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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 114 Antworten
und wurde 4.137 mal aufgerufen
 Judentum
Seiten 1 | 2 | 3 | 4 | 5
Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 07:10
#76 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
Zwischen dem Neujahrsfest und Jom Kippur geht es um Teschuwa, wir sollen Teschuwa machen.



Pamuk,da hast du wohl wirklich recht.

Dazu kann man folgende Verse noch zu Hilfe nehmen.

Ihr sollt ganz und ungeteilt auf der Seite des Ewigen,
eures Gottes ,stehen (Dtn 18,13)

Ich habe den Ewigen immerzu vor Augen. (Ps16,8)

Und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. (Lev19,8)

Strebe danach ,Gott auf all deinen Wegen zu erkennen . (Prov3,6)

Gehe in Bescheidenheit gemeinsam mit deinem Gott (Micha 6,8)

diese 5 Verse beginnen im Hebräischen
mit den Buchstaben
Taw-Schin-Waw-Bet -He

die das Wort Teschuwah "Umkehr" bilden.

Aviel

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

25.09.2009 09:30
#77 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
diese 5 Verse beginnen im Hebräischen
mit den Buchstaben
Taw-Schin-Waw-Bet -He

die das Wort Teschuwah "Umkehr" bilden



Komisch, aus meiner Sicht bilden die Buchstaben das Wort
"Tawschinwawbethe", was wohl soviel bedeutet wie
"Schaunichtsogenauhinundinterpretierewieduwillst"

Grüsse
Till

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 10:33
#78 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
Komisch, aus meiner Sicht bilden die Buchstaben das Wort
"Tawschinwawbethe", was wohl soviel bedeutet wie
"Schaunichtsogenauhinundinterpretierewieduwillst"




du hast jetzt den Namen der Buchstaben geschrieben

vielleicht hilft dir das weiter
nochmal zu probieren

http://www.hagalil.com/iwrith/hebrew/alef-beth.htm

Aviel

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

25.09.2009 11:45
#79 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Hallo Pamuk

In Antwort auf:
Es war auch nicht meine Absicht, ein Urteil darüber zu fällen, ob die Einschätzung der eigenen Person durch Außenstehende wichtig ist oder nicht, sondern ich wollte nur darstellen, dass es eine solche Einschätzung immer gibt und diese einen nicht kalt lassen kann. Die Frage ist nur, wie viel Einfluss man von außen auf die eigene Entwicklung zulässt.


Ich glaube, ich verstehe jetzt besser was Du meinst. Es ging Dir weniger um das
persönliche Selbstverständnis und mehr um die Tatsache, daß ein Zusammenleben in
der Gesellschaft nur schwer möglich ist, wenn man von vornherein überall auf
Ablehnung stößt.

In Antwort auf:
Und gerade wenn man in seinem heimischen Kulturkreis als Exot existiert(sei es wegen einer anderen Religion oder einer anderen Hautfarbe), wird man seinen Mitmenschen auffallen und dementsprechend verhalten diese sich dem Exoten gegenüber - in der Regel.



Was die Hautfarbe angeht, stimmt das leider und kommt vor allem in ländlichen
Gegenden immer noch häufig vor.
Bei Religionen hängt viel davon ab, ob man dem Gegenüber die Religionszugehörigkeit
sofort ansieht aufgrund der Kleidung. (Musliminnen mit Kopftuch, katholische Schwestern,
Juden mit entsprechender Kleidung und Haartracht). Dann führt dieser erste Eindruck
häufig schon zu Vorurteilen und Ablehnung.
Wenn man einen Menschen erst persönlich kennenlernt und auf diese Weise seine Ansichten
(auch religiöse) kennenlernt, dann werden die meisten Menschen den Anderen differenzierter
wahrnehmen und weniger Vorurteile entwickeln.
Ich kenne - zu meinem Bedauern - keinen Juden persönlich und ich kann mich nicht erinnern,
daß ich jemals einen Juden gesehen habe, dem man das Judentum äusserlich angesehen
hätte.
Gibt es die Ablehnung Juden gegenüber in Deutschland heutzutage überhaupt noch in
nennenswertem Umfang, ich meine die Deutschen sollten aufgrund der Geschichte zumindest
den Juden gegenüber gelernt haben, mit Vorurteilen vorsichtiger zu sein.

In Antwort auf:
Inwiefern man innerlich mit seiner Identität im Reinen ist, ist dabei für das gesellschaftliche Miteinander eher zweitrangig; leider.



Stimmt, dafür braucht es die Einsicht auf beiden Seiten. Wie sieht es mit der Ablehnung/
Akzeptanz heutzutage tatsächlich aus? (siehe oben)

In Antwort auf:
Und mit eben diesem Dilemma mussten vor allem die deutschen Juden der Vorkriegszeit leben. Innerlich schlossen viele von ihnen mit dem Judentum ab und setzten nach außen hin das Zeichen der Assimilation, oftmals mit Taufe verbunden. Aber wie kamen sie überhaupt erst zu solch einer Entwicklung? Weil sie für ihre Mitmenschen nicht mehr einfach nur die Juden sein wollten.


Meinst Du den ersten oder den zweiten WK? (Im ersten Post hast Du vom Beginn des 20. Jhdt.
gesprochen).
Die Juden wurden in Europa ja schon seit 2000 Jahren immer weider ausgegrenzt und verfolgt
(siehe z.B. auch Martin Luther). Daß sich zu Beginn des 20. Jhdt. viele Juden assimilierten,
liegt vielleicht weniger an einem Anwachsen des Antisemitismus, sondern z.T. auch an der
Aufklärung und der Technisierung (wirtschaftlicher Umbruch...), so daß in dieser Zeit
Religion für viele Menschen an Bedeutung verlor im Vergleich zu früheren Jahrhunderten.
Ich glaube, Hitler hat mit dem Antisemitismus eine Sache wieder aufgewärmt, die bereits
rückläufig war, weil es für ihn nützlich war einen Sündenbock zu haben, dem man die
Schuld in die Schuhe schieben konnte um schärfere Gesetze einzuführen und Enteignungen
zu begründen usw.

In Antwort auf:
Was wäre für sie persönlich sonst für ein Motiv gegeben, die eigene Herkunft vollkommen zu leugnen?


das Wort "Herkunft" hat offensichtlich im Jüdischen eine besondere Bedeutung, wenn man
bedenkt, daß die Juden ja schon seit 2000 Jahren in Europa lebten.
Es muß wohl auch von Seiten der Juden eine strikte Abgrenzung zu der sie umgebenden
Kultur gegeben haben, daß sie ihre eigene Kultur und Religion so lange in fremden Ländern
bewahrt haben.
Ich gehe mal von mir aus und stelle mir vor ich würde z.B. nach Kanada oder Australien
auswandern. Vermutlich hätte ich mich ziemlich schnell assimiliert und meine Herkunft
Deutschland würde für mich keine große Rolle mehr spielen (Religion ja sowieso nicht).

Die Motive für die Juden lagen zum einen sicher im Druck von aussen (vor allem später
in den Dreißiger-Jahren und zum anderen darin, daß die eigene Religion für sie an Bedeutung
verlor, vermute ich.

In Antwort auf:
Und was hat ihnen die Assimilation gebracht? Nichts. Höchstens einen noch unsinnigeren Antisemitismus.


Womit Du sicherlich die Rassenlehre der Nationalsozialisten meinst. Diese irrsinnige
Ideologie war doch nur ein Vorwand um das Machtstreben Hitlers zu rechtfertigen
(Herrenrasse).
Heutzutage wird wohl kaum noch einer einen Menschen ablehnen, weil er jüdische Vorfahren
hat. Allenfalls die Juden selbst sehen in der Abstammung eine größere Bedeutung.

In Antwort auf:
Nun will ich noch mal den Bogen zu Rosch haSchana schlagen.
Zwischen dem Neujahrsfest und Jom Kippur geht es um Teschuwa, wir sollen Teschuwa machen.
Und was bedeutet Teschuwa? Teschuwa bedeutet allgemein Umkehr. Umkehr zu G'tt usw.
Aber es gibt auch noch eine zweite Übersetzung, und die lautet "Antwort". Es geht darum, Antworten auf die Fragen der eigenen Identität zu finden und im besten Falle ist das Ergebnis ein gesundes jüdisches Selbstverständnis.



Also eine Zeit der Selbstbesinnung finde ich eine sehr gute Sache und man könnte es
prinzipiell jedem Menschen empfehlen, sich wenigstens einmal im Jahr damit
gründlich zu beschäftigen, sofern das Ergebnis dieser Selbstbesinnung nicht schon
von aussen vorgeschrieben ist.

Jüdisches Selbstverständnis - schön und gut, ich würde aber ein allgemein menschliches
Selbstverständnis generell vorziehen.

