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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 146 Antworten
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 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

16.09.2006 20:18
#101 Buddhismus eine Religion? antworten
Bist du gegen dieses "Ich"? Ist das Ich eine Illusion? Wieso reden wir dann die ganze Zeit davon? Du verhältst dich so, als ob das Ich existiert. Du hast auch keine andere Wahl! Um dich von diesem Ich zu befreien, müsstest zu schon Selbstmord machen. Und selbst dieser Akt wäre noch deiner Ich-Entscheidung unterlegen! Das ist ist keine Illusion, sondern Realität! Aus anderer Perspektive wird es anders wahrgenommen werden, als wir dies tun. Aus der Perspektive eines Wesens, das alle Infos auf dem Schirm hat, die unser Universum bewegen, würden wir gewiss mechanisch wie ein Dosenöffner wirken. Wir sind auch nicht viel mehr als Maschinen. Aber wir fühlen und denken! "Ich denke, also bin ich!" Wir SIND! Und das ist keine Illusion! Wir sind automatisierte Bio-Maschinen. Was wir als freien Willen wahrnehmen, ist der Umstand, etwas nach dem Naturplan richtig zu machen. Diesen "freien Willen" als eine Illusion zu bezeichen - damit wäre ich noch einverstanden. Aber das Ego ist als EGO da! Weil WIR fühlen und denken!

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

dersogeht Offline



Beiträge: 39

16.09.2006 20:46
#102 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Nochmal die andere Herangehensweise :

Das ein Ich-Gefühl existiert ist unstrittig. Woraus beziehe ich dieses Ich-Gefühl? Ich könnte es aus dem beziehen was ich habe oder bin. Also daraus ein Auto zu besitzen und 1. Vorsitzender des örtlichen Gesangsvereins zu sein. Aber das ist Quatsch. Ich bin nicht mehr durch das was ich besitze oder bin. Deswegen ist das nicht was ich bin. Wenn ich allerdings mein Ich-Gefühl aus etwas beziehe, was ich nicht bin, läuft irgendetwas verkehrt.
Ich könnte mein Ich-Gefühl aus dem beziehen woraus sich meine Person zusammen setzt: Körperlichkeit, Gefühle, Wahrnehmung, Bewusstsein, Gedanken und Emotionen. Aber wenn ich genau hinschaue, werde ich mit mehr Gefühlen nicht mehr und mit weniger Gedanken nicht weniger. Dies ist auch nicht was ich bin. Nochmal die These: Wenn ich mein Ich-Gefühl aus etwas beziehe, das ich nicht bin, dann läuft etwas verkehrt. Also was bin ich? Ich bin das, in dem all das stattfindet. Ich bin die leere Leinwand auf der mein Film abläuft. Dummer Weise habe ich eine Zuschauer in diesem Kino kreiert, der sich als getrennt von Film und Leinwand empfindet. Das Ich. Sobald ich mein Ich-Gefühl aus diesem Ich beziehe läuft wieder etwas verkehrt, denn ich bin nicht dieses Ich. Es ist sogar so, dass wenn ich überhaupt versuche irgendworaus mein Ich-Gefühl zu beziehen, dann muss dieses "woraus" getrennt von mir existieren, was nicht geht oder eben Quatsch ist. Das "Mein Ich-Gefühl-beziehen-wollen", dieser Vorgang trennt mich von dem was ich wirklich bin. Eigentlich bräuchte ich nur die Idee von einem Ich und das "Ich-Gefühl-beziehen-wollen" fallen zu lassen und einfach zu sein was ich bin. Nur Ich kann das nicht tun, weil das Ich nur kreiert ist bzw. ausgedacht.

dersogeht

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

16.09.2006 20:58
#103  Buddhismus eine Religion? antworten
In Antwort auf:
Ich könnte es aus dem beziehen was ich habe oder bin. Also daraus ein Auto zu besitzen und 1. Vorsitzender des örtlichen Gesangsvereins zu sein. Aber das ist Quatsch. Ich bin nicht mehr durch das was ich besitze oder bin.
Sehe ich auch so.
In Antwort auf:
Nur Ich kann das nicht tun, weil das Ich nur kreiert ist bzw. ausgedacht.

