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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  

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Dieses Thema hat 146 Antworten
und wurde 13.363 mal aufgerufen
 Hinduismus, Buddhismus und Taoismus
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the swot ( Gast )
Beiträge:

14.02.2006 14:41
Buddhismus eine Religion? antworten
Ist der Buddhismus eine Religion?Ich denke NEIN!Buddhisten haben keinen G´tt.Also ist es nicht gut möglich, dass der Buddhismus "nur" eine Lebenslehre von Liebe,Wohlbefinden und Gerechtigkeit ist?

Joshua ( Gast )
Beiträge:

14.02.2006 15:01
#2 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Für mich Buddismus ist auch Religion. Buddisten streben durch Meditieren ins Lichtneveau - Nirvana. Sie glauben über jenseits leben in Licht, nach dem Menschlichestod. Was eigentlich Juden, Christen und Muslimen glauben. Nun Unterschied ist die Wege.
Was mir nicht gefählt bei Buddisten neutralität. Du sollst in dir negatives und positives in Ballance haben (In und Jan). Aber Gott ist das Licht. Das ist stärke als Dunkelheit. Diesen Balance Christen haben nicht.

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.035

14.02.2006 15:29
#3  Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Ist der Buddhismus eine Religion?Ich denke NEIN!Buddhisten haben keinen G´tt.
Was ist denn "Religion"? "Religio" kommt aus dem Lateinischen und heißt "Rückbindung an..." (etwas Unhinterfragbarem). Was ist Unhinterfragbar? Die Erste Ursache wäre das. Also ist Religion die Rückfrage nach dem Anfang aller Dinge. Aber auch nach Werten, die als ehern und unverrückbar stehen => Grundwerte: Nächstenliebe, Gebote. Ist "Gottesfurcht" ein Grundwert? Glaube nicht. Ist Glaube ein Grundwert? Oder nicht doch Wissen? Auf jeden Fall ist "Religion" - nach der Wortinterpretation - nicht unbedingt ein Glaube an einen Gott oder an mehrere Götter. Nach unsererm Sprachgebrauch ist so, dass auch der Buddhismus zu den Weltreligionen zählt. Nach der Wortdefinition und auch nach den Sprachgebrauch bedeutet "Religion" nicht unbedicht ein Glaube an Gott... Religion ist ein Weltbild, dass als unverrückbar dasteht.

Gysi
__________________________
Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

vanini Offline



Beiträge: 502

15.02.2006 00:34
#4 RE: Buddhismus eine Religion? antworten
Zitat von the swot
Also ist es nicht gut möglich, dass der Buddhismus "nur" eine Lebenslehre von Liebe,Wohlbefinden und Gerechtigkeit ist?

"NUR"??? Darin besteht ja eben die große Überlegenheit des Buddhismus gegenüber den theistischen und besonders den monotheistischen Religionen, dass in ihm die völlig unbegründeten Behauptungen imaginierter Götter als Schöpfer und Lenker der Welt eigentlich überhaupt kein Thema sind, da diese im Grunde nichts anderes leisten, als den ungetrübten Blick auf die Welt zu verdecken und statt dessen einem völlig unreflektierten und rohen Optimismus zu befördern, der die Welt und das Leben als grenzenlos wunderbar ausruft, weil der Schöpfer desselben grenzenlos wunderbar sei und entsprechend dafür gelobt werden will... usw.

Und eine Lebenslehre von "Liebe,Wohlbefinden und Gerechtigkeit" (übgrigens ein sehr charakteristisches Vokabular aus Religionen, die genau darin am wenigsten leisten...) ist der Buddhismus eben auch nicht, sondern eher ein Leitfaden, das Leben halbwegs erträglich zu überstehen, ohne es dabei für andere unerträglich zu machen!

OPA Offline



Beiträge: 385

24.02.2006 16:43
#5 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Auch der Buddhismus ist eine Sekte wie jede andere auch. Nur dass Buddhisten eher selten Wolkenkratzer mit Flugzeugen angreifen oder andere Länder von der Karte tilgen wollen.