Grüsse
Till

Nuralhuda Offline

Muslim


Beiträge: 1.648

25.09.2009 12:30
#80 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Hallo Eulenspiegel

In Antwort auf:
Es zeigt auch, daß die Wissenschaft kein endgültiges starres Gebilde ist, sondern
daß sie sich ständig weiterentwickelt



Sobald das um noch keinen bewiesenen Tatsachen handelt, zweifelt man schon daran,auch Fossile, die heute als Beweise aufgeführt sind, werden vielleicht später in den nächsten Jahren als Täuschungen erklärt werden.wer weiss? wäre schon möglich.
Leider Gottes auch an den Schulen wird das mit Nachdruck betrieben falsche Beweise, die selbst von führenden Vertretern der Evolutionstheorie aus der Literatur gestrichen wurden, werden Kindern weiterhin in Schulbüchern als Vorfahren des Menschen vorgestellt.

In Antwort auf:
Natur ist hier im weitestmöglichen Sinne zu verstehen. Man spricht ja von
belebter und unbelebter Natur. Ich meine damit alles, was sich im Kosmos seit dem
Urknall abgespielt hat, also Materie, Energie und die dazugehörigen Naturgesetze.



Ohne zuzugeben bestätigst du schon, dass die Natur für dich einen Willen, ein Wissen und Macht besitzt, wie bereits schon erklärt, die Natur braucht was um irgendetwas zu entwickeln, sie braucht also Materie, Energie, Raum und Zeit, damit du begreifst, dass tatsächlich Gott exestiert, musst du mit deinem Verstand weiter in die Vergangenheit zurückreisen, also bevor überhaupt noch irgendetwas existierte, was hinter dem Kosmos abspielt, dann wird es vielleicht einen Klick machen.

In Antwort auf:
Die Wissenschaft sagt, daß man über das was "dahintersteht" bis jetzt (und
möglicherweise auch generell) nichts sagen kann.



Weil wir heutzutege keine Möglichkeit haben, vielleicht wird der Mensch in den nächsten tausende Jahren, "was dahinter steht", nämlich Gott erklären kann.

In Antwort auf:
Wenn man etwas nicht weiß, dann heisst, das nicht, daß man mit dem Glauben an Gott der
Sache näher kommt.



Dann ist es für dich "wissen" erst sehen und hören
Aber wenn du spuren siehst und Beweise in der Hand schon hast, dann weißt du schon, dass dort irgendetwas gibt auch ohne zusehen oder zuhören.

In Antwort auf:
Nuralhuda, das funktioniert nicht. Wenn Gott schon vorher genau weiss, was passieren
wird, dann sind die Ereignisse schon festgelegt und vorherbestimmt, dann hat der Mensch
keine Wahl mehr (auch wenn er es sich einbildet), weil zwangsläufig genau das geschehen
wird, was Gott vorherbestimmt und vorrausgesehen hat. der Mensch macht dann das einzige
was er machen kann, das was geschehen muß.



Um das ein bisschen genauer zu verstehen, hier ist ein Beispiel:
Wir gehen davon aus, dass du eine Prüfung ablegen willst, vor der Prüfung, hat dein Klassenlehrer, der schon seit vielen Jahren die Leistungen von jeden Schüler kannte, geraten und geschrieben, dass du die Prüfung nicht bestehen kannst, und dass die Johanna sie bestehen kann. Nach der Bewertung der Prüfung ist es genau so passiert wie der Lehrer schon vorher gedacht hat, obwohl er niemals die Zukunft vorhersagen konnte.
Weil du die Prüfung nicht bestanden hast, willst du damit sagen, dass dein Klassenlehrer einen negativen Einfluß daran hat,nur weil er vorher gedacht hat und geschrieben hat, dass du durchfällst?
Genau unsinn,es könnte auch andersrum gewesen sein, dass du sie bestehst und die Johanna nicht, in diesem Fall hat dein Lehrer falsch geraten und einen Fehler gemacht hat, aber Gott macht keinen Fehler, wenn er was vorausieht oder vorausbestimmt, dann müsste es so passieren anders wäre dann unmöglich. Er hat jeden von uns das Schicksall vorausbestimmt, weil Er Allwissend ist und die Zukunft vorhersagen kann, das zwingt aber dei Menschen nicht das zu machen was sie nicht wollen, eine Vorausbestimmung ist keine vorprogrammierung.

In Antwort auf:
Das ist aber kein Kriterium um den richtigen Gott zu identifizieren, immerhin
haben auch die anderen Religionen ihre Schöpfungslehren.



Auch anderen Religionen glauben an den richtigen Gott den Schöpfer wie wir.
Der Unterschied liegt daran, dass die alle nebenbei anderen falschen Götter oder Menschen anbeten, die zu Ihn führen.

Gruß

______________________________________________
Taub, stumm und blind: So werden sie nicht umkehren. Oder es ist wie ein Gewitterregen, der vom Himmel niedergeht, voller Finsternis,
Donner und Blitz. Sie stecken sich die Finger in die Ohren vor den Donnerschlägen, um dem Tod zu entfliehen, doch Allah umfaßt die Ungläubigen.

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

25.09.2009 13:19
#81 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Hallo Eulenspiegel

In Antwort auf:
Wenn man einen Menschen erst persönlich kennenlernt und auf diese Weise seine Ansichten
(auch religiöse) kennenlernt, dann werden die meisten Menschen den Anderen differenzierter
wahrnehmen und weniger Vorurteile entwickeln.



Das ist wohl richtig, aber wie du selbst schon korrekt anmerkst:

In Antwort auf:
Meinst Du den ersten oder den zweiten WK? (Im ersten Post hast Du vom Beginn des 20. Jhdt.
gesprochen).



...beziehe ich mich in meiner Darstellung insbesondere auf den Werdegang des deutschen Judentums, da ich den als ziemlich exemplarisch für die Selbstaufgabe des Judentums empfinde. Wenn ich von Vorkriegszeit spreche, meine ich in etwa die Zeit von 1900-1939, denn der 1.Weltkrieg brachte für die deutschen Juden keinen Umschwung im Denken, sondern war lediglich ein besonderer Ausdruck ihrer Assimilationsbemühungen. Mein Urgroßvater wurde als jüdischer Soldat im 1.Weltkrieg beispielsweise mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und neben dem Jiddischen pflegte man bei meinen Großeltern vor allem Deutsch zu sprechen - obwohl man in Polen lebte.

Ein Christ kann sich vermutlich recht leicht von seiner kulturellen Prägung lösen, ohne immer wieder in die entsprechende Schublade gequetscht zu werden. Bei Muslimen wird das schon schwerer, denn in der Regel lässt ihr Aussehen auch auf ihren religiösen Hintergrund schließen.
Bei Juden ist es letztendlich ähnlich. Natürlich erfüllen wir nicht alle die üblichen Klischees, was unser Aussehen angeht, doch verraten bei den Meisten beispielsweise die Familiennamen einiges über ihre Herkunft. Aber das ist gar nicht entscheidend. Man kann mit seinem Judentum zwar innerlich abschließen, aber nach außen hin kann man es nicht vollständig verbergen. Damit komme ich auch zu deiner Frage, ob es heute noch eine nennenswerte Ablehnung seitens der Umwelt gibt.
Nicht in solchem Maße wie früher! Wie gesagt, viele Juden ließen sich taufen, und doch waren sie für ihre Mitmenschen vor allem Juden - das meine ich damit, dass man zwar innerlich abschließen und nach außen hin Zeichen setzen kann, die Umwelt diese Entwicklung aber nicht zwangsläufig akzeptieren muss. In Deutschland wurde diese Entwicklung schließlich nicht akzeptiert und daher spreche ich von einem Dilemma des deutschen Judentums. Meine Familie taugt da als gutes Beispiel:
Meine Großeltern väterlicherseits stammen aus Berlin und aus Prag. Mütterlicherseits aus Posen(einst deutsch, dann polnisch). Meine Großeltern waren also durchweg von der deutschen Kultur geprägt und gerade in der mütterlichen Familie wurde sie auch "praktiziert". Ein nennenswertes jüdisch-religiöses Leben gab es bei allen vier Großelternteilen nicht, sie waren Kulturdeutsche und zum Teil auch deutsche Patrioten. Jüdisch waren letztendlich die beschnittenen Glieder meiner Großväter und dass man im Alltag Jiddisch sprach. Wo sind meine Großeltern gelandet? Mein Großvater väterlicherseits in Auschwitz, meine Großmutter mütterlicherseits im jüdischen Widerstand, meine Großeltern mütterlicherseits in Sachsenhausen.
Sie haben sich im Großen und Ganzen vom Judentum gelöst, aber ihre Umwelt hat diese Entwicklung nicht akzeptiert.

