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Dieses Thema hat 19 Antworten
und wurde 2.054 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

18.11.2009 20:37
Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Vor einem gut gefüllten Großen Saal in der Volkshochschule Erlangen hielt Dr. Colin Goldner den Eröffnungsvortrag der 4. Medienpädagogischen Woche des Instituts für Medienverantwortung, die sich in diesem Jahr dem Themenkomplex „Medien und Religion“ widmet....Ohne chinesische Politik zu idealisieren, konnte Goldner in der insgesamt 2 1/2-stündigen Vortrags- und Diskussionsveranstaltung darin überzeugen, dass das Medienbild eines durchwegs friedliebenden Dalai Lama eine Medieninszenierung darstellt...Neben der Abgrenzung des Tibetischen Buddhismus vom sonstigen, schilderte Goldner eindringlich die Erziehung eines Menschen- und Naturbildes bei tibetischen Mönchen wie Bevölkerung, die der Vorstellung einer „Liebe zu Schöpfung und Friedfertigkeit“ spotten...Goldner, wie auch Jörg Becker und Michel Collon in Frankreich, zeigte auf, wie etwa Pressefotos von nepalesischen Soldaten für Chinesische ausgegeben wurden und andere Bildveränderungen ihren Weg bis in Die Zeit fanden. Formuliert wurden in den bürgerlichen Mainstream-Medien durchwegs Behauptungen, die die Verantwortung für die Krawalle eindeutig der chinesischen „Besatzungsmacht“ zuordneten. ..Einige im Publikum erinnerten sich an das damalige Medienspektakel und den Umstand, dass ausgerechnet Tibet-begeisterte Urlauber mit Handyaufzeichnungen im Internet auf die massiven Manipulationen hingewiesen hatten. Insofern hat der Dalai Lama 2008 den Deutschen Medienpreis gar verdient erhalten, denn ein Medienprofi scheint er zu sein.

http://hpd.de/node/8254

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

19.11.2009 17:21
#2 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Rückhaltlos propagierst du, Spaghettus, seit einiger Zeit Goldners Thesen, obwohl du mir nicht einen Experten nennen kannst, der diese Thesen anerkennt!

Antworte mir auf http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...amaismus-3.html, dann reden wir weiter! Nicht dass ein Experte (will heißen: Tibetologe oder Religionswissenschaftler) reichen würde, aber es wäre ein Anfang.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

19.11.2009 17:55
#3 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Ich propagiere gar nichts. Ich stelle die Thesen vor. Und ich sage, dass ich sie im Grunde für richtig halte. Weil sie ein schlüssiges Bild ergeben und weil mir manches, wie die Gestörtheit des Dalais in Folge der extremen Erziehungsmethoden offensichtlich sind.

Buddhismus ist nicht mein Interessengebiet, weshalb ich auch nicht interessiert bin, irgendwelche "Gelehrten", die dann für dich sicher eh wieder nicht die rechten sein werden, zu suchen.

Wenn du aber echte Wissenschaftler kennst, die Collins Recherchen als völlig falsch bewiesen haben, kannst du das gern tun.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

20.11.2009 13:02
#4 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Ich propagiere gar nichts. Ich stelle die Thesen vor. Und ich sage, dass ich sie im Grunde für richtig halte. Weil sie ein schlüssiges Bild ergeben und weil mir manches, wie die Gestörtheit des Dalais in Folge der extremen Erziehungsmethoden offensichtlich sind.
Buddhismus ist nicht mein Interessengebiet, weshalb ich auch nicht interessiert bin, irgendwelche "Gelehrten", die dann für dich sicher eh wieder nicht die rechten sein werden, zu suchen.
Wenn du aber echte Wissenschaftler kennst, die Collins Recherchen als völlig falsch bewiesen haben, kannst du das gern tun.


So geht das aber nicht: du sagst, dass du die Thesen für richtig hälst, weil sie angeblich "ein schlüssiges Bild ergeben". Woran aber willst du das beurteilen, wenn du nicht bereit bist, dich nach der seriösen Wissenschaft zu richten? (Dies ist nötig, da Goldner massive Faktenverdrehung und Zitatfälschung nachgewiesen wurde und seine Thesen nicht ohne Gegenrecherche angenommen werden können.) Weil das nicht dein Interessengebiet ist und du so tief in die Materie nicht einsteigen willst und aufgrund der Vermutung, dass die "Gelehrten" für mich "sicher eh wieder nicht die rechten sein werden". Diese Vermutung ist aber völlig aus der Luft gegeriffen; du kannst für diese Einschätzung gar keine Grundlage haben, da von einem "wieder" keine Rede sein kann. Du verzichtest ja ausdrücklich darauf, wissenschaftliche Fachurteile einzuholen. Wenn du sagst, dass Goldners Thesen für dich Sinn ergeben, hat diese Aussage für keine andere Person Wert, da sie nicht nachvollziehbar ist. Es ist eine bloße persönliche Einschätzung, die nicht nachvollziehbar ist, da du keine Grundlage für deine Einschätzung lieferst. Und so kann ich nur darauf schließen, dass du Goldners Thesen im wesentlichen deshalb befürwortest, weil sie in dein persönliches Weltbild passen und deine Einstellung zu "Religion" nicht nur nicht infrage stellen, sondern noch bestätigen.

Zum letzten Satz: es soll in der Fachzeitschrift "Asien" eine kritische Rezension zu Goldners Buch gegeben haben. Das werde ich mir mal ansehen. Ansonsten kann ich bisher mit "echten Wissenschaftlern" nicht dienen, sondern nur mit einem höchstrichterlichen Urteil und einer ebenso "gerichtsfesten Widerlegung" von Goldners Kernthesen. Diese stammt aus einem Kundenforum - in dem die Goldner-Anhänger aber zahlenmäßig sehr stark vertreten sind. Bisher konnte keiner von ihnen überzeugende Einwände (also solche, die nicht ihrerseits wieder widerlegt wurden) gegen "Felix Steinebeißer" erheben, was eindeutig für die Berechtigung und Richtigkeit dieser intelligenten, kritischen Rezension spricht.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

20.11.2009 15:07
#5 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Das dein "höchstrichterliches Urteil" überhaupt nichts mit den Thesen an sich zu tun hatte, habe ich ja schon im alten Thread eindeutig klargestellt und belegt. Auch das mit dem Forum hatten wir dort schon abgearbeitet.

Von meiner Seite also echt keine Diskussionsbedarf mehr.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

20.11.2009 18:59
#6 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Das dein "höchstrichterliches Urteil" überhaupt nichts mit den Thesen an sich zu tun hatte, habe ich ja schon im alten Thread eindeutig klargestellt und belegt. Auch das mit dem Forum hatten wir dort schon abgearbeitet.
Von meiner Seite also echt keine Diskussionsbedarf mehr.


