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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 687 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Stan ( gelöscht )
Beiträge:

29.11.2009 12:36
Gott vor Gericht Antworten

Folgende Idee/folgender Vergleich ist mir durch den Kopp gegangen.

Vlt. macht dieses Beispiel deutlich wie Ich,als Atheist..und vlt. auch andere Atheisten, die Sache über die wir uns hier austauschen, sehen.


Nun stellen wir uns vor,wir würden einem Prozess beiwohnen. Es geht darum die Schuld bzw. die Unschuld eines Angeklagten zu beweisen. Es gibt keine Zeugen und auch kein Geständnis...wir müßen uns auf Indizien verlassen.
Jeder Besucher des Gerichtsaals hat bei Anblick des Angeklagten und nach Kenntniss der Sachlage eine Meinung,wenn auch nur eine unbewußte..die einen finden den Angeklagten sympathisch,die anderen weniger..einige könnten die Tat,sollte sie denn vom Angeklagten verübt worden sein,nachvollziehen..andere keinesfalls.
Nun gilt es für den Strafverteidiger,als auch für den Staatsanwalt,überzeugende Belege für die Schuld bzw. Unschuld des Angeklagten zu finden und die Geschworenen bzw. das Gericht zu überzeugen.


Gott ist sowohl der Angeklagte,als auch dessen Tat bzw. dessen Schuld.
Die Staatsanwaltschaft besteht aus Atheisten und die Verteidigung aus Gläubigen. Das Publikum ist gemischt,mehr oder weniger unentschlossen,z.T. auch unfrei und befangen.
Jetzt gilt es sowohl Beweise,Belege ,Motive,Indizien für die Tat zu finden.

Ich behaupte,das die Staatsanwaltschaft den Prozess,vorausgesetzt die Jury besteht aus wirklich unvoreingenommen Personen,gewinnen würde.
Andererseits hätte die Staatsanwaltschaft auch nichts dagegen,von der Unschuld des Angeklagten überzeugt zu werden.
Was hätte sie davon einen Unschuldigen zu verknacken,wenn der wahre Schuldige noch draussen rumläuft??

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

29.11.2009 12:42
#2 RE: Gott vor Gericht Antworten

Mal angenommen, Gott wäre unschuldig - wer wäre es denn dann gewesen? Deine Metapher als Solche finde ich höchst interessant.
Bzw. ist "Gott" ein Verbrechen Gottes oder ist "Gott" ein Verbrechen der Menschen, die andere Menschen beeinflussen und unterjochen wollten und somit freizusprechen? Wobei man ein Wesen das nicht existiert nicht freisprechen kann,.

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http://dialog2punkt0.xobor.de/

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

29.11.2009 12:52
#3 RE: Gott vor Gericht Antworten

Zitat von FSMQueen of damned
Mal angenommen, Gott wäre unschuldig - wer wäre es denn dann gewesen? Deine Metapher als Solche finde ich höchst interessant.
Bzw. ist "Gott" ein Verbrechen Gottes oder ist "Gott" ein Verbrechen der Menschen, die andere Menschen beeinflussen und unterjochen wollten und somit freizusprechen? Wobei man ein Wesen das nicht existiert nicht freisprechen kann,.



Man kann sich ruhig weiterführende Gedanken machen.....ich werde es aufmerksam verfolgen.

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

29.11.2009 16:05
#4 RE: Gott vor Gericht Antworten

Zitat von Stan
Man kann sich ruhig weiterführende Gedanken machen.....ich werde es aufmerksam verfolgen.


Ich frage mich, wer auf die Anklagebank gehört. Einen Gott kann man nur drauf
setzen, wenn man einen solchen hat. Wenn es aber keinen gibt, dann kann man auch
keinen anklagen, höchstens eine "Gottesvorstellung".
Die Idee an sich kann man aber auch nicht anklagen, sondern allenfalls diejenigen,
die eine solche Idee vertreten. Es heisst aber, "Die Gedanken sind frei" und
für eine blosse Idee bzw. Vorstellung kann man auch niemanden anklagen.

Wenn diese "Idee" allerdings eine Lüge ist und wenn sich die Vertreter dieser
Lüge damit Vorteile verschaffen, die Gutgläubigkeit und Leichtgläubigkeit ihrer
Mitmenschen also ausnützen um daraus Profit zu schlagen, dann kann man das als
Betrügerei anklagen.
Es gilt also, die Gottesidee als Lüge zu entlarven, das Problem dabei ist, daß
jeder Gläubige eine eigene individuelle Vorstellung von Gott hat, ausserdem
profitiert nicht jeder Gläubige davon, daß andere das Gleiche oder Ähnliches
glauben.
Eine solche "Prozesslawine" dürfte ziemlich aufwendig werden, aber man kann
zumindest die Menschen davor warnen, leichtfertig irgendwelchen Glaubensideen
zu folgen und sich dabei manipulieren und ausnehmen zu lassen.

Grüsse
Till

Klimsch Offline




Beiträge: 1.122

29.11.2009 16:10
#5 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

 
Hätten wir noch den Gotteslästerungsparagrafen und dessen strenge Anwendung, dass säße jetzt der gute alte Stan auf der Anklagebank. Vor paar Jahren noch hat Stoiber ernsthaft Gefängnisstrafe für Gotteslästerung gefordert. Es sollte nach seiner - und nicht nur nach seiner - Meinung wieder hart bestraft werden, wer "die religiösen Gefühle gläubiger Menschen verletzt".

