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Dieses Thema hat 604 Antworten
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 Christentum
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ChristopherL Offline



Beiträge: 1

31.12.2009 15:08
Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Hallo Leute, kann mir jemand etwas über das Verhältnis von göttlicher Autorität und Vernunfteinsicht für Judentum, Christentum und Islam sagen?

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

31.12.2009 17:17
#2 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Das scheint mir ziemlich einfach.
Alle abrahamitischen Religionen setzen ganz klar auf das Prinzip Himmmel und Hölle, auch bekannt als Zuckerbrot und Peitsche.

Moralische Grundsätze werden nur so durchgesetzt.
Vernunfeinsicht in ethischen Handeln, was ja klar das deutlich ethischere Handeln bedeutet, gibt ist dort nicht zwingend notwendig.

Christian Offline



Beiträge: 174

01.01.2010 18:31
#3 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Hallo BS,

Zitat von Bruder Spaghettus
"...
Alle abrahamitischen Religionen setzen ganz klar auf das Prinzip Himmmel und Hölle, auch bekannt als Zuckerbrot und Peitsche.
Moralische Grundsätze werden nur so durchgesetzt.
..."


Falls du unter "Zuckerbrot und Peitsche" verstehst, dass moralisches Handeln/Moralität nur mit Strafandrohung/durch Einflössen von Furcht/Angst erreicht werden soll, so muss man dies für das Christentum klar zurückweisen. Denn die Bibel lehrt, dass das Fundament der Beziehung des einzelnen Menschen zu Gott Liebe sein soll, und zwar Liebe zu Gott und zu seinem Nächsten:

Zitat
"Geliebte, laßt uns einander lieben! Denn die Liebe ist aus Gott, und jeder, der liebt, ist aus Gott geboren und erkennt Gott. Wer nicht liebt, der hat Gott nicht erkannt; denn Gott ist Liebe. Darin ist die Liebe Gottes zu uns geoffenbart worden, daß Gott seinen eingeborenen Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn leben sollen. Darin besteht die Liebe — nicht daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden. Geliebte, wenn Gott uns so geliebt hat, so sind auch wir es schuldig, einander zu lieben...; wenn wir einander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen geworden...Und wir haben gesehen und bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat als Retter der Welt. Wer nun bekennt, daß Jesus der Sohn Gottes ist, in dem bleibt Gott und er in Gott. Und wir haben die Liebe erkannt und geglaubt, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm...Wir lieben ihn, weil er uns zuerst geliebt hat. Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und haßt doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht? Und dieses Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, auch seinen Bruder lieben soll." (1. Johannesbrief 4,7-12.14-16.19-21).


Die Liebe zu Gott äussert sich im Halten seiner Gebote:

Zitat
"...das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; ..." (1. Johannesbrief 5,3).


Allerdings ist in der Liebe - jedenfalls in ihrer vollkommenen Form - keine Furcht/Angst; im Gegenteil: Die vollkommene Liebe treibt (vorhandene) Furcht aus:

Zitat
"Furcht ist nicht in der Liebe, sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe." (1. Johannesbrief 4,18).


D.h., dass ein gläubiger Mensch am (Ausmass des) Vorhandensein(s) von Furcht/Angst vor Nachteilen, die ihm aus der Befolgung eines biblischen Gebots erwachsen (könnten), ablesen kann, wie es um seine Liebe zu Gott steht. Wenn Furcht vorhanden ist, kann ein Gläubiger davon ausgehen, dass sein Verhältnis zu Gott getrübt ist.
Mit anderen Worten: Die Befolgung der göttlichen Gebote soll nicht durch Furcht motiviert sein, wenn sie Gott gefallen soll. Gott will keine Kinder, die bloss aus berechnendem Opportunismus heraus seine Gebote befolgen, sondern Kinder Gottes sollen die Gebote ihres Vaters im Himmel aus Liebe zu ihm - und das heisst eben: ohne Furcht vor ihm - befolgen.
Denn der Geist Gottes, der in den erlösten Gläubigen wohnt und sie treibt, ist nicht ein Geist der Furcht/Angst vor, sondern ein Geist der Liebe zu Gott; darum kann ein erlöster Gläubiger Gott nicht nur als "Vater", sondern sogar als "lieber Vater" ansprechen:

Zitat
"...welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, dass ihr euch abermals fürchten müsstet; sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater!" (Römerbrief 8,14-15).