Was hatten wir denn da "abgearbeitet", was das Forum angeht? Auf http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...-Lama-II-6.html bist du gar nicht auf den Inhalt von "Groschenheftniveau statt wissenschaftlicher Expertise" eingegangen, auf der folgenden Seite schriebst du: "Nicht für undenkbar halt ich, dass in einem Buch dieses Umfangs sowohl Fehler sind als auch Sentenzen, die bei entsprechender Betrachtungsweise als rassistisch ausgelegt werden könnten. "

Nun gibt es aber in der Wissenschaft Bücher vom Umfang von "Fall eines Gottkönigs" zuhauf; nicht immer kann man sagen, dass sich nicht der eine oder andere kleine Fehler eingeschlichen hätte. Was nun aber Goldner angeht, hat "Felix Steinebeißer" ihm weit mehr nachgewiesen als kleine Fehler: massive wissenschaftliche Mängel und, als ob das nicht genug wäre, selektive Auswahl von Textstellen, kritikloser Glaube an chinesische Propagandaberichte, Zitatfälschung etc. Auf all das bist du leider gar nicht eingegangen. Von allen Kritikpunkten an Goldner hast du bisher nur die Polemik zur Kenntnis genommen, die du auch noch mit "Engagement" enschuldigst. Wenn man Goldners Rassismus und seine "massiven Attacken auf das ganze Volk der Tibeter" noch im Rahmen der Polemik sieht, kann man vielleicht die Ansicht vertreten, dass "Fall eines Gottkönigs" neben seinen schweren Fehler (womit - siehe "Felix Steinebeißer" - nicht nur Polemik gemeint ist!) auch brauchbares Material enthalten sein könnte. Da wir beide aber keine Fachleute sind, auf amazon.de deutlich gezeigt wurde, dass man Goldner kein Wort (nicht mal ein Zitat) glauben kann, und uns monentan kein weiteres Material, auf dessen Grundlage wir weitere Meinungen bilden könnten, zur Verfügung steht, besteht von meiner Seite auch kein Diskussionsbedarf mehr.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

20.11.2009 19:19
#7 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

In Antwort auf:
Wenn man Goldners Rassismus und seine "massiven Attacken auf das ganze Volk der Tibeter"


Das ist doch absoluter Blödsinn und bewusste Rufschädigung eines Kritikers deiner geliebten Religion, was du hier betreibst. Wer sich selbst sein Urteil bilden möchte, möge sich das Urteil und die Begründung genau durchlesen.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

21.11.2009 13:31
#8 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus

In Antwort auf:
Wenn man Goldners Rassismus und seine "massiven Attacken auf das ganze Volk der Tibeter"


Das ist doch absoluter Blödsinn und bewusste Rufschädigung eines Kritikers deiner geliebten Religion, was du hier betreibst. Wer sich selbst sein Urteil bilden möchte, möge sich das Urteil und die Begründung genau durchlesen.



Entschuldige mal, Spaghettus. Im Urteil steht folgendes: "Schon allein aus diesen [von Riedl vorgebrachten] Zitaten ergibt sich, dass der Kläger [Goldner] in seinem Buch nicht nur die geistige Führungsschicht des tibetischen Buddhismus und deren Lehren mit kraftvollen Ausdrücken herabwürdigte, sondern auch die Tibeter selbst mit einer Reihe ausschließlich negativer Eigenschaften belegte ("menschenverachtend, gewalttätig, frauenfeindlich, raffgierig und skrupellos") und sich nicht scheute, - wenn auch im Zusammenhang mit ihrer Religion - von "geistes- und seelenverkrüppelten Menschen" zu sprechen. Zudem berief sich der Kläger unwidersprochen in seinem Buch mehrfach auf einen an einer SS-Expedition beteiligten "Feldforscher", der in menschenverachtender Weise über Tibet und die Tibeter berichtete. [...] Auch wenn die Schreibweise des Klägers mit jener der "Neonazis über die Probleme Israels" verglichen wird, ist der Vorwurf des Rassismus in dem Zusammenhang, in dem er erhoben wird, als noch adäquate Reaktion auf die massive Attacken des Klägers auf den tibetischen Buddhismus, dessen Führer und Anhänger und - teils direkt, teils indirekt - auf das ganze Volk der Tibeter zu qualifizieren."

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

21.11.2009 17:10
#9 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten
Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

21.11.2009 19:50
#10 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
siehe http://www.religionsforum-wogeheichhin.d...-Lama-II-7.html


Auf den Thread hast du bereits hingewiesen. Inwiefern eine neuerliche Verlinkung allein die Diskussion voranbringen soll, ist mir nicht klar. Dort bist du ja, wie gesagt, auf die wesentlichen Kritikpunkte nicht eingegangen und hast zum Schluss eine aus deiner persönlichen Erfahrung stammenden Stellungnahme abgegeben. Diese kann ich natürlich nur als solche respektieren, möchte dich aber auch darauf hinweisen, dass sie nur für dich einen Wert hat, nicht für andere an der wissenschaftlichen Diskussion um Goldner Interessierte.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

22.11.2009 06:29
#11 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Der Link sollte sagen, alles ist schon gesagt. Ich habe weder Zeit noch Lust alles drei bis viermal durchzukauen.

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

22.11.2009 12:50
#12 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Der Link sollte sagen, alles ist schon gesagt. Ich habe weder Zeit noch Lust alles drei bis viermal durchzukauen.


Dann hören wir eben auf - wie gesagt, für mich ist die Diskussion eigentlich auch beendet, nur warst du mit der Formulierung "Goldners Rassismus und seine 'massiven Attacken auf das ganze Volk der Tibeter'" nicht einverstanden. Warum ich es so ausgedrückt habe, habe ich begründet. Von mir aus können wir die Sache jetzt ruhen lassen.