Da auch Buddhisten einem unvernünftigen Irrglauben an höhere Kräfte unterliegen, ist der Buddhismus ebenfalls eine Religion und gehört entsprechend behandelt.

freily ( Gast )
Beiträge:

27.02.2006 12:34
#6 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Shalom the swot,

vielleicht hilft Dir das?

Religion
[lateinisch]

in umfassender Bedeutung „eine Weise menschlichen Existierens aus der Relation zu einem letzten Sinn-Grund“ (H. R. Schlette), wobei dieser Sinn gewährende Grund in den einzelnen Religionen entweder überweltlich oder innerweltlich verstanden wird und entsprechende praktische Konsequenzen in Ethik und/oder Kultur von der jeweiligen Religionsgemeinschaft gezogen werden. In der westlichen Hemisphäre wird die Subjekt-Objekt-Relation der Religion weithin als Verhältnisbeziehung zu einer transzendenten Wirklichkeit und Macht in der personalen Gestalt einer (→ Monotheismus) oder mehrerer Gottheiten (→ Polytheismus) gesehen. In der östlichen Hemisphäre hingegen gibt es außer diesen theistischen (→ Theismus, → Henotheismus, → Pantheismus) auch atheistische Religionen (z. B. Hinayana und älterer Daoismus). Das Phänomen der Religion ist in der gesamten Menschheitsgeschichte präsent, angefangen von den urgeschichtlichen Sippenreligionen und den bis in die Frühgeschichte zurückreichenden Stammesreligionen, über die Reichsreligionen und die Volksreligionen Afrikas, Asiens, Europas und Amerikas bis hin zu den Weltreligionen und Neureligionen der Gegenwart.

Je nach dem vorwiegenden Aspekt, unter dem die Religionen gesehen werden, spricht man auch von Stifterreligion und Offenbarungsreligion, Buchreligion bzw. Schriftreligion, Erlösungsreligion, Nationalreligion, Staatsreligion, Universalreligion, Kulturreligion, Hochreligion und Naturreligion, Jugendreligionen und Mönchsreligion sowie von Orden, Sekte und Kirche.

Charakteristisch für eine Religion sind - in unterschiedlicher Akzentsetzung - ihre geistige Vorstellungswelt mit ihren Ideen und Bildern über Zeit und Ewigkeit, Diesseits und Jenseits, Götter und Geister (Dämonen), Menschen und Mittler, sowie ihre sinnliche Erscheinungswelt, d. h. ihre heilige Zeit mit Kalender und Festen, ihre heilige Handlung mit Musik und Tanz, ihr heiliger Raum mit Tempel und Kultgegenständen und ihr heiliges Wort mit autoritativen Schriften und deren Auslegung.

© Wissen Media Verlag
Quelle: http://www.wissen.de

Liebe Grüße
freily®©

freily ( Gast )
Beiträge:

02.03.2006 22:42
#7 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Hmm OPA,

In Antwort auf:
Da auch Buddhisten einem unvernünftigen Irrglauben an höhere Kräfte unterliegen.....

Erklär mir mal, worin der Irrglaube wäre, wenn jemand an höhere Kräfte glaubt?
Man rechnet bei Entwicklungen ständig mit höheren und unterliegenden Kräften.!
Willst jetzt die Naturgesetze ins Verkehrte setzen? Sozusagen als Kehrwert des menschlichen Verstandes?
Also wenn Du meine Art der Argumente komisch findest, was ist dann mit deiner Art?
freily®©