Wie sieht es heute aus?
Wenn du sagst, dass du Jude bist, stößt du erfreulicherweise vor allem auf Neugier und Interesse. Gerade bei jungen Menschen.
Wagst du dich aber mit entsprechender Kopfbedeckung auf die Straße, kannst du die gesamte Palette der deutschen Wahrnehmung beobachten. Dann siehst du erstaunte, überraschte, interessierte, angewiderte und feindliche Blicke. Ein absolutes Urteil über die Wahrnehmung von Juden oder gar von Antisemitismus in Deutschland möchte ich nicht fällen - wobei die Sicherheitsvorkehrungen in jüdischen Gemeinden sicherlich ihre Berechtigung haben.
Alltäglichen Feindlichkeiten begegnet man eher von Muslimen und diese Anfeindungen sind dann eine Mischung aus religiöser, rassistischer und politischer Abneigung. Israel reicht wohl als Stichwort.

In Antwort auf:
Die Juden wurden in Europa ja schon seit 2000 Jahren immer weider ausgegrenzt und verfolgt
(siehe z.B. auch Martin Luther). Daß sich zu Beginn des 20. Jhdt. viele Juden assimilierten,
liegt vielleicht weniger an einem Anwachsen des Antisemitismus, sondern z.T. auch an der
Aufklärung und der Technisierung (wirtschaftlicher Umbruch...), so daß in dieser Zeit
Religion für viele Menschen an Bedeutung verlor im Vergleich zu früheren Jahrhunderten.



Das sehe ich nicht so.
Das deutsche Judentum ließ sich in überwältigender Mehrheit zum Reformjudentum zuordnen, welches seinen Ursprung auch in Deutschland hat.
Als Wegbereiter des Reformjudentums nennt und feiert man heute Moses Mendelssohn.
Aber was genau hat Moses Mendelssohn denn gefordert? Er wollte den in Deutschland lebenden Juden in erster Linie die deutsche Sprache nahebringen(die Übersetzung der Torah gilt als sein Verdienst). Kein Zweifel, das war eine Notwendigkeit, die von Migranten heute zurecht als Selbstverständlichkeit abverlangt wird. Aber was hat das mit einer Reformation des jüdisch-religiösen Lebens zu tun? Ganz einfach, nichts. Der Ursprung des (deutschen) Reformjudentums liegt also in der Integration und wurde von Mendelssohns Nachfolgern radikal zur Assimilation weitergeführt.
Dass man die Gebet nach der Rezitation des hebräischen Originals in der Landessprache übersetzt, ist zweifelsohne eine schöne Sache und für mich auch eine Notwendigkeit zur Steigerung der Intensität des Gebets. Das ist tatsächlich ein kultischer Fortschritt. Zwar keine Reform in ihrer eigentlichen Bedeutung(lat. für re zurück; formatio Gestaltung: Wiederherstellung), aber im allgemeinen Verständnis dennoch als solche zu verstehen und positiv zu bewerten.
Was aber haben beispielsweise Orgeln in Synagogen für einen fortschrittlichen Sinn, wenn nicht gar einen reformatischen, der auf die Wiederherstellung des ursprünglichen Ritus abzielt?
Was ich dem in Deutschland entstandenen Reformjudentum vorwerfe ist, dass es ihm in der Sache nicht um eine kultische Reform mit der Rückbesinnung auf die geistlichen Wurzeln des jüdischen Glaubens ging, dass man also nicht den Staub von überflüssigen Brauchtümmern abschütteln wollte, sondern dass man Reform immer als einen Weg hin zur Mehrheitsgesellschaft verstand – mit anderen Worten: Integration und letztendlich Assimilation.
Und Assimilation darf in einer pluralistischen, toleranten und demokratischen Gesellschaft nicht das Ziel der Integration sein.
Der Ursprung der deutsch-jüdischen Integration liegt also in der sog. "jüdischen Aufklärung", die nichts anderes war, als ein Verusch, auf die "jüdische Frage" eine Antwort zu finden. Mendelssohn beantwortete diese Frage mit von Juden selbst angetriebener Integration, seine Nachfolger mit Assimilation und Theodor Herzl bspw. sah den modernen Zionismus als Antwort auf das jüdische Schicksal.

In Antwort auf:
Ich glaube, Hitler hat mit dem Antisemitismus eine Sache wieder aufgewärmt, die bereits
rückläufig war, weil es für ihn nützlich war einen Sündenbock zu haben, dem man die
Schuld in die Schuhe schieben konnte um schärfere Gesetze einzuführen und Enteignungen
zu begründen usw.



Die Juden erlebten im Kaiserreich und in der Weimarer Republik einen einmaligen sozialen Aufstieg, was bei der nichtjüdischen Mehrheitsgesellschaft auf Misstrauen stieß. Der jüdische Sündenbock war in den Köpfen durchaus verankert; die Frage ist nur, in welchem Maße?! Dass dieses Motiv vorhanden war, steht jedenfalls außer Frage, denn sonst wäre es den Nazis nicht möglich gewesen, diese Feindschaft so arg zu emotionalisieren und auf die Spitze zu treiben.

In Antwort auf:
das Wort "Herkunft" hat offensichtlich im Jüdischen eine besondere Bedeutung, wenn man
bedenkt, daß die Juden ja schon seit 2000 Jahren in Europa lebten.
Es muß wohl auch von Seiten der Juden eine strikte Abgrenzung zu der sie umgebenden
Kultur gegeben haben, daß sie ihre eigene Kultur und Religion so lange in fremden Ländern
bewahrt haben.



Das ist vollkommen richtig und ist durch eine Wechselbeziehung bedingt: Feindschaft von außen und inneres Bedürfnis, das eigene Erbe zu bewahren und sich eben nicht zu assimilieren, sich abzugrenzen.

In Antwort auf:
Also eine Zeit der Selbstbesinnung finde ich eine sehr gute Sache und man könnte es
prinzipiell jedem Menschen empfehlen, sich wenigstens einmal im Jahr damit
gründlich zu beschäftigen, sofern das Ergebnis dieser Selbstbesinnung nicht schon
von aussen vorgeschrieben ist.



Die Theologie zu Rosch haSchana, also die Selbstfindung und Schicksalsbestimmung durch G'tt, betrifft auch alle Menschen und nicht nur Juden

________________________
...

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

25.09.2009 13:23
#82 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
du hast jetzt den Namen der Buchstaben geschrieben

vielleicht hilft dir das weiter
nochmal zu probieren

http://www.hagalil.com/iwrith/hebrew/alef-beth.htm



Ich probiers mal:

Taw - Schin - Waw - Bet - He

Thav Schin Vajv Bejth He

th sch v b(ups) h


-> thschvbh <--> Teschuwah

Ok, mit viel Phantasie und ein paar Vokalen kann man auf Teschuwah kommen,
bloss das "b" bereitet mir Sorgen.

Grüsse
Till




kadesch Offline



Beiträge: 2.705

25.09.2009 14:03
#83 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Was mich vor allem an den in der Öffentlichkeit stehenden Menschen jüdischen Glaubens
die immer zu Alibizwecken in den Medien herumgeistern so irritiert, ist die Tatsache dass da kein einziger
durch einen religiösen Lebenwandel oder durch "gelebte jüdische Kultur" auf sich aufmerksam macht.
Bei den meisten würde man auch nie auf die Idee kommen dass diese aus einem jüdischen Hintergrund kommen.
Ich habe in den letzten 20 jahren nur ein einziges mal in den Medien eine Chassidischen Juden
in einer Diskussionsrunde im Fernsehen erlebt. Und dieser hat die restlichen Anwesenden Intelektuell vorgeführt.
Die hatte scheinbar echt gedacht nur weil jemand einen Bart und Schläfenlocken und einen Hut und
Klamotten trägt die man sonst nie in der Offentlichkeit sieht , hätte man es mit einem Clown zu tun.
Da ging es knallhart zur Sache
Aber es ist letztlich so, dass man in Deutschland nur als Jude akzeptiert wird wenn man praktisch nichts
typisch jüdisches an sich hat. Ansonsten kommen immer gleich die dümmlichen Klischees durch,
die in den Köpfen verankert sind.

Glaube ist Aberglaube

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 14:05
#84 RE: Rosch ha-Schana Antworten

ja oder wenn man dich erkennt kann man öfters mal fliegende Steine durch das Fenster erleben,
Aviel

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

25.09.2009 14:10
#85 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Chassidim haben sich vom Judentum aber teilweise schon so weit entfernt, dass sie am Rande der Halachah stehen - auch wenn sie sich als deren Hüter aufspielen.

________________________
...

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

25.09.2009 14:27
#86 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Ein chassid würde das jetzt genau anders herum sehen....

