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Dieses Thema hat 523 Antworten
und wurde 48.572 mal aufgerufen
 Philosophie und Wissenschaft
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Perquestavolta Online



Beiträge: 3.003

03.02.2018 13:07
#501 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Menschen fressen auch Menschen, wenn sie am verhungern sind. Und gerade unter den geistigsten unserer Geistigen, fanden und finden sich zu allen Zeiten die ärgsten und übelsten Allesfresser.

Die Natur folgt keinen Gesetzen. Wer ins All schaut und meint dort eine Gesamtheit von realer Schöpfungs-Wirklichkeit zu sehen, ist für unser heutige Zeit ein bildungsresistenter Idiot, der sich lieber bequemer Einfältigkeit und solchen Weltvorstellungen hingibt, wie sie noch vor einigen hundert Jahren durchaus verständlich und nachvollziehbar waren.. um damit dann auch noch meinen zu müssen, sich was darauf einbilden zu dürfen.. Dafür hat uns die Evolution ganz bestimmt nicht so ein großes Hirn verpasst.

Geist ist Information in Form von elektromagnetischer-Strahlung oder Aggregatschwingungen, welche mit der Materie zuerst mal wechselwirken müssen. Unser Gehirn simuliert aus den Reizen die es von den Sinnesrezeptoren geliefert kriegt, sich seine eigene Wirklichkeit. Es gibt für sich selbst keine Farben, kein Licht, keine Geräusche, keine Gerüche, keinen Geschmack. Aber unsere Sinne und unser Gehirn haben eine gemeinsame Evolutionsgeschichte, die sie in vielen Bereichen auch mit anderen Tieren teilen.

Dass disharmonische Überlagerungen, bei denen immer und ausnahmslos chaotische Interferenzmuster gebildet werden, unserem Gehirn wenig hilfreich sind, sich Ordnungsmuster aus der Reizflut unserer Sinnesrezeptoren zu generieren, an denen es sich orientieren kann, versteht sich von selbst. Kultur Kunst.. und darunter besonders Musik.. alles das bevorzugt unser Gehirn.. Weil die Reize dafür in der Regel keine chaotischen Interferenzmuster enthalten... Auch unsere Wahrnehmung ist letztendlich nichts anderes als reine Physik, die sehr Materie-abhängig ist.

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Humor ist die wahrscheinlich die allerbeste Strategie, hinter das Wesen der Dinge und ihrer Zusammenhänge zu schauen

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 599

03.02.2018 18:01
#502 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat von Perquestavolta im Beitrag #501


Die Natur folgt keinen Gesetzen. ....


Geist ist Information in Form von elektromagnetischer-Strahlung oder Aggregatschwingungen, welche mit der Materie zuerst mal wechselwirken müssen. Unser Gehirn simuliert aus den Reizen die es von den Sinnesrezeptoren geliefert kriegt, sich seine eigene Wirklichkeit. Es gibt für sich selbst keine Farben, kein Licht, keine Geräusche, keine Gerüche, keinen Geschmack. Aber unsere Sinne und unser Gehirn haben eine gemeinsame Evolutionsgeschichte, die sie in vielen Bereichen auch mit anderen Tieren teilen.


Klar folgt die Natur Gesetzen, ihren eigenen.
Diese gilt es zu erkennen. Das ist ja Aufgabe der Naturwissenschaft.

Der zweite Absatz ist platter Konstruktivismus und ohne Erkenntniswert. Deine Ausführungen zeigen, dass dir jedes Verständnis für Metaphysik abgeht.

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RELIGION IST HEILBAR! - Denken ist eine Anstrengung; Glauben ein Komfort (Ludwig Marcuse).
Ich würde nur an einen Gott glauben, der zu tanzen verstünde
(Nietzsche, Zarathustra).

Gysi Online

Atheist


Beiträge: 16.252

03.02.2018 18:15
#503  Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat von Seneca
Der zweite Absatz ist platter Konstruktivismus und ohne Erkenntniswert. Deine Ausführungen zeigen, dass dir jedes Verständnis für Metaphysik abgeht.

Es ist aber auch so, dass wir die Metaphysik immer weniger brauchen! Als Notnagel für etwas, was wir nicht wissen, aber wissen wollen. Und was da sein muss, weil wir sonst zu keinem logischen geschlossenen Weltbild kommen. Und dann ist es immer noch ein Unterschied, ob wir diese "Metaphysik" wild spekulieren oder logisch ableiten... Meine Ewigkeitsphilosophie z.B. würde ich nicht metaphysisch nennen...

