt. (Zumal ich glaube, dass du ihre "Aussage" ordentlich aus dem Zusammenhang und in deine eigene Schablone gepresst hast.)

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

24.07.2009 13:16
#44 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Zitat von Relix
1) Ist es unsinnig, ein Gedankenmodell damit zu begründen, dass ein anderes Gedankenmodell falsch ist. Das Gegenteil von etwas Falschem ist noch lange nicht richtig. (In der Regel sogar genau gleich falsch.)

Na gut, wenn man als Gegenteil das gegenüberliegende Extrem versteht, das in Selbsthass besteht, stimme ich dem zu. Das habe ich aber nicht gemeint.
Zitat von Relix

2) Hat das nichts spezifisch mit Egoismus zu tun. Es ist diese absurde Modeerscheinung, die meint, den Egoismus für alles Schlechte verantwortlich machen zu müssen - leider ist das völliger Quatsch - denn jeder Mensch, handelt einzig und allein, immer, aus reinstem, absolutuen Egoismus. Das ist die Natur des Menschen, das ist die Natur des Lebens.
Lediglich die praktische Umsetzung dieses Egoismus variiert. Wer das leugnet, der kann nur gigantisch weit von "Weisheit" und "Erleuchtung" entfernt sein.

Jeder Mensch immer, was? Typisch materialistischer Biologismus. Nichts gegen Darwin, aber man kann es auch übertreiben. Was ist denn mit Selbst-Losigkeit? Hat Mutter Teresa aus Egoismus gehandelt?
Zitat von Relix
Du weißt nicht wirklich, wie das funktioniert, oder? Du kannst nicht sagen, der und die hat, glaube ich mal, was gesagt, was mit meinem Weltbild im Einklang steht. So funktioniert das nicht - das überzeugt niemanden. Ich kenne diese Person nicht, und selbst wenn man ihr trauen kann, heißt es nicht, dass sie sich nicht irrt. (Zumal ich glaube, dass du ihre "Aussage" ordentlich aus dem Zusammenhang und in deine eigene Schablone gepresst hast.)

Aha, du glaubst? Unbegründete Annahme. Jedenfalls stammt die Aussage aus diesem Buch: http://www.libri.de/shop/action/productD...3442218209.html. Die Seite finde ich auf die Schnelle nicht.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

24.07.2009 13:44
#45 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Jeder Mensch immer, was? Typisch materialistischer Biologismus. Nichts gegen Darwin, aber man kann es auch übertreiben. Was ist denn mit Selbst-Losigkeit? Hat Mutter Teresa aus Egoismus gehandelt?


1) Ja, hat sie. Und egal wie "typisch" das ist. Es ist die Wahrheit.
2) Ist Mutter Teresa ein ganz, ganz schlechtes Beispiel für deinen Punkt, denn sie war eine gestörte, bösartige Lügnerin, die Menschen weitaus mehr geschadet als geholfen hat, mit einem sehr, sehr guten Publicity-Managment im Rücken.
Lies mal nach, bevor du "Mutter Teres" als Vorbild postulierst.
Und lies mal nach, bevor du die Grundlagen des Lebens an sich verleugnest.

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-Anonym

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

24.07.2009 13:52
#46 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Um einer Person wie Mutter Theresa* Egoismus zu unterstellen braucht man schon ein reichlich seltsames bzw spezielles Eogismus-Konzept; bspw eines, dass auch Altriusmus mit Egoismus erklärt**. Das mag Sinn machen, aber umgangssprachlich verwendet man das Wort mE anders, da bilden Egoismus - Altruismus einen Gegensatz.

* Ich will hier nicht Mutter Theresa verteidigen, die kann (und sollte) man tatsächlich sehr kritisch betrachten; aber die Unterstellung, sie habe aus Eigennutz gehandelt, finde ich ein wenig überzogen. Die Frau war mE getrieben von einer falsch verstandenen Selbstlosigkeit, verbunden mit einer Ideologie der Unmündigkeit.

** Ein konkretes Bsp: http://de.wikipedia.org/wiki/Das_egoistische_Gen

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

24.07.2009 15:29
#47 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Das mag Sinn machen, aber umgangssprachlich verwendet man das Wort mE anders, da bilden Egoismus - Altruismus einen Gegensatz.