Wu Offline




Beiträge: 417

17.02.2010 03:26
#13 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Goldner und Co. sind in ihrer Argumentation meist zu überzogen. Sie vermischen Teilwahrheiten mit Unwahrheiten oder Fantasien.
Was nicht heisst, daß an dem Slogan: Befreit Tibet - von den Lamas, nicht viel wahres dran ist. Aber sosehr müssen wir es vielleicht gar nicht befreien, das machen die Chinesen ja schon.
Seine Heiligkeit Chhimed Rigdzin Lama sagte zu dem thema, daß für viele Tibeter Mao Tse Tung ein großer Bodhisattva war, weil er sie von einem korrupten feudalistischen System befreit hat.
(Was nicht heissen soll, daß die Tibeter nicht viel Unsinn in Tibet machen, aber es kann eben nie um ein Free Tibet, sondern nur um ein Free China gehen. Der Dalai Lama müsste doch langsam einsehen, daß es nichts mehr wird mit seinen Träumen von einem Großtibet).
Aber um Goldner und Co zurückzukommen: Ich denke, daß eine Kritik am tibetischen Buddhismus ganz anders ansetzen müsste: An den Punkten, wo sie sich von den anderen buddh. Schulen unterscheiden, und die aus meiner Sicht buddhistisch ziemlicher Unsinn sind (Ihre Vorstellung von einer persönlichen Wiedergeburt, von bewussten Wiedergeburten, von Dalai Lamas und Karmapas, von der Lehre der Bardos (einen Zwischenzustand zwischen Tod und Wiedergeburt, der buddh. Unsinn ist, weil s nichts gibt, was den Tod überlebt) in der Vermischung von Buddhismus mit Tantrismus (ein großteil ihrer Buddhas sind ja hinduistische oder alttibetische Götter) und deren Unsinnigkeit, solche Praktiken (die man ja zu ihrer Entwicklungszeit ja durchaus nachvollziehen kann) jetzt in den Westen zu übernehmen. Wenn sie Tara und Mahakala in Europa durch Freya und Odin ersetzen würden, wär das ja noch nachzuvollziehen, aber eine Übernahme ist doch sehr seltsam.)
Die andere Ebene der Kritik ist der Umgang von einigen Lehrern mit der Macht bzw. mit Schutzbefohlenen. Wir haben hier etliche Fälle von prominenten buddh. Lehrern (Ole Nydahl, Sogyal Rinpoche, Kalu Rinpoche), die ihre Position dazu missbrauchen, um Sexpartner zu haben. Jeder Arzt oder Psychologe hätte nach bekanntwerden längst seinen Job verloren. (Allerdings scheint das nicht nur ein tibetisch-buddh. Problem zu sein, wie der Fall des Abtes Thich Thien Son der Frankfurter Pagode Phat Hue gezeigt hat. Naja, auch die kath. Kirche hat da so ihre Probleme).
Ich denke, daß das Lehrer-Lama-Phänomen einfach insgesamt übersteigert ist. Man sollte die Lehrer eher als Mitgefährten auf dem Weg sehen . Buddha hat ja ganz bewusst keine Nachfolger eingesetzt, sondern den Leuten gesagt: Die Lehre sei eure Leuchte. Ihr seid eure Leuchte. Daher halte ich dieses übersteigerte Lehrer-Phänomen (dessen Auswüchse man ja in den Kulten um die (inzwischen 3) Karmapas ja gut beobachten kann).
Aber letztlich ist es gar kein Ding, was mir auf Dauer Sorgen bereitet. Die Hauptmissionare sind alt, neue westliche sind nicht in Sicht. Die Faszination des exotischen lässt bald nach. Ich denk, es wird sich von selbst wieder geben.

Liebe Grüße
Wu

http://tao-forum.de/

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

17.02.2010 08:22
#14 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Der Beitrag kommt mit sehr offen und sachkundig vor.

Wo stehst du selbst, dass du solche Einblicke hast?

Wu Offline




Beiträge: 417

18.02.2010 15:45
#15 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Weiss nicht. Am liebsten steh ich nicht,sondern sitze zwischen allen Stühlen.
Ich habe aber auch einmal ein paar Jahre tibetischen Buddhismus praktiziert (bis ich immer mehr Ungereimtheiten bemerkte (auch mit den Grundaussagen des Buddha) und ich ihn dann in Frage stellte.
Aber ich denke nach wie vor, daß der Buddhismus einem viele Fingerzeige geben kann (Buddha Shakyamuni sicher andere als Dogen (wichtiger Mann im Zen), Shinran (wichtiger Mann im Amida-Buddhismus) sicher andere als Nagarjuna (wichtiger Philosoph), weil er grundsätzliches (wie die Existenz des Ichs, den freien Willen) hinterfragt. Allerdings denk ich, daß man manches heutzutage besser formulieren könnte. Auch ist es schlau, die Methoden zu hinterfragen (inwieweit es einen Zusammenhang a ala Ursache Wirkung zwischen Praxis und Verwirklichung gibt, inwieweit eine begrenzten Handlung ein grenzenloses Resultat haben kann). Aber dieses Hinterfragen ist nichts neues. Das gab es immer in der buddh. Geschichte und es ist für mich ihre Stärke. Freilich ist dieses Hinterfragen nicht besonders beliebt, wie in jeder Weltanschauung (da schliess ich aber auch nichtreligiöse mit ein).
Aber Buddhismus ist nicht der einzige mögliche Fingerzeigegeber. Man findet sie überall. Dummerweise hab ich oft den Eindruck, daß man sie erst kapiert, wenn sie sich verwirklicht haben. So ein: Ach so war das gemeint. Ach so, mehr ist da gar nicht dran. Kicher, kicher. Staun, staun.

Wu

http://tao-forum.de/

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

18.02.2010 20:58
#16 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Hallo Wu,

du scheinst den geläufigen Missinterpretationen des tibetischen Buddhismus zu unterliegen. Guck mal hier: http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=14&t=3286. ich denke, der dort dargestellte "westliche Buddhist" scheint auf dich zu passen. Ansonsten zu allem, was mit Tantra zu tun hat, zu empfehlen: http://www.berzinarchives.com/web/x/nav/...1971059538.html. Persönliche Wiedergeburt, tja, wird in Tibet auch nicht gelehrt! Wo nimmst du das Zitat Chhimed Rigdzin Rinpoches her? Warum meinst du, dass "nichts den Tod überleben" würde? Ist das nicht Uccheda-Ditthi (Nihilismus)? Sind die Aussagen, dass der Wiedergeborene derselbe ist und dass er ein anderer ist, nicht beide falsch? Wo hat Nydahl Schüler missbraucht? Er ist meiner Meinung nach zu Recht umstritten, aber das ist ein schwerer Vorwurf. Auch ist es falsch, sowas von Sogyal Rinpoche zu behaupten. Wie selbst Goldner schreibt, hat es eine außergerichtliche Einigung gegeben. Von Kalu Rinpoche wurde etwas behauptet - 10 Jahre nach seinem Tod, soweit ich weiß.
Zudem: scheint doch, sollte etc. klingt alles ein wenig nach Meinung ohne Ahnung. Aus einer buddhistischen Perspektive: ein schlauer Westler erhebt sich ganz selbstverständlich über Jahrtausende Tradition, spricht ihr auf zweifelhafter Grundlage Authentizität ab, hofft darauf, dass sie bald abebben wird und fordert, sie solle sich, wenn sie im Westen überleben will, an altgermanische Göttergestalten anschließen??? (Speziell zum letzten Punkt: http://www.berzinarchives.com/web/de/arc...fa2dfe16d39e129) Einfach wird behauptet, das buddhistische Tantra sei unsinnig - auf welcher Grundlage??? Siehe nochmal Berzin. Zudem wird behauptet, der Dalai Lama würde ein "Groß-Tibet" wollen, was natürlich Unsinn ist; er hat ja schon 1989 die Unabhängigkeit Tibets aufgegeben, womit viele Tibeter ernsthaft unzufrieden sind. Über diese Auswüchse der chinesischen Propaganda wurde in diesem Forum schon diskutiert.

Wu Offline




Beiträge: 417

26.02.2010 14:28
#17 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Naja, ich hab über 10 Jahre intensiv tibetischen Buddhismus praktiziert, und hab im Freundeskreis auch Leute, die das 3 jahresretreat gemacht haben (also fast Lamas waren und sich danach vom tibet. Buddhismus abgewendet haben), so denke ich, daß ich schon nen kleinen Einblick in den tibet. Buddhismus habe.

