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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!

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Dieses Thema hat 69 Antworten
und wurde 2.904 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

05.10.2009 19:27
#26 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von kadesch
Also wenn dieses Geschreibsel die Essenz Buddhistischer Religion ist,
dann weiss ich auch nicht weiter.....
Es klingt wie eine Aufzählung von Binsenweisheiten
Wenn es regnet wirst du Nass...
Wenn die Sonne scheint wist du trocken...


Wer sich intellektuell-philosophisch mit dem Buddhismus auseinandersetzen will, sollte eher Texte wie den ganz am Anfang verlinkten ( den interessanterweise bisher niemand dikustieren wollte) lesen. Tilopas Mahamudra-Gesang ist - so würde ich es sagen - eine so essentielle Unterweisung, dass sie oberflächlich betrachtet oberflächlich erscheint. Sie geht "direkt ins Herz" und ist ein wenig älter als der Begriff der Binsenweisheit bzw. das Prinzip, einfach bis banal erscheinende Wahrheiten als solche zu bezeichnen. Rein intellektuell hört sich diese Unterweisung recht einfach an, sie ist aber so tiefgehend, dass ihr ganzer Sinn erst nach langer Übung und Beschäftigung mit "äußeren" Lehren und Praktiken (eben "Mantras und Paramitas, Sutras und Gebote [wobei "Gebote" eine unkorrekte Übersetzung zu sein scheint, da sie von uns natürlich im christlich-jüdischen Kontext verstanden wird], Wissen aus Schulen und Schriften") erkannt wird. Die Essenz ist eben klein, aber fein. Das buddhistische Sutra vom Herz der Vollkommenheit der Weisheit beispielsweise füllt gerade mal eine Din A4-Seite, wobei dieses Sutra ein eben nur die Essenz, quasi die Zusammenfassung eines ganzen Zyklus von erheblich längeren Sutren ist.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.10.2009 00:45
#27 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

In Antwort auf:
Sie geht "direkt ins Herz" und ist ein wenig älter als der Begriff der Binsenweisheit bzw. das Prinzip, einfach bis banal erscheinende Wahrheiten als solche zu bezeichnen.



Älter als der Begriff, aber nicht älter als die Praxis.

In Antwort auf:
Rein intellektuell hört sich diese Unterweisung recht einfach an, sie ist aber so tiefgehend, dass ihr ganzer Sinn erst nach langer Übung und Beschäftigung mit "äußeren" Lehren und Praktiken (eben "Mantras und Paramitas, Sutras und Gebote [wobei "Gebote" eine unkorrekte Übersetzung zu sein scheint, da sie von uns natürlich im christlich-jüdischen Kontext verstanden wird], Wissen aus Schulen und Schriften") erkannt wird.



Ah, ich verstehe. Das Ganze ist so seicht, dass es schon wieder tief ist!

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

06.10.2009 15:36
#28 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Relix
Ah, ich verstehe. Das Ganze ist so seicht, dass es schon wieder tief ist!


Eben nicht. Es ist so tief, dass es wieder seicht erscheint. Wie gesagt - wer sich mit dem "Drumherum" auseinandersetzen will, soll sich das hier durchlesen.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.10.2009 15:53
#29 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

In Antwort auf:
Es ist so tief, dass es wieder seicht erscheint.



Hmm...Irgendwie fällt es mir schwer, da einen signifikanten Unterschied auszumachen...

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-Anonym

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

06.10.2009 15:55
#30 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Walter

Zitat von Relix
Ah, ich verstehe. Das Ganze ist so seicht, dass es schon wieder tief ist!


Eben nicht. Es ist so tief, dass es wieder seicht erscheint. Wie gesagt - wer sich mit dem "Drumherum" auseinandersetzen will, soll sich das hier durchlesen.