Nein! Deine Idee, dass das Ich nicht der Film (das gelebte Leben, das von außen kommt) sein kann, ist messerscharf gedacht und hochinteressant! Auch das sehe ich so. Aber das Ich ist doch nicht "ausgedacht"! Es hat in uns allen - den Menschen, den Tieren und Pflanzen - die selbe Quelle: das ES! Deswegen sind wir uns auch so ähnlich.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

16.09.2006 21:23
#104 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Ich könnte es aus dem beziehen was ich habe oder bin. Also daraus ein Auto zu besitzen und 1. Vorsitzender des örtlichen Gesangsvereins zu sein. Aber das ist Quatsch. Ich bin nicht mehr durch das was ich besitze oder bin.
Jeder definiert sich doch damit, was er tut, als Hobby betreibt oder Arbeitet. Natürlich nicht in der Form "Ich arbeite in einer Dosenfabrik". Das wichtige ist nicht die Gegenwart, sondern die Vergangenheit - die Persöhnlichkeit Bildet sich aus Erfahrungen und Erinnerungen heraus. Je nach dem was man erlebt, wird man ein anderer Mensch und das passiert ein Leben lang.
Wenn du zehn Jahre lang der Vorsitzende des Gesangsvereins warst, dann hat das deine Persöhnlichkeit nicht unberührt gelassen. Jeder der sein Leben lang Fahrrad gefahren ist, ist ein anderer als der, der nur mit dem Auto 'rumgekurvt ist.
Das Ich ist kein Ding, was von deinen Aktuellen Besitztümern oder Aufentaltsorten geprägt ist - es entwickelt sich langsam. Dein Ich-Gefühl beziehst du nicht aus dem, was du nicht bist, sondern aus dem, was dich geprägt hat. Und woher sollte deine Individualität auch anders herkommen als aus deinen Erlebnissen?
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Wenn die geistige Sonne tiefsteht, werfen auch Zwerge große Schatten.

dersogeht Offline



Beiträge: 39

17.09.2006 13:10
#105 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Nun, ich könnte mich mit dem Gedanken anfreunden: Ich existiert als geistige Konstruktion aus Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen usw.. Es existiert als Ausdruck von DEM in DEM.

dersogeht

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

17.09.2006 13:30
#106 Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Nun, ich könnte mich mit dem Gedanken anfreunden: Ich existiert als geistige Konstruktion aus Gedanken, Erinnerungen, Vorstellungen usw..
Das alles sind Teile deines von außen eingesogenen Lebens. Es ist der Film, von dem du redetest, der nicht das Ich sei, oder besser gesagt: nicht das Ego. Das kann ich nachvollziehen, deshalb sagte ich dir, dass unter diesen Umständen eben im ES das Ego wohnt. Und das ist auch exakt so! Ich bin davon überzeugt, dass Onkel Freud dem nicht widersprechen würde...

Gysi
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dersogeht Offline



Beiträge: 39

17.09.2006 13:41
#107 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Ich ist wie eine implantierte künstliche Intelligenz, der wir so ziemlich ausgeliefert sind. Es ist der Zuschauer, der die Handlung des Films zu steuern versucht. Aber der Film würde auch ohne den Zuschauer weiterlaufen.

dersogeht

dersogeht Offline



Beiträge: 39

17.09.2006 16:07
#108 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Noch eine Präzisierung: Ich habe sagen wir mal die Vorstellung von einer Kuh mit Elefantenohren, die im lufleeren Raum innerhalb der kleineren Mondkrater anzutreffen ist. Diese Vorstellung existiert. Genauso wie die Vorstellung von Ich existiert. Aber der Inhalt dieser Vorstellung existiert nicht.
Der Inhalt der Ich-Vorstellung wäre meines Erachtens eine Art beständiges Wesen oder so. Und das existiert nicht. Trotzdem bauen wir darauf, arbeiten damit und gehen damit um. Was soll man davon halten?

dersogeht

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

17.09.2006 16:14
#109 Buddhismus eine Religion? antworten
In Antwort auf:
Diese Vorstellung existiert. Genauso wie die Vorstellung von Ich existiert. Aber der Inhalt dieser Vorstellung existiert nicht.
Existiert der Ton zwischen den Stereo-Boxen auch nicht? Warum willst du so vehement DEINE Existenz leugnen? Ich verstehe das nicht.

