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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 62 Antworten
und wurde 4.931 mal aufgerufen
 Christentum
Seiten 1 | 2 | 3
William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

16.11.2009 01:12
#26 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
der steckt noch in Komplexen fest


Soweit ich weiß, steckt er nirgendwo fest - er ist tot ;)

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 08:24
#27 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von FSMQueen of damned

Der Mensch hat ein Unterbewusstsein, das zumindest ein bisschen schon erforscht ist und von dem man weiß, dass alle Entscheidungen eigentlich dort getroffen werden noch ehe wir uns dafür entscheiden, dass wir uns entscheiden wollen (so schalte ich mein Ich auch oft aus, wenn ich mal was Persönlicheres hier schreibe, z.B. dieses hier *GGGGGGGGGGGGGGG*). Vermutet wird noch eine Instanz bei uns im Hirn, die auch diese Entscheidungen vorentscheidet.


Das alles sind doch auch Sachen, die aus unserem Gehirn, also unserem Verstand kommen. Auch wenn diese Sachen nicht bewusst, sondern unbewusst ablaufen. Im Unterbewusstsein eben. Nur das meinen die Religiösen eben nicht, wenn sie von ihrem mystischen Gott schwafeln. Die meinen bewusstes, gesteuertes Suchen nach Gott, bewusstes, gesteuertes Hineinversetzen in Zustände, die sie Gott nahe bringen.

Es ist also nicht so, dass Gott sie in einem riesigen Moment der Überwältigung im Unterbewusstsein erfasst. Es ist umgekehrt. Erst erfassen sie Gott ganz unsachlich mit dem Verstand, dann versuchen sie das unsachlich Erfasste im Unterbewusstsein noch besser zu erfassen bzw. zu überprüfen.

Das ist doch einfach Quatsch. Mehr nicht.

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 08:40
#28 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Das ist doch einfach Quatsch. Mehr nicht.




Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 10:09
#29 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Wie ist es denn wirklich?

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 10:26
#30 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

ohne Verstand geht es nicht,wahrscheinlich lernst du in Schulbüchern auch nur alles Unterbewusst
Aviel

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 10:54
#31 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Liebste Aviel,

gern helfe ich dir zu verstehen, worum es gerade ging.

Walter war es, der gesagt hatte:

In Antwort auf:

Nun, der "wahre Glaube" liegt, wie ich meine, jenseits von Rationalität und Irrationalität; dort, wohin der Verstand nicht reichen kann....


Daraus entwickelte sich dann das über FSM Queen weiter bis zu meinem Beitrag.

Wenn du nun merkst, dass deine Bemerkung

In Antwort auf:
lernst du in Schulbüchern auch nur alles Unterbewusst

somit völlig unangebracht war, war mein Versuch, dir beim Verstehen zu helfen, nicht umsonst.

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 11:04
#32 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
Liebste Aviel,

gern helfe ich dir zu verstehen, worum es gerade ging.



von dir nehme ich keine Hilfe an

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

16.11.2009 12:15
#33 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Genau, Aviel - du sagst doch selbst, dass Glaube aus dem Verstand kommt, wie z.B. bei dir - Walter sagt, echter Glaube käme nur aus dem Herzen (für mich: aus dem Unterbewussten), ohne den Glauben als solchen (ausnahmsweise mal) zu werten.
Niemand hat hier etwas wirklich Böses geschrieben.

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Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 12:27
#34 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

nein alles miteinander hängt davon ab schreibt es in euren Sinn und nehmt Vernunft an und in den Verstand steht auch in der Tanach,echter glauben ist aber etwas wo Gott handelt,den er ist der der das Herz beschneidet und ohne die hat man keine Vorstellung davon,man geht einen Schritt auf Gott zu ,und er kommt und handelt an uns,wenn wir die Tora lesen und uns ihr zuwenden übernimmt die Tora die Führung und leitet uns den richtigen Weg,wir brauchen nur den kleinsten Schritt auf Gott zugehen,Herz udn Verstand alles muß in richtiger Stellung vor Gott sein.
Vorher ist es nur lernen und für wahr halten,danach ist es Segen,
Aviel

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

16.11.2009 17:52
#35 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Was den Begriff "göttlich" angeht, wie gesagt, ist der Buddhismus, aus dem ich spreche, atheistisch. Er sieht auch nichts "Höheres", von "Glauben an etwas" ganz zu schweigen. Das tibetische Wort für "Buddhist" bedeutet wörtlich "der, der zum Herzen geht". Um es kurz zu machen: es geht um Introspektion. Zur Verlässlichkeit dieser Methode siehe "Quantum und Lotus", Kapitel 16.

