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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 434 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

27.07.2009 14:56
#1 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

In Antwort auf:
Gerade dann wäre es sinnvoller, über Emanzipation und Grundrechte zu streiten, als den Anderen mit Hilfe inhaltsleerer Kampfbegriffe zu diskreditieren.


Aber gerade das machen doch die Vertreter der (gar nicht existierenden) "political correctness"!

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

27.07.2009 15:53
#2 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Beispiele? So ist das erst mal ne Behauptung, nicht mehr...

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

27.07.2009 17:23
#3 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Hatten wir hier schon mal, den Link, wenn mich nicht alles täuscht.

http://feuerbringer.com/2009/07/11/polit...rausgeforderte/

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

28.07.2009 09:00
#4 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Zitat von Wikipedia
Seit Beginn der 1990er-Jahre wandelte sich der Begriff von einer Eigenbeschreibung zu einem pejorativ gebrauchten Kampfbegriff der politischen Rechten.[2] Konservative Studenten, Akademiker und Journalisten übernahmen den Ausdruck und wandelten ihn in eine Chiffre zur Ablehnung linker Antidiskriminierungsbemühungen. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff zu Political Correctness substantiviert. US-Konservative verwandelten ihn in den 1990er-Jahren überdies in einen politischen Kampfbegriff zur Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner. Allerdings wird er auch weiterhin von undogmatischen Linken verwendet.


http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Korrektheit

Die Autoren des besagten Artikels gehören wohl zu jenen "politischen Rechten"; damit ist der Artikel mE vor allem eines: Unglaubwürdig.

Noch mal: Wenn man für oder gegen Emanzipation und Gleichberechtigung ist, bzw für oder gegen bestimmte Methoden, diese zu verwirklichen, soll man doch bitte konkret um die Sache streiten, und nicht mit mit dämlichen Schlagworten agieren. Das geht natürlich an beide Seiten, aber eine positive Belegung des Begriff "Politisch korrekt" habe ich seit Jahrzehnten nicht mehr rezipiert (in Dtld); der wird in meiner Wahrnehmung ausschließlich negativ verwendet, und zwar meist als Polemik auf unterster intelektueller Stufe.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.07.2009 10:01
#5 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

In Antwort auf:
Die Autoren des besagten Artikels gehören wohl zu jenen "politischen Rechten";


Andreas Müller soll politisch rechts sein. Na dann sieh dir mal den Blog länger als drei Sekunden an...

In Antwort auf:
damit ist der Artikel mE vor allem eines: Unglaubwürdig.


Die perfekte Argumentation.

Aber jeder, der nicht deine Meinung vertritt, muss ja zwangsläufig ein rassistischer, polemischer und noch dazu dämlicher Rechter sein, was?
Wieso haben die Menschen, die versuchen Vorurteile und Feindbilder zu bekämpfen, oft mehr davon, als ihre Gegner

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

28.07.2009 10:06
#6 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Zitat von Relix
Andreas Müller soll politisch rechts sein.


Daher in Klammern; diese Verwendung ist ja bei allen möglichen gang und gäbe, die ich nicht als rechts einstufen würde, zB Gysi oder Dir. EDIT Hätte wohl sagen sollen, dass ich hier den Wiki-Artikel auch suboptimal formuliert finde. EDITEnde

Zitat von Relix
Aber jeder, der nicht deine Meinung vertritt, muss ja zwangsläufig ein rassistischer, polemischer und noch dazu dämlicher Rechter sein, was?


Was soll denn das? Ich finde den Artikel unglaubwürdig, da er genau das macht , was ich kritisiere: Den Begriff als Kampfmittel zu nutzen, um sich um eine inhaltliche Auseinandersetzung ztu drücken. Andere Leute dämlich zu nennen überlasse ich anderen.

Kleine Forums-Statistik, die meine Behauptung untermauert:

Suche nach politisch korrekt

http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...uchen=politisch korrekt&forum=0

Ergebnis: Seit 20.07.2007 wurden die Wörter 23 mal verwendet, davon 22 mal negativ konnotiert und einmal positiv, allerdings ironisierend, daher sag ich mal: 22 zu 0.

Suche nach political correctness (englisch, ts ts ts):

http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...uchen=political correctness&forum=0

Ergebnis: 48 mal wurde der Begriff verwandt, seit ich hier mitschreibe, und davon nicht einmal mit positiver Konnotation.

