Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


Der substanzielle  Dialog 

Für (echten) Säkularismus und freie Religionskritik!


Wir trauern um die Opfer des islamistischen
Terrors in Frankreich und Österreich



Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 62 Antworten
und wurde 4.951 mal aufgerufen
 Christentum
Seiten 1 | 2 | 3
Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

31.10.2009 13:29
Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten


Dass es religiösen Fanatismus gibt, und da offensichtlich besonders in den monotheistischen Religionen, ist eine unbestrittene Tatsache. Die Frage ist:

Wo bzw. wann beginnt dieser Fanatismus?

Dabei wäre auch zu klären:

Merkt man es als Betroffener?

Wie äußert sich dieser?

Ist nicht ein allzu fester Glaube an Götter und Geister bereits diesem Fanatismus zuzuordnen, besonders dann, wenn - wie in der christlichen Religion - dieser Glaube für sich in Anspruch nimmt, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein, wenn er allgemein anerkannte Naturwissenschaften leugnet oder als falsch bzw. schädlich hinstellt, und wenn er außerdem noch mit einem Missionierungsauftrag der Kirche verbunden ist?

Welchen Schaden richtet der religiöse Fanatismus in der Gesellschaft an?

Wie ist die Abgrenzung vom religiösen Fundamentalismus und was macht diesen aus?

Kann man sich davor schützen?

Gibt es Möglichkeiten in der Gesellschaft, diesen religiösen Fanatismus zu identifizieren, zu entlarven und welche legalen Gegenmaßnahmen kommen in Frage?

 

_______________________________________________________________
 
„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 19.036

31.10.2009 13:49
#2 Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Klimsch
Wo bzw. wann beginnt dieser Fanatismus?

Fanatismus beginnt da, wo der Zweifel an den Glaubenssätzen wider die Logik ausgeblendet wird. Das ist meiner Auffassung nach der Punkt. Den Glauben kann man mit Flammenreden in die Welt tragen oder für sich behalten. Wer nicht mehr zweifeln kann, ist fanatisiert. Und genau dieser Zustand wird den Gläubigen von dem jeweiligen Gott auch abverlangt! Im Grunde ist der nicht Fanatisierte im Glauben nicht richtig verankert!

Der Schaden, den die religiöse Missionsarbeit - sofern sie "erfolgreich" ist - anrichtet, ist die - partielle - Zerstörung des naturalistisch angelegten Denkvermögens, zu dem auch der unbefangene Zweifel gehört. Wer den Zweifel dämonisiert, zerstört naturalistisch Angelegtes, die das Erkenntniswesen Mensch zu seiner Entwicklung braucht! Und betreibt Gehirnwäsche zu Diensten der Religion.

Religion entpersonalisiert. Religion erzieht zur kritiklosen Unterwerfung. Religion schafft die faschistoide Persönlichkeitsstruktur und ist in ihrem Kern antidemokratisch.

_____________________________________________
"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

14.11.2009 13:01
#3 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Ich glaube nicht, dass die Betroffenen es merken - sie sind ja ganz hin- und weg von der ganzen Sache und merken nicht, wie sie immer tiefer im Sumpf versinken.

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.194

14.11.2009 13:06
#4 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
Ich glaube nicht, dass die Betroffenen es merken - sie sind ja ganz hin- und weg von der ganzen Sache und merken nicht, wie sie immer tiefer im Sumpf versinken.



Für sie ist es Erleuchtung....kein Sumpf.....



atz

Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2009 13:23
#5 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

soviel ich gesehen habe beim Willkommen meinst du aber Sekten,nun die kann man nicht mit Fundametalisten vergleichen,Sekten sind gefährlich und Psychisch geführte Machtmenschen,die Absichtlich Schaden wollen das hat nichts mit der allgemeinen gläubigkeit zu tun,dort werden schwache Menschen gefangen und Irrlehren verbreitet,das hat nichts mit Orthodoxem Glauben gemeinsam

Deshalb kann es gefährlich sein wennAtehistischer Verfolgungs Fundametalismus auf Gläubige draus entsteht,Gottlose dürfen ohne Gott bleiben und wenn sie nicht wollen werden sie wohl für immer schlafen,und immer Tod bleiben.