PQV verzichtet lieber auf ein geschlossenes Weltbild, als sich wilden Spekulationen zu ergeben. Das ist ein Standpunkt, den sich auch Bertrand Russell zueigen machte. Für mich ist diese Begnügsamkeit nix - lieber spekuliere ich. Aber so naheliegend wie möglich!

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"Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert!" (Hamed Abdel-Samad)

Perquestavolta Online



Beiträge: 3.003

03.02.2018 18:39
#504 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat von seneca im Beitrag #502


Klar folgt die Natur Gesetzen, ihren eigenen.
Diese gilt es zu erkennen.
Das ist esoterischer Unsinn! Die Natur folgt weder den Gesetzen irgend jemandes anderen, noch eigenen. "Die Natur" besteht aus den 4 bekannten Grundkräften - fundamentalen Naturkonstanten - der starken und schwachen Wechselwirkung, der elektromagnetischen Wechselwirkung und der Gravitation.
Man sprich hier wenn schon von physikalischen Gesetzen, weil in der "die Physik" diese Grundkräfte begrifflich als Gesetze definiert wurden.

Nur die Philosophie und noch mehr der Esoteriker denkt und redet immer fälschlich von Naturgesetzen, die von irgend jemand und sei es von der Natur selbst, als Gesetze bestimmt wurden wurden".

https://www.gwup.org/infos/themen/56-par...erik-und-physik

Zitat von seneca im Beitrag #502

Das ist ja Aufgabe der Naturwissenschaft.
"Die Naturwissenschaft" gibt es gar nicht. Es gibt nur die Naturwissenschaften. seneca. Das ist ein ganz großer Unterschied den ihr Philosophen auch noch nicht ganz verstanden habt.


Zitat von seneca im Beitrag #502

Der zweite Absatz ist platter Konstruktivismus und ohne Erkenntniswert.
Dieser platte Konstruktivismus ist wohl eher dein eigenes Hobby! http://www.wissenschaft.de/archiv/-/jour...r-Wirklichkeit/


http://www.wissenschaft.de/archiv/-/jour...r-Wirklichkeit/



Zitat von seneca im Beitrag #502

Deine Ausführungen zeigen, dass dir jedes Verständnis für Metaphysik abgeht.



Ich glaub, sie zeigen wohl eher, dass ich mich auch zum Thema Metaphysik besser vorbereitet habe als du.

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Perquestavolta Online



Beiträge: 3.003

03.02.2018 19:26
#505 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Bezüglich des holografischen und nicht realen Sternenhimmels:

Das Licht unserer Sonne benötigt 8 Minuten bis zur Erde. Das Licht der nächsten Sonne benötigt schon um die 40 Jahre. Das Licht des Mondes benötigt kaum 1,5 Sekunden bis zur Erde. Das Licht des Andromedanebels benötigt 2 Milliarden Jahre bis zur Erde. Usw. Usf. Was wir also sehen, ist unterschiedlich alte Information in Form elektromagnetischer Strahlung, die wir Licht nennen und nicht die Realität. Himmelskörper die uns näher sind, sehen wir gleichzeitig mit Informationen von Himmelskörper, die diese Informationen vor Millionen und Milliarden Jahren abgestrahlt haben. Das scheinbar so schöne Gesamtbild des Sternenhimmels ist also in Wahrheit eine projektive Illusion und keine Realität.

Und was macht unser Gehirn damit? Es bastelt sich eine kosmische Ordnung, die es für tatsächliche existent hält.

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Perquestavolta Online



Beiträge: 3.003

03.02.2018 19:45
#506 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Sherlock Holmes und Doctor Watson kampieren in der Wildnis. Mitten in der Nacht wachen beide auf.

Sherlock Holmes: "Was kombinieren Sie, Watson, wenn Sie sich jetzt den Sternenhimmel über uns so anschauen?"
Doctor Watson: "Die Schöpfung.. sie ist einfach wunderbar.. diese große erstaunliche Ordnung da draußen!!"
Scherlock Holmes: "Und dass man uns unser Zelt gestohlen hat, haben Sie bis jetzt noch nicht bemerkt, Sie Idiot?"

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Reklov Offline




Beiträge: 3.576

04.02.2018 14:24
#507 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
Und was macht unser Gehirn damit? Es bastelt sich eine kosmische Ordnung, die es für tatsächliche existent hält.

Perquestavolta,

... die "Ordnung" bleibt davon unberührt - ähnlich wie die Darstellungen in einem dicken Buch über die Hochkulturen der Menschhheit. Auch hier sin die "Akteure" schon längst nicht mehr greifbar,
ihre Werke aber geben Zeugnis ab.