Glaube ist Aberglaube

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

25.09.2009 14:52
#87 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Ich bewege mich zwischen litvischer Orthodoxie und nationalreligiösem Zionismus und zulässigen Reformen, also zwischen der ursprünglichen Talmud-Torah-Orthodoxie und moderner zionistischer Orthodoxie. Chassidim dagegen haben das intensive Studium der Schriften für reine Spiritualität aufgegeben und machen es sich bequem, indem sie eine geschlossene und abgeriegelte Gruppe bilden und sich um selbsternannte Tzadikim scharren. Beides ist nicht jüdisch. Ersteres erfüllt den Sinn der Diaspora nicht und trägt nichts zu Tikkun Olam bei und das Scharren um angebliche Tzadikim kommt der Götzenanbetung gleich. Welche Früchte das tragen kann, zeigt Chabad: Die Meschichisten, die den Rebben für den Messias halten, sind äußerst einflussreich und die Chabad-Führung distanziert sich nicht von ihnen. Die Chabadniks, die den Rebben für den Messias halten, bewegen sich ganz eindeutig außerhalb des Judentums und der Halachah.

________________________
...

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 15:47
#88 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Lieber Pamuk ,wie kommst du denn zu solchen vorurteilen,
wir Chassidim ,haben Haschem lieb,und uns lieb und die Tora lieb,
wie scharen uns nicht um Tzadikim wir sind doch alle welche
sag mir mal wir würden nicht die Schrift studieren wir sind Tag und Nacht damit beschäftiigt,

ja viele sind ja nur neidisch Gerechte sind kaum zu ertragen in der heutigen Welt,

Und nur weil wir ein sehr interessantes Buch voller Weisheit lesen ist das noch lange nicht der Messias der es schrieb,
hast du Tanja schon mal gelesen?

Schläfenlocken trägt bei uns hier in Deutschland keiner ,

was ist denn der Sinn der Diaspora für dich?

ich war mal in einer Orthodoxen Gemeinde dort vertrocknet man und außer leere Hülse ist da nicht viel,
da wird äußerlich wohl dies und das gemacht, aber wo ist dort auch die liebe zu Haschem?

Und verschlossen sind wir nicht ,weil erstens Sekulare Juden wieder alles nahe gebracht wird und versucht wird sie wieder zu begeistern,
aus Freude und vertrauen heraus hält man viel pingeliger alles als andere,die Lustlos dabei sind,

und zweitens sind wir nicht verschlossen weil wir uns nicht für was besseres halten und auch den Nichtjuden bereit sind Spiritualität weiterzugeben,die anderen machen vielleicht mal eine synagogen Führrung oder etwas Dialog mit Christen vielleicht ,
wir aber nehmen die Menschen auch als Menschen die Spiritualität brauchen und begleiten sie auch auf ihren Weg zu Gott,bei uns muß niemand einen Rabbi anbetteln mal mit Nichtjuden zu reden,
wir sehen es noch als Aufgabe an den Völkern die Noah Gebote weiterzugeben,
eher kommen mir Orthodoxe wie ein abgeschlossener Klub vor.
Wir setzten uns unermüdlich ein allen Juden die Freude an die Tora zu geben und helfen die Halacha weiterzuführen und erklären bis ins kleinste,
wir machen Kinderfreizeiten,Schulungen,Müttertreffen ,Toraabende ,oder haben eine Schofarfabrik,wir machen Gefängnis und Krankenbesuche,Familienberatung,Chanukka Kinderfest,Lag ...Grillfest,Swatfest,gemeinschaftliche Freitagabende,
Purim Fest,Eisfest für Kinder,Mazza backen für Kinder,öffentliche Auftritte ,Chanukka Öffentlich,Projekt koschere Küche,Tefellin use Projekte,Hebräisch Buch für Kinder usw usw.
also wir tun den ganzen Tag was ,und sind für niemanden verschlossen,
weder mein Rabbi noch ich halten den Rebbe für den Messias,
ok wir sind vielleicht natürlich nicht alle Msystisch und auf Spiritualität und Freude und Liebe an Haschem ausgerichtet ,aber dies entspringt aus der Liebe zur Tora ,
ich denke eher vielleicht schau dir mal eine Gruppe an,
also ich kann deins nicht so nachvollziehen,die Jüd. Orhtodoxe Gemeinde hier macht nicht mal das geringste davon und ist staubtrocken dagegen.
Aviel

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

25.09.2009 15:58
#89 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Hallo Nuralhuda

In Antwort auf:
Sobald das um noch keinen bewiesenen Tatsachen handelt, zweifelt man schon daran,auch Fossile, die heute als Beweise aufgeführt sind, werden vielleicht später in den nächsten Jahren als Täuschungen erklärt werden.wer weiss? wäre schon möglich.


Es kommen auch ständig neue Funde und neue Ergebnisse dazu und das Bild von der Natur,
von den Prozessen die sich abspielen und abgespielt haben, wird immer deutlicher.
Die von Dir angeführten Beispiele waren einzelne Ausnahmen, Du musst schon das
Gesamtbild betrachten um einen objektiven Eindruck vom Stand der Wissenschsft zu
bekommen.
Man muß doch zugeben, daß uns wissenschaftliches Denken sehr viel weiter gebracht hat,
sonst wären technische Errungenschaften wie z.B. Computer und Internet nicht möglich.

In Antwort auf:
Leider Gottes auch an den Schulen wird das mit Nachdruck betrieben falsche Beweise, die selbst von führenden Vertretern der Evolutionstheorie aus der Literatur gestrichen wurden, werden Kindern weiterhin in Schulbüchern als Vorfahren des Menschen vorgestellt.



Wenn das so ist, dann können die "führenden Vertreter der Evolutionstheorie" jedenfalls
nichts dafür.
Der 13 jährige Schüler, den Du beim "Zinjanthropus boisei" zitiert hast, wusste
immerhin, daß dieses nicht mehr als ein Vorfahre des Menschen angesehen wird.

In Antwort auf:
Ohne zuzugeben bestätigst du schon, dass die Natur für dich einen Willen, ein Wissen und Macht besitzt, wie bereits schon erklärt, die Natur braucht was um irgendetwas zu entwickeln, sie braucht also Materie, Energie, Raum und Zeit,



Zitat Till:
"die Natur ist ja keine Person, sie macht nichts für
Dich oder mich, sondern sie gehorcht nur automatisch ihren Gesetzen ohne einen
Willen
, ohne Absicht."
Die Natur braucht nicht, sie ist "Materie, Energie, Raum und Zeit".

In Antwort auf:
damit du begreifst, dass tatsächlich Gott exestiert, musst du mit deinem Verstand weiter in die Vergangenheit zurückreisen, also bevor überhaupt noch irgendetwas existierte, was hinter dem Kosmos abspielt, dann wird es vielleicht einen Klick machen



Zitat Till:
"Die Wissenschaft sagt, daß man über das was "dahintersteht" bis jetzt (und
möglicherweise auch generell) nichts sagen kann.
Wenn man diesem "Unbekannten" oder "Unerklärlichem" einen Namen geben will und
es Gott nennt, dann ändert das nichts daran, daß man darüber nichts sagen kann,
weil es unbekannt ist."

Wenn Du darüber nachdenkst, was vor dem Urknall gewesen ist, dann wird es nicht
"Klick" machen, dann wird es hmm machen. Es ist reine Spekulation,
und vielleicht ist das was zum Urknall geführt hat, ebenso auf ein Naturgesetz
zurückzuführen, wie alles was sich danach abgespielt hat, nur daß wir dieses
Naturgesetz nicht kennen.

In Antwort auf:
Weil wir heutzutege keine Möglichkeit haben, vielleicht wird der Mensch in den nächsten tausende Jahren, "was dahinter steht", nämlich Gott erklären kann.


Ja vielleicht, wie gesagt, reine Spekulation.
Wenn es so kommen würde (aber auch nur wenn), dann wäre das genau
der richtige Zeitpunkt um damit anzufangen an diesen Gott zu "glauben", aber
nicht schon vorher. Möglicherweise wüsste man dann wenigstens das eine oder
andere über seine Eigenschaften.

In Antwort auf:
Dann ist es für dich "wissen" erst sehen und hören
Aber wenn du spuren siehst und Beweise in der Hand schon hast, dann weißt du schon, dass dort irgendetwas gibt auch ohne zusehen oder zuhören.


Es gibt noch andere Möglichkeiten "Wissen" in Erfahrung zu bringen als sehen und
hören, nur kann uns leider keine dieser Möglichkeiten etwas über "vor dem Urknall"
sagen.