Persönliche Wiedergeburt meint, es gibt so etwas wie einen Bewusstseinstrom. Es ist mein Karma, das was ich in früheren Geburten getan hab, was mich jetzt ereilt. Das ist für mich persönliche Wiedergeburt. Für mich eine Leugnung der ungetrenntheit allen Seins. Es wird dann versucht mit dem Bodhisattva-Gedanken wieder zurechtszurücken (aber da denkt man, es seien Wesen, die für das Wohl aller Wesen arbeiten, und nicht, daß es die Erkenntnis der Ungetrenntheit allen Seins ist).
Der 17. Karmapa (egal welcher der drei) hat irgend etwas mit dem 16. Karmapa zu tun und nichts mit Hitler oder Mutter Theresa oder Angkor. Das meine ich mit persönlicher Wiedergeburt.
Während Buddha gelehrt hat, daß alle Skhandas zusammen entstehen und zusammen vergehn. Und dann neue Skhandas entstehen. Aber eben nicht einen ewigen Strom des Bewusstseins. Und nicht meine neuen Skhandas.
Zur Entwicklung des Reinkarnationsgedankens von Theravada bis zum tibet. Buddhismus: http://zensplitter.blogspot.com/2010/01/reinkarnation.html

Das Zitat von S.H. Chhimed Rigdzin hat er öfters in Vorträgen geäußert, den ich von ihm gehört hab.

Dein Link zum Buddhaforum (Auf Tibet rumhacken) ist ja lustig. Das ist das, was man immer in buddh. Foren beobachtet. Die tibetischen Buddhisten machen sich immer wieder unbeliebt (meiner Erfahrung nach, auch aus meiner zeit als tiet. Buddhist, wegen ihrer Arroganz, daß sie glauben, sie haben den wahren, schnellsten, vollständigsten Buddhismus, obwohl sie doch eher eine kleine Splittergruppe innerhalb des Buddhismus sind, wohl so um die 4%). Und dann jammern sie rum, daß niemand sie mag. Alle anderen sind böse und gegen sie. Alle Theravadins, Zennis, Shinies, Nichirenies haben eine böse Weltverschwörung organisiert. Auf einmal gibt es kein Ursache und Wirkung für sie mehr mehr. Obwohl sie es doch sonst immer so betonen.


Zu Ole Nydahl: http://www.geo.de/forum/showthread.html?t=12441
Zu Sogyal Rinpoche: Außergerichtliche Einigung heisst ja nur, daß er Spendengelder dazu benutzt hat, um nicht bestraft zu werden. Ich war bei einigen Nyingma-Lehrern, wo man den Namen Sogyal Rinpoche besser nicht erwähnen sollte.
Zu Kalu Rinpoche: Ja, sie hat es erst nach seinem Tod bekannt gemacht. Der Missbrauch, der bei der kath. Kirche jetzt diskutiert wird ist teilweise über 30 Jahre her. Das ist bei Missbrauchsopfern öfters so, daß sie nicht gleich darüber sprechen.
Zu Thien Son ist sicher einiges unter http://der-asso-blog.blogspot.com/ zu finden. (Ich schätze mal, du wirst ihn mögen )

Eine jahrtausende alte Tradition ist ja der tibetische Buddhismus nicht. Padmasambhava hat im 8. oder 9. Jahrhundert gelebt. Und eine Tradition ist ja deshalb nicht gut, nur weil sie jahrtausende Jahre alt ist (nimm doch mal die Klitorisbeschneidung in Afrika). Und es ist die Frage, ob sie mit unserer Kultur konvertibel ist. Ich denke, inzwischen gibt es einfach Sachen, die besser Dinge erklären, als es das Vajrayana tut. Es braucht keinen fremden Symbolismus. Freilich kann ich ihn verwenden, wie ich ägyptische Götter verwenden kann, wenn mir der Symbolismus gefällt. Und viele Sachen (aus meiner Sicht auch nicht mit dem Buddh. vereinbar) wie Tulkus und Bardos gibt es außerhalb des tibet. Buddhismus nicht. Und sie amchen IMHO keinen Sinn.
Aber jeder der es mag, kann es praktizieren. Aus meiner Sicht gibt es innerhalb und außerhalb des Buddhismus schlauere Ansätze. (ZUm Beispiel wird die Weisheit des "Du bist nicht der Handelnde" im tibet Buddhismus oft völlig übersehen, vom Dzogchen mal abgesehen, aber das ist ja auch kein Stufenpfad wie der Rest des Vajrayana). Aus meiner Erfahrung wurde er mit der Zeit eine intellektuelle Zumutung, deshalb hab ich ihn dann verlassen (und hab das nie bereut).
Zu buddh. Tantra und Westen finde ich die Aussagen von Chögyal Trungpa zu den Schützern sehr aufschlussreich: "Ein Aspekt, der im Westen beim Thema Schützer fast nie angesprochen wird (meines Wissens hat sich nur Chögyam Trungpa so geäußert): Naturgemäß sind Schützer umgewandelte lokale Energien, zum Beispiel tibetische Berggottheiten. Im Westen treten andere störende Energien auf, die bezähmt und integriert werden müssen. Es genügt nicht, einfach die tibetischen Praxisformen zu übernehmen, vor allem dann, wenn es sich um eher lokal wirksame Kräfte handelt. Es wäre eine langfristige Aufgabe der Yoginis und Yogis in Europa und Amerika, negative geistige Wesenheiten, die oft jahrhundertelang bewußt oder unbewußt genährt wurden und die sich, bedingt durch westliche Religion, Kultur, Philosophie, Wissenschaft und natürliche Umwelt, ganz anderes offenbaren, umzuwandeln, zu integrieren und nutzbar zu machen. Diese Arbeit steht erst ganz am Anfang, die Hinlenkung bzw. die Zurücklenkung des Blicks auf personifizierte tibetische Übel erfüllt die Ansprüche einer zynischen, neuerdings tibet- und buddhismusgeilen Medienwelt, für den Praktizierenden ist sie kontraproduktiv."
Auch auf Buddhaland gefunden.
Der keltische Buddhismus geht wohl auch in diese Richtung.

Zu Dalai Lama und Großtibet: Alles Zahlenmaterial der Exil"regierung" über Tibet geht von einem Großtibet aus. Das ist in etwa so, als wenn ich bei den Einwohnerzahlen von Deutschland noch Österreich, Tschechien, Polen und den Elsass etc. mit einrechne.

Wu

http://tao-forum.de/

Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

26.02.2010 20:20
#18 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Für Folgendes gilt, was die frühen Mönche sagten: "So verstehe ich die Lehre des Erhabenen."

Zitat von Wu
Persönliche Wiedergeburt meint, es gibt so etwas wie einen Bewusstseinstrom.