Des weiteren ist diese Diskussion fruchtlos und führt viel zu weit - ich hätte es von vornherein beim Benennen des "überkommnen Glaubens" lassen und "Ich hoffe, jetzt keine allzu große Diskussion über Erkenntnisbereiche jenseits von Rationalität und Irrationalität angestoßen zu haben" fett markieren sollen.

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

16.11.2009 20:58
#36 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

@Walter:
Erstens stirbt die Hoffnung immer zuletzt ;).
Zweitens (*kopfkratz* - was war das noch einmal, das ich hier schreiben wollte? *freewriting mach* Ach ja, ich weiß es wieder) ist es so, dass wenn du sagst, dass wir etwas nicht tun sollen, unsere Gedanken sich, getragen von unserem Unterbewusstsein gerade dem Thema zuwenden, das du vermeiden willst *G*.

In Antwort auf:
Um es kurz zu machen: es geht um Introspektion. Zur Verlässlichkeit dieser Methode siehe "Quantum und Lotus", Kapitel 16.

Ich will ja nicht als lesefaul gelten, aber ich lasse mir kein Buch nach Japan einfliegen, nur um nachzulesen, welche Bedeutung etwas hat, das du in deinem Beitrag geschrieben hast *G*. Wird teuer, dauert lange. Bis dahin habe ich diesen Beitrag längst vergessen.

********
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Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

17.11.2009 09:18
#37 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Walter
Was den Begriff "göttlich" angeht, wie gesagt, ist der Buddhismus, aus dem ich spreche, atheistisch. Er sieht auch nichts "Höheres", von "Glauben an etwas" ganz zu schweigen. Das tibetische Wort für "Buddhist" bedeutet wörtlich "der, der zum Herzen geht". Um es kurz zu machen: es geht um Introspektion. Zur Verlässlichkeit dieser Methode siehe "Quantum und Lotus", Kapitel 16.
Des weiteren ist diese Diskussion fruchtlos und führt viel zu weit - ich hätte es von vornherein beim Benennen des "überkommnen Glaubens" lassen und "Ich hoffe, jetzt keine allzu große Diskussion über Erkenntnisbereiche jenseits von Rationalität und Irrationalität angestoßen zu haben" fett markieren sollen.

Jaja, es ist schon so, keiner nimmt sich wirklich überzeugender Argumente an und kann seine Überzeugungen wenigstens teilweise korrigieren. Das ist ein altes menschliches Leiden. Ist es nicht so, Walter?

Zitat von vielen
Buddhismus ist Atheismus. Atheismus ist ein Glaube, eine Religion, jeder Mensch ist religiös, das Herz denkt mit, es gibt einen Plan für die Welt und das Leben und die Seele schwebt nach dem Tode in den Himmel, wird erlöst und lebt in alle Ewigkeit weiter. Gott kommt eines Tages wieder und holt alle Toten aus ihren Gräbern und richtet ihre Überreste und alle noch Lebenden. Mein Herz kann mit meinen verstorbenen Lieben sprechen und diese vorbeiwandeln sehn, ich werde tausendfach wiedergeboren und erscheine zwar stets in anderer Gestalt, aber doch immer derselbe...



Ich glaub, ich bin in einem Horror-Thriller!
Für einen Ostdeutschen (ich bin kurz nach dem Krieg geboren) ist das der blanke Horror, nur dass ihr es mal wisst!

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

17.11.2009 09:20
#38 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von William
ist es so, dass wenn du sagst, dass wir etwas nicht tun sollen, unsere Gedanken sich, getragen von unserem Unterbewusstsein gerade dem Thema zuwenden, das du vermeiden willst

Sehr wahr, William. Das beweist deine Menschenkenntnis, die Kenntnis menschlicher Psyche.