Gruss
Christian

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

01.01.2010 19:34
#4 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat
Falls du unter "Zuckerbrot und Peitsche" verstehst, dass moralisches Handeln/Moralität nur mit Strafandrohung/durch Einflössen von Furcht/Angst erreicht werden soll, so muss man dies für das Christentum klar zurückweisen.

Der Friedensfürst Jesus war der, der die Hölle erst so recht aufgebaut hat. Auch sonst gibt es mehr als reichlich Drohungen in der Bibel und im Christentum, was mit denen passiert, die sich nicht an das halten, was angeblich Gottes Forderungen sind.
In dem Zusammenhang von Liebe als Motivation zu sprechen, halte ich nicht nur für falsch, sondern auch für unlauter.

Christian Offline



Beiträge: 174

02.01.2010 00:02
#5 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
...die Hölle...Auch sonst gibt es mehr als reichlich Drohungen in der Bibel...
In dem Zusammenhang von Liebe als Motivation zu sprechen, halte ich nicht nur für falsch, sondern auch für unlauter.


Aber warum denn eigentlich?
Lieblos wäre es, die Menschen nicht darüber aufzuklären, was sie nach ihrem irdischen Ableben letzten Endes erwartet und unter welchen Umständen es sie erwartet. Im Zusammenhang mit der Hölle wäre es besonders lieblos die Menschen nicht darüber zu informieren, wie sie es ganz sicher vermeiden können, dorthin zu kommen.
Mir scheint, dass diejenigen, die angesichts der Beschreibung der Hölle und der Bedingungen, die einen dorthin bringen, von Drohungen sprechen, nicht berücksichtigen, dass die Bibel nicht nur von der Hölle spricht, sondern auch deutlichste Erklärungen und Anweisungen enthält, wie man der ewigen Qual daselbst entgehen kann. Zu verhindern, dass ein Mensch ewiger Höllenqual verfallen muss, indem man ihm einen gangbaren Weg zur Errettung daraus aufzeigt, ist ein Zeichen von Liebe; und "Gott ist Liebe" (1. Johannesbrief 4,8.16).
Gott ist kein Sadist, der möglichst viele Menschen in die Hölle zum Quälen schicken will, denn

Zitat
"...So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern dass der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe..." (Hesekiel 33,11).


Mit dem Tod, von dem hier in Hesekiel 33,11 die Rede ist, ist der "zweite Tod" gemeint, der darin besteht, dass der beim Jüngsten Gericht als schuldig Befundene in den Feuersee (= die Hölle) geworfen wird:

Zitat
"Und ich sah einen großen weißen Thron und den, der darauf saß; ...Und ich sah die Toten, Kleine und Große, vor Gott stehen, und es wurden Bücher geöffnet, und ein anderes Buch wurde geöffnet, das ist das Buch des Lebens; und die Toten wurden gerichtet gemäß ihren Werken, entsprechend dem, was in den Büchern geschrieben stand. Und das Meer gab die Toten heraus, die in ihm waren, und der Tod und das Totenreich gaben die Toten heraus, die in ihnen waren; und sie wurden gerichtet, ein jeder nach seinen Werken....Dies ist der zweite Tod, der Feuersee. Und wenn jemand nicht im Buch des Lebens eingeschrieben gefunden wurde, so wurde er in den Feuersee geworfen." (Offenbarung 20,11-15).


Wichtig ist auch zu wissen, dass sich die Umkehr zu Gott nur in diesem Leben bewerkstelligen lässt; nach dem irdischen Ableben (dem "ersten" Tod) gibt es gemäss der Bibel keinerlei Möglichkeit mehr zu Busse und Sündenvergebung. Wer sich bis zu seinem Tod nicht bekehrt hat, wird nach seiner Auferstehung beim Jüngsten Gericht zum zweiten Tod im Feuersee verurteilt werden (falls er von der Notwendigkeit der Bekehrung gehört/gelesen und diese Notwendigkeit verstanden hat).

Gruss
Christian

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

02.01.2010 00:52
#6 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat
Gott ist kein Sadist, der möglichst viele Menschen in die Hölle zum Quälen schicken will, denn



Nein, er ist nur ein machthungriger Tyrann, der bedingungslosen Gehorsam mit grenzenloser Grausamkeit herbeiführen will!