Sich wirklich auf religio einzulassen, kannst Du von einem Homo Atheistos nicht verlangen.
Die seelischen Tiefen des menschlichen Bewußtseins sind ja nicht ungefährlich.
Es ist wie beim Tauchen in die Tiefsee, da braucht es eben etwas Mut.
Besser man bleibt am Strand und erklärt die Tiefen des Meeres als Unsinn.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

06.10.2009 16:21
#31 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Reisender

Zitat von Walter

Zitat von Relix
Ah, ich verstehe. Das Ganze ist so seicht, dass es schon wieder tief ist!


Eben nicht. Es ist so tief, dass es wieder seicht erscheint. Wie gesagt - wer sich mit dem "Drumherum" auseinandersetzen will, soll sich das hier durchlesen.



Sich wirklich auf religio einzulassen, kannst Du von einem Homo Atheistos nicht verlangen.
Die seelischen Tiefen des menschlichen Bewußtseins sind ja nicht ungefährlich.
Es ist wie beim Tauchen in die Tiefsee, da braucht es eben etwas Mut.
Besser man bleibt am Strand und erklärt die Tiefen des Meeres als Unsinn.



Aber in diesem Forum geht es doch um Dialog? Warum sollte ein wenig Theorie nicht geklärt werden?

(Abgesehen davon bin ich natürlich auch Homo Atheistos... ach, ich liebe diese Nummer.)

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.10.2009 16:25
#32 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

In Antwort auf:
Sich wirklich auf religio einzulassen, kannst Du von einem Homo Atheistos nicht verlangen.
Die seelischen Tiefen des menschlichen Bewußtseins sind ja nicht ungefährlich.



Was hat religio mit den Tiefen des menschlichen Bewusstseins zu tun

In Antwort auf:
Es ist wie beim Tauchen in die Tiefsee, da braucht es eben etwas Mut.
Besser man bleibt am Strand und erklärt die Tiefen des Meeres als Unsinn.



Quatsch. Das trifft sicher nicht auf diesen Atheisten vor diesem PC zu. Die Tiefen des Meeres sind mir durchaus bekannt - ebenso wie die Tatsache, dass man dort leicht allerlei Wahnvorstellungen zum Opfer fallen kann...

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-Anonym

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

06.10.2009 16:27
#33 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Relix

In Antwort auf:
Es ist so tief, dass es wieder seicht erscheint.


Hmm...Irgendwie fällt es mir schwer, da einen signifikanten Unterschied auszumachen...



Naja, was das angeht, hat Reisender mit seinem "Homo Atheistos" vielleicht wieder Recht... wobei man da nicht zu stark polarisieren sollte.

Übrigens ist der oben reinkopierte Text eine Praxisanweisung eines Lehrers an seinen Schüler, welcher zu dem Zeitpunkt, an dem ihm diese Unterweisung gegeben wurde, bereits weiter fortgeschritten war. Deswegen brauchte Naropa (der Schüler) keine komplexen philosophischen Erläuterungen mehr, sondern "nur" bodenständige Praxisanleitungen.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

06.10.2009 16:43
#34 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Relix

In Antwort auf:
Sich wirklich auf religio einzulassen, kannst Du von einem Homo Atheistos nicht verlangen.
Die seelischen Tiefen des menschlichen Bewußtseins sind ja nicht ungefährlich.


Was hat religio mit den Tiefen des menschlichen Bewusstseins zu tun

In Antwort auf:
Es ist wie beim Tauchen in die Tiefsee, da braucht es eben etwas Mut.
Besser man bleibt am Strand und erklärt die Tiefen des Meeres als Unsinn.


Quatsch. Das trifft sicher nicht auf diesen Atheisten vor diesem PC zu. Die Tiefen des Meeres sind mir durchaus bekannt - ebenso wie die Tatsache, dass man dort leicht allerlei Wahnvorstellungen zum Opfer fallen kann...