Aviel

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

14.11.2009 14:45
#6 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
Für sie ist es Erleuchtung....kein Sumpf.....


Für sie vielleicht, aber in Wahrheit nicht.

In Antwort auf:
soviel ich gesehen habe beim Willkommen meinst du aber Sekten,nun die kann man nicht mit Fundametalisten vergleichen,Sekten sind gefährlich und Psychisch geführte Machtmenschen,die Absichtlich Schaden wollen das hat nichts mit der allgemeinen gläubigkeit zu tun,dort werden schwache Menschen gefangen und Irrlehren verbreitet,das hat nichts mit Orthodoxem Glauben gemeinsam


Nun ja, es gibt für mich eine kleine aber feine Unterscheidung: Sekten sind immer fundamentalistisch, anders können sie nicht existieren - ich weiß nichts von liberalen Scientologen o.ä.. Mit dem psychischen Terror gegenüber schwachen Menschen hast du Recht.
Religionen sind zwar in ihrer Natur ebenfalls fundamendalistisch, doch nicht alle Angehörigen einer Religion müssen tatsächlich Fundamentalisten sein - oftmals ist es ein vergleichsweise kleiner, aggresiver Anteil, der jedoch das Bild der Religion stark prägt.

In Antwort auf:

Deshalb kann es gefährlich sein wennAtehistischer Verfolgungs Fundametalismus auf Gläubige draus entsteht


Soweit ich weiß, tut sowas doch keiner!
Ich kann deine Angst verstehen, da du sehr religiös zu sein scheinst und kann dich beruhigen - niemand will mit Schwert und Flammen die Religiösen ausrotten!

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2009 14:56
#7 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
weiß nichts von liberalen Scientologen



die haben nicht mit glauben zu tun sie sind ein Wirtschaftsunternehmen

Aviel

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

14.11.2009 15:05
#8 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Das stimmt :(

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2009 15:31
#9 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

und eines der schlimmsten die es gibt,nur die können soviele Menschen fertig machen ,ohne das sie zu belangen sind,jeder normal sterbliche wäre schon lange im Gefängnis,aber solche sich angeblich nie zu Beweisen und Dingfest zu machen,was schon auffällig ist

Aviel

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

14.11.2009 16:00
#10 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Aviel
soviel ich gesehen habe beim Willkommen meinst du aber Sekten,nun die kann man nicht mit Fundametalisten vergleichen,Sekten sind gefährlich und Psychisch geführte Machtmenschen,die Absichtlich Schaden wollen das hat nichts mit der allgemeinen gläubigkeit zu tun,dort werden schwache Menschen gefangen und Irrlehren verbreitet,das hat nichts mit Orthodoxem Glauben gemeinsam
Deshalb kann es gefährlich sein wennAtehistischer Verfolgungs Fundametalismus auf Gläubige draus entsteht,Gottlose dürfen ohne Gott bleiben und wenn sie nicht wollen werden sie wohl für immer schlafen,und immer Tod bleiben.

Leider drückst du dich etwas ungewöhnlich aus, so weiß ich nicht, ob ich dich richtig verstehe.

Wenn du mit "Willkommen" den ersten Beitrag meinst, nein, ich meine nicht irgendwelche Sekten. Die sind nicht gefährlicher als andere Glaubensgemeinschaften. Jede sich abspaltende Gemeinschaft wird von der vorigen als Sekte bezeichnet, das heißt ja auch weiter nichts, als dass sich welche sektiererisch verhalten, sich abspalten. Die Christen waren anfangs auch eine jüdische Sekte. Die Zeugen wurden früher als christliche Sekte bezeichnet, jetzt hat sie teilweise bereits den Status der anerkannten Kirche oder RG.

Ich meine den religiösen Fanatismus. Das sind diejenigen, die absolut von der Richtigkeit und Wahrheit ihrer eigenen Auffassungen ausgehen und diesen fanatisch stets und ständig nach außen hin vertreten und verbreiten. Diese Leute sind meist auch zu allem bereit, wenn es darum geht, ihren Glauben für alle möglichen Ziele zu missbrauchen. Beispiele kennt jeder.