Nein. Wenn A und B sich treffen, auseinandergehen und 10 Jahre später wiedertreffen, könnte man einerseits sagen, sie seien die gleichen Personen, weil sie die gleichen Namen haben, den gleichen Pass; die gleiche "Identität". Andererseits hat sich alles an ihnen geändert: alle Zellen ihrer Körper wurden x-mal erneuert, auch ihr Geist hat sich geändert, weil er das von einem Zeitpunkt auf den anderen immer tut, egal ob diese Zeitpunkte ein Zeitraum von 10 Jahren oder 10 Minuten beträgt oder auch den gesamten Prozess von Tod und Wiedergeburt umfasst. Der Geist hält keine persönliche Identität aufrecht, egal, um welchen Zeitraum es sich handelt. Der "Bewusstseinsstrom ist ja kein "Objekt". Er hat mit einem Atman gar nichts zu tun. Atman ist Eternalismus, deine Idee von Wiedergeburt ohne Karma ("nichts, was den Tod überlebt") ist schon mit dem Buddhismus nicht vereinbar - wie soll Wiedergeburt ohne Karma zustande kommen? Und wenn gar keine Wiederbegurt stattfindet, ist es Nihilismus. Der Buddhismus lehrt aber den mittleren Weg zwischen diesen Extremen. Wie gesagt, der Wiedergeborene ist weder der Gleiche wie der verstorbene noch ein anderer. Wenn er der gleiche wäre, wäre das das extrem des Seins (Eternalismus, Atman-Lehre, die du dem tibetischen Buddhismus vorwirfst zu vertreten), wäre er ein anderer, würde das bedeuten, dass eskeine Wiederburt geben kann: ein Mensch stirbt, erlischt völlig, sodass nichts von ihm übrig bleibt. Ein anderer Mensch wird geboren, der mit dem Verstorbenen überhaupt gar keinen Zusammenhang hat, genausowenig wie mit allen anderen jemals Verstorbenen. Dann kann es überhaupt keine Wiedergeburt geben. Wenn gesagt wird:[="Wu"quote]Es ist mein Karma, das was ich in früheren Geburten getan hab, was mich jetzt ereilt.[/quote] kann daraus der Eindruck entstehen, es würde persönliche Wiedergeburt gelehrt, was aber nicht stimmt. Diese Aussage ist einfach eine Vereinfachung folgender Aussage: "Das Zusammenspiel der Skandhas im Leben hat Prägungen und Tendenzen hervorgerufen, verstärkt oder vermindert. Im auf den Prozess der erneuten Fleischwerdung folgenden neuen Leben wirken diese Tendenzen und Prägungen nach." Eine feste Entität, die den Tod oder den Zeitraum von einer Sekunde auf die andwere überdauern würde, ist nicht zu finden. Trotzdem (im Sinne des Diamant-Sutras könnte man sagen: deshalb) findet ein Fluss statt, in dem die Geistesfaktoren, die ja relativ sind, aufeinander einwirken und sich wechselseitig bedingen. Siehe auch Anhang.
Dein Link zur "Entwicklung des Reinkarnationsgedankens" gibt nur die gleichen Missverständnisse der tibetischen Auffassung wieder.

Zitat
Die tibetischen Buddhisten machen sich immer wieder unbeliebt (meiner Erfahrung nach, auch aus meiner zeit als tiet. Buddhist, wegen ihrer Arroganz, daß sie glauben, sie haben den wahren, schnellsten, vollständigsten Buddhismus, obwohl sie doch eher eine kleine Splittergruppe innerhalb des Buddhismus sind, wohl so um die 4%).


Ist nicht "die tibetischen Buddhisten jammern rum und sind arrogant" genauso blöd wie der Gedanke einer "Weltverschwörung" oder ähnlichem, der von tibetisch-buddhistisch Praktizierenden angeblich vertreten werden soll? Dabei stimmt es: keine buddhistische Tradition wird so falsch verstanden wie die tibetische. Ich höre nicht zum ersten Mal, dass es dort persönliche Wiederburt geben soll. Wenn der Topf im Buddhaland-Forum nicht am Überkochen gewesen wäre, hätte ich "Auf Tibet rumhacken" nicht geschrieben. Auch die Aussagen über das ganze "Fremde" ist interessant, es wird nämlich nur von denjenigen so bezeichnet, die selber nicht in der tibetischen Tradition stehen. Ich selbst sehe in tibetischen Darstellungen von Buddhaaspekten gar nichts Fremdes. Das sind Sambhokakaya-Manifestationen, wo soll eine kulturelle Grenze herkommen? Diese Darstellungen sind genau genommen auch nicht tibetisch, sondern indisch; die Tibeter haben sie so übernommen, weil sie eben kein kultureller Schnickschnack sind, sondern Buddhaerscheinungsformen. Aus der Perspektive der vorbuddhistischen tibetischen Kultur sind diese Darstellungen wahrscheinlich nicht oder kaum weniger fremd als uns "Westlern".

Zitat
ZUm Beispiel wird die Weisheit des "Du bist nicht der Handelnde" im tibet Buddhismus oft völlig übersehen, vom Dzogchen mal abgesehen, aber das ist ja auch kein Stufenpfad wie der Rest des Vajrayana


"Du bist nicht der Handelnde." Erklär mir diesen Spruch doch mal, ich kenn mich im Zen nicht aus und kann nur vermuten, dass es was mit An-Atman zu tun hat.

Zitat
Zu Sogyal Rinpoche: Außergerichtliche Einigung heisst ja nur, daß er Spendengelder dazu benutzt hat, um nicht bestraft zu werden.


Es heißt erstmal nur, dass die Parteien sich außerhalb des Gerichtssaals geeinigt haben.

Zitat
Zu Kalu Rinpoche: Ja, sie hat es erst nach seinem Tod bekannt gemacht. Der Missbrauch, der bei der kath. Kirche jetzt diskutiert wird ist teilweise über 30 Jahre her. Das ist bei Missbrauchsopfern öfters so, daß sie nicht gleich darüber sprechen.


Fest steht, dass es nur eine - nicht mehr nachprüfbare - Behauptung gibt, es wäre sexueller Missbrauch betrieben worden.

Zitat
Zu Dalai Lama und Großtibet: Alles Zahlenmaterial der Exil"regierung" über Tibet geht von einem Großtibet aus. Das ist in etwa so, als wenn ich bei den Einwohnerzahlen von Deutschland noch Österreich, Tschechien, Polen und den Elsass etc. mit einrechne.


Wenn ein sogenanntes "Groß-Tibet" (wahrscheinlich ist der Begriff eine schlaue Erfindung aus Peking) eingerechnet wird, dann deshalb, weil China sich damals genau dieses Gebiet unter den Nagel gerissen, sogleich zwecks "Rückkehr ins Mutterland" zersplittert und es seinen verschiedenen Provinzen zugeschanzt hat. Es geht darum, welches Gebiet China 1959 übernommen hat, und das war eben genau das, was Peking und diejenigen, die Peking - bewusst oder unbewusst - glauben, als "Groß-Tibet" bezeichnen. Die Einteilung in mehrere "Klein-Tibets" (könnte man genausogut sagen) war ein geschickter Schachzug des Großen Vorsitzenden, um alle Darstellungen des gesamten tibetischen Territoriums als Seperatismus zu brandmarken und sogar (indirekte) Nazivergleiche zu rechtfertigen, die hier meiner Ansicht nach völlig unpassend sind. China hat etwa die Hälfte des eigentlichen Tibet zur "Autonomen Region Tibet" erklärt und die andere Hälfte den angrenzenden chinesischen Provinzen zugeteilt. Deswegen wäre es korrekt, von einem "eigentlichen" nzw. "ursprünglichen" Tibet, was sich auf die Grenzziehung vor der Annexion bezieht, und von mehreren "Klein-Tibets" zu sprechen, in das das eigentliche Tibet aufgrund des rotchinseischen, das Mutterland spaltenden Separatismus zerhackstückelt wurde.