... kann man, natürlich.
Doch wer garantiert uns, daß unsere so scheinbar festgefügte Welt nicht eine Wahnvorstellung ist.
Die östliche Philosophie/Religion nennt es Maya.
David Bohm, englischer Physiker und Schüler Einsteins, hält unsere Welt für eine holographische Projektion unseres Bewußtseins.
Wenn wir Bewußtsein mit Geist gleichsetzen und mit Gott, dann sind wir die Schöpfer, die von Augenblick zu Augenblick diese Welt aufspannen.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.10.2009 17:54
#35 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

In Antwort auf:
Deswegen brauchte Naropa (der Schüler) keine komplexen philosophischen Erläuterungen mehr, sondern "nur" bodenständige Praxisanleitungen.



Ich verstehe...Das bedeutet also, dass wenn man in Kenntniss über "hohe" geistige Spähren erlangt, man dafür grundlegende Kenntnisse "niederer" Sphären verliert.
Der Schüler war also im Besitz tiefer geistiger Weisheiten - konnte aber dafür nichtmal mehr selbst aufs Klo gehen...
Der Preis der Weisheit - ist die Dummheit.

Na, wie Praxistauglich das ist, erscheint mir zweifelhaft...

In Antwort auf:
Doch wer garantiert uns, daß unsere so scheinbar festgefügte Welt nicht eine Wahnvorstellung ist.



Niemand. Aber solange niemand die Fakten auf den Tisch legt, gehörst du immer noch in die Klappse, wenn du es annnimmst.

In Antwort auf:
Wenn wir Bewußtsein mit Geist gleichsetzen und mit Gott, dann sind wir die Schöpfer, die von Augenblick zu Augenblick diese Welt aufspannen.



...und wenn wir Gott mit Sahnetörtchen gleichsetzen dann, sind wir sahnegewordene Essenz unserer eigenen spirituosen Köstlichkeit!

Wenn das wäre, und dann das wäre und dann das wäre..., dann wäre DAS!
Wow, grandiose Gedankengänge. Eignen sich nur besser für phantastische Geschichten als für ernsthafte philsophische Überlegungen...

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Xeres Offline




Beiträge: 2.587

06.10.2009 18:00
#36 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Reisender
Doch wer garantiert uns, daß unsere so scheinbar festgefügte Welt nicht eine Wahnvorstellung ist.

Niemand - die Welt könnte alles mögliche sein; eine holographische Projektion, die MATRIX oder der Traum einer Sternenschildkröte mit vier Elefanten auf dem Rücken (oder alles drei - in dieser Reihenfolge )... aber normalerweise lässt man unnötige verkomplizierungen weg.

Zitat von Reisender
Wenn wir Bewußtsein mit Geist gleichsetzen und mit Gott, dann sind wir die Schöpfer, die von Augenblick zu Augenblick diese Welt aufspannen.

Man kann nicht herumgehen und Dinge gleich machen, die nicht gleich sind; noch weniger wenn sie - wie "Gott" - nicht existieren.

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Reisender Offline



Beiträge: 4.058

07.10.2009 12:32
#37 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zum Beispiel enthält das Licht aus allen Teilen des Raumes Informationen über den ganzen Raum; es faltet diese Informationen in einem kleinen räumlichen Bereich ein, wenn es durch unsere Pupille läuft, die Linse entfaltet es dann wieder und Nervensystem - das Gehirn - und Bewußtsein erzeugen irgendwie den Eindruck des ganzen Raumes, der auf eine Art und Weise entfaltet wird, die wir nicht ganz verstehen. Aber der Raum ist in jedem Teil des Raumes in eingefalteter Form vorhanden. Dies ist von entscheidender Bedeutung, denn anderenfalls würden wir nicht verstehen, was der Raum ist - die Tatsache, daß es einen ganzen Raum gibt, und wir den ganzen Raum von jedem Teil aus erkennen können. Das Licht, das in ein Teleskop eintritt, faltet auf ähnliche Weise Informationen über das ganze Universum von Raum und Zeit ein. Etwas allgemeiner gesagt, faltet die Bewegung aller Arten von Wellen das Ganze in jedem Teil des Universums ein.
Dieses Prinzip von Einfaltung und Entfaltung kann auch in einem viel vertrauteren Zusammenhang beobachtet werden. Zum Beispiel wird die Information, aus der ein Fernsehbild erzeugt wird, in einer Radiowelle eingefaltet, die dieses Bild in Form eines Signals trägt. Die Funktion des Fernsehempfängers ist es, diese Information zu entfalten und auf dem Bildschirm abzubilden.