Zitat aus http://www.bfg-bayern.de/ethik/download/Fundamentalismus.pdf:

"Verbunden mit dem Fundamentalismus ist, da man ja an Gottes Wort nicht
zweifeln darf, zwangsläufig die Anschauung, dass alle anderen Anschauungen
falsch sind, und nur der eigene Glaube richtig sein kann. Man ist fanatisch, meist
militant, intolerant, undemokratisch, vertritt extremistische Anschauungen, ja man
zeigt sich unmenschlich.
"

Ich hätte besser vom religiösen Fundamentalismus reden sollen.

_______________________________________________________________
 
„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2009 16:09
#11 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Nach der Def. von Sekten ist vorallen die Katho. Kirche eine denn alle Punkte als Erkennungsmerkmal treffen drauf zu.
Sekten sind etwas mehr als sonergemeinschaften ansonsten sie haben das Ziel der Zerstörrung.
Wenn man nicht glaubt was man redet ist es Ad absurdum,wenn Politiker ihr Programm vorstellen glauben sie nicht daran ,das kommt rüber deswegen geht auch keiner mehr Wählen,wer sich Gläubig nennt und keine Überzeugung der Sache hat ist auch nicht gläubige,taufscheinchristen sind genauso Atheisten wie Atheisten sie glauben nichts und sind beliebig ,deswegen kommt da auch nichts bei raus.
,ihr shet ein Rotes Tuch und kämpft gegen das Tuch statt mit dem Halter des Tuches,
Aviel

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

14.11.2009 16:58
#12 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Aviel bezog sich auf den Post, in dem ich mich vorgestellt habe und schrieb, dass meine erste große Liebe dem Aufwachsen in einer Sekte zum Opfer fiel.

Sie sind deshalb gefährlicher, weil sie nicht annähernd so offiziell und so öffentlich betrieben werden wie die großen Kirchen - somit ist es schwer, sie aufzuspüren und den Menschen zu helfen.

In Antwort auf:
Ich meine den religiösen Fanatismus. Das sind diejenigen, die absolut von der Richtigkeit und Wahrheit ihrer eigenen Auffassungen ausgehen und diesen fanatisch stets und ständig nach außen hin vertreten und verbreiten. Diese Leute sind meist auch zu allem bereit, wenn es darum geht, ihren Glauben für alle möglichen Ziele zu missbrauchen. Beispiele kennt jeder.


Ja, den meinte ich auch - nicht die Religiösität an sich. Wir reden hier also von Radikalen!

In Antwort auf:
Ich hätte besser vom religiösen Fundamentalismus reden sollen.


Irgendwie habe ich das gleich so gelesen, k.A. warum. Sehfehler?

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

14.11.2009 17:33
#13 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Ja, wo ist die grenze zum religiösen Fanatismus/Fundamentalismus?
In meiner Tradition heißt es:

"Der wahre Glaube aus des Herzens tiefsten Tiefen
Der überkomm'ne Glaube nur aus Schuld und Scham
Wie ähnlich scheint es, achte Scharf, fall nicht in Trug"
(Milarepa)

Der Fundamentalismus scheint mir eine extreme Ausprägung des zweiten "Glaubens" zu sein. Wenn ein von sowas beherrschter Mensch zusätzlich noch aufgestachelt wird, einen gewissen "Expansionsdrang" verspürt sowie geistig auch sonst nicht ganz stabil ist, kann sich daraus ein wie oben definierter religiöser Fanatismus entwickeln.

Im Fall der ersten Art des Glaubens hingegen gibt es keinen Widerspruch zum Intellekt, nicht die geringste unhinterfragte Grundannahme, aus der sich dann Fundamentalismus und schließlich Fanatismus entwickeln könnten. Dieser "Glaube" liegt, so würde ich sagen, jenseits von Rationalität und Irrationalität; er geht direkt ins Herz. Das ist meiner Meinung nach wahre Religiösität - die verschiedenen Lehren werden natürlich verschiedene Worte dafür benutzen.

Ich hoffe, jetzt keine allzu große Diskussion über Erkenntnisbereiche jenseits von Rationalität und Irrationalität angestoßen zu haben. Das gibt es ja schon hier.