Bodi Offline

Yogi


Beiträge: 20

03.03.2006 17:29
#8 RE: Buddhismus eine Religion? antworten
Hallo zusammen,
ich bin zufälligerweise Buddhist und versuche hier mal meine Meinung einzubringen.
Nach meiner Sichtweise ist der Buddhismus weniger Religion als eine Philosophie. Allerdings ist das nicht immer so.
Heute gibt es viele Richtungen in die der Buddhismus ausgeschlagen ist. In manchen Schulen werden Götter und Dämonen angebetet. Doch diese Sichtweisen entsprechen nicht den Anfängen des Buddhismus. Alles begann damit das ein junger Prinz der "alles" hatte(Frauen, Essen, Geld, Macht)sich auf die Reise macht und nach Wahrheit suchte. Er hat viele Religionen und Gurus besucht bis er schliesslich selbst die Lösung fand. Und da kommen wir zu der Philosophie die wir Buddhisten praktiziere: Gelassenheit, Liebe, Feundschaft, Toleranz, Gleichberechtigung, Humor und Überzeugung. Doch leider glauben Menschen die mit dem Buddhismus nicht so vertraut sind, dass ein Buddhist einen Übergewichtigen Gott anbetet.
Hier habe ich noch ein paar Gründe warum ich den Buddhismus nicht als eine Religion sehe:

1. Normalerweise existiert kein Gott und auch keine Engel.
2. Es gibt keine Mission.
3. Es gibt keine Gebote, sondern nur Grundsätze
4. Es gibt keine Sünden, was falsch ist muss jeder selber erfahren.
5. Mönche können jederzeit ihr Shanga-Gelübde "künden" und es dann wieder aufnehmen(freie Kloster).
6. Keine Opfergaben.
7. Mensch, Tier und Natur sind gleichwertig(vergl. 6.)
8. Kein Fanatismus(z.B. heiliger Krieg, Bibel)
9. Andere Religionen und Weltanschauungen werden aktzeptiert und gefördert(z.B. der Dalai Lama unterstüzt den Christentum).

So das wärs erstmal.
Noch einen schönen Tag wünsche ich.
Groll mit sich herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle, um es nach jemanden zu werfen. Man verbrennt sich nur selbst daran.
Siddhartha Gautama Buddha

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

03.03.2006 17:46
#9 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Hallo und willkommen......


Das klingt doch alles ganz vernünftig oder ?
besonders

In Antwort auf:
3. Es gibt keine Gebote, sondern nur Grundsätze
4. Es gibt keine Sünden, was falsch ist muss jeder selber erfahren.


Lass dich doch mal ofter blicken.......


atz


Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.035

03.03.2006 17:49
#10  Buddhismus eine Religion? antworten

Hallo Bodi, herzlich willkommen hier im RF - endlich mal was anderes!

In Antwort auf:
9. Andere Religionen und Weltanschauungen werden aktzeptiert und gefördert(z.B. der Dalai Lama unterstüzt den Christentum).
Unterstützt ihr auch den Islam mit seiner Abgrenzungsphilosophie gegen die "Ungläubigen"? Unterstützt ihr auch die Atheisten? Unterstützt ihr die Wissenschaft? Die Menschenrechte? ALL DIESES zu unterstützen wäre widersprüchlich!

Der Buddhismus ist nach meiner Sicht eine Religion/Philosophie der Innerlichkeit, nicht gesellschaftlich oder politisch ausgerichtet, wie das Christentum und noch mehr der Islam. Und darin liegt nach meiner Meinung die Schwachstelle des Buddhismus => sie wendet sich vom gesellschaftlichen Leben ab. Aber nur durch sie kann das Glück und der materielle Wohlstand wachsen, die wir Menschen brauchen, weil wir Menschen sind.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

Robin87 Offline



Beiträge: 1.848

03.03.2006 17:52
#11 RE: Buddhismus eine Religion? antworten
oder der Buddhismus ist eine Konfession des Christentums, wenn Jesus mit eingebunden ist, oder nicth?

Jesus!!!!!!!

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

03.03.2006 17:54
#12 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Ja, fände ich auch nicht schlecht.
Könnte mich auch fast als Buddhist fühlen, wenn´s nur mit der Gelassenheit etwas besser klappen würde. Aber, Nudeln machen glücklich, Glück bringt Gelassenheit, also bin ich bei IHM auch ganz gut aufgehoben