Gysi
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dersogeht Offline



Beiträge: 39

17.09.2006 16:32
#110 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Existiert der Ton zwischen den Stereo-Boxen auch nicht?


Interessanter Vergleich. Ein Zen-Koan fragt, nach dem jemand in die Hände geklatscht hat. "Was ist der Ton der einen Hand."

Ich-Glaube und das was ich bin sind zwei Verschiedene, die zusammen in Einem auftauchen. Ein Autor sagt, es ist die Einheit die Zweiheit spielt.

dersogeht

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

17.09.2006 16:45
#111 Buddhismus eine Religion? antworten
In Antwort auf:
Ich-Glaube und das was ich bin sind zwei Verschiedene, die zusammen in Einem auftauchen.
Dazu kann ich einen Satz von Fritz Kortner beisteuern: "Kein Mensch kann ohne Selbstbetrug auskommen. Der Selbstretusche kann keiner voll entraten. Niemand erträgt sich so wie er ist." Dieses Zitat widerlegt aber das Ego nicht. Deines ebenso nicht.
In Antwort auf:
Ein Autor sagt, es ist die Einheit die Zweiheit spielt.
"Zwei Herzen schlagen, ach, in meiner Brust!" "Mein Herz sagt ja, doch mein Verstand sagt nein!" Der Kampf zwischen Verstand und Gefühl, zwischen Ratio und Trieb. Oder willst du damit was anderes sagen?

Gysi
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dersogeht Offline



Beiträge: 39

17.09.2006 20:09
#112 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Wir haben die Welt gespalten in Ich und Mein. Das drückt sich in Sätzen aus die von "ich und mein Leben" sprechen. Aber das ist totaler Blödsinn. Ich bin mein Leben! Und selbst diese Ausdrucksweise zeigt die Spaltung. In Wirklichkeit ist da nur Leben. Ich bin. Und zusagen ich bin Eins, ist schonwieder zuviel.

In Antwort auf:
Niemand erträgt sich so wie er ist.

Es nicht mit sich aushalten zu können zeigt doch, dass man ziemlich ausser sich ist, oder?

dersogeht

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

17.09.2006 20:25
#113 Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Ich bin mein Leben! Und selbst diese Ausdrucksweise zeigt die Spaltung. In Wirklichkeit ist da nur Leben. Ich bin. Und zusagen ich bin Eins, ist schonwieder zuviel.
Soweit warst du doch selber, als du es als absurd einstuftest, das Ego als den Film anzusehen. Er sei nichts anderes, als die leere Projektionsfläche. DA kam ich noch mit. Oder bin ich falsch mitgekommen? Ich und mein Leben. Natürlich sind "Ich" und "mein Leben" zwei verschiedene Kategorien. Denn dieses Ich hätte - gemäß anderer Voraussetzungen - auch ein völlig anderes Leben haben können.
In Antwort auf:
Es nicht mit sich aushalten zu können zeigt doch, dass man ziemlich ausser sich ist, oder?
Ich denke schon, dass man sich sehr nahe kommen kann. Das Ego führt dich nicht per se zum Selbstbetrug. Das reale Ego führt dich zum Glücklichsein.

Gysi
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dersogeht Offline



Beiträge: 39

17.09.2006 21:32
#114 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Aaaahhhhhhhhhhh. Das ist es. Du unterscheidest Ego und reales Ego!!! Jetzt nenn das reale Ego mal: Reines Ich. Wörter spielen keine Rolle. Geh auf die Seite von Wikipedia und tip das Suchwort: "Nafs" ein. Klammer Gott mal kurz aus und lies ganz unten. Der letzte Punkt.