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„Die Kunst weise zu sein ist die Kunst zu wissen, was man übersehen hat.“ (William James)

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

29.11.2009 16:33
#6 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Zitat von Klimsch
 
Hätten wir noch den Gotteslästerungsparagrafen und dessen strenge Anwendung, dass säße jetzt der gute alte Stan auf der Anklagebank. Vor paar Jahren noch hat Stoiber ernsthaft Gefängnisstrafe für Gotteslästerung gefordert. Es sollte nach seiner - und nicht nur nach seiner - Meinung wieder hart bestraft werden, wer "die religiösen Gefühle gläubiger Menschen verletzt".


Hätten wir noch die Inquisition, dann würde nicht nur Stan und die anderen Atheisten
sondern vermutlich jeder einzelne, der hier im Forum postet auf der Anklagebank sitzen
(uns später auf dem Scheiterhaufen) stehen, weil wohl keiner hier den strengen
Glaubensnormen des mittelalterlichen Katholizismus entsprechen würde und weil
damals niemand religiöse Äusserungen öffentlich abgeben durfte, die dem kath.
Glauben widersprachen.

Es hat sich also doch schon manches verbessert gegenüber "der guten alten Zeit".

Grüsse
Till

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

29.11.2009 18:00
#7 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Zitat von Eulenspiegel
Es hat sich also doch schon manches verbessert gegenüber "der guten alten Zeit".
Grüsse
Till



Zumindest Snooker sieht das anders.

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

29.11.2009 20:59
#8 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Hat es nicht in den USA mal eine Anklage gegen Gott gegeben? Ich glaube ein Atheist hat Gott angeklagt, weil er Schuld an der Misere in der Welt hätte. Imho wurde das fallen gelassen, weil man nicht wusste, an wen man die Anklage hätte schicken können.

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Intelligent Design hat ganz ein anderes Problem: Es gibt sich als Wissenschaft, will aber gar kein Wissen schaffen - die wollen überhaupt nichts herausfinden. Weil sie ja eh schon die Antwort kennen. Ihre Antwort ist immer: Gott. Wer glaubt, die Antwort schon zu kennen, macht keine Wissenschaft - er macht Propaganda."

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

29.11.2009 22:15
#9 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

In Antwort auf:
Ich behaupte,das die Staatsanwaltschaft den Prozess,...


Ich behaupte, es würde keinen Prozess geben.

Eine Jury aus wirklich unvoreingenommenen Personen könnte es nicht geben. Die müssten weder Atheisten noch Gläubige sein.
Also würde auf jeden Fall eine der beiden Seiten die Jury wegen Befangenheit ablehnen.
Auch Agnostiker wären nicht die Lösung, denn für Gläubige sind auch die befangen.

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

29.11.2009 23:05
#10 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Zitat von MennoKlamotto
Hat es nicht in den USA mal eine Anklage gegen Gott gegeben? Ich glaube ein Atheist hat Gott angeklagt, weil er Schuld an der Misere in der Welt hätte. Imho wurde das fallen gelassen, weil man nicht wusste, an wen man die Anklage hätte schicken können.

Ich glaube, jemand hat das sogar hier gepostet - die gab es. Das war jedoch ein Protest dagegen, dass in den USA Gott als Person gilt.

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Stan ( gelöscht )
Beiträge:

30.11.2009 15:31
#11 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Hallo??!!

Ich wollte mit diesem Vergleich ausdrücken, wie sich Atheisten,bzw. ich als Atheist,mich fühle,wenn ich aus allen Ecken zu hören kriege, wie "Wahrhaft" Gott wäre..wie Allgegenwärtig und es nach Ansicht vieler überhaupt keinen Zweifel an seiner Existenz geben kann. Das von "uns" der Beweis für seine Nichtexistenz eingefordert wird.
Ich wollte deutlich machen,das es einen Beweis weder von der einen,noch von der anderen Seite geben kann....aber das "wir" einen Indizienprozess gewinnen würden.

Eulenspiegel Offline

Atheist

Beiträge: 1.634

30.11.2009 20:42
#12 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Zitat von BS
Auch Agnostiker wären nicht die Lösung, denn für Gläubige sind auch die befangen.


Und für Klimsch auch.
Grüsse
Till

William Offline

´s Anti-Christ-Birne


Beiträge: 451

01.12.2009 10:38
#13 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Natürlich würden wir den gewinnen :). Trotzdem finde ich die Gedankenspinnerei der Anderen höchst interessant...

Mal angenommen, jemand gibt sich als Gott aus, der es gar nicht ist? Und nimmt alle Missetaten Gottes auf sich? Was macht man mit so einem?

********
Amicalement, William

Ich supporte http://dialog2punkt0.xobor.de

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

01.12.2009 13:17
#14 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

In Antwort auf:
Mal angenommen, jemand gibt sich als Gott aus, der es gar nicht ist? Und nimmt alle Missetaten Gottes auf sich? Was macht man mit so einem?



Freuen, dass man einen Sündenbock gefunden hat und zügig exekutieren!

Dann würde der Ausspruch "Gott ist tot" auf einmal eine sehr wörtliche Dimension erhalten.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

FSMQueen of damned Offline

Pasta-Farina


Beiträge: 3.326

01.12.2009 15:50
#15 RE: Gott vor Gericht oder doch der Stan, wenn es nach Stoiber ginge? Antworten

Hm, eine interessante Wendung, William - wäre das nicht wie bei Jesus, nur in Grün? Nur dass eben jemand Gottes Sünden auf sich nimmt? *GGGGG* Dann würde dieser Jemand allerdings einen ernsthaft qualvollen Tod erleiden müssen für all die Sünden!

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