Bohm zufolge bilden nicht wie im überholten materialistischen Verständnis der Wirklichkeit kleinste diskrete materielle Bausteine die Basis, sondern eher ein geistiges Prinzip der Einfaltung und Entfaltung von allem in allem bildet die Grundlage, auf der dann Objekte sichtbar werden. Die sichtbaren Objekte sind demzufolge sekundär.


Einstein sagte über David Bohm, daß er der einzige sei, der über die Quantenmechanik hinaus kommen könnte.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

07.10.2009 13:40
#38 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitate von David Bohm
Wenn wir in Harmonie mit uns selbst und mit der Natur leben wollen, müssen wir fähig sein, frei in einer kreativen Bewegung zu kommunizieren, in der niemand auf Dauer an seinen eigenen Vorstellungen festhält oder sie sonstwie verteidigt.von David Bohm im Buch Der Dialog (1996) im Text Über Kommunikation auf Seite 29

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

07.10.2009 15:26
#39 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Reisender
Zum Beispiel enthält das Licht aus allen Teilen des Raumes Informationen über den ganzen Raum; es faltet diese Informationen in einem kleinen räumlichen Bereich ein [...]

Die Energie jedes Photons ist abhängig von dem Punkt, von dem es emittiert/reflektiert wurde und kann daher keine Informationen über seine Umgebung liefern... Weiterhin ist "Einfalten" kein guter Begriff - Energie wird übertragen, Nervenzellen können auf gewisse Wellenlängen reagieren - gefaltet wird da nichts.

Zitat von Reisender
Bohm zufolge bilden nicht wie im überholten materialistischen Verständnis der Wirklichkeit kleinste diskrete materielle Bausteine die Basis, sondern eher ein geistiges Prinzip der Einfaltung und Entfaltung von allem in allem bildet die Grundlage, auf der dann Objekte sichtbar werden. Die sichtbaren Objekte sind demzufolge sekundär.

...diesen Übergang verstehe ich offen gesagt gar nicht. Was soll ein "geistiges Prinzip" sein? Eine Theorie?
Das Universum (= die Wirklichkeit) besteht aus Materie und Energie in verschiedenen Zuständen. Was soll sich da wo falten?

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Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

07.10.2009 15:29
#40 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Nicht hinderfragen, Xeres!

Das hat ein Schüler Einsteins gesagt, daher MUSS es stimmen!

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-Anonym

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

07.10.2009 15:41
#41 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Relix
Nicht hinderfragen, Xeres!
Das hat ein Schüler Einsteins gesagt, daher MUSS es stimmen!



Hier MUSS garnichts stimmen Relix.
Ich habe in Ausszügen eine Theorie vorgestellt, die von einem der bedeutensten theor. Physiker des 20. Jahrhunderts aufgestellt würde.
In einem Film über Galilei könntest Du locker den Papst spielen Relix.

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

07.10.2009 15:50
#42 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Reisender
Ich habe in Ausszügen eine Theorie vorgestellt, die von einem der bedeutensten theor. Physiker des 20. Jahrhunderts aufgestellt würde.

Dann machen allein diese Auszüge keinen großen Sinn oder es handelt sich nicht um eine Naturwissenschaftliche Theorie. Theorie von was Eigentlich?