Die "Ordnung" im Kosmos, macht sich z.B. auch an den Naturgesetzen (hinein bis in die kleinste Zelle) bemerkbar; auch diese sind ein Teil der Ordnung.

Ohne diese "Ordnung" wäre z.B eine Evolution gar nicht denkbar!

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.576

04.02.2018 14:29
#508 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
Sherlock Holmes: "Was kombinieren Sie, Watson, wenn Sie sich jetzt den Sternenhimmel über uns so anschauen?"
Doctor Watson: "Die Schöpfung.. sie ist einfach wunderbar.. diese große erstaunliche Ordnung da draußen!!"
Scherlock Holmes: "Und dass man uns unser Zelt gestohlen hat, haben Sie bis jetzt noch nicht bemerkt, Sie Idiot?"

Perquestavolta,

... netter joke, aber - das Betrachten des Sternenhimmels regt in manchen Menschen ja auch Gedanken an, welche sie vorher noch nicht hatten.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.576

04.02.2018 14:38
#509 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
Auch unsere Wahrnehmung ist letztendlich nichts anderes als reine Physik, die sehr Materie-abhängig ist.

Perquestavolta,

... Dein Versuch, das "Konstrukt der Welt" auf diese Art erklären zu wollen, würde schon bereits dann scheitern, müsstest Du uns das WOHER dieser von Dir beschriebenen Sachverhalte erläutern. -

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.576

04.02.2018 17:21
#510 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
Humor ist die wahrscheinlich die allerbeste Strategie, hinter das Wesen der Dinge und ihrer Zusammenhänge zu schauen

Perquestavolta,

... keinesfalls ist sie das, - denn - um hinter das Wesen der Dinge zu schauen, ist zunächst vor allem ernsthafte wissenschaftliche Arbeit erforderlich, was aber natürlich nicht ausschließt, dass auch Wissenschaftler Humor haben.

Gruß von Reklov

Athon Offline




Beiträge: 1.448

04.02.2018 20:01
#511 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #507
Die "Ordnung" im Kosmos, macht sich z.B. auch an den Naturgesetzen (hinein bis in die kleinste Zelle) bemerkbar; auch diese sind ein Teil der Ordnung.


Deine von mir so vermutete Definition von "Ordnung" impliziert jemanden oder etwas, der oder das diese Ordnung als "Werk" hervorgebracht hat, nicht als etwas, das die Naturgesetze vorgeben.

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Nicht Gott schuf den Menschen, der Mensch schuf Gott! Und hat bis heute daran zu schaffen...

Reklov Offline




Beiträge: 3.576

05.02.2018 13:27
#512 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
Deine von mir so vermutete Definition von "Ordnung" impliziert jemanden oder etwas, der oder das diese Ordnung als "Werk" hervorgebracht hat, nicht als etwas, das die Naturgesetze vorgeben.

Athon,

... ich persönlich glaube nicht, dass "Naturgesetze" so einfach aus dem NICHTS zu arbeiten und zu wirken beginnen/begonnen haben (können).

An der Grenze müssen die Fragen bleiben:

Ist die Welt der Natur ein in sich harmonisch geordnetes Ganzes? Oder ist sie ungeschlossen in sich, unbegründet in sich selbst, zerrissen? Ist sie ein Kosmos oder ein Chaos? Ist das Chaotische ein im Kosmos Überwundenes, Gebändigtes, nur noch partikular in Resten Vorkommendes? Oder ist der Kosmos eine im Chaos erscheinende selber nur partikulare Ordnung, eingebettet und am Ende wieder verschlungen vom Chaos?

Die "Chifferschrift der Natur" weist zwar auf einen Grund des Seins, aber dies auch nur für den Menschen, der den eigentlichen Durchbruch in sich selbst erfährt.

Dieses Thema verlangt aber ein sehr weites Ausholen und kann leider nicht mit ein paar Zeilen abgearbeitet werden.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.576

05.02.2018 13:40
#513 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
"Die Natur" besteht aus den 4 bekannten Grundkräften - fundamentalen Naturkonstanten - der starken und schwachen Wechselwirkung, der elektromagnetischen Wechselwirkung und der Gravitation.
Man sprich hier wenn schon von physikalischen Gesetzen, weil in der "die Physik" diese Grundkräfte begrifflich als Gesetze definiert wurden.