In Antwort auf:
Um das ein bisschen genauer zu verstehen, hier ist ein Beispiel:
Wir gehen davon aus, dass du eine Prüfung ablegen willst, vor der Prüfung, hat dein Klassenlehrer, der schon seit vielen Jahren die Leistungen von jeden Schüler kannte, geraten und geschrieben, dass du die Prüfung nicht bestehen kannst, und dass die Johanna sie bestehen kann. Nach der Bewertung der Prüfung ist es genau so passiert wie der Lehrer schon vorher gedacht hat, obwohl er niemals die Zukunft vorhersagen konnte.
Weil du die Prüfung nicht bestanden hast, willst du damit sagen, dass dein Klassenlehrer einen negativen Einfluß daran hat,nur weil er vorher gedacht hat und geschrieben hat, dass du durchfällst?
Genau unsinn,es könnte auch andersrum gewesen sein, dass du sie bestehst und die Johanna nicht, in diesem Fall hat dein Lehrer falsch geraten und einen Fehler gemacht hat, aber Gott macht keinen Fehler, wenn er was vorausieht oder vorausbestimmt, dann müsste es so passieren anders wäre dann unmöglich. Er hat jeden von uns das Schicksall vorausbestimmt, weil Er Allwissend ist und die Zukunft vorhersagen kann, das zwingt aber dei Menschen nicht das zu machen was sie nicht wollen, eine Vorausbestimmung ist keine vorprogrammierung.



Das ist ein schönes Beispiel, nur bestätigt es genau das, was ich gesagt habe,
nicht das, was Du damit beweisen willst.
Der Lehrer stellt aufgrund seines Wissens Vermutungen über den Ausgang der Prüfung
an, aber er kann es nicht ganz sicher wissen, das Ergebnis kann auch anders ausfallen.
Deshalb haben die Schüler die Freiheit so oder so zu antworten und deshalb muß
die Prüfung auch stattfinden.
Wenn der Lehrer zu 100% wissen würde, wie die Prüfung ausgeht, dann wäre die
Prüfung überflüssig, der Lehrer könnte den Schülern das Ergebnis schon vorher
geben und die Schüler hätten keine Freiheit, die Prüfung zu bestehen oder
durchzufallen, denn das Ergebnis steht ja schon fest (= 100%iges Wissen).
Genau das behauptest Du aber von Deinem Gott, daß er alles zu 100% schon vorher
weiss, daher bleibt für den Menschen keine Freiheit mehr.

In Antwort auf:
eine Vorausbestimmung ist keine vorprogrammierung


Dieser Satz ist daher logisch falsch!


In Antwort auf:
Auch anderen Religionen glauben an den richtigen Gott den Schöpfer wie wir.
Der Unterschied liegt daran, dass die alle nebenbei anderen falschen Götter oder
Menschen anbeten, die zu Ihn führen.


Oder "falsche Propheten", ich möchte ja keine Namen nennen.

Grüsse
Till

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

25.09.2009 16:41
#90 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
wir Chassidim ,haben Haschem lieb,und uns lieb und die Tora lieb



Tut mir leid Aviel, aber du bist kein Chassid. In eine Chabad-Schul zu gehen, macht einen nicht zum Chassid. Zumal Chabad als Chassidut innerhalb des Chassidismus umstritten ist.
Wärst du ein echter Chassid, würdest du bspw. nicht am Schabbes vorm PC sitzen und hier im Forum schreiben
Oder sind auf einmal die ganzen russischen Juden, die nichts vom Judentum wissen, aber wegen toller Angebote zu Chabad gehen, auf einmal alle fromme Chassidim?

In Antwort auf:
wie kommst du denn zu solchen vorurteilen



Das sind keine Vorurteile, sondern die Realität, empirisch nachweisbar.

In Antwort auf:
wie scharen uns nicht um Tzadikim wir sind doch alle welche



Es ist ein wesentliches Prinzip des Chassidismus, dass sich ein Jude in der Nähe eines Tzadik aufhalten soll, da seine Gebete so direkter zu G'tt gelangen - das ist reinste Esoterik und findet weder in Torah oder Tanach, noch im Talmud Legitimation.
Zudem sind nicht wir Menschen befugt, zu proklamieren, wer ein Tzadik ist und wer nicht. In der Chassidut ist der Titel des Tzadik außerdem zu einem vererbaren Titel verkommen(meist vom Rebben auf seinen Sohn oder Enkel), was das Prinzip der Gerechtigkeit(wofür der Tzadik ja ein Bsp. sein soll) ad absurdum führt. Nicht ein gerechtes Leben macht einen Rebben zum Tzadik, sondern seine Abstammung. Das ist rückständig und in keinster Weise jüdisch.

In Antwort auf:
sag mir mal wir würden nicht die Schrift studieren wir sind Tag und Nacht damit beschäftiigt,



Ich sagte, dass das Studium der Schrift im Vergleich zur Spiritualität zweitrangig ist, was die chassidischen Juden ja wesentlich von den Litvaks unterscheidet.

Du solltest dich mit der Entstehungsgeschichte des Chassidismus beschäftigen. Dann würdest du meine Argumentation verstehen.
Der Chassidismus war eine spirituelle Bewegung, die sich gegen die etablierte Orthodoxie(die heutige litvische Orthodoxie) stellte, da diese vor allem auf das Studium der Schriften fixiert war, was vielen Menschen keinen direkten Zugang zu G'tt verschaffte und teilweise recht elitär organisiert war. Die Chassidim setzten gegen das intellektuelle Judentum, ein Judentum der Emotionen, das den Menschen einen spirituellen Zugang zur Torah verschaffen sollte. Das trug in der Folge recht merkwürdige Früchte, wie z.B. das Prinzip, sich um einen Tzadik zu scharren, der seine Gruppe wie ein Fürst regiert. Der Gaon von Vilna kritisierte die neue Bewegung zurecht, weil er das Aufkommen falscher Propheten befürchtete. Wozu das führen kann, sieht man ja wunderbar bei Chabad. Das Engagement von Chabad, säkulare Juden für das Judentum zu begeistern, ist zwar sehr schön, geht aber unter in der Verehrung des Rebben, was gegen das Gesetz Israels verstößt.

In Antwort auf:
was ist denn der Sinn der Diaspora für dich?



Der Sinn eines jüdisch-religiösen Lebens ist Tikkun Olam und Tikkun Olam kann es nur geben, wenn Israel tatsächlich ein "Segen für die Völker" ist. Daher gibt es die Diaspora. Damit wir in all den Ländern, in denen wir leben, ein Teil der Gesellschaft sind und uns bemühen, ihre Entwicklung positiv und im Sinne der Gerechtigkeit zu beeinflussen. Grenzt man sich aber von der nichtjüdischen Umwelt ab(was Chabad nicht macht, der Rest der chassidischen Welt aber wohl), kann man diese Aufgabe nicht wahrnehmen und lässt sein Judentum ins Leere laufen. Denn trotz fehlender Mission usw. erhebt die Torah einen universalen Anspruch.

In Antwort auf:
wir machen Kinderfreizeiten,Schulungen,Müttertreffen ,Toraabende ,oder haben eine Schofarfabrik,wir machen Gefängnis und Krankenbesuche,Familienberatung,Chanukka Kinderfest,Lag ...Grillfest,Swatfest,gemeinschaftliche Freitagabende,
Purim Fest,Eisfest für Kinder,Mazza backen für Kinder,öffentliche Auftritte ,Chanukka Öffentlich,Projekt koschere Küche,Tefellin use Projekte,Hebräisch Buch für Kinder usw usw



Das gibt es in jeder größeren Gemeinde. Egal ob orthodox oder liberal.

In Antwort auf:
weder mein Rabbi noch ich halten den Rebbe für den Messias,



Ein solch klares Bekenntnis wirst du bei Chabad nur sehr selten finden.
Wenn es dir mal möglich sein sollte, flieg nach Brooklyn und besuch 770. Die berühmten gelben Moshiach-Flaggen(wie auch mein Avatar, aber das hat andere Gründe) wehen dort im Haus des Rebben und man singt "Yechi Adonejnu, Moreinu weRabejnu, Melech haMoschiach leOlam waEd!".