Dateianlage:
File0004.PDF
Wu Offline




Beiträge: 417

28.02.2010 12:50
#19 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Erst mal zu den Skhandas.
Was im Palikanon zu finden ist: Skhandas (vereinfacht gesagt der Körper und seine Funktionen (auch die geistigen) und Bewusstsein, die sich gegenseitig bedingen) entstehen bei Geburt bzw. bei der Zeugung und vergehen im Tod. Ist da in Willensimpuls entsteht neu Zeugung und Geburt, somit neue Skhandas.
Um Kodo Sawaki zu zitieren: "Ich werde mit meinem Universum geboren, und ich werde mit meinem Universum sterben"
Was der tibtische Buddhismus (in seiner Adaption des Totenbuch des Bön) lehrt ist aber, daß es ein Bewusstseinsstrom gibt, der den Tod überlebt, auch einen subtilen Körper, der den Tod überlebt, und 49 Tage in einem Zwischenbereich rumgeistert, dort auch belehrt werden kann.
Das sind für mich zwei nicht miteinander harmonierende Sichtweisen.

Was ich mit persönlich meine:
Wenn gesagt wird, was du jetzt erlebtst und erleidest, erleidest du, weil du früher dich so und so verhalten hast (In Gedanken, Worten, Taten), und so wie du dich jetzt verhälst, wird es dir später gehen. Das nenn ich persönlich.
Taten gibt es, aber niemand tut sie, ist für mich dagegen etwas ganz anderes.

Auch wird so ausgetan, als könnte man Verdienste ansammeln, Karma verbessern, irgend etwas innerliches mit Praktiken reinigen, Stufen erklimmen etc.
Das ist es, was ich mit persönlich meine.

Dann die Tulku -Geschichte. Die 17. Karmapas haben etwas mit dem 16. zu tun (sonst würden sie ja nicht zum Teil damit getestet, frühere Gerätschaften erkennen zu müssen), und nicht mit irgend jemand anderen. Das nenne ich persönlich.

In Gesprächen habe ich immer den Eindruck, daß es um Erwachen als mein Erwachen geht, um dann allen anderen zu dienen. Es wird immer eine Trennung zwischen sich und anderen aufrechterhalten und dem "Ich und alle Lebewesen erlangen gemeinsam Erwachen" des Zen und Yuzu Nembutsu auf heftigste Widersprochen. Das ist es, was ich persönlich nenne.

Zu Arroganz versus Verschwörungstheorie:
Das mit der Arroganz seh ich im Rückblick auf meine Zeit als tibet. Buddhist so. Und ich beobachte immer wieder in Foren, daß ein Großteil der Disskusionen darum geht, zu zeigen daß die anderen Traditionen genauso viel wert sind.
Ähnliches seh ich auch mit deiner Aussage der meist missverstandenen Richtung innerhalb des Buddhismus.
Ich hab eher den Eindruck, daß die Vajrayanis sich über die anderen Richtungen stellen und sie weder verstehen noch eine Ahnung von ihnen haben.
Ein bekannter dänischer Lama: "Theravadis wollen Erleuchtung nur für sich erlangen".
"Amida-Buddhismus ist etwas für Leute, die keine Philosophie brauchen, eigentlich buddhistisch angestrichenes Christentum".
Ontul Rinpoche: "Zen ist Teil des Hinayana".
Kalu Rinpoche: "Wenn man Jahre lang vor einer weißen Wand meditiert, wird man als Maulwurf wiedergeboren".
Ein Satz, der für mich das ganze sehr gut auf den Punkt brachte, ist der bekannte Slogan "Ich bin stolz, ein Karma Kagyü zu sein". Genau indiesem Stolz seh ich das Problem. Dieser Stolz bringt eben keine Sympathiepunkte.

Ansonsten nur nochmal so ganz nebenbei angemerkt: Die meisten Kritiker des Vajrayana, die ich kenne, sind Leute, die Jahrelang Vajrayana praktiziert haben, und dann gesehen, daß es für sie unstimmig ist, veraltete hierarchische Strukturen hat, einfache Dinge verkompliziert, Stufen einführt, anstatt direkt auf das, worum es geht, zu deuten. (Irgendwo hab ich von einem, der auch längere Zeit Vajrayana praktiziert hat, gelesen: Irgendwann merkte ich, wenn es so etwas wie Wahrheit gibt, so kann sie nur sehr einfach sein).

Zu den Buddhaspekten, auf die meditiert wird:
Ich seh in ihnen sehr wohl etwas fremdes. Sie bestehen doch zum Großteil aus hinduistischen und tibetischen Göttern und Dämonen, die man in das eigene System integriert hat. Zum anderen aus verstorbenen Lehrern (Von Milarepa bis Dorje Shugden), oft Ordens- oder Praxisgründern, deren Nachfahren oder deren Großmütter. Oder sogar aus Priesterinnen des Hinduismus (Dakinis sind bekanntlich die Priesterinnen der Kali). Macht es Sinn, so etwas zu übernehmen? Es machte damals Sinn. Heutzutage wär es dann entweder sinnvoll, hiesige Gottformen zu integrieren (wie es wohl der keltische Buddhismus versucht) oder moderne Formen in Meditation zu integrieren (das bekannteste außerbuddh. Beispiel ist sicher Osho, aber den Versuch einer Verschmelzung mit modernen psychologischen Gedankengut seh ich z.B. bei Thartang Tulku und Dennis Genpo Merzel). Sowas könnte dann sinnvoll sein, weil er genau das versucht, was der tibetische Buddhismus und seine indischen Vorläufer versucht haben.