Perquestavolta,

... dies alles ist auch uns bekannt. - Nun müsstest Du nur noch in der Lage sein, zu sagen, warum die 4 bekannten Grundkräfte (die ja auch eine wichtige ordnende Funktion erfüllen) überhaupt am Wirken sind? - Anders gefragt: Wer oder Was könnte denn überhaupt ein Interesse daran haben, dass unsere Erde nicht aus ihrer Umlaufbahn fliegt und alles innerhalb kürzester Zeit zu Eis erstarrt? - Doch nicht etwa elektromagnetische Wechselwirkungen!?!? - Nein, tut mir leid, aber mit Deinen Zeilen hast Du Dich in eine Sackgasse verrannt.

Gruß von Reklov

Athon Offline




Beiträge: 1.448

05.02.2018 14:57
#514 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

@Reklov

Zitat von Reklov #512
... ich persönlich glaube nicht, dass "Naturgesetze" so einfach aus dem NICHTS zu arbeiten und zu wirken beginnen/begonnen haben (können).


Naturgesetze "arbeiten" nicht. Sie sind gegeben und unabänderlich. So ähnlich, wie die "Ursache seiner selbst". Und dass es kein NICHTS gibt, hatten wir schon...

Zitat von Reklov #513
Wer oder Was könnte denn überhaupt ein Interesse daran haben, dass unsere Erde nicht aus ihrer Umlaufbahn fliegt und alles innerhalb kürzester Zeit zu Eis erstarrt?


Niemand, Reklov, das interessiert nämlich -kosmisch betrachtet- keine Sau...

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Reklov Offline




Beiträge: 3.576

05.02.2018 15:07
#515 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat

Naturgesetze "arbeiten" nicht. Sie sind gegeben und unabänderlich. So ähnlich, wie die "Ursache seiner selbst".

Athon,

... "gegeben"? - O.K., nur von wem oder was? - Die "Ursache seiner selbst" liegt aber (meiner Meinung nach) noch mal auf einer anderen Sprach- und Bewusstseinsebene.

Zitat
Niemand, Reklov, das interessiert nämlich -kosmisch betrachtet- keine Sau...

Wer nur auf Sonnensysteme im kalten All starrt, kann schon zu der Meinung gelangen, dass die Erde und die Lebewesen auf ihr "keine Sau" interessiert. - Ich denke da jedoch ganz anders.

Gruß von Reklov

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 599

05.02.2018 16:40
#516 Metaphysik: Das Weltvertrauen antworten

Eines der entscheidenden metaphysischen Begriff ist meines Erachtens Weltvertrauen, wobei Begriffe nur Symbole und z.T. schwer fassbar sind. Darauf bin ich bei der Auseinandersetzung mit Jean Améry auf einen Artikel von 2008 gestossen. “Denker ohne Weltvertrauen - Vor 30 Jahren (1778) ist Jean Amèry (geb. 1912 in Österreich als Hans Mayer) gestorben” (google)- durch Suizid in einem Hotel. Er war Mitglied der Résistance und von der SS gefoltert worden, und bekannt für sein Buch “Hand an sich legen”. Es geht mir aber hier weder um Améry noch um Freitod.

Ich finde den Ausdruck Weltvertrauen besser als Urvertrauen (tönt mir zu pathetisch). Man sprich auch von Grundvertrauen (Reklovs Urgrund lässt grüssen).

Weltvertrauen bekommt man in den ersten Lebensjahren, wo wir auf der Welt sind, mit, oder nicht oder zu wenig. Unter Welt, in die wir "geworfen" werden (wie die Existenzialisten sagen) verstehe ich: Familie, Verwandschaft, Dorf, Landschaft, Staat. Auch die Zeit, die politischen und wirtschaftlichen Umstände spielen eine Rolle.

Jetzt greife ich auf einen Buchbeschreibung bzw. Lexikon der Psychologie zurück (Link am Ende).
Grundvertrauen, in der Existenzanalyse* ist das tiefste und letzte Vertrauen-Können des Menschen. Vertrauen wird in der Existenzanalyse definiert als Einwilligung, sich einer haltgebenden Struktur zu überlassen, um die vorhandene Unsicherheit (Risiko) zu überbrücken. - Alles schöne Ausdrücke, die aber nicht unmittelbar helfen.

*Exkurs: "Existenzanalyse ist eine phänomenologisch-personale Psychotherapie mit dem Ziel, der Person zu einem (geistig und emotional) freien Erleben, zu authentischen Stellungnahmen und zu eigenverantwortlichem Umgang mit sich selbst und ihrer Welt zu verhelfen." - Sie soll, wie andere Psychotherapien, gegen Ängste, Unsicherheit, Minderwertigkeitskomplexe helfen.

