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Atheismus vs. Religionen  


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Dieses Thema hat 12 Antworten
und wurde 977 mal aufgerufen
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Witch of Hope Offline



Beiträge: 174

23.05.2010 06:31
Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Oder, was bishr nur wenige wissen.
Z.B. über das Buch Mormon:

Angefügte Bilder:
Fakten über das Buch Mormon.jpg  
gfb34istanbul Offline




Beiträge: 62

06.07.2011 19:20
#2 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

oh wie interessant..

ein wahrer mann zittert nicht, wenn es kalt ist. höchstens vor wut, dass es nicht noch kälter ist.

Pascal Offline



Beiträge: 7

23.08.2011 20:19
#3 RE: Die andere Geschichte des Mormonimus antworten

Hallo,

ich bin Mormone. Da ich schon eine ganze Zeit passiv im Forum lese, weiss ich, dass das fuer viele hier schwer nachzuvollziehen ist, aber anders als einige meiner Vorgaenger aus meiner Kirche werde ich versuchen, euch respektvoll zu behandeln und Verstaendnis zu zeigen, so wie es Gott von uns allen moechte und wie Jesus es in der Bergpredigt gelehrt hat. Schliesslich ist ein essentieller Glaube von uns, dass wir alle Brueder und Schwestern bei Gott waren und dass wir uns gegenseitig auch so behandeln sollten - Wie gute Brueder und Schwestern. Wenn euch also ein Mitglied der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage in der Vergangenheit hier im Forum oder ausserhalb schlecht behandelt oder persoenlich angegriffen hat, bitte ich um Entschuldigung. Ihr Verhalten war nicht so, wie es in unserer Kirche fuer jeden gelehrt wird. Nur soviel vorweg.

Ich arbeite die einzelnen Punkte mal ab, sage aber sofort, dass es andere gibt, die Fragen besser beantworten koennen, weil sie auf dem Gebiet Experten sind.

1. Joseph Smith konnte nicht uebersetzen: STIMMT. Das behauptet auch niemand, dass er uebersetzen konnte. Fuer uns ist Joseph Smith vollstaendig menschlich und besitzt keine goettlichen Faehigkeiten oder aehnliches. Gewissermassen war er Gottes/Moronis "Zufallsopfer", naemlich der erste, der mit vollem Herzen darueber betete, welcher Kirche er sich anschliessen solle. Dabei spielte vielleicht noch die geographische Naehe seines Wohnortes zum Berg Cumorah eine Rolle, aber an sich ist letztere Vermutung in der Kirche zumindest nicht weiter diskutiert. Nun war Joseph Smith eben ein Farmerssohn aus New York, und kein Aegyptologe, und konnte folglich die Platten nicht uebersetzen, zumindest nicht ohne Hilfe. Deshalb befanden sich am Berg Cumorah neben den Platten auch zwei Steine, der Urim und der Tummim, mit denen er eine Verbindung zu Gott herstellen konnte, der ihm dann den Text des Buches Mormon diktierte (allerdings nicht akkustisch, sondern geistig). Ich verstehe, dass sich gerade das mit den Steinen sehr stark nach Magie anhoert, aber wenn man sich das mormonische Bild der Entwicklung des Verhaeltnisses zwischen Gott und der Menschheit anschaut, versteht man es vielleicht besser. Wir glauben, dass die Geschichte der Menschheit in zyklischen Ablaeufen abgespielt hat: Mit Phasen, in denen Propheten (die Erzvaeter und die Gruender der 12 Staemme, Lehi, die die vorchristlichen Propheten im BoM, Jesus, Joseph Smith oder heute Thomas Monson, uvwm.) auf der Erde waren und predigten (!) und die Verbindung mit Gott beibehielten und verstaerkten, und es gab Phasen, in denen keine Propheten auf der Erde waren, und die Menschen schlecht wurden, Irrlehren verbreiteten und vom Glauben abfielen. Die Erste Vision, alle weiteren Visionen, und die Uebersetzung des Buch Mormon fanden in einer Phase ohne Propheten statt und es gab daher keine Verbindung der Menschen zu Gott (diese Phase begann mit dem Konzil von Nicaea bzw. mit der Vernichtung der Nephiten und endete mit der Veroeffentlichung des Buches Mormon). Daher konnte Joseph Smith nicht einfach hingehen und die Platten selbst uebersetzen, sondern brauchte die Steine aus der letzten Epoche mit Propheten, um eine Verbindung zu Gott herzustellen. Gemeinsam mit den Platten gab er nach der vollstaendigen Uebersetzung auch den Urim und den Tummim an Moroni zurueck. Er behauptete, die Kinderhook-Platten uebersetzen zu koennen, weil er nicht in der Lage war, die Zeichen auf ihnen von denen auf den Goldenen Platten zu unterscheiden (was ja auch niemand von ihm erwartet hat, schliesslich kennt er selbst das reformierte Aegyptisch immer noch nicht). Er fragte anschliessend Gott (zu dem ja jetzt wieder ein "direkter Draht" bestand), und auch er konnte die Kinderhook-"Platten" nicht uebersetzen. Damit war die Sache fuer Joseph Smith erledigt. Wenn die Uebersetzung heute ein Teil der Koestlichen Perle waere, wuerde ich auch an der Wahrheit unseres Schriftenkanons zweifeln, aber so...

2. DNA vs BoM: Der Herr hier kann das besser als ich... http://www.youtube.com/watch?v=lIG8Aj5Vqdk

3. Archaeologische/Wissenschaftliche Beweise: Es gibt innerhalb der Kirche keine wirklichen Bestrebungen, das Buch Mormon zu beweisen, da es jedem Menschen frei steht, ueber die Wahrheit jeder heiligen Schrift zu beten und eine Antwort zu erhalten, die staerker ist als ein Forschungsergebnis der Wissenschaft. Selbst die moderne Wissenschaft ist weniger perfekt und unfehlbar als viele glauben, denn sie ist so fehlbar wie die Menschen, die sie betreiben. Neue Forschungsergebnisse auf fast allen Forschungsfeldern werfen taeglich fuer sicher und bewiesen geglaubte Erkenntnisse ueber den Haufen, waehrend eine Offenbarung durch den Heiligen Geist ewig, unverkennbar und unveraenderlich ist. Ich habe es selbst erlebt. Zurueck zur Archaeologie. Es gibt tatsaechlich keine faktischen Beweise, dass irgendein Teil der Heiligen Schriften auch nur einen Funken Wahrheit enthaelt (auch die Bibel nicht). Es gibt bloss Indizien, auch recht zahlreich fuer das Buch Mormon. Nur wird euch das auf mormonismus.info niemand verraten. Hier sind mal ein paar, einfach in den Raum geworfen:
http://www.youtube.com/watch?v=NgnRN-GOLLI
http://www.youtube.com/watch?v=mihAVO1R-GA (die Forscher sind KEINE Mormonen!)
http://www.youtube.com/watch?v=DVNzZ9rQvW0
http://www.youtube.com/watch?v=nw7fW19Sk1A
Die letzten drei Videos sind Ausschnitte eines Films mit 32 Teilen, mit 32 Indizien fuer die wissenschaftliche Wahrheit des Buches Mormon. Ich lade euch ein, schaut sie euch alle an (gerne auch online, wenn Ihr die DVD nicht kaufen wollt), und sagt mir anschliessend nochmal ins Gesicht, es gaebe keine Indizien fuer das Buch Mormon. Ihr koennt sie bewerten wie Ihr wollt, an sie glauben, sie fuer Unsinn halten, ...Aber es gibt sie!
Nicht im Buch Mormon, sondern in Lehren und Buendnisse, findet sich ein weiteres Indiz fuer die Wahrheit der Offenbarungen, die uns heute nicht mehr als so spektakulaer erscheint: Das Wort der Weisheit. Zu Zeiten Joseph Smiths war es aber geradezu revolutionaer. Man bedenke, dass noch ueber 100 Jahre nach dieser Offenbarung in der Wissenschaft die These vertreten wurde, Rauchen sei gesundheitsfoerdernd. Joseph Smith wusste es besser, weil er Offenbarung von Gott erhalten hatte. Auch Alkohol ist heute als gesundheitsschaedlich nachgewiesen und war es damals nicht. Viele kommen an diesem Punkt dazu und sagen, dass es doch so ist, dass Wein und Bier in Massen (mit langem A ) gut fuer den Stoffwechsel und den Kreislauf sind. Stimmt, aber nicht wegen dem Alkohol. Denn dann waeren ja alle alkoholischen Getraenke in entsprechend geringer Ration gut fuer die Gesundheit, zum Beispiel auch Wodka und Toilettenreiniger. Sind sie aber nicht. Mit dem Alkohol ist es wie mit einem gefrohrenen Teich, dessen Eis zur Mitte hin duenner wird. Am Anfang, wenn man wenig trinkt, scheint das Eis zu halten. Wenn man aber mehr trinkt und zur Mitte geht und das Eis duenner wird, waechst die Gefahr, ins Eis einzubrechen. Gott moechte den Menschen schuetzen und offenbarte uns deshalb, dass wir vom Alkohol fern bleiben sollen. Sogar Kaffee ist nicht foerdernd fuer die Gesundheit, auch wenn es nicht direkt auffaellt, weil die Effekte deutlich kleiner sind. Neulich fiel mir eine Studie der Sporthochschule Koeln in die Haende, die eindeutig belegte, dass der Konsum von Kaffee nicht foerderlich fuer Leistungssportler ist und auch die Leistungsfaehigkeit des Durchschnittsmenschen verringert, wenn man zu viel konsumiert (ab etwa 2 Tassen am Tag). Joseph Smith wusste es. Auch die weiteren, weniger bekannten Teile des Wortes der Weisheit lesen sich fast wie ein moderner wissenschaftlicher Gesundheitsratgeber (ausgewogene Ernaehrung, Fleisch in Massen [wieder mit langem A], ausreichend Bewegung etc.). Joseph Smith wusste das alles, 1835, als er damit noch gegen die gesamte wissenschaftliche Elite seiner Zeit anlief.
Dergleichen gibt es mehr...

4. Solomon Spalding ist nicht der Urheber des Buches Mormon, sondern der Autor eines Manuskripts, das ich selbst gelesen habe (bzw einen Druck davon). Die Parallelen sind enger an den Forschungsergebnissen der heutigen Wissenschaft als am Buch Mormon. Letztendlich beschraenken sie sich auf den Aufbau einer Hochkultur in Lateinamerika, von denen es ja einige gab (Inkas, Majas, ...), durch die Nachfahren von Menschen, die Jahre zuvor nach Amerika eingewandert sind. Es gibt bei Spalding keine Nephiten, keine Lamaniten, keinen Jesus, keine Propheten, und keine Kriege, die in irgendeiner Form aehnlich zu denen im Buch Mormon sind. Es hat schon seine Gruende, warum der Spalding-Vergleich heute selbst von den ernster zu nehmenden Kritikern des Buches Mormon nicht mehr angefuehrt wird.

5. Fakt ist, dass einige der insgesamt 11 Zeugen von ihren Zeugnissen Abstand genommen haben, und mit sehr genauer Uebereinstimmung sind es die unter den Zeugen, die die Platten nicht gesehen oder beruehrt haben. Alle 11 waren bis zu ihrem Tod Teil des LD-Movements, aber teilweise keine Anhaenger von Brigham Young, weshalb die meisten von ihnen in der RLDS Church ein neues Zuhause fanden, also weiterhin an das Buch Mormon glaubten. Die Zeugen, die die Platten gesehen oder beruehrt haben, blieben bei Smith und leugneten ihr Zeugnis nicht, sondern liessen es in einem Fall sogar notariell beglaubigen. Zwar wurden die Zeugnisse teilweise geschwaecht und dezimiert, aber sie blieben zumindest bei so vielen bestehen, dass sie immer noch ausreichend sind.


Natuerlich hat jeder das persoenliche Recht, an die Wahrheit des Buches Mormon zu glauben. Ich war selbst kritisch, habe ueber Jahre hinweg kritische Quellen studiert, um die Kirche als falsch zu entlarven - Und jedes Mal kam ich zu dem Ergebnis, dass sie wahr ist. Ich habe persoenlich diese Wahrheit durch den Heiligen Geist erfahren und bin dankbar dafuer, weil sich seitdem in meinem Leben alles zum Guten gewendet hat. Von der Wahrheit des Buches Mormon und der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage habe ich ein Zeugnis...

"Preach the Gospel - Use words, if necessary." - President Kimball

Jennilein Offline



Beiträge: 3

07.10.2011 12:18
#4 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Zitat von Witch of Hope
Oder, was bishr nur wenige wissen.
Z.B. über das Buch Mormon:



Sehr interessant. Danke.

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

21.10.2011 10:49
#5 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Das ganze Buch Mormon ist doch ein einziger Schwachsinn.
mehr gibt es darüber nicht zu sagen.

Natürlich wird das einen Angehörigen der Kirche der letzten Tage nicht interessieren,
da Religion prinzipiell nicht mit rationalem Denken zu tun hat.
Der Gläubige aber seinen Glauben als etwas reales ansieht und Kritik an seinem Glauben
gleichsetzt mit der Kritik an etwas wirklich reales.
Beispiel wenn ich behaupte dass 2 + 2 = 5 dann wird jeder sagen...das ist Falsch, die Summe ist 4.
Wenn ich Sage dass die ganzen Erzählungen im Buch Mormon Falsch sind, und das sind sie ohne den geringsten Zweifel,
dann wird der Gläubige dies anders sehen, und zwar ohne dass er wie im obigen Beispiel 2 und 2 zusammenzählt und
feststellt dass da was nicht stimmt, sondern ohne die angeblichen Fakten zu hinterfragen.
Das ganze ist eine reine Gehirnwäsche.

Glaube ist Aberglaube

Pascal Offline



Beiträge: 7

21.10.2011 23:32
#6 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

kadesch, ich respektiere deine Meinung. Verstehen kann ich sie aber nicht. Für die Wahrheit des BoM gibt es wissenschaftlich relevante Indizien (siehe oben); denen gegenüber steht KEIN EINZIGER Beweis dafür, dass es sich um ein fiktives Buch handelt. Wenn du das Buch Mormon liest (ich gehe mal davon aus, dass du es getan hast, wenn du darüber differenziert urteilen willst), wird dir normalerweise auffallen, dass es sich eigentlich nur um einen sehr kleinen, isolierten Teil der Weltgeschichte handelt, über die man auf historisch gesicherter Ebene praktisch nichts weiß. Daher lassen sich die im BoM beschriebenen Handlungen und Ereignisse nicht historisch widerlegen, auch wenn es nicht in dein Bild von uns und von Religion generell passt. Sorry.
Das mit der Gehirnwäsche würde ich mir aber an deiner Stelle nochmal überlegen...aus meiner eigenen Erfahrung gibt es hierfür in der Kirche Jesu Christi HLT eher ein klares Nein. Bitte halte dich in Zukunft mit solchen Äußerungen ein bisschen zurück, da sie ja offenbar nicht speziell auf unsere Kirche, sondern auf Religionsgemeinschaften generell anspielen, und da du ja außer Oberflächlichkeiten anscheinend nicht viel über uns und unsere Lehren weißt. Eine freundliche Bitte, der Objektivität zuliebe. ;)

Freundliche Grüße

"Preach the Gospel - Use words, if necessary." - President Kimball

kadesch Offline



Beiträge: 2.705

25.10.2011 16:42
#7 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Ich habe Geschichte studiert!!!!
Und ALLES was im Buch Mormon steht ist völliger Mumpitz!!!!

Bei Bibel und Koran ist wenigstens ein Teil archäologisch nachvollziehbar,
und vieles auch aus anderen Quellen beleuchtet.

Allein die naive Vorstellung dass man von einem Engel geoldene Tafeln erhält
deren Buchstaben man mit einer speziellen Brille lesen kann ist reiner Science Fiction.
Aber anscheinend ist bei Gläubigen ja jedes Denken in rationalen Bahnen abhanden gekommen.
Allein der Gedanke dass es Leute gibt die so etwas Glauben bringt mich zu spontanen Heiterkeitsausbrüchen

Glaube ist Aberglaube

MennoKlamotto Offline

Agnostischer Atheist


Beiträge: 1.325

26.10.2011 16:14
#8 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Zitat

Natuerlich hat jeder das persoenliche Recht, an die Wahrheit des Buches Mormon zu glauben. Ich war selbst kritisch, habe ueber Jahre hinweg kritische Quellen studiert, um die Kirche als falsch zu entlarven - Und jedes Mal kam ich zu dem Ergebnis, dass sie wahr ist.


Mag ja sein, dass du das wirklich praktiziert hast. Viel mehr glaube ich aber, dass du dir nur selbst was vorlügst. Als ehemaliger Zeuge weiß ich wie man rhetorisch anderen begegnet und wir stark die Beeinflussung durch den eigenen Glauben ist. Auch ich würde von mir behaupten ich hätte "kritisch" geprüft, weiß aber heute das ich mich nur selbst belogen habe. Ich denke dieses Muster läßt sich auf fast jede Religion anwenden. Man prüft so, dass am Ende immer der eigene Glaube siegt, weil man glauben will und nicht unvoreingenommen ist. Dazu kommt natürlich die Beeinflussung durch die eigene Religion. Die Wissenschaft zählt nur dann, wenn die Ergebnisse den eigenen Glauben stützten, ansonsten wird rhetorisch versucht die Wissenschaft zu diskreditieren. Ich weiß heute das Glauben wie ein Rausch ist. Man ist gewissermaßen Betriebsblind und nicht in der Lage kritische Quellen vernünftigt zu analysieren.

Wer einen guten Überblick erhalten will, woran die Mormonen glauben, sollte mal einen Blick ins Southpark-Archiv werfen:
http://www.southpark.de/alleEpisoden/712/

Es sind die immer wieder gleichen Mechanismen die all diese "Sondergemeinschaften" einen.

---------------------------------------------

Intelligent Design hat ganz ein anderes Problem: Es gibt sich als Wissenschaft, will aber gar kein Wissen schaffen - die wollen überhaupt nichts herausfinden. Weil sie ja eh schon die Antwort kennen. Ihre Antwort ist immer: Gott. Wer glaubt, die Antwort schon zu kennen, macht keine Wissenschaft - er macht Propaganda."

Pascal Offline



Beiträge: 7

26.10.2011 18:13
#9 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Zitat von MennoKlamotto

Zitat

Natuerlich hat jeder das persoenliche Recht, an die Wahrheit des Buches Mormon zu glauben. Ich war selbst kritisch, habe ueber Jahre hinweg kritische Quellen studiert, um die Kirche als falsch zu entlarven - Und jedes Mal kam ich zu dem Ergebnis, dass sie wahr ist.


Mag ja sein, dass du das wirklich praktiziert hast. Viel mehr glaube ich aber, dass du dir nur selbst was vorlügst. Als ehemaliger Zeuge weiß ich wie man rhetorisch anderen begegnet und wir stark die Beeinflussung durch den eigenen Glauben ist. Auch ich würde von mir behaupten ich hätte "kritisch" geprüft, weiß aber heute das ich mich nur selbst belogen habe. Ich denke dieses Muster läßt sich auf fast jede Religion anwenden. Man prüft so, dass am Ende immer der eigene Glaube siegt, weil man glauben will und nicht unvoreingenommen ist. Dazu kommt natürlich die Beeinflussung durch die eigene Religion. Die Wissenschaft zählt nur dann, wenn die Ergebnisse den eigenen Glauben stützten, ansonsten wird rhetorisch versucht die Wissenschaft zu diskreditieren. Ich weiß heute das Glauben wie ein Rausch ist. Man ist gewissermaßen Betriebsblind und nicht in der Lage kritische Quellen vernünftigt zu analysieren.




Hallo,

ich habe mich glaube ich ein wenig unverständlich ausgedrückt. Die kritische Auseinandersetzung kam vor Annahme des Glaubens. Ich bin aufgewachsen als "Heiligabend"-Katholik, ohne großen persönlichen Glauben an Gott, an irgendeine Kirche, oder irgendeine echte Bindung an eine solche. Ich bin nichtmal zur Kommunion gegangen damals, auch nicht wegen den Geschenken... ;)
Die Materie der Religion und der Weltanschauungsfragen hat mich trotzdem interessiert, einfach weil ich früh verstehen wollte, was Menschen glauben, wieso, und wieso manche nicht glauben. Dabei habe ich mir so ziemlich jede christliche Mainstream-Konfession vorgenommen und hinterfragt, immer mit dem Ergebnis, dass sie zwar irgendwie schön sind, aber essenzielle Fragen nicht beantworten können. Im Religionsunterricht in der 9. Klasse erinnere ich mich an eine Unterrichtsreihe über kleinere Religionsgemeinschaften (bzw. bezeichnet als Sekten), im speziellen die HLT und die ZJ. Ehrlich gesagt war ich beiden gegenüber sehr kritisch, weil ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass Gott nicht alle Menschen, sondern nur einige Auserwählte erlösen würde (und viele, teilweise genauso gläubige Mitglieder, einfach vernichten würde) wie bei den ZJ, oder dass es neben der Bibel weitere Offenbarungen gab, wie bei uns Heiligen der letzten Tage. Vor den Zeugen war ich relativ stark gewarnt worden, und irgendwie erschien mir deren theologischer Ansatz auch relativ flach, verfälscht und uninteressant, weshalb ich mich nicht großartig weiter mit ihnen beschäftigte. Die HLT-Theologie war meiner Meinung damals zufolge zwar ziemlicher Humbug, aber irgendwie hatte sie etwas faszinierendes, und ich entschloss mich, mir einfach mal ein bisschen was anzulesen. Keine Kirchenliteratur, sondern zunächst mal eine Internetrecherche im damals noch sehr umfangarmen deutschsprachigen Informationsmaterial, tendenziell eher kritischer Schreibweise. Was mir auffiel, war, dass sich die kritischen Quellen teilweise inhaltlich widersprachen und ich einfach nicht in der Lage war, wirklich etwas über den Glauben herauszufinden. Immer noch sehr kritisch entschloss ich mich deshalb im Frühjahr 2006, selbst mal unverbindlich in einer Gemeinde nachzufragen. Mit einem Din-A4 Block unter dem Arm und seitenweise Fragen, manche tiefgründiger als andere, ging ich in die Gemeinde Bonn, und vereinbarte einen Gesprächstermin mit den Missionaren - Ein Italiener und ein Mann aus Colorado. Beide waren sehr freundlich und aufgeschlossen, und beantworteten in zwei Stunden jede einzelne meiner Fragen, so ausgiebig und zufriedenstellend, dass ich überwältigt war. Meine Fragen waren beantwortet - Zweifel an der Wahrheit der Lehren hatte ich trotzdem. Zunächst aber wollte ich mal lesen, was es mit diesem Buch Mormon auf sich hatte. Also laß ich es. Das ganze dauerte über ein Jahr, und in die Gemeinde war ich seitdem nicht mehr zurückgegangen. Es war kurz vor meinem 16. Geburtstag, als ich mit dem Lesen fertig war, und ich freute mich einfach auf mein erstes "legales" Bier, und ich war fest entschlossen, dass kein religiöses Gebot mir den Alkoholkonsum verbieten sollte...Mormone werden wollte ich nicht. Dunkel erinnerte ich mich daran, dass die Missionare mir gesagt hatten, dass (sobald ich mit dem Lesen des BoM fertig war) ich darüber beten solle, ob es wahr ist. "Eh nicht, aber ausprobieren kann mans ja mal", dachte ich mir, und betete. Die Antwort kam sofort, und so umwerfend stark, dass sie nicht durch irgendetwas irdisches hätte produziert werden können, und dann wusste ich, dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist, genau wie die Bibel das Wort Gottes ist. Heute weiß ich, dass praktisch jeder Konvertit zur Kirche praktisch Identisches verspürt hat, was mich zur Erkenntnis gebracht hat, dass ich es mir nicht eingebildet habe, sondern dass diese Offenbarung wirklich durch den Heiligen Geist auf mich gewirkt hat. In der selben Woche noch ging ich zurück zur Kirche, und besuchte die Abendmahlversammlung noch für fast zwei Jahre, bis ich mich offiziell taufen ließ. Niemand hat mich während dieser Zeit unter Druck gesetzt, Mitglied zu werden, auch wenn ich meine wirkliche Taufentscheidung erst sehr spät bekannt gab. Von Druck innerhalb der Gemeinde oder Indoktrinierung kann keine Rede sein. Wir dürfen unseren Glauben frei leben, frei entscheiden woran wir glauben, und die Kirche jederzeit verlassen. Dass dies kaum jemand tut, das sehe ich als Zeichen dafür an, dass dies wirklich die Kirche ist, die von Jesus Christus selbst gegründet wurde und die von ihm bis heute und für alle Zeiten geleitet wird. Mitglieder von "Sondergemeinschaften" können i.d.R. nicht (einfach) austreten - Wir wollen in der Regen nicht austreten, auch wenn wir es ohne weiteres können. Das ist für mich der Hauptunterschied (neben der sich unvereinbar gegenüberstehenden Theologie) zwischen ZJ und HLT...auch wenn es hier Leute gibt, die euch erklären wollen, die Kirche sei "die Hölle auf Erden"...sie ist es nicht.

Zitat


Wer einen guten Überblick erhalten will, woran die Mormonen glauben, sollte mal einen Blick ins Southpark-Archiv werfen:
http://www.southpark.de/alleEpisoden/712/




Menno, sowas lässt mich verzweifeln. Das war eigentlich ein gut geschriebener Beitrag, und dann beendest du ihn mit South Park?? Wenn man wirklich wissen möchte, was wir glauben, sollte man am besten Mormonen selbst fragen. Das ist ja an sich nicht wertend, aber die besten und exaktesten Informationen über die Inhalte des Glaubens (nicht über dessen Bewertung) bekommt man immer noch an dessen Quelle...Darum:
http://www.mormonen.de/ueber-die-kirche/glaube-und-lehre/
(und weiterführende Seiten)

Gruß

"Preach the Gospel - Use words, if necessary." - President Kimball

Arturos Offline



Beiträge: 291

24.05.2012 23:48
#10 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Zitat von Pascal


Heute weiß ich, dass dies wirklich die Kirche ist, die von Jesus Christus selbst gegründet wurde und die von ihm bis heute und für alle Zeiten geleitet wird.



Hmm. Von Jesus persönlich gegründete Kirche? Ich denke, das Jesus eher eine Synagoge gründen würde, denn Kirchen kannte er nicht.

Pascal Offline



Beiträge: 7

25.05.2012 07:34
#11 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Er hat ja auch kein Gebäude gebaut, sondern eine Organisation gegründet, deren Leitung er nach seinem Tod an die Apostel (manche nennen sie Jünger, aber das waren historisch mehr) abgab. ;) Was Christus kannte, waren zwar noch keine Kirchengebäude, aber die räumliche Versammlung seiner Jünger. Da diese spätestens zu Zeiten der Apostelgeschichte immer in den gleichen Räumlichkeiten stattfanden, kann dort eigentlich zum ersten Mal von so etwas wie einem Kirchengebäude die Rede sein.
Aber das eigentlich Entscheidende ist, dass Christus in seinem Schaffen in Israel und in Amerika seine Kirche "im Anfangsstadium" selbst organisiert hat. Keine mir bekannte christliche Denomination befindet sich organisatorisch, theologisch und rituell näher an dieser von Christus organisierten Kirche, als die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage. Man lese die vier Evangelien der Bibel, den Dritten Nephi im Buch Mormon (ab Kapitel 9), die Apostelgeschichte, die Briefe des Paulus - und man lege dann die theologische und organisatorische Grundlage aller persönlich bekannten Kirchen über dieses Gerüst von Lehren; und man wird zwangsweise feststellen, dass die Kirche Jesu Christi HLT genau die Kirche ist, die in ihren Lehren und in ihrem Schaffen am nächsten dran ist. Und dann frage man Christus selbst danach, wie er das alles so sieht. :) So kann jeder Mensch Wahrheit in sein Leben bringen, egal wie sie letztendlich aussieht.

"Preach the Gospel - Use words, if necessary." - President Kimball

Blackysmart Offline




Beiträge: 1.922

25.05.2012 11:08
#12 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Zitat von Pascal
Dunkel erinnerte ich mich daran, dass die Missionare mir gesagt hatten, dass (sobald ich mit dem Lesen des BoM fertig war) ich darüber beten solle, ob es wahr ist. "Eh nicht, aber ausprobieren kann mans ja mal", dachte ich mir, und betete. Die Antwort kam sofort, und so umwerfend stark, dass sie nicht durch irgendetwas irdisches hätte produziert werden können, und dann wusste ich, dass das Buch Mormon das Wort Gottes ist, genau wie die Bibel das Wort Gottes ist.



Erschien Dir ein leibhaftiger Engel und bestätigte die Wahrheit oder wie sah die überirdische Antwort aus?


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Geht man allen Religionen auf den Grund, so beruhen sie auf einem mehr oder minder
widersinnigen System von Fabeln. Es ist unmöglich, dass ein Mensch von gesundem
Verstand, der diese Dinge kritisch untersucht, nicht ihre Verkehrtheit erkennt.
(Friedrich der Große, Politisches Testament)

Arturos Offline



Beiträge: 291

25.05.2012 20:18
#13 RE: Die andere Geschichte des Mormonsmus antworten

Zitat von Pascal

So kann jeder Mensch Wahrheit in sein Leben bringen, egal wie sie letztendlich aussieht.



Die "Wahrheit" gibt es nicht, denn Diese ist subjektiv und auch wenn du das mit dem Buch Mormon oder Jesus gleichsetzten willst.
Was für einen Grund hatten die Juden damals Jesus nicht als den verheißenen Messias zu akzeptieren?

Wie stehen die Mormonen zum Thomasevangelium?

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