Fazit: Der inkriminierte Begriff ist ein reines, inhaltsleeres Schlagwort, dass zu Abqualifizierung anderer Meinungen dient. Er verhindert eine inhaltliche Auseinandersetzung, sondern dient als "Keule", um die Diskussion zu verhindern oder zumindest in die gewünschte Richtung zu zwingen.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.07.2009 10:18
#7 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

In Antwort auf:
Daher in Klammern; diese Verwendung ist ja bei allen möglichen gang und gäbe, die ich nicht als rechts einstufen würde, zB Gysi oder Dir.


Aber unglaubwürdig, und daher unwert, sich damit näher zu befassen, oder wie

In Antwort auf:
Was soll denn das? Ich finde den Artikel unglaubwürdig, da er genau das macht , was ich kritisiere: Den Begriff als Kampfmittel zu nutzen, um sich um eine inhaltliche Auseinandersetzung ztu drücken.


Das kann ich eigentlich nicht erkennen.

In Antwort auf:
48 mal wurde der Begriff verwandt, seit ich hier mitschreibe, und davon nicht einmal mit positiver Konnotation.


Wow. Weil es sich im Laufe der Zeit zu einem rein negativen Wort gewandelt, ist es automatisch ein inhaltsleeres Schlagwort.
Wie oft hast du allein das Wort Rassismus verwendet? Wohl öfter als 48 Mal. Und das hat auch eine rein negative Konnotation.
Ist es deswegen schon ein "inhaltsleeres Schlagwort", nur weil du es oft genug als solches missbrauchst?

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

28.07.2009 10:53
#8 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Zitat von Relix
Das kann ich eigentlich nicht erkennen.


Wo setzt sich der Artikel inhaltlich mit Fragen der Emanzipation oder Gleichberechtigung auseinander?

Zitat von Relix
Weil es sich im Laufe der Zeit zu einem rein negativen Wort gewandelt, ist es automatisch ein inhaltsleeres Schlagwort.
Wie oft hast du allein das Wort Rassismus verwendet? Wohl öfter als 48 Mal. Und das hat auch eine rein negative Konnotation.


Ein Schlagwort ist es, weil bzw wenn es als Begründung verwandt wird, ohne eine solche zu sein; da liegt mE auch der Unterschied zu meiner Verwendung des Worts Rassismus. Ich versuche zu begründen, warum ich ene Äußerung rassistisch nenne.

P.S.: Ich will nicht bestreite, dass der Begriff auch von der anderen (also "meiner") Seite ähnlich gebraucht wurde. Ich hab das so nicht mitgeschnitten (oder kaum), aber gut. Das ist genaus so inhaltsleer, keine Frage.

Mal nen Beispiel: Wir hatten mal ne längere Debatte, ob es richtig ist, Schwarze als "Neger" zu bezeichnen. Hätte sich damals jemand hingestellt und gesagt "Iiiieehhh, das ist politisch nicht korrekt!" wäre das kein Argument gewesen, sondern ein inhaltsleeres Schlagwort. Ist aber nicht passiert, es wurden Argumente gebracht. Die negative Verwendung dieses Begriffs geht in meiner Wahrnehmung eher selten mit Argumenten Hand in Hand (wenn hätte ich nichts dagegen). Ich hab die 48 Beiträge nur überflogen, aber mein Eindruck schien sich zu bewahrheiten; ich werde dass noch mal checken (kannst Du auch gerne gegenchecken ). EDIT Sind auch nicht wirklich 48, da wurden Zitate mitgezählt. EDITEnde

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.07.2009 11:25
#9 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

In Antwort auf:
Wo setzt sich der Artikel inhaltlich mit Fragen der Emanzipation oder Gleichberechtigung auseinander?


Garnicht...Aber er hat auch nicht den Anspruch, das zu tun. Andreas Müller setzt sich mit der Regulierung der Sprache im Sinne der Emanzipation oder Gleichberechtigung auseinander.
Er studiert Sprachwissenschaften...

In Antwort auf:
Ich versuche zu begründen, warum ich ene Äußerung rassistisch nenne.