Voraussetzung dafür ist Mut von seiten der Person und Haltvermittlung von seiten des "Objekts" [d.h. die Welt, urspr. verkörpert durch die Familie]. Grundvertrauen kann somit definiert werden als (unbewußt - also nicht intellektual) vollzogener Akt des Sich-Einlassens auf den "letzten" Halt – in das, was sich einem als Seinsgrund gezeigt hat.

- Die Religion bietes sich als solchen Seinsgrund an. Das funktioniert aber nur in den wenigsten Fällen.

Im folgenden wird das Grundvertrauen in drei Teile aufgeteilt. Meines Erachtens zieht das Selbstvertrauen seine Kraft aus dem Weltvertrauen, aus dem eigenen In-der-Welt-sein.

Ihm [dem Grundvertrauen] liegt die Erfahrung zugrunde, daß immer etwas "da ist", das auffängt und Halt gibt:

1) Selbstvertrauen: Ein im letzten auf sich selbst Vertrauen-Können (Selbst-Treue – zu sich stehen; Ur-Mut – Erfahrung der nicht versiegenden "Kraftquelle Leben"; Ur-Potenz – Dasein ist immer auch schon ein Können). - Das sind alles metaphysische Begriffe, s. auch Elan Vital, Lebensschwung von Henri Bergson.

2) Weltvertrauen: Ur-Vertrauen und Ur-Treue (Menschen, die in lebenswichtigen Zeiten bedingungslos zu einem gehalten haben, Urerfahrung des Versorgtseins); Strukturvertrauen – "es wird schon weitergehen" (sich in einem Gefüge verstehen, in dem für einen geplant ist). - Einwand: Merkel's "Wir schaffen das"; dahinter ist weder Planung noch Konzept.

3) transzendentales Vertrauen: Vertrauen in etwas, das diese Welt trägt (Glaube – ist psychotherapeutisch als Haltung, aber nicht als Inhalt Thema). - Die Religion, d.h. der religiöse Glaube ist nur eine Möglichkeit.

Erlebensbezogen läuft Grundvertrauen auf das Gefühl hinaus, daß es "nie aus ist, sondern immer irgendwie weitergeht" [Am Ende des Lebens ist es schon aus]. Im metaphorischen [übertragenen, bildhaften] Sinne ist Grundvertrauen das Vertrauen, daß das Dasein einen Grund hat und nicht "grundlos" ist. Die Erfahrung der Unumstößlichkeit des Grundes des Daseins geschieht zeitlebens, schon vor der Geburt (daher keine Restriktion auf eine Prägephase im 1. Lebensjahr - ja und nach der Geburt??). Das Fehlen eines tiefen Vertrauens in den letzten Halt hinter allen singulären Erfahrungen führt zu den existentiellen Defizienzgefühlen [Defizitgefühlen] Unsicherheit, Angst, Verschlossenheit mit ihren entsprechenden Copingreaktionen [Bewältigungsstrategieen].

Praktisch alle Menschen haben irgendwo Defizitgefühle, dass ihnen etwas fehlt - dass man zu wenig Liebe von der Mutter erhalten hat, zu wenig Anerkennung, zu wenig Sex bekommt. Das ist ja die augustinische Unruhe der Seele (sprich Dasein), bis sie ruht in "Gott", also man gestorben ist. Schopenhauer spricht von der Unruhe durch die Ziellosigkeit des tätigen Willens. Sekten gelingt es sehr gut, Menschen auf solche Defizitgefühle anzusprechen (sie abzuholen), dass sie "Heilung" nötig haben, sich "clearen" müssen. Am ehesten bieten sich die Religionen an, auch Psychotherapie kann eine Quasi-Religion sein.

Als Begründung für materielle und seelische Not hat das Christentum den Sündenbegriff erfunden:
die Selbst-Schändung des Menschen par excellence nach Nietzsche.
Exkurs: Es kommt, so Nietzsche, zu einer „Selbstschändung des Menschen“, zur Schuldinflation [Sich-Suhlen in Schuld] durch den Gedanken der Erbsünde und zur Verteufelung der eigenen Natur und Sinnlichkeit [z.B. sexuelle Bedürfnisse].

Seneca: Das Christentum bietet die Heilung ("Erlösung") von der Krankheit, die es durch die "Schuldinflation" selber geschaffen hat. Ich verstehe unter der "Sündhaftigkeit" die condition humaine, d.h. die konkreten Grundbedingungen der menschlichen Existenz mit ihren erfüllten oder nicht erfüllten Bedürfnissen, mit denen man sich abzufinden bzw. die man zu bewältigen hat. Die Philosophie bietet, durch Erkenntnis die richtige Einstellung (Haltung zur Welt) zu finden (z.B. durch Gelassenheit, Stoiker). In diesem Sinn ist die Philosophie Arznei gemäss Epikur. Die Religion bietet die erhoffte Arznei nicht. Falls sie dies wirksam täte, wären die psychiatrischen Kliniken leer. Dort hat es eher psychisch Kranke mit einem religiösen Wahn, weil sie sich vergeblich von der Religion Hilfe versprochen haben.