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

17.11.2009 15:32
#39 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Erinnert mich an Michael Ende's "Wunschpunsch" - die zwei Bösen durften weder fragen noch eine Frage denken und haben angefangen, sich zu prügeln :)

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

17.11.2009 17:32
#40 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von William
@Walter:
Erstens stirbt die Hoffnung immer zuletzt ;).
Zweitens (*kopfkratz* - was war das noch einmal, das ich hier schreiben wollte? *freewriting mach* Ach ja, ich weiß es wieder) ist es so, dass wenn du sagst, dass wir etwas nicht tun sollen, unsere Gedanken sich, getragen von unserem Unterbewusstsein gerade dem Thema zuwenden, das du vermeiden willst *G*.


Ich fürchte, so ist es.

Zitat von William
Ich will ja nicht als lesefaul gelten, aber ich lasse mir kein Buch nach Japan einfliegen, nur um nachzulesen, welche Bedeutung etwas hat, das du in deinem Beitrag geschrieben hast *G*. Wird teuer, dauert lange. Bis dahin habe ich diesen Beitrag längst vergessen.


Tut mir leid, da steht's jedenfalls.

Zitat von Klimsch
Jaja, es ist schon so, keiner nimmt sich wirklich überzeugender Argumente an und kann seine Überzeugungen wenigstens teilweise korrigieren. Das ist ein altes menschliches Leiden. Ist es nicht so, Walter?


Mir ist nicht ganz klar, was du damit aussagen willst - für sachliche Kritik bin ich aber immer offen. Mir ist aufgefallen, dass diese Diskussion um die Frage nach der Introspektion nicht herumkommt, und zu diesem Thema habe ich eben Matthieu Ricard und Thrin Xuan Thuan empfohlen.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

17.11.2009 17:38
#41 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Klimsch

Zitat von vielen
Buddhismus ist Atheismus. Atheismus ist ein Glaube, eine Religion, jeder Mensch ist religiös, das Herz denkt mit, es gibt einen Plan für die Welt und das Leben und die Seele schwebt nach dem Tode in den Himmel, wird erlöst und lebt in alle Ewigkeit weiter. Gott kommt eines Tages wieder und holt alle Toten aus ihren Gräbern und richtet ihre Überreste und alle noch Lebenden. Mein Herz kann mit meinen verstorbenen Lieben sprechen und diese vorbeiwandeln sehn, ich werde tausendfach wiedergeboren und erscheine zwar stets in anderer Gestalt, aber doch immer derselbe...


Was auch immer das hier nun heißen soll, hoffe ich nur, dass "ich werde tausendfach wiedergeboren und erscheine zwar stets in anderer Gestalt, aber doch immer derselbe..." nicht wirklich die Ansicht des Buddhismus wiedergeben soll. "Buddhismus ist Atheismus" in einer Reihe mit dem Rest zu nennen, zeigt doch nur, dass du keine Argumente gegen diese Tatsache mehr parat hast.

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

18.11.2009 10:29
#42 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Jetzt geht doch tatsächlich die Zitierfunktion auch bei mir nicht!
Also manuell kopieren...

Zitat von Klimsch:
"Jaja, es ist schon so, keiner nimmt sich wirklich überzeugender Argumente an und kann seine Überzeugungen wenigstens teilweise korrigieren. Das ist ein altes menschliches Leiden. Ist es nicht so, Walter?"

Walter:
"Mir ist nicht ganz klar, was du damit aussagen willst - für sachliche Kritik bin ich aber immer offen. Mir ist aufgefallen, dass diese Diskussion um die Frage nach der Introspektion nicht herumkommt, und zu diesem Thema habe ich eben Matthieu Ricard und Thrin Xuan Thuan empfohlen."


Es war nicht speziell als Kritik an dir gedacht, sondern allgemein, mich selbst auch nicht ausgeschlossen. Was die religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen angeht, so kann man doch keinen wirklich überzeugen, dass er falsch liegt. Was deine Überzeugung angeht, dass der Buddhismus nichts mit Religion zu tun hat, sondern sogar atheistisch wäre, um das zu klären, muss erst mal geklärt werden, was Religion eigentlich ist. Wenn einige wesentliche Merkmale von Religion auch auf den Buddhismus zutreffen, ließest du dich dann überzeugen?