--------------------------------------------------
...was zu bezweifeln ist

Bodi Offline

Yogi


Beiträge: 20

03.03.2006 18:06
#13 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Erlaubt mir dass ich mich ein wenig korrigiere:
Der Buddhismus toleriert alle Religionen und Weltanschauungen und unterstüzt die, die für Frieden und Liebe auf Erden stehn.
Die Gesellschaft ist meines erachtens etwas sehr schwieriges für einen Buddhisten da sie heutzutage anders tickt als ein Buddhist. Ich merke immer wieder wenn ich unter Leute gehe. Es schmerzt manchmal zu sehen und zu hören was frühere Freunde jetzt für ansichten haben. natürlich versuche ich sie zu verstehen und akzeptieren aber es ist ein harter weg. Ich bin auf dem Lande und ziemlich ausländerfeindlich aufgewachsen und ich wohne noch heute in dieser gegend. buddhisten sind deswegen am liebsten unter ihresgleichen und helfen in der Not.
Groll mit sich herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle, um es nach jemanden zu werfen. Man verbrennt sich nur selbst daran.
Siddhartha Gautama Buddha

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.035

03.03.2006 18:25
#14 Buddhismus eine Religion? antworten
Ich wollte was zu deinem Signum sagen - dem Zitat von dem Buddha: Es geht um das Glück der Menschen, oder? Macht es glücklich, seine Gefühle zu unterdrücken?

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

DeGaertner Offline



Beiträge: 1.193

03.03.2006 18:31
#15 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
Ich wollte was zu deinem Signum sagen - dem Zitat von dem Buddha: Es geht um das Glück der Menschen, oder? Macht es glücklich, seine Gefühle zu unterdrücken?

Gysi



Ich habe darunter eher verstanden, dass mann den Groll rauslassen soll um ihn nicht herumtragen zu müssen........
und dann zu lernen keinen Groll mehr zu hegen.........gleichmütig zu sein..... ich muß noch viel viel üben......

atz


Und hütet euch vor den leuchtenden Augen der Missionare, die vorgeben euch die Wahrheit zu bringen ....
denn das Leuchten könnte auch die Sonne sein , die durch die hohle Birne scheint !!

Bodi Offline

Yogi


Beiträge: 20

03.03.2006 18:36
#16 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Das Ziel ist es schlussendlich seine Gefühle zu kontrollieren und dies geschiet mit alltäglichem Traning und Meditation. Hast du schon einmal eine riesenwut in dir gehabt und sie dann rausgelassen? ich weiss ja nicht wies dir ergangen ist aber bei mir hat sich alles ums hundertfache verschlimmert. Und jetzt wo mir dies klar ist habe ich einen guten trick der äalter ist als alle forumsmitglieder zusammen: tief einatmen und ausatmen. wut ist eine art wärmeentwicklung in der lunge und so kühlt man sie. es ist unglaublich schön wie man die wut entschwinden spürt. natürlich hast du recht das dazu auch einwenig unterdrückung gehört, aber man bekommt nichts geschenkt, ausser das leben.
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Groll mit sich herumtragen ist wie das Greifen nach einem glühenden Stück Kohle, um es nach jemanden zu werfen. Man verbrennt sich nur selbst daran.
Siddhartha Gautama Buddha

Robin87 Offline



Beiträge: 1.848

03.03.2006 18:48
#17 RE: Buddhismus eine Religion? antworten
ich glaube diesem buddhistischen Hokus-pokus nicht. Ist sowas wie Drogen nehmen. Nur ist der vollzug nicht durch Verzerr sondern durch Körperhaltung oder desähnlichen. Mit Jesus zu reden ist wahre Meditation!

Jesus!!!!!!!

sternenkind Offline

Heide


Beiträge: 200

03.03.2006 19:17
#18 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

huhu Robin

Ich find das witzig, daß du den Buddhismus mit Drogenkonsum vergleichst, wenn man deine extatische Ansammlung von Herzchen für Jesus daneben beguckt