Auch nicht meine Definition von "Liebe"...

Zitat
Lieblos wäre es, die Menschen nicht darüber aufzuklären, was sie nach ihrem irdischen Ableben letzten Endes erwartet und unter welchen Umständen es sie erwartet.



Noch viel liebloser ist es, überhaupt erstmal ein feuriges KZ auf Ewigkeit für alle Andersdenkenden zu erfinden...

______________________________________________
"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Xeres Offline




Beiträge: 2.587

02.01.2010 01:00
#7 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von ChristopherL
Hallo Leute, kann mir jemand etwas über das Verhältnis von göttlicher Autorität und Vernunfteinsicht für Judentum, Christentum und Islam sagen?

Jeder Fundamentalist von der einen oder anderen Gruppe wird eher seiner heiligen Schrift (wörtlich) glauben als irgendetwas anderem. Die Christen haben Kreationisten, in Islamischen Ländern wird ernsthaft im Fernsehen festgestellt, dass die Erde eine Scheibe sein muss, da im Koran nichts von einer Kugel steht...
Im Vergleich halte ich den Islam für die Autoritärste Variante.

Zitat von Christian
Im Zusammenhang mit der Hölle wäre es besonders lieblos die Menschen nicht darüber zu informieren, wie sie es ganz sicher vermeiden können, dorthin zu kommen.

Wie wäre es, keine Hölle zu haben? DAS wäre eher ein Zeichen von Liebe als alles andere.

Zitat von Christian
Mir scheint, dass diejenigen, die angesichts der Beschreibung der Hölle und der Bedingungen, die einen dorthin bringen, von Drohungen sprechen, nicht berücksichtigen, dass die Bibel nicht nur von der Hölle spricht, sondern auch deutlichste Erklärungen und Anweisungen enthält, wie man der ewigen Qual daselbst entgehen kann.

Überlege dir folgendes:
1. Du hilfst jemandem, weil du die Möglichkeit dazu hast.
2. Du hilfst jemadem, weil du sonst zusammengeschlagen wirst.
3. Du hast die Wahl jemandem zu helfen - dann bekommst du eine Reise spendiert - oder du wirst zusammengeschlagen, wenn du es nicht tust.

Was von den dreien ist wohl wahrhafte nächstenliebe? Ein Gott der so agiert wie deiner muss eine kranke Definition von Liebe haben. Und von "freiwillig" zu sprechen wenn ewige Qual die andere Entscheidungsmöglichkeit ist... Geh und halte einem Bankangestellten eine Waffe an die Stirn, ich bin sicher, man wird dir ganz freiwillig und freundlich eine Tüte Geld überreichen.

__________________________________________________
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Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 07:00
#8 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Christian
Wichtig ist auch zu wissen, dass sich die Umkehr zu Gott nur in diesem Leben bewerkstelligen lässt; nach dem irdischen Ableben (dem "ersten" Tod) gibt es gemäss der Bibel keinerlei Möglichkeit mehr zu Busse und Sündenvergebung. Wer sich bis zu seinem Tod nicht bekehrt hat, wird nach seiner Auferstehung beim Jüngsten Gericht zum zweiten Tod im Feuersee verurteilt werden (falls er von der Notwendigkeit der Bekehrung gehört/gelesen und diese Notwendigkeit verstanden hat).



Damit willst du uns sagen, Gott ist Liebe?

Für mich ist das eher das klare Eingeständnis, mein Post ganz oben war völlig richig.

Das Christentum setzt nicht auf eine Ehtik auf Vernunft und Einsicht, sondern auf Moral nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche.