Mein Wahrig beeindruckt dich ja nicht wirklich, aber hier nochmals daraus zitiert:

"Glaube und Auseinandersetzung mit einer überirdischen Macht sowie deren kultische Verehrung ..."

Die Frage ist also bei Wahrig, gibt es im Buddhismus eine (oder mehrere natürlich, denn die Zahl ist nicht entscheidend) überirdische Macht? Wenn ja, wäre der Punkt geklärt, dann wäre noch zu klären, ob diese Macht "kultisch verehrt" wird.


Meyers Großes Handlexikon (Ausg. 1997) sagt zur Religion:

"Das Ergriffenwerden von der Wirklichkeit des Numinosen (s. Numen), das überwiegend in Glaubensgemeinschaften, den geschichtlichen Religionen, seine Ausdrucksform findet. Das religiöse Erleben hebt sich vom Erkennen einer Wahrheit, vom Anerkennen einer sittlichen Forderung und vom Erfassen eines ästhet. Wertes mit gleicher Deutlichkeit ab. Es ruft im Menschen das Kreaturgefühl der "schlechthinnigen Abhängigkeit" hervor (Schleiermacher) und erhebt ihn zugleich. Religiöses Erleben äußert sich in Gebet und Verehrung..."

Numen = Das göttliche Walten, Gottheit.
Das Numinöse = Das Göttliche als unbegreifliche, zugleich Vertrauen und Schauer erweckende Macht.


Meyers 18-bändiges Lexikon (DDR-Ausgabe 1975):
"Form des gesellschaftlichen Bewusstseins, in der die objektive Realität, insbesondere das menschliche Dasein, in verzerrter und fantastischer Weise widergespiegelt wird...."

Mir persönlich sagen die erste und die letzte Definition am besten zu. Ich bin neugierig auf Deine Erklärungen dazu, Walter.

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Walter:
"Was auch immer das hier nun heißen soll, hoffe ich nur, dass "ich werde tausendfach wiedergeboren und erscheine zwar stets in anderer Gestalt, aber doch immer derselbe..." nicht wirklich die Ansicht des Buddhismus wiedergeben soll. "Buddhismus ist Atheismus" in einer Reihe mit dem Rest zu nennen, zeigt doch nur, dass du keine Argumente gegen diese Tatsache mehr parat hast."

Ob nun tausendfach oder einmal "wiedergeboren", läuft es nicht auf dasselbe hinaus? Ein Atheist sagt klar, es gibt keine Wiedergeburt. Meine Aufzählung sollte nichts Festes aussagen, sondern nur diffus zum Nachdenken anregen. Es sind Aussagen vieler verschiedener Leute, nicht meine. Ich schrieb ja drüber: "Zitat von vielen".

Wenn der Glaube an eine Wiedergeburt und an "überirdische", d.h. übernatürliche Kräfte im Buddhismus präsent ist, ist es dann - wenn keine Religion - Okkultismus, Mystizismus oder was und - um im Thema zu bleiben - gibt es im Buddhismus ebenfalls religiösen Fanatismus? Die früheren praktizierten Bekehrungen lassen allerdings darauf schließen. Vielleicht ist ja der heutige Buddhismus als die toleranteste Religion zu bewerten, aber ihn mit den bekannten Kennzeichen als Atheismus zu sehn, ist schon reichlich abwegig. Das sage ich aus wirklich 100%iger atheistischer Überzeugung heraus. Selbst die Religionsparodie der "Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters" ist nicht frei von religiösen Aussagen, selbst wenn alles nur parodistisch gemeint wäre.

Um den Vergleich mit dem Christentum zu ziehen: Auch der sog. Stifter des Christentums war ein Mensch und hatte menschliche Eltern, zumindest eine menschliche Mutter. Zum Gott bzw. Gottessohn wurde er erst später erhoben.

Bei buddhismus-religion.de/ habe ich eine interessante Zusammenfassung des Buddhismus gefunden:

"Der Buddhismus ist also keine Religion im westlichen Verständnis, sondern mit erweitertem Religionsbegriff eine Religion, die mit ihren Inhalten, ihrem Glaubensprinzip, ihren Idealen eine Philosophie ist, die durch ethische Werte versucht, dem Menschen zu lehren, wie er sich vom Leiden befreit und zum Glück gelangt. Durch diese Lehre ist sie international, vor allem weil sie auch keinen Angriff auf ein gesellschaftliches oder politisches System nimmt."