Wenn Du da weiter recherchierst findest Du, dass dies in der christlichen und islamischen Mystik sowie im Buddhismus als auch in der hinduistischen Philosophie der Knackpunkt ist. Das Heilsziel aller Religionen ist ein und dasselbe.

dersogeht

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

17.09.2006 21:58
#115 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Aha, was bei Wikipedia steht, ist Wahrheit und nicht zu bezweifeln???

Na, dann haben wir ja auch endlich den Gottesbeweis. Gib mal bei Wikipedia Gott ein, du wirst sehen, den gibts





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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

18.09.2006 09:52
#116 Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Das Heilsziel aller Religionen ist ein und dasselbe.
Kennst du alle Religionen? Das "Heilsziel" der Religionen ist das ewige Leben. Wobei ich mir beim Buddhismus echt nicht sicher bin... Aber die Wege dahin sind verschiedene. => Die leckere Blutwurst, die dir vor die Nase gehalten wird, dient verschiedenen Zwecken. Und nur darauf kommt es an! Die Gesetzesreligionen kümmern sich um die gesellschaftliche Befriedung. Der Buddhismus kümmert sich um die individuelle Befriedung und "Erleuchtung". Ich denke, dass Politologie, Soziologie und Psychologie mitsamt der Geschichte ihrer Praxis schon lange mit Abstand die besseren Antworten gefunden hat.

Gysi
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Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

23.11.2006 18:14
#117 RE: Buddhismus eine Religion? antworten
@Gysi
In Antwort auf:

Die Gesetzesreligionen kümmern sich um die gesellschaftliche Befriedung. Der Buddhismus kümmert sich um die individuelle Befriedung und "Erleuchtung". Ich denke, dass Politologie, Soziologie und Psychologie mitsamt der Geschichte ihrer Praxis schon lange mit Abstand die besseren Antworten gefunden hat.



Genau das denke ich auch.
Wenn du der Gesellschaft unterliegst, wo bleibt dann dein eigener Wille?
Um alle Menschen zusammenzufassen bedarf es immer Kompromisse. Kompromisse müssen alle Religionen schließen. Sie dienen der Gesellschaft.
Für den einzelnen ist es schwierig seinen eigenen Weg zu gehen bzw. überhaupt zu finden.
Es ist meiner Meinung so, dass man in seiner Entwicklung stehen bleibt, weil in der Gesellschaft nur bestimmte Dinge zählen.
Der Buddhismus lehrt das Gegenteil.
Das Individuum steht im Vordergrund. Es ist daher leichter seinen Weg zu finden.
Eines finde ich am Buddhismus nicht gut: Meditieren (egal wie lange)und auf die Erleuchtung warten.
Wieviele von den jetzigen Buddhisten sind schon erleuchtet? Man wird wohl nicht so leicht einen finden.
Politologie, Soziologie sind nichts anderes als Instrumente der Gesellschaft. Sie dienen der Gesellschaft.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

24.11.2006 08:57
#118 Buddhismus eine Religion? antworten
In Antwort auf:
Eines finde ich am Buddhismus nicht gut: Meditieren (egal wie lange)und auf die Erleuchtung warten.
Diese Über-Hoffnung kann einen rammdösig machen. Du wartest und wartest - und wirst den kleinsten originellen Einfall und die Ermüdung deiner Aggression als "Erleuchtung" empfinden. Was ist schon "Erleuchtung"? Die Buddhisten weichen oft aus und sagen, dass das nur der "Erleuchtete" wissen kann - "Erleuchtung" könne man nur erklären, indem man sie erfährt. Ich sage, Erleuchtung ist jeder "Das-ist es!"-Kick. Aber das ist - aus buddhistischer Sicht - natürlich falsch - denn ich habe ja keine Meditationserfahrung. Ich kann sehr gut innere Einkehr halten. Ist das nicht Meditation? Oder ist das nur das Abarbeiten meditativer Arbeitsvorschriften?
In Antwort auf:
Politologie, Soziologie sind nichts anderes als Instrumente der Gesellschaft. Sie dienen der Gesellschaft.
Sie dienen erst mal der Erkenntnis. Und ob die gewonnene Erkenntnis dann der ganzen Gesellschaft und seinen einzelnen Individuen oder nur den Kapitalisten oder einer Polit-Kaste dient - das entscheiden die politischen Machtverhältnisse.