Beschreibung Grundvertrauen, übernommen von
http://www.spektrum.de/lexikon/psycholog...dvertrauen/6110

Buchhinweis: Ingolf U. Dalferth
Grundvertrauen: Hermeneutik eines Grenzphänomens
Verlag: Evangelische Verlagsanstalt
ISBN: 3374030211

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Gysi Online

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05.02.2018 18:57
#517  Metaphysik: Das Weltvertrauen antworten

Zitat von Seneca
Eines der entscheidenden metaphysischen Begriff ist meines Erachtens Weltvertrauen, wobei Begriffe nur Symbole und z.T. schwer fassbar sind. (...)
Ich finde den Ausdruck Weltvertrauen besser als Urvertrauen (tönt mir zu pathetisch). Man sprich auch von Grundvertrauen (Reklovs Urgrund lässt grüssen).

"Weltvertrauen" wird konditioniert durch genetisch angelegtes Ver- und Misstrauen, das durch die ersten Lebenserfahrungen hoffentlich positiv resp. zu seinem eigenen Vorteil bestätigt oder korrigiert wird. Was hat das mit "Metaphysik" zu tun? Außerdem: Wenn die ERSTEN Erfahrungen, die genetischen Anlagen bestätigen, kann man sie gerne "Urvertrauen" nennen. Ist doch kein Rückgriff auf was Göttliches, sondern auf das, was in unserer Natur ist!

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seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 599

05.02.2018 22:25
#518 RE: Metaphysik: Das Weltvertrauen antworten

Zitat von Gysi im Beitrag #517
"Weltvertrauen" wird konditioniert durch genetisch angelegtes Ver- und Misstrauen, das durch die ersten Lebenserfahrungen hoffentlich positiv resp. zu seinem eigenen Vorteil bestätigt oder korrigiert wird. Was hat das mit "Metaphysik" zu tun? Außerdem: Wenn die ERSTEN Erfahrungen, die genetischen Anlagen bestätigen, kann man sie gerne "Urvertrauen" nennen. Ist doch kein Rückgriff auf was Göttliches, sondern auf das, was in unserer Natur ist!


Ja natürlich, man kann alle menschlichen (psychischen) Erscheinungen auf eine materielle (physische) Ebene herunter brechen, wenn man sie objektiv, von aussen betrachtet. Das ist mir als Kenner des grossen Atheisten D'Holbach wohl bekannt, der alles auf Sinneserfahrung und (emotionale) Bewegung zurückführte (Sensualismus/Materialismus). Über Weltvertrauen trocken reden (das ist halt menschliche Natur und liegt in den ersten Erfahrungen als Kind); und es selber empfinden und bejahen oder nicht, ist halt doch ein grosser Unterschied. Es gibt sicher Philosophen, die diese Unterscheidung gemacht haben. Ludwig Klages war glaub ich so einer.

Für mich hat "Weltvertrauen", das ist ja viel mehr ein Gefühl oder ein Instinkt und weniger eine intellektuelle Angelegenheit (des Verstandes), schon etwas mit Metaphysik zu tun, weil es sich aus metaphysischen Quellen speist. Damit meine ich nichts Übersinnliches, sondern etwas aus dem "Reich der Ideen", wobei ich den Dualismus eigentlich ablehne. Nichtsdestotrotz halte ich den Begriff Metaphysik (was ich darunter verstehe) für sinnvoll und nützlich für mein Welt-Verständnis. Wir können uns selber gar nicht anders denken, als ihn einem Raum, d.h. in einer Umwelt mit Mitmenschen etc. an einem bestimmten Ort der Erde zu einer bestimmten Zeit.

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Perquestavolta Online



Beiträge: 3.003

06.02.2018 07:22
#519 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Es gibt sicher immer mehrere Gründe mit dem sich das menschliche Sein (s)einen Sinn gibt.

Dem gegenüber stehen aber auch die ganzen Anomalien, die man einstmals Schwermut nannte und die eindeutig belegen, dass das Weltvertrauen von biologischen Zusammenhängen abhängt und mit Metaphysik nicht grad viel zu tun hat. Auch die Tatsache, dass Medikamente und Drogen den Grad des Weltvertrauens um ein vielfaches steigern können...
lässt unschwer darauf schließen, dass auch die Methaphysik nur den selben biologischen Wirkmechanismen zugrunde liegt .. wie die Homöopathie.