Danach, lieber Walter, ist die Aussage, dass der Buddhismus = Atheismus sei, nicht wirklich mehr zu halten.

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.11.2009 12:30
#43 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Auch im Buddhismus gibt es extrem viele Spielarten. Darunter auch welche, die völlig ohne Gott auskommen bzw. Gott=Natur setzen. Beides kann man wohl durchaus als atheistische Philosophie durchgehen lassen.

Der Lamaismus, über den wir hier in letzter Zeit öfter diskutieren, ist wohl eher die unrühmliche buddhistische Ausnahme mit z.T. schon fast faschistoiden Grundzügen.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

18.11.2009 12:54
#44 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus

Der Lamaismus, über den wir hier in letzter Zeit öfter diskutieren, ist wohl eher die unrühmliche buddhistische Ausnahme mit z.T. schon fast faschistoiden Grundzügen.


Du beweist hier wieder mal erstaunliche Diskussions- und Kritikresistenz. Behauptungen von Goldner werden, trotz aller Widerlegung, einfach als Tatsache hingestellt. Bevor du hier Reden über "faschistoide Grundzüge" des tibetischen Buddhismus schwingst (den du dabei wider mal fälschlich als "Lamaismus" bezeichnest), solltest du erstmal hier die Fachleute nennen, die Goldners Thesen anerkennen. Was schwierig sein dürfte, schreibt doch Goldner selbst, dass sich nur "ausgewiesene linke, gesellschaftskritische Medien" mit ihm auseinandergesetzt hätten!

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

18.11.2009 13:19
#45 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Klimsch
Es war nicht speziell als Kritik an dir gedacht, sondern allgemein, mich selbst auch nicht ausgeschlossen. Was die religiösen oder weltanschaulichen Überzeugungen angeht, so kann man doch keinen wirklich überzeugen, dass er falsch liegt. Was deine Überzeugung angeht, dass der Buddhismus nichts mit Religion zu tun hat, sondern sogar atheistisch wäre, um das zu klären, muss erst mal geklärt werden, was Religion eigentlich ist. Wenn einige wesentliche Merkmale von Religion auch auf den Buddhismus zutreffen, ließest du dich dann überzeugen?


Ich habe aber nicht behauptet, dass der Buddhismus mit Religion nichts zu tun hätte. Meiner Ansicht nach liegt er ziemlich genau zwischen Religion und Philosophie, da er von beiden wichtige Elemente enthält, aber widerum nicht in dem Ausmaß, dass er sich einem von beiden zweifelsfrei zuordnen ließe.

So ist er in dem Sinne philosophisch, dass er keinen Glauben verlangt, sondern Erkenntnis; er ist, wie Matthieu Ricard sagt, eine "Wissenschaft des Geistes". Diese Erkenntnis wird durch Nachdenken, Kontemplation und Meditation gewonnen, was widerum einige Aspekte zeigt, die man, der westlichen Definition zufolge, eher der Religion zuordnen würde. Der Buddhismus verlangt keinen Glauben, weil das Annehmen vorausgesetzter Dogmen der eigenen Erkenntnisfähigkeit Grenzen setzen würde und auch sonst keinen Sinn macht.

Was nun den Atheismus angeht, muss auch dieser Begriff zuerst definiert werden. Atheismus ist, wie der Name schon sagt, die Abwesenheit des Glaubens an übergeordnete Wesenheiten, die über das Schicksal der Menschen bestimmen. Da ein solches Konzept im Buddhismus völlig fehlt, ist er als atheistisch zu bezeichnen. Wichtig ist es hier, zu beachten, dass sich Atheismus über die Ablehnung von Gottesvorstellungen, eben des Theismus, definiert, und nicht über die Angrenzung von "Religion". Somit ist meine Ansicht hierzu kein Widerspruch zu der Erklärung von buddhismus-religion.de (wenn man von dem Begriff "Glaubensprinzip" einmal ansieht). In dem von dieser Seite vorgeschlagenen "erweiterten Religionsverständnis" könnte man den Buddhismus also als "atheistische Religion" bezeichnen, allerdings mit großem Vorbehalt, da es nur allzu leicht ist, sich wie wir im Begriffswirrwarr zu verlieren. Der umgangssprachliche Gebrauch des Begriffs "Atheismus" beinhaltet ja die Ablehnung jeglicher Spiritualität und Religiösität, deswegen finde ich es wichtig, sich an der eigentlichen Definition zu orientieren.