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

07.10.2009 17:38
#43 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

In Antwort auf:


Ich verstehe...Das bedeutet also, dass wenn man in Kenntniss über "hohe" geistige Spähren erlangt, man dafür grundlegende Kenntnisse "niederer" Sphären verliert.
Der Schüler war also im Besitz tiefer geistiger Weisheiten - konnte aber dafür nichtmal mehr selbst aufs Klo gehen...
Der Preis der Weisheit - ist die Dummheit.

Na, wie Praxistauglich das ist, erscheint mir zweifelhaft...


Bitte?? Wo nimmst du das denn her? Achtsamkeit ist eine Buddhistische "Grundtugend" (mag den Begriff eigentlich nicht).
Grundsätzlich gilt die Faustregel: je "erleuchteter", desto bodenständiger.

Naropa hat die "Kenntnis niederer Sphären" nicht verloren, sondern war einfach über den Punkt hinaus, an dem er Belehrungen über grundlegende Themen brauchte.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

16.04.2010 19:06
#44 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Tja ich hatte auch mal gedacht im Buddhismus "meine" Glauben gefunden zu haben. Ich fand dann allerdings herraus das ich in dem Sinn keinen Glauben habe.

Wenn man den Buddhismus auf seine philosphischen Gedanke reduziert dann ist damit schon was anzufangen. Diese an sich sehr schöne Philosophie wird allerdings oft zu sehr von religiösem Unsinn überlagert.

Hey Walter, hast du dir mal das tibetische Totenbuch zu Gemühte gefüht. Da steht auch ne Menge wirres Zeug drin.

Wenn man nur den Buddhismus betrachtet ist meiner Meinung nach der Zen die erste Wahl. habe eine sehr schöne Koan Sammlung. Die hat mir bisher den größten Einblick in diese Philosophie gebracht.


Aber die Erleuchtung ist fern geblieben. Und von dem ganzen Widergeburtenunsinn halte ich auch nix. Auch wenn mir bewusst ist das damit keine unsterbliche Seele gemeint ist.

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

89 ( gelöscht )
Beiträge:

16.04.2010 20:21
#45 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Fast wortwörtlich kann ich diese Erfahrung bestätigen.
Wenn überhaupt, hab' ich im Zen gewissen Inhalt gefunden.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

16.04.2010 22:44
#46 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Du wirst mir immer sympathischer

Man sollte es einfach nicht aus der Perspektive der Religion sehen. Philosophisch steckt schon was dahinter. Habe auch Sokrates bzw. Platon gelesen. Auch sehr interessante Ansätze dabei.

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Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

16.04.2010 23:02
#47 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat
Man sollte es einfach nicht aus der Perspektive der Religion sehen. Philosophisch steckt schon was dahinter.

Der Buddhismus war mir eigentlich immer recht smpathisch - als Religion lehne ich ihn aber inzwischen auch vollkommen ab und ich komme mit den realen Buddhisten, aber besonders den "buddhistisch religiös-angehauchten" Menschen nicht klar.
Da ist einfach zu wenig Selbstkritik, zu wenig hinterfragen der eigenen Positionen und eingleisiges Denken.

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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

17.04.2010 11:20
#48 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat
und ich komme mit den realen Buddhisten, aber besonders den "buddhistisch religiös-angehauchten" Menschen nicht klar.



Mir geht es hier ähnlich. Oft sind das auch Leute die meiner Meinung nach nicht wirklich ne Ahnung davon haben. Ich denke, wenn ich solche Leute sehe das dessen Wisse über das was sie als ihre Religion bezeichnen würden einfach zu peripher ist. Das ist so eine Art Boom im Moment, bzw. so eine Gruppenbewegung.

Man sagt sich dann " och ja Buddhismus hat ja ganz tolle Gedanken also bin ich ab jetzt kein Christ mehr sonder Buddhist"

Ist für mich oft so eine Art Modeerscheinung wo den Leuten das Hintergrundwissen fehlt. Wobei ich nicht alle über einen Kamm scheren will.