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Gysi Online

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Beiträge: 16.252

06.02.2018 09:02
#520  Metaphysik: Das Weltvertrauen antworten

Zitat von Seneca
Für mich hat "Weltvertrauen", das ist ja viel mehr ein Gefühl oder ein Instinkt und weniger eine intellektuelle Angelegenheit (des Verstandes), schon etwas mit Metaphysik zu tun, weil es sich aus metaphysischen Quellen speist.

Sind "Instinkt und Gefühl" aus der Metaphysik? Wohl eher nicht... Die Metaphysik ist aus dem Unverständnis der erlebten Existenz heraus gemacht. Also der "Notnagel" aus dem das geschlossene Weltbild gezimmert wird. Deswegen ist die Metaphysik nicht überflüssig, solange das geschlossene Weltbild ohne sie nicht auskommt. Resp. ausgekommen ist. Aber wir sollten uns unserer Ärmlichkeit ijm Wiussen bewusst sein. "Mataphysik" fühlt sich nach der emotionalen Wahrnehmung der Rhetorik als "über der Physik stehend" an... Sie ist ein intellektueller Notnagel, mehr nicht.

Du bist fasziniert von dem Begriff "Weltvertrauen". Mir ist es gegenüber dem Begriff "Urvertrauen" zu flach. Das Urvertrauen geht tief in deine Gene und dein Unterbewusstsein rein. Das Weltvertrauen ist da doch mehr eine verstandestechnische Angelegenheit. Peanuts - ich will nicht in Korinthenkackerei verfallen...

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Reklov Offline




Beiträge: 3.576

06.02.2018 11:05
#521 RE: Metaphysik: Das Weltvertrauen antworten

Zitat
Ihm [dem Grundvertrauen] liegt die Erfahrung zugrunde, daß immer etwas "da ist", das auffängt und Halt gibt:

seneca,

... mein bisheriges Leben beruht auf vielen solch persönlicher Erfahrungen.

Gruß von Reklov

Reklov Offline




Beiträge: 3.576

06.02.2018 11:22
#522 RE: Metaphysik: Naturrecht antworten

Zitat
Dem gegenüber stehen aber auch die ganzen Anomalien, die man einstmals Schwermut nannte und die eindeutig belegen, dass das Weltvertrauen von biologischen Zusammenhängen abhängt und mit Metaphysik nicht grad viel zu tun hat. Auch die Tatsache, dass Medikamente und Drogen den Grad des Weltvertrauens um ein vielfaches steigern können...

Perquestavolta,

ALL YOU NEED IS LOVE - wie J. Lennon richtig erkannte. Dann verschwinden auch viele der Anomalien wie von selbst.

Ähnliche Zeilen findet man z.B. im Text des Jazz-Klassikers >NATURE BOY<, der von vielen Sängern/innen gesungen wurde/wird.
Dort heißt es an eine Stelle:

"The greatest thing you'll ever learn
Is just to love and be loved in return..."

Wer solches nie erfahren konnte/durfte, hat das Wichtigste verpasst, auch wenn ihm auf anderen Gebieten große Leistungen gelungen sind.

Gruß von Reklov

seneca Offline

religiöser Atheist


Beiträge: 599

06.02.2018 18:12
#523 Metaphysik: Weltvertrauen 2 antworten

Das Weltvertrauen ist der Inhalt der [Pascalschen] Wette (man google). Nur Weltvertrauen ermöglicht Welterfahrung. Denn wer aus Besorgnis wegen möglicher Enttäuschung auf jede Erwartung verzichtet, wird keinerlei Erfüllung finden. Wer aber umgekehrt im Vertrauen auf mögliche Erfüllung Erwartungen hat, wird neben mancherlei Enttäuschung auch mancherlei Erfüllung finden. "Vertrauen im weitesten Sinne eines Zutrauens zu eigenen Erwartungen ist ein elementarer Tatbestand des sozialen Lebens. Der Mensch hat in vielen Situationen die Wahl, ob er in bestimmten Hinsichten Vertrauen schenken will oder nicht. Ohne jegliches Vertrauen aber könnte er morgen sein Bett nicht verlassen. Unbestimmte Angst befiele ihn. Nicht einmal ein bestimmtes Misstrauen könnte er formulieren und zur Grundlage defensiver Vorkehrungen machen; denn das würde voraussetzen, dass er in anderen Hinsichten vertrat. Alles wäre möglich" (Niklas Luhmann, Vertrauen 1). - Es gibt genügend Leute mit einer unbestimmten Angststörung.