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 11:53
#9 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Christian: "Aber warum denn eigentlich?
Lieblos wäre es, die Menschen nicht darüber aufzuklären, was sie nach ihrem irdischen Ableben letzten Endes erwartet und unter welchen Umständen es sie erwartet. Im Zusammenhang mit der Hölle wäre es besonders lieblos die Menschen nicht darüber zu informieren, wie sie es ganz sicher vermeiden können, dorthin zu kommen.
Mir scheint, dass diejenigen, die angesichts der Beschreibung der Hölle und der Bedingungen, die einen dorthin bringen, von Drohungen sprechen, nicht berücksichtigen, dass die Bibel nicht nur von der Hölle spricht, sondern auch deutlichste Erklärungen und Anweisungen enthält, wie man der ewigen Qual daselbst entgehen kann. Zu verhindern, dass ein Mensch ewiger Höllenqual verfallen muss, indem man ihm einen gangbaren Weg zur Errettung daraus aufzeigt, ist ein Zeichen von Liebe; und "Gott ist Liebe" (1. Johannesbrief 4,8.16).
Gott ist kein Sadist, der möglichst viele Menschen in die Hölle zum Quälen schicken will."

Was ist denn mit all den armen Menschen die nie Gelegenheit hatten oder haben Gottes Warnung zu vernehmen? Mensch,Christian ..denk mal nach und lass dir nicht alles von einem uralten Buch vorkauen.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 11:59
#10 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
[quote="Christian"]
Für mich ist das eher das klare Eingeständnis, mein Post ganz oben war völlig richig.
Das Christentum setzt nicht auf eine Ehtik auf Vernunft und Einsicht, sondern auf Moral nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche.



Aber das tut doch jeder Gesetzgeber.
Wer die Gesetze einhält, bekommt das Zuckerbrot, wer nicht, die Peitsche.
Wenn es Einsicht in die Notwendigkeit ethischen Handelns gäbe, brauchten wir kein Strafgesetzbuch.
Im Christentum wird darauf hingewiesen, daß ich Weizen sähen muß, wenn ich Weizen ernten will.
Das ist keine Drohung, sondern ein Appell an die Vernunft.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 12:09
#11 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Das Dumme ist nur, wir reden hier gar nicht von Gesetzen, sondern von der Grundlage einer Ethik oder Moral.


Da leuchtet dir wirklich nicht ein, dass eine auf Verständnis und Einsicht basierende Ethik deutlich höher steht als eine durch Strafen erzwungene?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 12:17
#12 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Bruder Spaghettus
Das Dumme ist nur, wir reden hier gar nicht von Gesetzen, sondern von der Grundlage einer Ethik oder Moral.
Da leuchtet dir wirklich nicht ein, dass eine auf Verständnis und Einsicht basierende Ethik deutlich höher steht als eine durch Strafen erzwungene?



Natürlich tut sie das.
Die Goldene Regel entspricht genau Deinem Anspruch.
Aber Du selbst hast mehrfach begründet, daß sie nicht praktikabel sei.

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 12:26
#13 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Reisender

Zitat von Bruder Spaghettus
[quote="Christian"]
Für mich ist das eher das klare Eingeständnis, mein Post ganz oben war völlig richig.
Das Christentum setzt nicht auf eine Ehtik auf Vernunft und Einsicht, sondern auf Moral nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche.


Aber das tut doch jeder Gesetzgeber.
Wer die Gesetze einhält, bekommt das Zuckerbrot, wer nicht, die Peitsche.
Wenn es Einsicht in die Notwendigkeit ethischen Handelns gäbe, brauchten wir kein Strafgesetzbuch.
Im Christentum wird darauf hingewiesen, daß ich Weizen sähen muß, wenn ich Weizen ernten will.
Das ist keine Drohung, sondern ein Appell an die Vernunft.




Von Gesetzgebern habe ich bisher noch nie gehört das sie die Liebe verkörpern.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 13:00
#14 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Stan

Zitat von Reisender

Zitat von Bruder Spaghettus
[quote="Christian"]
Für mich ist das eher das klare Eingeständnis, mein Post ganz oben war völlig richig.
Das Christentum setzt nicht auf eine Ehtik auf Vernunft und Einsicht, sondern auf Moral nach dem Prinzip Zuckerbrot und Peitsche.


Aber das tut doch jeder Gesetzgeber.
Wer die Gesetze einhält, bekommt das Zuckerbrot, wer nicht, die Peitsche.
Wenn es Einsicht in die Notwendigkeit ethischen Handelns gäbe, brauchten wir kein Strafgesetzbuch.
Im Christentum wird darauf hingewiesen, daß ich Weizen sähen muß, wenn ich Weizen ernten will.
Das ist keine Drohung, sondern ein Appell an die Vernunft.



Von Gesetzgebern habe ich bisher noch nie gehört das sie die Liebe verkörpern.