Da war zwar mein (subjektiver) Eindruck ein anderer, aber in diesem Sinne versuche ich auch zu begründen, warum ich etwas als politisch korrekt betrachte...
Begriffe wie Rassismus und politisch korrekt haben ja (wenn auch von Person zu Person abweichende) Definitionen.
Wenn ein Mensch oberflächliche Vorurteile gegen bestimmte Volksgruppen/Minderheiten/wen auch immer hegt, ist das Rassismus.
Wenn ein Mensch anderen die freie Meinungsäußerung verbieten will, um eben jene Minderheiten zu schützen, ist das political correctness.
Wenn man einem anderen Menschen eine dieser beiden negativen Beschuldigungen an den Kopf wirft, dann sehe ich keinen zwingenden Grund, dies auch noch zu begründen, wenn es aus dem vorherigen Post schon eindeutig hervorgeht, warum man das Verhalten dieser Person als politisch korrekt oder rassistisch betrachtet. (kann auch dasselbe sein)

Du siehst es dabei auch nicht als notwendig an, zu begründen, warum Vorurteile gegen Gruppen von Menschen an sich schlecht sind. Das versteht sich von selbst.
Genauso wie es sich für mich von selbst versteht, dass jegliche Einschränkung der Meinungsfreiheit ein Kapitalverbrechen darstellt.

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

28.07.2009 11:52
#10 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Zitat von Relix
Begriffe wie Rassismus und politisch korrekt haben ja (wenn auch von Person zu Person abweichende) Definitionen.


Das möchte ich bestreiten; welche soll das sein? Wir beide haben bspw mit Sicherheit unterschiedliche Vorstellungen, was mit diesem Begriff politisch korrekt gemeint ist.

Zitat von Relix
Wenn ein Mensch anderen die freie Meinungsäußerung verbieten will, um eben jene Minderheiten zu schützen, ist das political correctness.


Mir stellt sich die Frage, wo das passiert; wie gesagt kann ich nicht behaupten, in den letzten zehn, zwanzig Jahren (also den größten Teil meines politischen Lebens) solche Bemühungen rezipiert zu haben. Aber wie gesagt, wenn probiert wird, mit dem Pseudo-Argument der politischen Korrektheit eine Debatte zu unterdrücken oder den Gegenüber zu diskreditieren ist das genausso abzulehnen wie der umgekehrte Vorgang.

Zitat von Relix
Du siehst es dabei auch nicht als notwendig an, zu begründen, warum Vorurteile gegen Gruppen von Menschen an sich schlecht sind. Das versteht sich von selbst.


Stimmt; zur Not könnte ich aber jedesmal aufs GG verweisen. Was ist an "politischer Korrektheit" schlecht? Was versteht sich dabei von selbst?

EDIT
Die Einschränkung der Meinungsfreiheit kann es zumindest nicht sein, wenn es um die Beutzung hier im Forum geht; da existiert die einfach nicht; in der Gesellschaft gilt das zumindest für die letzten fünfzehn Jahre ebenso. Niemand wird mit dem Argument der politischen (Un-)korrektheit untersagt, sich zu äußern. Im Gegenteil, der Einsatz für Emanzipation (und sei es eine bestimmte Vorstellung davon) wird unterdrückt, Diskussionen verhindert, die Meinungsfreiheit sabotiert. EDITEnde

Zitat von Relix
Da war zwar mein (subjektiver) Eindruck ein anderer, aber in diesem Sinne versuche ich auch zu begründen, warum ich etwas als politisch korrekt betrachte...


Wir scheinen alle eine subjektiv-selektive Wahrnehmung zu haben, zumindest manchmal. Mir persöhlich erscheint eher so was der "Normalfall" zu sein: Ich habe in der Debatte im "Rassismus"-Thread als Argument vorgebracht, dass rassistisch konnotierte Begriffe wie "Neger" Menschen, die solche rassistischen Vorstellungen und Stereotype im Kopf haben, in ihren Ansichten bestärkt werden; man könnte sich darüber streiten, ob dass ein stichhaltiges Argument ist, klar. Darauf aber Dein Kommentar:

Zitat von Relix
Rassismus ermuntert Rassisten, ihre widerlichen Thesen, Ansichten und Begriffe zu verbreiten... Welch Erkenntnis!

Lang lebe die Political correctness!


Und das ist genau das, was ich bemängele: Ein Dismussion wird mit einem ppositiv oder negativ konnotierten Schlagwort abgeblockt, der Gegenüber diskreditiert.