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

14.11.2009 18:30
#14 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Aviel
Nach der Def. von Sekten ist vorallen die Katho. Kirche eine denn alle Punkte als Erkennungsmerkmal treffen drauf zu.
Sekten sind etwas mehr als sonergemeinschaften ansonsten sie haben das Ziel der Zerstörrung.
Wenn man nicht glaubt was man redet ist es Ad absurdum,wenn Politiker ihr Programm vorstellen glauben sie nicht daran ,das kommt rüber deswegen geht auch keiner mehr Wählen,wer sich Gläubig nennt und keine Überzeugung der Sache hat ist auch nicht gläubige,taufscheinchristen sind genauso Atheisten wie Atheisten sie glauben nichts und sind beliebig ,deswegen kommt da auch nichts bei raus.

Ich glaub eher, du hast die Definition von Sekten gar nicht gelesen, Aviel.

Der Begriff Sekte ist nach deutschem Verständnis wertneutral. Von einem Ziel der Zerstörung, oder dass die Leute nicht glauben, was sie sagen, oder keine Überzeugung in der Sache haben ist nirgends die Rede. Du legst das alles nur hinein, genau wie du Eigenschaften deines Gottes selbst bestimmst. Er mag dies oder das nicht etc.

Lies dich bitte bitte erst mal etwas durch die reichlich vorhandenen Quellen, ehe du hier schlaue aber dämliche Töne von dir gibst. Tut mir leid, aber mit einem derartig großen "Wissenschatz" voller Un- oder Halbwissen und voller Einbildungen brauchen wir wohl nicht länger sachlich zu diskutieren. Bisschen mehr anstrengen solltest du dich schon, Aviel.

Z. B. hier http://www.agpf.de/Begriff.htm#Staatdarf kannst du lesen, was der Begriff "Sekte" aussagt. Und anderswo.

Wahrig sagt dazu:
"Kleine religiöse Gemeinschaft, die sich von einer großen Glaubensgemeinschaft losgelöst hat."

Allein schon von daher stimmt deine Behauptung, dass die katholische Kirche eine Sekte sei, überhaupt nicht. Deine Unterstellung des Zieles der Zerstörung stimmt ebenfalls nicht. Was wahr ist, muss wahr bleiben, oder wir fangen an, uns hier nur noch gegenseitig blauen Dunst vorzumachen. Da hätte ich aber ehrlich gesagt was Besseres vor. Wo lernt man eigentlich eine solche Argumentation?

_______________________________________________________________
 
„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

14.11.2009 18:37
#15 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Pfennigfucherrei kannst du für dich behalten ,es gibt niederschriften aber auch das Allgemine Volk was mit dem Juristischen nichts anfangen kann und hoperigen Formulieren für höherwerteige Studierte ,die Welt hat auch nichts mit normalen Zwischenmenschlichen Beziehungen zu tun,und schafft nichts ,
Wissenschaft und sowas sollte man den Beruflichen lassen ich lebe zwischen Menschen,in Basis auf Vertrauen und Mitmenschlichkeit,

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

14.11.2009 19:09
#16 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Hallo Walter,

meine Frage entstand, weil ich einerseits nicht jeden ernsthaft Glaubenden als fanatisch bezeichnen möchte, aber andererseits einige Leute kenne, die aus eben diesem Glauben mehr machen als nur die berühmte Hausfrauengläubigkeit oder die eines mir bekannten Ehepaars aus Bayern, welches sagt, sie geben ihren Glauben nach dem Gottesdienst am Kirchentor ab und leben dann ihr normales Leben. Diese sind gewiss weder fanatisch noch fundamentalistisch. Ob sie in Wahrheit aber überhaupt gläubig sind, kann ich nicht beurteilen.

Ich habe persönliche Erfahrungen, wie eine Ehe, nein zwei kaputtgingen, weil der eine von beiden nur noch seinen Glauben im Sinn hatte. Gebete, ständige Bezüge zu Gott, Himmel, kindlicher Aberglaube regelrecht, dass ein Gott das Knie geheilt habe und dies ein Beweis für die Existenz des Gottes sei, den er anbetet, Bibelstunden mit Gebeten auf dem Teppich knieend etc. bestimmten das Leben überdurchschnittlich. Letztendlich sagten sich außer der Ehefrau von ihm auch alle Kinder mehr oder weniger von ihrem Vater und auch vom Glauben los, den sie sowieso nicht richtig ernst nehmen konnten. Auf Grund ihres Intellektes und ihrer Bildung.