Die Leute, die die Umgangssprache prägen, haben aber leider zumeist keine Ahnung von der Materie.
Sowohl evolutionär als auch persönlich, läuft ohne Egoismus nichts. Dafür braucht man auch nicht Dawkins "egoistische Gene" als Erklärungsmodell.
Herdentiere (wie der Mensch) leben gerade deswegen in Gruppen, um sich gegenseitig zu helfen. (Meist gegen äußere Feinde.)
Der gegenseitige Altruismus soll so das Überleben des Individuums (und das wiederum natürlich das der Art) sichern.
Diese Programmierung zeigt sich natürlich dadurch, dass es Menschen Freude bereitet, anderen zu helfen.
Allein die Freude, die das Einzige ist, was den Menschen antreibt (neben der Vermeidung von Leid, was aber im Prinzip dasselbe ist - Maximierung von Freude) ist ein rein egoistisches Konzept - und kann es auch gar nicht anders sein, da der Mensch eben kein kollektives Bewusstsein hat, sondern trotz seines Daseins als Herdentier immer nur als Individuum fungieren kann.

Weiters möchte ich anmerken, dass der altruistische Egoismus in meinen Augen ein weitaus gefährlicheres und schadenbringendes Konzept ist, als der nichtaltruistische Egoismus.

EDIT: Erst jetzt merke ich, dass ich nicht Walter, sondern Reineke antworte...

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

25.07.2009 12:26
#48 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Ich wollte darauf hinaus, dass ihr aneinander vorbeiredet, enn ihr das Wort "Egoismus" mit verschiedenem Inhalt füllt; dann habt ihr beide im Zweifelsfalle Recht und werdet euch doch nicht einig...

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

16.08.2009 11:44
#49 RE: Walter stellt sich vor Antworten

Da bin ich wieder.

Zitat von Relix
Weiters möchte ich anmerken, dass der altruistische Egoismus in meinen Augen ein weitaus gefährlicheres und schadenbringendes Konzept ist, als der nichtaltruistische Egoismus.

Eine Aussage, der ich vollinhaltlich zustimmen kann.

Diese ganze Theorie läuft auf die Frage hinaus, ob das Gehirn den Geist generiert oder "lediglich" ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen Materie und immateriellem Geist ist. Beide Theorien sind jedoch weder bewiesen oder wiederlegt; alle Stellungnahmen für die eine oder andere Theorie basieren somit entweder auf persönlichen Erfahrungen, die anderen Menschen nicht vermittelbar sind, oder auf bloßer Spekulation und sind somit, um mit dem 2001 verstorbenen Neurologen Francisco Varela zu sprechen, zu unterlassen, um die Fronten nicht noch weiter zu verhärten.

Ich hoffe, dass wir uns darauf einigen können.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

16.08.2009 13:19
#50 RE: Walter stellt sich vor Antworten

In Antwort auf:
Diese ganze Theorie läuft auf die Frage hinaus, ob das Gehirn den Geist generiert oder "lediglich" ein wichtiger Verbindungspunkt zwischen Materie und immateriellem Geist ist.


NEIN. Es gibt keinerlei Hinweise oder Beweise für so einen "immateriellen Geist" und daher auch nicht, ob das Gehirn lediglich ein "Verbindungspunkt" ist.
Solange dies der Fall ist, ist es nicht nur absurd, sondern auch lächerlich (und faktisch unmöglich), wissenschaftliche Theorien auf ihm basieren lassen zu wollen.
Der Gedanke dieses "immateriellen Geistes" entspringt nicht der Wissenschaft, sondern religiösem Wunschdenken, hat also mit Wissenschaft absolut nichts zu tun.
Wir haben ein Gehirn - das ist Fakt - und solange keine neuen Erkenntnisse zutage treten, ist die einzige Theorie, die diesen Namen auch verdient hat, die, dass das Gehirn den Geist generiert.

In Antwort auf:
zu unterlassen, um die Fronten nicht noch weiter zu verhärten.


Das hätte er wohl gerne. Wissenschaft richtet sich nicht nach religiösen Vorstellungen - sonst ist es keine Wissenschaft mehr, sondern eine Farce.

In Antwort auf:
Ich hoffe, dass wir uns darauf einigen können.


No way.

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