________________________
...

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 17:46
#91 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Nun die Geschichte brauchst du mir nicht erzählen die kenne ich schon länger,
nur nehme ich nicht eine Gruppe und mache alle Menschen daraus gleich ,und ich weiß sehr wohl das manche Juden was gegen uns haben,
Nun in der Örtlichen Jüdischen Orthodoxen Gemeinde habe ich keine guten Erfahrungen gemacht,wie gesagt leere Hülse und das Vollkommen,und der Diaspora werden sie Garantiert nicht gerecht.
Mir ist es da auch völlig egal wie andere mich betrachten ,weil ich dort wo ich bin mich wohlfühlen möchte,und wo wir uns lieb haben.
Aber so krass wie du es sieht sehe ich es nicht,und wenn ich was nicht in Ordnung finde kann ich es sagen.Mein Rabbi verträgt auch Kritik.
Ich habe da keine Lust mit anderen Gruppen zu kämpfen sondern bin von Haschem so geführt worden und eben da ,wo ich sein soll.
Ok für mich ist der Pc keine Arbeit ,und genieße eher mal das bisschen Ruhe was ich überhaupt mal habe daran,denn es ist der einzigste Ort wo ich mal allein sein kann und mal für mich.
Denn ich habe viel zu viel Leute um mich rum und bin froh mich mal zurückziehen zu können.
Aber wie gesagt Auslegungsache,,
aber Teefonieren tue ich aber nicht.
Trotzdem sollte man über Unterschiede drüber stehen,ich mag nicht eine Gruppe gegen eine andere Ausspielen,und selber bin ich bestimmt weder Götztendiener noch Rebbe Gläubig,sonst bin ich lernender,
mir selber ist die Schrift wichtig ,
außerdem hab ich ja noch zu anderen Schriftgelehrten Verbindung ,halt bin ich eben ein einzelner Sonderfall,kann aber auch nichts dazu.
Sonst sind wir alle auf dem Weg.
Und sollten uns nicht gegeneinander ausspielen.
Standhaft bleiben ,undeinander helfen egal wo jemand steht,weil alle sind wir Brüder.
Und keiner von uns ist gerechter als der andere,und brauchen alle Haschems hilfe und führung.

Aviel

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 18:02
#92 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
Tikkun Olam



Da sage mir mal wo eine Orthodoxe Gemeinde dafür sorgt?
Sind wir es nicht die alles durch die Welt tragen?
Die Leute bei uns arbeiten ,doch sind in der Welt,aber die meisten Juden tun zuviel des Guten und assimilieren sich,
ok selber bin ich Nasi aber nicht aus mir heraus,aber der Rest sind normale,
das heißt schon die Welt zum besseren führen aber sich nicht der Welt anpassen und gleich machen,
nicht wie steht wenn wir in der Diaspora sind Fremden dienen, sondern uns zu Haschem halten
und da mußt du total sehnsüchtig sein,wie ein liebender krank vor Liebe ,wenn du wirklich Umkehr machen willst,Lippenbekenntnis reicht da nicht.Gott will geliebt werden,Liebe deckt viele Sünden zu.
Die Tora gibt es in zwei Wegen,
den einen den die meisten gehen ,wie bei Hesekiel steht ,ich gab euch ein Gesetz das euch den Tod bringt,
und den Weg Liebe und Vertrauen zu Gott,dann weicht die Tora nicht mehr von dir ,aus deinem Munde,
dann führt Haschem dich die Wege und führt dich richtig,so steht es genau Anfang des 5 Mose ,falls du mir nicht glaubst ,also nicht nur tun sollen wir ,sondern tun und Haschem vertrauen.
dies sind die Wege die Mosche,Jehoschua,David und alle anderen gegangen sind,
Aviel

Pamuk Offline

Drachentöter


Beiträge: 850

25.09.2009 19:06
#93 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
nur nehme ich nicht eine Gruppe und mache alle Menschen daraus gleich ,und ich weiß sehr wohl das manche Juden was gegen uns haben



Ich habe keine Gleichmacherei bei irgendwelchen Menschen betrieben, sondern lediglich ein Urteil über eine religiöse Ideologie gefällt, und dieses Recht dürfte mir wohl zustehen, so wie es dir überlassen ist, den Islam zu kritisieren.
Mein Urteil ist außerdem fundiert und mit stichhaltigen Argumenten untermauert - Argumente, auf die du nur punktuell bis gar nicht eingehst. Ich formuliere nochmal stichpunktartig ein paar Dinge, die mich am Chassidismus stören:
- Esoterik
- Rebben-Kult
- interne Gruppenregeln, die nichts mit dem jüdischen Recht zu tun haben
- der arrogante Anspruch, das orthodoxe Judentum zu sein

Ich weiß gar nicht, warum du so heftig reagierst. Bei fast allen Kritikpunkten, die ich in den letzten Beiträgen aufgeführt habe, habe ich Chabad als Ausnahme genannnt. Lediglich bei der Moshiach-Ideologie kenne ich keinen Relativismus.

In Antwort auf:
Ok für mich ist der Pc keine Arbeit ,und genieße eher mal das bisschen Ruhe was ich überhaupt mal habe daran,denn es ist der einzigste Ort wo ich mal allein sein kann und mal für mich.



Ich habe dagegen auch nichts einzuwänden, im Großen und Ganzen sehe ich es ähnlich. Das Verhalten eines orthodoxen Chassids ist das aber nicht und du nimmst ja für dich in Anspruch einer zu sein.

In Antwort auf:
Da sage mir mal wo eine Orthodoxe Gemeinde dafür sorgt?



Tikkun Olam ist nicht die Aufgabe der jüdischen Gemeinde, sondern der jüdischen Gemeinschat - Klal Jisrael.
Eine jüdische Gemeinde ist nur ein organisatorischer Verbund um ein jüdisches Miteinander zu ermöglichen.
Tikkun Olam findet nicht dadurch statt, dass wir in der Synagoge sitzen, sondern indem wir, gerechtleitet durch die Torah ein positiver Impuls für unsere Mitmenschen sind - egal ob Jude oder Nichtjude.
Chabad fixiert sich natürlich auf Juden...gute Arbeit...aber das ist nur ein Teil von Tikkun Olam.

________________________
...

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 22:21
#94 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
Ich habe keine Gleichmacherei bei irgendwelchen Menschen betrieben, sondern lediglich ein Urteil über eine religiöse Ideologie gefällt, und dieses Recht dürfte mir wohl zustehen, so wie es dir überlassen ist, den Islam zu kritisieren



Nur haben eben nicht alle Menschen dieser Gruppe die gleiche Ideologie,wie gesagt verehrt mein Rabbi ihn nicht als Messias und ich selber schon lange nicht,weil mir jegliche Verehrung von ihrgendeinem Menschen gegen den Strich geht.
Und es gibt auch noch andere Gründe die ich hier nicht nennen kann.Ich sehe es ganz und gar nicht so wie du.
Und will mich auch gar nicht Rechtfertigen dafür weil ich selber weder Esotherik noch sonst was betreibe.Und wenn es in Amerika jemand macht da habe ich keine Verbindung hin,genauso wenig ich Verbindung zu Juden in Israel habe die sich öffentlich in Nachtclubs ausziehen oder mit ihrem Lebensstil das ganze Heilige Land entweihen,trotzdem schämt man sich für solche,und es ist Wert jeden einzelnen wieder zur Seite der Tora zu ziehen und da ist unser Club am meisten mit beschäftigt, und wie gesagt Nichtjuden die Hilfe suchen oder in ihrem suchen nach Haschem bekommen aus Spirituelle Hilfe.
Es gibt auch Orthodoxe Gemeinden für die man sich schämen muß wie eine die durch ganz Deutschland bekannt wurde,in ihrem Mißbrauch und unterdrückung von Gemeindemitgliedern.

Selber werde ich sowieso immer beschimpft ,als Angehöriger von einem Terroristischen Staat,bis zum Antisemiten weil ich doch zu sehr zu Israel stehe,als Hasser und Christenfeind,als Teufel und Jude ,und was nicht alles.Je nachdem wer grade da steht ,
dabei möchte ich auch nichts weiter als in Frieden leben.
Außerdem kann man als zugehöriger Intern besser etwas kritiisch Hinterfragen und den Leuten den Blick richtig zu Haschem und Tora lenken ,als von außen kritisieren.
Wenn man gern gemocht wird in einer gemeinde,gute zusammenarbeit hat,sich lieb hat,ist man eher so das einem zugehört wird,als von außen abzuurteilen,und was zu tun ist sagt Haschem,und das ist niemals Wirkungslos.
Also kurz ich habe keine Religiöse Ideologie.Ich fühle mich nur an Haschem Wort gebunden.

In Antwort auf:
Esoterik
- Rebben-Kult
- interne Gruppenregeln, die nichts mit dem jüdischen Recht zu tun haben
- der arrogante Anspruch, das orthodoxe Judentum zu sein



trifft auf mich nicht zu

das halbe Jüd. Recht ist Menschgebot statt Gottesgebot,obwohl die ganze Tanach voll Wahnungen ist darüber.


ich war lange genug vorher erst unter Atheisten und Christen ,so das ich auch einen Blick von außen drauf habe.
ich hatte es eben nicht so gut wie ihr,

In Antwort auf:
Ich habe dagegen auch nichts einzuwänden, im Großen und Ganzen sehe ich es ähnlich. Das Verhalten eines orthodoxen Chassids ist das aber nicht und du nimmst ja für dich in Anspruch einer zu sein.





nun bin ich auch noch nicht mein Leben lang dabei ,sondern erst kürzere Zeit.