"Du bist nicht der Handelnde."
"Keinen Täter sieht er außerhalb der Tat, keinen die Karmawirkung Erfahrenden außerhalb der Karmawirkung. Daß aber die Weisen sich nur einer bloßen konventionellen Bezeichnung (samaññā) bedienen, wenn sie hinsichtlich des Stattfindens einer Tat von einem 'Täter' oder hinsichtlich des Eintrittes der Karmawirkung von einem 'die Wirkung Erfahrenden' sprechen: das hat er in rechter Weisheit klar erkannt. Darum sagen eben die Alten Meister: "Nicht findet man der Taten Täter, Kein Wesen, das die Wirkung trifft, Nur leere Dinge zieh'n vorüber: Wer so erkennt, hat rechten Blick. " (Visuddhimagga XIX.7.4, Übers. Nyanatiloka)

Nur Leiden gibt's, doch keinen Leider,
keinen Täter gibt's, doch die Tat,
Verlöschen gibt's, keinen Verloschenen,
keinen Geher gibt's, doch den Pfad.
Buddhagosa

Wu

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Walter Offline

Kontrapunkteur

Beiträge: 236

28.02.2010 16:54
#20 RE: Free Tibet – from the Lamas! Antworten

Zitat
Was der tibtische Buddhismus (in seiner Adaption des Totenbuch des Bön)



Zitat
daß es ein Bewusstseinsstrom gibt, der den Tod überlebt


Nochmal: Der Bewusstseinsstrom ist kein Ding. Dieser Begriff iast eine Beschreibung des Verhaltens der Geistesfaktoren. Jeder Versuch, ihn zu verdinglichen, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Du tust aber genau das, wenn du den Bewusstseinsstrom als "etwas" siehst, das entweder existiert (Leben) oder nicht existiert (Tod). Du gehst also von ganz falschen Voraussetzungen aus. Man wird in seinem Universum geboren, dort sterben und dort wiedergeboren. Was du m.E. ganz übersiehtst, ist die Tatsache, dass die beiden Extreme in Bezug auf den Nachtodeszustand - Eternalismus (wie du ihm dem tibetischen Buddhismus fälschlich vorwirfst) und Nihilismus (wie du ihn vertrittst) - beide nicht zutreffen. Da du den Nihilismus vertrittst, siehst du im Mittleren Weg des tibetischen Buddhismus Eternalismus, was aber falsch ist. Ein Eternalist würd sagen, dass es eine Essenz, einen Kern, ein Atman gibt, das den Tod überlebt. Das sagt der tibetische Buddhismus nicht. Er geht den mittleren Weg zwischen den Extremen, nämlich Leerheit=abhänigiges Entstehen: die Phänomene sind vorhanden, haben aber keinen festen Kern. Ricard (Anhang S. 261) wird nicht müde, das zu betonen. Es ist völlig falsch, dem tibetischen Buddhismus irgendwelche Eternalismen anhängen zu wollen.

Zitat
Was ich mit persönlich meine:
Wenn gesagt wird, was du jetzt erlebtst und erleidest, erleidest du, weil du früher dich so und so verhalten hast (In Gedanken, Worten, Taten), und so wie du dich jetzt verhälst, wird es dir später gehen. Das nenn ich persönlich.
Taten gibt es, aber niemand tut sie, ist für mich dagegen etwas ganz anderes.


Das ist ein auf Kommunikationsproblemen beruhendes Missverständnis. Es geht bei der paraphrasierten Aussage darum, ein Bewusstsein für Ursache und Wirkung zu schaffen, nämlich insofern, als dass die relativ vorhandene Person die Samen säht, die die aus dieser Person in ungebrochener Kontinuität (also abhängiges Entstehen=Leerheit, nicht Atman) hervorgehende Person erntet. Hier wird der, sagen wir, "Vorhandenheits"-Aspekt des Phänomens Person betont (relative Ebene), bei "Taten gibt es, aber niemand tut sie" der Leerheitsaspekt (absolute Ebene). Zwischen den beiden Aussagen ist deshalb m.E. überhaupt kein Widerspruch. Von einem nicht wahrhaft existentren Täter getane Taten werden von einem nicht wahrhaft existenten "Bauern" geerntet. Soll die ethische Implikation des karmischen Kausalnexus betont werden, heißt es eben: "Pass auf was du tust; du wirst die Auswirkungen später selbst erfahren".

Zitat
Auch wird so ausgetan, als könnte man Verdienste ansammeln, Karma verbessern, irgend etwas innerliches mit Praktiken reinigen, Stufen erklimmen etc.
Das ist es, was ich mit persönlich meine.


Du vermischst die relative und die absolute Ebene und vertrittfs einen Nihilismus, der mit dem Buddhismus nichts mehr zu tun hat. Absolut kann man von so etwas wie Verdiensten etc. nicht sprechen, relativ schon.
Ich denke, das Problem ist, dass du die relative und absolute Ebene durcheinander bringst. Absolut gibt es keine Stufen und Wege, relativ schon. Warum ist denn die Einsicht, dass der Weg zur Erleuchtung lange dauert und durchaus in Stufen beschrieben werden kann und muss, eine “intellektuelle Zumutung“? Der Buddha hat doch selbst gesagt, dass er einen schrittweisen Weg lehrt. Im Hinayana geht das so: Stromeintritt, Einmalwiederkehr, Nichtwiederkehr, Arhatschaft. Im Mahayana gibt es die zehn Bodhisattvastufen. Auch das Zen lehrt einen Stufenweg, da es erstens natürlich Mahayana ist und zweitens diese „zehn Ochsenbilder“ hat. Stufenlosigkeit ist absolut, Stufenweg ist relativ.
„Allgemein gesprochen hängt Mahamudra nicht vom mühevollen Zurücklegen eines Stufenweisen Weges ab, wie Schang Rinpotsche erklärt: ‚Mahamudra ist eine einzige Stufe. Dummköpfe täuschen sich mit dem Berechnen der Stufen und Wege.’
Dennoch ist es kein Widerspruch, wenn hier die spirituelle Laufbahn gemäß der schrittweisen Entwicklung gelehrt wird, um Schüler unterdessen auf dem Weg zu leiten, auch wenn es wegen der unterschiedlichen Befähigung der Menschen viele unterschiedliche Weisen gibt, den Weg zu durchlaufen: auf einmal, sprunghaft oder schrittweise.“
(Karmapa Wangtchug Dordje, Mahamudra. Der Ozean des wahren Sinnes, München 2009, S. 256.)
Siehe auch Nagarjuna:

„8.1 Ein wirklicher Täter führt nicht eine [konkrete] wirkliche tat aus; ebenso wenig denkt ein nicht wirklicher Täter daran, eine nicht wirkliche Tat auszuführen; [denn:]

8.2 Ein wirklicher [Täter] hat keinen Antrieb zum Handeln (kriyā), die Tat würde sonst getrennt vom Täter existieren, und der Täter würde getrennt von der Tat existieren.“

(Weber-Brosamer, Bernhard; Back, Dieter M.: Die Philosophie der Leere. Nāgārjunas Mūlamadhyamaka-Kārikās. Übersetzung des buddhistischen Basistextes mit kommentierenden Ausführungen, Wiesbaden 2005, S. 32. Fettmarkierung von Walter.)