Gysi
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Ronnie77 ( Gast )
Beiträge:

28.11.2006 11:04
#119 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:

Diese Über-Hoffnung kann einen rammdösig machen. Du wartest und wartest - und wirst den kleinsten originellen Einfall und die Ermüdung deiner Aggression als "Erleuchtung" empfinden.



Interessant ist, dass es sowohl im Buddhismus und im Christentum Klöster gibt.
Während die Klosterbrüder im Buddhismus in Armut (ohne Besitz) auf die Erleuchtung hoffen, leben die Mönche im Christentum ebenfalls in Armut, wenngleich ein Kloster sehr viele Ländereinen besitzen kann.
Sie versuchen durch Armut, ständiges Beten, Enthaltsamkeit, Gott näher bzw. wohlgefällig zu sein.
Sie gehen wie die buddhistischen Mönche einen ähnlichen Weg um zum ewigen Licht zu gelangen!

Lukrez Offline




Beiträge: 5.548

31.12.2006 21:19
#120 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Was den Buddhismus vor allen anderen Religionen auszeichnet hat Nietzsche im Antichrist sehr gut zusamengefasst:

Der Buddhismus ist hundertmal realistischer als das Christentum, - er hat die Erbschaft des objektiven und kühlen Probleme-Stellens im Leibe, er kommt nach einer Hunderte von Jahren dauernden philosophischen Bewegung; der Begriff "Gott" ist bereits abgetan, als er kommt. Der Buddhismus ist die einzige eigentlich positivistische Religion, die uns die Geschichte zeigt, auch noch in seiner Erkenntnistheorie (einem strengen Phänomenalismus -), er sagt nicht mehr "Kampf gegen die Sünde", sondern, ganz der Wirklichkeit das Recht gebend, "Kampf gegen das Leiden". Er hat - dies unterscheidet ihn tief vom Christentum - die Selbst-Betrügerei der Moral-Begriffe bereits hinter sich, - er steht, in meiner Sprache geredet, jenseits von Gut und Böse.



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Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein. (Lukrez)

Antony11 ( Gast )
Beiträge:

04.01.2007 16:08
#121 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Zitat von Lukrez
Was den Buddhismus vor allen anderen Religionen auszeichnet hat Nietzsche im Antichrist sehr gut zusamengefasst: ....-
Was aberder Nietzsche vergaß zu erwähnen, ist die Tatsache, dass sich der Buddhismus gar nicht als Religion versteht, sondern als Weisheitslehre.

Das beten zu den Verstorbenen Ahnen mag eine Art Religion darstellen und ist aus der Sichtweise der drei großen Weltreligionen (Islam, Christentum, Judentum) abzulehnen, weil eben Verstorbene nichts mehr bewirken können.

Warum der Begriff "Gott" so schlecht sein soll liegt mehr in der subjektiven Beurteilung des Einzelnen, als in der objektiven Sache selbst begründet und ist kein Beweis für etwas Negativem oder Positivem.

Über Geschmack läßt sich bekanntlich immer streiten, oder auch nicht, je nach der Lebensauffassung des Einzelnen. Aber genau dass ist das Subjektive daran!


Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2007 16:32
#122 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Tja, wonach richtet man sich nun? Allgemeinhin ist es nicht üblich, auch gar nicht möglich, sich nach einzelnen Sichtweisen zu richten, sondern nach Definitionen. Die von Religion beziehen sich fast nie auf das Vorhandensein eines Gottes, sondern mehr auf eine Lehre die gemeinschaftlich vertreten wird und deren Grundsätze als unverrückbar gelten.
Nicht umsonst spricht man auch von "politischen Religionen" wie Stalinismus und Faschismus.