P.S.: Wie gesagt, auch meine Wahrnehmung mag selektiv sein und Du siehst das gewiss anders. ;)


Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

28.07.2009 19:08
#11 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

In Antwort auf:
Wir beide haben bspw mit Sicherheit unterschiedliche Vorstellungen, was mit diesem Begriff politisch korrekt gemeint ist.


Deswegen habe ich ja auch (von Person zu Person abweichende) Definitionen geschrieben. Das ist allerdings nicht besonderes, sondern gilt für jedes Wort der menschlichen Sprache.

In Antwort auf:
Mir stellt sich die Frage, wo das passiert; wie gesagt kann ich nicht behaupten, in den letzten zehn, zwanzig Jahren (also den größten Teil meines politischen Lebens) solche Bemühungen rezipiert zu haben.


Weil du ja auch die freimütige Verurteilung von Menschen wegen "Verhetzung" etc. unterstützt. Ich empfinde allein die Existenz des Paragraphen als Zumutung. (Und oft ihre Folgen noch viel mehr.)

In Antwort auf:
Stimmt; zur Not könnte ich aber jedesmal aufs GG verweisen.


Wieso? Ist das GG ein heiliges Buch und absoluter Maßstab menschlicher Moral...?

In Antwort auf:
Niemand wird mit dem Argument der politischen (Un-)korrektheit untersagt, sich zu äußern.


Das ist faktisch falsch. Natürlich nehmen die Menschen, die solche Maßnahmen setzen, das Wort "politisch korrekt" nicht in den Mund, da es ja ein negativ konnotiertes Wort ist.
Es gibt ja auch kaum Jemanden, der auf die Idee kommt, sich selbst stolz als "Rassisten" zu bezeichnen...

In Antwort auf:
Im Gegenteil, der Einsatz für Emanzipation (und sei es eine bestimmte Vorstellung davon) wird unterdrückt


Inwiefern? (und welche bestimmte Vorstellung davon?)

In Antwort auf:
Diskussionen verhindert, die Meinungsfreiheit sabotiert.


Dem stimme ich zu...Wenn auch wohl aus anderen Gründen...

In Antwort auf:
Ich habe in der Debatte im "Rassismus"-Thread als Argument vorgebracht, dass rassistisch konnotierte Begriffe wie "Neger" Menschen, die solche rassistischen Vorstellungen und Stereotype im Kopf haben, in ihren Ansichten bestärkt werden


Das war kein Argument und ist es auch jetzt nicht - sondern lediglige ein Behauptung.
Ein "q.e.d." erspart einem noch keine Beweisführung.

In Antwort auf:
Darauf aber Dein Kommentar:


Ich habe es amüsant gefunden, dass du schreibst: "Rassismus ermuntert Rassisten, ihre widerlichen Thesen, Ansichten und Begriffe zu verbreiten." - was irgendwie keine großartige Erkenntnis ist...

In Antwort auf:
Und das ist genau das, was ich bemängele: Ein Diskussion wird mit einem ppositiv oder negativ konnotierten Schlagwort abgeblockt, der Gegenüber diskreditiert.


Welche "Diskussion"? Deine Beiträge bestanden zum damaligen Zeitpunkt zum größten Teil aus um-sich-schlagender Pöbelei und Unterstellungen des Rassismus gegen Alles und Jeden...
Dementsprechend habe ich es (zum Großteil) als sinnlos erachtet, dem mit tiefgreifender Argumentation zu begegnen.

Ich habe jedenfalls nichts erkannt, was man "abblocken" hätte können.

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Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2009 09:21
#12 RE: Ausländerfeindlichkeit? Antworten

Zitat von Relix
Deswegen habe ich ja auch (von Person zu Person abweichende) Definitionen geschrieben. Das ist allerdings nicht besonderes, sondern gilt für jedes Wort der menschlichen Sprache.


ME funzt das mit der Kommunikation nur, wenn Begriffe eine mehr oder minder eindeutige Bedeutung haben; Diskussionen, wo jeder die diskutierten Begriffe mit eigenem Inhalt füllt, neigen dazu, nicht sonderlich produktiv zu sein: Man redet aneinander vorbei.

Zitat von Relix
Weil du ja auch die freimütige Verurteilung von Menschen wegen "Verhetzung" etc. unterstützt. Ich empfinde allein die Existenz des Paragraphen als Zumutung. (Und oft ihre Folgen noch viel mehr.)


??? Wieso sind wir jetzt auf einmal bei Paragraphen und "Verhetzung"? (Ich schätze, Du meinst Volksverhetzung als Straftatbestand?) ???