Und das ist kein Einzelfall in meinem Umfeld. Muss man solches Verhalten schon gefährlich nennen? Die Harmonie der Familie wurde zerstört, das Ansehen und das Vertrauen waren hin, wenn es auch keine Angriffe nach Art des islamistischen Fundamentalismus auf Ungläubige gab.

Dein Spruch ist zwar schöne Poesie, leider kann ich ihm z.T. nicht wirklich etwas abgewinnen, denn das Herz spielt beim Glauben schon mal keine Rolle. Für mich ist jeder religiöse Glaube ein Trugschluss. Und dass der Glaube, auch wenn er noch so ehrlich gemeint ist, mit dem Intellekt nicht im Widerspruch stünde, kann nicht nachgewiesen werden. Es fehlt schon mal die Einsicht, dass sehr viele religiöse Berichte aus der Bibel oder dem Koran nicht stattgefunden haben können. Ich hatte mal ein Thema zur sog. Himmmelfahrt. Jeder Mensch mit einem halbwegs scharfen Intellekt und einer mittelmäßigen Bildung weiß, dass so etwas niemals stattfinden kann. Es wäre ein Verstoß gegen die überall im Universum und immer schon geltenden physikalischen Gesetze, gegen die Schwerkraft usw. Zumal Jesus anfangs als Mensch verstanden wurde, und nicht als Gott.

Trotzdem wird im Christenwesen darauf bestanden. Ich weiß nicht, wie diese Leute das machen. Wissen, dass es nicht geht, aber trotzdem stur immer weiter darauf bestehn. Wenn nämlich diese Himmelfahrt nicht stattgefunden haben sollte - was also stark anzunehmen ist, es sei denn, jemand wirft die Naturgesetze über den Haufen - kann dieser Jesus nicht an der Seite seines "Vaters" im Himmel sitzen und er kann also auch nicht eines schönen Tages wiederkommen, um "unter den Lebenden und den Toten" Gericht abzuhalten. Die ganze schöne Erwartung der Apokalypse wird also damit hinfällig.

Wo also hört "der wahre Glaube aus des Herzens tiefsten Tiefen" bei dieser Geschichte auf und wo fängt der Betrug an? - Um mit dem Vers des ehrenwerten Milarepa zu antworten.

Gruß

♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦

_______________________________________________________________
 
„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

14.11.2009 20:20
#17 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
Der Fundamentalismus scheint mir eine extreme Ausprägung des zweiten "Glaubens" zu sein. Wenn ein von sowas beherrschter Mensch zusätzlich noch aufgestachelt wird, einen gewissen "Expansionsdrang" verspürt sowie geistig auch sonst nicht ganz stabil ist, kann sich daraus ein wie oben definierter religiöser Fanatismus entwickeln.

Und warum denkst du, dass der nicht auch aus dem Herzen kommen kann? Meiner Meinung nach ist es meist nämlich eher der Fall.

In Antwort auf:
Im Fall der ersten Art des Glaubens hingegen gibt es keinen Widerspruch zum Intellekt, nicht die geringste unhinterfragte Grundannahme, aus der sich dann Fundamentalismus und schließlich Fanatismus entwickeln könnten. Dieser "Glaube" liegt, so würde ich sagen, jenseits von Rationalität und Irrationalität; er geht direkt ins Herz. Das ist meiner Meinung nach wahre Religiösität - die verschiedenen Lehren werden natürlich verschiedene Worte dafür benutzen.


Warum denn das? Gerade wer mit dem Herzen glaubt, sperrt doch seinen Verstand komplett aus - zumindest ist das meine Meinung.