Wir sind Tier und Gott, so sagte der alte Dürckheim.
Aber erst kommt das Fressen, und dann die Moral, so sagte Brecht.
Desshalb brauch es Gesetze.
Das AT arbeitet ausschließlich mit Strafandrohung,
das NT verzichtet nicht darauf, geht aber mit der Goldenen Regel, der Feindesliebe und den Begriffen
des Mitleids und des Erbarmens weit darüber hinaus.
Nicht zuletzt Kant schöpfte aus diesem Fundus, auch Albert Schweizer und viele andere.

Bruder Spaghettus ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 15:01
#15 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Reisender

Zitat von Bruder Spaghettus
Das Dumme ist nur, wir reden hier gar nicht von Gesetzen, sondern von der Grundlage einer Ethik oder Moral.
Da leuchtet dir wirklich nicht ein, dass eine auf Verständnis und Einsicht basierende Ethik deutlich höher steht als eine durch Strafen erzwungene?


Natürlich tut sie das.
Die Goldene Regel entspricht genau Deinem Anspruch.
Aber Du selbst hast mehrfach begründet, daß sie nicht praktikabel sei.



Wo buddelst du jetzt die goldene Regel aus?

Mal abgesehen davon, dass sie wirklich absolut nicht das non plus ultra verkörpert, ist die doch nicht die Essenz christlich-göttlicher Moral.

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

02.01.2010 15:06
#16 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat
das NT verzichtet nicht darauf, geht aber mit der Goldenen Regel, der Feindesliebe und den Begriffen
des Mitleids und des Erbarmens weit darüber hinaus.



...was nie irgendwie von Irgendwem je praktiziert wurde.

Zitat
Nicht zuletzt Kant schöpfte aus diesem Fundus, auch Albert Schweizer und viele andere.



Also bitte. Die goldene Regel ist so banal, dass es sie in tausendfacher Formulierung überall gibt.

______________________________________________
"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Lukrez Offline




Beiträge: 5.551

02.01.2010 15:12
#17 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat
Wo buddelst du jetzt die goldene Regel aus?
Mal abgesehen davon, dass sie wirklich absolut nicht das non plus ultra verkörpert, ist die doch nicht die Essenz christlich-göttlicher Moral.



Diese "goldene Regel" ist nicht praktikabel - würde sie tatsächlich so praktiziert, dann wäre sie allerdings absolut menschenverachtend!
Ein vollkommener Gegensatz zu jedem wirklichen ethischem Denken und Handeln.

__________________________________________________
Wenn du es nicht wagst, den Sinnen zu trauen, stürzen die Pfeiler des Lebens ein.
De nihilo nihil. Aus Nichts wird nichts.
Zu soviel Unheil hat schon die Religion die Menschen verleitet.
(Lukrez)

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 15:27
#18 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Wie kommt ihr denn drauf die Goldene Regel wäre etwas Christliches?
Denn die gab es schon einige tausende Jahre vorher bei den Griechischen Philosphen.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 16:05
#19 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Aviel
Wie kommt ihr denn drauf die Goldene Regel wäre etwas Christliches?
Denn die gab es schon einige tausende Jahre vorher bei den Griechischen Philosphen.



Das ist natürlich richtig Aviel, und die Sintflut gab es schon fast tausend Jahre vor dem AT im Gilgamesch Epos.
Aber die Goldene Regel als hoher ethischer Anspruch steht eben im NT und nicht AT.

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 16:07
#20 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Lukrez

Zitat
Wo buddelst du jetzt die goldene Regel aus?
Mal abgesehen davon, dass sie wirklich absolut nicht das non plus ultra verkörpert, ist die doch nicht die Essenz christlich-göttlicher Moral.


Diese "goldene Regel" ist nicht praktikabel - würde sie tatsächlich so praktiziert, dann wäre sie allerdings absolut menschenverachtend!
Ein vollkommener Gegensatz zu jedem wirklichen ethischem Denken und Handeln.