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.035

04.03.2006 08:14
#19 Buddhismus eine Religion? antworten
Zitat von Bodi
Das Ziel ist es schlussendlich seine Gefühle zu kontrollieren und dies geschiet mit alltäglichem Traning und Meditation.
Muss ja nichts Verkehrtes sein, seine Gefühle zu ordnen und steuerbar zu machen. Aber wie unterscheidet man das von der Unterdrückung der Gefühle und ihrer Verdrängung? Die Ursache des Unglücklichseins ist oft die Verdrängung von Gefühlen - sowas wird in der Kindheit erlernt, da wo auch die entscheidenden Verdrängungen stattfinden. Viele, die das Glücklichwerden lernen wollen, greifen zu buddhistischen Lehren, weil der Buddhismus als die Religion zum Glücklichsein angesehen wird. Ich denke aber, dass wir durch Sigmund Freud und die verschiedenen Psychotherapien bessere Wege zum Glück gefunden haben. Der Weg zum Glücklichsein ist das FÜHLEN! Es ist fahrlässig, den Leuten den Buddhismus zu empfehen, die nicht richtig fühlen können! Die ganze Palette des Fühlens muss man erst drauf haben, bevor man an Meditationen, Tiefenmeditationen, Askese und Lebensverzicht rangeht. Meine ich.

Gysi
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Die Menschheit befindet sich in der Vorgeschichte der Menschheit (Karl Marx)

Bodi Offline

Yogi


Beiträge: 20

04.03.2006 10:26
#20 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Der Unterschied ist eigentlich ganz einfach. Mit Gefühlen unterdrücken meinst du ja sicher das sogenannte Wut schlucken. Menschen fressen ihren Hass einfach hinunter bis sie eines Tages Krank werden. Das was aber den Buddhismus betrifft geht es um das erforschen von Wut. Meditation besteht meistens(das heisst bei den Hauptsitzungen am Tag)aus zwei bis drei Teilen:

1. Zuflucht nehmen bei den drei Juwelen(kommt einem Gebet sehr nahe).
2. Kontemplation, hier werden Gefühle analisiert und man überlegt Gegenmassnahmen.
3.Meditation, negative Gefühle werden entladen und Liebe und Mitgefühl werden entwickelt.

Am Schluss werden die gesammelten Erfahrungen wenn man möchte noch gewidmet.
Und natürlich hast du recht wenn du sagst dass man Buddhismus nicht empfehlen sollte. Da muss jeder seine eigenen Erfahrungen machen. Und es ist sicher auch richtig dass Psychotherapien auch helfen können glücklich zu werden allerdings geht es im Buddhismus nicht nur ums Glücklich werden, sondern um zu erkennen und schliesslich Samsara zu beenden.
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Siddhartha Gautama Buddha

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.035

04.03.2006 12:32
#21  Buddhismus eine Religion? antworten

In Antwort auf:
allerdings geht es im Buddhismus nicht nur ums Glücklich werden, sondern um zu erkennen und schliesslich Samsara zu beenden.
Samsara - du meinst die Beendigung der Wiedergeburten? Das geht aber sehr ins Spekulative. Nix gegen Spekulationen. Aber ein paar Indizien für die Wiedergeburten wären nicht schlecht... Ja, und: wollen wir die Beendigung dieser - falls sie existent sind - denn? Andere Religionen drohen (bei fehlender Willfährigkeit) mit dem Tod - und ihr seht im Leben das große Schicksal, das es zu überwinden gilt => durch den großen Hyper-Suizid, denn ein "einfacher" Suizid - sich mal eben die Wumme an den Schädel halten - würde dich ja nicht aus der Kette der Wiedergeburten rausbringen. Dem Leiden zu entsagen, indem man dem Leben entsagt... Da könnte man auch sagen, ich entsage der Erkältung, indem ich mir 20 Schlaftabletten reinpfeife. Das geht auch. Zum Leben gehört, auch seine LEIDEN ANZUNEHMEN. Die Annahme des Lebens, so wie es ist, ist die Basis für seine Veränderungen und die zum Glück. Eine fitzeratze-radikale ENTSAGUNG dieses Lebens will ICH nicht.

Gysi
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Bodi Offline

Yogi


Beiträge: 20

04.03.2006 13:18
#22 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Zuerst über die Existenz. Genau das ist der wohl religiöseste Teil des Buddhismus. Was ich hier jetzt als "Beweise"
vorlege ist anfechtbar und muss nicht überzeugend sein, aber mich hat es überzeugt.