Mir ging es nicht um strafrechtliche Konsequenzen. Die Meinungsfreiheit mit Hilfe des StGB einzuschränken muss schon sehr gut begründet sein. Das Verbot der Holocaustleugnung kann ich unterstützen; auch die direkte Bezeichnung von Menschen als "Nigger", "Saujude" oder "verdammenswerter Ungläubiger" u.ä. finde ich strafwürdig, weil sie mE mehr oder minder unverhohlen zur Gewalt aufruft, zumindest im großen Rahmen, in Massenpublikationen. (Ich hoffe, dass ein direktes "Tötet alle Vegetarier!" auch in Deinen Augen nicht von der Meinungsfreiheit gedeckt ist.) Aber irgendwie waren solche Extreme nicht wirklich das Thema.

Wenn es bspw um Beiträge in der Art geht, die ich recht regelmäßig "rassistische Hetze" nenne: Natürlich darf so etwas nicht verboten werden; Meinungsfreiheit. Ich nehme mir aber das Recht heraus, das begründet als rassistische Hetze zu bezeichnen; Meinungsfreiheit. Ich mag das ja "nicht korrekt" finden (ist tatsächlich so, ob nun politisch oder nicht) und versuche, dagege zu argumentieren, aber das bin nur ich, nicht der Staatsanwalt.

Zitat von Relix
Wieso? Ist das GG ein heiliges Buch und absoluter Maßstab menschlicher Moral...?


Dass nicht; aber die Grund- und Menschenrechte sind für mich schon ziemlich grundlegend. Auch über die kann man diskutieren, aber muss man wirklich jede Debatte bei Adam und Eva beginnen oder enden lassen? Du prangerst doch auch eine Einschränkung der Meinungsfreiheit an, ohne jedesmal zu erläutern, warum diese schützenswert ist.

Zitat von Relix
Natürlich nehmen die Menschen, die solche Maßnahmen setzen, das Wort "politisch korrekt" nicht in den Mund, da es ja ein negativ konnotiertes Wort ist.
Es gibt ja auch kaum Jemanden, der auf die Idee kommt, sich selbst stolz als "Rassisten" zu bezeichnen...


Ich benenne eigentlich nichts als Rassismus, ohne einen Grund dafür zu haben, und mE führe ich dann auch Argumente dafür an (über die man wie oft gesagt diskutieren kann und soll). Political correctness wird idR ohne Argumente oder Begründung gebraucht, zumindest hier im Forum; siehe die Suchergebnisse...

Zur Argumentation:
Zitat von Relix
Zitat von Reinecke
Ich habe in der Debatte im "Rassismus"-Thread als Argument vorgebracht, dass rassistisch konnotierte Begriffe wie "Neger" Menschen, die (durch) solche rassistischen Vorstellungen und Stereotype im Kopf haben, in ihren Ansichten bestärkt werden (können).
Das war kein Argument und ist es auch jetzt nicht - sondern lediglige ein Behauptung.
Ein "q.e.d." erspart einem noch keine Beweisführung.

Zitat von Relix
Ich habe es amüsant gefunden, dass du schreibst: "Rassismus ermuntert Rassisten, ihre widerlichen Thesen, Ansichten und Begriffe zu verbreiten." - was irgendwie keine großartige Erkenntnis ist...


EDIT
Gemeint ist jeneer thread: http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...-Rassismus.html
EDITEnde

Ähm, was denn jetzt? Offensichtlich sind wir uns doch einig, dass der Zusammenng gegeben ist. Wenn man nun der Meinung ist, Rassismus sei schädlich bzw wirke zerstörerisch auf die Gesellschaft, muss man sich mE das Ziel setzen, diesen zurückzudrängen. Unser Rassismus-Thread hat das genaue Gegenteil gezeigt und damit meine Argumentation unterstützt, daher das q.e.d.:

"Neger" war, akzeptabel, also hat es irgendein Rassist mit "Nigger" probiert, danach rassistische Witze erzählt und war dann raus, weil er die Grenze des Admins überschritten hatte. Ich bin ja irgendwie neugierig, was passiert wäre, hätte Gysi R.K. nicht rausgeschmissen, alleine...