Das Buddhismus Religion ist, ist für mich völlig unstrittig. Streiten kann man darüber, ob es im Buddhismus ein Gottesbild, natürlich keine persönliches, gibt.




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Antony11 ( Gast )
Beiträge:

04.01.2007 17:11
#123 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Tja, wonach richtet man sich nun? Allgemeinhin ist es nicht üblich, auch gar nicht möglich, sich nach einzelnen Sichtweisen zu richten, sondern nach Definitionen.
Dem kann man nur zustimmen. Jedoch sehe ich auch, dass sich die Definitionen heute teilweise ändern. Was nach dem 2. Weltkrieg klar und deutlich erschien, ist heute defenitionstechnisch nicht mehr so deutlich.

Beispiele:

Judentum - ein Gott, der All-Schöpfer, um den sich alles dreht / Name normal nicht aussprechbar. (Haben die Zeitrechnung 5767. Jahr)


Christentum - ein Gott-Vater, ein Gott-Sohn, ein Gott-hl. Geist / Trinitätslehre und Hierarchie / Religion von Judentum abgeleitet, widerspricht sich dadurch selbst. ( Jetzige Zeitrechnung, auf das vmtl. Geburtsjahr Jesu).

Islam - ein Gott Namens Allah - Hinweise auf die Torah enthalten, wird aber bestritten das sie noch rein ist, weil von Juden verfälscht / widerspricht sich noch mehr als das Christentum / keine eigene Prophezeiungen, da diese durchwegs aus der Bibel abgeschrieben sind. (ca. 1490 Jahre alt).

Buddhismus - kein Gott - nur Jenseitswelt der Ahnen, die manchmal eingreifen könnten / versteht sich als Weisheitslehre. (ca. 4970 Jahre alt)

Dem allem widersprechen die Atheisten, aber auch die Agnostiker, da alle vom anderen abschauten und keine Eigenständigkeit mehr ersichtlich ist.

Die Logiker haben das Problem, dass nicht alles logisch zu erklären ist, weil unsichtbares nur durch deren Auswirkungen erkennbar ist, aber nicht immer logisch erklärbar sind, wie zB. eintreffende ASW-Visionen die nachweislich geschahen.

Also siehst Du mein Dilemma jetzt.
Mit Logik allein kann ich nicht alles erklären und dem Gefühlsleben kann man nicht trauen, weil es sich öfter als nur einmal täuschte.

Also allein schon bei den Zeitrechnungen mangelt es der einheitlichen Abstimmung.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

04.01.2007 19:59
#124 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Ich sehe überhaupt kein Dilemma.

1. Was du hier abgeliefert hast, sind keine Definitionen sondern Statements aus jüdischer Sicht.
2. "Die Atheisten" widersprechen der behaupteten Existenz von Göttern, aber nicht den Definitionen von Religionen, die sich auf Götter beziehen.
3. Agnostiker widersprechen nicht mal der behaupteten Existenz von Göttern. Sie gehen davon aus, das weder deren Existenz noch deren Nichtexistenz zu widerlegen sind und schließen deshalb beides nicht aus.
4. "...da alle vom anderen abschauten und keine Eigenständigkeit mehr ersichtlich ist." ist mir nicht mal ansatzweise erkenntlich, was du damit behaupten willst.
5. Es gibt manches, was noch nicht nachweisbar ist. Aber gerade ASW sind inzwischen medizinisch durchaus nachvollziehbar als Gehirnfunktionen belegt.
6. Man kann mit überhaupt nichts alles erklären. Man kann höchstens glauben, alles erklären zu können





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Antony11 ( Gast )
Beiträge:

11.01.2007 07:32
#125 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Man kann mit überhaupt nichts alles erklären. Man kann höchstens glauben, alles erklären zu können
Genau, was ich ja auch meine, man kann es nur Glauben alles beweisen zu können.
Die Wahrheit sieht leider vollkommen anders aus.

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"Ich bin völlig anderer Meinung als Sie. Aber ich werde mein Leben dafür einsetzen,
dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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=> "Die Ewigkeit gibt es ohne Gott!"

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