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Religionsforum
Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 14 Antworten
und wurde 601 mal aufgerufen
 Atheismus/Agnostizismus
Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 16:18
Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Mir ist in der nahen Vergangenheit aufgefallen, das man vorzufsweise zwischen dem reinen Glauben an Gott und dem Glauben an Religionen (Istitutionen, Vertreter etc.) unterscheiden sollte.

Die Schwierigkeit ist ja oft, das ein Zweifel an den Kirchen und anderern Istitutionen für Gläubige oft ein direkter Angriff auf den Glauben an sich ist.

Ich unterscheide das durchaus.

1. ich weiß nicht ob es Gott gibt oder nicht und werde es nie wissen.

aber 2. Ich bin mir sicher, das der Glauben an Religionen und Kirchen an sich falsch ist. Ich bin der Ansicht das diese Institutionen den Menschen Dinge für Wahr verkaufen, die man nicht wissen kann.

Meine Frage also: Warum ist für Gläubige, der Glaube an Gott gebunden an den Glauben an eine Kirche. Das eine Kirche offensichtlich nicht von Gott eingesetzt sein kann(kein allmächtiger Gott würde sich mit so unzulänglichen Institutionen vertreten lasse) muss ja nicht automatisch die Existenz Gottes ausschliessen. Es gibt ja genug gottgläubige Mensche, die keiner Kirche oder Institution angehören. Sind die deshalb schlechter? Warum fällt es Leuten schwer zu sagen, das die Kirchen sich irren. Der Gottglaube, ob sinnig oder nicht sei dahingestellt ist davon ja unabhängig.

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Nichts ist wahr, alles ist erlaubt! Die Realität ist das, was du daraus machst!

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

06.05.2010 16:25
#2 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Meine Frage also: Warum ist für Gläubige, der Glaube an Gott gebunden an den Glauben an eine Kirche


Aus meiner Erfahrung rührt das daher, weil man der Institution "Kirche" meint irgendetwas zu schulden. Sei es die Spiritualität innerhalb der Gemeinschaft, sei es das Wissen um Gott (gerade bei Mormonen, ZJ oder Freikirchen sehr oft) was man der Kirche zu "verdanken" hat. Es gibt da viele Gründe.

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Intelligent Design hat ganz ein anderes Problem: Es gibt sich als Wissenschaft, will aber gar kein Wissen schaffen - die wollen überhaupt nichts herausfinden. Weil sie ja eh schon die Antwort kennen. Ihre Antwort ist immer: Gott. Wer glaubt, die Antwort schon zu kennen, macht keine Wissenschaft - er macht Propaganda."

Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.05.2010 17:11
#3 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Der Gottglaube, ob sinnig oder nicht sei dahingestellt ist davon ja unabhängig.



Ganz im Gegenteil. Ohne Institutionen, die besagten Menschen diesen Gott einreden, verschwindet dieser innerhalb kürzester Zeit in der Versenkung.
Die "Vorteile" der Religionen sind bei einem reinen Glauben an ein "höheres Wesen" so gut wie nicht mehr gegeben - der ist lediglich ein indoktriniertes Relikt, dass viele Menschen, die die "Zweifelhaftigkeit" (um es höflich auszudrücken) der Religionen erkannt haben, trotz Allem nicht mehr los werden.
Oft wird dann der Gott so in die höchsten Sphären katapultiert, dass er für das Leben völlig bedeutungslos wird.
Warum diese Leute dann immer noch an ihn glauben müssen, lässt sich IMHO nur durch tiefsitzende Gehirnwäsche erklären.

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"Philosophie besteht aus Fragen, die niemals beantwortet werden können. Religion besteht aus Antworten, die niemals hinterfragt werden dürfen."
-Anonym

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 17:22
#4 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Das die Prägung der Menschen oft so tiefgehend eingeimpft ist, da stimme ich zu. Aber es gibt durchaus Menschen die an Gott glauben und keine Kirche oder Ähnliches benötigen. Auch wenn es wenige sind.

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Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.05.2010 17:32
#5 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Aber es gibt durchaus Menschen die an Gott glauben und keine Kirche oder Ähnliches benötigen. Auch wenn es wenige sind.



Ja, sprach ich nicht von denen? Von denen, die ihre "Prägung" nicht mehr loswerden.