(Zwei Anmerkungen zwischendurch: Erstens ist es völlig unabhängig davon, dass B.S., der das Ganze auslöste, mE keine Vorurteile gegen Schwarze hegt; im Gegenteil, ich halte ihn für einen Menschen, der jegliche Vorurteile, die er wie wir alle haben mag, hervorragend im Griff hat. Zweitens nehmt mir bitte das "Rassist" gegen R.K. nicht übel; der ist kein Mitglied des Forums mehr, und verdient hat er das mE unbedingt.)

... alleine, ich kann es einfach nicht gut finden, wenn derart verächtlich von bestimmten Menschengruppen gesprochen oder der Holocaust lächerlich gemacht wird. Solche Vorgänge will ich verhindern oder zumindest darauf hinweisen. Ich muss mir wohl Gedanken darüber machen, dass ich nicht unbedingt erfolgreich damit bin, das ist richtig; aber das grundsätzliche Konzept finde ich weiterhin nicht falsch.

Zitat von Relix
Welche "Diskussion"? Deine Beiträge bestanden zum damaligen Zeitpunkt zum größten Teil aus um-sich-schlagender Pöbelei und Unterstellungen des Rassismus gegen Alles und Jeden...
Dementsprechend habe ich es (zum Großteil) als sinnlos erachtet, dem mit tiefgreifender Argumentation zu begegnen.


Schade, obwohl ich irgendwann tasächlich... recht stark emotional involviert war... ;)

Das hatte allerdings eine Vorgeschichte. Ich habe besagtes Argument immer und immer wieder genannt, ohne das darauf eingegangen wurde. Gesteigert wird das durch den Hinweis, dass rassistische Gewalttäter ebenfalls und ganz besonders in ihren Anschauungen bestärkt werden (und die können das hier lesen, auch wenn sie keine Mitglieder des Forums sind). Neonazis fühlen sich auf dieser Grundlage als Verteidiger und Vollstrecker des "Volkswillens", was ganz konkret Menschen Leben und Gesundheit kosten kann und allzu oft kostet. (Ich könnte noch mal den Jungle World-Link Deutsches Haus verlinken...)

Auch die Tatsache, dass nie irgendein Argument (oder auch nur etwas, was so aussieht) in der Debatte war, was für die Verwendung solcher Begriffe spricht, war nicht wirklich hilfreich...

Zitat von Relix
Zitat von Reinecke
Im Gegenteil, der Einsatz für Emanzipation (und sei es eine bestimmte Vorstellung davon) wird unterdrückt.
Inwiefern? (und welche bestimmte Vorstellung davon?)


[ironie]Im Zweifelsfall die, die nicht die Deine ist, GenossIn[/ironie]

Nein, mein ich nicht ernst. Aber wir sind uns ja offensichtlich in einer Reihe von Fragen nicht einig, die den Emanzipationsbegriff betreffen. Und wir sind uns mE auch einig, dass man diese Meinungen ausdiskutieren sollte, und nicht mit Schlagworten niedermachen. ;)

Zitat von Relix
Ich habe jedenfalls nichts erkannt, was man "abblocken" hätte können.


Bspw die Diskussion über Rassismus, die zugrunde liegenden Mechanismen und deren Folgen. Diese wird im Ansatz mit dem Hinweis auf die angebliche political correctness diskreditiert, so meine Wahrnehmung. Diese ist aber kein Argument, da sind wir uns einig.

Wenn der Begriff einst in der umgekehrten Richtung verwandt wurde (und das wurde er wohl, kann ich nach meinen "Recherchen" nicht leugnen) ist das genauso negativ. Aber nochmal: Wer diesen Begriff heutzutage positiv konnotiert verwendet macht sich lächerlich; hier im Forum hat das bspw niemand versucht. Können wir nicht einfach darauf verzichten, und uns damit beschäftigen, was wirklich gemeint ist? "Rassismus" bspw soll nicht das Ende der Debatte bilden, wirklich, wirklich, wirklich nicht. Das "Für" und das "Wider" und das "Und nun" sind entscheidend.

P.S.: Hai, Gysi; wenn Du das ganze in einen eigenen Thread verschieben würdest wäre ich darüber sehr dankbar; hat ja nur noch sehr bedingt mit dem ursprünglichen Thread zu tun.

Reinecke ( gelöscht )
Beiträge:

29.07.2009 14:46
#13 Politisch korrekt? Antworten

Danke, Gysi. (nur damit man den Thread in der Forumsübersicht sieht ).

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