Das weltliche Überraschungsfeld wird nur durch die apriorische Entscheidung für Weltvertrauen zu einem menschlichen Handlungsfeld; und die Wette Blaise Pascals ...[die ich ablehne] ...
Deshalb wird alles verlieren [das tun wir sowieso am Ende des Lebens], wer aus Kleinnützigkeit die Wette auf Gott [die ist grossnützig, grössenwahnsinnig, PQV würde sagen narzisstisch] und Weltvertrauen ablehnt. ... Und S. Kierkegaard meint: Mit Hilfe des Ewigen hat das Selbst Mut, sich selbst zu verlieren, um sich selbst zu gewinnen (Die Krankheit zum Tod, 66) - Kierkegaard, der Angstphilosoph par excellence, hatte nicht den Mut Regine Ohlsen zu vögeln und ihr ein paar Kinder zu machen. Das war seine persönliche Tragödie; dass er die Verlobung mit ihr gelöst hat.

Nach dem Höchsten Gut ist gefragt [das brauche ich nicht, what for, mir genügt das zweithöchste ]. Wenn dieses überhaupt erreichbar ist [was ich bezweifle], dann ist es nur unter der Voraussetzung des Weltvertrauens erreichbar. Das Weltvertrauen jedoch bietet sich nicht [a priori] von der Welt her an, sondern [kommt aus dem Inneren] durch eine Entscheidung für Weltvertrauen.

Quelle (google books)
Peter Probst
Kant: bestirnter Himmel und moralisches Gesetz: zum geschichtlichen Horizont einer These Immanuel Kants

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Perquestavolta Online



Beiträge: 3.003

06.02.2018 19:09
#524 RE: Metaphysik: Weltvertrauen 2 antworten

Zitat von seneca im Beitrag #523
Das Weltvertrauen ist der Inhalt der [Pascalschen] Wette (man google). Nur Weltvertrauen ermöglicht Welterfahrung. Denn wer aus Besorgnis wegen möglicher Enttäuschung auf jede Erwartung verzichtet, wird keinerlei Erfüllung finden.


Kann man auf diese Weisheit verzichten, oder r gilt sie als so pauschal. dass man das selbe auch ohne darüber nachzudenken haben kann?
Was mich am der ganzen metaphysichen Idealismus immer ankotzt, sind die Voraussetzungen, die ja immer Ideal sein müssen.

Zitat von seneca im Beitrag #523

Wer aber umgekehrt im Vertrauen auf mögliche Erfüllung Erwartungen hat, wird neben mancherlei Enttäuschung auch mancherlei Erfüllung finden.

Das denke ich mir beim fischen auch immer. Glauben heißt schätzen.... und wer nicht spielt kann nicht gewinnen, Außer man hat reiche Verwandte, die einen trotzdem beerben.


Zitat von seneca im Beitrag #523


"Vertrauen im weitesten Sinne eines Zutrauens zu eigenen Erwartungen ist ein elementarer Tatbestand des sozialen Lebens. Der Mensch hat in vielen Situationen die Wahl, ob er in bestimmten Hinsichten Vertrauen schenken will oder nicht. Ohne jegliches Vertrauen aber könnte er morgen sein Bett nicht verlassen.
Pathologische Fälle, mit denen das Ideal sich im Vergleich immer messen muss .. finde ich äußerst belustigend. Nur aber kommen wir ja nicht schon so misstrauisch zur Welt....

Zitat von seneca im Beitrag #523

Unbestimmte Angst befiele ihn. Nicht einmal ein bestimmtes Misstrauen könnte er formulieren und zur Grundlage defensiver Vorkehrungen machen; denn das würde voraussetzen, dass er in anderen Hinsichten vertrat. Alles wäre möglich" (Niklas Luhmann, Vertrauen 1). - Es gibt genügend Leute mit einer unbestimmten Angststörung.


http://www.born-psychotherapie.de/depressionen.htm und wie man da sieht, ist das Problem mit Metaphysik am aller wenigstens zu beheben.

Ich schätze, dass die biologische Evolution des Menschen das narzisstischen Gen derzeit sehr stark bevorzugt und dass uns deswegen nur noch ein multiresistenter Killerkeim vor der metaphysisch begründeten ultimativen Selbstvernichtung retten wird.

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Humor ist die wahrscheinlich die allerbeste Strategie, hinter das Wesen der Dinge und ihrer Zusammenhänge zu schauen

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