Selbst das Dzogchen lehrt einen Stufenweg. Hier sieht man vielleicht am besten, wie Stufenhaftigkeit und Stufenlosigkeit sich nicht widersprechen. Im Dzogchen wird ja betont, dass wir im Grunde schon Buddhas sind. Weil wir das nicht erkennen, wandern wir im Samsara. Nun könnte man denken: „Prima, ich bin schon Buddha, es gibt nichts zu tun!“ Diese Lehre könnte einem „den Eindruck vermitteln, eigentlich sei nichts zu praktizieren. Doch das würde bedeuten, einem Irrtum zu unterliegen: ‚Während die kausale Verkettung abzulehnen hieße, Samsara zu unterschätzen, bedeutete sie anzunehmen dagegen, seine täuschenden Erscheinungen zu verfestigen – und keines von beidem wird dem Wiedererkennen seiner Natur gerecht.’ (S. 31)“
(Weishaar-Günter, Cornelia: Inspirierender Text für Fortgeschrittene, in: Tibet und Buddhismus, Ausgabe 1/2010, S. 48. Rezension zu Dowman, Keith: Im Auge des Sturms. Die fünf Dzogchen-Übertragungen des Vairotsana, Frankfurt/M. 2009. Das Zitat bezieht sich auf dieses Buch.)

Zum Beispiel lehrte Patrul Rinpoche Dzogchen. Zweifellos. Sein berühmtes Buch „Die Worte meines vollendeten Lehrers“ (Freiamt 2006) behandelt aber die Vorbereitenden Übungen (Ngöndro), ist also sehr stufenmäßig aufgebaut, wie die Stufenweg-Texte anderer Traditionen auch. Er lehrt die vier Gedanken, die den Geist von Samsara ablenken, die sechs Paramitas, die verschiedenen Aspekte der Zufluchtnahme etc. Wir sind schon Buddhas, aber um das zu erkennen (d.h. nicht nur intellektuell, sondern in authentischer eigener Erfahrung), brauchen wir etwas „Anlauf“: Einen Stufenweg eben. Die relative Ebene ist Samsara, die absolute Ebene ist Nirvana. Erst beide zusammen ergeben die ganze Wirklichkeit. Das ist der Punctus Cnactus.

Zitat
Dann die Tulku -Geschichte. Die 17. Karmapas haben etwas mit dem 16. zu tun (sonst würden sie ja nicht zum Teil damit getestet, frühere Gerätschaften erkennen zu müssen), und nicht mit irgend jemand anderen. Das nenne ich persönlich.


Er hat etwas mit ihm zu tun, klar - wenn sie nichts miteinander zu tun hätten, wäre das Nihilismus. Wenn der 16. der 17. wäre, wäre das Eternalismus. Beides trifft nicht zu, der tibetische Buddhismus vertritt weder das eine noch das andere; er geht den Mittleren Weg, seine Position hat mit Eternalismus nichst zu tun. Der 17. ist in ungebrochener Kontinuität aus dem 16. hervorgegangen; er ist weder derselbe noch ein anderer (siehe oben). Das ist nicht leicht, aber wichtig zu verstehen.

Zitat
In Gesprächen habe ich immer den Eindruck, daß es um Erwachen als mein Erwachen geht, um dann allen anderen zu dienen. Es wird immer eine Trennung zwischen sich und anderen aufrechterhalten und dem "Ich und alle Lebewesen erlangen gemeinsam Erwachen" des Zen und Yuzu Nembutsu auf heftigste Widersprochen. Das ist es, was ich persönlich nenne.


...weil du schon wieder die relative und die absolute Ebene vermischst. Wenn man Andere für wichtiger nimmt als sich selbst, befindet man sich offensichtlich auf der relativen Ebene. Hier wird zwischen "Selbst" und "Anderen" unterschieden. Hast du schonmal (hast du bestimmt) von Tonglen gehört? Lies dir mal eine Tonglen-Praxisanleitung durch, dann siehst du schon von wegen Trennung.

Zitat
Das mit der Arroganz seh ich im Rückblick auf meine Zeit als tibet. Buddhist so. Und ich beobachte immer wieder in Foren, daß ein Großteil der Disskusionen darum geht, zu zeigen daß die anderen Traditionen genauso viel wert sind.


Interessant, meine Wahrnehmung ist genau andersherum. Das liegt wahrscheinlich daran, dass wir auf verschiedenen "Seiten" stehen. Ich sehe mich immer wieder gezwungen, die gleichen Missverständnisse und Vorurteile auszuräumen.

Zitat
Ich hab eher den Eindruck, daß die Vajrayanis sich über die anderen Richtungen stellen und sie weder verstehen noch eine Ahnung von ihnen haben.


Ich habe eher den Eindruck, dass... kannst du dir ja denken. Vajrayana ist nunmal am schwesten zu verstehen, das gebe ich gerne zu. Das erkennen aber die wenigsten (nicht-Vajrayanis); sie geben sich nichtmal die Mühe, es zu verstehen. Da ist der Fall ganz schnell klar: Dämonenanbetung, Verdrehung des "wahren Buddhismus" etc.

Zitat
Ein bekannter dänischer Lama: "Theravadis wollen Erleuchtung nur für sich erlangen".


Für Ole kann ich nichts; ich bin Orgyen-Trinley-Dorje-Karma-Kagyüpa. Die anderen Zitate sind qualitativ auch nicht schlechter als das, was du hier schreibst.

Zitat

Ansonsten nur nochmal so ganz nebenbei angemerkt: Die meisten Kritiker des Vajrayana, die ich kenne, sind Leute, die Jahrelang Vajrayana praktiziert haben, und dann gesehen, daß es für sie unstimmig ist, veraltete hierarchische Strukturen hat, einfache Dinge verkompliziert, Stufen einführt, anstatt direkt auf das, worum es geht, zu deuten.


Dann war es für sie eben nicht das richtige; wenn sie die Stufen als eingeführt empfanden und irgendwo "Hierarchie" gesehen haben, sei's drum. Aber muss man das gleich verallgemeinern und auf das Vajrayana beziehen anstatt auf sich selbst?

Zitat
(Irgendwo hab ich von einem, der auch längere Zeit Vajrayana praktiziert hat, gelesen: Irgendwann merkte ich, wenn es so etwas wie Wahrheit gibt, so kann sie nur sehr einfach sein).


Natürlich, stimmt ja auch. Das ist ja auch das Ende jeder Vajrayana-Praxis: Die Vollendungsphase. Die späteren Phasen fortgeschrittener Meditation heißen dann "Einfachheit", Nichtmeditation" etc. Dafür, daraus eine Ablehnung des Vajrayana abzuleiten, fehlt mit jegliches Verständnis und, wie ich glaube, denjenigen, die es tun, jegliche Grundlage.

Zitat

Ich seh in ihnen sehr wohl etwas fremdes. Sie bestehen doch zum Großteil aus hinduistischen und tibetischen Göttern und Dämonen, die man in das eigene System integriert hat.


Falsch. Buddhaaspekte sind Emanationen des historischen Buddha.

Zitat

Nur Leiden gibt's, doch keinen Leider,
keinen Täter gibt's, doch die Tat,
Verlöschen gibt's, keinen Verloschenen,
keinen Geher gibt's, doch den Pfad.
Buddhagosa


Nur Saat gibt's, aber keinen Säher,
Nur Ernte gibt's, aber keinen Ernter.
(Könnte man auch sagen. Impliziert auch keine "Persönlichkeit".

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