1. Weisst du zufällig wie der Dalai Lama gesucht wird? Tibetische Mönche ziehen durch die Gegend und prüfen Kinder ob sie als Reinkarnation des Dalai Lamas in frage kommen. Dies wird meistens mit persönlichen Gegenstände des Dalai Lamas gemacht,z.B. Kette. Das Kind muss sie als sein Eigen anerkennen. Ihre Heiligkeit Tenzin Gyatso hat in seiner Kindheit einen Mala des Dalai Lama als seins anerkannt und konnte einen Mönch benennen.
Diese Verfahren sollen beweisen dass das Kind die Wiedergeburt des letzten Dalai Lamas ist.

2. Wiedergeburt würde auch Alpträume und Dejavüs(schreibt man wahrscheinlich nicht so)erklären.

3. Menschen mit Behinderungen und geplagte Seelen müssen nicht zufällig sein, sondern können aus Straftaten aus vergangenen Leben stammen. Natürlich kann man das diesen Menschen nicht sagen.

Nun, warum will man das ewige Wiedergeboren werden denn eigentlich vermeiden?
Das ist schon ein bisschen einfacher zu erklären.
Es ist nicht so das wenn Samsara vorbei ist, dass man in den Himmel kommt oder glücklich ist. Es geht darum abzuschliessen. Eine Art Zustandlosigkeit. Man ist frei von Wünschen, Verblendungen und weltlichen Gelüsten.
Und genau um dies geht es. Glücklich zu sein ist nur eine Zwischenlösung. Praktisch profisorisch. Nirvana ist eigentlich nichts anderes als das was man erwartet wenn man Tod hört. Ein Abschluss, nur das er schön ist und erfüllend.
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Gysi Offline

Atheist


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04.03.2006 13:31
#23 Buddhismus eine Religion? antworten

Ich will aber nicht ins Nirwana, in "die erloschene Flamme", ich will LEBEN! Das Schöne an eurer Religion ist, dass es mir bei meiner Gier danach, auch gewährt wird... Das Leben ist meine STRAFE... Danke, nehme ich gerne an!
Du erwartest den Tod des Nirwana. Weil er "schön und erfüllend" ist. "Schön und erfüllend"... Und was hat dieses Ziel mit der absoluten Bedürfnislosigkeit zu tun, die Vorausstzung für den Austritt aus der Geburtenkette ist?

Gysi
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Bodi Offline

Yogi


Beiträge: 20

04.03.2006 13:40
#24 RE: Buddhismus eine Religion? antworten

Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe willst du wissen was man tun muss um zu Nirvana zu gelangen?
Na pass auf jetzt wirds interessant!
Du musst dir das so vorstellen: Nirvana und Samsara, Tod und Wiedergeburt. Stell dir vor Wissenschaftler hätten handfeste beweise das es so abläuft. Buddhismus ist nur eine lösung wie du dem entsagen kannst. Das wäre wie zum Beispiel Erleuchtung erlangen oder wie im Christentum selig sterben. Jeder muss seine eigenen Weg gehen und den am besten zu dritt.
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Siddhartha Gautama Buddha

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.035

04.03.2006 13:58
#25 Buddhismus eine Religion? antworten
In Antwort auf:
Wenn ich dich jetzt richtig verstanden habe willst du wissen was man tun muss um zu Nirvana zu gelangen?
Ich hatte geschrieben, dass ich gar nicht ins Nirwana will! Weil ich leben will! "Erleuchtet", sich alle die, die im - von mir aus kosmischen - Gleichklang mit der Natur, und der KULTUR (der zweiten Natur der Menschen) leben. Im Gleichklang mit seinen Bedürfnissen und auf dem Pfad der ehernen Gesellschaftsregeln, die seiner Überzeugung entsprechen, dass sie so zu sein haben. Z.B.: "Was du nicht willst, das man dir tu, das füg' auch keinem Andern zu!" Und für die Intellektuellen unter uns gibt es den kategorischen Imperativ von Kant als Sahnehäubchen hinzu.

Gysi
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dass Sie sie sagen dürfen!" (Voltaire)

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