Und der letzte Punkt betrifft den Nächsten ,da ist es logisch immer gut zu leben,ob Familie ,Nachtbar,arbeitsplatz,Gemeinde oder sonst was ,da tut man was in seiner Macht steht,und zwar immer

Aviel









Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

25.09.2009 23:08
#95 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Und zu Haasinu
Gib mir dein Ohr, o
Himmel, ich werde reden, höre, o Erde, die Worte aus meinem Mund

gib mir dein Ohr hört sich nach Nähe an während höre aus weiterer Ferne kommt

also denke das heißt wir müssen wohl in die Materielle Welt vollkommen eintauchen ,aber uns nicht nur nach unten ziehen lassen ,und darin ganz und gar aufgehen,wir brauchen auch die Spirituelle Nähe zu Gott.

Diese Nähe fand ich aber nicht in Orthodoxen Gemeinden,da fand ich nur das Materielle, aber ohne die Nähe zu Haschem ist es so trocken wie Wüstensand.

Aviel

Nuralhuda Offline

Muslim


Beiträge: 1.648

25.09.2009 23:17
#96 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Hallo Eulenspiegel
unser Thema hat eigentlich mit dem Rosch ha-Schana nichts zu tun

In Antwort auf:
Man muß doch zugeben, daß uns wissenschaftliches Denken sehr viel weiter gebracht hat, sonst wären technische Errungenschaften wie z.B. Computer und Internet nicht möglich.



das bestreite ich doch gar nicht, natürlich hat uns die Wissenschaft viel weiter gebracht, aber wie weit würde uns die Wissenschaft weiterbringen, wenn wir Menschen keinen Verstand hätten oder, dass uns einen Sinnesorgan fehlt? Also noch was, wofür wir Gott danken sollen.

In Antwort auf:
Zitat Till:
"die Natur ist ja keine Person, sie macht nichts für
Dich oder mich, sondern sie gehorcht nur automatisch ihren Gesetzen ohne einen
Willen, ohne Absicht."
Die Natur braucht nicht, sie ist "Materie, Energie, Raum und Zeit".



Natürlich habe ich gelesen, was du geschrieben hast, aber wie kann die Natur ihren Gesetzten gehorchen und entwickeln und gleichzeitig keinen Willen hat? Ist das kein Widerspruch in sich? Sie gehorcht,denkt und entwickelt, aber gleichzeitig ohne Willen,
sie tut was und wenn sie was tut dann hat sie einen Willen.

In Antwort auf:
Zitat Till:
"Die Wissenschaft sagt, daß man über das was "dahintersteht" bis jetzt (und
möglicherweise auch generell) nichts sagen kann.
Wenn man diesem "Unbekannten" oder "Unerklärlichem" einen Namen geben will und
es Gott nennt, dann ändert das nichts daran, daß man darüber nichts sagen kann,
weil es unbekannt ist."



Das steht noch nicht fest,die heutige Lage der Wissenschaft kann das nicht erklären und unser Wissen ist um das, was tatsächlich dahinter steht, nur sehr beschränkt um es genauer zu erklären, aber in den nächsten Jahren wäre schon möglich.

In Antwort auf:
Der Lehrer stellt aufgrund seines Wissens Vermutungen über den Ausgang der Prüfung



Der Lehrer stellt aufgrund seines Wissens Vermutungen über die Leistungen der Schüler an ,wer kann die Prüfung bestehen und wer nicht, er könnte richtig oder falsch liegen.

In Antwort auf:
aber er kann es nicht ganz sicher wissen, das Ergebnis kann auch anders ausfallen.



genau, weil er einfach nur geraten hat, und was in der Zukunft steht kann er auch nicht wissen.

In Antwort auf:
Deshalb haben die Schüler die Freiheit so oder so zu antworten und deshalb muß
die Prüfung auch stattfinden.



Die Schüler haben sowieso die Freiheit so oder so zu antworten, ob der Lehrer mit seiner Vermutung richtig oder falsch liegt, seine Vermutung zwingt diejenigen, die die Prüfung nicht bestanden haben nicht durchzufallen und zwingt die anderen auch nicht zu bestehen.

In Antwort auf:
Wenn der Lehrer zu 100% wissen würde, wie die Prüfung ausgeht, dann wäre die
Prüfung überflüssig, der Lehrer könnte den Schülern das Ergebnis schon vorher
geben und die Schüler hätten keine Freiheit, die Prüfung zu bestehen oder
durchzufallen,



Der Lehrer weiss aber nicht, welche Fragen die in der Prüfung vorkommen, natürlich wenn er das gewußt hätte, und die Ergebnisse den Schülern gegeben hat, dann wäre die Prüfung überflüßig und machte es auch keinen Sinn wer sie besteht und wer nicht.Aber wenn er nur weiß was alles vorkommt und den Schülern nicht gegeben hat, dann ist die Prüfung doch nicht überflüßig.Sollen die Schüler jetzt, die die Prüfung nicht bestanden haben,den ganzen Schuld des Durchfallens auf dem Lehrer schieben, nur weil er bei seiner Vermutung falsch lag?
Nein, natürlich nicht, seine Vermutung seine Vorausbestimmung beeinflußt das Bestehen oder das Nichtbestehen der Prüfung nicht, sondern die Schüler, die durchgefallen sind, haben nichts gelernt.

In Antwort auf:
Genau das behauptest Du aber von Deinem Gott, daß er alles zu 100% schon vorher
weiss, daher bleibt für den Menschen keine Freiheit mehr.



Nein das behaupte ich nicht. Gott weiss zu 100% schon alles vorher, wir wissen es nicht, was uns in der Zukunft erwartet. Sein Wissen Sein Vorausbestimmung des Schicksaals beeinflußt die Menschen nicht das zu tun was sie nicht tun möchten, daher bleibt für die Menschen die volle Freiheit das zu tun, was sie möchten. Möchten sie Krieg führen, können sie ihn führen, Gott wußte es schon aber vorher, dass sie ihn führen, deswegen haben sie ihn auch geführt, anders wäre dann unmöglich, hätten sie den Krieg nicht geführt, würde Gott das auch vorher wissen, dann würden sie keinen Krieg führen, auf alle Fälle liegt Gott immer richtig mit seiner Verherbestimmung (Vermutung) ,weil Er Allwissend ist und die Zukunft vorhersagen kann.Sein Wissen beeinflußt sie nicht das zu machen was sie wollen, sondern Er weiss es nur, deswegen muß es ein Tag kommen, wo jeder das bekommt was er auch verdienen hat.
Gruß

______________________________________________
Taub, stumm und blind: So werden sie nicht umkehren. Oder es ist wie ein Gewitterregen, der vom Himmel niedergeht, voller Finsternis,
Donner und Blitz. Sie stecken sich die Finger in die Ohren vor den Donnerschlägen, um dem Tod zu entfliehen, doch Allah umfaßt die Ungläubigen.

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

26.09.2009 09:14
#97 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
Ich habe dagegen auch nichts einzuwänden, im Großen und Ganzen sehe ich es ähnlich.



Pamuk
es gibt da noch so einen chassdischen Sinnspruch

Es gibt Menschen , die im Geheimen Gebote übertreten, aber in der Öffentlichkeit Gebote erfüllen,
und es gibt Menschen ,die in der Öffentlichkeit Gebote übertreten ,aber im Geheimen Gottes Gebote erfüllen.

Das ist sogar wichtig drüber nachzudenken.Denn wie oft gibt es Menschen vom ersten Teil der Satzes.

Aviel

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

26.09.2009 09:24
#98 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Pamuk was ich aber blöd finde ist manchmal das Gegeneinander von manchen Chassidim Gruppen
so war es ja bei den Misnagdim zB ,immer auf Vorurteil man verließe die Tora oder Mitzwot ,die noch weitaus mehr eingehalten wurden als bei den Misnagdim, dann im vorigen Jahrhundert kam es wohl für 100 Jahre zu harmonie zwischen beiden.Und später dann als viele dann wechselten zu uns wurde dann wieder gegen uns aufgestachelt.

Also ich finde man sollte sich auch genau ansehen,

Aviel

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

26.09.2009 20:22
#99 RE: Rosch ha-Schana Antworten

Hallo Nuralhuda

In Antwort auf:
unser Thema hat eigentlich mit dem Rosch ha-Schana nichts zu tun


Das stimmt, aber immerhin mit dem Dialog Religion vs. Religion.
Wenn es hier stört kann es Kadesch ja verschieben, bloss wohin?

In Antwort auf:
das bestreite ich doch gar nicht, natürlich hat uns die Wissenschaft viel weiter gebracht, aber wie weit würde uns die Wissenschaft weiterbringen, wenn wir Menschen keinen Verstand hätten oder, dass uns einen Sinnesorgan fehlt? Also noch was, wofür wir Gott danken sollen.