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-Anonym

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 17:41
#6 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Auch wenn ich aus meinem Kreis keinen kenne Relix, und die werden selten sein, denke ich das es auch Menschen gibt die ohne Prägung für sich aufgrung einer ihnen zu eigenen Spiritualität auf Gott schliessen. Die währen dann quasi selbst drauf gekommen. Schliesst du das kategorisch aus?

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.466

06.05.2010 17:41
#7 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat von Alinardus
Es gibt ja genug gottgläubige Mensche, die keiner Kirche oder Institution angehören. Sind die deshalb schlechter?

Es gibt auch genug gottlose Menschen, die einem Fußballverein angehören oder einer politischen Partei. Sind die deshalb schlechter?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 17:44
#8 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Es gibt auch genug gottlose Menschen, die einem Fußballverein angehören oder einer politischen Partei. Sind die deshalb schlechter?



Diese Frage sollte ein Gläubiger beantworten, respektive ein Fussballhooligan.

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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 17.466

06.05.2010 17:51
#9 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat von Alinardus
Diese Frage sollte ein Gläubiger beantworten, respektive ein Fussballhooligan.

Ich stellte aber dir die Frage. Weil du fragtest, ob der gottgläubige Mensch, der keiner Kirche angehört, denn schlechter als ein Kirchenmitglied sei. Daraus muss ich schließen, dass die Schlechtigkeit der Gottlosen erst gar nicht diskutiert werden braucht...

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Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.05.2010 17:54
#10 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Auch wenn ich aus meinem Kreis keinen kenne Relix, und die werden selten sein, denke ich das es auch Menschen gibt die ohne Prägung für sich aufgrung einer ihnen zu eigenen Spiritualität auf Gott schliessen. Die währen dann quasi selbst drauf gekommen. Schliesst du das kategorisch aus?



Nicht kategorisch - aber grundsätzlich: Ja.

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-Anonym

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 18:09
#11 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Ich stellte aber dir die Frage. Weil du fragtest, ob der gottgläubige Mensch, der keiner Kirche angehört, denn schlechter als ein Kirchenmitglied sei. Daraus muss ich schließen, dass die Schlechtigkeit der Gottlosen erst gar nicht diskutiert werden braucht...



Gut aus meiner Sicht der Dinge ist ein Nichtgläubiger natürlich nicht weniger wert als ein Gläubiger. Ich gehe sogar soweit, das ich sage der Mesch an sich jenseits einer solchen Bewertung liegt. Ich oder jeder andere Mensch ist rein technisch gesehen weder viel noch wenig wert. Das ist für mich so wie Jenseits von Gut und Böse.

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89 ( gelöscht )
Beiträge:

06.05.2010 18:45
#12 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat von Relix

Zitat von Alinardus
Auch wenn ich aus meinem Kreis keinen kenne Relix, und die werden selten sein, denke ich das es auch Menschen gibt die ohne Prägung für sich aufgrung einer ihnen zu eigenen Spiritualität auf Gott schliessen. Die währen dann quasi selbst drauf gekommen. Schliesst du das kategorisch aus?


Nicht kategorisch - aber grundsätzlich: Ja.



Würde ich auch fast ausschließen. Selbst ich, der ich am Ende keiner noch so gearteten 'Indoktrinationsmaschine' unterlag, sondern nur meinen eigenen infiltrierten Durchhalteparolen, was den Glauben betrifft, bin geprägt worden von selbstgewählten Denkmustern, die von einer Kirche, religiösen Institution oder sonstigem bestimmt waren.
Aus dem Nichts kann nichts kommen, da ist immer was, und sei es der falsche religiöse Fuß, auf dem man zufälligerweise erwischt wird.

Zitat
Das ist für mich so wie Jenseits von Gut und Böse.


Auf die Taten und Handlungen des jenigen kommt es doch an, sei er nun gläubig oder nicht. Jenseits von Gut und Böse ist garantiert kein Mensch, nicht ein einziger....(od. hab' ich dich jetzt vllt. falsch verstanden?)

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 18:55
#13 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Auf die Taten und Handlungen des jenigen kommt es doch an, sei er nun gläubig oder nicht. Jenseits von Gut und Böse ist garantiert kein Mensch, nicht ein einziger....(od. hab' ich dich jetzt vllt. falsch verstanden?)