Stelth Offline



Beiträge: 526

18.11.2009 16:37
#46 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Fanatismus ist nicht nur an Religion gebunden.
Nähmen wir z.Beispiel Fussball. Einige meiner
Arbeitskolegen raufen sich ständig Verbal und teilweise
Physisch wegen ihren Clubs.
Während andere, auch Fussballbegeisterte, sich neach einem
Länderspiel normal begenen und in frieden über den Verlauf
des Spiel`s unterhalten.

Fazit: Es hängt vom Charakter des Einzelnen ab.

_______________________________________________
„Gott wird es verschmerzen können, dass Atheisten seine Existenz leugnen.“
(John Boynton Priestley, 1894–1984, englischer Schriftsteller)

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.11.2009 16:47
#47 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Walter
Bevor du hier Reden über "faschistoide Grundzüge" des tibetischen Buddhismus schwingst (den du dabei wider mal fälschlich als "Lamaismus" bezeichnest)...

Wer "Glaubensbrüder" mit leicht anderen Ansichten oder der falschen Mützenfarbe gewaltsam ausschaltet, ist, zumindest tendenziell, faschistisch.
Das macht der Lamaismus, also ist er faschistoid.

Lamamismus ist eine Bezeichnung, die durchaus auch Buddhisten wählen, denen der Lama die Reputation versaut. Eben um sich von diesem abzuheben und nicht mit ihm in einem Topf geworfen zu werden.
Falsch ist sie auf keinen Fall:

http://www.wissen.de/wde/generator/wisse...ge=1174390.html
http://www.studentshelp.de/p/referate/02/4455.htm

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 18.962

18.11.2009 16:50
#48  Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Stelth
Fazit: Es hängt vom Charakter des Einzelnen ab.

Und Religion prägt den Charakter, mehr als Fussball! Wir können nichts gebrauchen, was uns erzählt, dass der "Ungläubige" etwas von Gott Ausgestoßenes ist. Von dem Gott, dem du dich gutstellen willst. Diesen "Ungläubigen" musst du als etwas Minderwertiges betrachten! Und solche Ethik-Bildung hat in unserer Gesellschaft nichts verloren!

Dazu kommt noch das Zweifelsverbot, das zur Verdunkelung der Realitätswahrnehmung der Gläubigen beiträgt. Wir brauchen Menschen mit entfalteten Gefühlen und wachem Geist!

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Stelth Offline



Beiträge: 526

18.11.2009 18:29
#49 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Gysi

Zitat von Stelth
Fazit: Es hängt vom Charakter des Einzelnen ab.

Und Religion prägt den Charakter, mehr als Fussball! Wir können nichts gebrauchen, was uns erzählt, dass der "Ungläubige" etwas von Gott Ausgestoßenes ist. Von dem Gott, dem du dich gutstellen willst. Diesen "Ungläubigen" musst du als etwas Minderwertiges betrachten! Und solche Ethik-Bildung hat in unserer Gesellschaft nichts verloren!



Selten so gelacht!!! Auch ein Fussballfanatiker?
Aber mir kannst du das nicht unterstellt haben. Ich mag meine Kollegen so wie sie sind.

Zitat von Gysi
Dazu kommt noch das Zweifelsverbot, das zur Verdunkelung der Realitätswahrnehmung der Gläubigen beiträgt. Wir brauchen Menschen mit entfalteten Gefühlen und wachem Geist!



Dann setz mal deine Scheuklappen ab und du wirst sehen das es solche auch unter
den Gläubigen gibt.

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„Gott wird es verschmerzen können, dass Atheisten seine Existenz leugnen.“
(John Boynton Priestley, 1894–1984, englischer Schriftsteller)

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

18.11.2009 19:42
#50 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Natürlich ist Fanatismus nicht nur an Religion gebunden. Aber wie lautet der Threadtitel?

In Antwort auf:
Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus?


Also? :)

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Amicalement, William

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