Wenn der Verstand von Gott kommt, dann frage ich mich warum ausgerechnet religiöse
Menschen immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren und leugnen, nur
an alten widerlegten Glaubensvorstellungen festhaltern zu können.

- Die Erde ist nicht flach
- Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Universums
- Die Sonne kreist nicht um die Erde
- Weder Rom noch Jerusalem noch Mekka sind der Mittelpunkt der Erde.
- Der Mensch wurde nicht vor 7000 Jahren aus einem Klumpen Lehm erschaffen.
usw.
Das sind alles aus dem Glauben hervorgegangene Vorstellungen, an die sich
religiöse Menschen noch ewig geklammert haben (zum Teil noch heute), obwohl
Menschen, die ihren Verstand benutzten, längst bewiesen hatten, daß diese
Vorstellungen falsch sind.

In Antwort auf:
Natürlich habe ich gelesen, was du geschrieben hast, aber wie kann die Natur ihren Gesetzten gehorchen und entwickeln und gleichzeitig keinen Willen hat? Ist das kein Widerspruch in sich? Sie gehorcht,denkt und entwickelt, aber gleichzeitig ohne Willen,
sie tut was und wenn sie was tut dann hat sie einen Willen.



Ok, der Begriff "gehorchen" wird in wissenschaftlichen Formulierungen benutzt
(z.B. der Apfel "gehorcht" der Schwerkraft, indem er vom Baum zur Erde fällt)
Das bedeutet nicht, daß die Erde ruft "Kleiner Apfel, komm zu mir!" und der
Apfel daraufhin dem Ruf "gehorcht"
Naturgesetze werden oft in Form von mathematischen Formeln dargestellt (E=mc²)
(oder die Keplerschen Gesetze zur Planetenbewegung).
Mit Hilfe solcher Formeln kann man genaue Vorhersagen über Abläufe in der Natur
machen (z.B. wo sich ein Planet am Sternhimmel zu einer bestimmten Zeit zeigt).
Deshalb sagt man gern, die Natur oder bestimmte Teile der Natur gehorchen den
Naturgesetzen, d.h. es lassen sich mit den gefundenen Formeln Vorhersagen über
Abläufe in der Natur machen. Mit Wille hat das nichts zu tun, sondern die
verschiedenen Kräfte in der Natur wirken in bestimmter Weise zusammen.


In Antwort auf:
Das steht noch nicht fest,die heutige Lage der Wissenschaft kann das nicht erklären und unser Wissen ist um das, was tatsächlich dahinter steht, nur sehr beschränkt um es genauer zu erklären, aber in den nächsten Jahren wäre schon möglich.


Heutzutage geht die Wissenschaft davon aus, daß es prinzipiell unmöglich ist
etwas über die Ursache des Urknalls auszusagen, also darüberhinaus zu forschen.
Der Urknall stellt offenbar eine unüberwindbare Grenze dar, ob sich diese
Einschätzung einmal ändern wird weiss ich nicht.

In Antwort auf:
--------------------------------------------------------------------------------
Wenn der Lehrer zu 100% wissen würde,...
--------------------------------------------------------------------------------
Der Lehrer weiss aber nicht,...


Darum habe ich geschrieben wenn er wissen würde und zwar
damit Du Dir diese Situation vorstellst, also als ein Beispiel.

Egal, ich versuche es mit einem anderen:
Angenommen, Du sitzt vor einer Obstschüssel, darin befinden sich ein Apfel,
eine Birne und eine Banane. Du darfst genau eine Frucht aussuchen, irgendeine.

Jetzt gehen wir von dem (hypothetischen) Fall aus, daß Gott alles weiß und zwar
schon lange vorher. Gott weiß also auch schon lange vorher, welche Frucht Du
nehmen wirst. Nehmen wir an, Gott weiß ganz genau, daß Du den Apfel nehmen wirst.
Und jetzt meine Frage an Dich: Für welche Frucht wirst Du Dich entscheiden?

Wenn Du jetzt sagst, Du würdest die Birne oder die Banane nehmen, dann würde das
bedeuten, daß Gott es nicht richtig wusste, es bleibt Dir also nur eines übrig,
nämlich Dich für den Apfel zu entscheiden, Du hast gar keine andere Wahl!

In Antwort auf:
Nein das behaupte ich nicht. Gott weiss zu 100% schon alles vorher, wir wissen es nicht, was uns in der Zukunft erwartet.


Das brauchst Du auch nicht, es genügt, daß Gott es weiß, denn wenn das wirklich
stimmt
, dann hast Du schon keine Wahl (Freiheit) mehr, Dir bleibt nur die
Möglichkeit, genau das zu tun, von dem Gott genau weiß, daß Du es tun wirst.

In Antwort auf:
Sein Wissen Sein Vorausbestimmung des Schicksaals beeinflußt die Menschen nicht das zu tun was sie nicht tun möchten, daher bleibt für die Menschen die volle Freiheit das zu tun, was sie möchten.


Also bitte Nuralda, wenn Gott ganz genau weiß, daß Du den Apfel nehmen wirst, dann
kannst Du doch unmöglich den Apfel nehmen!

In Antwort auf:
Möchten sie Krieg führen, können sie ihn führen, Gott wußte es schon aber vorher, dass sie ihn führen, deswegen haben sie ihn auch geführt, anders wäre dann unmöglich,



Ah, wunderbar, ich merke daß Du allmählich begreifst!

In Antwort auf:
hätten sie den Krieg nicht geführt, würde Gott das auch vorher wissen, dann würden sie keinen Krieg führen, auf alle Fälle liegt Gott immer richtig mit seiner Verherbestimmung (Vermutung),weil Er Allwissend ist und die Zukunft vorhersagen kann


Wenn das stimmt, dann kann der Mensch nichts an dem ändern, was Gott vorherbestimmt, er ist
gezwungen, das zu tun, was Gott vorherbestimmt (vermutet mit 100%iger Trefferquote) hat.
Das Gefühl, man würde es selbst entscheiden ist dann nur eine Täuschung.



Sein Wissen beeinflußt sie nicht das zu machen was sie wollen, sondern Er weiss es nur,
natürlich beeinflusst es, wenn Gott es immer zu 100% schon vorher weiss, dann kann
der Mensch nichts daran ändern, er glaubt es nur.

In Antwort auf:
deswegen muß es ein Tag kommen, wo jeder das bekommt was er auch verdienen hat.


Aha. deshalb bestraft Gott wohl auch so oft neugeborene und kleine Kinder, weil er
schon vorher weiss, daß die später mal was schlechtes tun würden.

Übrigens Nuralda, das was Du mir jetzt antworten wirst, weiß Gott demanach auch
schon lange, es ist egal wie lange Du darüber nachdenkst, daß was am Ende
herauskommt steht schon längst fest!

Grüsse
Till

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

26.09.2009 21:16
#100 RE: Rosch ha-Schana Antworten

In Antwort auf:
Wenn der Verstand von Gott kommt, dann frage ich mich warum ausgerechnet religiöse
Menschen immer wieder wissenschaftliche Erkenntnisse ignorieren und leugnen, nur
an alten widerlegten Glaubensvorstellungen festhaltern zu können.




Till,ich denke das liegt daran das die Menschen sich auf Menschengesetze und nicht auf die von Gott stützen.
Sie lassen sich von Menschen knechten und gefangennehmen,sie sind hörig ,sie lassen ihre eigenen Gedanken verklaven,
und es ist einfach eigenes Denken ,von einer Autorität die dann verantwortlich ist, abzugeben,statt in der Freiheit des Geistes zu leben, und sich treu zu bleiben und zu sich zu stehen.
Aber nur wer zu sich selber steht,mit allem , auch mit seinen Schattenseiten kann auch dann Standfest und das heißt vom Hebräischen Glauben bleiben.
Aber die Menschen folgen Menschen und nicht Gott ,sie folgen denen die ihnen alles aufladen was Gott nicht gefordert hat.
Und Religiöse Führer fordern aggressiv unterwerfung und laden den Menschen alles auf ,sie wollen Macht
etwas haben was sie nicht besitzen können ,versuchen sie an sich zu reißen,
statt offen zu sein für die Stille den Hauch der von Gott kommt und nur im Flüsterton spricht.
Sie glauben nicht an sich selber und stellen nicht sich selber ,sie vertrauen ihr Leben anderen an ,die Macht ausüben wollen.Und den Geist gefangennehmen,

wenn du dich hinstellst die Beine eng aneinander ,so wirst du an der Enge zugrunde gehen
und wenn du wie ein Cowboy steht wirst du locker umgeschmissen werden,
also wer nicht zu eng oder zu weit ,sondern mittig steht steht richtig.
Aviel

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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