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

15.11.2009 19:22
#18 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Klimsch

Wo also hört "der wahre Glaube aus des Herzens tiefsten Tiefen" bei dieser Geschichte auf und wo fängt der Betrug an? - Um mit dem Vers des ehrenwerten Milarepa zu antworten.
Gruß


Nun, der "wahre Glaube" liegt, wie ich meine, jenseits von Rationalität und Irrationalität; dort, wohin der Verstand nicht reichen kann. Diese Art der Erkenntnis kann nur bedingt als "intuitiv" oder "mystisch" bezeichnet werden. Siehe hierzu Matthieu Ricard, Trinh Xuan Thuan, Quantum und Lotus, München 2008, S. 333 ff. (zum Buch: http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...-und-Lotus.html).

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

15.11.2009 19:27
#19 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von William
Und warum denkst du, dass der nicht auch aus dem Herzen kommen kann? Meiner Meinung nach ist es meist nämlich eher der Fall.


Dieser Expansionsdrang fällt in den Bereich der Irrationalität und kann deshalb nicht "aus dem Herzen kommen", jedenfalls nicht in dem Sinne, wie Milarepa es meint.

In Antwort auf:
Warum denn das? Gerade wer mit dem Herzen glaubt, sperrt doch seinen Verstand komplett aus - zumindest ist das meine Meinung.


Hier trifft dasselbe zu wie oben. Es ist meiner Ansicht nach wichtig, Irrationalität und "... aus des Herzens tiefsten Tiefen" auseinanderzuhalten.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

15.11.2009 20:13
#20 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Zitat von Walter

Nun, der "wahre Glaube" liegt, wie ich meine, jenseits von Rationalität und Irrationalität; dort, wohin der Verstand nicht reichen kann.


Auf jeden Fall ist wohl wahr, Glaube hat nicht das mindest mit Verstand zu tun.

Nun aber zu folgern, wo der Verstand noch nicht hinreicht, wäre Göttliches, ist eben keine Folgerung (denn dazu wäre ja der Verstand nötig, der aber dort nicht mehr greift) sondern einfaches Rumfantasieren.

Wo der Verstand noch nicht hinreicht, ist das Unbekannte. Wer behauptet mehr zu wissen, lügt. Machst du nicht, denn du gibst ja zu, hinsichtlich des Glaubens nichts zu wissen.

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

15.11.2009 20:15
#21 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

wir können soviel wissen ,wie Gott sich mitgeteilt hat,
Aviel

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

16.11.2009 00:11
#22 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

Also ich stimme William zu - einfach aus dem Grunde, weil ich folgendes vom Irrationalen und von Entscheidungen aus dem Bauch halte:
Der Mensch hat ein Unterbewusstsein, das zumindest ein bisschen schon erforscht ist und von dem man weiß, dass alle Entscheidungen eigentlich dort getroffen werden noch ehe wir uns dafür entscheiden, dass wir uns entscheiden wollen (so schalte ich mein Ich auch oft aus, wenn ich mal was Persönlicheres hier schreibe, z.B. dieses hier *GGGGGGGGGGGGGGG*). Vermutet wird noch eine Instanz bei uns im Hirn, die auch diese Entscheidungen vorentscheidet.
Wenn sich also etwas unserem offensichtlichen Verstand entzieht heißt das nicht, dass der verborgene Verstand das noch nicht begriffen hat - sind eben zwei Paar Schuhe!
Wenn ich mich an irgendwas berausche (was übrigens auch ganz ohne Drogen geht, es reicht eigentlich, 20 Minuten in sein eigenes Spiegelbild zu starren ohne wegzusehen *G*), beginne ich zu fantasieren und merkwürdige Dinge zu sehen - noch lange kein Beweis dafür, dass es etwas gibt, woran ich glauben müsste.

***************************************************
http://dialog2punkt0.xobor.de/

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 00:29
#23 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