Wie begründest Du das Lukrez?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 16:10
#21 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Als Goldene Regel (lat. regula aurea; engl. golden rule) bezeichnet man seit dem 17. Jahrhundert einen alten und weltweit bekannten Grundsatz der praktischen Ethik in positiv-aktiver oder negativ-passiver Form:[2]

„Behandle andere [nicht] so, wie du [nicht] von ihnen behandelt werden willst.“

Eine deutschsprachige Form bot die Lutherbibel von 1545, in der Tob 4,15 EU mit Bezug auf Mt 7,12 EU positiv übersetzt war.[3] Daraus entstand das gereimte Sprichwort:[4]

„Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.“

Aviel ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 16:17
#22 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat
Das ist natürlich richtig Aviel, und die Sintflut gab es schon fast tausend Jahre vor dem AT im Gilgamesch Epos.
Aber die Goldene Regel als hoher ethischer Anspruch steht eben im NT und nicht AT.



Ach so hatte Rab Hillel diese Regel ohne ethischen Anspruch,
und die Griechen sie vorher nur so aufgesagt?
Was soll denn am Nt schon neu sein, was es nicht schon vor dem lange gab?
Und wo soll das Christentum Ethisch weiter sein,als andere Menschen?

Reisender Offline



Beiträge: 4.058

02.01.2010 16:45
#23 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Aviel

Zitat
Das ist natürlich richtig Aviel, und die Sintflut gab es schon fast tausend Jahre vor dem AT im Gilgamesch Epos.
Aber die Goldene Regel als hoher ethischer Anspruch steht eben im NT und nicht AT.


Ach so hatte Rab Hillel diese Regel ohne ethischen Anspruch,
und die Griechen sie vorher nur so aufgesagt?
Was soll denn am Nt schon neu sein, was es nicht schon vor dem lange gab?
Und wo soll das Christentum Ethisch weiter sein,als andere Menschen?




Die Formulierung gab es lange vor dem Christentum, wie so vieles andere der jüd. christl. Religion.
Aber da das Christentum nun mal eine Weltreligion ist, es im NT so steht, hat es eben als Aussage des Christentums Gewicht. Stände es in der Thora, würdest Du es wohl als große humanistische Aussage des Judentums reklamieren.
Für manische Atheisten nun ist grundsätzlich alles, was in den Schriften steht Scheiße.

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 17:47
#24 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Reisender
Wir sind Tier und Gott, so sagte der alte Dürckheim.
Aber erst kommt das Fressen, und dann die Moral, so sagte Brecht.
Desshalb brauch es Gesetze.
Das AT arbeitet ausschließlich mit Strafandrohung,
das NT verzichtet nicht darauf, geht aber mit der Goldenen Regel, der Feindesliebe und den Begriffen
des Mitleids und des Erbarmens weit darüber hinaus.
Nicht zuletzt Kant schöpfte aus diesem Fundus, auch Albert Schweizer und viele andere.



Was interessiert mich Dürckheim,Brecht,Kant und/oder Schweizer??


Nix gegen das ein oder andere Zitat,die ein oder andere Anregung eines großen,oder vlt. auch garnichtmal so großen, Denkers....aber manchmal hab ich das Gefühl das die "Verteidiger des Glaubens" gar nicht mehr selber nachdenken können oder wollen,so oft werden die Gedanken anderer ge und benutzt.
Christian sprach von einem liebenden Gott,davon das Gott die Liebe wäre...du bezeichnetest Gott als Gesetzgeber,und ich frage mich ob man schonmal einen Gesetzgeber geliebt hätte.

Stan ( gelöscht )
Beiträge:

02.01.2010 17:50
#25 RE: Göttliche Autorität und Vernunfteinsicht Antworten

Zitat von Reisender
Als Goldene Regel (lat. regula aurea; engl. golden rule) bezeichnet man seit dem 17. Jahrhundert einen alten und weltweit bekannten Grundsatz der praktischen Ethik in positiv-aktiver oder negativ-passiver Form:[2]
„Behandle andere [nicht] so, wie du [nicht] von ihnen behandelt werden willst.“
Eine deutschsprachige Form bot die Lutherbibel von 1545, in der Tob 4,15 EU mit Bezug auf Mt 7,12 EU positiv übersetzt war.[3] Daraus entstand das gereimte Sprichwort:[4]
„Was du nicht willst, dass man dir tu', das füg' auch keinem anderen zu.“



Ich möchte mich für die Behauptung nicht schlagen lassen,aber ich meine das der olle Konfuzius schon ähnliches formuliert hat....und der lebte weit vor Christus.

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