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

17.04.2010 19:04
#49 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Zitat von Alinardus

Zitat
und ich komme mit den realen Buddhisten, aber besonders den "buddhistisch religiös-angehauchten" Menschen nicht klar.


Mir geht es hier ähnlich. Oft sind das auch Leute die meiner Meinung nach nicht wirklich ne Ahnung davon haben. Ich denke, wenn ich solche Leute sehe das dessen Wisse über das was sie als ihre Religion bezeichnen würden einfach zu peripher ist. Das ist so eine Art Boom im Moment, bzw. so eine Gruppenbewegung.
Man sagt sich dann " och ja Buddhismus hat ja ganz tolle Gedanken also bin ich ab jetzt kein Christ mehr sonder Buddhist"



Genau das ist es, wovor der Dalai Lama immer abrät. Man sollte besser bei seiner eigenen Religion bleiben, weil es verwirrend sein könne, einfach alles über den Haufen zu werfen.

Zitat von Alinardus
Ist für mich oft so eine Art Modeerscheinung wo den Leuten das Hintergrundwissen fehlt. Wobei ich nicht alle über einen Kamm scheren will.


Es gibt tatsächlich eine unglückliche Verquickung des Buddhismus, wie er im Westen praktiziert wird, mit dem, was man in unseren Breitengraden so die Esoterikszene nennt (siehe http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/vollt...ie_TB012008.pdf). Es kann durchaus sein, dass manche Menschen aus Mode Buddhisten werden.

Zitat von Alinardus
Wenn man den Buddhismus auf seine philosphischen Gedanke reduziert dann ist damit schon was anzufangen. Diese an sich sehr schöne Philosophie wird allerdings oft zu sehr von religiösem Unsinn überlagert.

Hey Walter, hast du dir mal das tibetische Totenbuch zu Gemühte gefüht. Da steht auch ne Menge wirres Zeug drin.


Das grundsätzliche Problem bei solchen Aussagen ist, genau wie in der eigentlichen Diskussion, ob der Buddhismus nun eine Religion oder eine Philosophie sei, dass implizit vorausgesetzt wird, der Buddhismus lasse sich problemlos in eine der beiden Schubladen einordnen. Das Postulat einer Dichotomie zwischen "wahrem philosophischem Kern" und "unwahrer religiöser Überlagerung" ist schon reichlich künstlich.