nur eben wenn ich es mal aus Volkes Sicht betrachte ok ein Mensch kann immer mal Irre sein ,aber über tausende Jahre hält ein ganzes Volk an diesem Glauben und der Tora fest, hält sich an all die Regeln ,und vielen ist Gott wichtig,ihrgendeinen wahren Kern wenn man mal ausgehen würde das die Bibel kein Histirosches Doko ist ,muß es haben denn würden sich Gerüchte über tausende Jahre so halten,auch eben grade welches Volk würde gerne rumerzählen das es am Anfang eine verklavte Familie war ,würden Völker nicht lieber ihr Heldentum und nicht ihre Niederlangen weitererzählen,außerdem hat sich viele so ereignet ,es steht zum Beispiel lange Zeit werdet ihr ohne Tempel sein,seit 70 Jahre nach sind wir ohne Tempel lange Zeit,
in der Mitte der Woche (Jahr) wird das Opfer aufhören ist es nicht so geschehen
ihr werdet verstreut und in der Verstreuung werdet ihr mir nur wenig zum Heiligtum ,ihr werdet anderen Göttern hinterherrennen,und danach das versprechen der Sammlung
stand nicht Jerusalem muß durch Gericht erlöst werden?
und ist es nicht untereinander ein besonderes Verhältnis,man erkennt doch jeden Juden sofort,und kann ihn von anderen Menschen unterscheiden,man spürt es einfach wenn ein Jude vor der steht und es ist anders als bei anderen Menschen,
auch noch vieles andere,udn vorallem vermochte noch niemand auszulöschen,auch wenn nur wenige blieben aber inner wieder auferstanden sind wir,
ich finde wenn man möchte kann man es erkennen ,das mehr dahinter ist,als ein paar die sich nur alles ausgedacht hätten und irrational sind,wir haben mehr durch leiden die Realität kennengelernt.Irrational sind wir nicht,
Aviel

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

16.11.2009 00:35
#24 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
Nun, der "wahre Glaube" liegt, wie ich meine, jenseits von Rationalität und Irrationalität; dort, wohin der Verstand nicht reichen kann.


Mein Verstand reicht nicht dahin, wieso die Tapete so schwer von der Wand abgeht - rational gesehen müsste sie bereits runter sein, aber sie ist total irrational ;). Muss ich jetzt an den Tapetengott glauben, der die Tapete an der Wand hält, um mir damit das Geheimnis des ewigen Lebens zu offenbaren, das sich mir bietet wenn ich an ihn glaube? :)
(Hat Tapetenkleister in den Haaren Auswirkung auf das Denken oder ist es eher der Gedanke daran, eine Schere an meine Locken zu lassen? *GG*)

In Antwort auf:
Irrationalität und "... aus des Herzens tiefsten Tiefen"


Dann erkläre mir kurz und knackig den Unterschied, die Texte sind mir viel zu lang um sie am frühen Morgen zu lesen, tut mir leid! (Außerdem bin ich ja blond - und habe Kleister in den Haaren)

In Antwort auf:
Nun aber zu folgern, wo der Verstand noch nicht hinreicht, wäre Göttliches, ist eben keine Folgerung (denn dazu wäre ja der Verstand nötig, der aber dort nicht mehr greift) sondern einfaches Rumfantasieren.


Richtig - der Verstand muss erstmal versuchen, zu greifen. Und dann zufassen, sobald da etwas ist - fällt es dem Verstand aus den Fingern, so muss es nicht an der Sache liegen, auch der Verstand könnte schuld sein.

@Queen:
Freud schön erklärt, würde ich sagen :). Wobei es noch nicht gesichert ist, ob das, was Freud sagt, stimmt. Aber vorerst gilt es mal als richtig.

In Antwort auf:
Wenn sich also etwas unserem offensichtlichen Verstand entzieht heißt das nicht, dass der verborgene Verstand das noch nicht begriffen hat - sind eben zwei Paar Schuhe!


Der gefällt mir. Ja, vielleicht weiß unser ES ja, dass es keinen Gott gibt und erlaubt sich bei den Religiösen einen Scherz mit dessen Ich's? Wer weiß, keiner hat erforscht, ob unser Unterbewusstsein nicht einen unterbewussten Humor hat.

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

16.11.2009 00:59
#25 RE: Wo ist die Grenze zum religiösen Fanatismus? Antworten

In Antwort auf:
Freud schön erklärt, würde ich sagen :). Wobei es noch nicht gesichert ist, ob das, was Freud sagt, stimmt. Aber vorerst gilt es mal als richtig.



der steckt noch in Komplexen fest
Aviel

Seiten 1 | 2 | 3
 Sprung  
________________________________________

"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

"Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!" (Immanuel Kant)

________________________________________

=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

... Platz für Verlinkungsaustausche ...

VORSICHT! Vertrauensunwürdige Werbung!

Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz