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Dieses Thema hat 436 Antworten
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 Philosophie und Wissenschaft
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seneca Offline

religiöser Atheist

Beiträge: 552

20.11.2017 15:42
#426 Osiris-Antinoos: Ein römischer Kaiser gründet eine Religion antworten

In der von mir erwähnten Osiris-Ausstellung im Rietberg Museum in Zürich sah ich auch eine Statuette (ca. 50 cm hoch) eines Jünglings, mit Namen Antinoos (lat. Antinous), der quasi als Osiris-Wiederkunft oder Repräsentant verehrt wurde. Pikantes Detail: Es handelt sich um den Lover des schwulen Kaisers Hadrian, was entsprechende Kreise und andere (so auch mich) fasziniert (planetromeo.com: the magnificent love story of Hadrian and Antinous, a Roman who made his lover a god. Es gibt auch Romane etc. Mir geht es um die merkwürdige Religionsgeschichte des Osiris Antinoos. Siehe die Site
http://www.antinous.eu/antinous_de_god.htm
für Bildnisse, Statuen google: Osiris Antinoos

Der römische Kaiser Hadrian verliebte sich in den sehr schönen griechischen Jüngling, Antinoos, den er auf seinen Reisen, Empfängen etc. mitnahm, was für die grosse Liebe oder Wertschätzung spricht. Mit der Homosexualität (von Kaisern) haben weder Griechen noch Römer ein Problem; aber man zeigt das nicht so offen.
Bei einer Schifffahrt auf dem Nil 130 n.Chr. fällt Antinoos ins Wasser und ertrinkt, kann aber geborgen und bestattet werden, letztlich wahrscheinlich in Rom (extra muros). Die Umstände des Todes sind nicht bekannt. War es ein Unfall, Mord an dem kaiserlichen Günstling, oder Selbstmord (Flucht vor den sexuellen Annäherung des Gott-Kaisers) oder Selbst-Opferung, um angeblich die Lebenszeit des Kaisers zu erhöhen.

Hadrian war nach dem Verlust seines über alles geliebten Antinoos sehr traurig. Aufgrund des tragischen Todes von Antinoos war dessen Vergöttlichung quasi eine natürliche Folge. Gemäss ägyptischer Vorstellung wird jeder Verstorbene zu Osiris. Ähnlich, und zwar bewusst, wie Alexander der Grosse mit Alexandria (Serapis) gründete Hadrian aus einer nahe dem Unfallort gelegenen Siedlung die Stadt Antinoopolis, wo er streng nach ägyptischer Tradition den Osiris-Antinoos Kult mit allem Drum und Dran einsetze mit Tempeln, Priestern, Opferungen, und Sportspielen (Antinoea) zu Ehren des Stadtgottes. Das ist im sog. Antinoos-Obelisken, wo das beschrieben ist, dass Hadrian. Die Antinoos Mysterien sind innerhalb und ausserhalb Ägyptens bezeugt.

Die Antinoos-Theologie ist die letzte ägyptische Theologie. Sie beweise die schöpferische Kraft der altägyptischen Hochreligion sowie die Macht ihrer Priesterschaft bis ins 2. Jahrhundert. Grundlegende Quelle ist der besagte Antinoos Obelisk in Rom, ursprünglich ca. 18 m hoch. Nach der offiziellen Version hat Hadrian als Pharao, der er auch war mit Erlaubnis der höchsten Gottheit (deren Namen mir im Moment nicht geläufig ist) den Antinoos-Kult eingeführt, der eine gewisse Verbreitung bis nach Rom erfuhr, sich aber nicht so lange halten konnte.
Quelle (bei google books): Die Orientalischen Religionen im Römerreich: (OrRR),
herausgegeben von Maarten Jozef Vermaseren

Zusammenfassend ergeben sich aus der Gleichsetzung des Antinoos mit dem ägyptischen Gott Osiris folgende Hauptmerkmale für die neu geschaffene Gottheit: Osiris-Antinoos fungiert aufgrund seines eigenen (tragischen) Schicksals als chtonische bzw. Unterwelts-Gottheit, die den Anhängern ein Weiterleben nach dem Tod verheisst, wenn man dessen Mysterien durchlaufen hat. Hiermit verbunden ist die Funktion als Fruchtbarkeits- und Getreidegott, der im Rahmen der zyklischen Wiederkunft der Jahreszeiten, d.h. in Ägypten der Nilschwemme und Trockenheit Wohlstand und Überleben auch im Diesseits sichert. Weiter besitzt der neue Gott auch Eigenschaften eines Zivilisators (Zivilisationsbringers) , und schliesslich ist teilweise eine Annäherung an die Rolle des Pharaos feststellbar. Letztere Funktion entsprechen im Übrigen auch die grosse statutarische Darstellung des Antinoos in der typischen Pharao-Pose. Es gibt eine solche Statue in den Vatikan-Museen (google: Osiris Antinoos).
Quelle (bei google books): Religion und Erinnerung: die Religionspolitik Kaiser Hadrians und ihre Rezeption in der antiken Literatur, von Peter Kuhlmann

Zum Schluss scheint mir wichtig zu erwähnen: Der Osiris-Antinoos Kult zeigt, dass man eine Religion nicht von sich aus neu erfinden oder entwickeln kann, sondern immer auf bestimmten vorbestehenden Grundlagen, Vorstellungen aufbaut. Das gilt für den Islam ebenso wie für das Christentum.

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Reklov Offline




Beiträge: 3.350

21.11.2017 13:14
#427 RE: Osiris-Antinoos: Ein römischer Kaiser gründet eine Religion antworten

Zitat
Zum Schluss scheint mir wichtig zu erwähnen: Der Osiris-Antinoos Kult zeigt, dass man eine Religion nicht von sich aus neu erfinden oder entwickeln kann, sondern immer auf bestimmten vorbestehenden Grundlagen, Vorstellungen aufbaut. Das gilt für den Islam ebenso wie für das Christentum.

Seneca,

... einige Religionswissenschaftler behaupten, dass z.B. Moses, während seiner Erziehung am Hofe des Pharaos, von den damaligen Priestern viel über den Monotheismus erfahren und angenommen habe.
Die Geschichte der Menschheit ist sowohl eine Geschichte der Religionen, wie auch eine Geschichte des menschlichen Geistes, der sich in zeitgemäßen, wechselnden "Wort-Bildern" über das WOHER des Seins und Daseins in vermutender oder in dogmatischer Sprache ausgedrückt hat.

Seit der "Aufklärung" ist man vom wissenschaftlichen Denken "berauscht", vergisst aber dabei nur zu leicht, dass das WOHER von den Wissenschaften nicht untersucht werden kann, weil uns einfach zu große Zeiträume vom Anbeginn des Daseins trennen. Vom Sein will ich hier noch gar nicht sprechen! -
Die archäologischen "Spuren der Menschheit" verschwinden z.B. bereits bei der Jahresmarke 10 000 v. Chr. mehr und mehr, hinterlassen uns nur noch einzelne Artefakte, kein wirkliches Gesamtblild.
Ob aber die Erdenbewohner in 10 000 Jahren sich ein besseres Bild von unserem Heute machen werden können, bleibt als Frage zunächst auch offen?

Gruß von Reklov

Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.779

04.12.2017 20:46
#428 RE: Osiris-Antinoos: Ein römischer Kaiser gründet eine Religion antworten

Zitat von Reklov im Beitrag #427

Zitat
Zum Schluss scheint mir wichtig zu erwähnen: Der Osiris-Antinoos Kult zeigt, dass man eine Religion nicht von sich aus neu erfinden oder entwickeln kann, sondern immer auf bestimmten vorbestehenden Grundlagen, Vorstellungen aufbaut. Das gilt für den Islam ebenso wie für das Christentum.
Seneca,

... einige Religionswissenschaftler behaupten, dass z.B. Moses, während seiner Erziehung am Hofe des Pharaos, von den damaligen Priestern viel über den Monotheismus erfahren und angenommen habe.



Historiker und andere empirisch arbeitende Wissenschaftler behaupten, dass es diesen biblischen "Moses" gar nie gegeben hat, Reklov. Was hältst du davon?

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Ich habe nichts gegen Gläubige, es sei denn, sie behaupten, die Würde des Menschen hinge alleine davon ab, dass man an einen Gott/höheres Ideal glaubt.

Arturos Offline



Beiträge: 291

04.12.2017 23:20
#429 RE: Osiris-Antinoos: Ein römischer Kaiser gründet eine Religion antworten

Tja, manche Menschen verwechseln die Bibel mit einem Geschichtsbuch..

seneca Offline

religiöser Atheist

Beiträge: 552

08.12.2017 16:45
#430 Schopenhauer über Jesus antworten

Vielleicht als erster der europäischen Geistesgeschichte spricht Schopenhauer völlig distanziert, ohne apologetische, aufklärerische oder polemische Geste von Jesus. In dem ihm eigenen Subjektivismus verzichtet er auf jede exegetische Bemühung um den Religionsstifter, sondern unterwirft dessen Existenz völlig den Kategorien, di er in seinem Hauptwerk "die Welt als Wille und Vorstellung" entwickelt.
Gerade aber aus dieser ungewohnten, befremdlichen Perspektive ergibt sich eine interessante Sicht auf Jesus, meint Sonderfeld (s. Quelle unten).
Schopenhauer interessiert v.a. die Haltung Jesu dem Dasein gegenüber, als Moralist und Persönlichkeit, die eine Stellungnahme zum Ganzen des Lebens abgibt und einen Weg zum Heil weist, nimmt er ihn ernst.
Das in der Schau des Lebens wahrnehmbare metaphysische Letztprinizp [oder eher Erstprinizip] ist für Schopenhauer die allen Erscheinungen zugrundeliegende blinde Daseinskraft, das STREBEN, der DRANG in die Verwirklichung, die Welt als WILLE. Dieser Seinsdrang, der allem Seienden zugrunde lingt und sich z.B. in den Trieben des Leibes manifestiert, ist ziellos (ohne Endzweck) und bewusstlos, aber von ungeheurer Dynamik, nie zur Ruhe kommend und daher [neben Lust] Leiden verursachend.
Die menschlichen Individuen interpretieren ihr Wollen paradoxerweise als Ausdruck ihrer Freiheit. In Wahrheit ist ihr Eigenwille Ausdruck des ontologisch [seinsmässig] vorgelagerten Dranges, der ihren Bestrebungen zugrunde liegt. Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung sind in dieser Perspektive nur In-Dienst-genommen-Werden durch den blinden Willen. Diese Entstehung der menschlichen Individualität stellt geradezu die explosionsartige Potenzierung der Wirkkraft des absoluten Willens [d.h. des Urdrangs] dar. Die Autonomie der Individuen ist nur scheinbar, in Wahrheit steht die noch nicht durch die Erkenntnis aufgerüttelte Individualität unter dem Daseinsgesetz des Urdranges. Allein in der Kunst, im moralischen und spirituellen Verzicht auf das Streben nach Durchsetzung der eigenen Existenz und in der Daseinserkenntnis kann sich das Individuum davon emanzipieren, blosse Erscheinung des unbewussten Willens zu sein.
Der [ihm eigene] Pessimismus Schopenhauers gründet nicht nur in seinem individuellen Charakter, sondern in der [seiner] philosophischen Systematik. Dem Willen wohnt die Dynamik inne, in seiner Drangkraft immer neue und höherer Daseinsformen hervorzubringen, wodurch aber korrelativ (entsprechend) gesetzmässig auch das Leiden zunimmt. Je höher ein Wesen sich entwickelt, umso mehr nimmt die Leidensmöglichkeit und -wirklichkeit [und die Ansprüche]zu. Es ist daher kein Zufall, wenn die höchsten Individuen am meisten leiden müssen [irgendwie arrogant und sonderbar: Je du leidest, je höher bist als Individuum]. Eine so verfasste Wirklichkeit kann (muss) nach Schopenhauer nur verneint werden. Erst durch die Befreiung des Geistes und der Seele von der Herrschaft des Willens, durch die Überwindung des Strebecharakters des Lebens, durch den spirituellen Verzicht auf die eigene Individualität als Träger der anonymen Willensdynamik (das erkenne ich aber nicht so), kann Erlösung geschehen.
Die Überwindung des "principiums individuationis", wie Schopenhauer sie darstellt, kann durchaus als Charakterisierung der Daseinsweise Jesu Christi gelesen werden. Sie enthebt viele seiner Aussagen einer moralischen Verkürzung und macht sie als weisheitliche Aussagen, die auf eine der condition humaine [menschliche Daseins-Bedingung, hier der Drangunterworfenheit] gegenüber souveräne Daseinshaltung zielen, zugänglich. ...
Ob Jesus wirklich so ein Pessimist war, kann bezweifelt werden.
Übrigens: Das principium individuationis (Prinzip der Unteilbarkeit) gilt es nicht zu überwinden, sondern je persönlich auszubilden. Das ist nach C.G. Jung die Aufgabe des Menschen oder nach Nietzsche: „Werde der du bist!“.

Quelle: "Jesus bei den Philosophen: Blicke von aussen bei Kant, Hegel, Nietzsche …"
von Ulrich Sonderfeld (bei google books)




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Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

08.12.2017 16:54
#431  Schopenhauer über Jesus antworten

Zitat von Seneca
Die menschlichen Individuen interpretieren ihr Wollen paradoxerweise als Ausdruck ihrer Freiheit. In Wahrheit ist ihr Eigenwille Ausdruck des ontologisch [seinsmässig] vorgelagerten Dranges, der ihren Bestrebungen zugrunde liegt. Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung sind in dieser Perspektive nur In-Dienst-genommen-Werden durch den blinden Willen. Diese Entstehung der menschlichen Individualität stellt geradezu die explosionsartige Potenzierung der Wirkkraft des absoluten Willens [d.h. des Urdrangs] dar.

Oh, Mann! Diese Philosophen... kann man einfacher ausdrücken: Das da oben z.B.: Der Wille ist nicht frei. Du tust das, was dein Körper will! Dann fühlst du dich gut und befriedigt. Das verwechselst du mit "Freiheit". Versteht man doch besser so, oder?

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

seneca Offline

religiöser Atheist

Beiträge: 552

14.12.2017 16:47
#432 Philosophische Methodenlehre antworten

Philosop eshie ist in erster Linie eine besondere Methode des Denkens. Die Inhalte können verschieden sein. Man sollte sich aber zuerst über die Begrifflichkeit klar werden. Man unterscheidet verschiedene Aspekte.*

Ontologie (Lehre vom Sein bzw. Seienden)
Die Welt besteht aus Dingen (Sachen, Substanzen) z.B. Berge, Pflanzen, Menschen usw.), die durch verschiedene Eigenschaften, z.B. Farben, Formen, Fähigkeiten bestimmt sind und durch mannigfaltige Relation miteinander verbunden sind.

Der allgemeine philosophische Name (Begriff) für alles, was ist oder sein kann, ist Seiendes, also Dinge, wie [ihre] Eigenschaften und [ihre] Relationen (Beziehungen).

In allem Seienden gibt es zwei Aspekte oder Momente: das, WAS es ist - also sein Wesen, seine Washeit [die Quiditas der Scholastik], sein So-Sein, seine ESSENZ -, und das Moment, welches darin besteht, DASS das [gedachte] Seiende [tatsächlich] ist - sein DASEIN, seine EXISTENZ*.

Das muss man sich vor Augen führen, wenn von Gott die Rede [Theo-Logie] ist. Aus seinem gedachten Wesen (Eigenschaften) folgen nicht automatisch seine Existenz. Eine solcher logischer Fehlschluss ist eine petitio principii (Erbitten bzw. Erschleichen des ersten Satzes): Gott ist allmächtig, allgütig etc., also existiert er. Dies wird oft nicht einmal behauptet, sondern stillschweigend vorausgesetzt, wenn von Gott die Rede ist. Es bleibt trotzdem eine petitio principii.

Quelle: I.M. Bochenski, Denkmethoden, Dalp TB 1954
Der Autor war Prof. an der (kath.) Uni Freiburg/Fribourg (CH)

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Perquestavolta Offline



Beiträge: 2.779

14.12.2017 18:17
#433 RE: Philosophische Methodenlehre antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #431

Zitat von Seneca
Die menschlichen Individuen interpretieren ihr Wollen paradoxerweise als Ausdruck ihrer Freiheit. In Wahrheit ist ihr Eigenwille Ausdruck des ontologisch [seinsmässig] vorgelagerten Dranges, der ihren Bestrebungen zugrunde liegt. Selbsterhaltung und Selbstverwirklichung sind in dieser Perspektive nur In-Dienst-genommen-Werden durch den blinden Willen. Diese Entstehung der menschlichen Individualität stellt geradezu die explosionsartige Potenzierung der Wirkkraft des absoluten Willens [d.h. des Urdrangs] dar.
Oh, Mann! Diese Philosophen... kann man einfacher ausdrücken: Das da oben z.B.: Der Wille ist nicht frei. Du tust das, was dein Körper will! Dann fühlst du dich gut und befriedigt. Das verwechselst du mit "Freiheit". Versteht man doch besser so, oder?



Ja.. ich denke auch, dass wenn Jesus jemals wieder kommen sollte, dann kommt er bestimmt aus einem Wellnessclub...Er war nämlich ein Genussmensch, der sich auch mit teuersten Salben einreiben ließ und dabei kein schlechtes Gewissen zeigte, obwohl vom Erlös bestimmt ein paar Arme hätten gerettet werden können. Auch unter extremsten Bedingungen bevorzugte er Delikatessen als Nahrung. Heuschrecken in der Wüste..obwohl die da gar nicht vorkommen und also von weit her geholt werden mussten.

Er hat auch stets nur den besten Wein gesoffen.. (..siehe Weinwunder auf der Hochzeit zu Kanaan. Die hatten sogar schon mehrere Tage durch gezecht, aber Jesus tat alles, für seine gute Public Relation).... Und wenn man so schaut, was heutzutage Wunderheiler verdienen..https://motherboard.vice.com/de/article/...sund-machen-555, dann war Jesus alles andere als ein Moralist.

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Reklov Offline




Beiträge: 3.350

Gestern 14:05
#434 RE: Osiris-Antinoos: Ein römischer Kaiser gründet eine Religion antworten

Zitat
Historiker und andere empirisch arbeitende Wissenschaftler behaupten, dass es diesen biblischen "Moses" gar nie gegeben hat, Reklov. Was hältst du davon?

Perquestavolta,

... das ist mir bekannt - aber - es gibt ja auch Stimmen, die behaupten Jesus habe nie gelebt. -

Auch Stilunterschiede werden herangezogen, um nachzuweisen, dass der Pentateuch von mehreren Autoren geschrieben wurde. - K. A. Kitchen schreibt jedoch in seinem Buch Alter Orient und Altes Testament: „Die stilistischen Kriterien und der angenommene Modus der Komposition sind illusorisch.“ Weiter erklärt er: „Größere Stilabweichungen kommen in alten Texten, deren literarische Einheit über jeden Zweifel erhaben ist, . . . allgemein vor“.

Das Argument, die verschiedenen Namen und Titel für Gott seien ein Beweis für mehrere Autoren, ist besonders schwach. Man braucht nur eine kurze Passage des ersten Buches Mose zu betrachten, wo Gott als „der Höchste“ bezeichnet wird, als derjenige, „der Himmel und Erde hervorgebracht hat“, als „Souveräner Herr Jehova“, „Gott des Sehens“, „Gott, der Allmächtige“, „Gott“, ‘wahrer Gott’ und „Richter der ganzen Erde“ (1. Mose 14:18, 19; 15:2; 16:13; 17:1, 3, 18; 18:25). War hier an jeder Stelle ein anderer Autor am Werk? Und wie steht es mit 1. Mose 28:13, wo sowohl „Elohim“ (Gott) als auch „Jehova“ vorkommt. Haben an diesem einen Vers zwei Schreiber gearbeitet?

Wie wenig stichhaltig eine solche Argumentation ist, zeigt auch ein Blick in einen zeitgenössischen Text. In einem neueren Buch über den Zweiten Weltkrieg wird der damalige deutsche Reichskanzler auf wenigen Seiten sowohl „Führer“ als auch „Adolf Hitler“ oder einfach nur „Hitler“ genannt. Würde es wohl jemand wagen, das als Beweis für drei verschiedene Autoren zu werten?

Trotz alledem verbreiten sich Varianten von Wellhausens Theorien nach wie vor. Darunter ist zum Beispiel eine Theorie von zwei Gelehrten, die sich mit dem Autor J befassten. Die beiden bestreiten nicht nur, dass es sich dabei um Moses handelte, sondern vermuten sogar, dass „J eine Frau war“. (Quelle Internet)

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.350

Gestern 14:35
#435 RE: Philosophische Methodenlehre antworten

Zitat
Er war nämlich ein Genussmensch, der sich auch mit teuersten Salben einreiben ließ und dabei kein schlechtes Gewissen zeigte, obwohl vom Erlös bestimmt ein paar Arme hätten gerettet werden können.

Perquestavolta,

... das Einreiben des Haares mit teurem Öl war ein antikes Statussymbol der Reichen und Mächtigen. Die "Geschichte dieser Szene" sollte wohl mehr das symbolisieren, was dem Mann aus Nazareth zugesprochen wurde: Das Königtum über die ganze Welt und nicht nur über die Erde.

Zitat
Auch unter extremsten Bedingungen bevorzugte er Delikatessen als Nahrung. Heuschrecken in der Wüste..obwohl die da gar nicht vorkommen und also von weit her geholt werden mussten.

Wanderheuschrecken leben normalerweise in den sehr heißen Trockengebieten Afrikas, Australiens, Amerikas und in Teilen Asiens. Also bitte, erst kundig machen und dann schreiben. (Das sage ich Dir, weil Du ja gerne anderen usern oberflächliche Unkenntnis vorzuwerfen pflegst.)

Zitat
Er hat auch stets nur den besten Wein gesoffen.. (..siehe Weinwunder auf der Hochzeit zu Kanaan.)

Der nachgefüllte Wein, über dessen Qualität Du hier und heute nun aber auch rein gar nichts aussagen kannst, mag während der Hochzeit zu Kanaan u.U. gar kein "Qualitätswein" gewesen sein!?!? - Ein Historiker schrieb dazu, dass es sich hier durchaus um mit Wasser verdünnten Wein gehandelt haben könnte. Er vermutete, dass man also Wasser in die nicht völlig leeren Weinschläuche nachgefüllt haben könnte und somit eine Art WEINSCHORLE (z.B. 60% Wasser und 40% Wein) hervor"zauberte". In leicht angeheitertem Zustand, während einer langen Hochzeitsfeier, fiel das wohl auch nicht mehr groß auf.

Zitat
dann war Jesus alles andere als ein Moralist.

Was auch immer er war - durch ihn kam eine völlig neue Sicht auf den Begriff "Gott", auch die Idee der Barmherzigkeit und der Gnade, in unsere Welt. - Was aber ist durch Dich in die Welt gekommen und wer wird von Dir nach 2000 Jahren noch reden?

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.350

Gestern 14:53
#436 RE: Schopenhauer über Jesus antworten

Zitat
Oh, Mann! Diese Philosophen... kann man einfacher ausdrücken: Das da oben z.B.: Der Wille ist nicht frei. Du tust das, was dein Körper will! Dann fühlst du dich gut und befriedigt. Das verwechselst du mit "Freiheit". Versteht man doch besser so, oder?

Gyso,

... man könnte hierzu auch erwidern: "... oh Mann, diese im Lesen philosophischer Texte ungeübten Leser!" - Sprache hat auch etwas mit Sprachkunst zu tun. Es ist nun mal auch der Sprachstil, der den Autor auszeichnet und hervorhebt. - Ähnlich ist es in der Musik: Nur wegen der vielen "Laien" wird man sich hüten, in den Kompositionen der großen Meister die komplizierten Notenfolgen zu vereinfachen, nur damit sie jedermann auf der Straße locker nachpfeifen kann.
Pfusche also besser nicht im "Originalton" von anderen herum, denn Dir würde das ja auch nicht behagen.

Gruß von Reklov

Gysi Offline

Atheist


Beiträge: 16.160

Gestern 15:10
#437  Schopenhauer über Jesus antworten

Zitat von Reklov
Pfusche also besser nicht im "Originalton" von anderen herum, denn Dir würde das ja auch nicht behagen.

Mein Ziel ist es, verstanden zu werden und zu verstehen! Wenn Großdenker sich von der Volksbasis entfernt haben, schlägt das u.a. in einer entsprechend gehobenen Sprache nieder. Unter den katholischen Klerikern war es lange Zeit so, dass sie lieber unter sich blieben, indem sie sich lateinisch verständigten. Als I. Kant seine "Kritik der reinen Vernunft" herausgab, wurde er von etlichen Kollegen wegen seiner "schweren Verständlichkeit" kritisiert. Er verteidigte sich mit dem Hinweis, dass das eben auch starker Tobak sei... Aber seine "Kritik der praktischen Vernunft" war dann deutlich verdaulicher formuliert... Fazit: Ein wenig mehr Kommunikation mit der potenziellen Leserschaft kann nie schaden. Und auch der Großdenker ist nicht unkritisierbar. Er ist ein Mensch, der ggf. seinen eigenen Eitelkeitsaffekten und Wahrnehmungsbeschränkungen erliegt, wie du und ich auch! "Come together!" "A million heads are better than one!" (John Lennon)

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