Was nun das sogenannte „Tibetische Totenbuch“ angeht, muss zuerst gesagt werden, dass diese Bezeichnung keine Übersetzung seines tibetischen Titels ist, sondern durch die Erstübersetzung von W. Y. Evans-Wentz 1927 geprägt wurde. Eigentlich heißt das Werk „Große Befreiung durch Hören im Zwischenzustand“ (Bardo Thödol Chenmo). Es enthält im Original zwölf Kapitel, die nicht nur die zwei nachtodlichen Zwischenzustände betreffen, sondern auch den gewöhnlichen Wachzustand, den Traumzustand, die Meditation und die Zeit des Todes. Das Bardo Thödol ist nicht nur ein Führer durch die Nachtodeszustände, sondern ein Lehrzyklus über die Praxis in allen diesen Zuständen. Deswegen handelt es sich nicht um etwas, das nur die Toten betrifft und mit dem die Lebenden nichts anfangen können, außer den Toten daraus vorzulesen, sondern um Praktiken, mit denen die Lebenden sich auf den Tod vorbereiten können. Die meisten Übersetzungen sind aber Evans-Wentz gefolgt und haben nur drei Kapitel übersetzt, nämlich die über die Nachtodeszustände. Deswegen ist der Blick auf die eigentliche Bedeutung etwas verlorengegangen.
Wenn von „religiösem Unsinn“ die Rede ist, dann liegt das mit Sicherheit an den Beschreibungen von allerlei Visionen und Erscheinungen im Nachtodeszustand. Mit unserer theistischen Konditionierung machen wir dann ironischerweise den gleichen Fehler, für dessen Vermeidung die Nachtodeskapitel (man könnte in gewisser Weise sagen: das ganze Bardo Thödol) geschrieben wurde(n): wir halten die ganzen Gestalten und Erscheinungen (bzw. die Konzepte des Bardo Thödol von ihnen) für real existente äußere Mächte, Götter oder Gottheiten, die den Verstorbenen in einer räumlichen Umgebung erwarten, in die er nach dem Tode geht. Worauf es aber laut „Totenbuch“ ankommt; der entscheidende, kritische Punkt, ist, alle Erscheinungen als Ausstrahlungen des eigenen himmelsgleichen Gewahrseins zu erkennen, die ohne innewohnende Eigennatur sind. Wer das erkennt („durchdringend analysiert“), so das Bardo Thödol, erlangt in einem Augenblick vollständige Erleuchtung. Wer das nicht erkennt, flüchtet in die „fahlen Lichter“ der Zyklischen Existenz, d.h. des Kreislaufs des Leidens. Um letzteres zu verhindern, werden besagte drei Kapitel dem Verstorbenen vorgelesen. Im besten Fall hat der Verstorbene aber schon im Leben Meditation geübt; je ruhiger und klarer der eigene Geist ist, desto größer ist die Chance, sich nach dem Tod nicht überwältigen zu lassen. Deshalb gibt es eben auch die anderen neun Kapitel; in ihnen geht es größtenteils um die speziellen Meditationspraktiken, die sich auf die Nachtodeserfahrungen und ihrem Erkennen und Verinnerlichen schon im Leben beziehen.
Das Ganze ist also etwas kompliziert. Ohne den theoretischen Hintergrund dieser Lehren zu kennen, ist es nicht leicht zu verstehen.

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

17.04.2010 22:43
#50 RE: Mal ein Batzen buddhistischer Philosophie antworten

Ich habe das komplette "Totenbuch" gelesen. Aller 12 Kapitel. Ohne den Anspruch zu stellen alles verstanden zu haben. Ich finde hier wird die Vermischung mit den Gedanke, welche noch aus der Bön Religion stammen deutlich. Das ist ja ein sehr stark mit Geistern und Dämonen angehauchter Glaube.

Das man die über Jahrhunderte verschmolzenen Elemente von Phlisophie und Religion nicht einfach voneinander trennen kann ist mir auch klar. Das war ja nicht in abwertendem Sinn gemeint.

Zu den Meditationspraktiken. Ja was ist das nun ist Meditation ein religiöser Akt oder eher ein "philosophischer"(kann man das überhaupt so sagen???) Und handelt es sich um visualisierende oder nur auf geistige Leere gerichtete Meditation? Das kann auch von unterschiedlicher Ausprägung sein. Meditiere ich um einen höheren Bewusstseinszustand per se zu erreichen. Also in gewisser Weise auszusteigen? Oder sehe ich den eher "philosophischen"(bin mir immer noch nicht sicher ob der Begriff passend ist)Ansatz und versuche mir in der Meditation des Momentes und der Leere diese Momentes bewusst zu werden. Das macht für mich so ein bischen den Unterschied aus zwischen Religion und Philosophie. Vllt kannst du dazu noch was sagen Walter du hast sich sicher auch damit schon beschäftigt.

Was ich am Buddhismus so "unangenehm" fand, waren die ganzen Verehrungszeremonien. Mir ist klar das Demut eine hehre Personlichkeitseigenschaft ist. Doch im Grunde hat man den Buddhismus nicht verstanden wenn man Buddha verehret. Das ist ja das paradoxe. Buddha selbst sag das immer wieder. Deshalb fand ich den Zen auch am hilfreichsten. Er macht wie ich finde diese Leere am deutlichsten.

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