Vllt sollte ich differenzieren.

Rein objektiv ist für mich der Mensch jenseits von gut und böse. Subjektiv mag das anders sein. Man müsste erst Gut und Böse definieren. Das ist ja teilweise vom Zeitgeist abhängig. Es sei den wir beschränken uns auf sowas wie Mord aus niederen Bewegdrüngen. Dann ist der jenige ja durch seine Tat durchaus "schlecht" zu nennen und sollte dafür büßen. Natürlich nicht im kirchlichem Sinne sondern im weltlichem Sinne.

Es ging mir aber hauptsächlich darum, das alle Menschen quasi von haus aus weder gut oder schelcht sind. Aber der Glaube an Gott ist ja nichts evidentes. Daher ungeeignet Gut oder Schlecht zu definieren. Hingegen das Mord schlecht ist sollte den Menschen erkennbar sein.

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Relix Offline

Wertekiller


Beiträge: 3.480

06.05.2010 19:19
#14 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Hingegen das Mord schlecht ist sollte den Menschen erkennbar sein.



Per se ist garnichts schlecht. Für den Menschen als soziales Tier ist Mord etwas Schreckliches - wäre er allerdings ein Einzelgänger, hätte er die genetische "Programmierung", Artgenossen (außer eigene Kinder) als schützenswert zu betrachten, nicht - und fände Mord somit durchaus in Ordnung. (bei Psychopathen aufgrund angeborener, neuronaler Defekte ja der Fall.)
Die menschliche "Moral" hat ja auch ihre Barrieren - sobald Jemand außerhalb der eigenen Gruppe wahrgenommen wird (wie auch immer ausgeartet), stellen sich die moralischen Problematiken ein.
Dann nennt man es auch garnichtmehr "Mord" - und die Tötung ist völlig legitim.

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-Anonym

Alinardus Offline

Antichrist


Beiträge: 3.787

06.05.2010 20:28
#15 RE: Unterscheidung Gott und Religion Antworten

Zitat
Per se ist garnichts schlecht. Für den Menschen als soziales Tier ist Mord etwas Schreckliches - wäre er allerdings ein Einzelgänger, hätte er die genetische "Programmierung", Artgenossen (außer eigene Kinder) als schützenswert zu betrachten, nicht - und fände Mord somit durchaus in Ordnung. (bei Psychopathen aufgrund angeborener, neuronaler Defekte ja der Fall.)



Deshalb sagte ich ja "rein objektiv jenseits von gut und böse" subjektiv oder am Zeitgeist gemessen mag das anders sein. Ich denke das deckt sich so ziemlich mit dem was du sagst.

Aber vllt wurde allgemein nicht so deutlich worauf ich eigentlich hinaus wollte.

Ich denke unabhängig vom Glauben an Gott, bzw. selbst wenn ich seine Existenz veraussetzte ist der Glaube an die Religionsgemeinschaften bzw. seine angeblichen Vertretungen auf Erden nicht tragbar.

Sehen wir uns die Kirche bzw. heute Kirchen an. Ich nehme sie, da sie nun mal den Großteil der Glaubensgemeinschaften in der nahen Vergangenheit darstellen. Die Geschichte der Kirche ist mit Unzulänglichkeiten gespickt. Immer wieder passt sie sich an. Immer wieder ändert sie "eigentlich" unumstössliche Dogmen. Immer wieder begehen die Vertreter Gottes Sünden. Töten im Namen des Herren. Welcher allmächtige Gott gibt sich mit einer solchen Vertretung auf Erden zufrieden.

Eine Gemeinschaft, bzw. vor allem dessen Führung nimmt sich raus, auf eine nicht eindeutig zu beantwortenden Frage (GOTT ja/nein) eine Antwort zu geben. Und dann will sie auch noch wissen, was dieser Gott, den sie nicht beweisen kann von uns will. Ohne eine Bestätigung durch Gott selbst. Will glauben machen, das ausgerechnet sie alles wissen, aber alle anderen falsch liegen. Das ist nicht haltbar und anmassend. Selbst wenn man an Gott glaubt sollte man die Dinge kritisch sehen und erkennen das diese Vertretungen nicht durch Gott geschickt sein können.

Sorry wenn der Beitrag etwas lang ist.

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